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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : 2x Mastitis in 2 Wochen - Abstillen?



Inaktiver User
08.02.2012, 19:43
Hallo Ihr Lieben,

Gerade bin ich ein bisschen traurig, da mir zum Abstillen geraten wurde. Mein Sohn ist jetzt fast 2 Monate Alt, wirde bisher vollgestillt, ich habe genug Milch und mit dem Stillen klappt e einigermassen gut. Er bekommt auf jeden Fall genug (er wiegt schon ueber 5 kg, 57 cm).

Aber leider hatte ich 2x hintereinander eine Mastitis: die Erste vor zwei Wochen, gestern wurde mir wieder die Diagnose gestellt, an der gleichen Brust. Beide mit Abzess, und wurden drainiert (25ml und 40 ml). Mein Frauenarzt sagt, dass das Risiko fuer eine dritte Brustenzuendung zu hoch ist, und ich auf jeden Fall abstillen soll. Unter Anderem auch deshalb, weil ich nicht noch einmal in zo kurzer Zeit Antibiotika nehmen soll (insgesamt 4x in 8 Wochen: nach der Geburt, 2 bei der ersten Mastitis, da ich gegen das Erste resistent war, wurde gewechselt, und jetzt wieder). Mein Magen funktioniert auch nicht mehr wirklich und schmerzt...

Kann mir vielleicht jemand von Seinen Erfahrungen zur wiederholten Mastitis berichten? Vielleicht war es einfach nur grosses Pech und eine 3. Entzuendung ist gar nicht so warscheinlich? Und Google sagt, dass ein Medikamentoeses Abstillen nicht unbedingt vor einer volgenden Mastitis schuetzt. Und Alle Hebammen raten mir weiter zu Stillen, da es ja so wichtig ist. Ist es mir auch, aber sie sehen nicht den medizinischen Aspekt. Ich waere froh, wenn mir jemand von Aehnlichem berichten konnte und mir bei der Entscheidung weiter zu Stillen/ Abzustillen weiterhelfen koennte.

xanidae
08.02.2012, 20:23
Ich hatte beim zweiten Kind 6x Brustentzündung, ohne Fieber und Antibiotika. Immer schön im Wechsel linke/rechte Brust. Meine Hebamme hat mir Belladonna gegeben und mich animiert weiter zu stillen, auch die schmerzende Brust, so dass die Knubbel weggehen.
Dazu mehrmals Wickel mit Retterspitz, bekommt man in der Apotheke: auf eine Mullwindel oder normale Windel (passen ganz gut um die Brust).

Vom Abstillen hat keiner gesprochen, allerdings war es bei mir nicht so schlimm.

Tasmanina
08.02.2012, 20:25
stillberaterin suchen.

hast auch noch pn. :zwinker:

myrine
09.02.2012, 00:55
Auch auf jeden Fall Stillberaterin suchen, Frauenärzte wissen auch nicht immer alles. Ich hatte nur eine schlimme Mastitis mit Abzseß, aber schon da riet mir eine niedergelassene Gyn zum Abstillen. Ich wurde am Ende im Krankenhaus punktiert (zum Glück ambulant) und dort von der Ärztin, die auch Stillberaterin war, sehr gut beraten. Sie meinte, es würde viel zu häufig zum Abstillen geraten.

Sie hat mir auch ein paar gute Tipps gegeben, wie man Brustenzündungen vorbeugen kann. Am wichtigsten: Stress vermeiden!!! Und das ist keineswegs irgendwie Bla Bla, wie ich immer dachte, sondern hängt konkret mit dem Zusammenspiel der jeweiligen Hormone zusammen. Und dann darauf achten, dass die Brustwarzen okay sind. In wunde Brustwarzen dringen viel eher Keime ein, die dann zur Mastitis führen. Und dann natürlich Hygiene. Vor jedem Stillen gründlich die Hände waschen. Bei mir hat das geholfen.

Bei mir wurde übrigens auch untersucht, welchen Erregern ich mir da angelacht hatte, wurde das bei Dir auch gemacht?

Dir alles Gute!

