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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Leere



Seele
26.02.2006, 12:07
Ich habe mich heute erst angemeldet und bin noch etwas unsicher im Umgang.
Mein Mann ist vor ca, drei Monaten von uns gegangen und ich fühle mich sehr alleine. Ich bin 44 und wir waren fast 23 Jahre glücklich verheiratet. Ich habe zwei Töchter die beide sehr an Ihrem Vater gehangen haben. Für uns ist von einem Tag auf den anderen eine Welt zusammen gebrochen und müssen nun lehrnen das Leben zu meistern und zu ertragen. Manchmal habe ich schon den Wunsch aufzugeben, aber ich kann die Kinder nicht alleine lassen zumal beide noch vor dem Abitur stehen und wir uns einig waren den Kindern ein Studium zu ermöglichen. Ich habe unter Trauerbewältigung nach einer Kontaktseite gesucht und bin hier gelandet. Ich bin eigendlich nicht sehr bewandert im Umgang mit dem Chad und muß mich erst einarbeiten.

Inaktiver User
26.02.2006, 18:12
Liebe Seele,
sei herzlich willkommen in unserer Runde hier :blumengabe:

Deine Trauer ist ja noch ganz frisch, da ist es nur "normal", dass du dich ganz leer fühlst. Die Verstorbenen hinterlassen ja wirklich eine große Lücke und unser Leben, unsere Welt, ist nicht mehr dieselbe :niedergeschmettert:

Diese Leere mit neuem Leben zu füllen, das ist eine langwierige Aufgabe, ein Weg mit Höhen und noch mehr Tiefen - aber dieser Weg ist gangbar!
Du wirst hier sicherlich feinfühlige Begleiter finden, komm zu uns, wenn dir alles zuviel wird, wir fangen hier einander auf so gut wir es eben können. Es muss niemand allein sein in seiner Trauer.



viele liebe Grüße, Lavendelmond


P.S. wenn du Fragen hast zum Gebrauch der Forumsfunktionen, helfen wir dir gerne weiter; du hast auch ein "Gästebuch" - es öffnet sich, wenn du auf deinen Namen klickst oder auf den eines anderen Users, du kannst Privatnachrichten verschicken (PN´s), dann erscheint beim Empfänger ein kleines Briefchen im Profil. Probier mal ein bischen rum

Inaktiver User
26.02.2006, 19:18
Ach, liebe Seele,
ich nehm Dich ganz behutsam in den Arm. Schreib, um aus der Leere zu kommen.Wir hören Dir zu und lesen mit.
Lieben Gruß
Sontagskatze

Seele
27.02.2006, 18:23
Danke liebe Sonntagskatze für dein Mitgefühl und deine Umarmung!
Deine Trauer ist ja auch noch sehr frisch darum möchte auch ich dich behutsam umarmen.
Für mich ist es zur Zeit wichtig jemanden zu finden der mir zuhört und mich reden läst. Ich habe sicher gute Freunde die mich ermutigen sie anzurufen oder zubesuchen. Ich merke aber selbst das sich meine Gedanken und meine Gespräche schon nach kurzer Zeit immer in die gleiche Richtung gehen. So bin ich mir sicher das ich zur Zeit mehr nehme als gebe was ich eigendlich nicht will aber nicht ändern kann.
Es wäre mir auch wichtig zu erfahren geht es anderen Trauernden genauso wie mir und bin ich auf einen Weg der gut ist.

Liebe Grüsse aus meiner leeren Seele !

Inaktiver User
27.02.2006, 18:37
Ich habe auch das große Glück, wirkliche Freunde zu haben, die dabei bleiben und standhalten. Trotzdem braucht man/frau in dieser besonderen Einsamkeit Menschen, die das gleiche Wissen haben, denen man die verzweifelten Gedanken mitteilen kann, ohne Erklärungen oder Beruhigungen gleich hinterher schicken zu müssen.Ich bin fast verrückt geworden, bevor ich hier herkam und die Erleichterung, mich endlich nicht mehr erklären zu müssen, hat meine Trauer erstmal wirklich zugelassen.Außerdem hilft die Anonymität. Also, wenn Du kannst, erzähl uns von Dir und Deinem Mann, von Deinem Verlust und Deiner Trauer. :gegen die wand:
Liebe Grüße
Sontagskatze

