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Bambussprosse
23.03.2006, 23:14
Vorweg: Vishnja, wenn du das liest, bitte sag es nicht Mama und Papa. Komme mir dumm vor.

Ich glaube ich habe gerade wieder eine Panikattacke. Die zweite diese Woche.
Ich kann nicht mehr.

Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Ich habe nur das Gefühl, dass ich nicht mehr kann.
Ich hatte eigentlich immer schon viele Ängste, auch als Kind. Sei es ganz normal vor Gewitter oder etwas "außergewöhnlicher" vor Krieg, Verlust der Eltern/Familienmitglieder, oder was nicht noch alles. Inzwischen bin ich 25. Mit 19 hatte ich mal Angst, der Mond könnte auf die Erde fallen. Mit 12 hatte ich im Sessellift eine Panikattacke. Im November hatte ich eine, weil mein Freund nicht sicher war, ob er bei mir bleiben wollte. Die Attacke kam morgens, ich wusste nicht mehr was ich tun sollte. Konnte nicht atmen. Die letzte Panikattacke hatte ich vorgestern (Dienstag). Der Auslöser ist der Telefonterror, den ich seit Januar täglich (aber nur werktags) habe. Ich bekomme pro Tag dutzende Anrufe, immer um die gleiche Tageszeit. Das heißt, neuerdings über den ganzen Tag verteilt. Der Anrufer sagt nichts. Inzwischen gehen alle Anrufe an die Nummer direkt an meinen Anrufbeantworter, den mein Freund neutral besprochen hat. Neulich hatte ich 2 Wochen Ruhe, ich dachte die Person hätte es aufgegeben. Seit Dienstag geht es weiter, in verstärkter Form, daher dann die Panikattacke. Was mache ich, wenn ihm die Anrufe nicht mehr reichen? Was ist, wenn nachts plötzlich jemand neben meinem Bett steht? Ich kann nicht mehr, lasse nachts das Licht und den Fernseher an, schlafe kaum. Verbarrikadiere mich in der Wohnung und im Schlafzimmer. Ich kann nicht mehr. All meine anderen Ängste sind verstärkt wieder da. Fast so schlimm wie vor 6 Jahren. Ich habe wieder Angst vor Krankheiten, Unfällen, Versagen der Technik bei hoher Geschwindigkeit, Busentführungen, Verlust geliebter Personen. Bis neulich hatte ich das alles im Griff, konnte dem Ganzen mit rationalem Denken halbwegs kontrollieren. (Mal abgesehen von meiner Zwangshandlung des Blinzelns. Immer eine gerade Anzahl.)

Ich habe eben eine Email mit der Bitte um einen Termin an die Psychologische Beratungsstelle meiner Universität geschrieben. Meine Hausärztin weiß, dass ich Ängste habe. Ich habe sie neulich um Hilfe gegen Flugangst gebeten (muss demnächst fliegen). Im Zuge dessen brach ich in Tränen aus. Sie hat sich dann eine Weile mit mir unterhalten und mir angeboten, einen Gesrpächstermin zu vereinbaren (habe ich leider noch nicht geschafft). Sie hat mir Dysto Loges verschrieben. Leider schlägt es nicht an, obwohl ich es schon seit drei Wochen, also vor dem Auslöser der letzten Panikattacke, nehme. Wer weiß wie panisch ich ohne wäre.

Ich komme mir ziemlich blöd vor, das mit dem Blinzeln zum Beispiel weiß niemand. Eigentlich weiß allgemein niemand, wie genau es in mir aussieht. Besonderd niemand, der mich persönlich kennt. Es ist mir peinlich. Mein Freund weiß es jetzt, er hat gerade zum allabendlichen Gute Nacht angerufen.

Ich weiß ehrlich gesagt auch gar nicht, was ich von diesem Strang erwarte. Ich habe nur das Gefühl, ich stehe vor einem riesigen Berg und kann ihn nicht bewältigen.

Inaktiver User
23.03.2006, 23:20
Kopf hoch, liebe Bambussprosse :wangenkuss: :wangenkuss: :wangenkuss: :wangenkuss: :wangenkuss: :wangenkuss: :wangenkuss: :wangenkuss: :wangenkuss: :wangenkuss:.

Vielleicht kannst Du Dir zumindest zeitweise ein geheime Telefonnummer geben lassen!!
Ich habe mal gehört, dass Antidepressiva eine Weile brauchen, bevor sie anschlagen.
Wenn Du das Gefühl hast, Du erträgst es nicht mehr, ist es vielleicht besser eine Notüberweisung in ein Krankenhaus zu bekommen!!
LG herbstblatt

Bambussprosse
23.03.2006, 23:25
Die geheime Telefonnumer habe ich sozusagen. Ich habe 3 ISDN-Nummern. Die betroffene Hauptnummer geht wie gesagt direkt auf den AB, die anderen beiden sind nur meiner Familie, den engsten Freunden und meinem Freund bekannt. Das bleibt auch so! Ich kann aber am Rechner (sofern an) sehen, dass die Anrufe nach wie vor kommen. Das kann ich nicht abstellen, will es auch nicht. Demnächst werde ich zur Polizei gehen und eine Anzeige machen, dazu brauche ich ein Protokoll. Aber auch wenn die Anrufe mich nicht mehr direkt erreichen, sind sie halt nach wie vor da. Und die plötzliche Heftigkeit löst diese übermächtige Angst aus. Wer weiß, was danach kommt? Was tut er als nächstes?

Was die Notüberweisung angeht, bin ich skeptisch. Mir geht es nur schlecht, wenn ich allein bin und das auch nicht immer in dem Ausmaß. (Ok, an 2 der letzten 3 Tage. Ist wohl keine gute Quote.) Morgen will ich bei meiner Ärztin anrufen und einen Termin machen. Wenn möglich zum Gespräch. Ich will fragen, ob sie mir kurzfristig helfen kann. Mal sehen.

Morgen abend ist zum Glück mein Freund bei mir.

Uschi35
24.03.2006, 08:47
Hallo,

ich kann ziemlich genau nachvollziehen, was Du mit den vielen Ängsten durchmachst.
Nur daß ich bisher noch keinen konkreten, handfesten Grund dazu hatte, Angst zu haben. Wie z.B. diesen anonymen Anrufer.

Bei mir ist das mal schlimmer und mal weniger schlimm.
Es gibt Tage, da denke ich beim Spaziergang an nix böses, komme - wie immer - am Windkraftwerk vorbei und denke plötzlich: "Was, wenn sich oben der Rotor jetzt löst?"
Ich weiß, daß das völlig unsinnig ist, aber trotzdem.

Fliegen kann ich auch nicht, ich musste in meinem Leben bisher 4x in ein Flugzeug steigen und ich habe es nur unter totaler Panik - und unter Alkoholeinfluss mit jeder Menge Kreuzworträtseln - überstanden. Alkohol ist bei Panik genau verkehrt, das weiß ich jetzt auch, aber wenigstens war ich müde und konnte während des Fluges etwas schlafen.
Deshalb "plane" ich auch, möglichst nie wieder zu fliegen - daß andere sagen "Das ist so schade, da verpaßt Du so viel!", ist mir egal.

