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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gebühren des Steuerberaters



Mattieu
11.04.2012, 10:13
Kennt sich jemand mit der Gebührenverordnung für Steuerberater aus?

Meine Frau und ich sind beide getrennt selbständig. Unser Steuerberater prüft jedes Jahr, ob entweder eine getrennte oder gemeinsame Veranlagung zur Einkommensteuer günstiger ist und handelt dann entsprechend. In der Regel werden wir zusammen veranlagt. Man kann uns wohl aber als getrennte Auftraggeber betrachten.

Der Steuerberater stellt meiner Frau und mir getrennte Rechnungen aus. Das ist so in Ordnung, da für ihn in beiden Fällen unterschiedliche Arbeiten mit unterschiedlichem Umfang anfallen.

Ein Posten, die Ermittlung der Einkommensteuer, taucht dabei identisch auf beiden Rechnungen auf. Der Gegenstandswert dafür ist nach §24 StBGebV die Summe der positiven Einkünfte.

Witziger Weise werden hier als Gegenstandswert unsere gemeinsamen Einkünfte angesetzt. Da dies auf beiden Rechnungen geschieht, wird die Gebühr also zweimal in Rechnung gestellt.

Ich würde erwarten, dass für diesen Posten als Gegenstandswert jeweils die getrennt erzielten Einkünfte meiner Frau bzw. von mir herangezogen werden, da eh auch für jeden eine eigene Rechnung mit unterschiedlichen Posten nach dem jeweilig angefallenen Aufwand gestellt wird.

Wie sieht das die Gemeinde?

Außerdem berechnet er auf jeder Rechnung den Höchstsatz an pauschalen Entgelten für Post- und Telekommunikationsdienstleistungen. Es gibt aber keine getrennte Post von ihm an uns oder von ihm ans Finanzamt.

Nach der Verordnung kann er das wohl machen, aber geschickt sieht anders aus.

Inaktiver User
11.04.2012, 10:23
So ist es - ungeschickt eben!

Der Steuerberater hat sicher eine Gebührenverordnung, die ist aber nur eine orientierungshilfe.

Handeln kann man immer. Und wenn das nicht geht, such dir einen anderen!

Dabei sind die großen Kanzleien oft teurer als die Kleineren.

frank60
17.04.2012, 18:47
Mein Stb. nervt mich neuerdings ebenfalls mit Kleinstrechnungen. Irgendwe geht's der Branche nicht sonderlich gut.

nebelwolke
17.04.2012, 20:45
Hallo,
das Beste ist es, bei Fragen zur Rechnung den StB direkt anzusprechen. Nix ist nerviger als diese diffusen Behauptungen der Mandanten, dass der Freund/Kollege etc. bei seinem Steuerberater nicht soviel bezahlt (Kann manchmal ja an unterschiedlicher Höhe der Einkünfte liegen.....)
Und ja, es gibt eine Gebührenordnung, die einen Rahmen aufzeigt, innerhalb dessen abzurechnen ist.

Mit Post- und Telekommunikationspauschale ist nicht nur das Porto gemeint (z.B. auch Gebühren vom Softwareanbieter für diverse Übertragungsleistungen an FA, Krankenkassen usw.). Die Pauschale ist schon ganz hilfreich, denn die Alternative wäre, bei jedem Telefonat mit FA / Mandant auf ein Knöpfchen zu drücken , jedes Porto Mandantenbezogen zu notieren und dann entsprechend umzulegen.

nebelwolke

Matratze
21.04.2012, 20:06
Nur ganz kurz, § 6 müsste es sein, hier die StBGebV - Einzelnorm (http://www.gesetze-im-internet.de/stbgebv/__6.html).