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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : 1 Monat altes Baby und fertig mit den Nerven! Wer hat Erfahrung mit kleinen Babys?



Lumumba
06.02.2012, 16:05
Hi,

ich muss mich heute mal ausweinen...

Mein Baby ist jetzt 1 Monat alt und ich bin als Mama natürlich überglücklich mit dem Kleinen, aber ganz ehrlich - wo bleib' ich?

Ich sollte froh sein mit einem Mann, der mich unterstützt wo er kann (so gut das geht wenn man berufstätig ist), aber sonst haben wir eben keinen - die Family ist einfach zu weit weg :-(

Bisher waren wir immer allein mit dem Kleinen, und bis auf eine Stunde, die meine Schwester mit dem Kleinen spazieren war weil wir beide mit einem Magen-Darm Virus zu tun hatten, ist mein Radius der eines Hundes im Zwinger. Stillrhythmus gibt es natürlich auch noch keinen.

Und dann frag ich mich: Wieso ua in der Welt wird in all den Büchern immer von einer schönen Zeit geschrieben, wieso schreibt niemand, dass das die härteste Belastung, der größte Stress sein kann, eine Belastung für den von der Geburt geschwächten Körper (und die Seele), man selbst ist noch total unter Hormonbelastung und könnte dauernd heulen und dann soll man noch eine Beziehung führen?!!? Bitte, wie geht das?

Wenn ich meinem Mann sag, dass ich belastet bin stoße ich auf Unverständnis, denn er muss ja zusätzlich zu den schlaflosen Nächten auch noch arbeiten. OK, ich bin daheim, aber manchmal wünsch ich mir, dass ich eben einfach bei der Tür rausgehen und machen kann was ich will! Nur einmal mit einer Freundin treffen oder shoppen gehen OHNE gehetzt zu sein... ufff..

Jeder Ausflug (und die Aussicht, dass das Baby weint, und man im Freien bei der Kälte ja schlecht stillen kann) scheint eine unüberbrückbare Hürde und hab ich mal zeit, dann renn ich in der Wohnung hin und her ohne zu wissen, was ich zuerst machen soll - "entspann' dich, schnell, jetzt sofort!" klappt eben auch nicht :-(

An alle Mamas: Wie macht ihr das bzw. , wie war eure erste Zeit? Wann seid ihr zum ersten Mal mit Freunden wieder weggegangen? Schafft man es wirklich nicht ohne Unterstützung von außen? Wie kann man die Nerven bewahren bzw. trotzdem ein kleines Stück für sich selbst?


eine verzweifelte lumi

Hollie_Day
06.02.2012, 16:12
:wangenkuss:Es wird besser.
Dein baby ist ERST einen Monat alt und Du musst Geburt
und die Anwesenheit des kleinen Wesens und Deine neue
Rolle erst einmal verarbeiten.
Und dass dies eine schwierige Zeit ist, steht in ALLEN
Ratgebern. Du hast einen normalen Babyblues.

Ich habe ab der 6. Lebenswoche des babys mit Babymassage angefangen
und das hat mir sehr beim Entspannen und Abschalten geholfen.
Außerdem habe ich sehr liebe Mamis kennen gelernt.


Schau mal im Internet, waqs es in Deiner Umgebung gibt (Stillcafés, etc) und
hab vor allem Geduld mit Dir selbst.
Wenn Du Dich wirklich überfordert fühlst, hol Dir ruhig Hilfe.
Sprich mit Deiner Hebamme, Deiner Gyn und lass Dich ruhig mal fallen.

Inaktiver User
06.02.2012, 16:22
Hi,

hab ich mal zeit, dann renn ich in der Wohnung hin und her ohne zu wissen, was ich zuerst machen soll - "entspann' dich, schnell, jetzt sofort!" klappt eben auch nicht :-(



DAS kenne ich auch, gerade beim ersten Kind ging es mir so...

Beim zweiten Kind hatte ich dann zumindest einen regelmäßigen Abendtermin (einen Tanzkurs), mein Mann hat solange auf unsere Minitochter aufgepasst. Mit den Uhrzeiten kam es gerade so eben hin (zwei Stunden), ich war zum nächsten Stillen wieder zurück.

Beim dritten Kind war ich insgesamt gelassener - keine Ahnung, ob es am Alter oder daran lag, dass ich wusste, wie schnell diese Zeit dann eben doch vorbei geht. Außerdem habe ich beim Stillen viel gelesen und es war klar, dass ich eine Tagesmutter haben würde, wenn mein Baby acht Monate alt ist.

Mit allen Kindern war ich allerdings viel draußen, sonst wäre ich wohl durchgedreht. Stillen kann man entweder hinterher, meistens schlafen die Kleinen ja, wenn man unterwegs ist, oder man überlegt sich eben einen Ort, wo man notfalls das Kind anlegen kann, z.B. ein geeignetes Café.

Mein Tipp wäre also:
1. eine Perspektive für das Ende der Babyzeit entwickeln, damit diese eben nicht so endlos scheint
2. Jeden Tag nach draußen gehen (das Kind kann man auch warm einpacken)
3. Vielleicht einen abendlichen Termin pro Woche organisieren, damit Du eine Zeit hast, die nur Dir gehört

Eine "rosarote" Babyzeit gibt es meiner Meinung nach nicht...

:blume:
Amarena

Piccolo79
06.02.2012, 16:23
Lumi, lass dich mal :in den arm nehmen:

Es IST einfach sauanstrengend! Das Babyjahr im allgemeinen und die erste Zeit insbesondere! Du bist ja streng genommen auch erst mit 2/3 des Wochenbettes durch!

In den Köpfen der Eltern ist es wohl manchmal noch so, dass man sich nicht "traut" zu sagen, wie anstrengend, beziehungsbelastend und vielleicht manchmal auch frustrierend (weil noch nichts zurück kommt und nur Grundbedürfnisse befriedigt werden) es ist, ein Neugeborenes im Haus zu haben. Ausserdem kommt dazu, zumindest bei mir, noch eine Portion Demut, dass man überhaupt ein gesundes Kind haben "darf", da wollte ich auch nicht über Gebühr jammern. Der Erwartungsdruck in der Gesellschaft tut sein übriges dazu. Ich erwähne nur das Unwort "Babyflitterwochen"... Ist zwar zuckersüß gemeint, aber die Realität doch meist anders..

Lass dir sagen: Es wird GANZ schnell besser! Dein Hormonchaos wird sich in sehr absehbarer Zeit lichten, deine Maus wird wacher und ist dann auch schon mal kurz allein auf der Krabbeldecke glücklich. Zumindest in den allermeisten Fällen, es gibt natürlich auch Babys, die wirklich wirklich anstrengend sind, von Schreibabys gar nicht zu reden.

