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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kunden Akquise



Wik68
03.12.2011, 23:12
hallo zusammen!


wie gewinnt ihr eure Neukunden?

Ich bin in der Ausbildung zur Grafik Designerin und seit kurzem nebenberuflich selbständig und möchte gern möglichst viele Ärzte und Makler als Kunden gewinnen, die dann individuell gestaltete Praxis Zeitungen bzw. Exposés bei mir bestellen sollen.

Die Kaltakquise per Telefon bei den Maklern war nicht erfolgreich.
Als nächstes erscheint meine Anzeige in der Ärztezeitung.

Was könnte ich sonst noch unternehmen, um Kunden zu gewinnen?

Bin für alle Ideen aufgeschlossen die ich zeitlich neben Vollzeitjob verwirklichen kann.

Danke, Gruß
Wik

Inaktiver User
04.12.2011, 10:17
Ich würde so etwas nicht per Telefon machen.
Du möchtest etwas Visuelles verkaufen - also zeig es.

Deine zukünftigen Kunden möchtest Du überzeugen, bei Dir Flyer / Praxiszeitungen etc. zu bestellen, um damit zu werben und Kunden/Patienten zu informieren....
... und Du wirbst per Telefon... :pfeifend: ?

Ich glaube, wenn man so etwas zu sehen bekommt, dann hat man auch eine direkte Vorstellung davon, wie das aussehen kann und wie es wirkt.

Ich würde also erstmal eine Werbebroschüre für MICH erstellen und diese verteilen - entweder direkt an die in Frage kommenden Kunden in der Gegend oder eben versenden.

da-sempre
04.12.2011, 11:12
Ich würde so etwas nicht per Telefon machen.
Du möchtest etwas Visuelles verkaufen - also zeig es.

Deine zukünftigen Kunden möchtest Du überzeugen, bei Dir Flyer / Praxiszeitungen etc. zu bestellen, um damit zu werben und Kunden/Patienten zu informieren....
... und Du wirbst per Telefon... :pfeifend: ?

Ich glaube, wenn man so etwas zu sehen bekommt, dann hat man auch eine direkte Vorstellung davon, wie das aussehen kann und wie es wirkt.

Da stimme ich Wolkentier voll zu! Es muss etwas zu sehen geben, sonst weiß ich als Kunde ja garnicht, was Du meinst. Ein Musterexemplar z.B. das Du dann auf die jeweilige Praxis schon etwas zuschneidest - vielleicht sogar mit Namen - obwohl ich persönlich das immer etwas zu aufdringlich finde. Aber Ärzte sind eine andere Zielgruppe, die sind meistens auch etwas eitel, da kann das schon gut wirken. Und vergiss nicht die Damen an der Rezeption. Die haben in vielen Praxen auch einiges zu sagen und wenn sie in einem solchen Magazin vorkommen, könnte dies durchaus seine Wirkung haben :zwinker:.
An wen soll denn solch ein Magazin verteilt werden? Kostenlos oder mit Werbung finanziert?

Wik68
04.12.2011, 11:16
Du hast natürlich Recht.
Ich denke ich werde dann doch mal was per Post verschicken und dann nachtelefonieren.
Hatte ich auch erst überlegt, aber ich hab ein bisschen die Kosten gescheut (Drucken, Spiralbinden, Porto)
aber ich komme wohl nicht drum herum.

Danke, Wik

Inaktiver User
04.12.2011, 17:41
Hi zusammen,

@Wik68:
Warum verlief die Akquise bei den Maklern nicht erfolgreich?
Was genau brauchen Sie eigentlich? (Unabhängig von dem, was Du denkst, was sie benötigen.)

Wik, ich denke, um einen Portfolio kommst Du generell nicht herum.
Doch warum in Unkosten stürzen und Betriebsausgaben verursachen, wenn Du heute durch ein ansprechendes Portfolio deine Fertigkeiten online genauso gut zeigen kannst?