Seele
27.02.2006, 19:30
Mein Mann und ich waren 23 Jahre unzertrennlich. Er war ein sehr sensibler und feinfühliger Mensch, der sehr auf Harmonie und Ausgewogenheit bedacht war. Wir waren nie länger als einen halben Tag auf Kriegsfuß und längstens 3 Tage beruflich getrennt. Wir waren bis zum August einfach eine glückliche Familie. Wir arbeiteten beide im gleichen Betrieb, jedoch in anderen Bereichen. Mit einer neuen Cheffin kamm vor ca. 5 Jahren ein kalter Wind ins Haus. Mein Mann hatte aber früher die Kraft dieser Kälte entgegen zu treten, so dass er eigentlich zur Anlaufstelle für Andere wurde. Als aber im Sommer dieses Jahres sein Elternhaus abbrante endwickelte er Existenzängste zu erst um die Existenz seines Bruders später dann um unseren Arbeitsplatz. Er wurde immer ruhiger und ich machte mir große Sorgen. Ich sprach häufig mit seinem Hausarzt, ich hatte aber das Gefühl das er mich als histerische Ehefrau abhackte. Mein Mann war eben immer der Starke gewessen.
Eine stationäre Behandlung hielt der Arzt für nicht nötig. Ich stellte dann jedoch einen Kurantrag und wir besuchten noch gemeinsam einen Psychologen zur Gesprächsterapie. Um 11.30 Uhr verliesen wir den Terapeuten und machten gemeinsam
Mittag. Mein Mann hatte um 13.00 Uhr Dienstbeginn , ich um 13.15 Uhr. Ich meinte noch er solle auf mich warten, doch er sagte er müssse los. Als ich das Haus betrat sah ich ihn noch ´die Treppe zu seinem Bereich gehen. Abends rief dannn meine Tochter an, der Papa ist noch nicht da. Ich ging in suchen und fand ihn.

Nun sind wir allen, den Kindern geht schlecht und ich fühle mich so schrecklich leer

Inaktiver User
01.03.2006, 15:31
Oh,je - jetzt habe erst einmal einen Tag gebraucht, um mich zu trauen, zu schreiben.
Was steckt da in Deinen wenigen Zeilen. Wie mutig Du bist, es uns zu erzählen.
Hast Du professionelle Hilfe zum Reden für Dich und die Töchter? Trauert Ihr zusammen? Meine Kinder gehen völlig unterschiedlich damit um und ich muß immer wieder eine gemeinsame Ebene anzubieten, damit keiner völlig rausfällt.
Ich finde es schön, daß Du Dich bereits mit Beiträgen einbringst. Du bist also nicht mehr "nur" eine leere Seele, sondern wirst aktiv.
In den schlimmsten Tagen habe ich immer nur bis zum nächsten Tag gedacht.Einen einzigen Schritt für einen Tag. Lavendelmond hat mir geschrieben, es wird irgendwann besser, auch wenn ich es nicht glauben kann. Es hat gestimmt. Jetzt schreibe ich es Dir.
Liebe Grüße :blumengabe:
Sontagskatze

Inaktiver User
01.03.2006, 20:02
Lavendelmond hat mir geschrieben, es wird irgendwann besser, auch wenn ich es nicht glauben kann. Es hat gestimmt. Jetzt schreibe ich es Dir.
Liebe Grüße :blumengabe:
Sontagskatze






und so reichen wir das zarte Pflänzchen Hoffnung weiter, von Hand zu Hand :blumengabe:

Karli
07.03.2006, 16:09
Liebe Seele,
mein Mann hat mich heute vor 5 Monaten in der Nacht durch einen Herzinfarkt verlassen. Er war 42 und ich 39 und unsere Tochter 16. Ich glaube ich kann sagen, ich weiß wie du fühlst. Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass das Sprichwort "Erst in der Not erkennst du deine wahren Freunde" wirklich zutrifft.
Ich kann dir nur raten, wenn du wirklich niemanden findest zum reden, gehe in eine Selbsthilfegruppe oder zu einem Therapeuten. Ich lebe im Ausland und habe diese Chance nicht, aber ich würde sie zugern ergreifen.

Ich habe gelernt, dass man noch lange weitermachen kann, nachdem man dachte, es geht nicht mehr ! GIB NICHT AUF!

