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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Tagesmutter sagt ab - 5 Tage vor Arbeitsbeginn !



Juniwald
12.01.2012, 14:24
Hallo,

ich stehe immer noch unter Schock, hier die Geschichte !

Meine Tochter ist von Oktober 2010. Ich habe 14 Monate Elterngeld bezogen ( Vater der Kleinen wohnt mehrere 100 km entfernt ). Geplanter Arbeitsbeginn ( 25 Stunden, verteilt auf die Tage Mo bis Do ) war nächsten Dienstag.

Meine Tochter sollte zur Tagesmutter gehen, Krippenplätze sind hier Mangelware. Tagesmutter gesucht, eine gefunden, die mir und ( scheinbar ) auch meiner Tochter zusagte. Ich bin schon im Dezember für mindestens 2 x die Woche hingefahren. Die ersten beiden Januarwochen waren ganz für die Eingewöhnung reserviert. Ich habe vom örtlichen Jugendamt eine Empfehlung erhalten, die ich auch umgesetzt habe. Am 4. Tag bin ich das erste Mal gegangen. Für 45 Minuten. Meine Tochter hat 15 Minuten gebrüllt, dann war gut. Am 5. Tage bin ich 90 Minuten gegangen, meine Tochter hat nur 5 Minuten gebrüllt, dann war Ruhe.

Ich habe gedacht, ui das klappt aber gut. In dieser Woche lief es allerdings gar nicht mehr gut. Meine Tochter beruhigte sich schnell, fing dann aber zwischendurch immer wieder zu weinen an und rief auch nach Mama. Gestern weinte sie wohl so heftig, dass sie sich übergeben musste.

Heute Morgen klingelte das Telefon, die Tagesmutter war dran und sagte, sie könnte sich das mit meiner Tochter doch nicht vorstellen. Ein paar Minuten später rief auch die zuständige Dame vom Jugendamt an ( die vermitteln hier die Tagesmütter ). Sie war natürlich auch überrascht und wohl wenig begeistert vom Verhalten der Tagesmutter. Allerdings liess sie durchblicken, dass sie es auch für möglich hält, dass mit mir und meiner Tochter etwas nicht stimmen könnte.

Ich habe jetzt meine Elternzeit noch für einen Monat verlängert und muss erst am 15.2. wieder arbeiten. Finanziell ist es für mich eine Katastrophe, das soll aber hier nicht das Thema sein.

Meine Fragen :
- ist es normal, dass meine Tochter auch noch nach Tagen geweint hat ? Habt Ihr da Erfahrungen zu ?
- oder kann es ein Zeichen sein, dass etwas mit mir und der Kleinen nicht stimmt ?
- was sollte ich bei der Suche nach einer neuen Tagesmutter beachten ? Worauf habt Ihr geachtet ?

Über viele viele Antworten würde ich mich freuen.
Juniwald

P.S. : Ich habe die Abschiede von meiner Tochter sehr kurz gehalten. Habe mich verabschiedet und weg. So wie es in der Empfehlung vom Jugendamt stand. Die Trennung ist MIR nicht schwergefallen. Ich wähnte sie in guten Händen und habe mich auf die freie Zeit gefreut.

Yana
12.01.2012, 14:37
Hallo Juniwald,

lass dich erst mal drücken:in den arm nehmen:.

Die Unterstellung, dass etwas mit dir und deiner Tochter nicht stimmen könnte finde ich echt (gelinde gesagt) eine Frechheit. War das die Vermutung der Tagesmutter oder die des Jugendamtes?

Soweit ich das erkennen kann, hast du nichts falsch gemacht. Die Verabschiedungsphase hast du kurz gehalten (so mache ich das auch immer), die Eingewöhnung hast du auch rechtzeitig begonnen.

Es scheint wohl eher an der Tagesmutter zu liegen, dass sie das Kind nicht beruhigen kann. Ich finde sie hätte, wenn sie merkt das Kind steigert sich zu sehr rein, dich anrufen sollen, um das Kind abzuholen. Zu warten bis sich das Kind übergibt finde ich nicht in Ordnung von ihr.

Wieviele Kinder hatte sie denn noch (gleichzeitig) ausser deinem?

Ich persönlich hatte noch nie eine Tagesmutter. Meine Kinder waren/sind Krippenkinder.

Hat die Dame vom JA denn nun gesagt, ob eine andere Tagesmutter frei ist?

Ich könnte natürlich auch verstehen, wenn du aufgrund dieser negativen Erfahrung, eher ein mulmiges Gefühl hast, wenn du dein Kind zu einer Tagesmutter bringst.


Von Kolleginnen weiss ich, dass es gar nicht so selten vorkommt, dass Tagesmütter recht kurzfristig absagen oder das Betreuungsverhältnis kurzfristig kündigen.

Halina
12.01.2012, 15:27
Juniwald,
nur kurz: Wir haben mit 6 MOnaten angefangen einzugewöhnen. Anfangs war ich dabei, teils im Flur, wo mich meine Tochter nicht gesehen hat. Als das gut ging, bin ich dann weggegangen. Allerdings hat meine Tochter auch sehr schnell empfindlich reagiert - wir haben so 3 Monate gebraucht, bis wir bei den anvisierten 5-6 h gelandet sind. Das war schon eher lang, aber ich habe in der Zeit auch mitbekommen, dass es auch bei anderen Kindern 1-2 Monate braucht oder auch mal länger.
Ich finde es daher nicht ungewöhnlich, dass es bei Euch nicht so schnell geklappt hat.

Ich bin überzeugt von Tagesmüttern für kleine Kinder, bei uns sind die auch - soweit ich das mitbekomme - sehr zuverlässig. (Wenig Fluktuation, meist sind die Kinder da bis zum Kita-Alter und häufig gehen auch die Geschwister zur gleichen Tagesmutter.)

Historia02
12.01.2012, 15:58
Hallo Juniwald,

das ist ja ganz übel! :in den arm nehmen:

Mir ist es so ähnlich ergangen. Mein Sohn wurde mit ca. 14 Monaten bei einer Tagesmutter eingewöhnt. Plötzlich ergab sich doch noch eine Möglichkeit, einen Krippenplatz zu ergattern. Wir waren unentschlossen, ob wir ihn umgewöhnen sollen oder nicht, da wurde die Tagesmutter plötzlich ganz grantelig und hat durchblicken lassen, dass mein Kind besonders anstrengend sei und sie es besser fände, wenn wir den Krippenplatz annehmen würden. (Sie entließ uns sogar einen Monat früher aus dem Vertrag, "so schlimm" sei es.) Insgesamt war mein Sohn 3 Monate bei dieser Tagesmutter.