LG
Carla

Wik68
04.12.2011, 18:34
Hi Carla

die meisten der Makler argumentierten, sie hätten jemand fest angestellt um Exposés zu erstellen. Da komm ich natürlich nicht gegen an. Hätte ich die Telefonate selbst geführt, hätte ich vermutlich erwidert, was ist im Krankheitsfall, oder im Urlaub des / der Angestellten?
Einige wollten ein Muster Exposé als pdf zugeschickt bekommen. Das hab ich dann auch getan, aber keine Antworten mehr erhalten.
Andere argumentierten, was sie bräuchten wäre eher eine Software die ihnen erlaubt, alle Daten einzugeben und auf Knopfdruck kommt das fertige Exposé heraus...

Vermutlich ist die Zeit für meine Dienstleistung diesbezüglich noch nicht reif...
Ich werde es demnächst bei den Immobilienabteilungen von Banken versuchen, die ja doch eher Kaufleute beschäftigen, die sich mit Gestaltung nicht auskennen.

LG, Wik

Wik68
04.12.2011, 19:06
An wen soll denn solch ein Magazin verteilt werden? Kostenlos oder mit Werbung finanziert?

Verteilt werden soll es an die Patienten, kostenlos, ohne Werbung.
Ich hab so eine Praxiszeitung schon gemacht für einen Arzt der keine Kassenzulassung hat und recht aufgeschlossen ist, da tat ich mich halt leicht, er hat sofort bei meiner ersten Anfrage zugesagt, es scheint dass es mit "normalen" Kassenärzten schwieriger wird...
Einigen Ärzten in meiner Gegend hab ich diese Zeitung als pdf zugeschickt damit sie was vor Augen haben.
Aber auch da kam keine Resonanz. Vielleicht ist es wirklich besser, das gedruckte Exemplar selber hinzubringen.

Danke für eure Meinungen!
LG, Wik

frangipani
05.12.2011, 00:22
Hallo Wik

Ich antworte dir zwar aus dem Ausland, aber ich denke mal, die Maklerdenke ist ähnlich. Obwohl - hier wird ja deutlich mehr an Häusern und Wohnungen gekauft und verkauft als in Deutschland, von daher sind die Makler schon sehr auf Werbung angewiesen (ich hab in der Woche mit Sicherheit 5-10 Flyer oder Postkarten im Briefkasten)
Ich sehe allerdings auch, dass der normale Makler spart. Nur die, die die hochpreisigen Objekte im Portfolio haben, leisten sich ein Magazin - dann aber ein professionelles. Um die 50-100 Seiten, gebunden wie eine Zeitschrift, in Hochglanz. Und das jede Woche neu, da die Objekte ja auch wechseln.
Die anderen Makler haben Hauswurfsendungen in Postkartenformat und ihre selbstzusammengewürfelten A4 Blätter, die sie im Büro auslegen.
Und sie verschicken Online Newsletter.

Du brauchst also dort - und auch bei den Ärzten - ein Verkaufsargument, warum dein Konzept besser ist. Warum deine Ärztezeitschrift besser ist, als die, die sie von den Krankenkassen oder Pharmas bekommen können. Wenn du keine Werbung in der Zeitschrift haben willst, brauchst du eine Möglichkeit, den Druck, das Papier und deine Leistungen zu finanzieren. Ich kann mir schwer vorstellen, dass du die Kosten über den Verkauf an die Ärzte wieder reinholen kannst. Und nicht vergessen - du musst vorfinanzieren.

Vielleicht kannst du es andersrum aufzäumen - schick einen Fragebogen, was deiner angepeilten Zielgruppe an Werbungsmöglichkeiten fehlt, was sie sich vorstellen könnten, rauszugeben - und dann bietest du an. Es ist (gerade am Anfang) schwerer, einen Bedarf zu wecken, als existierende Bedürfnisse zu erfüllen. Du hast zwar parallel noch deine Festanstellung, aber wenn du später mal 100% in den neuen Job einsteigen willst, dann soltest du auch gleich professionell starten. Sonst bleibt es ein Hobby.

