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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Nebentätigkeit ohne "Haupttätigkeit"?



Inaktiver User
06.03.2012, 09:49
Guten Morgen,

ich arbeite zurzeit auf 400 Euro Basis.
Nun hat mein Chef mir folgendes angeboten, da es derzeit im Unternehmen nicht so rosig aussieht und hier bräuchte ich mal eine Klarstellung. Bzw. etwas, wo ich genau nachlesen kann.

Stundenreduzierung auf ein Minimum und dann Erfolgsprämien, die "über 400 Euro" hinausgehen. Was die Prämien angeht, wäre das dann quasi eine Nebentätigkeit, wo ich für die Versteuerung selbst zuständig wäre.

Allerdings sehe (und lese im Internet) ich nicht, dass es sich bei der 2.Tätigkeit um eine Nebentätigkeit handelt, da der Minijob auf 100 Euro im Monat runtergeschraubt wird.
Wenn ich das richtig interpretiere, wäre ich dann Selbständig und müsste mich versichern etc.
Hinzu kommt, dass diese Tätigkeit im Homeoffice ausgeübt wird. Da würden m. E. nach weitere Dinge auf mich zukommen. Telefonanschluß/I-net: Geschäftskunde? Unfallversicherung? Etc.


Kennt sich da jemand aus und kann mir meine Fragen beantworten? Im Internet stoße ich bei der Rechereche Nebenjob natürlich auch immer auf "Minijobs" und die Konstellationen: Hauptjob und 2.Standbein. So wäre es in meinem Fall nicht, mangels Hauptjob.

xanidae
06.03.2012, 10:02
Hm.
Ich habe eine selbständige Tätigkeit und übe außerdem einen Minijob aus. Die selbständige Tätigkeit versteuere ich natürlich selbst und versichere mich selbst.

Meine Selbständigkeit ist mein Hauptjob. Aber ich verdiente da auch schon weniger als mit dem Minijob. Versicherungstechnisch hat sich da nichts geändert.

Steuertechnisch verändert sich da schon einiges.

Erstmal musst du klären, ob du für deine Tätigkeit Umsatzsteuer bezahlen muss. Die musst du dann auf der Rechnung ausweisen. (Eine vom Arbeitgeber unversteuerte Prämienzahlung kann ich mir nicht vorstellen, d. h. du müsstest eine Rechnung schreiben?!).

Dann gilt es zu klären, wie du dich deine Steuern zahlen willst. Nachzahlen oder Vorauszahlen?

Wie hoch ist der Beitrag für: Krankenkasse, Rentenversicherung?

Wie lange kannst du so arbeiten? Was ist, wenn man dir eine Anstellung anbietet?

Dann erst würde ich über die Home-Office Parameter nachdenken.

Ich hoffe, andere können dir mehr helfen.

Inaktiver User
06.03.2012, 10:09
Wie hoch ist der Beitrag für: Krankenkasse, Rentenversicherung?




Das wäre eigentlich schon meine nächste Frage.

Ich bin zurzeit Familienversichert. Sollte ich auf das Angebot meines AG's eingehen, müsste ich mich selbst versichern? Selbst dann, wenn ich wenig Einkünfte habe? Ich glaube, gelesen zu haben, die Beiträge fangen bei Betrag X an. Egal, wie hoch das derzeitige Einkommen ist.

Würde ich beim "scheitern" dieser Tätigkeit ohne weiteres in die Familienversicherung zurück gehen können?

Promethea71
06.03.2012, 10:39
Ich will dir nicht die Hoffnung nehmen, aber ich halte das Angebot des AG nicht für besonders seriös.
Und die Krankenversicherung wird dir das Genick brechen.

Ab einem zusätzlichen Verdienst von 365,- Euro (da bei dir ein Minijob enthalten ist 400,-Euro) fällst du aus der Familienversicherung raus und wenn du dich freiwillig gesetzlich versicherst kostet dich das monatlich rund 300,- Euro Mindestbeitrag.

Du kannst dich erkundigen, ob deine bisherige Krankenkasse dir etwas günstigers anbieten kann (ich habe das schon erlebt, bei Angehörigen mit niedrigem Gewinn, dazu findest du aber nichts auf den Webseiten der Krankenkassen), aber mit 150, -Euro bis du mindestes dabei.

Und die Krankenkasse prüft jährlich deinen Verdienst, du musst dann entsprechend auch für das ganze Jahr nachzahlen, wenn du schlussendlich knapp über der Grenze bist.

Ob eine private KV für dich eine Alternative ist, weiß ich nicht, im Zweifel vermutlich nicht.


Außerdem kommt als Selbstständige noch der der bürokratische Aufwand von Buchhaltung, Jahresabschluss, ggfl. Umsatzsteuer, Anmeldung beim Finanzamt, beim Gewerbeamt und Zwangsmitgliedschaft in der IHK dazu.



Wobei ich persönlich eher vermute, dass dein Chef sich Hoffnungen macht, deine Arbeitskraft zu bekommen und dafür nicht zahlen zu müssen - so eine vage Vereinbarung einer Erfolgsprämie wäre mir zu unsicher.


Ich würde ganz klar sagen, wenn das Gehalt reduziert wird, wird auch die Arbeitszeit reduziert und du suchst dir einen neuen Job .... ich weiß nicht so einfach gemacht wie geschrieben, aber mit Sicherheit mittelfristig die bessere Alternative.

Inaktiver User
06.03.2012, 10:57
Ich will dir nicht die Hoffnung nehmen, aber ich halte das Angebot des AG nicht für besonders seriös.

Wobei ich persönlich eher vermute, dass dein Chef sich Hoffnungen macht, deine Arbeitskraft zu bekommen und dafür nicht zahlen zu müssen - so eine vage Vereinbarung einer Erfolgsprämie wäre mir zu unsicher.




Liebe Promethea,

genau das ist mein Empfinden. Natürlich hört sich alles immer ganz toll an, aber ich kenne das "Geschäft" und weiß, dass es nicht möglich ist, sich eine goldene Nase zu verdienen. Er hat ganz ehrlich zugegeben, dass er ungern auf meine Mitarbeit verzichtet und mir die Gründe dafür genannt.

So ein 400 Euro Job reicht mir aus, ich habe fast 30 Jahre VZ gearbeitet/Kinder/Haushalt... irgendwann ist es erstmal genug.

Zwischenzeitlich habe ich einige Informationen ergoogelt und festgestellt, dass es bei Auftragsflaute eh ein Minusgeschäft ist. KK Beiträge laufen weiter, auch bei Urlaub. Ausserdem habe ich nicht so viel Lust, mich um den ganzen Behördenschriftwechsel und die Meldungen zu kümmern, wenn ich mal ganz ehrlich bin.

Ich danke erstmal für diese Infos und wenn jemand möchte, dann kann dieser Strang geschlossen werden. Ich habe mich dagegen entschieden.

Promethea71
06.03.2012, 12:03
Ich halte deine Einstellung für sehr realistisch und denke auch, SEIN Problem muss dein Chef anders lösen.


p.s. Stränge werden hier nicht geschlossen, für jemand anderen kann die Information ja auch noch nützlich sein.