Damals habe ich auch eine Weile daran geknabbert, dass sie mir zu verstehen gab, mit meinem Kind wäre was nicht in Ordnung, es wäre zu anstrengend, würde nicht im Gitterbett schlafen, wie sie sich das vorstellen würde, etc... Ich war damals echt ziemlich fertig mit den Nerven. Als es dann aber in der Krippe viel, viel besser lief, da kam ich doch ins Grübeln, ob es wirklich an meinem Kind oder nicht viel eher an der Tagesmutter gelegen hatte.

Die Tagesmutter wollte quasi nur Kinder, die nach Schema F funktionieren und sich problemlos zu festen Zeiten ins Bett legen lassen, nie weinen und immer brav sind. Naja, nicht ganz, aber so ungefähr ;-)
In der Krippe dagegen gingen sie auf jedes Kind individuell ein, trösteten es, ließen es seinen eigenen Schlafrythmus finden, usw.

Von daher: Ich finde es eine ganz große Sauerei, dass die Tagesmutter dir einreden will, mit deinem Kind oder dir wäre irgendwas nicht in Ordnung. Wenn ich lese, dass du die Hauptbezugsperson für dein Kind bist, dann ist es mir eigentlich total klar, dass deine Kleine dich vermisst und heult! Das ist doch nicht ungewöhnlich! Und eine Tagesmutter muss doch wissen, dass es solche und solche Kinder gibt.

Aber, wie gesagt, meine Tagesmutter war auch von der Sorte: Entweder es läuft gleich reibungslos oder man lässt es ganz.

Ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass du schnell eine liebevolle Tagesmutter als Ersatz findest! :wangenkuss:

EllaBleu
12.01.2012, 16:09
meine Tochter ist ein Ende-September 2010-Kind und deshalb hab ich ab und zu in Eurem Oktoberstrang mitgelesen (zum Schreiben fehlte mir immer die Zeit).

Zu Deinen Fragen:
- Ich finde es absolut normal, dass Deine Tochter auch noch nach Tagen weint. Meine Tochter weint jetzt noch manchmal, und sie ist seit September in der Krippe. Ein Kind ist keine Maschine, und es ist – wie auch jeder Erwachsene – mal besser und mal schlechter drauf. Wir hatten auch Rückschritte in der Eingewöhnung, und mir haben die Erzieherinnen versichert, dass das völlig normal ist. Und in meinem Mütter-Bekanntenkreis kenne ich einige, bei denen die Eingewöhnung schwierig gewesen ist.
- Ich kann mir nicht vorstellen, dass mit Deiner Tochter etwas nicht in Ordnung sein soll. Und ich bin auch fassungslos, dass Dir das suggeriert wird. Mir kommt es eher so vor, als sei das Verhalten Deiner Tochter der Tagesmutter zu anstrengend. Und das finde ich ein echt starkes Stück, denn von einer Tagesmutter würde ich mehr Geduld und Verständnis erwarten. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass sie solches Verhalten wie das Deiner Tochter zum ersten Mal erlebt.

Ich möchte Dir von unserem Kita-Start erzählen, der war auch nicht immer einfach...
Meine Kleine wurde mit 11 Monaten eingewöhnt, und es waren vier Wochen dafür vorgesehen. Sie ist ein sehr anhängliches Mama-Kind, und ich hatte vor der Eingewöhnung ziemlich Angst.
Zu Beginn hat sie viel geweint, und ich wurde auch mal angerufen, um sie vorzeitig abzuholen. Die zweite Woche verlief besser: Sie hat zwar geweint, wenn ich ging, ließ sich aber gut und schnell beruhigen. In der dritten Woche gab es einen riesigen Rückschritt. Da hat sie geschrien wie am Spieß, wenn ich ging (und ich habe mich gefühlt wie die allerletzte, miese Versager-Rabenmutter). Sie hat auch zwischendurch immer viel geweint (nach Mama rufen konnte sie noch nicht ;-) ). Dann ist sie krank geworden und blieb ein paar Tage zuhause. Ich hatte Sorge, dass wir nach ihrer Fehlzeit mit der Eingewöhnung quasi wieder bei Null anfangen müssen. Ganz so schlimm war's nicht, aber sie hat auch nach wie vor sehr schrecklich gebrüllt, wenn ich ging.
Es hat gut sechs Wochen gedauert, bis sie nicht mehr geweint hat, wenn ich morgens ging (das war für mich eine Riesen-Erleichterung, denn täglich mit dem Weinen meiner Kleinen im Ohr zur Arbeit zu gehen, hat mich sehr belastet). Mittlerweile geht sie seit drei Monaten in die Krippe und ich weiß, sie findet es toll dort. Wenn sie abgeholt wird, will sie nicht nach Hause. Aber je nach Tagesform weint sie morgens immer noch, wenn ich sie bringe. Montags nach dem Wochenende auf jeden Fall, und auch sonst manchmal. Für mich ist es hart, wenn sie sich schluchzend an meinen Hals klammert und ich ihre Arme lösen muss, dann tut sie mir so Leid, dass ich mitheulen könnte… Aber ich weiß, sie beruhigt sich schnell.

Ich verabschiede mich von meiner Tochter auch kurz und gehe schnell. Mir ist die Trennung sehr wohl schwer gefallen und sie fällt mir immer noch schwer (ich arbeite aber auch voll und sehe sie in der Woche höchstens eine Stunde pro Tag). Ich gebe mir alle Mühe, sie das nicht spüren zu lassen. Trotzdem musste ich mir ständig anhören, dass ihre Eingewöhnung so schwer ist, weil sie spürt, dass ich auch traurig darüber bin. Halte ich für Quatsch. Es hat schon Situationen gegeben, in denen ich sie von ganzem Herzen gerne für eine Stunde zum Babysitter geben wollte, und wo sie dermaßen gebrüllt hat, dass daran nicht zu denken war.