Dann habe ich manchmal Angst im Bus, manchmal im Auto (es könnte ja ein Reifen platzen), Angst, den Fußgängertunnel zu benutzen, weil der so niedrig und schmal ist.....
Naja, und eine "diffuse" Angst vor Krankheit, Tod und Einsamkeit sowieso.

Bei all diesen Sachen (außer dem Fliegen) versuche ich immer wieder, dagegen an zu gehen. Aber meistens mit Hilfe einer Freundin oder meines Freundes.
Da kann ich vorm Tunnel schon mal scheuen wie ein Pferd - wir brauchen dann 2-3 Anläufe und dann geh ich da doch durch.

Das ist so übel, man versaut sich selbst das Leben...
Bei mir geht es zeitweise so weit, daß ich tagelang jeden Tag denke, "so wie es jetzt ist bleibt es sowieso nicht mehr lange".
Ich "erwarte" dann beinahe täglich, daß jemand aus meiner Familie oder mein Freund verunglückt, daß der Kater überfahren wurde, wenn ich nach hause komme........
Dabei verhunzt man sich mit solchen Gedanken nur das Leben, solange es eigentlich schön sein sollte - und wenn was passiert: ändern kann man dann eh nix.

Ich denke schon lange über eine Therapie nach. DIR würde ich aber als Erstes auf alle Fälle raten, noch eine gute Freundin, Schwester oder so "einzuweihen"!
Du brauchst noch jemand, mit dem Du offen über alles reden kannst! Und glaube mir: DAS IST NICHT PEINLICH!

Aber in der Bricom sowas mal loswerden zu können, hilft auch schon unglaublich, gell? :smirksmile:

Liebe Grüße
Uschi

Bambussprosse
24.03.2006, 09:38
Danke Uschi, du hast mir sehr geholfen. Hätte nicht gedacht, dass es noch andere Leute gibt, die derart unsinnige Gedanken haben.
Zu mir sagen meine Freunde auch, ich würde viel verpassen, wenn ich nicht fliege. Das mag sein, aber es ist nunmal meine Entscheidung.
Mene Freunde einweihen will ich nicht. Zu meinem Stalker kamen immer nur Sprüche wie "Stell dich nicht so an" oder "Du übertreibst". Gerade letzteres sagt eine Freundin sehr oft zu mir, besonders im Bezug aufs Fliegen. Sie fliegt sehr oft und kann das nicht nachvollziehen. Ich habe meinen beiden besten Freundinnen allerdings gestern geschrieben (sind beide gerade weit weg bei den Eltern ), dass meine Anrufe massiv zugenommen haben. Mal sehen, was jetzt von ihnen kommt.
Meine Schwester weiß jetzt sicherlich bescheid, oder zumindest bald. Sie ist auch eine fleißige Bricommerin. Persönlich erzählen will ich es eigentlich niemandem, weil ich vor lauter Selbstmitleid immer in Tränen ausbreche. Dafür hasse ich mich, kann überhaupt nicht rational an irgendwas rangehen. Aber das mit der Bricom hat geholfen, da hast du recht. :blumengabe:

Inaktiver User
24.03.2006, 09:45
Liebe Bambussprosse,

ich finde Du solltest Dir eine Notüberweisung geben lassen!!! Eine meiner Freundinnen befindet sich gerade in der anthroposophischen Filderklinik in Filderstadt-Bonlanden, wegen Depressionen/überhöhten Blutdruck. Sie wird ca. 5 Wochen ganzheitlich, mit Gruppen-, Einzeltherapie, plastischem Gestalten, Musiktherapie, Einpegeln auf einen gesunden Schlafrhythmus ... behandelt. Deswegen ist mir das Thema gerade nahe.

Missstimmungen bei Alleinsein sind je nach Persönlichkeit bestimmt im "normalen" Rahmen, aber so, wie Du es schreibst, solltest Du Dic nicht allein damit herumquälen und klingt es schon sehr stark akut für mich.

Ich bin jedoch beileibe keine "Fachfrau"!! Ich kenne mich da gar nicht weiter aus, bin nur zufällig über die Startseite hier hineingekommen.

Meiner Lebenserfahrung von 48 Jahren würde ich raten: Sofort zum Hausarzt und um Notüberweisung bitten! Gar nicht erst lange herumquälen.

Der Dich anruft, weiß wahrscheinlich um Deine Ängste!!!

Und, liebe Uschi und Bambussprosse, seid vorsichtig mit euren Freundinnen. Ab einem bestimmten Maße kann man Freundinnen überfordern und zu sehr belasten!

Viele liebe Grüße und gute Besserung wünscht Euch herzlich :wangenkuss: :wangenkuss: :wangenkuss: :wangenkuss:herbstblatt

Bambussprosse
24.03.2006, 09:51
Der Dich anruft, weiß wahrscheinlich um Deine Ängste!!!



Das glaube ich nicht, weil ich wie gesagt noch niemandem von meinen Ängsten erzählt habe, außer meiner Hausärztin.
Ehrlich gesagt weigere ich mich ein bisschen gegen die Notüberweisung. Du magst vielleicht recht haben mit dem Rat, aber ich kann nicht. Es gibt niemanden, der mich auf der Arbeit vertreten kann, ich müsste noch eine Hausarbeit schreiben (*hüstel*) und auch sonst habe ich da gewisse Hemmungen. Aber zu meiner Ärztin werde ich gehen. Und nächste Woche, wenn mein Freund nach Hause fährt, werde ich bei meinen Eltern sein, da kann ich dann mal etwas entspannen.
Sei mir nicht böse, dass ich deinen Rat ablehne, er ist gut gemeint und sicher auch sinnvoll. :wangenkuss:

Jetzt muss ich mich sputen, ist schon viel zu spät!

Uschi35
24.03.2006, 10:00
Und, liebe Uschi und Bambussprosse, seid vorsichtig mit euren Freundinnen. Ab einem bestimmten Maße kann man Freundinnen überfordern und zu sehr belasten!

Viele liebe Grüße und gute Besserung wünscht Euch herzlich :wangenkuss: :wangenkuss: :wangenkuss: :wangenkuss:herbstblatt



Hallo,

danke für die Wünsche!

Auch gerade (!) aus dem Grund der "Überbelastung" denke ich, sollte man ruhig 1-2 Personen mehr einweihen. Denn wie lange und wie stark eine Partnerschaft das aushält....... :wie?:

Es sind schon komische Freunde, die sagen, man soll sich "nicht so anstellen". Aber vielleicht können die sich wirklich nicht in einen hineinversetzen - man sollte ihnen vielleicht mal ein passendes Buch zu Weihnachten (oder zu Ostern :freches grinsen:) schenken.

