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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Abmahnung bei Fehlen am Arbeitsplatz



Fussl
20.01.2012, 10:44
Hallo,

es geht um folgenden Sachverhalt:

Mitarbeiter kommt nicht zur Arbeit. Er ruft an, sagt, dass er wg. Schneeverhältnisse heute morgen nicht kommen kann (wir hatten hier heute morgen mit Glätte u. Schneematsch zu kämpfen). Er war schon auf dem Weg zu Arbeit, hat dann umgedreht weil es "kein Durchkommen" gab. By the way- unsere anderen Mitarbeiter haben es auch geschafft....

Es geht um einen Anfahrtsweg von ca. 8-10 km. Der MA kommt mit dem Auto, es fährt auf dieser Strecke aber ein Bus und S-Bahn. S-Bahnstelle ist ca. 5 Min. Fußweg von der Arbeitsstelle entfernt.

Wir haben den MA trotzdem gebeten zu kommen (wir haben den Weg ja auch geschafft....)was dieser vereint bzw. abgelehnt hat. Der MA arbeitet am Freitag den halben Tag, uns hätte auch gereicht wenn er später zum Arbeitsplatz kommt und dann seine Stundenzahl arbeitet. Das haben wir auch gesagt, aber die Antwort lautete trotzdem nein. Wir sind ein 5-Mann Betrieb, da kommt es auf jeden einzelnen an, jeder hier ist mit seiner Arbeit enorm wichtig für uns.

Somit fehlt der MA heute am Arbeitsplatz. Aufgrund dessen möchten wir ihm eine Abmahnung zukommen lassen.

JEtzt meine Frage, da wir solch einen Fall noch nie hatten:
wie muss die Abmahnung korrekt formuliert sein? Hat hier jemand Erfahrung? Ist dies überhaupt ein Grund für eine Abmahnung? Was müssen wir beachten?

Ich denke für eure Hilfe

Lg
Fussl, die das ganze immer noch nicht wirklich fassen kann.....

smilla_nrw
20.01.2012, 10:49
Ich find sowas ziemlich kleinkariert!!

Es ging um die Wetterverhältnisse und nicht um weiß Gott für einen schlimmen Vorfall und jemandem deswegen eine Abmahnung zu schreiben, finde ich echt unmöglich. Er hat ja extra noch angerufen und Bescheid gesagt.
Und auch wenn andere das geschafft haben....er ist nicht andere.

Rechnet ihm den Tag einfach als unbezahlten Urlaubstag bzw. entschuldigtes Fehlen oder was weiß ich an, aber eine Abmahnung ist SEHR übertrieben und meiner Meinung nach nicht gerechtfertigt.

Bienchen71
20.01.2012, 10:51
Ich kann Euren Ärger verstehen. Aber ich als selbst Schneegeschädigte (Anfahrtsweg ist allerdings deutlich länger bei mir und auch mit Öffis nicht machbar) kann das verstehen, dass man nach einem gescheiterten Versuch (z.B. weil jemand anders querstand und man dann nicht mehr weiterkommt) so genervt ist, dass man keine Lust mehr hat, sich nochmal auf die Socken zu machen. Bei uns geht das allerdings problemlos, man ruft an, sagt, dass man nicht kommt und es wird ein Urlaubstag dafür aufgewendet. Für höhere Gewalt kann der AG ja nun auch nichts und ich hab auch nicht gemurrt wegen des Urlaubstags...

Überlegt doch mal, ob das nicht auch als Maßnahme ausreichen würde, ihm einen Urlaubstag dafür abzuziehen und ihm zu sagen, dass er bei der nächsten Weigerung eine Abmahnung bekommt... Schon allein um des Betriebsfriedens, der bei gerade mal fünf Leuten bei sowas ja schnell gestört sein kann...

Opelius
20.01.2012, 10:54
... und zitier ihn am Monatagmorgen zu einem Gespräch. Lass Dir noch einmal die Gründe des Fehlens erläutern und droh ihm mit einer Abmahnung bei ungerechtfertigter Wiederholung. Ich denke wg. eines einmaligen Fehlens ist keine Abmahnung gerechtfertigt.

Vielleicht hilft das:
Abmahnungs-FAQ: Bestandteile einer Abmahnung (http://www.abmahnungs-faq.de/pages/de_index_bestandteile.html)

Fussl
20.01.2012, 10:58
Ich find sowas ziemlich kleinkariert!!

Es ging um die Wetterverhältnisse und nicht um weiß Gott für einen schlimmen Vorfall und jemandem deswegen eine Abmahnung zu schreiben, finde ich echt unmöglich. Er hat ja extra noch angerufen und Bescheid gesagt.
Und auch wenn andere das geschafft haben....er ist nicht andere.

Rechnet ihm den Tag einfach als unbezahlten Urlaubstag bzw. entschuldigtes Fehlen oder was weiß ich an, aber eine Abmahnung ist SEHR übertrieben und meiner Meinung nach nicht gerechtfertigt.

nun, wir sind hier ja nicht bei Wünschdirwas. Wenn jeder hier anruft und sagt, wann er kommt weil es ihm gerade in den Kram passt, dann könnten wir den Laden schliessen und der Mitarbeiter würde aufgrund dessen seinen Arbeitsplatz verlieren. Verantwortungsvolles handeln gilt ja nicht nur in eine Richtung!

Ich bin heute exakt den Arbeitsweg gefahren, denn der Mitarbeiter fahren muss. Und ich habe es auch geschafft. Hat zwar etwas länger gedauert, aber ich bin im Büro angekommen. Ich bin auch zur gleichen Zeit in etwa losgefahren wie MA, da wir gleichzeitig anfangen zu arbeiten.

Verständnis für das Vernbleiben vom Arbeitsplatz kann ich leider nicht aufbringen....

Bienchen71
20.01.2012, 10:59
Und Fussl, was mir gerade noch einfällt: wenn Ihr jeden Mann bei der Arbeit braucht und es so notwendig ist, dass er kommt - wieso hast Du dann Zeit, in der Bri zu schreiben während der Arbeitszeit? :smirksmile: (nicht böse sein, aber Internetnutzung während der Arbeitszeit ist in manchen Firmen wirklich ein Kündigungsgrund, entschuldigtes Fehlen am Arbeitsplatz wegen Wetterverhältnissen aber nicht)

Fussl
20.01.2012, 11:00
Und Fussl, was mir gerade noch einfällt: wenn Ihr jeden Mann bei der Arbeit braucht und es so notwendig ist, dass er kommt - wieso hast Du dann Zeit, in der Bri zu schreiben während der Arbeitszeit? :smirksmile: (nicht böse sein, aber Internetnutzung während der Arbeitszeit ist in manchen Firmen wirklich ein Kündigungsgrund, entschuldigtes Fehlen am Arbeitsplatz wegen Wetterverhältnissen aber nicht)

da mir der Laden hier gehört und ich die Mitarbeiter bezahle :-)

smilla_nrw
20.01.2012, 11:02
nun, wir sind hier ja nicht bei Wünschdirwas. Wenn jeder hier anruft und sagt, wann er kommt weil es ihm gerade in den Kram passt, dann könnten wir den Laden schliessen und der Mitarbeiter würde aufgrund dessen seinen Arbeitsplatz verlieren. Verantwortungsvolles handeln gilt ja nicht nur in eine Richtung!
Ach du Schande. Wegen sowas machst du so einen Aufriss?
Ehrlich, es ging um Wetterverhälnisse mit Glatteis und Schneematsch und nicht weil es ihm so "in den Kram" gepasst hat. Sonst wäre er ja auch erschienen am Arbeitsplatz oder??

Ich kann mich nur immer wieder wundern, wie unfehlbar manche AGs sind scheinbar.
Wenn ich so einen AG hätte, mit SO einer Einstellung und null Verständnis, da würde ich flotten Schrittes abhauen. Sowas braucht kein Mensch. Sorry, für meine harte Worte, aber du übertreibst maßlos und du solltest dich nicht als Maß aller Dinge ansehen.

rosemary_
20.01.2012, 11:03
Ich finde es etwas merkwürdig, dass du/ihr euch entschlossen habt, den Mitarbeiter abzumahnen, ohne zu wissen, ob das überhaupt ein Abmahnungsgrund ist?

Eine Abmahnung dient ja nun dazu, eine Rüge zu erteilen und eine Kündigung bei weiterem Fehlverhalten "wasserfest" zu machen.

Ist denn dieser Mitarbeiter sonst schon einmal dergestalt aufgefallen?

Fussl
20.01.2012, 11:03
und noch was: durch das Fehlen des MA müssen sie restlichen Mitarbeiter nun seine Arbeit auffangen und miterledigen. Soviel zum Thema Betriebsfrieden.............

smilla_nrw
20.01.2012, 11:04
und noch was: durch das Fehlen des MA müssen sie restlichen Mitarbeiter nun seine Arbeit auffangen und miterledigen. Soviel zum Thema Betriebsfrieden.............
Tja, so ist das nunmal. Und so wäre es auch, wenn jemand bei euch krank wäre.
Mir scheint, daß du von Mitarbeiterführung gar keinen Plan hast und sie nur wie Marionetten zu funktionieren haben.

Klecksfisch
20.01.2012, 11:05
Aus dem Grund habe ich mir vor einigen Jahren einen neuen Arbeitgeber gesucht. Ich hatte kein Interesse wegen jedem Pupst eine Abmahnung zu kassieren. Seitdem geht mir gut. 1. Abmahnung, 2. Abmahnung, 3. Kündigung.

Fussl
20.01.2012, 11:06
ja, aber wie gesagt, darauf möchte ich jetzt nicht eingehen. Das heute morgen hat buchstäblich das Fass zum Überlaufen gebracht.

Wir möchten eine Abmahnung ausprechen, aber natürlich nur, wenn wir hier rechtlich auf der sicheren Seite sind. Ist dies nicht der Fall, das werden wir noch klären müssen, werden wir dies nicht tun. Nur denke ich, als Arbeitgeber muss ich mir dieses Verhalten nicht gefallen lassen, oder? Es arbeiten hier noch weitere Personen, für diese bin ich Verantwortlich. Wenn ich dieses Verhalten einem durchgehen lasse, ohne Konsequenzen...ja, wo kommen wir denn da hin?

smilla_nrw
20.01.2012, 11:09
Nur denke ich, als Arbeitgeber muss ich mir dieses Verhalten nicht gefallen lassen, oder? Es arbeiten hier noch weitere Personen, für diese bin ich Verantwortlich. Wenn ich dieses Verhalten einem durchgehen lasse, ohne Konsequenzen...ja, wo kommen wir denn da hin?
Komm mal runter von deinem hohen Ross!
Er hat telefonisch Bescheid gesagt und das sollte erstmal Grund genug sein, bevor man überhaupt eine Abmahnung ausspricht oder daran denkt, das PERSÖNLICHE Gespräch mit dem MA zu suchen. Aber davon hast du bestimmt noch nichts gehört oder?

Gehst du mit allen Mitarbeitern so diktatorisch um?

rosemary_
20.01.2012, 11:11
Wann ist man schon mal auf der rechtlich sicheren Seite? Wir kennen ja auch nur deine Version.

Was du ihm wohl vorwerfen könntest, dass er nicht auf öffentliche Verkehrsmittel umgestiegen ist.

Ich persönlich habe den Eindruck, dass du den Mann ganz schön auf dem Kieker hast.

Bienchen71
20.01.2012, 11:12
Fussl, Du musst es ja nicht durchgehen lassen! Hol ihn Dir doch wie schon vorgeschlagen am Montag ins Büro und führ mit ihm ein ernstes Gespräch. Und zieh ihm einen Urlaubstag ab. Und dann schau mal, was passiert. Wenn's dann okay ist und er nicht bockig wird, dann belass es doch dabei.

Eben drum, wenn er krank wäre, müsste die Arbeit auch von anderen aufgefangen werden. Und dann bekäme er auch keine Abmahnung. Also schön blöd von ihm, ehrlich zu sein und sich nicht einfach krank zu melden :smirksmile:

Ob Ihr rechtlich auf der sicheren Seite seid, kann Dir ein Anwalt sagen. Du wirst ja vermutlich einen rechtlichen Beistand haben, der Verträge prüft etc. Frag den doch mal.

Inaktiver User
20.01.2012, 11:14
Wie wäre es denn, wenn jetzt erstmal alle wieder ein bisschen runterkommen?

Ich kann Fussl's Standpunkt ein Stück weit sehr gut nachvollziehen, auch die andere Seite teilweise.

Ich denke, den besten und bisher einzigen konstruktiven Beitrag hat Opelius geschrieben:

zitier ihn am Monatagmorgen zu einem Gespräch. Lass Dir noch einmal die Gründe des Fehlens erläutern und droh ihm mit einer Abmahnung bei ungerechtfertigter Wiederholung. Ich denke wg. eines einmaligen Fehlens ist keine Abmahnung gerechtfertigt.

Vielleicht hilft das:
Abmahnungs-FAQ: Bestandteile einer Abmahnung (http://www.abmahnungs-faq.de/pages/de_index_bestandteile.html)

Margali62
20.01.2012, 11:16
Wenn er wirklich mit Bus oder S-bahn hätte fahren können verstehe ich die Winterausrede nicht. Und natürlich hätte er zwei Stunden später (wenn der Räumdienst gekommen wäre) losfahren können.
Ich bin da mehr bei Fussl.

Fussl
20.01.2012, 11:18
ich denke so werde ich es machen, das Gespräch suchen und ihm einen Tag Urlaub abziehen. Dann werden wir weiter sehen....