Inaktiver User
09.02.2012, 01:38
Vielen Dank fuer Eure Antworten!
Ich wohne im Ausland und kann keine Stillberaterin fragen. Habe begleitung von aufs Stillen spezialisierten Krankenschwestern, ich glaube das ist aehnlich. Mittlerweile habe ich mehrere gefragt, ich war gerade noch mal im KH. Die Meinungen sind gespalten, wenn auch die meisten mir Raten weiterzumachen, auch wenn alle das Risiko auf eine wiederholung als warscheinlich einschaetzen. Die Aerzte (habe mittlerweile 2 gefragt) haben mir dazu geraten aufzuhoeren.

Ich habe sehr gute Beratung zur Praevention bekommen. Ich habe sogar einen Hausbesuch bekommen um moegliche Ursachen zu finden, es konnte aber keine Erklaerung gefunden werden. Ich habe eine elektrische Pumpe gekauft, in der Akuten Phase an der betroffenen Brust alle 3 Stunden abgepumpt, als die Milch nicht mehr blutig war zuerst an der betroffenen Seite angelegt, danach abgepumt, trockenen Waerme, Brustwarzen nicht austrocknen lassen um Keimbildung zu vermeiden...
Als es danach aussah, dass es ueberstanden war, habe ich 1-2x am Tag abgepumt (habe so auch jetzt einen guten Vorrat im gefrierschrank, womit ich die 'einseitige' Phase wieder gut ueberbruecken kann). Es kann einfach kein Grund gefunden werden, den man ausschalten koennte um einewiederholung auszuschliessen. Ja, der Inhalt beider Abszesse wurde im Labor untersucht, warte noch auf das Ergebnis des 2.

Wiesenkraut
09.02.2012, 09:27
Retterspitz kann ich auch nur empfehlen der hat mich in jeder Stillzeit vor dem Antibiotika bewahrt:


Ich wohne im Ausland und kann keine Stillberaterin fragen.
doch kannst du. Die La Lecheliga bietet auf ihrer Seite die Möglichkeit einer Emailberatung, das sollte auch vom Ausland aus funktionieren :smirksmile:
Meine Fragen wurden da immer sehr zügig beantwortet, kann ich also nur empfehlen. Ich hab im Zweifel eben Bilder hingeschickt (keine Ahnung ob das bei dir was helfen würde)

Ziva
09.02.2012, 09:36
Hallo,
kann mich hier nur den Empfehlungen anschließen.
Es ist zwar bei mir schon eine Ewigkeit her - aber Retterspitz hat mir damals auch geholfen.

Inaktiver User
09.02.2012, 19:04
Ich wohne im Ausland und kann keine Stillberaterin fragen.
doch kannst du. Die La Lecheliga bietet auf ihrer Seite die Möglichkeit einer Emailberatung, das sollte auch vom Ausland aus funktionieren

Auf der Seite habe ich sogar Stillgruppen in meiner Stadt gefunden! Danke!


Retterspitz

Weiss jemand zufaellig was das auf Spanisch heisst? :smirksmile: Na, da werde ich noch herausfinden. Wie angewandt? Aeusserlich als Packung nehme ich an.

xanidae
09.02.2012, 19:17
Nein, weiß ich leider nicht. Ja, er wird äußerlich angewandt. Alternativ Quarkwickel. Ist mehr Schmiererei.

Wiesenkraut
09.02.2012, 19:33
Retterspitz ist ein Eigenname so weit ich weiss, das wirst du nicht übersetzen können, Meines Wissens nach.
Nur ne Idee ich bestell teilweise französische Medikamente über eine internationale Apotheke online, kannst du das nicht auch. Das Zeug ist nicht verschreibungspflichtig, sondern heißt "Retterspitz Wasser äusserlich". Vielleicht kannst du es so online bestellen? Meine Flasche hat 350ml und schaut so aus*klick (http://lh6.googleusercontent.com/public/VabUznVoLNxWP5hdOfH5wHtD_e0-cnR1OuvefQO-AxybfxnXKo-wIAavturaboMoLzorr8OXArPfL4pT93OlhRG30o5jrVvqRCJcb kg4eLjP1raaahS8TWSSfivz3v3TU4IdLw)

Inaktiver User
09.02.2012, 20:58
Sterre, so richtig weiterhelfen kann ich Dir nicht, aber ich will trotzdem mal zumindest den hier dalassen: :in den arm nehmen:. Während der ersten Stillzeit hatte ich häufiger eine beginnende Mastitis, Antibiotika oder gar eine Abszessdrainage war NIE notwendig, aber selbst die beginnende Mastits fand ich schlimm und hatte bei Sohn-2 auch gehörigen Respekt davor, weil man sich so sehr krank fühlt und es einfach sehr wehtut.

