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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Erbpacht



Shorewood
15.05.2012, 14:48
Kann mir jemand die Vorteil - bzw. Nachteile von Erbpacht sagen? Ich interessiere mich nämlich für eine Immobilie mit Erbpacht.
Danke :smile:

marylin
15.05.2012, 15:18
Du meinst sicher das Erbbaurecht?
Vorteil kann sein, dass ein Grundstück nicht teuer angekauft werden muss. Hier wird praktisch ein Zins auf das Grundstück gezahlt.
Nachteil: Der Vertrag endet ja irgenwann, er muss vom Besitzer nicht verlängert werden...

Mal googlen, da findet sich einiges...

Shorewood
15.05.2012, 15:53
Meine Güte, bin ich doof. Ich meinte natürlich Erbbaurecht.
Hab den Titel geändert.
Was bedeutet das, wenn der Vertrag vom Besitzer nicht verlängert wird?
Es steht doch eine Immobilie darauf. Kann ja schlecht abgerissen werden.

Gibt es hier irgendwo Hausbesitzer mit Erbbaurecht?
Vielen Dank.

marylin
15.05.2012, 16:07
Den Zeitwert der Immobilie müsste dir der Besitzer ersetzen. Guck doch mal ins BGB, da müssten die gesetzlichen Grundlagen drin stehen.

mkr
15.05.2012, 16:16
Hier kannst du viel nachlesen *klick* (http://de.wikipedia.org/wiki/Erbbaurecht)

Was bedeutet das, wenn der Vertrag vom Besitzer nicht verlängert wird?
Es steht doch eine Immobilie darauf. Kann ja schlecht abgerissen werden.
Dazu wird sicherlich dann was im Vertrag stehen. Ich kenne einen Vertrag, in dem steht, entschädigt wird der Erbpachtnehmer
nach dem Verkehrswert des Hauses wenn das Erbaurecht abläuft.
Vermutlich kann man das Erbbaurecht auch auf weitere Jahre verlängern.

AnnaNym
15.05.2012, 16:51
Immobilien, die auf Erbpachtgrundstücken stehen, beleihen die Banken längst nicht so hoch, wie solche auf Eigentumsgrundstücken. Vielleicht gibt es ja die Möglichkeit das Grundstück zu kaufen und den zu zahlenden Grundstückspreis beim Immobilienkauf zu berückisichtigen.

Inaktiver User
17.05.2012, 00:17
Wenn Du Dein Haus irgendwann mal verkaufen willst, findet sich kein Käufer...

mkr
17.05.2012, 11:28
Wenn Du Dein Haus irgendwann mal verkaufen willst, findet sich kein Käufer...
Das muß nicht zwingend so sein.

angie2
17.05.2012, 12:03
Wertzuwachs gibt es in aller Regel beim Grund und Boden, nicht beim Haus.

Achtung bei der Bemessung der Steigerung der Erbpacht-Rate:

ob nach Inflation oder nach Grundstückswert.

Bei Grundstückswert kann es grauenhafte Steigerungen geben.

Bei Wiederverkauf brauchst Du einen finanziell potenten Käufer, weil die Bank bei der Beleihungsprüfung die Erbpacht für die restlichen Erbpachtjahre als Verbindlichkeit einrechnet.

(z.B. Erbpacht jährlich 1.000 Euro, Erbbaurecht eingetragen für 99 Jahre, Wiederverkauf nach 10 Jahren = Laufzeit Erbbaurecht noch 89 Jahre, 89 x 1.000 Euro = 89.000 Euronen werden von der Bank als Belastung für das Haus in Anrechnung gebracht).

Und: nach meinen Beobachtungen werden bei einem Erbpacht-Neubau für Grund und Boden zu wenig in Anrechnung gebracht.

Beispiel: Reihenhaus, Preis insgesamt 500.000, davon für Gebäude 300.000, für Grund und Boden 200.000.