Zu deiner generellen Frage zur Akquise - gerade in dem Bereich, in den du willst - da geht sehr viel über Netzwerken, Referenzen, Word of Mouth und Onlinepräsenz.

Liebe Grüsse
frangipani

Promethea71
05.12.2011, 06:58
Du solltest dich auch mal mit der rechtlichen Seite des von dir versuchen cold calling beschäftigen, das ist nämlich nicht mehr erlaubt.

Und ganz klar, wenn mich im Büro jemand anruft um mir etwas zu verkaufen, und dann auch noch die Dienstleistung Werbung, dann werde ich mit dieser Person unter keinen Umständen ins Geschäft kommen, denn sie beherrscht ja die grundlegenden Regeln nicht. Denn wenn du zB cold calling auch für deine Kunden machst, erhalten die die Abmahnung und sind in der Kostenpflicht. Und ich würde bei so einem eklatanten Verstoß davon ausgehen, dass du dich auch nicht mit den Regeln des Impressums und des Urheberrechts auskennst.

Dazu kommt, was schon geschrieben wurde, du willst eine visuelle Werbung per Telefon verkaufen - das kann nicht funktionieren.

Vielleicht solltest du deine Ausbildung erstmal beenden, ehe du deine Dienstleistung anbietest.
Vielleicht kannst du auch nebenher mal ein Praktikum bei einem Makler machen und auf diesem Wege versuchen den tatsächlichen Bedarf herauszufinden, es scheint nämlich so, dass dein Angebot nicht auf die Interessen des Kunden eingeht.

Wie bist du auf deine Zielklientel gekommen ? Hast du irgendwelche brancheninterenen Erfahrungen ?

frangipani
05.12.2011, 08:37
Hi Promethea - nur mal der Neugierde halber und ohne, dass du gross ins Detail gehen brauchst - was fällt da in Deutschland unter Cold Calling: darf man z.B. auch nicht mehr anrufen, um einen Gesprächstermin auszumachen?

Wik68
05.12.2011, 21:20
Du solltest dich auch mal mit der rechtlichen Seite des von dir versuchen cold calling beschäftigen, das ist nämlich nicht mehr erlaubt.

Und ganz klar, wenn mich im Büro jemand anruft um mir etwas zu verkaufen, und dann auch noch die Dienstleistung Werbung, dann werde ich mit dieser Person unter keinen Umständen ins Geschäft kommen, denn sie beherrscht ja die grundlegenden Regeln nicht. Denn wenn du zB cold calling auch für deine Kunden machst, erhalten die die Abmahnung und sind in der Kostenpflicht. Und ich würde bei so einem eklatanten Verstoß davon ausgehen, dass du dich auch nicht mit den Regeln des Impressums und des Urheberrechts auskennst.

Dazu kommt, was schon geschrieben wurde, du willst eine visuelle Werbung per Telefon verkaufen - das kann nicht funktionieren.

Vielleicht solltest du deine Ausbildung erstmal beenden, ehe du deine Dienstleistung anbietest.
Vielleicht kannst du auch nebenher mal ein Praktikum bei einem Makler machen und auf diesem Wege versuchen den tatsächlichen Bedarf herauszufinden, es scheint nämlich so, dass dein Angebot nicht auf die Interessen des Kunden eingeht.

Wie bist du auf deine Zielklientel gekommen ? Hast du irgendwelche brancheninterenen Erfahrungen ?


Zuerst mal danke für eure Meinungen.
Ich werde versuchen auf alles einzugehen, da es mir schon wichtig ist mit euch in Dialog zu kommen, ich bin auch nicht resistent gegen Kritik, ich finde sie sehr wichtig.