Aber auch das "normale" Einsteigerbaby ist anstrengend! Schließlich krempelt es dein ganzes Leben um. Aber es wird besser! Babymassage kann ich auch nur empfehlen, später vielleicht Babyschwimmen oder Pekip, einfach um rauszukommen und wieder Rhythmus zu haben. Treffen in Cafes mit lieben Freundinnen gehen auch bei Mistwetter, da muss man sich dann vielleicht beim ersten Auswärtsstillen überwinden, aber danach verschwinden die Skrupel schnell...

Alles Liebe euch!

Historia02
06.02.2012, 16:25
Schau mal hier, da hatte ich mal ein Thema erstellt, das in eine ähnliche Richtung ging:
http://bfriends.brigitte.de/foren/kinderwunsch-und-babyjahre/191486-2-kind-obwohl-man-das-babyjahr-nicht-prickelnd-fand-gegenstrategien.html

Vielleicht kannst du was für dich rausziehen.

callalilly
06.02.2012, 16:52
Ich habe gerade am Anfang die Hebamme mehrfach tränenüberströmt an der Tür begrüßt, weil ich am liebsten weggelaufen wäre:knatsch:. Bei mir war das wohl auch ein bißchen mehr als der übliche Babyblues. Die Gedanken, was, wenn ich mit dem unbekannten Wesen nach draußen gehe und es schreit und läßt sich nicht mehr beruhigen usw, die kenne ich auch. Allerdings war das Gefühl, daß mir zuhause die Decke auf den Kopf fällt, stärker und so bin ich täglich mit der Kurzen raus, stundenlang spazieren, oder ins nächste Einkaufszentrum. Das wird dir bald auch mehr Spaß machen, man muß sich an die Situation einfach erst gewöhnen. Und vor allem darf man kein schlechtes Gewissen haben, wenn man eben nicht alles durch die rosarote Brille sieht. Ich weiß, daß dir das jetzt alles wie eine Ewigkeit vorkommt, bis es besser wird und sich Routine eingestellt hat. Aber halte dir immer vor Augen, daß es nur ein paar Wochen in einem sehr langen Leben mit deinem Kind sind. Als die Kurze loskrabbelte und den ersten Brei gegessen hat, konnte ich es nicht fassen, daß ich ein paar Wochen vorher noch total überfordert war, wenn ich die x. Flasche Milch am Tag gemacht habe und dachte, es dreht sich alles nur um Schlafen, Wickeln und Füttern. Es wird besser, und wenn du dich ausheulen willst, findest du hier immer jemanden, der dich versteht:in den arm nehmen:

Inaktiver User
06.02.2012, 17:23
trau dich nach draußen, triff dich mit freundinnen (auch mit kind). mach es einfach. übung macht den meister. anfangs ist doch alles im leben ungewohnt, und man scheut es deshalb vll.
aber du wirst sehen: mit der zeit wird alles routine.
mich persönlich hat damals immer das fläschchenmachen tierisch gestresst.
heute würde ich da wohl einiges anders/besser machen.
frag, wenn du fragen hast zum alltag.
ich denke, es gibt hier genug frauen, die dir helfen können, damit das mit der routine was wird!

vg, ramona

CyberSofie
06.02.2012, 17:59
Lumumba, ich kann Dich verstehen, ich fand die erste Zeit auch extrem anstrengend und war gar nicht glücklich mit der Situation.
Mir hat auch geholfen, viel rauszugehen, ich war fast jeden Tag in einer Krabbelgruppe. Auch wenn es sehr anstrengend war, weil mein Sohn kein pflegeleichtes Baby war, hat mir das doch sehr geholfen. Daheim fiel mir ja die Decke auf den Kopf. Hilfreich fand ich auch, dass ich unter all den vielen Müttern, die ich kennenlernte, ein paar kennen lernte, denen es ähnlich ging bzw. die ein ähnlich anstrengendes Kind hatten. Dann fühlt man sich nicht so alleine in seiner Situation und merkt auch, dass es nicht an einem selber liegt.

Historia, ich habe gerade in das Eingangsposting von Deinem Strang reingelesen. Unsere Söhne scheinen sehr ähnlich gewesen zu sein als Baby! :smirksmile: Und ich mache mir ähnliche Gedanken, ob das beim 2. Kind wieder so wird bzw. was man dagegen tun kann.
Im März erwarte ich mein zweites Kind und auch wenn ich mich natürlich freue, so bekomme ich auch immer mehr Sorge, ob das erste Jahr wieder so schrecklich wird wie damals...Wenn ich Lumumbas und Deine Beschreibungen so lese, werden alte Erinnerungen wach...:knatsch: Manchmal denke ich, ich würde am liebsten das erste Jahr überspringen :zwinker:, aber auf der anderen Seite hoffe ich, dass ich vielleicht diesmal die erste Zeit mit Baby mehr genießen kann als damals...

Tirza
06.02.2012, 18:33
Ich hätte damals auch kotzen können, bei der Frage: Und, STillen ist doch so schön, oder???
Mir fiel auch schnell die Decke auf den Kopf und ich fand es furchtbar nicht mal in Ruhe zur Toilette oder Duschen zu können.
Raus fand ich auch wegen des fehlenden Still-Rhythmus schwierig und weil ich nicht so gerne in der Öffentlichkeit stillen wollte. Dann fand ich heraus, dass es bei uns bei H&M, Karstadt, Thalia, Ikea etc überall Stillplätze gab. Und inzwischen kenne ich auch mehrere kinderfreundliche Cafés.
Klar, Delfi und Krabbelgruppen fand ich gut. Einfach mal wieder Gespräche unter Erwachsenen. Glücklicherweise hatte ich Gruppen, die ähnliche Bedürfnisse hatten und wo es nicht nur um Förderung der Kinder ging.

Und Termine ohne Kind: Bei mir fing das mit Frisör, Krankengymnastik und Essen gehen mit Freundinnen an. Und wir haben uns recht bald einen Babysitter gesucht, da wir hier auch keine Familie haben. Ich hab die Zeit anfangs im Haus genutzt, um mal in Ruhe Mails zu schreiben oder nur zu baden.
Inzwischen haben wir auch eine Leihoma. Fürs Kind besonders nett.

Hab kein schlechtes Gewissen, weil Du (jetzt) keine glückliche Vollzeit-Mama bist:in den arm nehmen: Wir sind mehr, als mann/frau denkt :smirksmile:Und das ist völlig o.k. Bedürfnisse lassen sich nicht einfach ausknipsen. Und schon gar nicht, wenn man horrormongebeutelt ist.

Tirza
06.02.2012, 18:38
Und ich mache mir ähnliche Gedanken, ob das beim 2. Kind wieder so wird bzw. was man dagegen tun kann.
Im März erwarte ich mein zweites Kind und auch wenn ich mich natürlich freue, so bekomme ich auch immer mehr Sorge, ob das erste Jahr wieder so schrecklich wird wie damals...Wenn ich Lumumbas und Deine Beschreibungen so lese, werden alte Erinnerungen wach...:knatsch: Manchmal denke ich, ich würde am liebsten das erste Jahr überspringen :zwinker:, aber auf der anderen Seite hoffe ich, dass ich vielleicht diesmal die erste Zeit mit Baby mehr genießen kann als damals...