Ich wünsche Dir, dass Du noch eine tolle, zuverlässige und liebevolle Tagesmutter findest, die besser zu Euch passt. Würdest Du denn zu der Tagesmutter wieder zurückgehen, falls sie zurückrudert?
Alles Liebe und Kopf hoch!!

Liebe Grüße
EllaBleu

xanidae
12.01.2012, 16:21
Hattet ihr schon einen Vertrag? Hat sie die Kündigungsfrist ihrerseits durchlaufen?

Die Tagesmutter musste dem Jugendamt einen Grund angeben, warum sie dir kündigt. Da ist es natürlich einfacher, den schwarzen Peter auf Mutter und Kind zu schieben, anstatt sich einzugestehen: ich kam mit dem Kind nicht zurecht.

Das passiert mit Sicherheit jeder Tagesmutter einmal. Auch die sind nur Menschen, meistens merkt man es aber früher.

Es ist bekannt, dass Kinder, die um das erste Lebensjahr ihre Eingewöhnung erleben, mehr Schwierigkeiten haben. Hier stößt das Elternzeitgesetz auf die Entwicklungsphase der Kinder. Oft ist es so, dass ein halbes Jahr jüngere oder ältere Kinder sich leichter eingewöhnen lassen.
Was im Grunde bedeutet, dass die Eingewöhnungszeit an sich kürzer ist und die Dauer des Weinens sich schneller legt. Im Vergleich natürlich. Gefühlt ist jede Eingewöhnung zu für alle eine harte Zeit.

Auch das hätte die Tagesmutter wissen müssen.

Im Grunde habt ihr alles richtig gemacht, es hat aber dann doch nicht gepasst.
Die kurzfristige Absage würde ich dem Jugendamt nochmals unter die Nase reiben. Da würde ich Ersatz vom Jugendamt fordern, schließlich musst du wieder arbeiten gehen.

Inaktiver User
12.01.2012, 20:32
Juniwald, als erstes nochmal: Das ist eine komplette Sauerei, die TM kann dich nicht einfach so hängen lassen!
Ich kenne die Verhältnisse in D nicht, hier in NL werden TMs meist über ein Büro vermittelt, das dann aber auch für Ersatz verantwortlich ist, z.B. auch im Krankheitsfall der TM.
Ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass ihr beide schnell eine tolle TM findet, bei der die Kleine sich wirklich wohl fühlt. :in den arm nehmen:

Inaktiver User
12.01.2012, 21:12
Ich möchte mich auch äußern auch wenn wir hier noch nicht soweit sind. Erstmal :in den arm nehmen: ich wohne in Berlin und weiß wie hier die Kita/Tagesmutter Situation ist und kann mir vorstellen wie du dich fühlen musst wenn deine (scheinbar) gesicherte Betreuung auf einmal wegfällt.

Mich hat an deiner Geschichte stutzig gemacht, dass die Eingewöhnung doch noch gar nicht solange läuft oder täusche ich mich? Ich weiß, dass normalerweise 4 Wochen als Mindestzeit angesehen werden. So sind zumindest meine Informationen aus vielerlei Quellen. Anscheinend war/ist deine Tochter einfach noch nicht soweit und braucht mehr Eingewöhnungszeit, was meiner Meinung nach nicht ungewöhnlich ist. Jedes Kind hat nunmal seinen eigenen Rhythmus und erzwingen bringt da bekanntermaßen nichts. Wenn sie mehr Zeit braucht dann soll sie die eben auch bekommen. Ich denke also ganz und gar nicht, dass etwas mit euch beiden nicht stimmt. Wichtig ist denke ich viel Einfühlungsvermögen von allen Beteiligten und dann hätte es sicher auch mit der Zeit geklappt. Wer weiß wie es nächste Woche gelaufen wäre, dann hätte sich das "Problem" vielleicht schon von selbst gelöst. Dass Kinder bei einer solchen Eingewöhungszeit weinen ist nun auch nicht neu oder selten. Manche brauchen eben länger um sich mit der neuen Situation anzufreunden.

Für mich wirkt es eher so als wenn das der Tagesmutter zu kompliziert war und sie euch deswegen abgewimmelt hat. Suche bitte nicht die Schuld/Versäumnisse bei dir, das wäre der falsche Ansatz!

Tipps zur neuen Suche kann ich dir leider nicht geben außer: Höre auf dein Bauchgefühl, es ist wichtig, dass du ein gutes Gefühl hast, aber das weißt du ja alles schon.

Ich hoffe mein Beitrag (wenn auch fachlich nicht hilfreich) konnte dir trotzdem was bringen.

ganz liebe Grüße,
Nibbler

Juniwald
12.01.2012, 21:42
Hallo,

ich danke Euch für Eure Antworten. Ich habe nachmittags noch mal mit der Dame vom Jugendamt telefoniert. Sie sagte, es wäre ihrerseits etwas unglücklich formuliert gewesen. Dieses " vielleicht stimmt etwas nicht ". Sie meinte damit, dass meine Tochter entweder noch nicht soweit ist für Fremdbetreuung oder weitaus mehr Zeit braucht. Nun gut, damit kann ich leben.

Ich habe auch weiter nachgedacht, was vielleicht falsch gelaufen ist. In der ersten Woche der Eingewöhnung war die gesamte Familie anwesend ( TM, ihre zwei Töchter 12 & 16 sowie der Ehemann ). Alle saßen um meine Tochter rum und haben sich mit ihr beschäftigt. Vielleicht war das zuviel. Sie wusste teilweise nicht, wo sie hingucken sollte. Auch war ihr der kleine Familienhund nicht geheuer.

Die TM hatte vor Jahren mal 1 Tageskind gehabt, danach Pause. Sie hat erst vor kurzem wieder angefangen mit einem 5 Monate alten Mädchen, was immer noch da ist. Mit dem Baby war es unkompliziert. Vielleicht hat sie auch gemerkt " Oha, mit einem 14 Monate alten Kind, was stark fremdelt, das ist ja was anderes ". Und ihr fehlte dann vielleicht die nötige Erfahrung, um damit umzugehen oder einfach durchzuhalten.

Auf jeden Fall finde ich, dass sie sehr schnell aufgegeben hat.

@ Xanidae : nein wir hatten noch keinen Vertrag. Ich wollte ihn morgen mit zur Unterschrift nehmen. Dazu kommt es nun nicht mehr. Das andere Tageskind, was noch da ist, ist 6 Monate alt. Das lief fast problemlos. Da war die TM natürlich verwöhnt und dachte vielleicht, es läuft immer so.