Smilla, dir würde ich ein Abo im Fitnesscenter empfehlen, dort kannst du dich dann regelmässig richtig gut abreagieren :kuss:, vielleicht geht es dir danach ja besser. Solltest du weiterhin ein Problem mit meinem Beitrag hier haben, dann schreib mir doch ne PN :zwinker:

Bienchen71
20.01.2012, 11:20
ich denke so werde ich es machen, das Gespräch suchen und ihm einen Tag Urlaub abziehen. Dann werden wir weiter sehen....


Super Fussl! :allesok:

Inaktiver User
20.01.2012, 11:21
ja, aber wie gesagt, darauf möchte ich jetzt nicht eingehen. Das heute morgen hat buchstäblich das Fass zum Überlaufen gebracht.

Es gibt also eine Vorgeschichte und nun soll dieses Fehlen als Vorwand für eine Abmahnung herhalten. Hast Du mit ihm schon früher angesprochen, dass Du mit seinem Verhalten nicht zufrieden bist? Ich vermute, der Betriebsfrieden ist schon lange einseitig gestört und nun ist die Störung bei Dir angekommen.

Ich würde handeln wie von Opelius vorgeschlagen und bei der Gelegenheit auch noch einmal meine generelle Erwartung an ihn als Mitarbeiter formulieren.

marionett
20.01.2012, 11:24
Ich hatte einen Bekannten, der bekam von seinem Chef eine Abmahnung wegen "unaufgeräumten Schreibtisch" :gegen die wand:
Nur so viel zum Thema Menschenführung. Wenn man so sehr auf die Arbeitskraft des Kollegen angewiesen ist, kann er ja so schlecht nicht sein... :zwinker:

smilla_nrw
20.01.2012, 11:26
ich denke so werde ich es machen, das Gespräch suchen und ihm einen Tag Urlaub abziehen. Dann werden wir weiter sehen....

Smilla, dir würde ich ein Abo im Fitnesscenter empfehlen, dort kannst du dich dann regelmässig richtig gut abreagieren :kuss:, vielleicht geht es dir danach ja besser. Solltest du weiterhin ein Problem mit meinem Beitrag hier haben, dann schreib mir doch ne PN :zwinker:
Du hast in einem öffentlichen Forum gepostet. ICH habe keine Probleme mit deinen Beiträgen, aber offensichtlich du mit meinen bzw. mit meiner ehrlichen Meinung zum Thema.

Klecksfisch
20.01.2012, 11:28
ja, aber wie gesagt, darauf möchte ich jetzt nicht eingehen. Das heute morgen hat buchstäblich das Fass zum Überlaufen gebracht.


Darum gehts und warum wurde von dir das Gespräch nicht schon beizeiten gesucht?

Inaktiver User
20.01.2012, 11:37
Ich schließe mich da Opelius an; wenn das eine einmalige Sache war, würde ich ihm das vom Urlaub abziehen. Und ihn dann im Auge behalten.

Aussagen wie "ja, wenn ich genervt bin, habe ich auch keine Lust, nochmal loszufahren" sind ja wohl das Letzte! Es kommt wohl kaum drauf an, ob der Arbeitnehmer "Lust" hat, zu kommen!

Und dass AG evtl. zu jedem Strohhalm greifen, um Leute abzumahnen, kann ich - selbst Angestellte - leider nur zu gut nachvollziehen. Leider wird man Minderleister oder Quertreiber als AG ja sonst kaum los.
Viele AN glauben eben auch, sich alles erlauben zu können.

Opelius
20.01.2012, 11:53
ich denke so werde ich es machen, das Gespräch suchen und ihm einen Tag Urlaub abziehen. Dann werden wir weiter sehen....

:

Und vergiss nicht, darüber ein Protokoll anzufertigen. Die Durchschrift gibst Du dann später dem Arbeitnehmer. Soetwas gehört in die Personalakte.

Ich denke, es war gut, dass Du Deine Wut hier gepostet hast, denn dann musst Du nicht mehr mit der Wut in das Gespräch gehen, sondern kannst das ganz souverän angehen.

Mr_McTailor
20.01.2012, 12:06
So ganz genau kann es Dir natürlich nur Dein Anwalt erklären.

Aber so wie ich das sehe, ist es nunmal die Hauptpflicht des Arbeitnehmers seine Arbeitsleistung zu erbringen, die des Arbeitgebers diese zu vergüten. Da der Arbeitnehmer seine Arbeitsleistung nicht erbracht hat, bist Du auch nicht zur Vergütung verpflichtet. Einfacher gesagt, ich würde ihm den Ausfalltag vom Lohn abziehen.

Grundsätzlich muss man zusehen, zur Arbeit zu kommen. Wenn die Wetterverhältnisse schwierig sind, muss man halt zusehen, wie man es trotzdem hinbekommt. Keinesfalls muss der Arbeitgeber das Risiko tragen.

Das mit der Abmahnung dagegen würde ich knicken. Wenn die Wetterverhältnisse es absolut nicht zulassen zur Arbeit zu kommen, kann nicht abgemahnt werden. Wenn der Arbeitnehmer genau das behauptet, müsstet Du, um die Abmahnung zu rechtfertigen, das Gegenteil beweisen. Darauf würde ich mich nicht einlassen.

Promethea71
20.01.2012, 12:44
Ich würde ihm auch eine scharfe Rüge erteilen, denn es ist tatsächlich nicht die Entscheidung des AN ob er zur Arbeit kommen mag oder nicht und ich würde für den Wiederholungfall eine Abmahnung ankündigen.

Ob eine Abmahnung letztlich rechtlich in Ordnung ist, wird im Zweifel im Kündigungsverfahren geklärt, andererseits bei nur fünf Angestellten greift das Kündigungsschutzgesetz sowieso nicht, eine Kündigung ist also nicht so schwer durchsetzbar.



Und das Problem ist ja mehrschichtig, bei einem beidseits gutem und loyalen Arbeitsverhältnis hätte der AN alle Hebel in Bewegung gesetzt um zur Arbeit zu kommen und mir ist gerade keine Region bekannt, in der absolut gar nichts mehr geht und ich gehe davon aus, die anderen AN wohnen auch nicht fussläufig zur Arbeit.

Und dann fragt man sich, ist das Verhältnis nur zu diesem AN schlecht und welches Vorgehen des AG hat welche Konsequenz sowohl auf diese Arbeitsverhältnis, also auch auf die übrigen Arbeitsverhältnisse. Und wenn ich sehe, ein Kollege kommt mit einer "vergeschobenen" Ausrede durch, an kann das die anderen anstecken. Oder sie fühlen sich einfach schlecht behandelt, weil sie ja so "dumm" sind bei jedem Wetter zu kommen und dann für die "Faulen" mitarbeiten lassen. Es ist auch davon abhängig, wie viel im Team gearbeitet wird und die andern müssen es ausbaden, oder ob Arbeit einfach bis Montag liegen bleiben kann - dann macht die hier quasi angesprochene Gleitzeit Sinn. Das klingt bei Fussl aber nicht so.


Kurz, ich muss mir als AG nicht auf der Nase rum tanzen lassen und das sollte ich dem AN auch ganz klar zu verstehen geben. Das heißt nicht, dass ich ansonsten nicht mit mir reden lassen und auch mal kulant bin - nach Absprache. Also wenn der AN eben sagt, bei Schnee muss ich die S-Bahn nehmen und um pünktlich zu sein, muss ich dann zwei Stunden früher fahren, wenn ich die spätere Bahn nehme wäre ich eine halbe Stunde später da, geht das. Das sind Absprachen, aber einfach nicht kommen, weil man keine Lust hat, ist ein Kündigungsgrund.

Inaktiver User
20.01.2012, 13:17
Mich macht die Arbeitseinstellung von Angestellten, wie sie hier geäußert wird, nahezu fassungslos. Kommst du heute nicht, kommst du morgen.
Vielleicht sollten die Arbeitgeber bei solchen Arbeitnehmern einführen "Zahlst du heute die Löhne nicht, zahlst du morgen" ...

Eine Schreiberin übersetzt Glätte mit Glatteis.
Glätte ist das, was im Winter schon einmal passiert. So die Gerüchte.
Drum hat das Auto Winterreifen und der Arbeitnehmer ist unabhängig davon verpflichtet, pünktlich zur Arbeit zu erscheinen.
Da alle anderen Kollegen es geschafft haben, ist von normalen winterlichen Verhältnissen auszugehen. Wie man daraus auf das Recht sich einfach freizunehmen schließen kann, sehe ich nicht.

Aber selbstverständlich wären alle, die das so sehen, auch sehr verständnisvoll, wären sie durch solche Entscheidungen betroffen.
Müssten sie sich von jetzt auf gleich um die Unterbringung ihres Kindes kümmern, weil die Kindertagesstätte nicht besetzt wäre, die Schulen dicht wären, da die Lehrer keinen Bock hatten, würden Arzttermine nicht eingehalten werden, weil der Arzt drei Schneeflocken gesehen hat, der Handwerker käme nicht, für den man sich extra freigenommen hat, bei der Telekom ginge in der Störungsstelle keiner ans Telefon - ach ja, und alle Busse würden ausfallen, gelle?
Aus irgendeinem Grund denke ich, dass dann das Fassungslosforum überlaufen würde.

Es waren alle anderen Mitarbeiter da, es war also eine normale Glättesituation. Die öffentlichen Verkehrsmittel fuhren und befanden sich augenscheinlich in zumutbarer Nähe für ihn.
Zuspätkommen ist abmahnfähig und irgendwann ein Kündigungsgrund. Denn Witterungsverhältnisse sind keine Begründung für Zuspätkommen, einen guten Überblick bietet diese Seite Mythos 3: Pünktlichkeit – keine Pflicht bei Glatteis - Arbeitsrecht - FOCUS Online - Nachrichten (http://www.focus.de/finanzen/karriere/arbeitsrecht/rechte-und-pflichten/tid-12657/arbeitsrecht-mythos-3-puenktlichkeit-keine-pflicht-bei-glatteis_aid_351168.html).

Der Mitarbeiter kam nicht zu spät, er verweigerte gänzlich sein Kommen. Ich nenne das Arbeitsverweigerung. Er verstößt damit erheblich gegen seine vertraglichen Pflichten. Und ich finde es bezeichnend, dass man auf einem hohen Ross sitzen soll, wenn man die Einhaltung dieser fordert.
Wie gesagt - wie wäre es wohl, wenn es andersherum wäre?

Bei Glatteis in dem Sinne, dass er sich in Lebensgefahr begeben würde, sähe die Sache wohl anders aus. Da wäre ich als Arbeitgeberin deutlich verständnisvoller. Aber ein paar Schneeflocken machen noch lange keinen Urlaub.

By the way, Fussl, ich hätte ihn nicht gebeten, sondern aufgefordert.

smilla_nrw
20.01.2012, 13:20
Man kann auch alles überdramatisieren.

Inaktiver User
20.01.2012, 13:21
Das mit der Abmahnung dagegen würde ich knicken. Wenn die Wetterverhältnisse es absolut nicht zulassen zur Arbeit zu kommen, kann nicht abgemahnt werden. Wenn der Arbeitnehmer genau das behauptet, müsstet Du, um die Abmahnung zu rechtfertigen, das Gegenteil beweisen. Darauf würde ich mich nicht einlassen.

Nachweisbar. Über den Deutschen Wetterdienst und die öffentlichen Verkehrsbetriebe. Ein Schneechaos und der Zusammenbruch des öffentlichen Personennahverkehrs wäre zurückzuverfolgen.

rosemary_
20.01.2012, 13:22
aber einfach nicht kommen, weil man keine Lust hat, ist ein Kündigungsgrund.

So könnte man das interpretieren, wenn man Anwalt von Fussl wäre.

Letztlich müsste man aber Genaueres wissen. Tatsache ist ja, dass der AN von zuhause losgefahren ist, um zur Arbeit zu kommen. Von Blaumachen kann also keine Rede sein. Dann müsste man genau wissen, was im Telefongespräch besprochen worden ist. (was erfahrungsgemäß immer äußerst streitig ist) Auch hat der AN ja wohl von sich aus angerufen. Er ist ja nicht einfach im Bett liegen geblieben.

Klar ist, dass Fussl den Lohn für den Tag nicht bezahlen muss, steht ja schon im BGB irgendwo.

Fussl
20.01.2012, 13:36
testo_in_chiaro, ich danke dir für deinen Beitrag :zwinker:.

Nun, ich gehe natürlich davon aus, dass der MA losgefahren ist.....denn: ich kann auch ne Stunde oder anderthalb warten, gemütlich auf dem Sofa sitzen und Kaffee schlürfen und dann meinen AG anrufen um ihm dann die GEschichte vom Pferd zu erzählen.

Dass das stimmt, was der MA sagt, möchte ich aber nicht anzweifeln im Moment. Ich gehe davon aus, dass dies der Wahrheit entspricht.

Kommt hier zufällig jemand aus der Ecke Stuttgart? Wie habt ihr das "verkehrswetter" heute morgen empfunden?

LG

Buemie
20.01.2012, 15:12
Man kann auch alles überdramatisieren.

So ein Quatsch! Ich komme einfach nicht, wegen dem Wetter??? Was soll das? Da gehört ein Schuß vor den Bug und zwar augenblicklich. Bei der nächsten Verfehlung die Fristlos. Soll der Chef/Chefin Kniefälle tun um die Mitarbeiter zu motivieren? Kein Gespräch am Montag. Überreiche ihm die Abmahnung mit einem entsprechendem Vermerk. Wer einmal nachgibt, ist verdammt immer nachzugeben.
Viel Erfolg bei der Erziehungsmaßnahme.