Hi Sofie! Bin doch mal wieder überrascht über unsere Parallelen. Wir hätten uns sicher eine nette Zeit mit unseren Jungs machen können...:smirksmile:

CyberSofie
06.02.2012, 18:55
Hey Tirza! :smile:Da hast Du Recht!! :smirksmile:
Graut es Dich auch schon bissl vor der ersten Zeit?? Ich bin ja gespannt, wie es uns ergehen wird...

myDara
06.02.2012, 19:33
Mir hat es sehr geholfen pro Tag einen sozialen Kontakt zu haben.

Sprich Montag war ich Stillgruppe, Dienstag beim Babyyoga, Mittwochs Rückbildungskurs, Donnerstag mit einer Freundin frühstücken und Freitags mit anderen Mamas unterwegs. Als der Lütte größer war bin ich dann auch zum Babyschwimmen, Pekip, Krabbelgruppe, Mutter Kind Cafe gegangen.
Für mich war es ganz schlimm wenn mein Mann wieder tagelang auf Dienstreise war und mein einzig sozialer Kontakt die Wurstfachfrau an der Theke beim Einkaufen war. Als ganz übel empfand ich dann auch immer die Nächte wo ich alleine mit Kind durch die Wohnung tigerte.

Das ganze bedurfte einer guten Planung (sprich ich musste immer schon in der Vorwoche was mit anderen Mamas ausmachen, sonst waren die schon "ausgebucht" und ich hockte erst recht wieder alleine da).

Besser wird es dann auch wenn es wärmer ist und wenn das Baby etwas größer ist, man mal auf einer Decke raus mit dem Kind kann, nebenher ein bisschen in einer Zeitung blättern und Kind liegt auf der Decke und erkundet die Welt. Bei den Temperaturen macht rausgehen ja auch wirklich keinen Spaß!

Aber auch da erinnere ich mich dass ich im ersten Sommer einfach immer nur heilfroh war wenn mein Mann Abends heimkam, gerade die erst Zeit hatte ich regelrecht Panik mit dem Baby alleine daheim zu sein (und das obwohl das Kind wirklich Anfängertauglich war). (und das obwohl wir Familie ganz nah haben, aber ich wollte halt auch nicht permanent um Hilfe "betteln").
Ich kann mich Ramona nur anschließen, geh raus! Gerade am Anfang neigen die Babies dazu dass sie im Maxi Cosi oder KiWa viel schlafen, ich kann mich nicht erinnern mit Kleinkind mal in Ruhe shoppen gewesen zu sein mit Baby allerdings schon!

Und jetzt an die werdenden Zweitmamas: wie geschrieben war ich beim ersten Kind fast schon drauf versessen dass ich raus "musste". Ein Tag daheim machte mir regelrecht Angst.
Beim zweiten ist ALLES anders. Mit diesem Kind bin ich bis dato noch nicht in einer Krabbelgruppe, kein Pekip, kein Yoga nix nada niente. Ich bin mit dem Kleinen soviel zu Hause und genieße es (denn wenn der Große Bruder heimkommt müssen wir eh meist raus und haben Programm). Ich lümmel mit ihm rum, gucke TV, lese, gehe in die Badewanne, wir kuscheln, mache mit ihm Mittagsschläfchen, ich habe quasi keine Ansprüche an uns!

Der Kleine ist völlig anders, er konnte von Anfang an alleine liegen und rum gucken, er hat keine Unterhaltungsansprüche (freut sich dann aber nen Ast ab wenn man mal mit ihm spielt) und oft hab ich das Gefühl ich störe eh nur wenn er mal wieder in Ruhe seinen Greifschmetterling frisst. Ich bin es gedanklich allerdings aus viel ruhiger angegangen so nach dem Motto: OK du hast das einmal geschafft, du schaffst das nochmal. Meine Hebamme meinte er ist einfach ein absolutes Zweitkind, das sich von Anfang an in die Familie einreihte (und wusste dass es auch mal warten heisst).
Der Hammer ist halt immer die Kombination von beiden (oder wenn sie gleichzeitig krank sind): nachmittags (wenn der Große da ist) passiert es oft dass oft genau dann wenn der Kleine Fläschchen braucht sich der Große irgendwo weh tut und ich dann irgendwie keinem gerecht werden kann. Das schlaucht mich oft. Oder wir unterwegs sind und der Kleine will nicht mehr im Maxi Cosi liegen und der Große braucht aber grad Hilfe bei der Schaukel, Rutsche etc. etc.
Also beide gemeinsam machen mich auch wieder alle, aber "nur" das zweite Kind kann mich nicht mehr fertig machen:blume::freches grinsen:

callalilly
06.02.2012, 20:25
MyDAra, so wie du das schreibst, klingt das echt toll mit deiner Nr2. Meine Hebi meinte ja, Frauen sind beim dritten am entspanntesten...ich hab ihr dann erstmal einen Vogel gezeigt:freches grinsen:
Mein Problem am Anfang war wohl auch oft, daß ich mich gefragt habe, wie ich das KInd bespaßen soll, was es wohl von mir erwartet? Klingt bescheuert, aber vielleicht versteht ihr, was ich meine. Ich habe aber schnell gemerkt, daß meine Kurze zufrieden ist, wenn sie im KiWa rumgeschoben wird. Das reicht ihr teilweise jetzt noch. Mit dem KiWa ab in die Bahn, wildfremde Leute anlächeln, fertig, nachmittag gerettet.:lachen:
Mich haben Gruppen anfangs nicht so angezogen, einfach weil ich es immer blöd fand, wenn dadurch so ein Rhythmus vorgegeben war. Zu einer bestimmten Zeit irgendwo zu sein, hat mich total gestreßt. Damit habe ich erst später angefangen. Aber da muß auch jede für sich entscheiden, was für ein Typ sie ist.

callalilly
06.02.2012, 20:29
Übrigens Lumumba, ich hatte von einer Hebi den Tip bekommen, daß es für Mütter, die eben keine Familie haben, die babysitten kann eine Organisation gibt, die das übernimmt. Mir fällt grad partout der Name nicht ein und ich weiß auch nicht, ob es das nun in jeder Stadt gibt, aber vielleicht weiß deine Hebi darüber etwas. Die hatten das Angebot für kleines Geld das Baby stundenweise zu nehmen, sei es, um Spazieren zu gehen oder damit Mama mal duschen kann. Die Idee fand ich gut. Man muß nur eben auch das Baby jemanden anvertrauen können. das ist ja auch nicht jedermanns Sache.

callalilly
06.02.2012, 20:34
Hab es gefunden, weiß aber nicht, ob ich es verlinken darf. Googel mal WELLCOME. Vielleicht gibt es das in deiner Nähe.