@ Nibbler : in der Empfehlung, die ich vom hiesigen Jugendamt bekommen habe, steht, dass die meisten Kinder mit 2 Wochen Eingewöhnung zurecht kommen. In Ausnahmefällen könnte es 3 Wochen dauern. Ja ich habe mittlerweile auch den Eindruck, dass es der TM zu kompliziert wurde. Ich hatte bei dieser TM auch ein gutes Bauchgefühl......

@ Fresia : die TM werden hier nach Stadtteilen vermittelt. Je nach Stadtteil ist entweder das Jugendamt oder ein kirchlicher Träger verantwortlich. Eine zentrale Stelle, die somit ALLE Tagesmütter auf dem Schirm hat, gibt es nicht. Finde ich nicht gut organisiert.

@EllaBleu : liest sich heftig, was Du von Deiner Tochter berichtest. Selbst, wenn die TM jetzt zurückrudern würde, das ist für mich erledigt. Das Vertrauen ist hin.

Wie es jetzt weitergeht :
ich habe mit der Stelle im Jugendamt telefoniert, die für die Krippen zuständig ist und denen meine Situation geschildert. Habe mich sogar zur Abteilungsleiterin durchstellen lassen. Kein Krippenplatz. Alles voll. ( Hab ich mir auch gedacht )

Nächste Woche habe ich einen Termin bei der anderen Vermittlungsstelle. Mit der Dame habe ich telefoniert, ihr fielen gleich 2 Tagesmütter ein, die bei mir in der Nähe wohnen und die viel viel Erfahrung haben. Sie will aber erst einmal mich und die Kleine kennenlernen. Um mich und meine Tochter in Interaktion zu erleben. Tja, anscheinend haben wir schon einen Ruf weg *g*

Tja, einerseits freue ich mich, noch einen Monat mit meiner Tochter zu haben. Andererseits ist es eine riesige finanzielle Katastrophe und ich habe natürlich jetzt große Angst, dass mir das noch einmal passiert.

Juniwald

Inaktiver User
12.01.2012, 21:46
Juniwald, auch ich bin entsetzt :in den arm nehmen:

Und ich kann dir bestätigen, dass mit dir und deiner Tochter alles in Ordnung ist. Ich schließe mich meinen Vorschreiberinnen an, deine TM ist leider ihrer Rolle offensichtlich nicht gewachsen :knatsch: Denn zu sagen, sie traue sich ein Kind nicht zu, kann ich ehrlich gesagt nicht verstehen.

Übrigens wird ja immer berichtet, dass die schlechteste Eingewöhnungszeit so um 9 Monate ist, weil die Kinder da zu fremdeln beginnen. Das kann ich so nicht bestätigen - du weißt dass das Prinzlein seit es 6 Monate als ist bei der TM ist und mit 9 Monaten (nach 4 Wochen Sommerpause) hat er nicht geweint. Wohl aber jetzt nach den Weihnachtsferien, mit 13 Monaten!!!

Damit will ich nur sagen dass ich glaube, dass eine Eingewöhnung im Alter von 1 Jahr oder mehr nicht unbedingt die leichteste sein muss, und wohl viele Kinder ähnlich wie deine Tochter reagieren würden. Wenn sogar mein Kind, das dort schon über 6 Monate lang hingeht, beim Abgeben plötzlich zum ersten Mal weint ...

Tipps habe ich keine wirklichen - wir haben ziemlich aus dem Bauch heraus entschieden. Unsere TM ist allerdings sehr erfahren, sie ist ausgebildete Krippenbetreuerin und arbeitet schon lange in dem Bereich. Falls du die Möglichkeit hast, jemanden mit Erfahrung zu bekommen, wäre das vielleicht ein Punkt auf den ich achten würde. Und ich würde vielleicht im Gespräch erwähnen, dass du jetzt ein Jahr lang die Hauptbezugsperson für deine Tochter warst und sie sehr auf dich fixiert ist, und schauen, wie die TM auf diese Aussage reagiert. Ich würde mir dann eine Reaktion im Stil "das ist normal, aber das kriegen wir schon hin" erwarten ...

Wie geht's jetzt weiter?

Meeresblume
12.01.2012, 21:54
Hallo Juniwald,

auch von mir erstmal eine virtuelle Mitgefühls :in den arm nehmen: Das ist ja ein starkes Stück! Nicht nur die kurzfristige Absage Deiner Tagesmutter sondern auch noch der unterschwellige Vorwurf, mit Euch stimme etwas nicht! Das spricht leider nicht für die Qualifikation dieser Frau. Es ist, wie schon jmd vor mir schrieb, mit einem Jahr nicht unbedingt die günstigste Zeit, ein Kind an eine neue Bezugsperson zu gewöhnen. Bis zum Ende des 2. Lebensjahres machen die Kinder immer wieder Fremdelphasen durch, die eine Eingewöhnung sehr erschweren oder sogar unmöglich machen können. Das müsste Deine Tagesmutter auch wissen - selbst wenn sie länger nicht mit Kindern dieses Alters konfrontiert war.

Mein Sohn (17 Monate) wurde mit 12 Monaten auch bei unserer TaMu eingewöhnt. Die Eingewöhnung lief sehr sanft über 4 Wochen und relativ problemlos. Kurze Zeit später hätte ich ihn wohl viel schwerer eingewöhnen können, da er mit 14 Monaten nochmals eine massive Fremdelphase über ca 6 Wochen hatte. Und noch heute ist nicht jeder Tag gleich und montags und nach längeren Ferien wird immer geweint.

Aber was ich eigentlich erzählen wollte:
Zur gleichen Zeit wie mein Sohn sollte auch ein damals 15 Monate alter Junge bei ihr eingewöhnt werden. Nach mehr als 4 Wochen wurde die Eingewöhnung abgebrochen, weil der Kleine auch immer nur schrie, wenn seine Mutter fortging und sich absolut nicht beruhigen wollte - zuletzt schrie er schon beim Anblick der Tagesmutter. Die Mutter hat dann von sich aus entschieden, sich und dem Kind noch einige Monate länger zu Hause zu geben. Nach langen Gesprächen mit der Tagesmutter, die sich über den Fall auch in einer Art örtlicher Tagesmütterkonferenzrunde ausgetauscht hat und es auch noch weiter versucht hätte! In Deinem Fall hört es sich aber irgendwie so an, als hätte die Tagesmutter keine Lust auf eine langwierige Eingewöhnung gehabt. Zwei Wochen Eingewöhnung sind es im günstigsten Fall, aber eine längere Eingewöhnung ist auch völlig normal.

