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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Warum seid Ihr selbständig geworden?



Schwipp
03.12.2011, 20:05
Hallo!

In letzter Zeit habe ich immer mal wieder den Gedanken, mir als 2. Standbein eine kleine Selbständigkeit aufzubauen. Langfristig wäre es schön, davon dann auch leben zu können.

Gründe dafür gibt es mehrere:

meine eigenen Ideen verwirklichen
freie Arbeitszeiteinteilung
Arbeiten von zuhause
keine unfähigen Chefs mehr :freches grinsen:

Wie war das bei Euch? Warum seid Ihr selbständig geworden? Haben sich Eure Erwartungen erfüllt? Könnt Ihr davon gut leben? Wie lange hat es bei Euch gedauert, bis das Geschäft lief?

Fragen über Fragen, ich freue mich auf Eure Gedanken

Inaktiver User
03.12.2011, 21:57
Hallo!

Wenn du die Möglichkeit hast, die Selbstständigkeit als zweites Standbein anzutesten, ist das wirklich von großem Vorteil! Fast schon ein Luxus... Ich beneide dich ein bisschen und wünsche dir viel Erfolg und Glück! Meine persönliche Selbstständigkeits-Geschichte ist etwas anders:

Ich bin seit einigen Jahren "in Vollzeit" selbstständig. Ich wusste von Anfang an, dass ich in diesem (meinem 2.) Beruf selbstständig arbeiten wollte. Als Angestellte verdiente ich nämlich nur ´n Appel und n´Ei! Und da ich finanziell (leider?) keine Taschen-/Urlaubs- und Spaßgeld-Dazuverdienerin bin, sondern in meinem Leben meine ganze Frau stehen will und muss, war klar, ich muss selbstständig werden!:schild genau:

Zuerst war ich zwangsläufig in meinem Beruf als Angestellte tätig, dann kaufte ich mich als Partnerin ein. Dann zog meine Partnerin der Liebe wegen in eine andere Stadt und ich machte alleine weiter. Meine Erfahrungen sind folgende:
- ich liiiiebe es, meine eigene Chefin zu sein!
- meine kleine "Firma" ist genauso familiär, wie ich es mir in meinen Träumen immer ausgemalt habe
- ich bin auf der Arbeit fast zu Hause
- aber: ich arbeite immer mehr und auf jeden Fall zuviel!
- ich hasse alles, was mit Bürokratie zu tun hat - und das wird immer mehr und da muss man durch
- was die Bürokratie betrifft, sagte ein ebenfalls selbstständiger Bekannter: Du brauchst etwa 10 Jahre, bis du alles drauf hast... und was mich betrifft, er hat Recht!!!
- ich habe immer mal wieder mit Existenzängsten zu tun, je nach Wirtschaftslage, dann wäre ich zu gerne Beamtin auf Lebenszeit:freches grinsen:

Der Unterschied zwischen angestellt und selbständig ist riesengroß und nur für diejenigen nachvollziehbar, die den Schritt ebenfalls gewagt haben. Niemand kann sich sonst vorstellen, welche Verantwortung man trägt und dass das Gehalt nicht automatisch kommt und dass man am besten niemals krank wird... TROTZDEM:

Ich bin da angekommen, wo ich hinwollte. Ich bin (meistens) glücklich und froh. :freches grinsen:

In welchem Bereich willst du es denn versuchen? Wenn du magst, schreib eine PN, wenn dir das hier zu offen ist.

liebe Grüße

halb-lieb

Wik68
03.12.2011, 22:21
Hallo Schwipp

ich bin auch seit kurzem nebenberuflich selbstständig.
Warum?
Weil Grafik Design schon immer mein grosser Traum war.
Weil ich sehr kreativ bin und es im "normalen" Beruf nicht sein kann.
Weil ich irgendwann das Angestellten Verhältnis kündigen und von meiner Firma leben möchte.
Weil ich gern meine eigene Chefin sein möchte.
Weil ich irgendwann selber Angestellte haben möchte.

Ich fange grade erst an und wäre froh, viele Aufträge zu erhalten, aller Anfang ist schwer.
Aber das wird noch! Ich glaub ganz fest daran.

Wünsche Dir, dass es klappt. Was machst Du genau?
Würde mich über einen Austausch freuen!

LG, Wik

Inaktiver User
04.12.2011, 08:39
Es ergab sich irgendwie so - ich habe zum Beruf ausgebaut, was ich vorher während des Studiums schon nebenher gemacht habe. Und ich bin froh, dass ich selbständig arbeiten kann, keine Bewerbungen schreiben muss. Ein paar halbherzige habe ich auch mal geschrieben, aber wenn man so in der BriCom liest, scheint der Stellenmarkt ja ein großes Haifischbecken zu sein, und ich bin froh, da nicht mitmischen zu müssen.