Tirza
06.02.2012, 21:10
Ich fand ja am Anfang das alleine Spazieren fahren total doof. Bis ich angefangen hab, mir einen MP3-Player mitzunehmen. Gerade die Kleinen wollen ja noch nicht ständig zugetextet werden.
Jetzt für Nr. 2 hab ich mir vorgenommen, mein "Sportprogramm" so zu gestalten. Z.B. wenn ich Tirzi aus der Kita hole, kann ich ja hin laufen und zurück fahren wir dann mit dem Bus. - Ich befürchte morgens werden wir kaum so pünktlich sein, dass wir das mit dem Bus hinbekommen :smirksmile:

Halina
06.02.2012, 21:16
An alle Mamas: Wie macht ihr das bzw. , wie war eure erste Zeit? Wann seid ihr zum ersten Mal mit Freunden wieder weggegangen? Schafft man es wirklich nicht ohne Unterstützung von außen? Wie kann man die Nerven bewahren bzw. trotzdem ein kleines Stück für sich selbst?
Die ersten zwei Monate habe ich als Wochenbett verstanden: Ich hatte einfach keinen Ehrgeiz. ich wollte mit meinem Kind auf der Couch liegen (im ersten Monat war sitzen eh kaum möglich) und habe mir keinen Stress gemacht, wenn das Kind nach einer Stilleinheit von 1 Stunde 30 min geschlafen hat und dann wieder stillen wollte. Wie die Wohnung aussah, war mir egal. Wer uns besuchen wollte, konnte es gern jederzeit tun - sollte aber bitte dann Kuchen mitbringen und Kaffee vielleicht auch selbst kochen.

Worauf ich nicht ganz vorbereitet war: Was Schlafmangel und Babygeschrei mit den eigenen Nerven und denen des Mannes machen. Wir hatten hier entnervte Tage, obwohl wir sicher kein sonderlich anstrengendes Kind hatten. Aber das geht vorbei - bei uns war pünktlich zum Ende des Wochenbetts/Mutterschutz der Alltag eingezogen. Mit ruhigen Nächten und ausgeschlafenen Eltern.

Im ersten Monat haben uns unsere Freunde besucht. Das erste aushäusige Treffen mit Freunden hatten wir mit einem Monat. Da waren wir dann soweit, dass uns egal war, wenn das Kind Hunger bekam, bzw. wir es auch die subtilen frühen Hinweise verstanden, um zu reagieren. Im Winter ist es sicher schwieriger, aber Cafés, Kaufhäuser, Einkaufszentren bieten immer Möglichkeiten zum Stillen.

Wir haben gute Erfahrungen gemacht, einfach ab dem zweiten Monat ins "kalte Wasser zu springen". Also einfach Kind einpacken und losgehen und schauen was passiert. Mit einem zweiten Erwachsenen ist das angenehmer (Mann/Freundin), aber auch allein geht es - ist doch egal, wenn man nach 10 min erst mal einen Wickel- oder Stillstopp einlegen muss, der Tag ist doch lang genug?!
Wir haben uns aneinander angepasst - unser Kind hat immer alles gut mitgemacht, solange sie sofort gestillt wurde und nicht in den Kinderwagen musste. Das war ein Lernprozess - aber je schneller man damit beginnt, umso schneller ist man "öffentlichkeitstauglich".

Tinchen77
06.02.2012, 22:01
Ich kann mich den Tipps nur anschließen, einfach mal raus ist bei den Temperaturen natürlich wirklich schlecht, aber guck schon mal nach Kursen. Hast Du einen Geburtsvorbereitungskurs gemacht? Ich habe bei allen dreien einen gemacht und wir haben uns danach immer ehrmals getroffen, abwechselnd immer bei einer Mama zu Hause. Das war schön.
Babymassage und Babyschwimmen habe ich auch gemacht und zur Rückbildungsgymnastik muss man ja auch noch.
Und im Geburtshaus gabs ein Stillcafé, das war auch nett.

Kopf hoch, das wird!

Pfeifchen
06.02.2012, 22:15
Hallöchen!

Hier auch eine beim ersten Kind völlig übermüdete und angespannte Mama.. aber wie alle sagten: es wird tatsächlich besser. Und es ist ganz normal, dass du dich erst an das Mama-Sein gewöhnen musst. Niemand kann von jetzt auf gleich umschalten und von einem Einzel-Dasein mal eben die Doppel-Daseins-Aufgabe meistern. Es dauert auch ein bisschen, bis sich ein Rhythmus ausbildet, aber es kann sich jeden Tag bessern!

Wo wohnst du denn, wenn ich fragen darf? Vielleicht kannst du mal einen Tag im Museum machen (da bist du Wetter-unabhängig und oft gibts dort Stillmöglichkeiten). Oder "Stilltreffs" beim Krankenhaus oder so besuchen, da finden sich auch gerne "Mitleidende". :smirksmile:

Kopf hoch, das wird!

Pfeifchen

P.S. Dein Mann ist zwar auch müde und muss arbeiten, aber du hast neben einer Geburt den ganzen Kram von wegen Hormonchaos, Wochenfluss, usw. an der Backe - das ist nicht zu unterschätzen von den Herrn der Schöpfung! :beleidigt:

Stina
06.02.2012, 22:45
Hallo Lumumba!

Ich schließe mich auch dem Tipp an: geh einfach raus.
Ich glaube, dieses Unbehagen am Anfang, ob das Kleine zufrieden sein und bleiben wird, kennt fast jede Neu-Mama.
Ich hab mich von Anfang an "gezwungen" (fast) alles, was ich ohne Kind gemacht hätte, auch mit Kind zu machen, bin also einkaufen gewesen, in die Stadt gefahren, wir haben Freunde und Familie besucht oder eingeladen. Zusätzlich war ich bereits in den ersten Wochen beim Stilltreff, in der Babymassage und dann bald bei Pekip.
Es war für mich wirklich bald keine ganz große Herauforderung mehr, das kleine Wesen einfach mit in meinen - teils alten, teils ganz neuen - Alltag zu integrieren.
Wo ich unsicher war, habe ich mir immer gesagt, es kann nicht mehr passieren, als dass die Kleine anfängt zu schreien. Das ist dann erst mal unangenehm, aber mehr auch nicht und wenn es nicht mehr geht, dann gehen wir eben wieder heim.

Gib Dir und Deinen Gefühlen aber auch etwas Zeit. Nach 4 Wochen ist es total normal, dass Du noch unsicher bist, dass Du viel weinst, sei es wegen Hormonchaos, Gefühlsüberschuss, Schlafmangel, Unsicherheit oder einer Kombination aus allem.

Und sprich mit Deiner Hebamme und anderen, denen Du sonst vertraust darüber, wie es Dir geht und was Dich beschäftigt!