Meine Schwester und ich können uns z.B. gut austauschen. Wenn die Probleme bei einer von uns beiden zu stark werden, rufen wir uns - zu jeder Tageszeit - an (leider ist sie weggezogen und wir können uns nicht mehr "mal eben auf nen Wein" treffen) und quatschen uns aus.
Sie hatte eine Zeitlang solche Schwierigkeiten im Job, daß ihr Freund irgendwann nicht mehr wusste, was er ihr noch raten soll und immer hilfloser wurde, weil sie schon morgens heulend in der Küche stand. Sie ist dann zur Therapie gegangen (und hat einen grossen Teil auch bei mir abgeladen), um nicht auch noch ihre Beziehung zu gefährden.

Nur deshalb denke ich, eine weitere Person außer dem Partner sollte Bescheid wissen.
Ich könnte mir vorstellen, daß allein die Tatsache, daß er der einzig Eingeweihte ist, schon recht belastend für den Partner sein kann.

Aber erstmal sollten wir an uns statt an die anderen denken.

Ich würde gern "hilfreiche" Bücher lesen - nur leider gibt es so viel Schund auf dem Markt.....

LG
Uschi

Inaktiver User
24.03.2006, 10:30
Ich würde gern "hilfreiche" Bücher lesen



@Uschi: Buchtipp
Susan Jeffers – SELBSTVERTRAUEN GEWINNEN
- Die Angst vor der Angst verlieren -
Kösel Verlag, München – ISBN 3-499-34402-6
Orginaltitel: „Feel the Fear and Do It Anyway“, Orlando/Florida

Lizzie64
24.03.2006, 10:46
liebe bambussprosse,

menno, ich würde dir so gern helfen, das klingt alles so traurig!

zum dysto-loges hatte ich ja schon was geschrieben; allerdings glaube ich, dass bei den panik-attacken vorübergehend etwas stärkeres angezeigt ist. bitte geh so bald wie möglich zum arzt (ärztin?) und frag, ob nicht ein leichtes antidepressivum in deiner derzeitigen verfassung besser ist.

keine angst, diejenigen, die für dich infrage kommen, machen nicht abhängig und wirken auch recht bald. sie sind stimmungsaufhellend, dämpfen gleizeitig die angst und geben dir antrieb für die arbeit.

das beste tust du allerdings schon: du holst dir hilfe!

ganz, ganz gute besserung,

liz :blumengabe:

Inaktiver User
24.03.2006, 10:47
Liebe Bambussprosse,

das ist völlig in Ordnung für mich! :wangenkuss:

Liebe Uschi, wenn Freunde zum Miteinandersprechen bis in solche Tiefen vorhanden sind, ist es natürlich wunderbar! :wangenkuss:

Allen ein schönes Wochenend Liebe Grüße herbstblatt

Inaktiver User
24.03.2006, 10:49
Ich komme mir ziemlich blöd vor, ... Eigentlich weiß allgemein niemand, wie genau es in mir aussieht. Besonders niemand, der mich persönlich kennt. Es ist mir peinlich.



Hallo Bambussprosse,

Deine Angst muss Dir nicht peinlich sein. :blumengabe:

Auf gewisse Weise trägst Du Deine Angst wie ein Schutzschild vor Dir her. Klar, eigentlich redest Du nicht darüber, aber auf vielfältige Art signalisierst Du es doch.

Auch wenn Dir das Thema wahrscheinlich auf die Nerven geht. Wenn es Dir aktuell nicht gut geht, würde ich Dir raten, Dir selbst etwas Ruhe zu gönnen. Guck doch mal, wie Du in Deiner Umgebung beruhigende Einflüsse zum Wirken bringen kannst. Ich persönlich kann mir nicht vorstellen, dass Dir z.B. Dein Avatar wirklich hilft oder beisteht. Traurig + verängstigt bist Du doch so wie so und in so einer Situation braucht man niemand der stellvertretend für einen heult, keinen der selbst Angst hat. Du brauchst Trost und Geborgenheit.

Du solltest Deine Tränen schon selbst weinen. Tränen sind nicht grenzenlos, sie werden Dich nicht wegschwemmen, sie sind EIN Zugang zur eigenen Seele.

Wenn man es sich selbst erlaubt - in einem geschützten Rahmen - auch mal hemmungslos zu weinen, wird man feststellen, dass das Weinen auch wieder aufhört.

Dass es hinter dem Weinen ein getröstet Sein gibt.
Dass Hoffnung ihren Weg findet.

Weinen ist nicht schlimm. Es kann der Seele guttun, wenn man sich selbst erlaubt mal von Herzen traurig zu sein. Frag doch mal Dein Herz, was es Dir mit all der Traurigkeit sagen will.

Hör ihm zu.

Liebe Grüße
binauchda


P.S: Horus hat eine sehr schöne Signatur:
"Mut ist nicht das Gegenteil von Angst.
Sondern die Erkenntnis, dass etwas anderes wichtiger ist als die eigene Angst."

Inaktiver User
24.03.2006, 14:10
Stimmt, das mit dem Avatar habe ich mir auch schon gedacht!

Mein Avatar beinhaltet für mich das Sichzurückfallenlassen und Zurückziehen der Natur in den Winter, das Ruhen in sich selbst, das ganz leise Wachsen und Atmen der Natur in dieser Zeit.

Auch die Zeit der goldenlichtdurchfluteten herbstlichen Wälder, den Geruch nach Rauch über den Dächern, Kartoffelfeuer, die vielen bunten Blätter, das leise Blätterfallen im Regen und der damit verbundene Geruch nach feuchter Herbsterde, kalte blaue Himmel mit erkahlenden Rosenbüschen und dicken Hagebutten dran und wippenden Amseln auf den Zweigen, Apfelernte ...

Und ein Stück auch, dass ich die meisten wichtigen Lebensphasen schon bewältigt habe, und zwar mit bestmöglicher Anmut und Würde und dass ich im Begriff bin, seelische Ernten und Reifen einzufahren, also ruhiger in mich werde ... und dass es eine Chance für mich ist mein Leben bewusster als Geschenk zu empfinden mit dem Wissen, dass ich endlich bin (soviel ich weiß).

Horus' Avatar finde ich auch wunderschön und passt auch gut zu ihr!

Liebe Bambussprosse, das mit der Polizei wegen der Anrufe halte ich für eine gute Idee. Ich glaube auch gelesen zu haben, dass die Gesetze über Stalking in Deutschland zur Zeit zugunsten der Opfer überarbeitet werden.

Liebe Grüße herbstblatt

Bambussprosse
24.03.2006, 19:33
Meinen Avatar hab ich, weil ich Schwine mag und das Ding mir so leid tat. Außerdem ist es glaube ich ein Sparschwein, und da ich immer pleite bin, passt es gut. Der Avatar drückt also weniger meine Verfassung aus. Ich fand ihn einfach nur süß.