Inaktiver User
20.01.2012, 15:16
Mich macht die Arbeitseinstellung von Angestellten, wie sie hier geäußert wird, nahezu fassungslos. Kommst du heute nicht, kommst du morgen.
Vielleicht sollten die Arbeitgeber bei solchen Arbeitnehmern einführen "Zahlst du heute die Löhne nicht, zahlst du morgen" ...

Eine Schreiberin übersetzt Glätte mit Glatteis.
Glätte ist das, was im Winter schon einmal passiert. So die Gerüchte.
Drum hat das Auto Winterreifen und der Arbeitnehmer ist unabhängig davon verpflichtet, pünktlich zur Arbeit zu erscheinen.
Da alle anderen Kollegen es geschafft haben, ist von normalen winterlichen Verhältnissen auszugehen. Wie man daraus auf das Recht sich einfach freizunehmen schließen kann, sehe ich nicht.

Aber selbstverständlich wären alle, die das so sehen, auch sehr verständnisvoll, wären sie durch solche Entscheidungen betroffen.
Müssten sie sich von jetzt auf gleich um die Unterbringung ihres Kindes kümmern, weil die Kindertagesstätte nicht besetzt wäre, die Schulen dicht wären, da die Lehrer keinen Bock hatten, würden Arzttermine nicht eingehalten werden, weil der Arzt drei Schneeflocken gesehen hat, der Handwerker käme nicht, für den man sich extra freigenommen hat, bei der Telekom ginge in der Störungsstelle keiner ans Telefon - ach ja, und alle Busse würden ausfallen, gelle?
Aus irgendeinem Grund denke ich, dass dann das Fassungslosforum überlaufen würde.

Es waren alle anderen Mitarbeiter da, es war also eine normale Glättesituation. Die öffentlichen Verkehrsmittel fuhren und befanden sich augenscheinlich in zumutbarer Nähe für ihn.
Zuspätkommen ist abmahnfähig und irgendwann ein Kündigungsgrund. Denn Witterungsverhältnisse sind keine Begründung für Zuspätkommen, einen guten Überblick bietet diese Seite Mythos 3: Pünktlichkeit – keine Pflicht bei Glatteis - Arbeitsrecht - FOCUS Online - Nachrichten (http://www.focus.de/finanzen/karriere/arbeitsrecht/rechte-und-pflichten/tid-12657/arbeitsrecht-mythos-3-puenktlichkeit-keine-pflicht-bei-glatteis_aid_351168.html).

Der Mitarbeiter kam nicht zu spät, er verweigerte gänzlich sein Kommen. Ich nenne das Arbeitsverweigerung. Er verstößt damit erheblich gegen seine vertraglichen Pflichten. Und ich finde es bezeichnend, dass man auf einem hohen Ross sitzen soll, wenn man die Einhaltung dieser fordert.
Wie gesagt - wie wäre es wohl, wenn es andersherum wäre?

Bei Glatteis in dem Sinne, dass er sich in Lebensgefahr begeben würde, sähe die Sache wohl anders aus. Da wäre ich als Arbeitgeberin deutlich verständnisvoller. Aber ein paar Schneeflocken machen noch lange keinen Urlaub.

By the way, Fussl, ich hätte ihn nicht gebeten, sondern aufgefordert.


Ja, absolute Zustimmung.
Wichtig dabei: Die anderen haben es ja auch geschafft, und ein Späterkommen wäre ja auch sicher kein Problem gewesen, aber einfach gar nicht auftauchen ist eine Frechheit.

Inaktiver User
20.01.2012, 15:22
Man kann auch alles überdramatisieren.

Genau. Dann wird aus einem normalen Ross schnell ein hohes.

Opelius
20.01.2012, 15:57
So ein Quatsch! Ich komme einfach nicht, wegen dem Wetter??? Was soll das? Da gehört ein Schuß vor den Bug und zwar augenblicklich. Bei der nächsten Verfehlung die Fristlos. Soll der Chef/Chefin Kniefälle tun um die Mitarbeiter zu motivieren? Kein Gespräch am Montag. Überreiche ihm die Abmahnung mit einem entsprechendem Vermerk. Wer einmal nachgibt, ist verdammt immer nachzugeben.
Viel Erfolg bei der Erziehungsmaßnahme.

ich frage mich bei solch einem Beitrag, was und wo Du etwas über Personalführung gelernt hast.
Ohne eine Anhörung mit der zweitschärfsten Kanone, die einem Arbeitgeber zur Verfügung steht, zu schießen, kann in einem Arbeitsgerichtsprozeß gründlich nach hinten losgehen. Das zerlegt jeder halbwegs gewitzter Rechtsanwalt.
Wir leben nicht mehr im Ägypten zur Zeit des Pyramidenbaus.

elli07
20.01.2012, 16:24
Ich würde raten, mit dem Mitarbeiter zu reden, dies schriftlich zu protokollieren und ihm einen Urlaubstag abziehen. Wenn es weiterhin solche Vorkommnisse gibt, kann man über weitere Maßnahmen nachdenken. Was Abmahnungen betrifft gibt es klare Regelungen.

Ich selbst bin recht zuverlässig und fahre im Winter immer früher los als sonst. Meist werden Wintereinbrüche mit problematischen Straßenverhältnissen vorhergesagt, sodass man sich in der heutigen iPhone- und Internetgeneration problemlos informieren und danach handeln kann.

Ich fände es nachgerade unfair, wenn mein Chef es tolerieren würde, dass Kollegen mal eben so wegen der Straßenverhältnisse zu spät oder sogar garnicht kommen und dies keine Konsequenzen hätte (zum Beispiel die Verrechnung mit dem Urlaub).

Dann kommen sich nämlich die, die verantwortlich handeln, mit der Zeit vera***** vor. Aber ok, ich bin aus einer anderen Generation und diesbezüglich etwas von gestern gebe ich zu......

Gruß, Elli

Mailin
20.01.2012, 16:48
Und das Problem ist ja mehrschichtig, bei einem beidseits gutem und loyalen Arbeitsverhältnis hätte der AN alle Hebel in Bewegung gesetzt um zur Arbeit zu kommen......

Und genau das ist das Problem. Denn wenn das Arbeitsverhältnis gegenseitig stimmt, kommt so etwas nicht vor. Da gehen AN sogar krank zur Arbeit (obwohl das niemand erwartet hat) und das Wetter spielt keine Rolle. So habe ich es in meiner Firma erlebt, weil wir ein hervorragendes Betriebsklima und einen Geschäftsführer hatten, der etwas von Mitarbeiterführung verstand.
Bis der neue Geschäftsführer kam und ab da war alles anders. Und ich habe diese Firma fluchtartig freiwillig verlassen. Die Insolvenz dieser Firma kam später, weil nach und nach fast alle langjährigen, qualifizierten Mitarbeiter es genau so wie ich gemacht haben.

Promethea71
20.01.2012, 16:56
Wobei hier alle Arbeitnehmer pünktlich bei der Arbeit waren außer dem einen.
Dass kann darauf hinweisen, dass das Problem weniger bei der Geschäftsleitung liegt udn mehr bei diesem Arbeitnehmen. Es spricht jedenfalls nicht für eine grundsätzliche Unzufriedenheit aller Arbeitnehmer.

Die könnte allerdings ausbrechen, wenn vertragswidriges Verhalten eines Arbeitnehmers nicht geahndet wird.


@Elli
Ich finde dein Verhalten und deine Einstellung sehr zeitgemäß. :blume:

rosemary_
20.01.2012, 17:41
So ein Quatsch! Ich komme einfach nicht, wegen dem Wetter??? Was soll das? Da gehört ein Schuß vor den Bug und zwar augenblicklich. Bei der nächsten Verfehlung die Fristlos. Soll der Chef/Chefin Kniefälle tun um die Mitarbeiter zu motivieren? Kein Gespräch am Montag. Überreiche ihm die Abmahnung mit einem entsprechendem Vermerk. Wer einmal nachgibt, ist verdammt immer nachzugeben.
Viel Erfolg bei der Erziehungsmaßnahme.

Als der liebe Gott soziale Kompetenzen verteilt hat, scheinst du gefehlt zu haben. Du liebe Güte, was für eine schikanöse Gutsherrenmanier.

Mandelbluete
20.01.2012, 17:45
Hallo,

ich bin doch erstaunt, wie locker das manche User hier sehen.

Wie Tilbage schon schrieb:


Aber selbstverständlich wären alle, die das so sehen, auch sehr verständnisvoll, wären sie durch solche Entscheidungen betroffen.
Müssten sie sich von jetzt auf gleich um die Unterbringung ihres Kindes kümmern, weil die Kindertagesstätte nicht besetzt wäre, die Schulen dicht wären, da die Lehrer keinen Bock hatten, würden Arzttermine nicht eingehalten werden, weil der Arzt drei Schneeflocken gesehen hat, der Handwerker käme nicht, für den man sich extra freigenommen hat, bei der Telekom ginge in der Störungsstelle keiner ans Telefon - ach ja, und alle Busse würden ausfallen, gelle?

Wenn die Kindertagesstätte, wohin man sich bei Schnee und Eis durchgekämpft hat, morgens mitteilen würde, sie würde nicht öffnen, weil die Mitarbeiter wegen des Wetters so genervt sind, dass sie heute nicht kommen würden, das wäre ok? Oder wenn man, mit Zahnschmerzen sich ebenfalls durch Schnee und Eis gekämpft, in der Zahnarztpraxis erfahren würde, dass der Zahnarzt heute keine Lust hätte zu kommen, weil ihm das Fahren zu anstrengend sei, auch das wäre ok? Und wenn man selbst, nachdem man morgens seine Kinder in einem Verkehrschaos in den Kindergarten gebracht hat, dann Überstunden machen und eine längere Betreuung organisieren "darf", weil der Kollege keine Lust hatte?

Wer da beschließt, die KiTa oder den Zahnarzt zu wechseln oder von seinem Kollegen und/oder Vorgesetzten Rechenschaft fordert, der dramatisiert über?

Auf die Geschichte kann der Arbeitgeber, wie bei den meisten Fehlverhalten, auf verschiedene Art und Weise reagieren. Die Entscheidung, mit einer Abmahnung zu reagieren, ist aber in sehr vielen Fällen auch von der "Vorgeschichte" im Arbeitsverhältnis abhängig.

Und man kann auch überdramatisieren, wenn man die Entscheidung für eine Abmahnung kritisiert: damit hat der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer formal und dokumentiert die gelbe Karte gezeigt. Weil die TE aber einen Kleinbetrieb hat, in dem das Kündigungsschutzgesetz nicht gilt, würde die rote Karte (Kündigung) die gelbe (Abmahnung) gar nicht voraussetzen.

Mandelblüte

Inaktiver User
20.01.2012, 18:29
Das war zwar nicht ich, die das geschrieben hat, aber ich würde das alles voll unterschreiben.

Ich hatte auch mal so einen Fall, dass ein Mitarbeiter seine Anwesenheit recht ... sagen wir mal, flexibel ... gehandhabt hat und die Chefetage sich nicht gezuckt hat - das hat dann letztlich zu schweren Verwerfungen geführt, weil genau das passiert ist, was hier schon jemand schrieb: Diejenigen, die es mit ihren Pflichten ernst nehmen, fühlten sich verarscht.

Buemie
20.01.2012, 19:52
Als der liebe Gott soziale Kompetenzen verteilt hat, scheinst du gefehlt zu haben. Du liebe Güte, was für eine schikanöse Gutsherrenmanier.

Getroffene Hunde bellen. Was hat das mit sozial zu tun auf anderer Kosten sich nen schönen Tag zu machen,
...man hat ja driftige Gründe. Ich gehe am Montag auch nicht zur Arbeit. Ich habe eine Einladung zum Brunch um 10:00 Uhr. Mal sehen welche Ausrede mir einfällt... Haus abgebrannt oder so, und wenn's klappt mach ich's wieder.

Inaktiver User
21.01.2012, 08:59
Getroffene Hunde bellen.
BriCom live mal wieder. Es wird ungeniert mit persönlichen Unterstellungen um sich geworfen. :knatsch:

Mandelblüte, Deine Aussage
ich bin doch erstaunt, wie locker das manche User hier sehen. kann ich nicht bestätigen. Locker sieht das Verhalten des AN niemand, jedenfalls kann ich mich an keine derartige Aussage erinnern. Allerdings ist das Verhalten des AG nicht korrekt und zielführend. Da wird mit Annahmen und Erwartungen agiert und offenbar folgt keine klare Aussage, den AN zu bitten, ist die falsche Verhaltensweise eines AG. Hier hätte eine deutliche Aufforderung erfolgen müssen mit der klaren Aussage, dass sonst ein Urlaubstag abgezogen wird o.ä.
Chef sein, muss gelernt werden.