Was willst Du denn und was kannst Du?

Ich bin wirklich eine Verfechterin des Stillens und auch des Langzeitstillens, absolut, aber ich finde, nicht um jeden Preis... Lieber entspannt die Flasche geben als mit Angst und Sorge stillen, ständig angespannt sein und dann vll. auch erst recht wieder eine Mastitis bekommen. Bitte nicht hauen, aber diese gesamte erste Zeit mit dem Baby ist so etwas Zauberhaftes, aber doch auch immer sehr, sehr anstrengend und kräftezehrend, auch ohne zusätzliche Erkrankungen....

Zu Deiner Frage an sich: eine Bekannte von mir hatte eine zu spät behandelte Mastits, der drainierte Abszess musste offengehalten werden eine Zeitlang, sie hat dann mit Hilfe einer Stillberaterin trotzdem einseitig weitergestillt (und im Endeffekt fast bis zum zweiten Geburtstag, aufgehört hat sich dann auch nur wg. einer erneuten Schwangerschaft und weil das nicht mehr passte). Ich muss allerdings sagen, dass ich das schon sehr grenzwertig fand, weil sie beim Stillen nonstop vor Schmerzen weinte, so lange noch die Schlinge die Wunde offengehalten hat. Nach ein paar Tagen hat die Brust dann nicht mehr produziert und ab da hatte sie wohl auch keine Schmerzen mehr.
Beim zweiten Kind hat sie auf Anraten der Stillberaterin von Beginn an nur eine Brust gestillt, wie das genau ging, weiss ich auch nicht. Ich muss mal fragen, weil es ja eigentlich total spannend ist....

meefischle
11.02.2012, 23:03
Hallo,

ich habs auf Rat meiner damaligen Gyn beim ersten Kind nach einer Mastritis auch abgestillt - und lange damit keinen Frieden gefunden.

Beim zweiten habe ich mir über die LLL ( :kuss: Wiesenkraut) ein Stillberaterin gesucht. Diese war zwar zur akuten zeit leider im Urlaub :unterwerf:. Ich hatte wieder 2x Brustentzündung, zum Glück ohne AB aber ich kann Myrines Tipp der STreßvermeidung nur dick unterschreiben! Beide Male hatte ich in volles Programm und auf dessen Höhepunkt hat sie zugeschlagen.

Ich hab dann wirklich langsam gemacht und war hygiensmässig monsterpinkelig - und stille meine fast 7 Monate alte Maus noch fast voll und bin echt sehr froh, dass ich mich in der harten Zeit durchgebissen habe :blume:

Inaktiver User
16.02.2012, 23:31
Vielen Dank fuer Eure Antworten und Geschichten.
Habe mittlerweile mit so vielen Fachleuten gesprochen; alle sind sich einig dass die Warscheinlichkeit auf eine wiederkehrende Mastitis sehr hoch ist. Besonders bei Nordeuropaeern scheint dieses Problem sehr oft vorzukommen.

Wie auch immer, die Aerzte haben mir jetzt klar gemacht, dass bei einem weiterern Vorfall eine intravenoese Verabreichung von Antibiotika notwendig ist, da alle Anderen schon ausgeschoepft sind. Damit verbunden ein 11 Taegiger Krankenhausaufenthalt. Ohne Kind!

Mein Mann versteht nicht, warum ich ueberhaupt noch so lange gezoegert habe, aus den gleichen Gruenden die Du als Beispiel angefuehrt hast, Schokomilch. Vielen Dank fuer Dein Post, das hat sich noch keiner getraut zu schreiben. Ich habe sonst immer nur gelesen dass man auf jeden Fall weiter Stillen solle, irgendwie werden die negativen Seiten nicht erwaehnt. Ich wollte auch sicher sein dass ich alles versucht habe, aber ich merke einfach dass ich nicht mehr kann. Und dazu viel zu viel Angst vor einer weiteren Entzuendung.