Ich wünsche Dir, dass Du ganz schnell eine gute Betreuungsperson für Deine Tochter findest. Lass Dir bloß nicht einreden, dass Du etwas falsch machst oder gemacht hast!

Alle Liebe von Meeresblume

PS: Das Konzept Tagesmutter hat mich im übrigen nicht überzeugt. Meine TaMu bietet zwar eine tolle Betreuung, aber sie macht insgesamt 8,5(!) Wochen im Jahr zu, ist häufig krank (oder eines ihrer eigenen Kinder) und für mich aus diesen Gründen einfach keine Alternative zur Krippenbetreuung, die ich bei meiner Tochter ab 12 Monaten hatte. Da ich derzeit in Elternzeit mit dem 3. Kind bin, kann ich die Fehlzeiten gut wegstecken, aber wenn ich wieder arbeite, gehen alle Kinder in eine Kita, das hab ich unserer örtlich zuständigen "Vergabestelle" schon abgerungen :ooooh:

Inaktiver User
12.01.2012, 21:58
PS: Juniwald, überschnitten :ahoi:

Juniwald
12.01.2012, 22:07
Hallo,

@ Novmami : ja ich hätte mir wirklich so Sätze wie " das ist normal, das kriegen wir hin ". Als ich meine Tochter Montag und Dienstag abholte, schüttelte die TM nur mit dem Kopf und sagte
" Gar nicht gut ". So als wäre meine Tochter nicht brav gewesen. Ich hätte wahrscheinlich wirklich auf mehr Erfahrung achten sollen. Aber die TM hat mir eben gut gefallen, weil sie so engagiert war, auch ihre Töchter. Mein Bauchgefühl war wirklich gut. Ich hätte mir nicht träumen lassen, dass meine Tochter so stark fremdelt.

@ Meeresblume : ich wusste schon in der SS, dass ich nach 14 Monaten wieder arbeiten muss. Habe mich bereits in der SS nach einem Krippenplatz erkundigt und mir welche angeschaut. Keine Chance, Wartelisten ohne Ende. Und Geschwisterkinder haben Vorrang etc. Und bei einer Besichtigung einer Elterninitiative habe ich mich mit einem Mann in die Haare bekommen, der fragte, ob in der Suppe mittags Wurstscheiben drin sind. Da brauchte ich mich dann auch nicht mehr anmelden. Wollte ich auch nicht.

Meeresblume
12.01.2012, 22:20
Hallo,

@ Meeresblume : ich wusste schon in der SS, dass ich nach 14 Monaten wieder arbeiten muss. Habe mich bereits in der SS nach einem Krippenplatz erkundigt und mir welche angeschaut. Keine Chance, Wartelisten ohne Ende. Und Geschwisterkinder haben Vorrang etc. Und bei einer Besichtigung einer Elterninitiative habe ich mich mit einem Mann in die Haare bekommen, der fragte, ob in der Suppe mittags Wurstscheiben drin sind. Da brauchte ich mich dann auch nicht mehr anmelden. Wollte ich auch nicht.

Ja, die Betreuungssituation für Kinder unter 3 Jahren ist vielerorts ein echtes Problem :knatsch:. Bei uns gibt´s so viele Kinder, dass die Gemeinde, die alle Plätze vergibt, beschlossen hat, nur noch streng nach Alter des Kindes zu gehen. Geschwisterkinder haben keinen Vorrang - aus meiner Sicht auch eine Unverschämtheit, denn die Kita meiner Tochter hätte meinen Sohn gern genommen.

Ich drücke Dir die Daumen für einen Glückstreffer nächste Woche!

Inaktiver User
12.01.2012, 22:31
Uiuiui, Juniwald, was für eine Misere! Das tut mir sehr leid!

Warum ich aber eigentlich schreibe: ich habe jetzt eine ganze Weile überlegt, weil ich niemandem virtuell auf den Fuss treten möchte - das ist wohl schon das eine oder andere Mal passiert - aber mich wundert immer wieder, wie sehr im ach so weitentwickelten Deutschland bestimmte Erkenntnisse einfach ignoriert werden. Anscheinend werden Kinder als uniforme, umprogrammierbare Wesen gesehen, die nach Schema xy ihr Ding durchziehen müssen und Schluss.

Ich behaupte mal ganz dreist, dass mit Eurer Form der Eingewöhnung ein Großteil der Kinder überfordert wäre, besonders in diesem Alter und dass es eher für die seelische Gesundheit Deiner Maus spricht, DASS es nicht so geklappt hat! (Bitte nicht im Umkehrschluss daraus machen, dass das NIE funktionieren kann und die Kinder, bei denen es hinhaut, irgendwie seltsam wären....).

Da ich mir vorstellen könnte, dass Du jetzt bei der hoffentlich bald vorhandenen zweiten TaMu ganz schön unter Strom stehst, was die Eingewöhnung angeht, und dass die Sache nicht leichter macht, kannst Du ja mal, wenn Du magst, nach "sanfter Eingewöhnung" googeln. Ich habe zu dem Thema auch beruflich einiges gemacht.

Es ist eben nicht so, dass die Kinder alle (!) aufhören zu schreien, wenn die Mutter noch nicht richtig zur Tür draußen ist und es ist auch nicht so, dass alle (!) Kinder das nur machen, um zu testen, wer am längeren Hebel sitzt. Und nicht alle (!) Kinder, die tatsächlich aufhören mit dem Weinen, hören deshalb auf, weil es eigentlich gar keinen Grund zum Weinen gibt.

Da sieht man dann z. B. in staatlichen KiGas Zweijährige, die über Wochen (!) den ganzen Tag nur darauf warten, dass sie eeeeendlich abgeholt werden, und den Müttern wird erzählt "hat gar nicht geweint, alles supi!". Und wenn sich mal einer eingestehen würde, dass das Kind eben statt zwei Tagen zwei Wochen zur Eingewöhnung braucht (oder ein Baby eben statt zwei Wochen eben im schlimmsten Fall zwei Monate), wäre im Endeffekt allen geholfen...