Ich bin umgeben von Selbständigen, Familie, Partner, und ich arbeite gerne selbstbestimmt... ich glaube, der Zug für eine Tätigkeit als Arbeitnehmer ist abgefahren. :smirksmile:

Ich mache etwas, was kein großes Eigenkapital erfordert, und so war es nie ein Verlustgeschäft, es hat aber ca. ein Jahr gebraucht, in dem ich mich auch voll nur noch darauf konzentriert habe, bis ich jetzt bescheiden davon leben kann. Tendenz positiv.

Aloe
04.12.2011, 12:48
Hallo,

ich bin selbständig geworden, weil ich lt. Arge zu alt bin für
die Stellenvermittlung und dazu auch noch überqualifiziert.
Darüber hinaus kann ich zuhause arbeiten, muss mich nicht
mit doofen Chefs oder Kollegen rumärgern, kann mir meine
Zeit frei einteilen und und und. Alles nicht mit Geld zu bezahlen.
Ich bin jetzt im dritten Jahr, es entwickelt sich alles positiv und
ich kann den Job machen, bis ich 80 oder älter bin.

:blumengabe: von Aloe

frangipani
04.12.2011, 12:54
Ich bin mit 37 ins Ausland gezogen, nach 15 Jahren Angestelltenleben plus Studium in D.
Hier bekam ich zuerst nur zeitlich begrenzte Jobs, war mehr ein Springer und hab mich dann vor etwas über 8 Jahren selbständig gemacht. Ich arbeite allein und im Team mit anderen Selbständigen.
Inzwischen (abgesehen davon, dass es in meiner Branche in meinem Alter eh keine Stellen mehr gibt) würd ich auf keinen Fall mehr tauschen.

Inaktiver User
04.12.2011, 13:10
Ich bin selbständig, weil man meine Tätigkeit nur freiberuflich ausüben kann. Deswegen habe ich auch nie als Angestellte gearbeitet.

Was deine Punkte betrifft:
Ich kann meine Ideen fast ohne Einschränkung verwirklichen. Die freie Arbeitszeiteinteilung hat Vor- und Nachteile. Sie erfordert viel Selbstdisziplin, andererseits muss man lernen, sich seine Freizeit ganz bewusst zu nehmen.

Das freie Arbeiten von zuhause finde ich ideal, weil ich einerseits auch am Wochenende was machen kann, andererseits bei schönem Wetter einfach zwischendurch mal eine Stunde rausgehe und Sport mache.

Meine Erwartungen haben sich erfüllt, ich bekomme mehr Anfragen, als ich annehmen kann und ich kann von meiner Freiberuflichkeit leben. Allerdings arbeite ich auch sehr viel.

Was ich am wenigsten mag, ist der ganze Behördenkram. Bei mir kommt erschwerend dazu, dass ich viel mit ausländischen Auftraggebern arbeite. Das vermehrt die Zahl der Bestimmungen, die ich beachten muss, deutlich.

Wichtig ist für mich auch der Austausch mit Kollegen in internationalen Netzwerken. Ausserdem finde ich es schön, dass ich den Job so lange machen kann, wie ich Lust dazu habe.

da-sempre
04.12.2011, 13:19
Angefangen habe ich damit vor vier Jahren noch aus dem Angestelltenverhältnis heraus als zweites Standbein. Ich wollte meinen Onlineshop dann in der Rentenzeit weiterbetreiben und bis dahin sollte er sich tragen und Gewinn abwerfen. Dies macht er inzwischen und es ist total schön, nun eine selbstbestimmte Tätigkeit zu haben, die ich auch lange über 60 hinaus gut machen kann und die mir sehr viel Freude und Kontakte bringt. Allerdings habe ich schon investiert und mir ein Konzept überlegt, das zu meiner Lebenssituation und zu meiner Zielgruppe passt. Selbstständigkeit ist ja auch eine Haltung, die ergibt sich nicht einfach. Auch ich komme aus einer Familie mit vielen Selbstständigen, da wusste ich schon, worauf ich mich einlasse :freches grinsen:.

Bae
04.12.2011, 13:26
ich bin's mehr oder weniger darum geworden, weil sich zu dem Zeitpunkt keine Alternativen ergeben hatten und das Arbeitsamt Druck machte, und ich es immer irgendwie hinkriegte, vor dem nächsten Beichttermin (so kamen mir die Gesprächt mit dem Amt immer vor) noch einen neuen Kunden aus dem Ärmel zu zaubern. also völlig plan- und konzeptlos, aber macht nichts, es hat gut funktioniert.

inzwischen ist mein Einkommen ca 1/3 selbständig und 2/3 angestellt, das passt mir sehr gut so und bringt einen schönen Rhythmus ins Leben.

grüsse, barbara

Schwipp
04.12.2011, 16:59
Danke für die Beiträge. :blume:

Schön, dass es bei Euch geklappt hat. Mach mir richtig Mut, mein Projekt in die Tat umzusetzen.