Heute habe ich mich gleich bei zwei Leuten ausgeheult. Meiner "Cheffin", die mich dann auch an ihren mütterlichen Busen gedrückt hat, und einer meiner Schülerinnen. Sie hat selber jede Menge Probleme, kommt mit ihren Eltern nicht klar. (Vielleicht erinnert sich der ein oder andere von euch an meinen Strang im Forum Reine Familiensache.) Ich frage sie immer, wie es ihr geht und ob sie mit mir reden will. Heute wollte sie nicht reden, weil noch 4 Jungs in dem Kurs sind. Wir haben dann kleine Zettel geschrieben und als sie mich dann fragte, wie es mir geht, gab ich ihr einen kleinen Überblick. Sie hat gleich nachgefragt und mir angeboten, dass wir uns treffen. Wir wohnen weit auseinander, und weil ihr Vater allgemein gegen jegliche Kontakte zu Nicht-Sektenmitgliedern ist, habe ich erstmal vorgeschlagen, dass wir am Wochenende telefonieren. Dann kann sie mir in Ruhe ihre Sorgen erzählen und ich ihr meine. Morgen ruft sie an.

Zur Polizei gehe ich eventuell morgen. Ich will, dass mein Freund mitkommt. Er hat gestern gedrängt, dass ich am Wochenende gehe, also schätze ich mal, dass es morgen soweit ist. (Meine Cheffin wollte mir gleich den Telefonhörer in die Hand drücken. Aber was nützt mir die 110, wenn ich bei der Arbeit sitze und ich nicht akut bedroht werde? Außerdem ist für eine Anzeige ja meine Unterschrift nötig. Ich weiß nur leider nicht, welches Revier dafür zuständig ist. Das ist hier etwas kompliziert. Als mein Fahrrad gestohlen wurde, musste ich z.B. ganz weit fahren.

Wegen der Medikamente schaue ich mal. Heute habe ich es nicht geschafft, meien Ärztin anzurufen. Aber ich will sowieso erstmal warten, wann ich einen Termin bei der Beratungsstelle der Uni kriege. Dann kann ich den Arzt-Termin leichter koordinieren und ihr gleichzeitig mitteilen, dass ich schon eine Beratungsstelle aufgesucht habe. (Wie sie mir ja auch geraten hat.)

Danke euch allen bis hier hin! :kuss:

Inaktiver User
24.03.2006, 23:09
Heute habe ich mich gleich bei zwei Leuten ausgeheult. Meiner "Cheffin", die mich dann auch an ihren mütterlichen Busen gedrückt hat, und einer meiner Schülerinnen. Sie hat selber jede Menge Probleme, kommt mit ihren Eltern nicht klar. ..., habe ich erstmal vorgeschlagen, dass wir am Wochenende telefonieren. Dann kann sie mir in Ruhe ihre Sorgen erzählen und ich ihr meine. Morgen ruft sie an.



Wie alt ist Deine Schülerin?
Wie groß ist denn Euer Altersunterschied?
Meinst Du, sie kommt mit Deinen Problemen klar?

Bambussprosse
25.03.2006, 12:49
Sie geht in die 10. Klasse glaube ich. Oder schon in die 11.? Ich hab im Moment etwas den Überblick verloren, habe seit kurzem 5mal so viele wie neulich noch. Und sie hatte ich eine Weile nicht mehr.

Ich weiß nicht, ob sie damit klar kommt. Werde auch nur über den Stalker mit ihr reden, nicht über meine allgemeine Verfassung, sprich über meine ganzen Ängste. Sie weiß, dass ich Angst vor dem Mann habe, aber nicht, dass es mir noch anderweitig schlecht geht. Das muss sie auch nicht wissen.
Die Ängste waren ja immer schon da, nur schaffe ich es durch die aktuelle Situatuion nicht mehr, sie zu kontrollieren. Das ging eine Weile ja eigentlich recht gut. Daher denke ich, dass mein Stalker das Hauptproblem ist.

Mir liegt aber am meisten daran, dass sie über ihre Sorgen sprechen kann. Sie hat im letzten Jahr viel durchgemacht, und ich glaube sie hat sonst niemanden. Es hat mir schon viel geholfen, dass da überhaupt jemand war, der mich ernst nahm. Genau wie ja meine Cheffin.

Mein Schatz hat mir gestern übrigens meine Türkette angebracht. Ich habe zum ersten Mal seit Tagen im Dunkeln geschlafen. (Gut, zwar erst ab 4 Uhr morgens, aber immerhin.) Zum Glück ist Wochenende, konnte bis 12 ausschlafen. (Ich hab zwar Ferien, aber leider wird meine Straße gerade aufgerissen. Presslufthammer morgens um sieben zwei Meter neben meinem Kopf...)

binauchda, ich werde mein Mädel nicht mit zuviel und allem belasten. Ich kann mir vorstellen, dass sie mir etwas von der Hilfe, die sich vor einem Dreivierteljahr von mir bekommen hat, zurück geben möchte. Aber ich kann sie in keinem Fall mit weiteren Sorgen belasten. Sie erfährt nur, was ich bis jetzt auch anderen erzählt habe, sprich die Version für die ich mich nicht schäme.

Inaktiver User
25.03.2006, 13:18
in der Bricom sowas mal loswerden zu können, hilft auch schon unglaublich, gell? :smirksmile:



Hallo Uschi,

willst Du Deine Ängste loswerden oder willst Du sie bewältigen?

Ich frage Dich deshalb, weil das einen großen Unterschied macht. Ängste, die man loswerden will, werden einen immer wieder begleiten. Ängste wollen bewältigt werden. Dann lernt man auch mit ihnen klarzukommen und zu handeln obwohl man Angst hat.

Ich habe Dir einen Buchtipp gegeben. Es sind sicher viele, hilfreiche Bücher zum Thema Angst auf dem Markt. Welches Buch Dich anspricht und Dir persönlich weiterhilft, wirst Du natürlich nur selbst entscheiden können. Ich empfehle Dir dieses, weil ich damit sehr gute Erfahrungen gemacht habe und wesendliche Erkenntnisse zum Thema Ängste gewinnen konnte. Das Buch vermittelt Wahrheiten über das Wesen von Ängsten und es zeigt auch Wege heraus aus der Angst.


Hier ein kurzer Einblick in das zweite Kapitel des Buches:


[/quote]
Kapitel 2. Kann man die Angst nicht zum Verschwinden bringen?