Zuzan
21.01.2012, 10:11
@ fussl:

ich bin ein klein (aber wirklich nur gaaanz klein) wenig von stuttgart entfernt ... jedenfalls: gestern war ab morgens ca. 5.00 bis 7.30 absolutes unwetter, glatteis, sperrung der autobahn - und swr3 sagte sinngemäß: bitte bleiben sie zunächst einfach da, wo sie gerade sind und benutzen sie bitte nicht ihr auto. das war angesichts der wetterverhältnisse absolut nachvollziehbar, morgens waren im raum stuttgart ja schon über 200 unfälle gemeldet. bei der s-bahn kommt's übrigens drauf an, um welche es sich handelt? bei s2/3 gab's doch einen umgesägten mast und nur eingeschränkten verkehr .... im bereich hohenlohe/neckar-odenwald gab es ja den ganzen tag über glatteisprobleme (weiss ja nicht, wo ihr so her kommt zur arbeit - aber auch heute, am samstag, kommt's doch andauernd im radio) ... also ich würde das jetzt mal nicht verharmlosen.

ich finde es ganz unabhängig von den äußerungen deines AN auch nicht gut, wenn man sich quasi auf die schulter klopft mit einem "ich bin ja auch irgendwie hin gekommen!", denn meiner meinung geht die eigene gesundheit und sicherheit einfach vor (und dies gehört denke ich auch zu den fürsorgepflichten des AG gegenüber dem AN!). also sollte man einerseits mit augenmaß das verhalten des AN sehen, aber ich würde auch das eigene verhalten hinterfragen: was bringt es meiner familie/betrieb, wenn ich aus diesem pflichtgefühl heraus in einen unfall gerate - und dabei ist ja egal, ob ich vorsichtig fahre, denn es gibt ja noch andere verkehrsteilnehmer, die dies nicht so handhaben? (siehe A81 - absolutes glatteis oder aquaplaning hindert nicht daran, mit 200 km/h über die piste zu düsen). ich wurde mal unverschuldet von einem LKW "geknutscht", und bin da sicherlich nicht mehr so leichtfertig!

wenn du personalgespräche führst, wäre doch vielleicht mal der zeitpunkt JETZT gekommen, einfach mal zu reden - pack' einfach mal alles auf den tisch, was dich stört, aber auch das, was gut ist - gib deinem AN etwas zeit, sich vorzubereiten ... mit einer kündigung zu drohen, zieht doch in der region stuttgart ohnehin nicht, denn stellenangebote gibt es in der region wahrlich ausreichend! von daher scheint deinem AN der job immerhin noch etwas zu gefallen :smirksmile:

rosemary_
21.01.2012, 11:13
Getroffene Hunde bellen.

Nö, ich gehöre zu den Glücklichen, die hinsichtich ihrer Arbeitszeit niemandem Rechenschaft schuldig sind und ich habe trotzdem in über 20 Jahren keinen Tag unentschuldigt gefehlt.

Allerdings gehöre ich zu denjenigen, die nicht grundsätzlich von den Menschen erst einmal das Allerschlechteste denken. Da schließe ich tatsächlich von mir auf andere, wie du offensichtich auch.

Ich würde so aber nicht durchs Leben gehen wollen.

Ansonsten finde ich Zuzans Beitrag interessant.

Inaktiver User
21.01.2012, 11:29
Locker sieht das Verhalten des AN niemand, jedenfalls kann ich mich an keine derartige Aussage erinnern.

Nun ja, wenn mit "keine Lust" argumentiert wird, ist das schon eine eher lockere Sicht der Pflicht, würde ich sagen :smirksmile:

so genervt ist, dass man keine Lust mehr hat, sich nochmal auf die Socken zu machen.

Was nicht geht, geht nicht - aber "keine Lust" ?

Suzie Wong
21.01.2012, 11:39
ja, aber wie gesagt, darauf möchte ich jetzt nicht eingehen. Das heute morgen hat buchstäblich das Fass zum Überlaufen gebracht. (...)

es gibt also eine Vorgeschichte? Ansonsten kann ich mich nur meinen Vorrednern anschließen. Du scheinst recht streng zu sein ... :smirksmile:

Wenn das jetzt das erste und einzige Vergehen wäre, wäre ich auch ziemlich erstaunt über diese Maßnahme. Ein ernstes Gespräch unter vier Augen würde ich mir von meinem Chef eher wünschen.
suzie

Godewind
21.01.2012, 11:45
Letzten Winter war ein ganz schlimmer Morgen hier. Es war so glatt, dass wir nicht mal ohne Sturzgefahr zu unserem Auto auf der anderen Straßenseite ankamen.
Im Radio wurde auch vor extremer Glätte gewarnt. (morgens um halb sieben).
Ich bin also wieder rein in die Wohnung, haben beim Arbeitgeber angerufen und Bescheid gegeben, dass ich später komme.

Von Fussls Mitarbeiter hätte man erwarten können, dass er zumindest später am Arbeitsplatz erscheint. Hier in Deutschland habe ich noch nie erlebt, dass die Straßenverhältnisse einen ganzen Tag lang so schlecht waren, dass man nicht doch irgendwie in seine Firma kommen konnte.

Suzie Wong
21.01.2012, 11:48
(...)
Von Fussls Mitarbeiter hätte man erwarten können, dass er zumindest später am Arbeitsplatz erscheint. Hier in Deutschland habe ich noch nie erlebt, dass die Straßenverhältnisse einen ganzen Tag lang so schlecht waren, dass man nicht doch irgendwie in seine Firma kommen konnte.

da magst du recht haben, aber dafür direkt eine Abmahnung ... Klar, wenn vorher schon zig Sachen passiert sind, aber wenn das das erste wäre, würde ich finden, ein ernstes Gespräch mit Hinweis reicht.

suzie

Godewind
21.01.2012, 11:50
da magst du recht haben, aber dafür direkt eine Abmahnung ... Klar, wenn vorher schon zig Sachen passiert sind, aber wenn das das erste wäre, würde ich finden, ein ernstes Gespräch mit Hinweis reicht.

suzie

Ich denke mir auch, dass es da eine Vorgeschichte gibt. Wäre es nur dieser eine Vorfall, wäre eine Abmahnung wirklich total unangemessen.
Vielleicht isses ein ganz sturer Mensch. :smirksmile:

Inaktiver User
21.01.2012, 11:56
Einen Grund zur Abmahnung sehe ich auch nicht.

Aber man muß sich trotzdem nicht alles bieten lassen.

Die Einstellung des MA läßt für mich auch zu Wünschen übrig, aber ich würde weiter nichts dazu sagen und ihm diesen Tag vom Gehalt abziehen.

Für die Zukunft würde ich mich aber schon mal nach einem anderen MA umsehen!

Godewind
21.01.2012, 12:01
Als Sofortmaßnahme erst mal einen Urlaubstag eintragen.

Inaktiver User
21.01.2012, 12:08
Nun ja, wenn mit "keine Lust" argumentiert wird, ist das schon eine eher lockere Sicht der Pflicht, würde ich sagen :smirksmile:


Der AN hat nicht mit "keine Lust" argumentiert. Diese Interpretation ist erst im Strang aufgetaucht.

smilla_nrw
21.01.2012, 12:34
Hier in Deutschland habe ich noch nie erlebt, dass die Straßenverhältnisse einen ganzen Tag lang so schlecht waren, dass man nicht doch irgendwie in seine Firma kommen konnte.
Ja, du! Aber das heisst noch lange nicht, daß es in anderen Orten und anderen Gebieten Deutschlands nicht doch so passieren kann. Oder bist du an allen Orten Deutschland zeitgleich und kannst dort 365 Tage, und zwar auf JEDER Strasse, im Jahr die Wetterlage in den Wintermonaten beurteilen?

*ironiemodus an*Aber eigentlich ist das Verhalten des AN so unmöglich und so unverschämt, weil er extra noch angerufen hat und sein Fehlen entschuldigt hat, daß man ihn vor Gericht stellen sollte. *ironiemodus aus*
(hätte er sich mal besser sofort krankschreiben lassen.)

Inaktiver User
21.01.2012, 12:37
Der AN hat nicht mit "keine Lust" argumentiert. Diese Interpretation ist erst im Strang aufgetaucht.
Ja.
Und das war meine Antwort auf den Beitrag, dass hier keiner das Verhalten des AN "locker" sehen würde.
Meiner Meinung nach schon, wenn solche Aussagen kommen.

Inaktiver User
21.01.2012, 12:38
*ironiemodus aus*
(hätte er sich mal besser sofort krankschreiben lassen.)
Aber dafür hätte er ja zum Arzt gemusst... das konnte er ja nicht - Du erinnerst: die Glätte :smirksmile:

smilla_nrw
21.01.2012, 12:48
Aber dafür hätte er ja zum Arzt gemusst... das konnte er ja nicht - Du erinnerst: die Glätte :smirksmile:
Hausbesuch vom Arzt. Der hat bestimmt Schneeketten am Auto. :schnee_nikolaus:

Inaktiver User
21.01.2012, 12:51
Hausbesuch vom Arzt. Der hat bestimmt Schneeketten am Auto. :schnee_nikolaus:
Ne, kein Hausbesuch. Der Doc hat bei dem Wetter keine Lust.

Warum verlangst du eigentlich vom Arzt etwas, was du von einem anderen AN nicht verlangst?

smilla_nrw
21.01.2012, 13:00
Haben ja nicht alle Schneeketten unterm Auto. :beleidigt:

Aber vielleicht hilft auch bei der nächsten Glätte, wenn die Ag an alle MAs Gleitschuhe verteilt. :freches grinsen:

Zuzan
21.01.2012, 13:15
also wenn du vom odenwald bei glätte runter an den neckar kommen möchtest, helfen dir schneeketten sicherlich nicht weiter :ooooh:

natürlich ist es nicht toll, wenn der AN schon total genervt sagt "jetzt komme ich aber nicht mehr" (möglichst zickig :freches grinsen: ), ich habe allerdings auch schon oft genug einen zickigen chef erlebt - und das lebendig überstanden :smirksmile: damit kann zwar niemand bei mir punkten, aber nun ja ....

übrigens hat der AN hier ja ohnehin nur einen halben tag arbeiten müssen, von daher werden die paar stunden die abteilung schon nicht zusammen brechen lassen. ich finde, wenn bei meinem job ohne mich nichts klappt, läuft was falsch - es muss immer ein ansprechpartner da sein, der ahnung von projekten/daten etc hat ....

smilla_nrw
21.01.2012, 13:21
also wenn du vom odenwald bei glätte runter an den neckar kommen möchtest, helfen dir schneeketten sicherlich nicht weiter :ooooh:

Ok, vielleicht tut es ja dann auch ein aufblasbarer Gummireifen, wo der AN sich reinlegt, dick eingemummelt und mit Sturzhelm.:cool:

izzie
21.01.2012, 13:24
Er war schon auf dem Weg zu Arbeit, hat dann umgedreht weil es "kein Durchkommen" gab. By the way- unsere anderen Mitarbeiter haben es auch geschafft....

Es geht um einen Anfahrtsweg von ca. 8-10 km. Der MA kommt mit dem Auto, es fährt auf dieser Strecke aber ein Bus und S-Bahn. S-Bahnstelle ist ca. 5 Min. Fußweg von der Arbeitsstelle entfernt.


Ich bin heute exakt den Arbeitsweg gefahren, denn der Mitarbeiter fahren muss. Und ich habe es auch geschafft. Hat zwar etwas länger gedauert, aber ich bin im Büro angekommen. Ich bin auch zur gleichen Zeit in etwa losgefahren wie MA, da wir gleichzeitig anfangen zu arbeiten. Sooo glatt und chaotisch kann es ja nicht gewesen sein, wenn die anderen MA zur Arbeit gekommen sind und auch Fussl selbst zur gleichen Zeit auf derselben Strecke.

Es sagt ja niemand was, wenn man aufgrund des Wetters später kommt, weil man z.B. abwarten will, bis der Schneepflug die Straße geräumt/gestreut hat, aber gar nicht kommen? Zumal es auch öffentliche Verkehrsmittel gegeben hätte?

Ich würde das auch als Arbeitsverweigerung sehen, die zumindest eine Verwarnung (schriftlich in die Personalakte) inkl. Abmahnung im Wiederholungsfall rechtfertigt. Es sei denn, so etwas ist schon häufiger vorgekommen (Fussl deutet ja eine Vorgeschichte an).

Opelius
21.01.2012, 13:43
Ich würde das auch als Arbeitsverweigerung sehen, die zumindest eine Verwarnung (schriftlich in die Personalakte) inkl. Abmahnung im Wiederholungsfall rechtfertigt. Es sei denn, so etwas ist schon häufiger vorgekommen (Fussl deutet ja eine Vorgeschichte an).

Aber es hilft Fussl überhaupt nicht, wenn sie bisheriges Fehlverhalten ihres Arbeitnehmers nicht dokumentiert hat.
Mir scheint, sie hat es nicht. Nur die Vorwürfe "Sie haben schon einmal dieses und jenes angestellt!" reichen für gar nichts aus. Wenn sie jetzt am Montag mit dem AN spricht, muss sie klar ihre Erwartungen und Forderungen formulieren und halt für die Personalakte dokumentieren und darüber den AN informieren. Und eine klare Ansage, dass das nächste Fehlverhalten zu einer Abmahnung führt.
Der AN hat hat sich falsch verhalten, das steht hier doch wohl fest.

Godewind
21.01.2012, 13:45
Ja, du! Aber das heisst noch lange nicht, daß es in anderen Orten und anderen Gebieten Deutschlands nicht doch so passieren kann. Oder bist du an allen Orten Deutschland zeitgleich und kannst dort 365 Tage, und zwar auf JEDER Strasse, im Jahr die Wetterlage in den Wintermonaten beurteilen?

*ironiemodus an*Aber eigentlich ist das Verhalten des AN so unmöglich und so unverschämt, weil er extra noch angerufen hat und sein Fehlen entschuldigt hat, daß man ihn vor Gericht stellen sollte. *ironiemodus aus*
(hätte er sich mal besser sofort krankschreiben lassen.)