Jetzt habe ich noch einen gehoerigen Schrecken bekommen, am Montag habe ich das letzte Antibiotika abgesetzt, und am Mittwoch wieder diese Schmerzen und Spannung, es begann auch schon wieder rot zu werden. Also mal wieder in die Notaufname, Echo, Drainage und was kam heraus? Gott sei Dank kein Eiter, sondern diesmal Blut. Bei der letzten Drainage wurde wohl ein Blutgefaess beschaedigt, und es hat sich ein Haematom gebildet. Darum kam auch so lange Blut mit der Milch! Jetzt habe ich zwar eine art Stricknadel in der Brust mit Katheter, aber ich bin zu Hause bei meinem Sohn!

Das Stillen habe ich jetzt beendet, schweren Herzens aber fast ohne schlechten Gewissens. Die Stillberaterin, die mir geraten hat ‚durchzuhalten‘, hat mir angeboten mich mit einem Psychiater zu treffen. Ich habe nicht das Gefuehl, von ihr gut beraten worden zu sein, und Ihr Angebot klingt so gemein in meinen Ohren. (Abesehen davon, warum Psychiater??) Vielleicht weigere ich mich einfach zu glauben dass sie Recht hatte um ein schlechtes Gewissen zu vermeiden. Aber ich konnte mit ihr keinen fuer mich machbaren Weg finden.

Ich habe mir das Alles so anders vorgestellt und erhofft, aber ich hoffe jetzt meinen Frieden damit machen zu koennen. Meinem Sohn geht es bestens, er vertraegt die kuenstliche Milch sehr gut und hat zum Glueck keine Probleme mit der Flasche. Und er bekommt jetzt extra viel Kuschelzeit!

Und natuerlich bin ich keine Fachfrau; und moechte hier andere Muetter auf keinen Fall entmutigen. Vielleicht waere es doch moeglich gewesen, haette ich schon frueher etwas anders gemacht haette. Und jeder Fall ist anders. Aber ich moechte zeigen, dass es auch in Ordnung ist seine eigenen Grenzen einzugestehen, zugunsten der Beziehung und einer schoenen Zeit mit seinem Baby.

Liebe Gruesse, Sterre

tofino08
17.02.2012, 10:40
Hallo Sterre,

ich finde, das hast Du genau richtig gemacht. Denn wenn man ständig mit Fieber im Bett liegt, nützt man seinem Kind auch nichts.

Kurz zu meiner Geschichte. Ich hatte damals in 8 Wochen 2 Brustentzündungen mit hohem Fieber und Antibiotika. Sie kamen bei mir auch immer durch Streß und auch trotz penibler Hygienemaßnahmen. Beide Male war es die gleiche Brust, die andere "funktionierte" tadellos. Ich konnte mir damals auch nicht vorstellen abzustillen, "weil man eben stillt und es das beste fürs Kind ist". Am Ende versagte die "kaputte Brust total und es kam gar keine Milch mehr raus. Leider passierte das Ganze am Wochenende. Mein FA war nicht zu sprechen und so musste ich in die Notaufnahme eines "stillfreundlichen Krankenhauses". Hier verweigerte man mir die Medikamente zum Abstillen, obwohl ich mich aufgrund der wahnsinnigen Schmerzen zum Abstillen entschlossen hatte und überredete mich, es noch 24 Stunden zu probieren. Meine Brust platzte in der Zeit fast, meine Brustwarze war so groß angeschwollen und blutig, dass mein Baby sie nicht mehr in den Mund bekam und an Abpumpen nicht zu denken war. Klamotten geschweige denn BH konnte ich auch nicht tragen, weil alles einfach nur entzündet war und höllisch wehtat. Am Montag bin ich dann sofort zu meinem FA und habe umgehend mit Medikamenten abgestillt.

Ich muss dazu sagen, dass ich, als ich meinen Kleinen bewusst das letzte Mal an der gesunden Brust anlegte, Rotz und Wasser geheult habe, weil ich mir die Entscheidung eben auch so schwer gemacht habe. Aber es war das Beste für uns Beide. Er hatte eine gesunde Mama, die sich nur auf ihn konzentrieren konnte, ich konnte wieder mal ne Nacht durchschlafen und der Papa war plötzlich auch richtig mit Boot und hat die Extra-Kuscheleinheiten mit dem Sohnemann beim Fläschchen geben sehr genossen.
Für uns war es die beste Enstcheidung.

Jetzt bin ich auch wieder schwanger und ich will es bei Nummer 2 nochmal versuchen, diesmal auch mit einer Stillberaterin an meiner Seite. Was ich aber nicht wieder machen werde, ist stillen um jeden Preis. Nach der ersten Brustentzündung ist Schluss.