Alles Gute und hofffentlich bald viele sonnige Momente für Dich und Deine kleine Familie!

xanidae
07.02.2012, 07:30
Ich finde schon, dass Lumumba raus vor die Tür gehen sollte. mit Wärmflasche im Kinderwagen, Kind gut eingepackt oder Tragetuch, dann geht das.
Vor den Spaziergängen stillen und dann zackig raus. Meine Erfahrung: je kühler die Luft von außen, desto länger schlafen die Babys.
Diese Spaziergänge mit netten und praktischen Dingen verknüpfen: Kaffee trinken, einkaufen, Freunde treffen, Sehenswürdigkeiten anschauen. Ich habe mir einen Stadtführer gekauft und bin die darin aufgeführten Spaziergänge abgelaufen.

Gruppen waren nicht mein Ding, habe mich privat mit einigen Müttern getroffen, die ich über eine Anzeige kennengelernt habe. Später dann, als ich schon wieder gearbeitet hatte, waren wir im Musikgarten. Freunde kamen bei uns zu Besuch und haben Essen mit gebracht und auch mal die Küche aufgeräumt. Die haben auch das Kind spazieren gefahren, damit ich zum Frisör und zum Arzt konnte.

Ich war mit meiner Freundin abends im Kino, unregelmäßig aber mehrmals in den ersten drei Monaten. Von Bekannten, die wir getroffen haben, wurde ich für verrückt erklärt. Mir hat es gut getan.

Die Stadtbücherei habe ich regelmäßig aufgesucht. Dort habe ich Zeitschriften gelesen und Bücher ausgeliehen. Auf dem Rückweg in die Geldbeuteltodesfalle dm und noch was leckeres beim Perser mitgenommen.

Das klingt jetzt, als hätte ich jeden Tag Highlife gemacht. Ich rede hier von dem Zeitraum von 3 Monaten und habe jeden Tag eine Sache davon gemacht, bzw. raus bin ich immer, egal wie kalt. Danach hat mein Mann übernommen.

Trotzdem habe ich am Anfang geheult, gehadert und war völlig überfordert von dieser Abhängigkeitssituation. Ich war verantwortlich für das kleine Wesen.

Mit dem zweiten Kind konnte ich diese Ausflüge noch besser genießen. a) mussten wir raus zur Tagesmutter und b) war mir bewusst, dass diese Zeit sehr kurz ist (4 Monate). Allerdings begann beim zweiten diese entspannte Phase auch erst ca. 6 Wochen nach Geburt.

Wenn ich ein Jahr vor mir gehabt hätte, dann hätte ich beim zweiten vermutlich einen Kurs mehr besucht. So war ich nur mit ihm im Babygarten.

Und was Halina schreibt ist auch richtig: noch hast du Wochenbett. Das heißt auch: ins Bett legen, ausruhen, Milch produzieren.

Inaktiver User
07.02.2012, 07:43
Ich finde schon, dass Lumumba raus vor die Tür gehen sollte. mit Wärmflasche im Kinderwagen, Kind gut eingepackt oder Tragetuch, dann geht das.
Vor den Spaziergängen stillen und dann zackig raus. Meine Erfahrung: je kühler die Luft von außen, desto länger schlafen die Babys.



Genau diese Erfahrung habe ich auch gemacht, und meine Strategie war ähnlich. Aber eben ohne Druck, Stress, ohne vorgeschriebene Zeiten. Das ist doch immerhin noch der Vorteil, wenn man nur einem Kind gerecht werden muss. Beim zweiten muss sich das Kleine dann schon ein wenig "anpassen".

Und bis das Baby sechs Wochen alt ist, sollte man ohnehin noch sehr genau auf die Bedürfnisse des eigenen Körpers achten :entspann:

:blume:
Amarena

Inaktiver User
07.02.2012, 08:40
Hallo Lumumba,

meine Tochter ist 7,5 Wochen alt und noch vor kurzem ging es mir ganz ähnlich wie dir. In den ersten 3,4 Wochen war bei mir emotionaler und körperlichen Ausnahmezustand angesagt, ich hab täglich geheult und hatte immer mal wieder so kleine Panikattacken ("Oh Gott, dieses Bündel werde ich nun nie mehr los..").
Ich hatte auch tierische Angst davor, mit ihr tagsüber alleine zu sein, aber als mein Freund dann wieder arbeiten ging, hat es irgendwie funktioniert. Seit der 4. Woche treffe ich mich regelmäßig mit anderen Mamas+Babies u seit kurzem machen wir Babymassage. Ich finde solche Aktionen immernoch sehr anstrengend mit Kind einpacken, sich selbst einpacken, richtiges Timing finden.. aber am Ende macht es doch immer Spaß und lohnt sich.

Man muss sich einfach daran gewöhnen, ein Kind zu haben und das braucht eine Weile. Ich merke, dass ich erst seit einigen Tagen so richtig entspannt bin und es jetzt einfach normal ist, ein Kind zu haben. Gestern hab ich mich sogar dabei ertappt, mir zu wünschen, sie würde immer so klein und niedlich bleiben.. :liebe:

Ich hab auch schon ein paar Dinge alleine unternommen (da Flaschenkind ist das kein Problem), Frisör, Shopping etc. Mit Freundinnen alleine bisher nur wenig - sie wollen nun lieber zu uns nach Hause kommen und die Kleine sehen.. Wenn du was alleine unternehmen möchtest, könntest du ja mal abpumpen, ist sicher entspannter als zwischen zwei Stilleinheiten was zu unternehmen.

Glaub mir, es wird bald besser. Das geht ganz von alleine, die Zeit bringt es mit sich!

LG
Lillan

Peppis
07.02.2012, 13:40
Ich denke,

man wächst mit den Monaten einfach rein. Man kann dann stillen, kann Flaschen anrühren und das alles schnell und auch unterwegs. Es wird ein Stück weit Routine :smile:

Auch fand ich die Erkenntnis ein "Schock", dass ich jetzt für sehr lange Zeit für dieses kleine Bündel Mensch verantwortlich bin.

Sprich, die Mutterrolle fällt leider nicht vom Himmel. Die Identifikation damit auch nicht.

Hab mich auch so gefühlt. Als ungewaschenes Etwas, dass nichtmal Zeit für Körperpflege hatte und neidisch den eigenen Mann dabei beobachtete, wie er jeden Tag Arbeiten gehen durfte.

Mir hat auch geholfen: Raus mit dem Baby. Hier ein Date, da dann der Schwimmkurs, dort Pekip (wobei es da eher um mich ging ;-)) Ich bin immer viel unterwegs gewesen, bin es heute noch.

Allerdings noch nicht nach einem Monat ;-) Stichpunkt: Wochenbett.

Und ja, ich hab auch Respekt vor dem zweiten "Babyjahr", auch wenn ich glaube, zu wissen was kommt :-)))))). Mich haben diese Schlafunterbrechungen halt immer fertig gemacht.

