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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : hilfe!!! mein sohn (3) stottert!



sunshine291
16.01.2012, 13:05
hallo zusammen...

seit gut einer woche fängt mein kleiner mann (3) an zu stottern.. manchmal sogar so schlimm, dass er beispielsweise ein fragewort "wo, was" etc. bis zu 10-15x wiederholt, bis die eigentliche frage kommt.. anfangs ham wir uns kaputt gelacht, weil es sich so lustig anhört.. aber jetzt ist mir gar nicht mehr zum lachen zu mute.. am wochenende fragte er mich, als er nach gefühlten 20x immernoch nicht seine frage stellen konnte, weil er immerzu wo wo wo wo.......... fragte, "mama, warum stottere ich und kann nicht mehr reden?????":heul: er stottert auch nicht immer.. öfters eben.. keine ahnung, was das ist... hatten eure kids das schon mal? ab wann sollte man sich ernsthaft gedanken machen und zum doc gehn?

letztes jahr, kurz vor unserem umzug und geburt der kleinen, hatte er auch schon mal gestottert.. nicht lange und nicht so extrem wie derzeit.. ging aber nach 2-3 wochen wieder weg!

ich mache mir total sorgen:knatsch:

könnt ihr mir helfen?????

Tigerente
16.01.2012, 13:10
Ich meine, dass das in dem Alter nicht ungewöhnlich ist, weil der Kopf schneller will, als der Mund kann. Ich würde erstmal abwarten, ob es wie beim letzten Mal vergeht. Ich glaube, "echtes" Stottern zeigt sich eher dadurch, dass es in ganz vielen Situationen auftaucht und nicht nur manchmal.

brighid
16.01.2012, 13:12
was du tun kannst- lasse dir vom kinderarzt eine überweisung zur logopädin geben.

und lasse die fachfrau sich das anhören- was sie dazu meint.

555nase
16.01.2012, 13:13
Du schreibst, dass ihr euch "anfangs kaputt gelacht" habt ... kann es sein, dass er durch das Stottern Aufmerksamkeit erlangen will ... zumal du auch schreibst, dass er nach der Geburt der Schwester auch schon mal gestottert hat.

Ansonsten würde ich nicht zu lange warten und einen Logopäden aufsuchen - nicht, dass sich da zu sehr was festigt.

Inaktiver User
16.01.2012, 13:20
Huhu Sunshine!

Das hatten wir letztes Jahr auch, ziemlich genau zum 3. Geburtstag. Teilweise hat sich mein Sohn einen abgebrochen, einen normalen Satz herauszubekommen. Der Rat des Kinderarztes (bei der U8) war, es einfach zu ignorieren - also auch nicht: 'ganz ruhig' oder Ähnliches zu sagen.

Nach ca acht Wochen war alles vorbei. Ich hatte damals ein bisschen recherchiert, und es ist wohl eine relativ normale Entwicklungsphase. Ich würde an Deiner Stelle erst einmal abwarten - und falls es in drei Monaten nicht deutlich besser ist, den Kinderarzt konsultieren.

Viele Grüße,

central

spunki
16.01.2012, 13:22
hey sunshine,

wir hatten das letztes jahr auch mal, ich glaub so im frühsommer,also genau zu der phase als es bei uns so stressig (weißt schon was ich meine:smirksmile:) gewesen ist.
mir ist auch aufgefallen, dass er meist gehäuft gestottert hat, wenn er müde war oder halt gestresst/besorgt/aufgeregt.
ich weiß ja, dass es bei euch zur zeit auch nicht ohne ist, vielleicht ist das seine art alles zu verarbeiten/zu verdauen?!
wir haben nix gemacht, also versucht nicht zu lachen, ihn nicht geschimpft oder so, ihn versucht gar nicht drauf anzsprechen.
ist dann von allein wieder weg.
fahrt erstmal zur muki-kur und schau was passiert, wenn er bzw. dun ein bißerl zur ruhe kommt.

dicker drücker
spunki

Gruenekatze
16.01.2012, 13:25
In dem Alter hatte unsere jüngere Tochter das auch. Wir haben uns große Sorgen gemacht, die sich alle als unbegründet rausgestellt haben. Ich würde es aber auf jeden Fall beim Kinderarzt ansprechen, normalerweise können die ganz gut abschätzen ob eine weitere Behandlung nötig ist.