Ich schenk dir eine Umarmung. Karli

Inaktiver User
07.03.2006, 19:43
Wie war Dein Gespräch, liebe Seele?
Es grüßt Dich
Sontagskatze

Seele
07.03.2006, 20:27
Liebe Karli!
Ich glaube dir gene dass du weiß wie ich mich fühle, zumal du ja auch noch eine 16 jährige Tochter hast.
Gute Freunde sind in dieser Zeit ein Geschenk. Ich denke man merkt in unserer jetzigen Situation besonders, was einen guten Freund ausmach, zumal Nebensächliches weg fällt und Gefühl und Gespür in den Vordergrund tritt. Ich habe Beispielsweise bei der Trauerfeier und den Tagen zuvor sicher weit mehr als Tausend Hände geschütelt und kann mich dabei genau an drei oder vier kalte Begegnungen erinnern. Dabei hatten viele den Eindruck ich würde das Geschehen um mich herum gar nicht richtig warnehmen.
Ich habe letzte Woche auch den Therapeuten meines Mannes aufgesucht und kann mir schon vorstellen das noch weiter zu machen. Das du diese Chance nicht hast tut mir leid, ich muß aber sagen eine Freundin mit gespühr und geduld ist auch wertvoll.

Auf geben dürfen wir als Mütter auf keinen Fall auch wenn sich die Seele so manchesmal nach Ruhe sehnt!

Ich wünsche dir und deiner Tochter viele gute Menschen die euch begleiten!

Seele
07.03.2006, 20:53
Liebe Sonntagskatze!

Das Gespräch beim Therapeuten meines Mannes war sicher wertvoll für mich zumal er ja zu den letzten Menschen gehört der mit meinen Mann gesprochen hat. Der Therapeut versicherte mir das er schon gemerkt hat dass er dringend Hilfe braucht, er aber auf keinen Fall mit so einer akuten Gefahr gerechnet hat. Der Arzt wirkte auf mich fast ein bischen schockiert und wiederholte mehrmals das ihm das in seiner langjährigen Praxis noch nie passiert ist.
Was mir allerdings auch nicht hilft.
Ich habe noch kein folge Treffen vereinbart, denke das ich es aber machen werde.
Deine Therapie bei der Uni in Trier habe ich auch angeschaut. Es würde mich vielleicht schon interssieren aber ich glaube da bin ich zu unsicher mit dem Internt.
Ich behalte es auf jedenfall im Gedächtnis.
Ich bin allerdings von der Uni in Koblenz angeschrieben worden ob ich an einer Studie über Trauerbewältigung teilnehmen möchte. Scheint mir mehr eine Fragebogensache zu sein. Habe aber zugesagt.

Liebe Grüße und langsam immer mehr gute Phasen wünscht dir Seele!

Seele
14.03.2006, 19:12
Trauer ist ein Stück Leben !

Sie ist immer etwas anders und doch so gleich. Trauer ist das was einem bleibt. Sie ist schrecklich und tut so weh, doch manchmal ist sie das Einzige was man hat und dann ist sie auch sehr wertvoll. Sie gehört mir und ich lasse sie mir nicht nehmen. Die Welt um mich geht weiter und eine gewisse Zeit lang gestattet sie mir die Trauer noch, wie lange ein paar Monate, ein Jahr?
Aber meine Traurigkeit und meine Sehnsucht gehört mir. Sie prägt mich, macht mich in meiner Art einzigartig und verbindet mich doch mir sovielen anderen Trauernden.

Trauer ist auch ein Geschenk das nur der Liebende kennt!

Liebe Grüße an alle Trauernden!

Seele
04.02.2007, 15:26
Es ist nun gut ein Jahr dass ich meinen Mann verlohren habe und ich weis noch genau wie verzweifeld und traurig ich war als ich mich dass erstemal in dieses Trauerforum eingeklickt habe. Jetzt nach einem intensiven Jahr der Trauer geht es mir immer noch nicht gut, aber ich kann sagen ich finde mich mit meinem neuen Leben recht gut zu recht. Trauer ist auch eine Lebenserfahrung die einen Menschen formt und einem zu einer Gewissen Persönlichkeit macht. Ich sehe die Welt heute anders als vor einem Jahr und ich kann sagen ich bin in diesem Jahr um soviel Lebenserfahrung gerade im Umgang mit anderen Menschen reifer geworden. Ich sehe heute Menschen in einem ganz andern Licht. Für alle die Heute an ihrer Traurigkeit zu zerbrechen scheinen ein lieber Gruß. Die Zeit ändert die Gefühle. Die Traurigkeit und die Sehnsucht bleibt, aber sie wird anders und ich weiss dass meine Trauer ein Gefühl ist das mir sehr wertvoll ist und ich sie nicht misssen möchte.

Einen lieben Gruß und eine warme Umarmung an alle die Trauern.

Inaktiver User
04.02.2007, 18:16
Seele, wie schön, dass du dich noch mal hier gemeldet hast !
Auch für dich eine warme, herzliche Umarmung.

Es ist genau, wie du sagst: die Zeit ändert die Gefühle und Trauer hat ihren Wert und wir verändern uns dadurch.
Es ist auch eine Chance, zu wachsen und zu reifen.