--- LASSEN SIE DIE ANGST ZU UND HANDELN SIE TROTZDEM. ---

Irene wartet immer … darauf, dass ihre Angst verschwindet. ...
… Die Logik, die sie benutzt, programmiert den Misserfolg. Sie wird die Barriere der Angst nie durchbrechen, wenn sie sich nicht bewusst macht, dass ihre Gedankengänge falsch sind; sie sieht einfach nicht, was für diejenigen, die handeln, offensichtlich ist.
Auch ich habe es nicht gesehen, bis ich dazu gezwungen war. Vor meiner Scheidung war ich wie ein Kind und erlaubte meinem Mann, die praktischen Aspekte des Lebens zu regeln. Nach meiner Scheidung hatte ich keine andere Wahl, als alles selbst in die Hand zu nehmen. Kleinigkeiten, wie zum Beispiel, den Staubsauger selbst zu reparieren, bereiteten mir enorme Genugtuung. Als ich zum ersten Mal als alleinstehende Frau Gäste zum Abendessen zu mir nach Hause einlud, war das ein gewaltiger Sprung. Und der Tag, als ich zum ersten Mal eine Reise ohne männlichen Begleiter buchte, war ein Festtag.
Als ich anfing, Dinge selbst zu tun, merkte ich, wie köstlich keimendes Selbstvertrauen schmeckt. Es war nicht alles angenehm – es war sogar vieles sehr unangenehm. Ich fühlte mich wie ein Kind, das Laufen lernt und oft hinfällt. Doch mit jedem Schritt wuchs meine Überzeugung, dass ich in der Lage war, mit dem Leben fertig zu werden.
Während mein Selbstvertrauen zunahm, wartete ich immer noch darauf, dass die Angst verschwindet. Jedes Mal, wenn ich mich auf ein neues Gebiet vorwagte, hatte ich Angst und war unsicher. „Na ja“, sagte ich mir, „du musst dich dem Neuen einfach aussetzen, irgendwann wird die Angst dann verschwinden.“ Sie ist nie verschwunden! Eines Tages ging mir ein Licht auf; mir wurde plötzlich die folgende „Wahrheit“ klar:

ERSTE WAHRHEIT ÜBER DIE ANGST
Die Angst wird niemals verschwinden, solange ich mich weiterentwickle.

(Im Laufe des Kapitels kommt die Autorin dann noch auf vier weitere Angst-Wahrheiten zu sprechen.)

ZWEITE WAHRHEIT ÜBER DIE ANGST
Die Angst, etwas zu tun, werde ich nur los, wenn ich aus mir herausgehe und handle.

DRITTE WAHRHEIT ÜBER DIE ANGST
Ich kann mein Selbstwertgefühl nur steigern, indem ich aus mir herausgehe... und handle.

VIERTE WAHRHEIT ÜBER DIE ANGST
Immer wenn ich mich in unbekannte Bereiche vorwage, erlebe ich Angst, und das geht nicht nur mir so, sondern allen anderen Menschen auch.

FÜNFTE WAHRHEIT ÜBER DIE ANGST
Die Angst zu überwinden bereitet weniger Schrecken, als mit der grundlegenden Angst zu leben, die aus dem Gefühl der Hilflosigkeit kommt.

[/quote]

Ich bin mir bewusst, dass Bücher ALLEINE zu wenig sind um aus einer verfestigten Angstsituation herauszukommen. Ich denke, sie können den Gesundungsprozess aber durchaus unterstützen.

Wenn Du lernen möchtest, Dich nicht mehr von Deinen Ängsten einschränken zu lassen, dann ist professionelle Unterstützung sicher der hilfreichste Weg um das eigene Leben wieder genießen zu können.

Ich kann Dir nur empfehlen, Dir kompetente Hilfe zu holen. Das persönliche Gespräch ist durch nichts zu ersetzen und sachgerechte Rückmeldungen können Dir helfen, Deine persönlichen Angstbewältigungsstrategien zu überdenken um Wege aus dieser beklemmenden Situation zu finden.

Ich wünsch Dir alles Gute und Freude am Leben

Liebe Grüße
binauchda

Inaktiver User
25.03.2006, 18:19
Liebe Bambussprosse,

nie, aber auch gar nie belaste Deine Schüler mit Deinen Problemen!!!!!! Du verletzt damit Deine Fürsorgepflicht.

LG herbstblatt

Bambussprosse
25.03.2006, 20:11
Keine Sorge, würde ich nie tun.

Wir haben vorhin eine Stunde telefoniert, es geht ihr sehr schlecht. Jetzt grüble ich mal wieder, wie ich ihr helfen kann. So bin ich wenigstens abgelenkt. Aber ich finde keine Lösung.

Inaktiver User
25.03.2006, 20:54
Jetzt grüble ich mal wieder, wie ich ... helfen kann. ... Aber ich finde keine Lösung.



Hallo Bambussprosse,

lies Dir das Zitat Deiner eigenen Worte bitte nochmal in Ruhe durch.

Welchen Unterschied macht es, ob Du über ihre oder über Deine Probleme nachgrübelst?

Wie willst Du einem anderen Menschen Ratschläge geben, wenn Du selbst ratlos bist?
Wie willst Du einem anderen helfen seine eigene Stärke zu entdecken, solange Du Deine eigene Stärke nicht kennst?
Woher soll all das kommen?

Wie willst Du einem anderen Menschen beistehen können und ihm Trost, Geborgenheit und Zuversicht vermitteln, wenn Du es noch nicht einmal Dir selbst geben kannst?

Du schreibst - "Ich kann nicht mehr" - wäre es nicht langsam mal an der Zeit, dass Du Dir selbst beistehst und hilfst?
Dass Du Dich um Dich kümmerst?

Grüße
binauchda

Bambussprosse
26.03.2006, 12:36
[quote]

Welchen Unterschied macht es, ob Du über ihre oder über Deine Probleme nachgrübelst?
/Zitat]

Naja, ihre Probleme machen mir keine Angst.

Gesten und heute geht es mir ziemlich gut. Ich habe wie jedes Wochenende keine Anrufe, meine Türkette hängt, also ist meine allgemeine Verfassung besser. Im Moment habe ich mich unter Kontrolle. Ich weiß, das muss kein dauerhafter Zustand sein, aber ich habe vor, was dafür zu machen, sprich die Beratungsstelle und meine Hausärztin aufzusuchen. Das kommt alles nächste Woche.

Inaktiver User
26.03.2006, 13:40
Hallo Bambussprosse,

wie wäre es denn mit einer sog. "Fangschaltung" hinsichtlich des Telefons? Das kostet zwar ein paar Euro, aber so kannst Du den- oder diejenige dingfest machen. Erkundige Dich bei Deiner Telefongesellschaft bezüglich der Konditionen. Vor Jahren war so etwas noch möglich. Und wenn der/diejenige regelmäßig anruft, dann musst Du ja nicht lange für die Fangschaltung bezahlen.

Die Polizei kann doch nicht mehr tun als eine Anzeige gegen "Unbekannt" aufnehmen, und was ist damit erreicht?

Alles Gute, und lass Dir helfen!

LG Margaux

Bambussprosse
26.03.2006, 14:08
Ich meine über die Fangschaltung habe ich schon geschrieben.

Das Ding kostet pro Tag rund 6 Euro. Die kann ich mir leider nicht leisten. Irgendwo habe ich gelesen, dass die Kosten übernommen werden, wenn VORHER eine Anzeige vorliegt. Deshalb will ich erst zur Polizei. Aber ich will nicht nur wegen einer Anzeige dahin, sondern auch um mich schlau zu machen, was ich so tun kann. Also zum Schutz oder um es zu beenden.

Nocturna
28.03.2006, 10:51
Du sagst, du hättest einen Anrufbeantworter angeschlossen. Und da tut sich gar nichts drauf und die Anrufe kommen immer nur werktags um die gleiche Zeit?