Inaktiver User
16.01.2012, 13:33
Hallo Sunshine,
gabs einen Auslöser oder kam das Stottern einfach so? Wie gut spricht dein Sohn normalerweise?

Stottern ist in dem Alter völlig normal und darf von Eltern und Erziehern nicht überbewertet werden, oft macht es grosse Angst und die Eltern denken: oh je er wird doch nun kein Stotterer bleiben.

ABEr es ist eine normale Phase der Sprachentwicklung durch die ganz viele Kinder durchgehen (oft wird von 20 % berichtet), normalerweise dann wenn ihre Sprache sich viel entwickelt, und vervielfältigt. Wenn sie dann z.B aus dem KiGa nach Hause kommen und schnell und aufgeregt ihren Tag erzählen wollen, dann denken sie manchmal schneller als sie sprachlich folgen können, sie finden die korrekte Satzstruktur oder die Wörter nicht schnell genug und beginnen deshalb mehrfach da sie gedanklich noch am Ueberlegen sind..

Als Eltern darf man da keine Druck machen denn durch den Druck verkrampfen die Kinder sich zusätzlich und das normale Entwicklungsstottern kann sich festigen. Wenn das Kind selbst es nicht merkt, einfach gar nicht drauf eingehen und schon gar nicht drüber lachen sonden dem Kind helfen seine Wörter zu finden indem man ihm eine Frage stellt, ihm das korrekte Wort anbietet. In der aktiven Stotterzeit nie zum Erzählen zwingen, Fragen stellen auf die das Kind mit ja oder nein antworten kann und ihm zeigen dass man Zeit hat ihm zuzuhören, es ausprechen lassen, es nicht drängen, und zeigen dass es wichtiger ist was es sagt als wie es es sagt.
Und wenn
das Kind selbst merkt dass es hängen bleibt, so wie dein Sohn, kannst du es verbalisieren aber auf positive Art und Weise: Ups das war aber lustig, da bist du hängen geblieben, das passiert mir auch manchmal". So vermittelst du ihm dass du es zwar bemerkt hast aber dass es dir nicht so schlimm erscheint und es wichtiger ist was er gesagt hat. Auf keinen FAll lustig drüber machen oder negative Bemerkungen, pass auch auf deine unbewussten Reaktionen auf wie Stirnrunzeln oder so, die Kinder sind da sehr empfindlich, auch nicht zum Luftholen oder so auffordern, das macht ihm seine "Fehler" nur bewusst, hilft aber nichts sondern macht nur Druck und verstärkt die Symptome.

Und noch was: selbst langsam und betont sprechen, aber nicht übertrieben (damit er es nicht als solches bemerkt) sondern einfach deutlich, Bücher mit ihm kucken ohne ihn zum Reden zu zwingen, sondern selbst erzählen und ihn dazufügen lassen was er möchte.

Entwicklungsbedingtes Stottern kann 4-6 Monate andauern und nur wenn es länger anhält und das Kind darunter leidet sollte man einen Logopäden aufsuchen

Alles Gute

sunshine291
16.01.2012, 13:43
mann, ihr seid echt spitze - so viele antworten in so kurzer zeit und auch noch welche, die mich echt beruhigen!:lachen:

mirka, mein sohn spricht sehr gut, normalerweise.. er hat bereits mit 2 jahren flüssig und deutlich gesprochen... und der auslöser??? hm... bei uns gehts gerade etwas turbulent zu.. wir fahren nächste woche in muki-kur.. ich habe ihm gesagt, dass wir in den urlaub fahren, aber ich sag ihm das auch nicht jeden tag (es ist also nicht immer präsent- denke ich....) .. aber ist es vielleicht doch der auslöser?? :knatsch:oh mann, die kids haben echt antennen, da könnte sich so mancher erwachsener was abschneiden:beleidigt::smirksmile:

wir reagieren derzeit überhaupt nicht mehr darauf - wir verbessern ihn nicht oder sagen auch nicht "ganz ruhig" oder so was.. aber helfen kann ich ihm auch nicht, denn wenn er einen satz mit "wo, was" etc .beginnt, weiss ich nicht, was er mir sagen will.. das ärgert ihn dann und mich macht das unendlich traurig.. aber es beruhigt mich wirklich sehr, dass das wohl entwicklungstechnisch dazu gehört.. hab nämlich mal ausnahmsweise nicht gegoogelt:freches grinsen:

spunki
16.01.2012, 13:55
. hab nämlich mal ausnahmsweise nicht gegoogelt:freches grinsen:


richtig so!!!:allesok:

leandra28
16.01.2012, 14:20
Sunshine, mein Sohn (geb. September 2008 :smile:) hat das auch manchmal, vielleicht nicht ganz so ausgeprägt, aber schon auch mit acht bis zehn Wiederholungen von zwei oder drei Wörtern am Satzanfang.