Seele
06.02.2007, 19:20
Seele, wie schön, dass du dich noch mal hier gemeldet hast !
Auch für dich eine warme, herzliche Umarmung.

Es ist genau, wie du sagst: die Zeit ändert die Gefühle und Trauer hat ihren Wert und wir verändern uns dadurch.
Es ist auch eine Chance, zu wachsen und zu reifen.
Hallo Lavendelmond !

Unbescheidene Mädchen mögen die Engel am leibsten ?
Ich glaube zur Zeit mögen mich die Engel nicht so gern.
Ich fühl mich heute wieder schrecklich, weiß gar nich was los ist mit mir. Bin in einem Loch so tief wie vor einem Jahr, dabei war ich zuletzt so voll Optimismus.
Hab im März eine Woche Mallorca zum Rad fahrn gebucht und würde jetzt am liebsten absagen.
Brauch dringend einen Termin beim Psychologen.
Nennt man wohl Rückfall.
Danke für deine Umarmung und schön dass du mich noch nicht
vergessen hast.
Lieben Gruß von Seele!!!!

Inaktiver User
06.02.2007, 20:57
Hallo Seele !

Dass die Engel unbescheidene Mädels am liebsten mögen, haben wir festgestellt im Dialog mit Lindenblatt.
Soll heißen: die Engel haben den Wunsch, uns unsere Wünsche zu erfüllen, also wollen wir mal kräftig wünschen !

Füllhörner für alleeeee ! ;-)

Mallorca darfst du nicht absagen, nee neee!
Diese "Tiefs" vor schönen Ereignissen gehören irgendwie dummerweise dazu, man traut sich nicht immer und pausenlos, das Gute am Leben zu genießen.... es fühlt sich irgendwie "falsch" an, stimmt´s???
Man traut sich nicht, wohlig und leise glücklich zu sein, aus Angst davor, eine Retourkutsche zu bekommen vom Schicksal.

Vertrauen (!) ins Leben haben, obwohl das Schreckliche/Schmerzliche in der Vergangenheit geschah.....

Das ist quasi die Meisterprüfung aller Trauernden und Traumatisierten.

Ich.Vertraue.Dem.Leben.
Das "Leben" ist mir gegenüber wohlwollend.

(???)

Wer von uns kann das schon aus ganzem Herzen sagen?

Irgendwann aber werden wir es können.
Dann sind wir Meister unseres Lebens geworden.

Liebe Seele, die Engel mögen dich, sie lieben dich und wollen dich reich beschenken.
Erlaube es ihnen ! ;-)
Fang klein an mit deinen Wünschen, und werde dann langsam, Schrittchen für Schrittchen "unbescheiden"

Lillian2207
07.02.2007, 10:19
Liebe Seele,

ich trauere jetzt seit 9 Monaten und ich kenne diese Rückfälle nur zu gut. Es braucht nur eine Kleinigkeit und ich schwimme wieder in Tränen und kann diese Sinnlosigkeit nicht verstehen. Manchmal gibt es zwei drei vier Tage am Stück die gut sind. Dann glaubt man irrwitziger Weise, man hätte es "überstanden" und dann: krawumm und ein neues Loch tut sich auf.

Es war sehr interessant Deinen Eintrag nach einem Jahr zu lesen, wie Du und Dein Leben sich verändert hat, wie Du zurecht kommst. Es hat mich hoffen lassen. Und dann kam der Eintrag mit dem "Rückfall" und ich wurde bestätigt damit, was ich schon immer dachte: die Trauer wird immer ein Teil unseres Lebens sein. Ich kann noch so einen GUTEN Tag haben, muß ich von meiner großen Liebe erzählen, ist der Schmerz sofort da. Er lauert direkt unter der Oberfläche, überwältigt mich wenn ich denke ich bin stark und ist immer da wenn ich schwach bin.

Ich hadere mit der Zukunft. Ich habe Angst vor meinem Leben. Wie wird es aussehen? So hatte ich es mir nicht vorgestellt.

Aber da hinten, ganz hinten in mir ist ein kleines Fünkchen Hoffnung. Wäre das nicht da, würde ich den Schmerz gar nicht überleben. Aber dieses kleine Fünkchen Hoffnung ist die Rettung und ich hoffe darauf, dass es irgendwann endlich ein bisschen größer wird....

Dir einen ganz lieben Gruß und eine liebe Umarmung. Die Trauer schweißt irgendwie zusammen und ich bin auch sehr sehr froh dieses Forum gefunden zu haben!