Linchen84
07.02.2012, 13:53
Huhu,

ich kann deine gedanken auch gut nachvollziehen!
Ich fand die erste zeit auch ganz schön einengend, man ist auf einmal so unflexibel...ich hab immer genauestens überlegt, wann ich wo hingehen kann um das mit stillen und co. zu vereinbaren....und zu hause den ganzen tag außer mal einen spaziergang mit kiwa, das fand ich auch ganz gruselig, mir ist regelmäßig die decke auf den kopf gefallen:smirksmile:..
Besser wurde das dann mit einsetzen des frühlings und dem beginn von rübi etc. Dort hatte man dann mehr kontakt auch mit gleichgesinnten...
AAAlso liebe lumumba: es wird besser!!!:freches grinsen:

Und nun ist ein jahr vergangen und es ist vieles routinierter und wie schon gesagt wurde man wächst da einfach rein:lachen:

Inaktiver User
07.02.2012, 16:53
mich persönlich hat damals immer das fläschchenmachen tierisch gestresst.
heute würde ich da wohl einiges anders/besser machen.


Hallo Ramona,

mich stresst das Fläschchen machen auch etwas, vor allem unterwegs. Was würdest du denn heute anders/besser machen??

LG
Lillan

brighid
07.02.2012, 16:57
erstes kind kam anfang februar auf die welt, ich war nach einem monat "zwangskasernierung" kurz vor knapp. ich habe mich damals witterungsbedingt auch nicht unbedingt getraut mit mini schon rauszugehen.

ich habe meiner mutter am telefon die ohren vollgeheult. sie meinte nur: versuche dich auf dich und mini zu konzentrieren- für alle aushäusigen aktivitäten hast du dann noch genug zeit. komme erstmal wieder völlig körperlich und psychisch auf die füsse- mach langsam. das wird.

(sie hat das 3mal durchgemacht) und ihre aussage: das braucht zeit!

bei der zweiten tochter war ich dann schon um einiges entspannter, da wir auch damals die erste zeit nicht raus konnten. ende oktober und ziemlich mieses wetter.

Nachwuchs2010
07.02.2012, 19:23
Hallöle!

Ich habe die anderen Beiträge nur quergelesen, aber was ich da so gesehen habe ("das ist ganz normal") kann ich voll und ganz unterschreiben. :blume:

Ich habe ein Novemberbaby 2010 (:ahoi: Callalilly) und mir ging es zum Teil auch so, dass ich überfordert war. Ich habe es immer darauf geschoben (und denke immer noch so), dass November wirklich ein denkbar ungünstiger Monat zum Kinderkriegen ist:
Es ist ständig dunkel oder dämmrig, es dauert ewig, bis der Zwerg angezogen ist zum Rausgehen und sobald er angezogen war, hatte er die Windel voll oder Hunger :freches grinsen:. So war es immer eine Tagesaktion, nur mal eben Windelnkaufen zu gehen. Wie habe ich die Freundinnen beneidet, die Sommerbabies hatten, und diese einfach so in den Wagen legen und rausgehen konnten...!

Das mit dem "viele Kurse machen" kann ich nur bedingt unterschreiben. Mir ging es am Anfang so, dass wir NIE pünktlich irgendwohin gekommen sind (s.o.), d.h. für mich war es zusätzlicher Stress, zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort zu sein. Mir hat es in der Zeit sehr geholfen, Besuch zu haben von Freundinnen oder auch Schwester oder Eltern.
Ich habe dann ca. im März (als der Kleine 4 Monate alt war) mit Pekip angefangen, das hat uns beiden Spaß gemacht.

Ich glaube, du solltest auf dein Bauchgefühl hören (ich weiß, manchmal leichter gesagt als getan). Ich wünsche dir alles Gute, und denke daran: Du bist nicht allein und es wird alles besser! :blume:

Pfeifchen
07.02.2012, 20:33
Hallo Lillian,

bin nun das zweite Mal (Flaschen-) Mutter und hab die ganze Sache folgendermaßen optimiert:

Flasche wird zur Hälfte mit fertig gekochtem, abgekühlten Fencheltee gefüllt (wenn kein Tee sein soll geht natürlich auch Wasser, ist aber gut bei Blähungen). Die kommt in die Wickeltasche, dazu ne Thermoskanne mit heißem Wasser (oder eben vor Ort frisch gekochtes Wasser, je nachdem, wo ich gerade bin) und das Milchpulver im Milchportionierer. Kriegt das Fröschlein Hunger bedeutet das: Flasche mit heißem Wasser auffüllen, Milchpulver rein, Deckel zu, schütteln/kreisende Bewegung gegen Luftbläschen machen/Deckel runter.. fertig! Geht nur unwesentlich langsamer als Pulli ausziehen, BH aufmachen und zum Stillen anlegen.. ;-)
P.S.: Auch zu Hause steht immer eine Thermoskanne abgekochtes Wasser stehen (darf 24 Stunden aufbewahrt werden, koche aber meist zwei Mal am Tag frisch, weil die Kanne doch nicht lang genug heiß hält), daneben ein Messbecher Fencheltee.

Grüßle, Pfeifchen


Hallo Ramona,

mich stresst das Fläschchen machen auch etwas, vor allem unterwegs. Was würdest du denn heute anders/besser machen??

LG
Lillan

xanidae
07.02.2012, 20:58
Ich habe das kalte abgekochte Wasser direkt in die Flaschen gefüllt, dann das heiße dazu, dann Milchportionierer. Meine Kinder mochten die Milch eher lauwarm oder kalt.

Nellifer
07.02.2012, 21:51
Die ersten drei Monate waren für mich - der Vorhof zur Hölle... zumindest so ähnlich.

In den ersten Wochen musste ich die Kleine alle zwei Stunden stillen, bis sich das auf ca. alle vier Stunden eingependelt hatte.
Besuch konnte ich in den ersten Wochen gar nicht ertragen, weil der den mühsam errungenen Rhythmus störte. War irgendjemand im Haus, wenn auch nur im Nachbarzimmer, wollte die Kleine partout nicht trinken, was wiederum den Schlafrhythmus durcheinander brachte.
Ich habe in den ersten vier Wochen außer meiner Mutter keinen Besuch geduldet. Aber dafür hatten alle Verständnis!

Ansonsten habe ich ganz bewusst auf mich geachtet und weiterhin Dinge getan, die mir wichtig waren.
Allerdings fiel das Genießen dieser Dinge anfänglich extrem schwer, weil sowieso alle Gedanken um die Kleine kreisten, sobald ich von ihr getrennt war.

Der erste Stadtbummel ohne Baby: Sie war zwei Wochen alt, frisch gestillt, der Herr Papa hatte mal tagsüber Zeit, da habe ich ihm die Kleine in den Arm gedrückt und bin in die nächste Großstadt gefahren. Ich hatte kein Ziel, ich musste einfach nur raus. Nach einer Stunde habe ich meinem (völlig unnötigen!) "schlechten Gewissen" dem Baby gegenüber nachgegeben und bin wieder heimgefahren... Aber ich konnte mal durchatmen.