Gleiches Reihenhaus mit Erbbaurecht: Preis für Gebäude 400.000, + Erbbauzins....

Shorewood
18.05.2012, 16:19
Danke für die Meinungen.
Das Haus soll etwa 360.000 € kosten und der monatl. Erbbaubetrag (nennt man das so?) etwa 300 €.
Ich bin mir etwas unsicher, ob ich das Haus nach Jahren oder Jahrzenhnten auch wieder verkaufen kann.
Also macht ein Hauskauf mit Grundstücksbesitz mehr Sinn.

twix25
18.05.2012, 17:46
Mich hat ein Kauf damals u.a abgehalten, dass die Pacht auf die Jahre hin immer teurer werden kann

Inaktiver User
18.05.2012, 21:53
360? Das Grundstück wird immer mehr wert - das Haus immer weniger...

Shorewood
19.05.2012, 14:27
Ja, das Haus soll 360.000€ kosten. Eine Stange Geld. Und für das Grundstück fallen monatliche Kosten von derzeit 300 € an (Grundstück ist relativ groß).
Also ihr würdet abraten?

alberta712
19.05.2012, 18:11
Wem gehört denn das Grundstück, wer vergibt die Erbpacht? Wir haben ein Haus auf einem kirchlichen Erbpachtgrund. In unserem Erbpachtvertrag sind die Konditionen klar geregelt, nach dem Laufzeitende gibt es für uns verschiedene Optionen:
a) Erbpacht verlängern lassen. Dazu muss man einen Antrag stellen, der geprüft wird. Je nach Ergebnis kann die Pacht um 99 Jahre verlängert werden.

b) Wenn uns die Kirche die Erbpacht nicht verlängert, erhalten wir einen bestimmten Prozentsatz des Hauswertes. Dieser reicht bei uns locker aus, um uns dann für das alte Alter ;-) eine kleine Wohnung zu kaufen.

Ich finde dieses Modell gut, wir zahlen im Jahr 1200 Euro an Erbpacht.

Hast du dich denn schon mal nach den genauen Konditionen erkundigt?

deju
19.05.2012, 21:38
Ich finde 360000 allein für das Haus recht viel. Ist es denn so groß bzw. edel ausgestattet, daß der Preis das auch hergibt ?
Du mußt ja quasi den Hauspreis so kalkulieren, als würdest du eines bauen lassen auf eigenem Grundstück....

Eine Freundin hatte vor Jahren mal völlig überteuert ein sogenanntes Architektenhaus aus den 70 ern auf Erbpacht gekauft, ohne vorher mal einen Gutachter zu Rate zu ziehen.
Da mußten sie erst ewig nachbessern ( echte Baufehler ), dann noch etwas dämmen, damit sie sich an den Energiekosten nicht tot zahlten - und schließlich war das Haus zwar schön, aber in Wirklichkeit unpraktisch und nicht wirklich für sie gemacht.
Tja und als sie es wegen der Trennung verkaufen mußten, haben sie es nicht losbekommen - und dann nach 3 Jahren völlig unter Wert verkauft. Restschulden im 6stelligen Bereich...

Aber wer vorher nicht prüft und auch nicht hören will.... der muß es halt hinterher ausbaden.

Shorewood
20.05.2012, 00:19
Das Haus hab ich mir noch nicht angeschaut, aber von den Bildern und den Grundrissen ist es eigentlich wunderschön. Mich stört eben diese monatliche Erbbaupacht. Die ich auch nach Jahrzehnten noch zahlen muss.
Wem das Grundstück gehört, weiß ich leider nicht.

alberta712
20.05.2012, 09:48
Das müsste doch herauzufinden sein. Je nachdem wird es nämlich interessant, was z.B. passiert, wenn die Pachtzeit vorbei ist. Wobei ich 300 Euro im Monat auch viel finde - sind ja über 3.000 im Jahr.