Ich fange unten an,

Wie bist du auf deine Zielklientel gekommen ? Hast du irgendwelche brancheninterenen Erfahrungen ?

ich arbeite seit 25 Jahren als Bauzeichnerin, im Moment in der internationalen Projektentwicklung, wo ich unter anderem Planungs oder Projekt-Booklets erstelle. Was im Prinzip nichts anderes ist als ein Makler Exposé. So kam mir halt der Gedanke, das und mein Grafik Design zu verbinden um es selbständig anzubieten. Mit den Praxiszeitungen ist es ähnlich, ich seh es aus Sicht des Patienten und denke mir oft, dass die hier nix gescheites zu Lesen haben... und ausserdem will ja ein Arzt auch immer öfter Privatleistungen verkaufen. Und schliesslich wurde das Werbeverbot für Ärzte 2000 bzw 2002 gelockert/ aufgehoben und kaum ein Arzt nutzt diesn Weg der Patienten Bindung und Gewinnung. So dachte ich: Marktlücke. Texten und Layout machen kann ich. Müssen nur noch Kunden her... ;-)

Vielleicht solltest du deine Ausbildung erstmal beenden, ehe du deine Dienstleistung anbietest.
Vielleicht kannst du auch nebenher mal ein Praktikum bei einem Makler machen und auf diesem Wege versuchen den tatsächlichen Bedarf herauszufinden, es scheint nämlich so, dass dein Angebot nicht auf die Interessen des Kunden eingeht.

meine Ausbildung werde ich 2013 beenden. Doch glaube ich persönlich, dass ich das was ich gestalterisch kann, jetzt schon anwenden kann, ich hab auch schon mal 6 Jahre lang eine kleine Zeitschrift im gleichen Format wie die Praxiszeitung herausgebracht, die sich grosser Beliebtheit erfreute, deshalb weiß ich dass ich texten und layouten kann. Praktikum beim Makler, ist ne gute Idee, werde ich mal ins Auge fassen, könnte ich ja im Urlaub mal machen.


Dazu kommt, was schon geschrieben wurde, du willst eine visuelle Werbung per Telefon verkaufen - das kann nicht funktionieren.

Ich will nicht Werbung per se verkaufen, sondern Gestaltung. Aber ihr habt recht, ich werde gedruckte Exemplare versenden, pfeif auf das Porto...


[QUOTE=Promethea71;14339211]Du solltest dich auch mal mit der rechtlichen Seite des von dir versuchen cold calling beschäftigen, das ist nämlich nicht mehr erlaubt.

Und ganz klar, wenn mich im Büro jemand anruft um mir etwas zu verkaufen, und dann auch noch die Dienstleistung Werbung, dann werde ich mit dieser Person unter keinen Umständen ins Geschäft kommen, denn sie beherrscht ja die grundlegenden Regeln nicht. Denn wenn du zB cold calling auch für deine Kunden machst, erhalten die die Abmahnung und sind in der Kostenpflicht. Und ich würde bei so einem eklatanten Verstoß davon ausgehen, dass du dich auch nicht mit den Regeln des Impressums und des Urheberrechts auskennst.

Dass es nicht mehr erlaubt ist, hab ich auch erst kürzlich erfahren, aber ich hab gehofft dass es nix ausmacht wenn ich nur einmal pro Person anrufe.
Und mit den Regeln des Impressums, und des Urheberrechts, naja, ich hab nicht Jura studiert, beim Impressum hab ich mich immer daran orientiert was bei anderen so drin steht, und Urheberrecht kann man nicht verletzen wenn man nicht abkupfert? Die Grafiken die man braucht kann man bei adpic oder ähnlichen für kleines Geld holen.

So, hier alles beantwortet? Dann weiter zum nächsten Beitrag.
Danke nochmal!
Gruß, Wik

Wik68
05.12.2011, 21:22
Hallo Wik

Ich antworte dir zwar aus dem Ausland, aber ich denke mal, die Maklerdenke ist ähnlich. Obwohl - hier wird ja deutlich mehr an Häusern und Wohnungen gekauft und verkauft als in Deutschland, von daher sind die Makler schon sehr auf Werbung angewiesen (ich hab in der Woche mit Sicherheit 5-10 Flyer oder Postkarten im Briefkasten)
Ich sehe allerdings auch, dass der normale Makler spart. Nur die, die die hochpreisigen Objekte im Portfolio haben, leisten sich ein Magazin - dann aber ein professionelles. Um die 50-100 Seiten, gebunden wie eine Zeitschrift, in Hochglanz. Und das jede Woche neu, da die Objekte ja auch wechseln.
Die anderen Makler haben Hauswurfsendungen in Postkartenformat und ihre selbstzusammengewürfelten A4 Blätter, die sie im Büro auslegen.
Und sie verschicken Online Newsletter.

