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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Steuern zahlen bei Hauptberuflicher "Selbstständigkeit"?



DCW
25.03.2012, 17:33
Hallo liebe Community :)

Ich werde in einigen Wochen einen großen Schritt nach Vorne wagen und in die Selbstständigkeit springen. Seit etwa 5 Jahren mache ich dies Nebenberuflich, aber jetzt gehe ich in die Hauptberuflichkeit.
Soweit sind alle Papiere ausgefüllt, Steuerberater steht Bereit, Finanzamt ist vorgewarnt ;)

Was mich nur zuvor interessiert...

Ich nehme fest - monatlich - 4.500 Euro ein (Feste Auftraggeber, auf die ich mich verlassen kann).
Davon geht ab:
600 Euro Miete (von 69qm gehen etwa 8 für das Büro drauf)
650 Euro Krankenkasse (ab 3.800 Euro etwa hat man den Höchstbetrag...)
80 Euro Arbeitslosenversicherung (ist gestiegen)
+ weitere Private kosten

Alle 3 Monate muss ich ja meine Steuer zahlen (die Umsatzsteuer gehen mitlerweile Jährlich weg).

Doch wieviel beträgt die Steuer alle 3 Monate?
Wird sie auf die 4.500 Euro angerechnet, oder abzüglich Krankenkasse + Arbeitslosenversicherung + Anteilig Miete (etwa 40 Euro, die NK kann ich ja nicht abziehen)
Dann wären es nicht 4.500 Euro, sondern nur noch 3.730 Euro.
Kirschensteuer zahle ich nicht (Atheist).
Die anderen Kosten sind ja nur Raten, Bank, Lebensmittel und Nebenkosten wie GEZ oder Kabelkosten.


Hat jemand eine Ahnung, was da alle 3 Monate auf mich zu kommt?

Inaktiver User
25.03.2012, 17:35
Das sollte Dein bereit stehender Steuerberater eigentlich beantworten können... :smirksmile:

Golda
25.03.2012, 17:39
Also die Umsatzsteuer ist monatlich zu bezahlen.

Und die Krankenkasse ist dein Privatvergnügen. Du kannst von den 4.500,00€ nach deinen Angaben nur 8/69tel der Miete abziehen. Weiteres kann dir hier niemand schreiben, da niemand hier deine steuerlichen Daten kennt (z.B. Kinder usw.).

Aber warum fragst du nicht einfach deinen Steuerberater?

xanidae
25.03.2012, 17:56
Eine Faustregel, die mir am Anfang meiner Freiberuflichkeit genannt wurde, ist: 1/3 Für Einkommenssteuer, 1/3 für Sozialversicherung (KK, Rente) bleiben 1/3 zum Leben. Damit sind wir gut gefahren.

Beachte, dass die Umsatzsteuer von deinen Bruttoeinnahmen berechnet wird. D. h. 19% von 4500€ - 900€ = 3600€, davon 1/3 für die Steuer = 1200€. Du müsstest also jeden Monat 2100€ zur Seite legen, um davon Umsatzsteuer und Einkommenssteuer zu bezahlen.(Zahlen habe ich gerundet).

Dein Steuerberater kann dir hier noch besser Auskunft geben, weil er auch deine Betriebskosten kennt.

luciernago
03.04.2012, 11:33
>Also die Umsatzsteuer ist monatlich zu bezahlen.

das kommt auf die hoehe der umsaetze an.

dcw,

ich wuensche dir viel erfolg in deiner selbstaendigkeit.

bedenke (du hast eine personengesellschaft, nehme ich an?), dass jeder privat von dir ausgegebene euro noch einkommenssteuerpflichtig ist. das wird immer wieder gerne vergessen.

hast du schon mal ueber die gruendung einer gmbh nachgedacht? ich habe seit 21 jahren eine gmbh und finde es sehr wohltuend, zwischen firma und versteuertem privatgeld eine klare trennung zu haben.

luciernago :blumengabe:

Goldfisch1960
10.04.2012, 22:45
also...die Umsatzsteuer ist erstmal monatlich (wegen Neugründung) zu bezahlen, das kann sich aber aufgrund des zu versteuernden Einkommens ändern, das kann auf vierteljährlich, oder auch jährlich sinken. Es gibt auch freiberufliche Buchhalter, die kostengünstig Deine lfd. Buchhaltung übernehmen, den Abschluss macht dann Dein Steuerberater.

Privat ausgegebene Euros spielen keine Rolle, es gibt Privatentnahmen, die nicht versteuert werden. Wobei private Ausgaben durchaus in die Einkommensteuererklärung reinspielen können

Versteuert werden alleine die betrieblichen Einnahmen abzüglich der betrieblichen Kosten. Bei der GmbH gibt es das Problem der einmalig zu erfolgenden Einlage - 25.000 Euro.

Bei der Wahl zwischen Personengesellschaft und Kapitalgesellschaft (GmbH) spielt die Haftung eine große Rolle, wende Dich hierzu an Deinen Steuerberater, dazu ist er da...

Die vierteljährlichen Einkommensteuervorauszahlungen werden vom Finanzamt geschätzt, kommen sie Dir zu hoch vor, kannst Du dem Finanzamt schreiben und anhand von aktuellen BWAs belegen, daß sie verringert werden können. 30 % vom Gewinn würde ich als realistisch ansehen, vierteljährlich eben geteilt durch 4. Wenn Du selber schreibst, sparst Du Dir die Kosten beim Steuerberater, obwohl er das auch einschätzen kann und überwachen sollte.

Viele Grüsse

Der Fisch