Warum denn gleich so zickig?

casalinga
21.01.2012, 13:53
...
Kommt hier zufällig jemand aus der Ecke Stuttgart? Wie habt ihr das "verkehrswetter" heute morgen empfunden?
LG

Hier! Ich!
Wir mussten Verwandte zum Flieger bringen. Beim ersten Schritt aus der Garage schlug die Schwägerin längs hin. Aufgrund des spiegelglatten Untergrundes war es ihr nicht möglich, aufzustehen, sie krabbelte buchstäblich auf allen Vieren in die Garage zurück. ICH wäre da nicht gefahren! Aber Männe kommt ursprünglich aus "Klein-Sibirien", er ist das gewohnt. Es handelte sich um eine Reise außerhalb Europas, also war nix mit mal geschwind den nächsten Flieger nehmen! Also die vereiste Straße hinuntergeschlittert, 200 m weiter auf der Ebene ging es dann mit dem Fahren.

Als ich eine Stunde später zurückkam, habe ich das Auto unten stehen lassen, mir war es kaum möglich, die kleine Steigung zu unserem Haus zu Fuß hochzukommen - alles spiegelglatt vereist. Und der Räumdienst kommt da nur alle Jubeljahre einmal. Ich lief durch die Vorgärten der Nachbarn bzw. zog mich an deren Sträuchern hoch!

Ich wäre an diesem Tag auch nicht zur Arbeit gegangen! Hätte natürlich angerufen und um einen Tag Urlaub gebeten. Und ich hätte auch sagen können: es ist so ar....glatt, "da hab ich keine Lust zur Arbeit zu kommen" und meine Gesundheit und mein Auto zu riskieren!

Nach Deiner Überschrift bin ich davon ausgegangen, dass er unentschuldigt gefehlt hat.

Inaktiver User
21.01.2012, 15:16
Mandelblüte, Deine Aussage kann ich nicht bestätigen. Locker sieht das Verhalten des AN niemand, jedenfalls kann ich mich an keine derartige Aussage erinnern.


Nun ja, wenn mit "keine Lust" argumentiert wird, ist das schon eine eher lockere Sicht der Pflicht, würde ich sagen :smirksmile:



Und das war meine Antwort auf den Beitrag, dass hier keiner das Verhalten des AN "locker" sehen würde.
Meiner Meinung nach schon, wenn solche Aussagen kommen.
Ich würde mich sehr freuen, wenn Aussagen hier genau gelesen würden. :grmpf:
Mandelblüte bezog sich darauf, dass User hier das Fehlen locker beurteilen und ich bezog mich auf ihre Aussage. Kein User hat sich meines Wissens derart geäußert.

Zuzan
21.01.2012, 15:46
also wie gesagt, es war wirklich sauglatt - und man muss auch erstmal auf die hauptstraße kommen .... zumal diese bei der hohen unfallzahl sicherlich alles andere als gut waren. im übrigen muss ich mal deutlich sagen, dass sich immer wieder autofahrer auf der straße tummeln, die meinen, es sei ja gar nichts - bis zum crash. da gibt's genug, die gleichzeitig am handy fummeln, kaffee schlürfen und 'ne CD reinschmeißen. die leute finde ich ungefähr genauso toll wie jene, die meinen, man sei bei glatteis ganz locker zur arbeit gekommen ... nein, das ist "nur" ignoranz.

Inaktiver User
21.01.2012, 15:50
Ich finde es selbstverständlich, dass sich jeder Pendler rechtzeitig über die Wetterlage informiert und bei zu erwartender Glätte entsprechend früher aufsteht und los fährt.

Wenn jeder bei schlechten Straßenverhältnissen einfach zu Hause bleibt würde unsere gesamte Wirtschaft zusammen brechen.

Ich finde das Verhalten dieses Mitarbeiters unmöglich, nicht nur seiner Chefin sondern auch seinen Kollegen gegenüber.

Ich schließe mich der Meinung der meisten hier an: einen Urlaubstag abziehen, mündlich verwarnen und beim nächsten Mal eine schriftliche Abmahnung erteilen.

Sariana
21.01.2012, 16:04
Der Mitarbeiter war unterwegs und hat von da aus angerufen, dass kein "Durchkommen" wäre und er deshalb umdreht.

Mir ist es vor Jahren passiert, dass mein Kollege und ich gleichzeitig von der Firma in Richtung Messe gestartet sind, ich jedoch 1 1/2 Stunden später ankam als er, was nicht ausschließlich daran lag, dass er ein paar mehr Pferdchen unter der Motorhaube hatte.
Er hatte das Glück ein paar Minuten vor zwei Unfällen auf der Autobahn die späteren Unfallstellen passiert zu haben.

Letztes Frühjahr durften die Pkw nach zwei netten :unterwerf: Stunden im Stau umdrehen und über eine Behelfsausfahrt über die Dörfer zur nächsten freien Autobahnauffahrt fahren.

Also gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten weshalb kein Durchkommen war, sowohl Wetter als auch Straßensituation können sich binnen kürzester Zeit ändern.
Wenn allerdings das Verhältnis AG/AN ohnehin schon angespannt und getrübt ist, wird sich der AG, berechtigt oder nicht, kaum davon überzeugen lassen, dass es ggf. eine vernünftige Entscheidung des AN war umzudrehen anstatt in den nächsten Straßengraben zu rutschen, weil eine Strecke über Land hätte gewählt werden können.

Ich (!) habe so ein wenig das Gefühl, dass der AN ohnehin keinen Fuß mehr auf die Erde bekommt.
Nach einem möglicherweise nicht durch ihn verursachten Unfall mit anschließendem Krankenstand ist der AG auch nicht erfreut, wenn der AN ausfällt.

Inaktiver User
21.01.2012, 16:06
Ich finde das Verhalten dieses Mitarbeiters unmöglich, nicht nur seiner Chefin sondern auch seinen Kollegen gegenüber.

Ich schließe mich der Meinung der meisten hier an: einen Urlaubstag abziehen, mündlich verwarnen und beim nächsten Mal eine schriftliche Abmahnung erteilen.

Ja, Stillschweigen würde ich als Chef auch nicht bewahren. Allerdings sind mir die Infos über den Inhalt des Telefonats doch ein bisschen dürftig, um zu einem Urteil zu kommen.

Hat der AN einfach "Nein" gesagt auf die Nachfrage - oder gab es noch eine Begründung dazu?

Eine Bekannte hat mal einen äußerst fiesen Unfall gehabt im Zusammenhang mit Glatteis. Sie war nicht mal mit dem Auto unterwegs, soweit ist sie gar nicht gekommen. Fast zwölf Wochen außer Gefecht wegen eines komplizierten Unterarm-Handgelenk-Bruchs.

Ich möchte das Beispiel als Erklärung, nicht als Entschuldigung verstanden wissen. :blume:

Buemie
21.01.2012, 16:38
>>Wir haben den MA trotzdem gebeten zu kommen (wir haben den Weg ja auch geschafft....)was dieser vereint bzw. abgelehnt hat. Der MA arbeitet am Freitag den halben Tag, uns hätte auch gereicht wenn er später zum Arbeitsplatz kommt und dann seine Stundenzahl arbeitet. Das haben wir auch gesagt, aber die Antwort lautete trotzdem nein. Wir sind ein 5-Mann Betrieb, da kommt es auf jeden einzelnen an, jeder hier ist mit seiner Arbeit enorm wichtig für uns.<<

Nur mal um klarzustellen was da gelaufen ist. Diese ganzen Erklärungsversuche Vieler, sind absurd. Ein Arbeitnehmer hat einen Vertrag und diesen hat er einzuhalten, genau wie der Arbeitgeber. Ich weiß nicht was es da herumzumorgeln gibt. Alle Anspielungen hinsichtlich Moral und Demokratie sind doch schon ausgezehrt. Wie schon gesagt, es gaht so nicht. Nach Hause ist er ja auch gekommen und somit ist wenigstens der Weg zur S-Bahn eine Option gewesen. Im AGB steht, dass der Arbeitnehmer selbst verantwortlich ist pünktlich zur Arbeitszeit zu erscheinen. Wenn schon eine Zeitverschiebung gewährt wurde, gibt es keine Ausrede.
Es ist doch nachvollziehbar, dass in einem 5 Personenteam die Plätze besetzt sein müssen.
Meine glasharte Meinung hinsichtlich der Konsequenzen, steht weiter oben.

Inaktiver User
21.01.2012, 16:48
Was im Eingangspost steht, habe ich gelesen. Meine Frage ging ein klein wenig weiter.
Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass der AN ausschließlich "Nein" gesagt hat. :smirksmile:

Glasharte Meinungen lassen sich von außen leicht treffen - leben müssen aber diejenigen damit, die es betrifft. AN wie AG wie Kollegen.

Inaktiver User
21.01.2012, 17:55
meine Güte Fussl, wenn der AN sich schon mehr zu Schulden hätte kommen lassen, dann hättest Du ihn schon früher abmahnen sollen. Ob diese Abmahnung wg. des Wetters nun gerichtsfest sein wird oder nicht, weiß ich nicht. Aber aus einem 5-Mann-Betrieb jemanden zu kündigen kann keine große Kunst sein.

Ich weiß nicht, wie Du sonst mit Deinen Mitarbeitern umgehst, aber in einem solch kleinen Betrieb sollte es meiner Meinung nach relativ familiär zugehen und gegenseitiges Verständnis und Entgegenkommen selbstverständlich sein.

Wenn das bei Euch nicht so ist, liegt es vielleicht wirklich an diesem einen MA (dann schmeiß ihn raus) oder doch am Führungsstil.

rosemary_
21.01.2012, 18:20
Die TE wird schon wissen, warum sie sich über die näheren Umstände und vor allem über den Inhalt des Telefonats ausschweigt. Wenn der Mitarbeiter hätte blau machen wollen, wären ihm sicherlich einfachere Dinge eingefallen.

@buemie: Hast du schon einmal etwas über die Fürsorgepflicht des AG gehört?

Es ist wie überall im Vertragsrecht, ein Geben und Nehmen.

Inaktiver User
21.01.2012, 19:00
Die TE wird schon wissen, warum sie sich über die näheren Umstände und vor allem über den Inhalt des Telefonats ausschweigt. Wenn der Mitarbeiter hätte blau machen wollen, wären ihm sicherlich einfachere Dinge eingefallen.


Genau in die Richtung denke ich auch.


Ich fand den Einwand ganz gut (sinngmäß): Wenn eine Firma nicht mal einen halben Tag einen MA entbehren kann, dann stimmt was mit den inneren Hierarchien nicht."

Egal, ich denke, es ging um ein Ärgerniss, dass schon länger in Fussl schwärte.
Das ist aber eine ganz andere Schiene als Arbeitsrecht.

Inaktiver User
21.01.2012, 20:10
@buemie: Hast du schon einmal etwas über die Fürsorgepflicht des AG gehört?



Ich gehe davon aus, dass die Arbeitgeberin ihrer Fürsorgepflicht nachkam. Sicherlich war der Arbeitsplatz schneefrei.
Interessant, wie man die Fürsorgepflicht aufgrund mangelnder Kenntnis gleich mal auf Bereiche ausdehnt, die sie nicht abdeckt. Zwar ist ein Wegeunfall, der auf dem Weg zum Arbeitsplatz passiert, ein Arbeitsunfall. Dies hat versicherungsrechtliche Folgen, dem Arbeitgeber kann nicht angelastet werden, dass Schnee und Eis herrschen und er dem AN einen Vertrag zum Arbeiten gegeben hat.

Inaktiver User
21.01.2012, 20:12
Ich weiß nicht, wie Du sonst mit Deinen Mitarbeitern umgehst, aber in einem solch kleinen Betrieb sollte es meiner Meinung nach relativ familiär zugehen


Interessante Theorie. Ab wie vielen Mitarbeitern würdest Du eine familiäre Führung lassen? Und dann? Und was heißt familiär? Der Mitarbeiter darf je nach Laune kommen oder nicht? Zumindest in meiner Familie herrschten solche (Un)Sitten nicht.

Inaktiver User
21.01.2012, 20:14
Eine Bekannte hat mal einen äußerst fiesen Unfall gehabt im Zusammenhang mit Glatteis.

Zum Glatteis, welches hier wohl nicht herrschte, habe ich schon etwas geschrieben. Bei Regen passieren auch Unfälle. Im Dunkeln auch.

Was ist nun die Konsequenz - bezahlter Urlaub vom Dezember bis März für alle?
Fährst Du auch nicht zur Arbeit, wenn es schneit? D. h., im Winter 2009 hattest Du geschlagene 6 Wochen frei?

Die öffentlichen Verkehrsmittel fuhren. Die Kollegen waren da.

Inaktiver User
21.01.2012, 20:18
Es war an diesem Tag Glatteis. Sogar außergewöhnlich stark. Im Raum Heilbronn Stuttgart wurde zwischen 5 und 8 Uhr morgens ständig im Radio davor gewarnt und schon von mehr als 200 Unfällen gesprochen.

Inaktiver User
21.01.2012, 22:50
Meine Güte ... wenn Wetterverhältnisse geherrscht hätten wie in einem Katastrophenfilm, könnte ich das ja noch verstehen. Aber offenbar haben es ja alle Mitarbeiter geschafft, nur er hat sich geweigert. Er hätte ja auch später kommen können.
Sowas nennt sich Arbeitsverweigerung!

