PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Facebook - Nutzen, Chancen, Erfahrungen fürs (Online)Geschäft



lesenisteinfach
21.02.2012, 22:56
Hallo,
im Onlineshop-Strang wird aktuell immer häufiger die Frage nach Erfahrungen mit Facebook als Werbeplattform für Selbständige angesprochen.

Da dieses Thema ja nun nicht spezifisch nur für Onlineshops gilt, kam die Frage nach einem eigenen Strang auf.

Mich würden eure Erfahrungen mit dem Medium interessieren, die Fallstricke, die ihr seht, was die Interaktion euch bislang gebracht hat, was ihr einsetzt, usw.

Aber auch, ob ihr ev. wieder damit aufgehört habt.

Ich betreibe erst seit Dezember eine Online-Buchhandlung und bin damit auch auf Facebook vertreten. Ich hatte einen Werbegutschein, den habe ich eingesetzt und war auch erstaunt, wie zielgerichtet man damit die User ansprechen kann - die "Gefällt mir" Angaben sind jedenfalls schnell gestiegen, wenn man Geld einsetzt, kann man auf jeden Fall sehr rasch und zielgerichtet Nutzer auf den Facebook-Account ziehen.

Aber das heißt noch lange nicht, dass sie sich auch tatsächlich für das eigentliche Angebot (in meinem Fall also zumindest: einen Besuch auf der Website) entschließen.

Gewinnspiel: habe ich jetzt eines gemacht, das mir kurze Zeit tatsächlich viel Aufmerksamkeit und neue Gefällt-mir-Angaben gebracht hat, ob sich das langfristig auch in neuen Kunden bemerkbar macht, kann ich noch nicht sagen. Aber hier sehe ich zumindest die Gefahr, dass die typischen Gewinnspiel-Abgreifer sich engagieren, die aber an Kauf gar nicht interessiert sind.

Das sind in Kürze meine bisherigen Erfahrungen, ich wäre sehr gespannt darauf, was ihr nutzt, was sich bewährt hat, was ihr nicht mehr machen würdet.

Ich freue mich auf einen guten Austausch!

mirikwidi
22.02.2012, 10:17
Danke für die Strangeröffnung ! Ich habe ja einen Dawanda-Shop und mit dem werde ich dann - weil es diese Möglichkeit von Dawanda gibt - auf Facebook gehen. Ich habe ein bisschen Angst davor *grusel*. Wieder zusätzlich in etwas einarbeiten, ich habe irgendwie die Befürchtung, dass es so eine Art Tamagotchi (http://de.wikipedia.org/wiki/Tamagotchi) ist (falls sich noch jmd. erinnert) und es mir, wie gelegentlich auch die eine oder andere meiner Zimmerpflanzen :ooooh:, schließlich eingehen wird, mangels Pflege. Ich möchte es aber mindestens versucht haben - man will ja mitreden können.

Lussekatt
22.02.2012, 10:54
Hallo und danke, dass du diesen Strang eröffnet hast, Lesenisteinfach!

Ich habe bisher nicht auf Facebook inseriert und würde mich daher für Details interessieren. Hast du Lust, konkreter über deine Erfahrungen (Ablauf, Support etc.) zu berichten?

Ich dachte, ich fang mal beim Urschleim an:

Man muss, um eine Seite für seine Firma einrichten zu können, zunächst ein privates Profil bei Facebook haben. Es ist nicht möglich, eine Seite ohne privates Konto zu eröffnen.

Hat man eine private Seite, kann man hier (http://de-de.facebook.com/pages/create.php?campaignid=372931622610&placement=pghm&extra1=0) auswählen, welche Art von Firmenprofil man erstellen möchte.

Danach folgt man eigentlich nur den Anweisungen oder guckt sich auf anderen Profilen um um zu sehen wie die es gemacht haben.

Es gibt dann auf der Seite eine "Einladungsfunktion", bei der man anklicken kann, welche von den Freunden, die man in seinem Privatprofil hat, einladen möchte, um die Firmenseite zu "mögen".

Diese bekommen, wenn man sie auswählt, eine Art Nachricht, auf der sie über die Existenz des neuen Firmenprofils informiert werden und so einen Anreiz bekommen, die Seite zu besuchen und auf den "Gefällt mir" Knopf zu drücken.