Übrigens meinte meine Hebamme auch, dass es bei sehr hellen, blonden Typen wohl öfter mal vorkommt, dass es mit dem Stillen eben nicht so klappt, wie man es sich wünscht. Bin auch so ein Blondie. :smirksmile:

Liebe Grüße und hadere nicht so sehr mit Deiner Entscheidung.

tofino

Inaktiver User
17.02.2012, 12:10
Das Stillen habe ich jetzt beendet, schweren Herzens aber fast ohne schlechten Gewissens. Die Stillberaterin, die mir geraten hat ‚durchzuhalten‘, hat mir angeboten mich mit einem Psychiater zu treffen. Ich habe nicht das Gefuehl, von ihr gut beraten worden zu sein, und Ihr Angebot klingt so gemein in meinen Ohren. (Abesehen davon, warum Psychiater??) Vielleicht weigere ich mich einfach zu glauben dass sie Recht hatte um ein schlechtes Gewissen zu vermeiden. Aber ich konnte mit ihr keinen fuer mich machbaren Weg finden.

Ich habe mir das Alles so anders vorgestellt und erhofft, aber ich hoffe jetzt meinen Frieden damit machen zu koennen. Meinem Sohn geht es bestens, er vertraegt die kuenstliche Milch sehr gut und hat zum Glueck keine Probleme mit der Flasche. Und er bekommt jetzt extra viel Kuschelzeit!

Und natuerlich bin ich keine Fachfrau; und moechte hier andere Muetter auf keinen Fall entmutigen. Vielleicht waere es doch moeglich gewesen, haette ich schon frueher etwas anders gemacht haette. Und jeder Fall ist anders. Aber ich moechte zeigen, dass es auch in Ordnung ist seine eigenen Grenzen einzugestehen, zugunsten der Beziehung und einer schoenen Zeit mit seinem Baby.

Liebe Gruesse, Sterre

Hallo Sterre, :ahoi:

ich finde, du hast das vollkommen richtig gemacht. Es bis an deine Schmerzgrenze ausgehalten und deinem Sohn alles mögliche gegeben. Du musst wirklich kein schlechtes Gewissen haben. Hej, und immerhin hast du ihn 2 Monate voll gestillt, das ist doch auch was! Dass deine Hebamme dir anbietet, sich mit einem Psychiater zu treffen, finde ich auch etwas schräg.. damit macht sie das Problem doch irgendwie größer als es ist..!?
Wenn du Lust hast, komm doch zu uns in den Flaschen-Strang. Hier sind viele Frauen, die nicht stillen konnten oder wollten.

Liebe Grüße
Lillan

myrine
17.02.2012, 17:13
Sterre, Dir alles Gute! Das klingt nach einer sehr vernünftigen Entscheidung. Du hast deutlich mehr versucht, als ich vermutlich getan hätte und Dein Kind wird auf jeden Fall auch mit Flaschenmilch groß und kräftig und vor allem gesund und glücklich! Ich wollte hier auf keinen Fall irgendeine Form von Stillfanatismus verbreiten, ich hoffe, das hast Du nicht falsch verstanden.

Die Idee, eine Psychiater deswegen zu kontaktieren, finde ich auch etwas merkwürdig...

Inaktiver User
18.02.2012, 23:32
Tofino, ich kann sehr gut mitfuehlen was Du mitgemacht hast, eine (oder mehrere) schwere Mastitis ist wirklich kein Spass. Und ich glaube, dass jeder der sich dafuer entscheidet danach weiter zu Stillen, selbstverstaendlich ALLE Praeventionsmassnahmen wie strengste Hygienemassnahmen, genaue Abpumpzeiten etc. einhaelt um so etwas unangenehmes nochmal zu verhindern. Zumindest diesbezuegich kann ich sagen, dass ich wirklich Alles versucht habe und mir nichts vorwerfen kann (zumindest nach meinen Informationen).

Zum Stress. Fuer mich kam der erst wirklich mit der Mastitis auf. Schmerzen, Fieber, Stress und gemeinsames heulen beim Stillen und so viel Zeit in irgendwelchen Warteraeumen im Krankenhaus zu verbringen mit der gefuehlten Gewissheit dass die Milch daheim nicht reicht und das Kind vor Hunger schreit (was gar nicht mal unbedingt stimmte) hat geschlaucht. Ich habe viel Hilfe bekommen, aber gerade durch das Stillen ist das Kind ja unheimlich abhaengig von der Mutter. Genau das Gefuehl dass ich in diesen schwachen Momenten nicht versagen darf hat mir am meissten Stress gemacht. Also ein Hund der sich in den Schwanz beisst...