Gummibaerli
21.01.2012, 23:39
NATÜRLICH hat sich der AN absolut inkorrekt insbes. mit seiner Weigerung verhalten, und es muss auch eine Konsequenz folgen, aber dafür beim ersten Fall gleich eine Abmahnung...?

Rechtlich mag sie sogar in Ordnung gehen - aber auch im Arbeitsumfeld sollte doch ein gewisses menschliches Miteinander herrschen ...

Ich selbst war schon in einer ähnlichen Situation - und weil ich ehrlich auch Angst habe, bei richtig Schnee zu fahren, Öffis nicht gehen und Chaos pur herrschte, rief ich an und fragte, ob ich einen Tag Ausgleichszeit (Überstundenabgeltung) nehmen könnte - und mein Chef genehmigte das.

Klar hätte er darauf bestehen können, dass ich komme, und ich wäre auch (zugegebenermaßen zähneknirschend) losgefahren (ist eine ziemlich weite Strecke :knatsch:), und ich war ihm sehr dankbar, dass er zugestimmt hat. OBWOHL er aus fast der selben Richtung kommt, sich aber durchgekämpft hatte und somit auch hätte argumentieren können "ich habe es ja auch geschafft!"

Bei uns herrscht übrigens in der Abteilung ein recht gutes und lockeres Betriebsklima, auch seitens unseres Chefs - und es wird trotzdem gemacht, was Cheffe sagt ;-)

Witterungsbedingte Probleme können im übrigen auch sehr lokal sein - bei uns gestern war es auch nur in einem einzigen Ort spiegelglatt, alles andere war frei ...

Inaktiver User
22.01.2012, 07:59
Ich selbst war schon in einer ähnlichen Situation - und weil ich ehrlich auch Angst habe, bei richtig Schnee zu fahren, Öffis nicht gehen und Chaos pur herrschte,

Andere Ausgangslage.


rief ich an und fragte, ob ich einen Tag Ausgleichszeit (Überstundenabgeltung) nehmen könnte - und mein Chef genehmigte das.

Andere Ausgangslage.

Interessant, wie familiär übersetzt wird, wenn es auf den Arbeitgeber bezogen wird. Der AN kann machen was er will, der Arbeitgeber hat darüber lächelnd hinwegzusehen. Das ist laut Übersetzung von Angestellten wohl familiär.

Ich gehe davon aus, dass die meisten hier nicht für die Effizienz eines Unternehmens oder Teams verantwortlich sind, sonst wüssten sie, dass das so in aller Regel nicht funktioniert.

Mr_McTailor
22.01.2012, 09:19
Ich habe den Eindruck, die gegebene Situation wird hier teilweise zu locker gesehen.

Angenommen, die Fahrt zur Arbeit wäre in Wahrheit zumutbar gewesen, und das ließe sich beweisen. Immerhin ist dem Arbeitnehmer ja für den Weg jede Menge Zeit eingeräumt worden, und erfahrungsgemäß sind winterliche Straßen besser passierbar nachdem die Sonne aufgegangen ist und die Straßen vom Winterdienst geräumt/gestreut oder bereits von anderen Fahrzeugen "gespurt" worden sind.

Vor dem Hintergrund könnten die Aussagen des AN am Telefon durchaus auch als Arbeitsverweigerung ausgelegt werden. Das wäre dann ein Grund für eine Kündigung (fristgerecht). Als Arbeitnehmer sollte man sich darüber im Klaren sein, dass man sich mit so einer Nummer (um im Bild zu bleiben) auf recht dünnem Eis bewegt.

Zuzan
22.01.2012, 09:33
@ testo:

bei dir macht es sicherlich sehr viel spaß zu arbeiten! und bitte erzähle mir hier nichts über effizienz - wir sind bei mir im team für mehrere mio teile (und das sind keine schräubchen) monatlich zuständig, und komischerweise ist es selbst da kein problem, wenn bei schlechtem wetter auf den anderen rücksicht genommen werden muss. vielmehr ist das selbstverständlich ...! bei unserem konzern wurde gar bereits von chefseite darauf hingewiesen, bitte sofort die arbeit zu beenden, da keine sicherheit für die rückkehr nach hause gegeben sei. man ist schließlich erwachsen und trägt volle verantwortung für sich selbst - und auch für seine familie.

irgenwie ist das thema auch typisch deutsch - bloß ja die anwesenheitszeiten einhalten. bei derartig schlechten wetterverhältnissen wie letzte woche oder auch letztes jahr kann man die arbeit auch anders organisieren, z.b. telefon umleiten, damit kunden auch bei ihrem mitarbeiter "ankommen", computerzeugs geht größtenteils auch von zuhause aus (aber da hat der AG ja keine kontrolle - scheint sehr wichtig zu sein in deutschen unternehmen) etc.

fussl war anscheinend auch überrascht, dass der AN "keinen bock" mehr hatte - in einer ruhigeren situation hätte sie vielleicht sagen können: "herr AN, kein problem! wie für derartige situationen besprochen, schicke ich ihnen die vorgänge x und y in ihr mailfach (vielleicht gibt es ja ohnehin ein vpn?), da diese heute noch bearbeitet werden müssen. zudem ist auftrag z rein gekommen - bitte erarbeiten sie doch schon ein paar ideen, machen recherche, lesen fachliteratur nach usw."

könnte alles so einfach sein ....

Inaktiver User
22.01.2012, 10:06
Für derartige Situationen besprochen wurde ja aber offensichtlich im Vorwege nichts, also kann Fussl so etwas auch nicht sagen.
Außerdem weißt Du ja gar nicht, WAS der AN dort tut - es gibt nicht nur papierlose Schreibtischjobs, bei denen "Vorgang A und B" mal eben per Mail zugestellt werden können....
Wenn es z.B. der Lagerarbeiter ist, der dafür zu sorgen hat, dass Pakete gepackt werden, damit die Ware an den Kunden pünktlich rausgeht, dann ist das wohl schwer, das von zuhause aus zu erledigen.

Zuzan
22.01.2012, 10:39
wenn dringend pakete raus müssen, muss ich selbst auch mit ran - so einfach ist das. den abroller zu schwingen, hat noch keinem geschadet! (vielleicht erhöht das nebenbei auch die wertschätzung gegenüber lagerarbeitern, die weitaus mehr fremdbestimmt und kontrolliert arbeiten als so gut wie jeder schreibtisch-AN.)

und ja, das problem liegt darin, dass für ausfallsituationen kein maßnahmeplan bereit steht (was wäre bei einem ausfall über mehrere wochen; AN und auch AG können ja auch unerwartet schwer erkranken) - organisationsversagen, welches dann zu einer schließung des unternehmens führt?

ich denke, man muss einerseits den augenblicklichen ärger sehen, andererseits aber auch von dieser offensichtlichen situation zurück treten, quasi eine außensicht annehmen, sich selbst und die organisationsstruktur betrachten: was geschieht bei kurzfristigen ausfällen, was gar bei langfristigen? was, wenn ich als AG erkranke? als AG kann ich nicht nur das offensichtliche abchecken (alles läuft, wenn alle da sind - wenn einer 4 hrs freitags nicht da ist, bedeutet dies mehrere tausend € kundenverlust - kann doch nicht sein!) - ansonsten hätte ich ja gar keine strategie.

und wenn ich mir für solche fälle eine zeitarbeitsagentur suche, die derartige notfälle abdeckt - und dann zuverlässig ist. oder aber einen springer (z.b. ex-mitarbeiter, jetzt familienzeit etc) als kurzfristig beschäftigen minijobber anheuere ... aber vielleicht war die arbeit an dem tag dann doch nicht sooo wichtig?

Inaktiver User
22.01.2012, 10:46
wenn dringend pakete raus müssen, muss ich selbst auch mit ran - so einfach ist das. den abroller zu schwingen, hat noch keinem geschadet! (vielleicht erhöht das nebenbei auch die wertschätzung gegenüber lagerarbeitern, die weitaus mehr fremdbestimmt und kontrolliert arbeiten als so gut wie jeder schreibtisch-AN.)

...während deine Arbeit liegenbleibt und du Überstunden machen musst, weil ein AN einfach keinen Bock zu kommen hatte....
Nö. Ich muss auch frühmorgens bei der Arbeit sein und kann nicht ohne Weiteres ersetzt werden. Bei megaschlechtem Wetter habe ich schon das eine oder andere Mal ein Taxi genommen. Zu Hause bleiben würde ich erst, wenn auch keine Taxis fahren würden.

rosemary_
22.01.2012, 10:52
I

Vor dem Hintergrund könnten die Aussagen des AN am Telefon durchaus auch als Arbeitsverweigerung ausgelegt werden..

Ähm, was genau hat er denn gesagt?

Folgendes habe ich gefunden:


Auch bei Verspätung des Arbeitnehmers wegen Glatteis gilt der Grundsatz, dass eine einmalige Verspätung in der Regel keine außerordentliche Kündigung (verhaltensbedingt) rechtfertigt. Darüber hinaus wäre auch eine Abmahnung – die immer erst erfolgen muss – nur dann gerechtfertigt, wenn der Arbeitnehmer die Verspätung verschuldet hat. Dies muss nicht unbedingt immer der Fall sein. Bei verkehrsbedingten Verspätungen ist die Rechtsprechung zwar streng, aber nicht ausnahmslos. Wenn der Arbeitnehmer sich z.B. nicht auf die Witterungsbedingungen einstellen konnte und diese völlig überraschend kamen, dann wird man ihm im Normalfall die Verspätung nicht vorwerfen können.

Quelle (http://rechtsanwaltarbeitsrechtberlin.wordpress.com/tag/glatteis-zuspatkommen-kundigung-durch-arbeitgeber-rechtmasig/)

Promethea71
22.01.2012, 11:46
Im Eingangsposting steht ziemlich klar, es waren winterliche Verhältnisse, der Mitarbeiter hat versucht mit dem Auto zur Arbeit zu kommen, das ist gescheitert. Dass er alternativ versucht hat mit den Öffentlichen zu kommen, wissen wir nicht, aber wenn das auch gescheitert wäre, hätte er es erwähnt.

Die Arbeitgeberin ist kulant zu sagt ihm, er soll abwarten bis es besser wird und entsprechend später kommen, das lehnt er ab - mit welcher Begründung und ob überhaupt mit Begründung wissen wir nicht.


Eindeutige Rechtssprechung ist, der Arbeitnehmer ist für seinen Weg zur Arbeit selbst verantwortlich und hat bei entsprechenden Witterungsverhältnissen dafür zu sorgen entsprechen früher aufzubrechen oder andere Verkehrsmittel zu nutzen.
Trotzdem ist es natürlich vernünftig, wenn der AG anbietet die Arbeitszeit nach hinten zu verschieben (was ja passiert ist), aber schon morgens als AN zu sagen, es wird heute den ganzen Tag nicht gehen udn ich komme nicht, das ist eindeutig Arbeitsverweigerung und die rechtfertigt eine Abmahnung und im Wiederholungsfalle eine Kündigung.


Wir wissen zwar nichts genaues, über den Arbeitsweg, außer es sind 8-10 km und es fährt auf der gleichen Strecke ein Bus und eine S-Bahn, und alle anderen AN sind zur Arbeit erschienen und die TE selbst in an dem Tag auf dieser Strecke gefahren. Also selbst wenn der Weg frühmorgens nicht befahrbar war, der AN kann nicht wissen, ob sich das im Laufe des Tages nicht ändert. Und bei allem wäre es das mindeste gewesen von sich aus zu sagen, er nimmt deswegen einen Tag Urlaub. Denn es herrschte offenbar nicht der totale Ausnahmezustand, dass es objektiv unmöglich war zur Arbeit zu kommen, insbesodnere später am Tag.



Und wie sein Job genau ist und wie es organisatorisch ist, hat nichts damit zu tun, ob seine Arbeitsverweigerung eine Abmahnung rechtfertigt oder nicht. Und bei weitem nicht jeder Job lässt sich per Telefon, Computer oder sonst wie aus der Ferne erledigen und - das ist auch wesentlich - die anderen Mitarbeiter waren pünklich (vermutlich sind sie entsprechend früher aufgestanden udn losgefahren) und müssen dann noch die Arbeit des Kollegen miterledigen und wenn das keine Konsequenzen hat, werden die anderen irgendwann auch anfangen nicht mehr pünktlich zu sein.

Mr_McTailor
22.01.2012, 11:48
Ähm, was genau hat er denn gesagt?Dass er nicht kommt, unabhängig davon, dass es sowohl eine S-Bahn als auch eine Busverbindung gäbe und obwohl Fussl egal gewesen wäre, wann, da es ja nur um einen halben Arbeitstag ging.

In Deinem Zitat steht lediglich, dass einmalige Arbeitsverweigerung keine außerordentliche Kündigung rechtfertige. Ich hatte zur Möglichen Kündigung daher ausdrücklich fristgerecht dazu geschrieben. Und die evtl. Verspätung ist ja gar nicht strittig, die wäre ja ok gewesen.

Inaktiver User
22.01.2012, 12:33
Ich selbst war schon in einer ähnlichen Situation - und weil ich ehrlich auch Angst habe, bei richtig Schnee zu fahren, Öffis nicht gehen und Chaos pur herrschte, rief ich an und fragte, ob ich einen Tag Ausgleichszeit (Überstundenabgeltung) nehmen könnte - und mein Chef genehmigte das.

Richtig - du hast um Ausgleichszeit gebeten, aber nicht einfach gesagt, du kommst nicht.