Du brauchst also dort - und auch bei den Ärzten - ein Verkaufsargument, warum dein Konzept besser ist. Warum deine Ärztezeitschrift besser ist, als die, die sie von den Krankenkassen oder Pharmas bekommen können. Wenn du keine Werbung in der Zeitschrift haben willst, brauchst du eine Möglichkeit, den Druck, das Papier und deine Leistungen zu finanzieren. Ich kann mir schwer vorstellen, dass du die Kosten über den Verkauf an die Ärzte wieder reinholen kannst. Und nicht vergessen - du musst vorfinanzieren.

Vielleicht kannst du es andersrum aufzäumen - schick einen Fragebogen, was deiner angepeilten Zielgruppe an Werbungsmöglichkeiten fehlt, was sie sich vorstellen könnten, rauszugeben - und dann bietest du an. Es ist (gerade am Anfang) schwerer, einen Bedarf zu wecken, als existierende Bedürfnisse zu erfüllen. Du hast zwar parallel noch deine Festanstellung, aber wenn du später mal 100% in den neuen Job einsteigen willst, dann soltest du auch gleich professionell starten. Sonst bleibt es ein Hobby.

Zu deiner generellen Frage zur Akquise - gerade in dem Bereich, in den du willst - da geht sehr viel über Netzwerken, Referenzen, Word of Mouth und Onlinepräsenz.

Liebe Grüsse
frangipani

Danke auch Dir!
Ich bin jetzt schon zu müde um zu antworten, hole es aber nach.

LG, Wik

Inaktiver User
09.12.2011, 10:35
So kam mir halt der Gedanke, das und mein Grafik Design zu verbinden um es selbständig anzubieten. Mit den Praxiszeitungen ist es ähnlich, ich seh es aus Sicht des Patienten und denke mir oft, dass die hier nix gescheites zu Lesen haben... und ausserdem will ja ein Arzt auch immer öfter Privatleistungen verkaufen. Und schliesslich wurde das Werbeverbot für Ärzte 2000 bzw 2002 gelockert/ aufgehoben und kaum ein Arzt nutzt diesn Weg der Patienten Bindung und Gewinnung. So dachte ich: Marktlücke. Texten und Layout machen kann ich. Müssen nur noch Kunden her... ;-)

Marktlücke? In einem Dorf eventuell. Es gibt Agenturen, die sich auf dieses Klientel spezialisiert haben. Du solltest Dich, das zeigt auch Deine fehlende Kenntnis über die gesetzlichen Rahmenbedingungen der Werbung, über das informieren, was Du anbieten möchtest. Texten? Im medizinischen Bereich? Fachlich korrekt? Rechtssicher (Stichwort Haftung)? Einfach mal eben so?


meine Ausbildung werde ich 2013 beenden. Doch glaube ich persönlich, dass ich das was ich gestalterisch kann, jetzt schon anwenden kann, ich hab auch schon mal 6 Jahre lang eine kleine Zeitschrift im gleichen Format wie die Praxiszeitung herausgebracht, die sich grosser Beliebtheit erfreute, deshalb weiß ich dass ich texten und layouten kann.

Leider häufig zu sehen, dass Auszubildende glauben, dass sie schon alles können. Aus der Beliebtheit einer Zeitung auf das Können zu schließen, ist ein wenig wirr. Nur weil ein gewisses Klientel "Frauentausch" klasse findet, ist das noch lange keine BBC-Dokumentation, die einem entsprechenden Anspruch gerecht werden kann.
Also bist Du Bauzeichnerin, kannst texten und layouten und bist dann noch in der Ausbildung (?) zur Designerin. Und 3/4 davon ohne Ausbildung, Selbststudium und Fortbildung? Überflieger. Warum hast Du nicht längst eine mit Designpreisen überschüttete Agentur?