Lillian2207

Seele
07.02.2007, 20:31
Hallo Lilian,

ich habe mich auch bei dir ein bischen durch gelesen und denke bei dir war es ähnlich traumatisch.
Bei mir sind es nun 14 Monate und ich werde häufig bewundert wie stark ich doch bin. Macht mich manchmal richtig wütend.
Wie wollen Andere wissen wies mir geht. Was bleibt mir anderes übrig als weite zu machen. Ich habe zwei Kinder die Beide noch ein Studium vor sich haben. Die Zukunft macht mir schon Angst.
Ich gehe auch regelmäßig in die Arbeit, bin aber wenn ich nach Hause komme so fertig dass oft Kleinigkeiten ein Problem sind.

Dass sich bei meiner Trauer was ändert merke ich trötz meiner Rückfälle schon.
So habe ich vor einem Jahr beim Auto fahren fast ständig Grölemeier " Der Weg " gehört. Es ist das Lied das mich vom Text so anspricht, weil sovieles auf mich und meinen Mann past.
Jetzt merke ich aber immer öfter dass es auch Zeiten gibt wo ich es einfach nicht mehr höhren will und kann.
Ich habe in meinem Leben schon öfter Trauer bewähltigen müßen und weiß, dass die Zeit nicht heilt, es aber leichter und erträglicher macht.
Ich weis auch das nur der trauern kann der liebt und Trauer daher auch etwas wertvolles ist. Wenn sie nur nicht so schrecklich weh tun würde.

Eine Ärztin mit viel Lebens- und Trauererfahrung hat mir mal geraten ich soll wenn es gelingt an die guten Zeiten denken die wir gemeinsam verbringen durften.

Ich möchte diesen Rat weiter geben.

Liebe Grüße von Seele1

Seele
07.02.2007, 22:04
Hallo Lavendelmond,

Mallorca werde ich nicht absagen, geht ja gar nicht mehr.
Habe nur keine richtige Vorfreude.
Wünsche an die Engel habe ich immer die gleichen und die zu erfühlen dauert wohl noch ein bischen.

Vertrauen ins Leben, ist gut!
Habe ich viel gehabt, stand ja mitten im Leben.
Da ist wohl noch einiges zu machen bis ich dass wieder finde.

Das Leben ist mir wohlwollend.
Hört sich gut an, so warm.
Wäre schön, aber, aber !!!!

Geht heute schon wieder ein wenig besser.
Manchmal schmeist einem auch der Alltag um.

Danke für die schönen Zeilen und liebe Grüße von Seele!

ulla_berlin
08.02.2007, 15:13
Liebe Alle,
ich habe heute dieses Forum entdeckt. Am Samstag vor einer Woche habe ich meinen geliebten Mann durch einen Hirnschlag verloren. Es kam plötzlich, ohne Vorwarnung. Er wurde sofort ins Krankenhaus eingeliefert und ist nicht mehr aufgewacht. Er war 53 Jahre alt, und wir waren nicht zwei, sondern Eins. Es ist jetzt furchtbar schwer, alleine zurechtzukommen. Wir haben keine Kinder. Ich habe einige liebe Freunde, die mir ganz liebevoll zur Seite stehen. Zur Zeit muss ich die Trauerfeier vorbereiten.
Es ist schön, dass es euch gibt!

Inaktiver User
08.02.2007, 15:16
Liebe Ulla,
ich möchte dir mein Mitgefühl aussprechen. Das ist ja alles noch so ganz frisch, und du stehst vielleicht noch unter "Schock".

Schön, dass du zu uns hergefunden hast. Hier findest du immer jemanden, der dir zuhört, dich ausweinen läßt oder der dir seine eigenen Gefühle und Erfahrungen mitteilt.
Vor dir liegt eine schwierige, schmerzliche Zeit. Wir werden dich hier gern virtuell und aus ganzem Herzen begleiten.

Seele
08.02.2007, 19:13
Liebe Ulla ,
auch von mir eine herzliche Umarmung und mein Mitgefühl.
Stehst mit sicherheit noch unter einem Schock, sonst kann man es ja gar nicht aushalten.

Es ist gut das du dich beschäftigst und zu tun hast, später weiß man nicht mehr wie man das geschaft hat, aber am Anfang funktioniert man einfach irgendwie.

Es ist sicher gut das du in das Forum rein schaust, ich weiß das ich selbst immer wieder nach geschaut habe, wie es den Anderen geht, auch wenn ich nicht aktiv war.