So, ist dieser Schritt geschafft, will man ja gerne viele "Möger" haben, um möglichst viele potentielle Kunden zu erreichen. Ein beliebtes Mittel sind da Gewinnspiele nach dem Motto: "Klicke auf gefällt mir und teile diesen Beitrag und gewinne xy." Aber Vorsicht! Es gibt da ganz genaue Regeln, was man darf und was man nicht darf. Hier (http://www.thomashutter.com/index.php/2011/05/facebook-gewinnspiele-unter-der-lupe-was-ist-nicht-erlaubt-teil-1/) kann man Details nachlesen.

Verstößt man gegen diese Regeln, kann im schlimmsten Fall von Facebook das Konto gesperrt werden. Und keinen Zugang zum eigenen Firmenfacebookkonto zu haben, ist ja irgendwie blöd...

SteffiL
22.02.2012, 14:10
Mit FB ist das so eine Sache, man meint man müßte dabei sein und wenn man dann nachliest ist das für so manchen Shop garnicht sehr hilfreich da durch FB ja schließlich nachvollzogen werden kann wo sich der User aufhält etc. und das wir dim Web nicht unbedingt als gut gewertet.
Ich habe auch über mein persönliches Profil eine Seite für mein Atelier und meine Onlineshop aufgemacht komme da aber nicht so recht weiter, ich möchte eigentlich nicht das geschäftliche mit dem Privaten vermischen, denn da gibt es manchmal Freunde die einfach irgeneinen Blödsinn loslassen und das fällt dann sofort auf Geschäft zurück, ich denke das ist nicht unbedingt dienlich vor allem nicht in meiner Branche, da gehört einfach kein Trunkenseeliges Foto rein!!!

Weiß denn jemand wie man das Profil dann vom Privaten fernhalten kann?

mirikwidi
22.02.2012, 14:28
Ich habe jetzt 2 getrennte Accounts, ich wurde von DaWanda aus dort hingeleitet, aber Lussekat hat ja auch schon geschrieben, wie es geht:

Hat man eine private Seite, kann man hier (http://www.facebook.com/pages/create.php?campaignid=372931622610&placement=pghm&extra1=0) auswählen, welche Art von Firmenprofil man erstellen möchte.
Ich wiederum werde Facebook privat wohl gar nicht verwenden, aber man kann den geschäftlichen nicht ohne den privaten anlegen.

SteffiL
22.02.2012, 14:47
Also wenn ich über diesen Link was erstellen will dann scheiter das schon bei meinem Ort den kennt FB nämlich nicht, daher habe ich das lokale Unternehmen irgenwie damals über mein privatprofil als Lokales Unternehmen eingetragen, da ich dann aber ständig dort was neues posten müßte schlief das ganze schnell wieder ein . Ich habe sogar schon darüber nachgedacht ganz wieder aus FB zu verschwinden, die sind mir einfach doch nicht ganz geheuer. Mal sehen vielleicht ändern SIe ja bald mal was im Umgang mit den Kundendaten.
Ich mag es einfach nicht wenn ich nicht Herr über meine Daten bin.

Inaktiver User
22.02.2012, 14:53
FC beruflich?

Da wäre mir viel zu viel Müll - da tummelt sich doch nun wirklich jeder.

Wäre Xing nicht die bessere Alternative?

Ich bin nicht so der Networker - ich bin weder bei FC noch bei Xing oder woanders.

Aber Xing ist zumindest beruflich die bessere Wahl.

mirikwidi
22.02.2012, 15:17
Es geht um die Ansprache von Endverbrauchern. Heutzutage hat jede große Firma (z.B. Opel, Mercedes .....) ein Profil bei Facebook, funktioniert wie eine Homepage nur mit mehr Kommunikationsmöglichkeiten (grob erklärt nach meinem bisherigen Erkenntnisstand).


Ich habe - glaube ich jedenfalls - noch eine ganz gute Seite gefunden zum Einstieg (http://www.smo14.de/2010/09/10/facebook-50-tipps-fur-unternehmen-%E2%80%93-einstieg-gestaltung-kommunikation/), die will ich mal verlinken, obwohl ich sie selbst noch nicht gelesen habe.

frangipani
23.02.2012, 00:35
Xing dient dem proaktiven Netzwerken, so wie LinkedIn.
Facebook ist für mich eine Art Schaufenster und eher Kundenbindung. Ich habe keinen Shop, sondern ein Dienstleistungsunternehmen.
Ich nutze es eher in der Hinsicht, dass ich meine Blogeinträge zu FB verlinke und ab und an Neues oder Unterhaltsames aus der Branche vermelde.