Hast du schon mal in Erwägung gezogen, dass es ein von der Technik verursachtes Problem ist? Ich hatte wochenlang etliche Anrufe pro Tag und jedes Mal war ein zwitscherndes Faxgerät dran. Das war extrem nervig, bis die entsprechende Gegenstelle endlich gecheckt hat, dass ich kein Faxgerät bin, dem man ein Papierchen schicken kann.

Ich halte es für nicht ausgeschlossen, dass du der Adressat eines fehlgeleiteten Telefoncomputers bist. Durch irgendeinen Knoten in der Technik wirst du werktags (klingt nach Firma) mit solchen Anrufen belästigt. Auch dass die Anrufe geballt losgelassen werden, spricht für diese Theorie.

Dass du nach einer Pause von 14 Tagen wieder belästigt wirst, passt auch in dieses Schema. Manche Computer haben Routinen, die bei längerem Nichterreichen eine Pause einlegen und die Anrufe für längere Zeit aussetzen. Diese Telefoncomputer arbeiten völlig selbständig (nach der Grundkonfiguration), da fällt es auch kaum auf, wenn irgendwas schief läuft. Und die paar Telefoneinheiten, die dadurch auflaufen, spielen bei einer größeren Firma keine Rolle.

Wenn du die Anrufe wirklich geballt regelmäßig bekommst, wird dir die Telefonschaltung schon am ersten Tag Gewissheit bringen. Die paar Euros sind dir deine Nerven sicherlich wert.

Viele Grüße
Nocturna

Bambussprosse
28.03.2006, 21:55
Du sagst, du hättest einen Anrufbeantworter angeschlossen. Und da tut sich gar nichts drauf und die Anrufe kommen immer nur werktags um die gleiche Zeit?

Hast du schon mal in Erwägung gezogen, dass es ein von der Technik verursachtes Problem ist? Ich hatte wochenlang etliche Anrufe pro Tag und jedes Mal war ein zwitscherndes Faxgerät dran. Das war extrem nervig, bis die entsprechende Gegenstelle endlich gecheckt hat, dass ich kein Faxgerät bin, dem man ein Papierchen schicken kann.




Das kann ich 100%ig ausschließen. Die Anrufe, die an diese Nummer gehen, leite ich ja erst seit kurzam auf den AB. Voher bin ich immer ran gegangen, da das meine Hauptnummer war. Und da konnte ich hören, wie der Hörer aufgelegt wurde. Mal schneller, mal langsamer. Das hört man bei Störungen nicht.

A propos Störung: Heute hatte ich eine. Als ich von der Arbeit kam, blinkte meni Analogwandler, schlechtes Zeichen. Und haha, alle Leitungen waren tot, außer meine Stalker-Leitung, die konnte ich noch anwählen. Sogar Internet hatte ich noch. Witzig witzig. Hab aber gleich bei meinem Anbieter angerufen, und das Problem wurde sofort behoben. Hatte ich im Sommer schonmal.

Anrufe hatte ich heute nur einen. Ui! Gestern kam gar keiner. Aber ich habe da jemanden in Verdacht, bin mir zu 95% sicher, dass er es ist. Und mit jedem Mal, dass stille herrscht, bin ich mir sicherer, da ich weiß, dass er zu den Zeiten nicht dort ist, wo er sonst ist. Da ich aber noch 5 fehlende Prozent habe, werde ich nirgendwo hingehen und einen direkten Verdacht aussprechen. Daher die Sache mit der Fangschaltung.

Im Moment geht es mir gut. Ich schlafe zwar noch immer bei Licht und Fernsehen, wenn ich allein bin, aber ich fange an, mich wieder sicherer zu fühlen. Sicherer, nicht sicher. Die Kette hilft. Eine Panikattacke hatte ich auch nicht mehr bis jetzt. Ich war Donnerstag total übermüdet und konnte nicht mehr.

Zu meinem Mädel: Wir schreiben uns jetzt Emails. Es ist witzig, ich will über ihr Problem reden und ihr helfen, sie will über mein Problem reden und mir helfen. Sie hat sogar geschrieben "Ich bin für dich da". Ich hätte nie gedacht, dass ich mal mit jemandem, der 10 Jahre jünger ist als ich, sowas wie eine Freundschaft haben könnte. Denn das macht eine Freundschaft ja aus, oder? Aber wie gesagt, ich werde nur oberflächlich mit ihr darüber reden, nicht über all meine anderen Ängste und "Spinnereien", nur über meine Stalker und wer es sein könnte. Sie hat aber auch geschrieben, dass sie mir Freitag schon bevor wir uns Zettel geschrieben haben gemerkt hat, dass ich was habe. Dabei dachte ich, es würde keinem auffallen. (Zu den Zetteln: Habe ich es schon erwähnt?? Es ging hauptsächlich darum, dass sie mir ihre Sorgen erzählen kann, und weil keiner von uns wollte, dass der ganze Kurs - ein Haufen frecher Jungs - es mitbekommt und weil sie vor ihnen nicht weinen wollte, schrieben wir uns. Sie fragt dann dabei wie es mir ginge, und so kam eines zum Anderen. Aber schimpft nicht wieder, ich wollte und werde sie nicht in meine "emotionalen" Abgründe mit reinziehen. Richtig ausgeheult habe ich mich bei meiner Cheffin.) (Ihr seht, ich kann schon wieder Witze machen. Nach der Panikattacke am Donnerstag hätte ich nicht gedacht, dass das so bald wieder klappen könnte. Oder überhaupt.)

Ein Vorteil ist, dass ich jeden Tag arbeiten muss im Moment. Dann hocke ich nicht zu Hause und blase Trübsal. Oder gerate sofort in Panik, wenn wieder ein Anruf auf meinem Monitor auftaucht. Außerdem macht mir der Umgang mit Menschen immer gute Laune. Vor allem mit meinen Kinder. Heute war es sehr lustig. Dienstags habe ich erst 12jährige, dann Grundschüler und dann ältere. Der erste Kurs ist immer lustig, die Grundschüler sind süß und man kann mit ihnen herumalbern. Und mit den großen kann man sich gut unterhalten und kleine Wortgefechte austragen. Das macht Spaß.

Und jetzt, wo es endlich hell ist, wenn ich Feierabend habe, komme ich sogar gerne wieder nach Hause. :allesok:

Bambussprosse
28.03.2006, 23:23
Jetzt geht es mir gerade nicht so gut.

Nocturna
29.03.2006, 18:33
Hallo Bambussprosse

Wahrscheinlich bin ich der total falsche Mensch dir Ratschläge zu geben, weil ich es mit Ängsten nicht so sehr habe. Als relativ Unbeteiligter sieht man manche Dinge viel zu einfach und ist versucht 08/15 Lösungen zu verteilen, weil man nicht in der Lage ist sich in die Tiefen einer Angstgeplagten einzufühlen. Entschuldige also, wenn ich wie ein Trampeltier wirken sollte.