Alles Liebe und viel Kraft für die nächsten Tage von Seele!

ulla_berlin
09.02.2007, 10:54
Hallo Lavendelmond, hallo Seele,
danke für eure lieben Rückmeldungen.
Ich hatte gestern ein langes Gespräch mit der Trauerrednerin, die aufgrund mitgebrachter Fotos erstaunlich schnell das Wesen von Wolfgang erfassen konnte. Es war zwar an einigen Stellen schwer auszuhalten, ihn so "Wiederaufstehen" zu lassen, aber gleichzeitig auch wichtig für mich.

Seele
09.02.2007, 20:19
Hallo ihr Lieben !

Bin heute morgen mit einer Freundin beim Ski fahren gewesen, hat mir gut getan. Als ich aber wieder zu Hause war und niemand da, gings schon wieder los.
Ich merke wie meine Liebe immer weiter weg geht von mir. Manchmal habe ich schon Probleme mich an sein Gesicht und an seine Gesten zu erinnern, dabei wird meine Sehnsucht nach ihm immer mehr und ich vermisse ihn so schrecklich.
Ich habe auch in letzter Zeit so ein Engegefühl ums Herz das mir schon ein bischen angst macht.

Früher war ich doch, obwohl ich vom Leben nie verwöhnt wurde immer ein positiver Mensch.
Wenn ich mein Leben so betrachte denke ich dass ist einfach zuviel für ein einziges Leben.

Ich war 14 als mein großer Bruder mit 20 bei eienem Verkehrsunfall gestorben ist.
Als ich 18 war erkrankte dann mein kleiner Bruder an einem Gehirntumor und starb nach einem schrecklichen Jahr Behandlung mit 13 Jahren.
War damals sehr schlimm für mich aber ich kämpfte.
Nun kammen die guten Jahre ich lernte meine große Liebe kennen, dann kammen die beiden Mädchen und es ging uns so richtig gut.
Als ich 33 war hatte dann mein Vater einen Herzstillstand, wurde reanimiert und starb nach eienr Woche Intensivstation.
Tat auch sehr weh, abe wir hatten noch meine Mutter eine sehr starke Frau.
Ich war 42 als sie an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankte und nach 3 Monaten Krankheit starb und ich spüre heute noch die Wärme als mich mein Mann, der auch sehr an meiner Mutter hin, in den Arm nahm und mich tröstete.

Vor 14 Monaten nahm dann ich meinen Mann in den Arm, nur waren seine Arme damals schon kalt und ich hilt seine mir so vertrauten Hände und mußte immer denken nie mehr !!!!!!!!!

Nun bin ich 45 und !!!!!!!!!!

Kann man dass aushalten ????????????
Warum soviel, dass reicht doch leicht für drei Leben.
Aber man macht weiter, habe ja noch meine Mädchen.

Fühle nur immer wieder so eine schreckliche Leere in meiner Seele!

Laurinchen
09.02.2007, 23:32
Liebe Seele, mir laufen die Tränen über das Gesicht, während ich deine Zeilen las, ich wünsche Dir viel Kraft, fühle dich gedrückt
Marianne

Inaktiver User
10.02.2007, 09:42
Liebe Seele, ich bin erschüttert. Was hast du für ein großes, tiefes Seelen-Leid!
Du hast so viele geliebte Menschen an schreckliche Krankheiten und Ereignisse verloren - da bist du dir selber auch ein wenig verloren gegangen, nicht wahr?

Diese große Leere, von der du geschrieben hast, ist sehr, sehr groß - was für eine Herkules-Aufgabe, diese Leere wieder zu füllen !

Ich weiß dir keinen Rat.
Ich habe nur meine liebevolle Hoffnung zu bieten, dass du es schaffst, dich selber in dieser Leere wiederzufinden, und dass du eines Tages nicht nur für deine Töchter weiterlebst, sondern auch für dich selber und deine Lebensfreude.

Ich bin zuversichtlich, dass du gerade (paradoxerweise?) aus dem Schmerz der Leere deine Kraft ziehen lernst, um diese Leere zu füllen.

Sinnsuche fällt mir jetzt ein, als Wort.
Suche nicht nach dem Sinn der Verluste, suche nach dem Sinn der Lebensfülle, als Gegengewicht zur Leere

Eine große Leere kann mit großer Fülle geheilt werden - worin genau diese Fülle liegt, kannst nur du herausfinden!

Das sind jetzt so meine spontanen Gedanken zu deinem Leben.
Meine spontanen Gefühle sind:
-dich weinend und mitfühlend in meine Arme schließen
-dich mit Herzenswärme zu nähren
-dir ein Licht in der Dunkelheit entzünden


Überhaupt fühle ich viel für euch ALLE hier, im Trauerforum.
Ich kann nicht immer zu jedem kommen und was Liebes, Aufbauendes sagen - aber ich wünschte, ich könnte es!