Für mich klingt das nach einer TaMu, die wieder ein paar Kröten verdienen woltle, mit einem Baby angefangen hat, merkte, hey, das klappt super (und das ist sicher z. B. zeitweilig auch prima durch die Töchter zu bespaßen), und dann dachte, wenn ich sowieso so was mache, kann ich auch noch ein Kind nehmen. Im allerersten Moment würde man vll. auch, v. a. wenn man von dem Baby-/ Kleinkindthema schon ein Stück weg ist, denken, dass eine über Einjährige LEICHTER zu "handhaben" ist als ein fünf Monate altes Kind.



(Und bevor das ganze ein Gschmäckle bekommt: mein Kind war so alt wie Deines, als es "fremdbetreut" wurde).



Viel Erfolg! :blume:

Nachwuchs2010
13.01.2012, 10:11
Hallo Juniwald,

mir geht's wie allen hier: Ich bin echt geschockt, wie leichtfertig die TM so kurz vor deinem Arbeitsbeginn abgesagt hat.

Zum Thema "Wie geht es weiter" wollte ich nur noch was sagen:

Ich glaube, in deiner Situation hätte ich arge Bedenken, noch einmal bei einer neuen TM anzufangen. Wahrscheinlich wäre eine Krippe für euch die beste Lösung.

Wg. der Wartelisten: Ich weiß nicht, in welcher Stadt du wohnst, aber bei uns hier ist es so, dass jeder sich in -zig verschiedenen Krippen (städtische, kirchliche, private, Elterninis) anmeldet, da gibt es keine Koordination von städtischer oder anderer Seite. Sprich: Jeder, der ernsthaft eine Betreuung sucht und braucht ist bei -zig Krippen angemeldet, deshalb sind auch die Wartelisten so voll. Auch wir sind noch auf ca. 20 Wartelisten, obwohl wir inzwischen einen Platz haben, und ich melde mich auch fleißig überall regelmäßig zurück, einfach weil ich nicht 100% mit der jetzigen Betreuung zufrieden bin und mir alle Möglichkeiten offen halten will. Sollte jetzt eine Zusage kommen, würden wir uns die Einrichtung anschauen und wenn wir ein besseres Gefühl haben als bei der jetzigen würden wir wechseln, wenn wir unsicher sind würden wir absagen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Sobald in einer Krippe ein Platz frei wird, werden die Wartelisten abtelefoniert, ich habe letztens von einer Bekannten gehört, dass es im September noch hieß, sie wären auf Wartelistenplatz 120, jetzt haben sie letzte Woche eine Zusage für einen Platz ab März bekommen, weil einfach alle Kinder im passenden Alter, die vor ihnen auf der Liste standen, inzwischen anderweitig versorgt sind.

Mir hat vor ca. einem Jahr, als ich auch verzweifelt und panikartig auf "Krippenmarathon" war, um einen Platz für Nov. 2011 zu finden, eine leitende Erzieherin erzählt, dass ihre Einrichtung noch vor Eröffnung(!) eine Warteliste mit 1200(!) Plätzen hatte. Sie sagte mir aber, ich solle mein Kind ruhig vormerken, sooo schlecht wären die Chancen gar nicht, eben weil jeder überall vorgemerkt ist.

Ich drücke dir auf jeden Fall die Daumen, dass sich schnell etwas ergibt, womit zu zufrieden bist. :blume:

fox77
13.01.2012, 10:27
Liebe Juniwald,

ich hab nun nicht alles durchgelesen, aber es schockiert mich, wie jemand (professionelles) so kurzfristig einfach absagen kann!
Andererseits: Du und die Kleine seid ja auch nicht glücklich mit der Situation gewesen und auf Dauer wäre das vielleicht sowieso nicht gut gegangen.
Deswegen: Hört sich jetzt vielleicht doof an, aber seh es als Chance, eine bessere Betreuung zu finden!
Ich denke das es ganz viel mit Sympathie/Antipathie zu tun hat. Auch ein Baby kann Menschen nicht mögen und eine Tagesmutter muss auch nicht mit jedem Kind können, das hat nichts mit Dir oder Deinem Kind zu tun.
So ist jedenfalls meine Erfahrung.
Ich arbeite unregelmässig und dann auch meist nicht an meinem Wohnort und brauche deswegen immer wieder eine flexible Betreuung.
Beim letzten Arbeitsblock sagte mir meine Stammbabysitterin ab. Nicht kurzfristig zwar, aber ich musste jemand neues finden. Ich hatte dann jemanden gefunden, konnte aber nicht mal eben für zwei Stunden testen fahren, da zu weit weg. Es hat vom ersten Tag an nicht mit den beiden funktioniert und meine Kleine (9 Monate) ist Babysitter und Krippenerfahren und fremdelt ansonsten nicht!
Ich denke sie konnten sich einfach nicht leiden.

Hilft Dir jetzt nicht wirklich weiter, ich wollte nur sagen:
Es liegt nicht an Euch und Du machst nichts falsch!

Drück Dir die Daumen, dass Du schnell eine gute Betreuung findest!
FOX

Cathays
13.01.2012, 10:46
Hallo Juniwald,

ich habe eine ähnliche Geschichte erlebt, bei uns hat die Tagesmutter allerdings den Vertrag 5 Tage nach Arbeitsbeginn gekündigt. Ich dachte auch, mein Sohn käme gut mit ihr klar, aber sie wollte, daß er mit 12 Monaten fest Mittagsschlaf macht und das konnte er noch nicht. Sie hat ihn dann brüllen lassen. Das ist nur ein Punkt, ich kann hier seitenweise über Vernachlässigung der Aufsichtspflicht und ähnliches schreiben. Letztendlich hat sie den Vertrag gekündigt, weil sie noch nie ein so weinerliches Kind wie unseres gesehen hätte. Eine Unverschämtheit. Wir hatten usn aber auch gerade für eine Trennung von ihr entschieden.