Trotzdem kann ich nicht umhin, die Sache von der „einfachen“ Seite zu betrachten und dir einige mögliche Lösungsansätze zu bieten.

Ich würde sagen, deine Angstzustände und Panikattacken haben ein Maß erreicht, so dass du dir Hilfe suchen solltest. Es ist ein Unterschied ob man an kleinen Ängsten leidet so wie ich (igitt – eine Spinne und ächz -ich mag keine U-Bahnen) oder ob das Leben dermaßen eingeschränkt ist, dass man sich zitternd in der Wohnung verbarrikadiert.

Das was du hast, ist eine Krankheit der Seele, die behandelt gehört. Wenn sich deine seelischen Schmerzen in körperliche verwandeln würden, würdest du an heftigen Schmerzen leiden und wärst am selben Tag noch beim Doc. Warum also die falsche Bescheidenheit? Dir geht’s schlecht, lass dir helfen.

Der unheimliche Anrufer. Du hast geschrieben, dass ein technischer Fehler höchstwahrscheinlich auszuschließen ist. Es klang auch so, als ob du jemand Konkreten im Verdacht hast, dich zu belästigen. Ja, worauf wartest du noch? Das Geld kann kein Grund sein, wenn du dermaßen darunter leidest. Leih dir die paar Euros von deinen Eltern, von deinem Freund, überzieh dein Konto kurzfristig oder lass die Rechnung zwei Monate liegen mit ein paar Euro Mahngebühr. Wenn der Typ wirklich dermaßen hartnäckig ist, dann ist er bald gefasst und du musst gar nicht soviel zahlen. Wenn sie ihn wegen Telefonterror drankriegen, dann bekommt er Ärger (Stalking ist mittlerweile kein Kavaliersdelikt mehr) und du hast deinen Seelenfrieden.

LG
Nocturna

Inaktiver User
30.03.2006, 12:45
Sag mal, Bambussprosse,

vorneweg: zum Glück hatte ich bislang keine diffusen Ängste und bin auch nicht *vom Fach* aber ein paar Fragen habe ich dennoch. Ich nehme an, dass Dir überhaupt nicht gefallen wird, was ich schreibe, aber glaube mir, ich bin nicht so unsensibel wie es jetzt auf Dich den Eindruck macht:

Wenn Dich dieser Anruf seit Januar belästigt: wir haben jetzt fast APRIL, wieso hast Du bislang nichts dagegen getan?

Wenn Du so viele Ängste hast: wieso gehst Du nicht zu einem Psychologen? Deine Hausärztin ist vermutlich eine sehr nette Frau, aber keine Expertin zur Behandlung einer kranken Seele.

Immer lese ich: will das vielleicht tun, ich überlege ob ich jenes tun soll- was hält Dich davon ab? Die Sache mit der Hausarbeit ist doch eine mehr oder weniger faule Ausrede und ich bin mir sicher, das weißt Du auch. Und mit einer Therapie würde es Dir besser gehen- vielleicht nicht schon morgen, aber in absehbarer Zeit. Wieso tust Du das nicht? Fühlst Du Dich am Ende gar wohl, so in Deinen Ängsten gefangen? Was würde passieren, wenn Du Dich Deinen Ängsten im Rahmen einer Therapie stellen würdest?

Was Du schreibst klingt unglaublich passiv- als würde Dein Leben mit Dir geschehen, nicht als würdest Du es aktiv leben. Ganz sicher ist es ein Teufelskreis: passiv sein, sich schlecht fühlen, noch passiver sein, sich noch schlechter fühlen... Ein Psychologe kann Dir helfen, aus diesem Teufelskreis auszubrechen- wieso tust Du es nicht? Eine kranke Seele ist nichts, wofür Du Dich schämen musst. Muss sich jemand mit einem Schlaganfall schämen, weil er ein Blutgerinsel hat? Nein! Und so wie ein Orthopäde ein krankes Knie heilt, so kann ein Psychologe eine kranke Seele heilen- wenn Compliance vorhanden ist.

Hast Du Angst, Dein Freund verlässt Dich, wenn Du keine Angst mehr vor dem Alleinsein hast? (Ich frage wegen der Panikattacke nachdem er Schluß machte und jetzt ist er ja offensichtlich wieder da) Das ist mit das unfairste, was Du ihm antun kannst. Und eine 16jährige mit Deinen Problemen belasten? Du bist Mitte 20 und unterrichtest sie! Ich halte das für unprofessionell. Auch dass Du mit Deiner Chefin drüber redest- was soll sie denn tun? Mehr als *arme kleine Bambussprosse, Du hast es echt schwer* wird sie kaum sagen können. Aber Du versaust Dir vielleicht Deine berufliche Zukunft dort.

Wende Dich also bitte SCHNELL an jemanden, der sich beruflich mit Ängsten wie den Deinen auseinander setzt.

Und ich wünsche Dir wirklich von ganzem Herzen gute Besserung und viel Erfolg! :blumengabe:

Bambussprosse
30.03.2006, 13:05
Sherry, finde deinen Fragen nicht unsensibel, sondern durchaus rational und verständlich. Werde nur kurz antworten, bin gerade ein bisschen schreibfaul.

Ich habe deshalb noch nichts unternommen, weil ich bisher nicht so recht wusste, was. Da meine Freunde mich nicht ernst genommen haben, dachte die Polizei tut es auch nicht. Dass es wirklich schon in die Kategorie "Stalking" fällt und die Pol. überhaupt handeln KANN, habe ich erst letzte Woche rausgefunden. (Daraus ergab sich dann Panikattacke Nummer 2). Inzwischen habe ich mich doch einer Freundin per Mail in vollem Umfang anvertraut. Und zurück kamen durchaus verständnisvolle und tröstende Worte. Zumindest sie habe ich unterschätzt. Aber ich schweife ab.
Beim Psychologen war ich noch nicht, da ich meine ganzen Ängste halt bis zum Stalker unter Kontrolle hatte. Mehr denn je sogar. Was mich dann abgeschreckt hat, war die Unwissenheit, ob meine Krankenkasse sowas zahlt. Ich studiere, komme gerade so über die Runden und könnte eventuelle Kosten nicht tragen. Auch meine Eltern könnten mir nicht helfen. Mein Pa ist arbeitslos, meine Ma sitzt an der Kasse. Auch hatte ich bis zu dem Besuch meiner Ärztin nicht gedacht, wie schlimm es mir gerade wirklich geht. Seitdem habe ich es mir ja vorgenommen, Hilfe zu suchen und anzunehmen, nur bin ich nicht dazu gekommen. Ich denke mal, eine gewisse Portion Scham spielt da auch eine Rolle, warum ich meinen Hintern nicht hoch kriege. Naja, und da die Momente überwiegen, in denen es mir wirklich gut geht, fehlt noch eine gewisse Überzeugung. In schlechten Momenten würde ich dagegen gerne sofort losrennen. (Nur passiert das meist abends wenn alles dicht hat.)
Damit habe ich auch die Frage beantwortet, was mich abhält: Scham, Verdrängung, "Armut".