Ich lese jeden einzelnen Beitrag im Forum und bin in Gedanken oft bei euch!
Auch wenn ich nicht jeden einzeln anspreche.

Maloumey
10.02.2007, 12:22
Liebe Seele, ich kann so gut nachempfinden, was du durchmachst. Ganz, ganz liebe Umarmung!!!!!!Die Kraft wird da sein, wenn du sie nötig hast, so habe ich es beim Tod meines Vaters empfunden. Manchmal wünschte ich auch zu lachen wie vor den Verlusten, aber die Zeit ist bei mir noch nicht da, nur ab und zu scheint die Sonne leicht durch!
Maloumey

Inaktiver User
10.02.2007, 14:15
Liebe Seele!

Es hat mich sehr erschüttert deine Zeilen zu lesen. All dein Leid. Wie kann ein Mensch das ertragen. Mehr fehlen die Worte.
Ich wünsche dir soviel an Kraft und Stärke, du Liebe.
Litschi

Seele
11.02.2007, 20:13
Hallo ihr Lieben !

Danke, liebe Laurinchen, Lavendelmond, Maloumey und Litschi für euere herzlichen Worte.
Hatte am Wochenende Dienst und Morgen habe ich frei.
Ich bin wenn ich arbeite und nich ganz so viel alleine, immer etwas stabieler.
Gestern war ich abends noch mit einem befreundeten Ehepaar beim Essen, dass tut mir auch sehr gut. Es bleibt zwar der vierte Platz immer leer aber die Gespräche und die Atmosphäre sind fast wie früher als wir noch zu viert waren.

Liebe Maloumey, habe bisher deine Beiträge nicht so intensiv verfolgt, du hast deinen Vater verloren, sicher ein großer Velust. War für mich damals auch sehr schwer. Hatte mir eine gewisse Sicherheit im Leben genommen, eine Anlaufstelle.
Ja, irgendwie starb damals auch ein Stück meiner Heimat und Kindheit und ich weiss auch noch gut als ich dass erste mal nach dem Tod im Krankenhaus, mein Elternhaus betratt und da nur noch meine Mama war.

Liebe Lavendelmond, deine Worte tun gut, und deine Analyse ist so klar und treffend, dass ich dich um diese Gabe fast etwas beneide.
Hatte früher auch den Ruf ein guter Menschenkenner zu sein, die Sicherheit ist mir nach dem Tod meines Mannes etwas abhanden gekommen, hat zu sehr am Grundfesten meines Lebens gerüttelt und sich selbst zu sehen ist immer etwas schwierig.

Du sprichst so treffend von Leere die ich fühle und füllen muß,
Stimmt, ist wohl die Arbeit die ich noch zu leisten habe.
Sinnsuche für mein neues Leben.
Lebensfülle wieder zu finden,
dass wüsche ich euch allen.

Liebe Grüße von Seele!

biggi59
09.03.2007, 18:48
Hallo. Ich bin auch ganz neu hier und muss mich erst durchhangeln.Habe meinen Mann in der Nacht vom 19. auf den 20.2. verloren.Nachmittags hat er noch Holz gehackt,Dienstag wollte er weiter machen.Nachts ist er wohl einfach eingeschlafen mit 49.Ich habe solche Wut und kann es einfach nicht akzeptieren.Fühl mich total unsicher,einsam und bin nur auf der Flucht.Unser 16 jähriger Sohn verhällt sich fast völlig normal.Ich hoffe,wird irgendwann etwas besser und bin froh,diese Seite gefunden zu haben.
Ganz lieben Gruß

Karli
15.03.2007, 15:04
Kann man dass aushalten ????????????
Warum soviel, dass reicht doch leicht für drei Leben.
Aber man macht weiter, habe ja noch meine Mädchen.

Liebe Seele,
mir geht es ähnlich wie dir und ich glaube man kommt an einen Punkt, wo man bald schon Angst vor der Zukunft bekommt.
Ich war 10 als mein Vater starb.
Ich war 20 als meine jüngere Schwester und meine Oma gestorben sind.
Ich war 24 als meine Mama gestorben ist.
Ich war 26 als mein lieber Schwiegerpapa gestorben ist und
ich war 39 als mein Mann mit 42 gestorben (Oktober 2005) ist.
Das schlimme ist, dass alle einfach umgefallen sind und tot waren.
Ich habe keine Angst vor dem Leben, aber ich habe unwahrscheinliche Angst vor dem Sterben und dass noch mehr meiner lieben Menschen vor mir gehen werden.
Es klingt vielleicht blöd, aber der Tod meines Mannes war der Schlimmste für mich. Ich habe auch gedacht, ich habe es geschafft, aber gestern Nacht war alles wieder so wie in dieser Nacht. Es kam alles wieder hoch.
Ich habe mal in einem anderen Strang geschrieben: "Die Zeit heilt keine Wunden, sie deckt sie nur zu" und so ist es wohl auch.
Karli

prinzessin01979
15.03.2007, 22:48
Liebe Seele, ich nehme dich mal ganz sanft ( und wenn ich darf ) in den Arm... mir fehlen die Worte, bei all dem schrecklichen was Du durchmachen musstest und bewundere Dich, dass Du nie aufgegeben hast!!!