Die Erleichterung, dass diese Verantwortung jetzt durch die Flasche geteilt werden kann, macht mir auch wiederum ein schlechtes Gewissen. Aber im Moment ueberwiegt diese Erleichterung, habe heute Morgen seit langem wieder ausgeschlafen und es tat so gut! Ich versuche jetzt insgesamt auf die Vorteile des Flaschengebens und auf mein froehliches Kind (das erste Laecheln kommt, was fuer ein Geschenk!!) zu konzentrieren und aufzuhoeren darueber nachzudenken ob es noch irgendwie geklappt haben koennte. Liebe Lillan :ahoi:, vielen Dank fuer Deine Einladung zum Flaschenstrang! Genau so eine Diskussion hat mir gefehlt. Ich lese mit viel Eifer nach. Die Erkenntsniss dass es auch (so viele!) Andere gibt, bei denen es auch nicht klappt mit dem Stillen OBWOHL man es sich von Herzen wuenscht und es wirklich versucht hat ist eine Offenbarung fuer mich. Sonst habe ich nur gelesen und gehoert: Wenn man wirklich will und gute Beratung hat, dann geht es auch (mit Mastitis). Aber ich finde eine gute Beratung muss das Gesamtbild sehen und nicht nur immer wieder herunterbeten dass es geht wenn man nur genug will und diese ganzen Massnahmen und Techniken anwendet. Und auch sehen, dass deren Einhaltung manchmal eben nicht das gewuenschte Resultat bringt und dass es eine Grenze gibt, bei der man sich gegen das Stillen entscheiden ‚darf‘ und vielleicht sogar muss, um die gesamte Situation mit dem Kind zu verbessern.

Myrine, Dein Post habe ich nicht falsch verstanden. Von Dir wie auch von Anderen habe ich so viele wertvolle Tips bekommen, wordurch ich das Gefuehl habe alles ausgeschoepft zu haben. Und ich moechte auch nicht falsch verstanden werden: Ich finde es Wert fuers Stillen zu kaempfen und es ernsthaft zu versuchen! Fuer mich hatte es einfach dass es den Anschein dass nur PRO oder CONTRA Stillen gibt, und es keinen validen Grund gibt damit aufzuhoeren ohne sozusagen zu den ‚contras‘ zu gehoeren oder warscheinlich doch etwas falsch gemacht zu haben.

Vielen Dank an ALLE die hier geschrieben haben! Ich reihe mich jeztzt in den Flaschenstrang ein, ich lese dort mit viel Staunen und Erleichterung wie bunt die Welt ist :zwinker:
(... vielleicht kann ich mir dann auch den Psychiater sparen)

Halina
19.02.2012, 07:36
Sterre,
mein Hinweis betrifft nicht Dich - ich kann bestens verstehen, dass man nach zwei solchen Erfahrungen einfach genug hat und schleunigst zur Ruhe kommen will.

Aber ich habe hier gelesen, dass jemand den Ehrgeiz hatte, ohne Antibiotikum auszukommen. Ich habe den prinzipiell auch immer und bei meiner Mastitits war auch nicht klar, ob da Bakterien überhaupt im Spiel sind. Meine Hebamme meinte aber, sie würde sicherheitshalber einfach das AB anfangen, wenn nach 24 h Schmerzen und/oder Fieber nicht besser werden. Mir und dem Kind würde es nicht schaden. Nach 30 h kam wieder ein Fieberschub und ich habe mich dann zum AB durchgerungen, obwohl ich nicht überzeugt war, dass Bakterien der Auslöser sind.

Innerhalb von wenigen Stunden ging es mir rasant besser. Ich schreibe das nur, um ähnliche AB-Feinde wie mich :zwinker: darauf aufmerksam zu machen, dass das Zeug eben manchmal doch ein Segen ist und man gerade bei Mastitis nicht allzu viel Zeit verlieren sollte. Wie man an Deiner Geschichte sieht, Sterre, sind AB aber auch keine Allzweckwaffe.