Ein Vollbad tagsüber: Ich habe den gesamten Badfußboden mit Turnmatten ausgelegt, die Krabbeldecke drüber, das Kind so darauf platziert, dass es mich in der Wanne sehen konnte, eine volle Fenchelteeflasche (den hat sie geliebt und damit konnten wir auch mal den ersten Hunger bis zum Stillen überbrücken) bereit gehalten - und mich für mindestens 30 Minuten ins heiße Wasser gelegt. Das ging immer ganz gut.

Und ich bin TÄGLICH raus!

Was ich früher einmal die Woche mit dem Auto eingekauft habe, habe ich nach der Geburt auf fünfmal die Woche zu Fuß und mit dem Kinderwagen verteilt. So hatte ich Struktur im Tag, habe mich viel an der frischen Luft bewegt und kam unter Leute.
Meine Tochter ist ein Dezemberkind, und trotz der Kälte und manchmal Schmuddelwetter bin ich mit ihr raus. Sobald wir die ersten paar Meter draußen gelaufen waren, wurde sie ruhiger, Gequengel und Gequäke ließen nach, sie schlief rasch ein.

Natürlich brüllte sie auch gerne mal im Supermarkt los, oder mitten auf der Straße.
Anfangs war ich fast panisch, wie ich das Kind zur Ruhe bringen sollte.
Bis ich mir klar gemacht habe, dass diese Panik ausschließlich daher rührte, dass ich "an die Leute" außenrum dachte - was denken die wohl, dass mein Baby schreit, fühlen sie sich dadurch gestört, was erwarten sie von mir, die denken, dass ich eine schlechte Mutter bin, usw.
Als mir das klar war, konnte ich sehr viel gelassener mit einem schreienden Baby in der Öffentlichkeit umgehen, und dadurch auch das Kind viel leichter wieder beruhigen.

Und: Wenn wir zuhause waren und sie tagsüber geschlafen hat, habe ich mich auch aufs Sofa gelegt, gelesen, Musik gehört, oft ebenfalls geschlafen.
Unser Drei-Personen-Haushalt war relativ überschaubar und schnell erledigt, so dass ich mich ohne schlechtes Gewissen so oft es ging ausgeruht habe.

In den ersten drei Monaten dachte ich ständig, ob das je vorüber geht?
Dieser ständige Schlafmangel, das Hormonchaos, das Gefühl für alle Zeit an dieses Kind gefesselt zu sein, das Gefühl, mich und mein eigenes Leben verloren zu haben... Ich habe mich in dieser Zeit nicht mal im Spiegel erkannt mit dieser fleckigen Haut, den verquollenen Augen, den schnell fettenden Haaren, die plötzlich nicht mehr lockig sondern glatt waren (das hat sich nach einem Jahr wieder gegeben), den paar übriggeblieben Kilos...

Und dann war das alles mit Beginn des vierten Monats schlagartig VORBEI!
Ich hatte ein wonniges, immer lachendes, pralles Baby, das zumeist sechs Stunden am Stück schlief (und ich auch wieder...).
Ich hatte mein altes Gewicht wieder und Haut und Haare wurden besser.
Ich bekam wieder Lust auf Sex.
Ich hatte einen durchorganisierten Alltag, in dem ich auch trotz und mit Kind viel für mich tun konnte.
Ich nahm die Kleine tagsüber überall mit hin, und abends konnte ich sie auch mal einem Babysitter anvertrauen, ohne ausschließlich über ihr Wohlergehen nachzudenken.

Liebe Lumumba, versprochen, es wird besser werden!
Aber ja, der Anfang ist schwer.
Und ich kenne keine Frau, die diese Zeit zumindest beim ersten Kind locker, entspannt und ausgeschlafen erlebt hätte!!

Alles Liebe - und achte auf Dich! :blumengabe:

Lumumba
07.02.2012, 22:32
heeey,

danke für eure wunderbaren, zahlreichen und vor allem rasche-hilfe antworten!!! :)

ich hab gestern schon mal nachgeschaut, ob vielleicht eine nachricht da ist und dann bald festgestellt, dass es ganze 3 seiten wurden, und ich kann sagen mit jeder nachricht war ich ein bisschen besser drauf (fast hätt ich vor rührung wieder tränen in den augen bekommen, aber ich habs geschafft mich einfach zu freuen! :-))

@Lillan, du machst mir besonders Mut 2,5 Wochen halt ich auch noch durch, wenns dann schon besser ist, dann schaff ich das auch!

@peppis, "das ungewaschene Etwas, das nicht mal Zeit für Körperpflege" hat, au ja! das bin ich! :-) bin ja schon froh wenn ich es ausnahmsweise mal um 11 schon unter die dusche schaffe...

ich glaube, ich habe jetzt akzeptiert, dass die nächsten 2,5 wochen einfach immer noch wochenbett sind, damit fühl ich mich wohler. hoffe nur, dass das mein mann auch versteht (er meint, er kann mir grad nicht recht machen und ich hab das gefühl, er versteht mich gar nicht). er hat schon eine erwachsene tochter, und da die ja lange einzelkind war, will er sie auf gar keinen fall vernachlässigen. dann macht er stundenlang sachen mit ihr und ich sitz allein im "käfig" und werd immer mieselsüchtiger :-( aber ja nichts sagen, weil sonst hab ich ja ein problem mit seiner tochter, pffff....

so, jetzt kann ich euch noch was positives berichten: ich war heute beim kiarzt und dann war der kleine beim autofahren so ruhig, dass ich spontan noch beim supermarkt war - ganz alleine mit dem zwerg! *stolz*
und siehe da, er hat (fast) nicht geweint!

also nochmal, danke euch allen - ihr seid stärker als jede psychotherapeutengruppe - und das in meinem wohnzimmer! :-)

lumi

brighid
07.02.2012, 22:35
was deinen mann betrifft:

er kann es nicht nachempfinden- er hat nicht diese hormonschübe.

sage ihm: habe mich einfach lieb und akzeptiere es. es soll so`ne frauensache sein. mit hormonen und so- du weisst ja.

glaube mir, wenn sie, die meisten männer, versichert bekommen, dass es soweit normal sei- wollen sie die details über wochenfluss und milcheinschuss garnicht wissen.

das wird! und wenn dir zum heulen zumute ist- lasse es raus!