Dass es nicht mehr erlaubt ist, hab ich auch erst kürzlich erfahren, aber ich hab gehofft dass es nix ausmacht wenn ich nur einmal pro Person anrufe.

Etwas zu hoffen, dass etwas "nix" ausmacht, ist reichlich unprofessionell. Ich hoffe, in Deinem Job als Bauzeichnerin hoffst Du nicht, dass es nichts ausmacht, wenn von vier Balken einer nur einen klitzekleinen Zentimeter kleiner ist ...


Und mit den Regeln des Impressums, und des Urheberrechts, naja, ich hab nicht Jura studiert, beim Impressum hab ich mich immer daran orientiert was bei anderen so drin steht, und Urheberrecht kann man nicht verletzen wenn man nicht abkupfert?

Das ist mal eine solide Arbeitsgrundlage. Sich an dem orientieren, was andere so machen. Ohne sich Gedanken darüber zu machen, ob diese auf einer rechtlichen Basis gearbeitet haben. Oder eventuell gar auch irgendwo einfach abgeschaut haben?
Hast Du eigentlich eine Ahnung, was das für Konsequenzen für Deinen Kunden und Dich haben kann?


Die Grafiken die man braucht kann man bei adpic oder ähnlichen für kleines Geld holen.


Lern mal Dein Handwerkszeug. Und bevor Du Dir einbildest, auch texten zu können, lass mal einen Texter über Deine Zeitschrift schauen. Mit "Texter" meine ich einen, der vernünftige Referenzen hat und nicht einen, der nebenbei für das Heimatblättchen textet. Und bevor Du eine Dienstleistung anbietest, informier Dich über die gesetzlichen Bestimmungen und die Konsequenzen für Dich.

Mit dem Halbwissen erntest Du allerdings sowieso nur Kunden, die mit Halbgarem zufrieden sind und natürlich nur entsprechend bezahlen. Die anderen beauftragen die, die ihren Job beherrschen und ihre Spezialisten für die einzelnen Bereiche - Design, Foto, Text - haben. Und die Impressumpflicht beherrschen, ohne Jura studiert zu haben. Da dieses Wissen Teil ihres Jobs ist.

Du solltest Dir bewusst machen, was die Konsequenz daraus ist, wenn eine Dienstleistung anscheinend mal eben so von jeder halbwegs Talentierten bewältigt werden kann (so denkst Du ja). Die Dienstleistung lässt sich nur billig verkaufen. Halbwegs Talentierte gibt es en masse.
Wenn Du damit leben kannst, im wahrsten Sinne des Wortes, gut. Auf Dauer wird es aber nur mit einem gründlichen Studium der Rahmenbedingungen gehen. Sonst wird das Ende ein Ende mit Schrecken und einer Riesenforderung eines Kunden oder des Finanzamtes. Oder einer Klage eines Wettbewerbers. Oder einer Kostennote eines Abmahnhaifisches.

Wik68
09.12.2011, 18:28
Hallo Testo

auch danke an Dich für Deine kritischen Worte.
Und: Ja, ich wohne in einem Dorf.
Die Praxiszeitung die ich bereits gestaltet habe, liegt bei dem Arzt aus und er verteilt sie an seine neuen Patienten, und auch wenn ich sie vorzeige, kommt sie gut an.
Inhaltlich haben der Arzt und ich eng zusammen gearbeitet, das heisst: das Fachwissen hatte er, ich hab es nur in Worte gefasst, das hat er dann wieder korrektur gelesen usw.