Mein Freund ist nicht wieder, da weil ich die Panikattacke damals hatte. Davon weiß er ja gar nichts. Schluss gemacht hatte er auch gar nicht, er war sich nur nicht sicher, ob er bis an unser Lebensende mit mir zusammen sein will. Und da er immer sehr viel nachdenkt, dachte er da wäre Schlussmachen eine Option, obwohl er mich noch immer liebt. Es gab dann eine Woche Bedenkzeit, Verhandlungen und einen Monat Probezeit, in dem er rausbekommen sollte, ob er JETZT mit mir zusammen sein will. Denn es geht ums Jetzt, ich weiß doch auch nicht, ob ich ihn in drei, vier Jahren oder in zwei Wochen nicht mehr will. Jetzt ist alles wieder gut, und unsere Beziehung läuft besser denn je. Klar, durch den Vorfall habe ich Angst, er könnte mich endgültig verlassen. Denn im Moment will ich ihn.

:blumengabe:

@Nocturna: Als Unbeteiligter kann man oft viel besser Ratschläge geben, als jemand, der mitten drin steckt. Sonst hätte ich den Strang ja nicht eröffnet. Wenn ich schon zeitweise nicht auf dem Teppich bin, so hab ich doch euch, um mich wieder runterzuholen.
Mit meinen körperlichen Schmerzen gehe ich leider auch nicht zum Doc. Ich bin der Meinung, dass sowas auch von allein heilen kann (z.B. Erkältungen, leichte Grippe, mehr habe ich nie). Ein anderer Grund ist, dass ich Angst habe, man könnte was finden. (Ja, ich weiß, das ist mehr als dämlich, schimpft bitte nicht!) Aber in diesem Falle ist es was anderes, das weiß ich. Ich habe leider die Angewohnheit, Dinge vor mir herzuschieben, aber für gewöhnlich erledige ich sie irgendwann.

Die Fangschaltung wollte ich trotz der Kosten gerne machen. Jetzt habe ich aber wieder Ruhe. Wenn ich also schreibe, ich möchte von dann bis dann eine Fangschaltung und dann ruft er nicht an, beiß ich mir in den Hintern. Und jetzt wo Ruhe herrscht, kann ich auch schlecht zur Polizei. Das wurmt mich ungemein. :nudelholz:
Da ich ja einen konkreten Verdacht habe, warte ich auf jeden Fall, bis die Person wieder da ist. Dann ändert sich die Ruhe sicher wieder und trallala, mein Rachefeldzug kann gestartet werden! Ich lasse mir das nicht gefallen, nur wenn er plöztlich aufhört, kann ich nichts tun. Das ist gemein.

Inaktiver User
05.04.2006, 11:03
Ich meine über die Fangschaltung habe ich schon geschrieben.

Das Ding kostet pro Tag rund 6 Euro. Die kann ich mir leider nicht leisten. Irgendwo habe ich gelesen, dass die Kosten übernommen werden, wenn VORHER eine Anzeige vorliegt. Deshalb will ich erst zur Polizei. Aber ich will nicht nur wegen einer Anzeige dahin, sondern auch um mich schlau zu machen, was ich so tun kann. Also zum Schutz oder um es zu beenden.




Es braucht nicht zwangsläufig eine Fangschaltung. Die Polizei kann bei einem begründeten Verdacht jederzeit anhand der zeitlichen Angaben den Anrufer rekonstruieren- OHNE! Fangschaltung. Begründeter Verdacht meint allerdings Beweise.
Ich hatte vor vier Jahren Morddrohungen auf dem AB und schaltete die Polizei ein.
Es kam zu einer rückwirkenden Rufverfolgung anhand der Zeitangabe, - ist allerdinsg kostenintensiv und kann/wird auf den 'Täter' umgelegt. Es muss dafür der Tatbestand einer Straftat vorliegen. Stalking ist eine Staftat, allerdings ist die Beweissicherung schwierig.

lg SueL

Bambussprosse
01.09.2006, 20:15
Juppieh, anscheinend geht es wieder los! Vorgestern ein Anruf um zehn vor halb 4, gestern einer um kurz nach halb, heute einer um kurz nach 4. Zufall? Ich denke nicht. Wer weiß, was die Tage davor los war, da war ich noch nicht da oder hatte den Rechner nicht an.

Inaktiver User
01.09.2006, 20:58
*Ironie an*
Es freut mich für Dich, dass Du Dich so darüber freust. Dann mußt Du Dich auch nicht mit Deiner Hausarbeit beschäftigen (siehe anderer Strang) Auch wenn ich nichtgedacht hätte, dass du gleich Yuppieh schreist*Ironie aus*

Bist Du denn jetzt bereit, anstatt abzuwarten, ob es von alleine aufhört, konkret was zu unternehmen, um Dein Leben selbst zu bestimmen? Habe grade die Tips in Deinem Strang vom März gelesen. Finde, das ist einiges brauchbares dabei. Schau: Auch wenn wir hier alle nur virtuell Anteilnehmen, ist es doch konkretes Sich-Gedanken-machen und engagieren, um andere zu unterstützen.

Was wirst Du nun TUN?

fragt nathaliethor

Bambussprosse
01.09.2006, 21:03
Erstmal beobachten. Schätze mal morgen und übermorgen wird Ruhe sein. So war es letztes Mal. Wundert mich nur, dass es wieder losgeht, weil die betroffene Nummer nach wie vor ins Leere geht.

Die Hausarbeit wird geschrieben, da komme was wolle! Noch hält es sich ja in Grenzen, ein Anruf pro Tag ist ja noch fast erholsam. Verdammt, ich dachte das wäre vorbei. Neulich hab ich noch gedacht, ich wüsste gerne wer das war. Grrrr. Ich glaube, diesmal begegne ich dem Ganzen mit mehr Wut und Kampfgeist! Trotzdem hab ich natürlich Angst. Ich warte ab, ob nächste Woch auch was kommt, denn es kann ja Zufall sein. Wenn es weiter geht, gehe ich diesmal zur Polizei.

zork
01.09.2006, 21:53
Hi Bambussprosse,

auch mal meine 2 Groschen zu deinem Problem:

Wenn deine Ängste so schlimm sind, dass sie dein tägliches Leben stark beeinträchtigen, würd ich zu einem Psychiater gehen , idealerweise zu einem, der gleichzeitig als Psychotherapeut tätig ist. Psychologische Beratungsstellen an der Uni können ganz hilfreich sein, wenn man Probleme wie übertriebene Schüchternheit hat, die störend, aber nicht existenziell sind. Da kann man dann ne interessante Selbsterfahrungsgruppe machen, aber bei ernsthaften Problemen ist das imho nichts.
Der Hausarzt wirds da auch nicht so bringen, allein deswegen, weil er sich bei den möglichen Medikamenten nicht so auskennt.

Wenn Du allerdings einigermassen klarkommst, klingen deine geplanten Massnahmen ganz angemessen.