Ich habe mir das damit erklärt, dass er sprachlich nochmal einen großen Sprung gemacht hat, d.h. er hat inzwischen schon richtig lange, grammatikalisch komplexe Sätze im Kopf, die er dann unbedingt auch "richtig" rausbringen will, und ich glaube, da braucht das kleine Köpfchen einfach diese "Stotter-Anlaufzeit", um die vielen Wörter im Kopf sortiert und aneinandergereiht zu kriegen.

Ich kann mich den Tipps der anderen ansonsten nur anschließen - ein Freundin von mir, die als Logopädin arbeitet, hat mir das genau so auch gesagt!

myDara
16.01.2012, 19:45
Sunshine ich kann dir nur sagen was ich tun würd wenn mein Sohn damit anfangen würd: nämlich doch einfach mal unverbindlich bei einer Logopädin durchklingen.
Und vielleicht noch vor der MuKi Kur wenn irgendwie möglich damit du dann "entspannt", also zumindest nicht mit einem Grübelproblem mehr beladen losfahren kannst.

sunshine291
16.01.2012, 20:14
hallo ihr lieben!

ihr habt mir echt weitergeholfen und ich bin zum entschluss gekommen, VOR der kur erst mal nix mehr zu machen -würd ich terminlich auch gar nicht mehr hingekommen:zwinker: ich werde es mal als ganz normalen entwicklungsschritt betrachten und wenn es nach der kur immernoch ist, dann werde ich mir weitere gedanken machen.... :lachen:

seid lieb gegrüsst.
lg sunshine

JuliaMetropolis
28.02.2015, 21:43
Liebe sunshine,

Habe den Strang gefunden, weil der Käpt'n seit ein paar Tagen Silben oft wiederholt. Wie hat sich die Angelegenheit bei euch entwickelt?

Denke mir, dass es sich geben wird, aber bin trotzdem etwas unsicher.

LiebGruß

Peppis
28.02.2015, 21:59
Hallo Julia,

vielleicht kann ich dir weiterhelfen.

Ich habe mich sehr mit der Stotterthematik beschäftigt, da mein Sohn (inzwischen 5) dieses Problem ab dem dritten Geburtstag auch ausweitete.

Es fing mit wiederholen von Wörtern an. Dann wurden Silben wiederholt und das wurde von Monat zu Monat schlimmer. Erst am Satzanfang, später fing das auch mitten im Satz an.

Als er ca. 4 waren wir dann auf der Höhe. Mein Sohn kriegte keinen zusammenhängenden Satz mehr heraus, oft tagelang nicht. Manchmal zog er auch den Kopf in eine Richtung, wenn das Wort wieder nicht klappen wollte.

Ich habe davon Videos gemacht und bin dann absolut verunsichert zu einer guten Kinderlogopädin gefahren. Die hat sich die Videos und meinen Sohn eine Stunde angeschaut.

Diagnose: Entwicklungsbedingte Sprachstörung

Geht von selbst weg, wenn man als Eltern ein paar Verhaltensweisen beachtet:

a. Wenige Fragen stellen (setzen ein Kind unter Druck)
b. immer ausreden lassen (niemals den Satz beenden, helfen oder sowas wie jetzt streng dich doch mal an sagen). Dem Kind immer das Gefühl geben, dass man gerade Zeit hat ihm in Ruhe zuzhören
c. wenn ein Kind so verzweifelt ist, wie meins und von selbst mit dem Thema kommt darf man das aber hinterher ansprechen.

"Jetzt hast du dich aber gerade schwer getan und bist hängengeblieben. Das macht nichts, das geht vorbei, ich habe dich gut verstanden"

Diese entwicklungsbedingten Sprachstörungen kommen oft bei Kindern vor, die sehr gut sprechen können. In einer wichtigen Entwicklungsphase sind dann aber die Gedanken im Kopf doch so schnell da, das die Sprache nicht hinterherkommt.