Aber ich will mich hier auch gar nicht rechtfertigen.
Sicher habt ihr in einigen Punkten Recht.
Ich denke auch gar nicht dass ich alles schon kann, was ich sagte war, dass ich das was ich kann schon umsetzen möchte. Wenn ich der Meinung wäre dass ich perfekt bin, hätte ich mich dann hier hilfesuchend ans Forum gewandt?

Ich muss zum Glück nicht davon leben und dachte mir halt, bis 2014 nebenbei, und wenn es sich gut entwickelt, dann erst den Job aufgeben. Ich weiß wohl, dass es hochbezahlte Agenturen für sowas gibt, aber eben nicht hier.

Und dann haben wir hier offenbar aneinander vorbei geredet, ich hab mich wohl blöd ausgedrückt, sorry! Praxiszeitung, damit assoziiert ihr wohl vor allem ein Magazin, das regelmässig erscheint, medizinischen Inhaltes.
Mein Produkt ist dagegen aber ein nur 16 A5 Seiten (also 4 Blätter A4 in der Mitte gefalzt und geklammert) starkes Heft, das in verständlichen Worten die Leistungen des Arztes erklärt, die er an seine Kunden verkaufen möchte. Also eine Information für den Kunden.

Und, zum Schluß, noch ein Wort.
Ich bilde mir gar nix ein. Sicher bin ich kein Profitexter, aber bisher hat es immer gereicht. Meine Kunden waren zufrieden.
Nur könnten es halt mehr sein. Und wie ich sie finde wollte ich hier erfahren.
Ich hatte tatsächlich auch schon überlegt nach der Ausbildung zum Grafik Designer noch eine zum (Werbe)texter zu machen, aber irgendwann hab ich halt das Lernen auch satt....Ich bin 44 :-)

Das überwiegende Fazit hier ist nicht positiv, und ich werde darüber nachdenken.
Danke fürs Lesen!

Lieben Gruß
Wik

Inaktiver User
09.12.2011, 21:14
Hi Wik,

nach den kritischen Worten hier ein weiterer Gedanke zur Kundenakquise. Angeregt zu diesem Beitrag hat mich deine Aussage, dass Du zum Glück nicht vom Design leben musst: hier habe ich den Eindruck einer leichten Widersprüchlichkeit. Einerseits möchtest Du Deinen Traum verwirklichen und endlich kreativ konzeptionell arbeiten - andererseits sagst Du, du musst zum Glück nicht davon leben. (Dann Glückwunsch zum neuen Hobby! :freches grinsen:)

Willst Du auf Dauer davon leben?
Wenn ja, wie kalkulierst Du zur Zeit deine Preise, die du deinen potentiellen Kunden anbietest?

Machst Du einen "Hausfrauen-und-Hobby-Preis".. weil Deine Existenz damit zur Zeit nicht verbunden ist...und kommunizierst das auch den potentiellen Käufern?

Enthalten Deine Preise die Kosten für Versicherungen, Deine Software-Lizenzen, die Berufsgenossenschaft? Jeder, der wirtschaftlich tätig ist, sollte auch wirtschaftlich kalkulieren.

Du schreibst, das überwiegende Feedback hier sei nicht positiv: auf mich macht es einen kritisch konstruktiven Eindruck. Dein Eifer ist toll und bitte behalte ihn bei.

Vielleicht kennst du bereits die entspechende Literatur? Falls nicht: ab zur Bib oder zum Buchhandel, zu den Berufsverbänden wie Agd oder Bund der Grafik Designer und Grundwissen gelernt, fernab der schönen Kreativblase namens Design-Weiterbildung und Konsorten...und dann wirdnachvollziehbar, warum ein selbständiger Grafiker 70 Euro die Stunde nehmen sollte, auch in Zeiten von Billig-Crowdsourcingplattformen wie designenlassen.de

Wenn Du dein Wissen dahingehend betriebswirtschaftlich erweiterst und dann mit frischen Pioniergeist an deine Wunschzielgruppen herangehst...Chapeau. Du hast es Dir dann im wahrsten Sinne des Wortes verdient. :blumengabe:

Just my 2 cents. :)

LG
Carla

Inaktiver User
12.12.2011, 19:29
ab....zu den Berufsverbänden wie Agd oder Bund der Grafik Designer und Grundwissen gelernt
Das dachte ich mir auch beim Lesen.