Klar hätte er darauf bestehen können, dass ich komme, und ich wäre auch (zugegebenermaßen zähneknirschend) losgefahren

Während der hier genannte sich schlicht geweigert hat.




Quelle (http://rechtsanwaltarbeitsrechtberlin.wordpress.com/tag/glatteis-zuspatkommen-kundigung-durch-arbeitgeber-rechtmasig/)

Ist ja alles richtig. Aber wenn alle anderen es geschafft haben - sogar Leute mit demselben Arbeitsweg -, dürfte er kaum damit durchkommen, dass ausgerechnet er es nicht schaffen konnte.

smilla_nrw
22.01.2012, 12:43
Was mich immer wieder schockiert ist, daß heutzutage nur noch die Leistung gesehen wird. Der Mensch dahinter ist für die meisten AGs scheißegal. Hauptsache Leistung, Leistung, Leistung.

Und ehrlich, wenn ich dieser AN wäre, würde ich freiwillig kündigen, denn bei so einem unmenschlichen Verhalten seitens der AG, und man muss davon ausgehen, daß sie generell SO reagiert, wenn ihr was nicht passt (mir Abmahnung drohen), wäre für mich kein gzutes Arbeitsklima mehr möglich.

Promethea71
22.01.2012, 13:04
Ein vernünftiges Arbeitsverhältnis besteht auch immer aus gegenseitigem Entgegenkommen.

Wenn meine Mitarbeiterin eine Woche vorher frage, ob sie Donnerstag früher gehen kann (Schulaufführung ihrer Tochter) und anbietet die zwei Stunden dann Mittwoch vorzuarbeiten oder in der Woche danach nachzu arbeiten, habe ich damit kein Problem, das hat auch schon kurzfristig geklappt.

Wenn es ein nachvollziehbarer Grund ist und der Mitarbeiter direkt einen Kompensationsvorschlag macht - wunderbar. Ich weiß meine Mitarbeiter lassen mich nicht "einfach so" mit der Arbeit hängen und gehen auch nicht, bevor die Arbeit erledigt ist, die wirklich wichtig ist. Dafür bin ich kulant mit der Verschiebung von Arbeitszeiten (home-office ist nicht möglich).

Aber wenn meine Mitarbeiterin mich anrufen würde und sagt nach dem ersten Versuch zur Arbeit zu kommen hat sie jetzt keine Lust mehr und kommt einfach nicht, würde das auch ein ernsthaftes Gespräch und im Wiederholungsfalle eine Abmahnung nach sich ziehen.

Wir hatten im letzten Jahr wirklich nicht viel Freude mit dem ÖPNV in Berlin, trotzdem hat sie es fast immer geschafft rechtzeitig hier zu sein, ich erwarte nichts unmögliches, wenn der ÖPNV gar nicht fährt und das Auto kaputt ist und kein Taxi fährt, dann geht es nicht udn dass kann man kommunizieren. Aber hier scheint schon eine große Arbeitsunlust durch ..... und wenn es der einzige AN ist, mit dem es regelmäßig Probleme gibt, dann ist die Abmahnung unter Umständen die rote Karte vor einer drohenden Kündigung. In einem Kleinbetrieb wie dem der TE muss sie nicht abmahnen, sie kann auch direkt fristgerecht kündigen.



Wobei wir hier naturgemäß alle mit gewissen Unterstellungen arbeiten müssen, denn wir waren weder bei dem Telefonat dabei, noch wissen wir, was sonst im Betrieb der TE abläuft, und egal wie viel sie darüber schreibt, es ist natürlich immer ihre Sicht der Dinge.

Inaktiver User
22.01.2012, 14:12
Ähm, was genau hat er denn gesagt?

Folgendes habe ich gefunden:

Darüber hinaus wäre auch eine Abmahnung – die immer erst erfolgen muss – nur dann gerechtfertigt, wenn der Arbeitnehmer die Verspätung verschuldet hat.

Der AN hat sich nicht verspätet. Anscheinend liest Du das nicht. Er kam gar nicht. Obwohl öffentliche Verkehrsmittel fuhren.

Wenn der Arbeitnehmer sich z.B. nicht auf die Witterungsbedingungen einstellen konnte und diese völlig überraschend kamen, dann wird man ihm im Normalfall die Verspätung nicht vorwerfen können.

Akzeptiert. Dass es schneien wird, wurde aber schon seit Tagen gemeldet. Das nenne ich wahrlich nicht überraschend. Also nicht passend zum Fall.

Inaktiver User
22.01.2012, 14:15
wenn dringend pakete raus müssen, muss ich selbst auch mit ran - so einfach ist das. den abroller zu schwingen, hat noch keinem geschadet!

Genau! Ich vergaß - Chefinnen sitzen ja den ganzen Tag doof auf ihrem Hintern und spielen mit dem Kugelschreiber und haben nichts zu tun. Wenn also der AN keinen Bock hat, haben sie alle Zeit der Welt, mal eben einzuspringen. Wie konnte ich das nur übersehen ...

Inaktiver User
22.01.2012, 14:20
Was mich immer wieder schockiert ist, daß heutzutage nur noch die Leistung gesehen wird. Der Mensch dahinter ist für die meisten AGs scheißegal. Hauptsache Leistung, Leistung, Leistung.
Ohne Leistung geht sein Laden pleite. Und im Gegensatz zu früheren Zeiten stehen jeweils 1 Mrd. Chinesen und 1 Mrd. Inder in den Startlöchern, um die Lücke zu schließen. Ich hätte es auch gern etwas gemütlicher, aber den Druck, den wir auch China bekommen, ist wirklich sagenhaft.

Inaktiver User
22.01.2012, 14:56
Was mich immer wieder schockiert ist, daß heutzutage nur noch die Leistung gesehen wird. Der Mensch dahinter ist für die meisten AGs scheißegal. Hauptsache Leistung, Leistung, Leistung.



Eigentlich wurde vom Mitarbeiter nichts anderes erwartet, als seinen Arbeitsplatz aufzusuchen. Dies scheint für einige aber schon zu viel zu sein.

Mandelbluete
22.01.2012, 17:43
Hallo,

so manchem hier taete es wohl mal ganz gut, eine Weile selbst Chef zu sein.

- Wenn Mitarbeiter wegen "keine Lust" nicht kommen, legt man mal eben selbst im Lager Hand an, es schadet einem ja nicht. Und wenn an einem Tag drei Mitarbeitern einfaellt, dass sie keine Lust haben, verpackt man eben, nimmt Bestellungen entgegen und erledigt den Einkauf (man ist ja multitaskingfaehig).

- Man ist daran selber schuld, weil man in einem Fuenf/Mann/Betrieb ja ohne weiteres eine Personalreserve vorhalten kann oder - wenn man ihn braucht - innerhalb von einer Stunde ein Leiharbeiter zur Verfuegung stuende.

- Wenn sich Mitarbeiter beschweren, dass einer im Team nicht mitzieht (wegen "keine Lust"), dann bittet man sie, doch bitte geflissentlich darueber hinwegzusehen. Natuerlich muessen diese anderen Mitarbeiter den fehlenden nicht auffangen, das macht man schliesslich selbst.

- Und natuerlich erledigt man gerne die Arbeit dessen, der keine Lust hat. Schliesslich moechte man nicht, dass durch die schlechte Gesamtperformance Auftraege ausbleiben, Kunden wegbrechen und vielleicht Arbeitsplaetze gefaehrdet werden.

Manche Arbeitnehmer leben wirklich in einem Arbeitnehmer-Universum, ohne die Faehigkeit, die eigene Position mal zu verlassen und eine Situation von allen Seiten zu betrachten.
Mandelbluete

Inaktiver User
22.01.2012, 19:18
Eigentlich wurde vom Mitarbeiter nichts anderes erwartet, als seinen Arbeitsplatz aufzusuchen. Dies scheint für einige aber schon zu viel zu sein.
Ich staune auch.

Ullalla
22.01.2012, 19:55
Eigentlich wurde vom Mitarbeiter nichts anderes erwartet, als seinen Arbeitsplatz aufzusuchen. Dies scheint für einige aber schon zu viel zu sein.

Ach was.
Da kann ich den AN der TE aber gut verstehen: warum soll er sich bei Scheißwetter auf den Weg machen, um einfach nur seinen Arbeitsplatz aufzusuchen (dass man dort arbeitet: wird ja offenbar nicht erwartet). Da hat er es zu Hause bestimmt viel bequemer.

Inaktiver User
22.01.2012, 19:58
(dass man dort arbeitet: wird ja offenbar nicht erwartet).
Woraus du das schließt, ist mir nicht ganz klar.

rosemary_
22.01.2012, 21:59
Was mich an diesem Strang stört, ist die Argumentation, diejenigen, die eine Abmahnung oder eine Kündigung nicht für gerechtfertigt halten, akzeptierten generell, dass ein AN nicht auf die Arbeit kommt, weil er einfach mal keine Lust hat.

Das ist ganz schlechter Stil.

Inaktiver User
22.01.2012, 22:03
Was mich immer wieder schockiert ist, daß heutzutage nur noch die Leistung gesehen wird. Der Mensch dahinter ist für die meisten AGs scheißegal. Hauptsache Leistung, Leistung, Leistung.


Ähm ... was sollte man von einem AN denn bitte sonst erwarten? Dass er es allen so nett macht und eine heimelige Atmosphäre schafft?
Es geht hier um einen Arbeitsplatz, nicht um ein Kaffeekränzchen. :unterwerf:

Opelius
23.01.2012, 09:40
Was mich an diesem Strang stört, ist die Argumentation, diejenigen, die eine Abmahnung oder eine Kündigung nicht für gerechtfertigt halten, akzeptierten generell, dass ein AN nicht auf die Arbeit kommt, weil er einfach mal keine Lust hat.

Das ist ganz schlechter Stil.

Das stimmt doch so nicht. Die Strangeröffnerin hat gefragt, ob sie das Verhalten abmahnen soll. Sie hat weiter gefragt, wie denn an dem Morgen die Wegeverhältnisse tatsächlich waren. Das ist ihr beantwortet worden. Eine Userin hat auf katastrophale Glätteverhältnisse auf den Nebenstrecken hingewiesen. Dass die Hauptverkehrsverbindungen offen also gestreut waren, ist normal, Raum Stuttgart ist ja nicht gerade die flachste Stelle Deutschlands. Es ist nicht ganz auszuschließen, dass vor dem Haus der Arbeitnehmerin es wirklich arschglatt war.
Ein paar User haben der Strangeröffnerin geraten, sich heute früh erst einmal die Situation von der Arbeitnehmerin anzuhören und nicht sofort mit einer Abmahnung zu reagieren. Die Möglichkeit besteht immer noch, vor allem, weil die Arbeitnehmerin trotz Aufforderung nicht auf den Öffentlichen Nahverkehr ausgewichen ist.

Aber im Gegensatz zu den Hardlinern hier bin ich der Auffassung, dass erst ein Gespräch über die Situation am Freitagmorgen stattfinden sollte. Die Chance sollte ein Vorgesetzter immer geben. Ich bin nicht der Auffassung, dass man als Vorgesetzter immer gleich wie ein Automat reagieren sollte: AN macht Fehler, heißt Abmahnung. Es könnte sein, dass man sein trockenes Pulver vorzeitig verschießt.

Wir werden ja hoffentlich von der Strangeröffnerin heute noch erfahren, wie das Ganze ausgegangen ist.

Inaktiver User
23.01.2012, 09:49
Ich bin nicht der Auffassung, dass man als Vorgesetzter immer gleich wie ein Automat reagieren sollte: AN macht Fehler, heißt Abmahnung. Es könnte sein, dass man sein trockenes Pulver vorzeitig verschießt.

Naja, zwischen "AN macht Fehler" und "AN weigert sich zu kommen" sehe ich einen ziemlich großen Unterschied.

Opelius
23.01.2012, 09:55
Naja, zwischen "AN macht Fehler" und "AN weigert sich zu kommen" sehe ich einen ziemlich großen Unterschied.

Welchen Unterschied?
Nicht den ÖPNV zu nehmen ist ein grober Fehler gewesen, das bestreitet ja keiner.

Inaktiver User
23.01.2012, 09:57
Für mich ist das Arbeitsverweigerung.

Und ich habe schon zuviel mit solchen lustlosen Mitarbeitern zu tun gehabt, um das als "Fehler" kleinzureden.

Opelius
23.01.2012, 10:08
Für mich ist das Arbeitsverweigerung.

Und ich habe schon zuviel mit solchen lustlosen Mitarbeitern zu tun gehabt, um das als "Fehler" kleinzureden.

Hier redet keiner Fehler klein. Aber man schießt sich als Inhaber des Geschäftes selbst ins Bein, wenn man nicht einmal ein klärendes Gespräch führen will.
Du gibst ja Deinem Kind auch nicht sofort ein Ohrfeige, wenn es Deine Anordnungen nicht befolgt. Du musst doch wenigstens versuchen, dem Kind klar zu machen, dass es falsch gehandelt hat. Eine Abmahnung ist eine Ohrfeige und führt keineswegs zu einer Einsicht, eher zu Bockigkeit.

Fussl
23.01.2012, 10:15
Hallo nochmals,

nur kurz, da nochmals nachgefragt wurde:

der Mitarbeiter hat NICHT von unterwegs aus angerufen. Er hat von zu Hause aus eine 3/4-Stunde nach Arbeitsbeginn angerufen.