@ Steffi - du kannst fremde Postings (also keine Kommentare) auf deiner FB Firmenpage blocken. Sollten Kommentare kommen, die eher geschäftsschädigend sind, einfach löschen. Da müssen die Freunde dann halt durch.

Übrigens wird in den nächsten Monaten auch für die FB Pages die Timeline eingeführt, verbunden mit der Möglichkeit, die Seite dann individuell zu gestalten. Hier ist mal ein Screenshot (http://itinfoz.com/wp-content/uploads/2011/09/facebook-timeline-coca-cola-pages.jpg) von der zukünftigen Coca Cola Seite.

Das ist im Prinzip dann nichts anderes mehr als ein Blog.

Inaktiver User
23.02.2012, 06:46
Wäre Xing nicht die bessere Alternative?

Aber Xing ist zumindest beruflich die bessere Wahl.

Du sagst bereits, worum es geht: Interessen. Xing ist ein Business-Netzwerk für das berufliche, FB für das "private" Geschnatter. Die Chancen liegen bei beiden in der Kundenempfehlung deines Shops durch die Anwender. Dazu muss das Produkt auch in die Umgebung passen. Dawanda-Shops könnte gut laufen, weil es den sozialen Charme des Selbstgemachten hat.

Was in beiden Fällen Grundbedingung ist: eine ehrliche Bestandsaufnahme des Shopbettreibers, wieviel Zeit und Aufwand in die Kundenbeziehungspflege und -kommunikation bisher gesteckt wurde....

frangipani: Negative Kommentare einfach löschen? Glückwunsch, damit machst Du alles falsch, was den Kern sozialer Netzwerke ausmacht. Sie können ein wertvoller Hinweis sein, was bisher in deiner Kundenbeziehung falsch gelaufen ist. Ausnahme sind z.B. Konkurrenzshopbettreiber, die dich denunzieren wollen.

Aus der Kommunikation ergeben sich z.B. FAQs für Deine Seite, wenn sich die fragen häufen und wenn sich die Beschwerden häufen, sollte überdacht werden, ob das Produkt oder Kaufprozess (Einfachheit Shopoberfläche, Retoure etc.) zu schlecht sind zur Erfüllung der Kundenbedürfnisse. Es gibt i.d.R. immer auch Stinkstiefel, die ihre Existenz aus dem Meckern ziehen (Trolle).

Auch hier ist es ein Zeichen von Größe, diese durch kluge Argumentation und Einhalten von Produktversprechen zu beantworten. Und aus diesem Customer Relationship Management ergeben sich ganze Vollzeit Jobs, die es gibt, seit es Handel gibt. Der kluge Krämer rechnet es durch, ob es sich rechnet.

LG
Carla

frangipani
23.02.2012, 08:16
Carla: mein Kommentar mit dem "Postings löschen' war darauf bezogen, dass die Userin Angst davor hatte, ihre Freunde würden ihr unpassende Dinge auf ihre Firmenpage stellen.

Dass ich keine Kunden und sonstige Besucherkommentare lösche, sondern entsprechend beantworte ist schon klar ;-)

Ich habe aber trotzdem die Funktion, dass Aussenstehende etwas auf meiner Firmenpage posten (nicht kommentieren), geblockt, die Kommunikation findet innerhalb der von mir gesteuerten Postings statt.

rotlilie
23.02.2012, 10:55
Danke lesenisteinfach!
Was ich immer noch nicht verstehe - wenn ich Neues poste auf meiner Firmenseite, dann sehen das nur die Leute, denen ich gefalle oder ich muss es mit meinen "Freunden" "teilen". Die sind aber davon genervt, weil sie nicht unbedingt meine Zielgruppe sind. Und ich will ja gar nicht 1000 Freunde haben, weil ich privat so gut wie nix da vermelden möchte.
Wer sieht mich dann überhaupt? Da verschwinde ich genauso im Nirvana, wie meine eigentliche Homepage. Natürlich stelle ich diese Infos auf "öffentlich".
Wie komme ich an "Kunden" für meinen Firmenauftritt bei FB?
Naja, das ist scheinbar auch die Kardinalsfrage...
Die Funktion, jemanden einzuladen, gibt es scheinbar nur am Anfang nach der Neuanmeldung, das hab ich damals verpaßt oder nicht gewußt.
Ich muss sagen, dass ich mich schwer tue mit den Manövern bei fb...