Ganz lieben Gruß,
Melissa

Inaktiver User
21.03.2007, 22:31
Hallo biggi !

Wie geht es dir jetzt ?

Ich lese schon einige Zeit in diesem Forum, es macht mich immer traurig. Aber ich wollte dir gerne schreiben,das ich mit dir fühle.

Hast du Freunde die dir zur Seite stehen ? Versuche trotzdem mit deinem Sohn im Gespräch zu bleiben.

Ich wünsche dir das Beste !
Liebe Grüße Melia

Amy-G.
03.04.2007, 04:01
Liebe Alle in diesem Forum,
seit einigen Tagen lese ich mich hier quer. Ich habe noch nie ein Forum angelaufen, weil ich nie sicher war, ob es helfen kann. Hier bin ich nun und bin froh darüber! Klingt es irre, wenn ich sage, daß mich all euer Leid tröstet?
Ich habe mit 10 Jahren meinen Vater von heute auf morgen verloren, habe das auch noch entdeckt, mit 37 meinen mir sehr lieben Onkel und mit 38 wurde ich Witwe. Mein Mann ist von heute auf morgen mit einem Hirntumor diagnostiziert worden und starb innerhalb von 12 Wochen. Mit ihm habe ich meinen Mann, meinen besten Freund und einen Seelenverwandten verloren. Heute stehe ich - ähnlich, wie du, liebe Seele, vor der situation, der Kinder wegen durchzuhalten. Ich weiß nicht mehr, wer ich eigentlich bin, und obwohl es mir nicht schlecht geht, fühle ich mich viel als "Funktionsträger". Ich komme mir manchmal vor, als lebe ich in mehreren Dimensionen, und die, die den Tod beinhaltet, kennen die meisten um einen herum nicht, also hört man auf, darüber zu sprechen. Ich möchte so gerne den Sinn verstehen, oder verstehen, wofür - das fällt mir an manchen Tagen schwer.

Liebe Biggi, wie geht es dir? Ich würde dir so gerne etwas Kluges sagen, aber alles, was ich sagen kann, ist, ich kann so gut nachfühlen und daß ich dir viel Kraft wünsche. Laß die "schwarzen Wellen" , die auf einen zurollen, über dich wegschwappen, es kommt immer wieder eine Zeit mit "ruhigeren Wassern" (falls das Sinn macht..) Meine Erfahrung von 2 Jahren zeigt, diese Wellen zuzulassen, ist besser, als sie abzuwehren.

Dennoch bleibt die Frage, wird man jemals wieder die Leichtigkeit des Seins fühlen, denn das fehlt mir sehr. Ich empfinde das Leben seit dem Tod meines Mannes als einen Marathon-Kampf.
Mit herzlichem Gruß an euch da draußen - Amy

Seele
02.05.2007, 20:52
Hallö ihr Lieben !

Tut mir leid , dass ich so lange nicht mehr rein geschaut habe und möchte mich auch bei Amy und den Anderen entschuldigen dass ich nicht reagiert habe auf ihre Beiträge.
War in letzter zeit nicht gut drauf und vor allem beruflich sehr eingespannt. Muß mich mal wieder etwas Fortbilden.

Liebe Amy-G.

Deine Erfahrungen mit dem Tod und deine Verluste sind sehr schlimm und ich möchte dich auch wenn möglich etws trösten und vieleicht auch stützen.
Ich habe schon dass Gefühl dass du ähnliche Gedanken hast wie ich und denke dass wir gerade im Bezug auf die Kinder gleiche Probleme bewähltigen müssen.
Bei mir kommt häufig dass Gefühl niemanden zu haben an dem ich mich anlehnen kann und der mir wirklich zuhört und helfen kann, wie es eben nur der Partner macht.
Dass ist denke ich ein großes Problem aber es gibt ja leider noch so viel mit dem man zu recht kommen muß.

Liebe Grüße von Seele!
Versuche wieder öfter rein zu schauen!