Zum Glück brauche ich ausser viiieeel Zeit nicht gross Geld investieren, so kann ich ja eigentlich nur gewinnen.

Und die nächsten 5 Jahre muss ich ja so oder so in meinem Angestelltenverhältnis bleiben, da ich noch so lange für meine Wohnung abbezahlen muss und auf regelmässigen Geldeingang angewiesen bin.

Und bis danhin sehe ich ja, wie es bei mir läuft und kann dann vielleicht richtig durchstarten.

In einigen Beiträgen tauchte der Gedanke auf, im "Alter" einen Job zu haben. An sowas hatte ich noch gar nicht gedacht. Da man ja aber heute ab 50+ auf dem Arbeitsmarkt kaum zu vermitteln ist, kann es nur von Vorteil sein, sich auch im Hinblick darauf etwas eigenes aufzubauen, um sich dann im Fall der Fälle über Wasser halten zu können.

So, nun werde ich mich wieder meinen Internet-Recherchen für meinen neuen Job widmen.:zwinker:

Ich werde aber sicher zu einem späteren Zeitpunkt hier im Forum wieder auftauchen und über meine Fortschritte und Erfahrungen berichten.

Euch alles Gute und weiterhin viel Erfolg mit Eurer Geschäftsidee

dolo-CB
10.01.2012, 14:07
Hallo Schwipp,

ich bin auch gerade dabei, mich selbständig zu machen.

Meine Beweggründe:
- Ich möchte einen Job machen, der sich nicht wie ein Job anfühlt.
- Ich möchte länger als 2-3 Jahre beschäftigt sein. So lange gehen die Projekte, die von der EU gefördert werden.
- Ich möchte Gründer/innen und kreative Menschen länger unterstützen, als in Pkt. 2.
- Ich möchte ein Unternehmen gründen, in dem ich meine Fähigkeiten und mein Engagement für kleine Unternehmen, Junggründer/innen, Vereine und die Region Lausitz bündeln kann.
- Ich möchte nicht länger von anderen Projektpartnern bei Weiterentwicklungen von Projektideen ausgebremst werden.

Zurzeit schreibe ich meinen Businessplan, den ich beim bpw.de einreiche, um Feedback zu erhalten. Dann habe ich mich an die IHK gewendet und werde Coachingstunden erhalten (Zahlenteil).

... und was mir hilft, sind viele Gespräche über die Geschäftsidee (siehe auch eigener Beitrag) und meine regelmäßigen Montagstreffen mit einer Freundin, die in einer ähnlichen Situation steckt.

Viele Grüße
dolo

Wildblume2008
10.01.2012, 14:13
Es ergab sich irgendwie so - ich habe zum Beruf ausgebaut, was ich vorher während des Studiums schon nebenher gemacht habe. Und ich bin froh, dass ich selbständig arbeiten kann, keine Bewerbungen schreiben muss. Ein paar halbherzige habe ich auch mal geschrieben, aber wenn man so in der BriCom liest, scheint der Stellenmarkt ja ein großes Haifischbecken zu sein, und ich bin froh, da nicht mitmischen zu müssen.

Ich bin umgeben von Selbständigen, Familie, Partner, und ich arbeite gerne selbstbestimmt... ich glaube, der Zug für eine Tätigkeit als Arbeitnehmer ist abgefahren. :smirksmile:

Ich mache etwas, was kein großes Eigenkapital erfordert, und so war es nie ein Verlustgeschäft, es hat aber ca. ein Jahr gebraucht, in dem ich mich auch voll nur noch darauf konzentriert habe, bis ich jetzt bescheiden davon leben kann. Tendenz positiv.

Was machst du genau? Ich bin in Büro-Bereich, Buchhaltung usw. sehr gut (Angestellte Verwaltung) und träume auch davon mein eigener Chef zu werden und nicht mehr mit unfähigen Chefs arbeiten zu müssen. Ein gewisses Kapital wäre auch vorhanden, dazu lebe ich in Berlin.. Als Einkommen würde mir das reichen, was ich derzeit habe.

Für gute Tipps auch per PN bin ich sehr dankbar.

Wildblume

Wildblume2008
10.01.2012, 14:14
Hallo,

ich bin selbständig geworden, weil ich lt. Arge zu alt bin für
die Stellenvermittlung und dazu auch noch überqualifiziert.
Darüber hinaus kann ich zuhause arbeiten, muss mich nicht
mit doofen Chefs oder Kollegen rumärgern, kann mir meine
Zeit frei einteilen und und und. Alles nicht mit Geld zu bezahlen.
Ich bin jetzt im dritten Jahr, es entwickelt sich alles positiv und
ich kann den Job machen, bis ich 80 oder älter bin.

:blumengabe: von Aloe

Auch von dir würde ich gerne lesen, was du genau machst. Danke.