Kann es sein, dass FB gerade eine Wandlung vollzieht von der privaten Plauderebene hin zur werbeträchtigen Plattform für Firmen und Institutionen oder war das schon immer so? Ich hab diese Plattform bis vor Kuzem gründlich ignoriert, scheinbar kommt man doch nicht dran vorbei.

lesenisteinfach
23.02.2012, 15:13
Super ;-)

Erstmal: danke für die schöne Zusammenfassung, Lussekatt! Und die Seite zu der du verlinkt hast, kann ich in dem Zusammenhang auch nur empfehlen, viele Inhalte gut erklärt.

Account / privat / geschäftlich
Ich habe zwei Benutzeraccounts, und der, den ich "geschäftlich" nutze ist der Haupteigner der GEschäftsseite. Ein Vorgehen, das durchaus üblich ist... ich hatte dann zu Beginn entsprechend auch Freundschaftsanfragen zu den Verlagen geschickt, die ebenso sowohl als Fanseite als auch als "Nutzer" angelegt waren und diese eingeladen, die Seite zu "liken". Dadurch ist dann einfach schon mal ein kleiner Grundstock an Gefällt-mir-Angaben da, denn es wirkt besser, wenn eine Seite nicht nur 2 oder 3 Likes hat.

An diesem Punkt ist denke ich auch einiges an gegenseitiger Unterstützung hier möglich: indem wir uns gegenseitig ein Gefällt mir geben und unter Umständen auch immer mal wieder, wenn es passt, bei einem Beitrag dann dasselbe tun (und auch die Kommentarfunktion nutzen). Das wiederum hat dann den Effekt, das die angeschlossenen KOntakte eben sehen "aha, findet das interessant" und reinklicken liken, dazugehören.

Wichtig finde ich dabei: man kann auch als Fanseite eine andere Seite liken und dort Kommentare - eben als Fanseite - hinterlassen, also nicht mit dem eigenen Namen auftreten. Das hat wieder den Effekt, das dadurch unter Umständen jemand auf einen aufmerksam wird. Aber eines ist klar: es ist ein sehr, sehr langfristiges Thema.

Facebook ist für mich nicht primär eine Form von Sofortkundengewinnung, sondern von Langzeit-Aufmerksamkeit. Einerseits kann ich direkt kommunizieren und dadurch auch schnell und öffentlich auf Fragen reagieren. Mein Publikum findet sich zum Teil aber auch bei Facebook ein, und weil mein Thema recht allgemein ist, gibt es auch immer wieder Reaktionen auf meine KOmmentare, ich poste also nicht ins "Nichts" hinein.

@:Rotlilie: ja, es können nur die Menschen sehen, was du postest, die deine Seite liken. Daher ist es ja so wichtig, erstmal einen Grundstock an Interessenten zu haben. Und dafür würde ich durchaus einen limitierten Betrag in die Hand nehmen und erstmal Werbung machen.

zum Thema Werbung:
man kann sehr genau einschränken.
Also: männlich/weiblich, das Alter, das Land, zum Teil sogar noch lokaler, also die einzelne Stadt.
Dann noch nach den angegebenen Interessen (Mode? Wohnen? Usw - da gibt es einen Katalog, aus dem man wählen kann)
Und dann entscheidet man, womit man wirbt - soll ein festgesetzter Werbetext + Bildchen angezeigt werden, oder auf den letzten Eintrag, den man auf der Seite gemacht hat, verwiesen werden.

Und ganz wichtig: man kann danach sowohl entscheiden, wie viel man pro Tag ausgeben möchte als auch, wie viel Geld man pro Klick zu zahlen bereit ist. Das Gute ist schon mal, man bezahlt nur für die, die auch tatsächlich zumindest mal auf der Fanseite gelandet sind (ob sie dann auch noch auf "gefällt mir" drücken oder nicht ist irrelevant). Und man kann es limitieren, also zB auf € 5,- am Tag. Wenn man dann auch noch die Laufzeit der Kampagne von vornherein beschränkt kann man auch nicht in eine "ups, zu viel zu bezahlen" Falle treten.

Das Blöde ist: Man kann NUR mit Kreditkarte zahlen. Also auch wenn man Paypal nutzt, braucht man dort die Kreditkartenzahlfunktion.

Und die Abrechnung ist für die Buchhaltung grottig... unzählige kleine Einzelrechnungen, die man erst mal finden und dann ausdrucken muss...

Soweit meine bisherigen Erfahrungen.

Zum Thema GEwinnspiel noch: ich versuche da von dem Standpunkt ranzugehen: was bin ich selbst bereit mitzumachen. Und wenn ich lese "teile diese Seite und klicke gefällt mir um mitzumachen" dann habe ich schon keine Lust mehr...