Ich habe dann, gottseidank, übers Jugendamt kurzfristig Ersatz bekommen (als Notfall) und wir hatten für 14 Tage Übergangsweise Unterstützung von den Großeltern. Die neue TM war, das hat sie mir hinterher erzählt, auch erstmal etwas zurückhaltend (Tagesmuttersolidarität) aber, oh Wunder, es hat sofort perfekt geklappt. Da waren 4 andere Kinder, die haben sich mittags zusammen ins Bett gekuschelt und problemlos geschlafen udn die Eingewöhnung hat 5 Tage gedauert, dann war das Thema durch. Natürlich hat er phasenweise mal geweint, wenn ich ihn hin gebracht habe, aber wenn die tür zu war und ich unten war, war er schon ruhig. Die TM war so toll, sie hat das so gut im Griff gehabt, daß ich richtig traurig war, als er in den Kiga gekommen ist. Wir treffen uns noch heute zu Weihnachtsfeiern und Laterenlaufen, alle Ehemaligen und neuen zusammen. Echt schön.

Ich glaube, es gibt TM, die haben einfach nicht genug Erfahrung. Und nur, weil wir als Eltern jemand sympathisch finden, muß es das Kind noch lange nicht. Je nach Temperament und Charakter brauchen Kinder unterschiedliche Eingewöhungen. Meiner ist da recht pflegeleicht, aber ich habe Kinder im Bekanntenkreis, da dauert es eben ein paar Wochen. Ich würde das neue Baby, was unterwegs ist, jederzeit wieder zu einer TM geben, leider ziehen wir weg, so daß unsere alte TM nicht mehr in Frage kommt. Aber ich würde jetzt noch einmal genauer hingucken und vor allem darauf achten, daß dort mehrere Kinder sind, die auch schon länger da sidn.

Ich drück Dir die Daumen, daß Du bald eine Lösung findest.

LG
Cathays

Lavendulla
13.01.2012, 11:12
Hallo Juniwald,

da bricht mir ja der Schweiß nur vom Lesen aus – auch ich bin entsetzt.

Lass Dich nicht verunsichern. Da hast Du wohl ein ganz besonderes „Exemplar“ an TM erwischt. Eine, die nur die pflegeleichten Kinder will…

Unsere Kleine (18 Monate) wurde vergangenen September in der Kinderkrippe eingewöhnt. Sie ist auch sehr anhänglich und braucht immer eine Bezugsperson in greifbarer Nähe. Sie hat sich eine Betreuerin rausgepickt und auf die ist sie nun fixiert. Sie wird zwar langsam etwas selbstständiger aber wie Du siehst, hat es doch seine Zeit gebraucht.
Mini hatte das Glück, dass sie das bekommen hat was sie brauchte, Deine Kleine leider nicht.
Der TM war das wohl zu lästig und zu anstrengend.

Es liegt nicht an Dir oder Deiner Kleinen, sondern einzig und alleine an der TM. Die wollte wohl auf die schnelle noch ein wenig mehr verdienen. Und wenn´s mit dem Baby so gut klappt wird sie wohl gemeint haben, noch so ein pflegeleichtes Kind und der Verdienst hat sich easy verdoppelt.

Ich bin echt fassungslos...

Ich drück Dir für alles weitere ganz fest die Daumen!

Peppis
13.01.2012, 11:32
Juniwald,

da gibt es doch gar nicht. Das tut mir total leid für dich und ich hoffe, dass du trotzdem noch alles geregelt bekommst.

Lass dir bitte nicht einreden, mit deinem Kind stimme irgendwas nicht.

Mein Sohn geht seit August für 4 Stunden am Tag in die Kita. Er war da 17 Monate. Ich habe ihn 4 Wochen eingewöhnt.
Er war das schwierigste Kind dort. Sobald ich auch nur auf Toi wollte hat er geschrien, er hat mehr als einmal alles vollgebrochen usw, klebte an mir wie die zweite Haut (so ist er sonst gar nicht)......
Keine der Kindergärtnerinnen hat mir jemals das Gefühl gegeben, dass wir das nicht hinbekommen (ich muss auch arbeiten). Ganz im Gegenteil. Sie haben mir Mut zugesprochen.

Und wir haben es hinbekommen, indem wir es noch langsamer haben angehen lassen und ihm etwas mehr Zeit gegeben haben. Ich war halt für 4 Wochen jeden Morgen mit dabei und wir haben dann wirklich langsam gesteigert.

Mein Sohn winkt mir seitdem hinterher wenn ich gehe, meistens guckt er schon gar nicht mehr. Er ist total gerne dort, gar kein Problem mehr. Ich selber hätte das nie gedacht und sah mich schon meine Elternzeit verlängern (was bei uns finanziell aber auch im Super Gau geendet hätte).

Also mit deinem Kind stimmt alles, sie braucht einfach etwas länger. :blume: Lass dir nichts einreden ! Die TM hat einfach keine Ahnung von Kindern, sorry, musste jetzt mal gesagt werden.

Juniwald
13.01.2012, 21:32
Hallo,

es tut gut, Eure Beiträge zu lesen. Mir geht es heute nämlich nicht so gut. Freue mich zwar, noch einen Monat mit meiner Tochter zu haben, allerdings spüre ich schon jetzt den Druck, dass es jetzt klappen muss.

@ Lavendulla : Mensch, habe mich sehr gefreut, dass Du mir geantwortet hast. Ich lese immer bei Euch mit. So sehe ich, was auf mich zukommt und was Eure Kinder schon können und meine Kleine vielleicht auch bald kann.

@ Schokomilch : wärest Du so nett, mir kurz per PN zu skizzieren, wie eine sanfte Eingewöhnung aussieht ? Ich denke, dass meine Tochter wirklich länger braucht.

@ Cathays : meine TM hatte vor Jahren mal 1 Tageskind gehabt. Und jetzt eben das Baby, was sich problemlos eingewöhnt hat. Und dann kam meine Tochter. Da ich sie so sympathisch fand, ebenso wie den Mann und die Töchter, dachte ich, das passt auch mit meiner Tochter. Ich hätte wohl viel eher auf jahrelange Erfahrung achten soll.

@ Fox : ich weiß nicht, ob Du Dich an mich erinnerst, ich habe Dir mal in Deinem Strang geantwortet. Ich finde es top, wie Du alles gemeistert hast ! Mensch, dass Deine Kleine auch schon 9 Monate alt ist......Vielleicht konnte meine Tochter wirklich keine Beziehung zu ihr aufbauen. Sie ließ sich auch ganz ganz lange nicht von ihr auf den Arm nehmen. Das hatte mich gewundert.