Was du schreibst, Wik, klingt sehr nach einer Hobby-Grafik-Designerin. Kaltakquise am Telefon, Unwissen über rechtliche Belange des Berufes....das alles macht keinen professionellen und Vertrauen erweckenden Eindruck sondern wirkt sehr selbstgestrickt.

Ich würde mir an deiner Stelle alles Wissen holen, das du in Berufsverbänden und bei Profi-Kollegen kriegen kannst. Nicht nur über fachliche Dinge, sondern auch über eine professionelle und seriöse Selbstpräsentation.

tabeah
17.01.2012, 18:20
liebe wik68,

zunächst mal finde ich es mutig und respektabel, dass du dich mit 40 zu einem berufswechsel entschlossen hast. ich finde, wenn man etwas wirklich will, soll man es auch tun, dann weiss man es ;-)

zu thema telefonakquise kann ich kaum etwas sagen, weil ich das noch nicht praktiziert habe.

mit den aufträgen fing es eigentlich schon an der uni an, durch projekte, praktika und die profs (viele profs an der kunsthochschule stecken selbst in firmen oder agenturen drin). und wenn man dann ein paar gute projekte gemacht hat, wird man auch weiterempfohlen, angerufen und aufgefordert mal ein angebot abzugeben. ausserdem ist es wichtig zu netzwerken, leute zu treffen, gespräche zu führen über die projekte zu sprechen, die man gemacht hat, ohne dabei zu vermitteln das man etwas verkaufen will, es muss locker und nach spaß aussehen, dann funktioniert es auch - manchmal. es gibt immer jede menge anlässe dazu wie partys, vernissagen, messen etc. das ist ein prozess in den man fast ganz natürlich hineinwachen kann.

unverzichtbare basics sind dabei (aus meiner persönlichen erfahrung): leute kennen, ein gutes portfolio haben, wissen, wie der markt funktioniert und fachlich up to date sein.

deshalb ist es oft so schwer für quereinsteiger, ohne entsprechende ausbildung, weil sie all das erst im mühevollen "trial and error" - verfahren erarbeiten müssen und gefahr laufen unterwegs zu verhungern.

ich befürchte fast, dass ein fernkurs in grafikdesign keinen designer macht. schau doch mal auf die webseiten der kunshochschulen im bereich visuelle kommunikation; da sind oft semesterarbeiten von studenten veröffenlicht und das ist ein guter hinweis dafür, wo die messlatte in der praxis unten beginnt.

vielleicht wäre es eine möglichkeit für dich, dein heil in der spezialisierung zu suchen und dir damit in diesem bereich wirkliches know how zu erarbeiten. aber auch um diesen bereich zu verkaufen, braucht es ein portfolio, um es vorzulegen. ohne "mappe" geht es definitiv nicht.

eine portfolioseite fürs web ist kein hexenwerk zumal das internet voll davon ist, dort könntest du jede menge anregungen einholen. wenn du das als projekt für dich selbst begreifen möchtest, dann kann das total spaß machen. vom verschicken von werbematerial, würde ich absehen, das kostet zu viel und kommt in vielen fällen gar nicht an der sekretärin vorbei.
wenn du was gedrucktes willst, kannst du dir recht schnell in indesign ein portfolio layouten und ausdrucken lassen. gestalte es (wie deine visitenkarten und briefbögen ..)so, dass es beim betrachter begehrlichkeiten weckt. ...

aber ja, das meiste weißt du sicher selbst schon und ich will dich auch nicht vollquatschen. am ende kochen alle mit wasser.

liebe grüße
tabea

:smile:

ps: was ich vergessen hatte, ganz wichtig: sich nie über dumpingpreise verkaufen, man kann dem kunden später kaum vermitteln, weshalb er nun mehr bezahlen soll. das rächt sich meist.