Und ja, der Mitarbeiter hat nach der Aufforderung/Bitte (über die Wortwahl kann man sich hier wohl streiten) mit NEIN geantwortet. Punkt. Keine Erklärung, Begründung o.ä. Nein, er kommt nicht. Vorab war ja seine Begründung, es würde sich für ihn nicht mehr lohnen zu kommen da ja eh nur einen halben Tag am Freitag da ist. Darauf wir: kommen Sie bitte her und dann arbeiten Sie Ihre Stunden entsprechend halt ab dem Zeitpunkt, wo sie da sind. Antwort: NEIN!

Nochmals zum Thema Wetter: 3 Mitareiter + ich haben es ins Büro geschafft, wir kommen alle ungefähr aus der gleichen Ecke. Selbst meine Mutter ist mit über 70 am Freitag morgen mit dem Auto ins nächste Dorf gefahren und hat es überlebt.....

Es überschlagen sich hier gerade die Dinge, ich kann in der Eile nicht drauf eingehen...halte euch auf dem laufenden, Termin beim Anwalt steht bereits.

Grüße
Fussl

Margali62
23.01.2012, 10:17
Wie schon geschrieben, ich bin da ganz bei Dir.

Ich kenn das eigentlich nur, ist morgen Schnee, muß ich eben mal ne halbe Stunde eher losfahren. Gibt es eine S- Bahn, verstehe ich nicht, wieso der Herr damit nicht gefahren ist. Wenn er schon nicht Auto fährt.

smilla_nrw
23.01.2012, 10:23
Termin beim Anwalt steht bereits.

Grüße
Fussl
Wow, das nenn ich mal eisenhart.
Bist du eigentlich stolz auf deine "menschliche" Leistung?

Kann man ja nur hoffen, daß der AN schnell von selber seine sieben Sachen packt oder schon ne neue Stelle hat.

Inaktiver User
23.01.2012, 10:38
Hier redet keiner Fehler klein. Aber man schießt sich als Inhaber des Geschäftes selbst ins Bein, wenn man nicht einmal ein klärendes Gespräch führen will.
Du gibst ja Deinem Kind auch nicht sofort ein Ohrfeige, wenn es Deine Anordnungen nicht befolgt. Du musst doch wenigstens versuchen, dem Kind klar zu machen, dass es falsch gehandelt hat. Eine Abmahnung ist eine Ohrfeige und führt keineswegs zu einer Einsicht, eher zu Bockigkeit.

Wenn die Abmahnung in die Personalakte soll, muss eine Anhörung erfolgen. Aber Achtung. Auch eine Abmahnung, die der AN z. B. aufgrund einer fehlenden Anhörung aus der Personalakte entfernen lässt, entfaltet unter Umständen ihre Wirksamkeit.

Ich pflege vor Übergabe der Abmahnung zu hinterfragen, was los war. Dann lege ich meine Gründe dar, warum ich das Verhalten nicht billigen kann oder ich nicht gewillt bin, es zu billigen. Dann erfolgt die Übergabe. In einem meiner letzten Fälle führte die Abmahnung doch zur Einsicht und diente dem Mitarbeiter als berühmte Gelbe Karte.

Ich fahre damit seit zwei Jahrzehnten gut und ohne großen (arbeits)gerichtlichen Aufwand.

Fussl
23.01.2012, 10:56
Wow, das nenn ich mal eisenhart.
Bist du eigentlich stolz auf deine "menschliche" Leistung?

Kann man ja nur hoffen, daß der AN schnell von selber seine sieben Sachen packt oder schon ne neue Stelle hat.

das hat mir Eisenhart nichts zu tun. Ich habe hier aber die Verantwortung für ein kleines Unternehmen (und weiteren 3 MA´s!) und bin kein Wohltätigkeitsverein!

Wie gesagt, auf die aktuellen Vorkommnisse kann ich hier nicht eingehen, aber ich kann dir schriftlich geben, dass der AN im Moment alle Hebel für einen Gerichtsstreit hier in die Wege leitet und es sehr darauf ankommen lässt dass wir uns hier im absoluten Unmut voneinander trennen. Ich muss mich hier echt gerade fragen, wer hier wen abzockt.

Mit den Anwalt spreche ich, da ich mich generell (auch im Hinblick auf die neu gestaltete Lage) beraten möchte: wie verhalte ich mich jetzt richtig, was muss ich machen was auch rechtlich bestand hat. Danach wird dann ein Gespräch mit dem MA stattfinden....ich muss sagen, er hat mir heute morgen so ans Bein gepinkeltelt, dass ich leider (muss man ja schon sagen) erst mit einem Anwalt sprechen muss.

LG
Fussl

Opelius
23.01.2012, 11:03
das hat mir Eisenhart nichts zu tun. Ich habe hier aber die Verantwortung für ein kleines Unternehmen (und weiteren 3 MA´s!) und bin kein Wohltätigkeitsverein!

Wie gesagt, auf die aktuellen Vorkommnisse kann ich hier nicht eingehen, aber ich kann dir schriftlich geben, dass der AN im Moment alle Hebel für einen Gerichtsstreit hier in die Wege leitet und es sehr darauf ankommen lässt dass wir uns hier im absoluten Unmut voneinander trennen. Ich muss mich hier echt gerade fragen, wer hier wen abzockt.

Mit den Anwalt spreche ich, da ich mich generell (auch im Hinblick auf die neu gestaltete Lage) beraten möchte: wie verhalte ich mich jetzt richtig, was muss ich machen was auch rechtlich bestand hat. Danach wird dann ein Gespräch mit dem MA stattfinden....ich muss sagen, er hat mir heute morgen so ans Bein gepinkeltelt, dass ich leider (muss man ja schon sagen) erst mit einem Anwalt sprechen muss.

LG
Fussl

Und selbst ein Wohltätigkeitsverein kann sich nicht alles gefallen lassen.

Da die Sache zu eskalieren droht, ist Deine Entscheidung einen Rechtsanwalt einzuschalten gut. Er wird Dich vor Fehlern bewahren.

smilla_nrw
23.01.2012, 11:05
Wie ist das denn überhaupt gelaufen?

Hast du mit ihm denn ein Gespräch gesucht, bevor du die Abmahnung ausgesprochen hast (ich gehe jetzt mal davon aus, dass das der Fall war, wenn nicht korrigiere mich bitte)?
Ich meine, heute ist erst Montag und wenn er es bereits JETZT schon auf einen Gerichtsstreit ankommen lässt, so lässt sich doch darauf schliessen, daß du gar nicht mit ihm großartig geredet hast, sondern ihm direkt eine Abmahnung erteilt hast.

Promethea71
23.01.2012, 11:08
Ich habe das eher so verstanden - stand auch in einem früheren Posting - dass das nicht das erste Fehlverhalten dieses Mitarbeiters war, sondern dass er immer wieder gegen den Arbeitsvertrag verstoßen hat.

Kaum ein Arbeitsgeber (gerade eines kleinen Unternehmens) würde ernsthaft beim ersten Verstoß über eine Abmahnung nachdenken, sondern die Arbeitsverweigerung war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat.

Fussl
23.01.2012, 11:27
Wie ist das denn überhaupt gelaufen?

Hast du mit ihm denn ein Gespräch gesucht, bevor du die Abmahnung ausgesprochen hast (ich gehe jetzt mal davon aus, dass das der Fall war, wenn nicht korrigiere mich bitte)?
Ich meine, heute ist erst Montag und wenn er es bereits JETZT schon auf einen Gerichtsstreit ankommen lässt, so lässt sich doch darauf schliessen, daß du gar nicht mit ihm großartig geredet hast, sondern ihm direkt eine Abmahnung erteilt hast.

nein, es gibt noch keine Abmahnung. MA kam heute morgen ins Büro, setzt sich an seinen Platz und arbeitet los, ohne ein weiteres Wort zu verlieren (alleine das schlägt den Fass den Boden aus....so sagt man doch, oder).
Darauf habe ich ihm gesagt, dass wir in den nächsten Tagen ein Gespräch bzgl. Freitag noch führen werden, ich im Moment aber andere wichtige Dinge (wie z.B. die BriCom :-)hahaha zu erledigen habe. Daraufhin hat er....mir ans Bein gepinkelt, was die ganze Sache auf den Kopf stellt und meinte, dass danne in Gespräch über Freitag ja überflüssig wäre. Es ist echt interessant, was der MA meint hier im Büro alles bestimmen und diktieren zu können....

Soviel dazu. Bitte habt Verständnis, dass ich die geänderte Lage was der MA da heute morgen auch gesagt hat, im Moment nichts schreiben kann. Sorry....

Fussl
23.01.2012, 11:29
Ich habe das eher so verstanden - stand auch in einem früheren Posting - dass das nicht das erste Fehlverhalten dieses Mitarbeiters war, sondern dass er immer wieder gegen den Arbeitsvertrag verstoßen hat.

Kaum ein Arbeitsgeber (gerade eines kleinen Unternehmens) würde ernsthaft beim ersten Verstoß über eine Abmahnung nachdenken, sondern die Arbeitsverweigerung war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat.

nun, die anderen "Sachen", die vorgefallen sind, sind weder dokumentiert noch kann man da dem MA einen Strick draus drehen. Will ich ja auch nicht, das sind eher so Sachen, die mit der gesunden Arbeitseinstellung eines jeden MA´s zu tun haben, oder mit der guten Erziehung und Kinderstube....aber nichts (für mein Empfinden) was auch nur ansatzweise vor einem Richter Bestand hätte.

smilla_nrw
23.01.2012, 11:35
nein, es gibt noch keine Abmahnung. MA kam heute morgen ins Büro, setzt sich an seinen Platz und arbeitet los, ohne ein weiteres Wort zu verlieren (alleine das schlägt den Fass den Boden aus....so sagt man doch, oder).
Darauf habe ich ihm gesagt, dass wir in den nächsten Tagen ein Gespräch bzgl. Freitag noch führen werden, ich im Moment aber andere wichtige Dinge (wie z.B. die BriCom :-)hahaha zu erledigen habe. Daraufhin hat er....mir ans Bein gepinkelt, was die ganze Sache auf den Kopf stellt und meinte, dass danne in Gespräch über Freitag ja überflüssig wäre. Es ist echt interessant, was der MA meint hier im Büro alles bestimmen und diktieren zu können....
Gut, da bin ich auf deiner Seite. Das geht nicht, er hätte zumindest heute morgen von sich aus dann direkt zu dir kommen müssen und das Gespräch suchen um sich nochmal für Freitag zu erklären.
Alles blöd irgendwie. :knatsch:

Promethea71
23.01.2012, 11:41
Aber auch dein Anwalt wird dir heute erklären, dass für deinen Kleinbetrieb das Kündigungsschutzgesetz nicht gilt, eine fristgemäße Kündigung ist also immer möglich.

Die Abmahnung brauchst du nur als gelbe Karte zur Verhaltensänderung oder zur Vorbereitung einer fristlosen Kündigung.

Opelius
28.01.2012, 09:40
Fussl,
erzählst Du uns noch, was aus dem Gespräch gestern geworden ist?

BlauerHimmel
28.01.2012, 11:52
Hallo,

es gibt halt unterschiedliche Arbeitgeber und unterschiedliche Arbeitnehmer. Ein strikter Arbeitgeber wird sich zu Tode ärgern über lässige Arbeitnehmer, die vieles nicht so genau nehmen. Ein anderer Arbeitgeber lässt seinen Leuten eine lange Leine und fährt auch gut damit. Es muss halt zusammenpassen und vor allem auch zur Branche passen. Und die Erwartungen sollten klar sein.

Ob ein Sachbearbeiter oder Entwicklungsingenieur von 8-17 Uhr oder von 10-19 Uhr zur Arbeit kommt, ist ziemlich wurscht (vorausgesetzt derjenige verpasst keinen Termin). Bei Vertrauensgleitzeit reichen vielleicht auch 4 statt 8 Stunden, wenn die Arbeit gut erledigt wird. Bei einem Busfahrer oder Arzt können dagegen schon 10 Minuten Verspätung schwere Auswirkungen auf den Betriebsablauf haben.

Im vorliegenden Fall scheinen große Probleme im AG-AN-Verhältnis vorzuliegen, die Verspätung ist da wohl nur ein kleines Detail. Wenn der AG verlangt, dass der AN zur Arbeit kommt und der weigert sich mit Händen und Füßen, wäre zumindest MEINE Geduldsgrenze erreicht. Egal ob als angestellter Vorgesetzter oder als Eigentümer.

Viele Grüße
Thorsten

Buemie
28.01.2012, 13:05
Zitat Zitat von Fussl Beitrag anzeigen
nein, es gibt noch keine Abmahnung. MA kam heute morgen ins Büro, setzt sich an seinen Platz und arbeitet los, ohne ein weiteres Wort zu verlieren (alleine das schlägt den Fass den Boden aus....so sagt man doch, oder).
Darauf habe ich ihm gesagt, dass wir in den nächsten Tagen ein Gespräch bzgl. Freitag noch führen werden, ich im Moment aber andere wichtige Dinge (wie z.B. die BriCom :-)hahaha zu erledigen habe. Daraufhin hat er....mir ans Bein gepinkelt, was die ganze Sache auf den Kopf stellt und meinte, dass danne in Gespräch über Freitag ja überflüssig wäre. Es ist echt interessant, was der MA meint hier im Büro alles bestimmen und diktieren zu können....


Der Mann bittet ja regelrecht entlassen zu werden. Das mit der Abmahnung ist nun schon bald verpasst. Reagiere! Den solltest du los werden oder brauchst du schlaflose Nächte?