@ Peppis : bestimmt kein schönes Gefühl, zu wissen, dass der eigene Sohn das schwierigste Kind in der Krippe ist *g* Ich finde es super, dass die Erzieherinnen Euch Mut gemacht haben. Bei uns war es so, dass ICH der Tagesmutter Mut gemacht habe. Es sollte ja andersrum sein.

@ Nachwusch2010 : ich werde nächste Woche noch mal in Sachen Krippe tätig werden. Wobei ich nach wie vor eine Tagesmutter mit mehreren Kinder bevorzugen würde. Ich war in der SS total entmutigt, weil es überall hieß " Wartelisten ".

Juniwald
17.01.2012, 20:56
Guten Abend,

ich war heute bei der Arbeiterwohlfahrt. Es gäbe die Möglichkeit, meine Tochter in einer Spielgruppe unterzubringen. Das ist eine normale Kinderkrippengruppe, die man stundenweise buchen kann. Die Gruppe wird geleitet von 2 festen Erzieherinnen. Das Alter der Kinder ist gemischt : von Krabbelkindern bis kurz vor zwei Jahren.Obwohl es sehr sehr teuer ist ( trotz Zuschuß vom Jugendamt ), tendiere ich dazu, dieses Angebot anzunehmen.

Morgen habe ich einen Termin bei der Tagesmuttervermittlungsstelle. Bei mir hat sich jedoch ein schaler Nachgeschmack eingestellt, was eine erneute Tagesmutter angeht.

Was meint Ihr ?

Juniwald

Inaktiver User
17.01.2012, 21:35
Hallo Juniwald,

das mit der Kinderkrippengruppe hört sich ja nicht schlecht an. Deine Tochter wäre dann ja auch nicht ganz die Jüngste, aber auch nicht die Älteste in der Gruppe und findet bestimmt schnell Spielkameraden. Wie viele Kinder wären denn in der Kindergruppe?

Thema Tagesmutter: Die Kinder von einer Freundin sind bei einer Tagesmutter und sind sehr glücklich dort. Am Anfang war meine Freundin doch sehr skeptisch. Es hatte nicht von Anfang gut geklickt (zwischen ihr und der TM, nicht zwischen Kind und TM - die fanden sich gleich toll), aber sie hatte eben keine andere Wahl. Die Zweifel sind schnell verschwunden, meine Freundin hat vollstes Vertrauen in die TM und umgekehrt auch. Die Kinder fÜhlen sich pudelwohl dort. Es spielt aber wohl auch eine Rolle, dass es dort mehrere Kinder gibt im Alter zwischen 3 Monaten und 4 Jahren.

Schau es dir morgen doch einfach mal an, nein sagen kannst du ja immer noch, wenn deine Tochter dann in die Kinderkrippengruppe gehen sollte. :zwinker:

Viel Glück für morgen :in den arm nehmen: :blumengabe:

Fresia

Wiesenkraut
18.01.2012, 09:41
Ich glaube es gibt kein richtig oder falsch wenn es um die Frage Tagesmutter/Kinderkrippe geht.
Es ist richtig, Tagesmütter können schon mal selbst krank werden, auf der anderen Seite kann man (bei uns) mit denen schon mal leichter verhandeln wenn es z.b um Medikamentengabe geht oder um Krankheit.
Das Fünkchen hat z.b zur Zeit nach Antibiotikagabe Durchfall - nicht öfter als normal aber wenn dann eben flüssig. Im Kindergarten gibts die Vorgabe Durchfallkinder müssen nach Hause geschickt werden. Da kann ich noch so argumentieren, dass es nicht ansteckend ist, da ist eben Vorschrift Vorschrift. Bei TM ist sowas einfacher.
Medis dürfen bei uns gar nicht gegeben werden, auch das machen Tagesmütter durchaus. ich glaube also dass letztendlich sich die "Fehltage" die Waage halten.

Ob Tagesmutter oder Krippe besser ist ist dann noch mal stark abhängig von den Eltern,auch dem Kind selbst und den örtlichen Gegebenheiten
Das eine Kind kommt besser in einem kleineren Rahmen zurecht und braucht die doch eher familiere Anbindung. Das nächste blüht in einer größeren Gruppe eher auf.
Die eine Mutter fühlt sich besser mit einer Tagesmutter, die andere besser mit einer Krippe. Ich glaube z.b dass ich mit Eifersucht reagieren würde, wenn das Fünkchen wie letzt geschehen nicht mit nach Hause wollte und bei einer Tagesmutter gewesen wäre. Im Kindergarten war es in dem Moment auch gruselig, aber es kam keine Eifersucht auf. Da tickt auch jeder anders.
Dann sind ja die Kindergärten recht unterschiedlich gestrickt. Die einen haben Gruppen von 6 Monate bis (z.b) 6 Jahre, die anderen von 1-2 Jahre und auch die Gruppengrößen varieren sehr stark. Bei uns ists so dass auf 10 Kinder zwischen 6 Monaten und 3 Jahren 1ne Vollzeitkraft und 3 25hler kommen. Ein (finde ich) sehr angenehmer Schlüssel.

Ich persönlich finde, dass das was du schreibst , also bis 2 Jahre noch optimaler ist, da die 3 jährigen doch ähm schon etwas wilder sind als 2 jährige. Wie groß ist denn die Gruppe.

in deinem ganz persönlichen Fall ist mir in deinem Post folgender Satz als erstes ins Auge gesprungen:
Bei mir hat sich jedoch ein schaler Nachgeschmack eingestellt, was eine erneute Tagesmutter angeht.
Ich glaube, dass das eigentlich schon eine Vorentscheidung ist. Nichts desdo trotz würde ich den Termin bei der Vermittlung wahrnehmen und auch die TMs mir anschauen und DANN aus dem Bauch raus entscheiden - gesetz den Fall die Krippekosten stürzen euch finanziell nicht in ein völliges Loch.

Nachwuchs2010
19.01.2012, 11:08
Juniwald, wie viele Betreuungsstunden kann dir denn die Spielgruppe bieten? Für mich hört sich Spielgruppe nach 2 Stunden am Vormittag an, in denen die Mama dann mal zum Friseur oder zum Einkaufen gehen kann. :smile: Aber das ist wahrscheinlich auch von Stadt zu Stadt verschieden. Bei uns sind Spielgruppen meist auch mit Mama dabei und eben nicht als Betreuung, sondern eher zur "Bespaßung".