Lumumba
08.02.2012, 16:40
hi Brighid,

ja, das hab ich versucht - er hat nur gemeint er hätte gedacht, dass ich in einer solchen Situation stärker wäre (auch nicht gerade aufbauend finde ich)....

da hab ich noch eine Frage: der Kleine ist jetzt verkühlt, verstopfte Nase und Husten (war schon beim Kinderarzt) - bist du/seid ihr mit einem kranken Kind auch rausgegangen?

lumi

brighid
08.02.2012, 16:42
ja, das hab ich versucht - er hat nur gemeint er hätte gedacht, dass ich in einer solchen Situation stärker wäre (auch nicht gerade aufbauend finde ich)....

da hab ich noch eine Frage: der Kleine ist jetzt verkühlt, verstopfte Nase und Husten (war schon beim Kinderarzt) - bist du/seid ihr mit einem kranken Kind auch rausgegangen?

lumi

nun, klare ansage an ihn: du hast dich geirrt.

so lange sie kein fieber hatten, bin ich zumindest einmal um den block gegangen -zum durchlüften- zur wärmsten mittagssonnenzeit.

Peppis
08.02.2012, 17:27
hi Brighid,

ja, das hab ich versucht - er hat nur gemeint er hätte gedacht, dass ich in einer solchen Situation stärker wäre (auch nicht gerade aufbauend finde ich)....

da hab ich noch eine Frage: der Kleine ist jetzt verkühlt, verstopfte Nase und Husten (war schon beim Kinderarzt) - bist du/seid ihr mit einem kranken Kind auch rausgegangen?

lumi

Ja, ja.......

Das ist ja genau das, was man dann hören möchte. Vielleicht tröstet es dich, dass mein Mann auch so einiges erst verstehen musste. Es war relativ schwierig für ihn zu verstehen, warum ich abends mit "diesem Gesicht" vollkommen genervt zu Hause vorzufinden war, wo ich doch den ganzen Tag frei hatte ;-)

Heute ist er auch schlauer.

Sicher hat er auch seine lebensfrohe Frau (die ich immer war und wieder bin) vermisst. Ich war fertig, hatte nur noch das Kind im Kopf und für ihn war da einfach wenig raum am Anfang. Baby hier und Baby da.

Ich halte das jedoch für völlig normal.

Im besten Fall reden, reden, reden und einander zuhören.

Einer ist da glaub ich neidisch auf die Position des Anderen. Die klassischen Dinge wie "Du hast es doch gut, du bist den ganzen Tag zu Hause, ich muss arbeiten". Und bei mir "Bohhr, du hast es gut, du kannst arbeiten gehen, während ich hier dieses Baby verstehen muss".

Später hilft da der ein oder andere Rollentausch.

Heute würde ich allerdings, wie bridhid sagt, auch selbstbewusster damit umgehen.

Bei diesen Temperaturen würde ich mich auch auf kurze Touren um den Block beschränken. Die Luft ist relativ kalt. Dafür vielleicht 2 mal am Tag.

Du hörst dich gut an. Verliere deinen Humor nicht ;-)

Inaktiver User
09.02.2012, 09:24
Das mit dem "viele Kurse machen" kann ich nur bedingt unterschreiben. Mir ging es am Anfang so, dass wir NIE pünktlich irgendwohin gekommen sind (s.o.), d.h. für mich war es zusätzlicher Stress, zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort zu sein.

Geht mir genauso. Wir hatten nun dreimal Babymassage - zweimal sind wir verspätet angekommen, einmal haben wir gleich ganz verschlafen. :freches grinsen: Aber die Hebamme meinte gleich, wir sollen uns keinen Stress machen um pünktlich da zu sein. Bei den Mama-Treffs machen wir es auch so, dass wir sagen "ab 15 Uhr" und nicht "um 15 Uhr". So trudelt halt jede irgendwann ein..

@ Lumumba: Du liest dich schon viel zuversichtlicher und optimistischer! Weiter so!
Wegen der Sprüche deines Mannes.. damit bist du nicht allein.. Mein Freund hat am Anfang (als ich meine Eltern für zwei Tage zur Hilfe dazugeholt habe) auch mal so einen Spruch gebracht ("Ich hätte gedacht, du würdest das alleine packen"). Die Kerle können einfach nicht nachvollziehen, wie es frau geht in der Situation. Reden, sich austauschen, versuchen zu erklären, wie man sich fühlt... hat mir und uns viel geholfen.

Alles Liebe
Lillan

Inaktiver User
11.02.2012, 13:16
Hallo Lillian,

bin nun das zweite Mal (Flaschen-) Mutter und hab die ganze Sache folgendermaßen optimiert:

Flasche wird zur Hälfte mit fertig gekochtem, abgekühlten Fencheltee gefüllt (wenn kein Tee sein soll geht natürlich auch Wasser, ist aber gut bei Blähungen). Die kommt in die Wickeltasche, dazu ne Thermoskanne mit heißem Wasser (oder eben vor Ort frisch gekochtes Wasser, je nachdem, wo ich gerade bin) und das Milchpulver im Milchportionierer. Kriegt das Fröschlein Hunger bedeutet das: Flasche mit heißem Wasser auffüllen, Milchpulver rein, Deckel zu, schütteln/kreisende Bewegung gegen Luftbläschen machen/Deckel runter.. fertig! Geht nur unwesentlich langsamer als Pulli ausziehen, BH aufmachen und zum Stillen anlegen.. ;-)
P.S.: Auch zu Hause steht immer eine Thermoskanne abgekochtes Wasser stehen (darf 24 Stunden aufbewahrt werden, koche aber meist zwei Mal am Tag frisch, weil die Kanne doch nicht lang genug heiß hält), daneben ein Messbecher Fencheltee.

Grüßle, Pfeifchen

Danke für den Flaschen-Bericht (auch an xanidae). Klingt praktischer, wie ihr das gemacht habt. Ich mache es bisher so, dass ich das Pulver in der Flasche mitnehme u heißes Wasser in der Thermoskanne. Dann auffüllen und dann muss ich zum nächsten Wasserhahn rennen um die Flasche darunter abzukühlen. Das ist halt der Stressmoment, in dem ich ein schreiendes Baby alleine bzw. bei jemand anderem lassen muss u sie dann u.U. den ganzen Laden zusammenbrüllt.:knatsch: Aber wenn man sowohl heißes als auch kaltes Wasser dabei hat, entfällt ja das Problem! :smile::allesok:

Lumumba
17.02.2012, 22:25
hi!

ich wollt euch nur noch abschließend zwei Dinge berichten:

1. hab ich gelernt, dass man bei ganz kleinen Babys doch noch die Temperatur herkömmlich misst und nicht mit dem neuen Ohrteil (das hat nämlich 4 Tage lang 38 Grad angezeigt und ich hab mich fertig gemacht, dabei hatte er gar kein Fieber) :-)

2. war gestern ein ausgesprochen guter Tag! Wir sind raus, dann ist der Kleine eingeschlafen, ich konnte in Ruhe Mittagessen gehen und hab es wirklich genossen. Gestern hatte er auch nur alle 2-3 Stunden Hunger und war nicht dauernd an meiner Brust.

Danke nochmal für eure aufmunternden Worte,
eure lumi