Mein Sohn sagte mal: Mama, da sind alles Stimmen in meinem Kopf, die wollen raus.... Im Prinzip waren das seine Gedanken.

Meist legt sich das aber alles schnell wieder. So wie bei uns ist es eher selten.

Mein Sohn hat nun gar keine Probleme mehr, spricht flüssig und ganz normal. Wir haben es überwunden.

:blume:

JuliaMetropolis
28.02.2015, 22:07
Danke Peppis, das hörte sich ja schon ganz schön doll an bei euch. Toll, dass es ausgestanden ist. Super Tipps.
Wobei die Meinungen bezüglich des Satz beendends scheinbar auseinandergehen. Bin mir nicht sicher ob man ihm vllt. doch Angebote machen soll, um die Spannung rauszubekommen...

Es ist wie gesagt noch sehr frisch und bezieht sich vor allem auf Silben (Ka-ka-ka-kannst du mir eine Ge-ge-ge-schichte erzählen)... und heute sagte er: oh Mann, wieso kann ich das nicht sagen... Das hat mich vor allem berührt.

Ich beobachte jetzt erstmal, und habe mir einen Zeitraum von drei Monaten gesetzt.

LiebGruß

Peppis
28.02.2015, 22:13
Wir haben es so überwunden, ich habe hier einen Schwung an Lesewerk von der Logopädin.

Wenn dein Sohn damit von selbst kommt, würde ich es nicht gänzlich totschweigen. Dann wird etwas ignoriert, was für ihn wichtig ist.

Ich würde nur keine Tipps geben a la: Nun sprich mal ganz langsam und in Ruhe, sondern ihm eher erklären, dass es normal ist, er grade einfach viele Gedanken im Kopf hat und du ihn trotzdem gut verstehst.

Ich drücke euch die Daumen, dass es schnell vorübergeht. Das kann einen, je nach Ausprägung ganz schön verunsichern. Ich war streckenweise schon echt fertig.

Vor allem, weil man bei einem Stotterkind direkt die Schuld bei sich sucht. Stottern ist allerdings nie durch Eltern verursacht. Das Wissen alleine hilft ungemein, relaxt damit umzugehen.

Die Arbeit mit einem Kind das Stottert, besteht zu 80 % immer auch daraus die Eltern zu stärken. Denn nur dann kann ein Kind das hinter sich lassen.

sunshine291
02.03.2015, 20:25
hallo liebe julia,

ich musste gerade kurz lachen als ich meine "altes" problem wieder gelesen habe..:freches grinsen:

kurz zu uns:
so wie es kam, verschwand es auch wieder... ich kann mich nicht mehr 100%ig daran erinnern, aber es hat einige wochen angedauert und dann war es wieder weg..
solche sätze, wie "mama, ich kann einfach nicht mehr normal sprechen" kamen hier auch und das hat mich geschockt und gleichzeitig traurig und hilflos gemacht..
ich habe ihn auch immer ausreden lassen, habe ihn nicht (mehr) kritisiert.....

mein sohnemann hatte danach noch einige "tics".. ständig den mund aufsperren, augen zwinkern, etc etc.. alles ist weg.. gott sei dank! aber wenn man in so einer "phase" ist, nervt es einerseits und andererseits ist man hilflos, weil man nicht weiss, wie man reagieren soll....

ich wünsche euch, dass es bei euch auch von alleine wieder verschwindet und dass ihr es unter "phase" verbuchen könnt - alles gute euch!
lg sunshine

JuliaMetropolis
20.05.2017, 23:09
Hallöchen,

Weil Ichs immer interessant finde, wie sich die Sachlage entwickelt hat, hier mein Update zum stotter-thema: der große Bruder ist jetzt 6 und es gibt immer noch Phasen, wo das stottern vermehrt auftritt. Allerdings zeichnet er sich durch eine eloquente Wortwahl aus, tolle, kreative Gedanken und eine herzliche Weise, sich mitzuteilen.

Kurzum: Ich bin dahingehend beruhigt, dass ich nicht denke, dass es ein langfristiges, konstantes Problem ist.

Deine Tipps Peppis, habe ich mir sehr zu Herzen genommen. Generell ist bei ihm auffällig, dass es in stressigen Phasen, wo er weniger echte Aufmerksamkeit und Zeit bekommt, akuter wird und das holprige Sprechen zunimmt.

LiebGruß
Julia