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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Umsatzsteuer mit Auslandsbezug



Promethea71
17.10.2011, 13:43
Da das Thema nicht in den bisherigen Strang passte, weil es nichts mit der Frage der TE zu tun hatte, habe ich die Diskussion über Umsatzsteuer mit Auslandsbezug hierhin ausgelagert.

Eigentlich hatten wir alle festgestellt, dass das Thema zu komplex ist, um es in der Bri zu diskutieren, aber vielleicht besteht ja doch noch Bedarf und damit soll zumindest nicht das Ausgangsthema endgültig gesprengt werden.

Liebe Grüße

promethea
Moderatorin

Inaktiver User
29.11.2011, 16:44
Die Unterscheidung lautet nicht: Selbständig oder Freiberufler, sondern; Gewerbetreibender/Unternehmer oder Freiberufler. Selbständig sind sie beide.
Bis 17500 Euro im Jahr bist du von der Umsatzsteuer befreit, darfst sie allerdings auch nicht in deinen Rechnungen ausweisen bzw. steuerlich absetzen.

Das ist die Kleinunternehmerregelung. Sie gilt sowohl für Freiberufler wie für Gewerbetreibende für Umsätze im Inland. Waren und Dienstleistungen, die ins Ausland exportiert werden, sind umsatzsteuerfrei und fallen nicht unter diesen Betrag.
Man kann also auch mit weit höheren Einnahmen noch Kleinunternehmer sein, vorausgesetzt, man exportiert den größten Teil seiner Dienstleistungen oder Produkte.

Bei Gewerbepflicht wird man in den meisten Fällen auch Mitglied einer Kammer (Handwerkskammer etc.) Bei Freiberuflern besteht keine Kammerpflicht.

Rosieocks
29.11.2011, 17:46
Die Unterscheidung lautet nicht: Selbständig oder Freiberufler, sondern; Gewerbetreibender/Unternehmer oder Freiberufler. Selbständig sind sie beide.
Das ist die Kleinunternehmerregelung. Sie gilt sowohl für Freiberufler wie für Gewerbetreibende für Umsätze im Inland...

Soweit stimme ich Dir zu.



Waren und Dienstleistungen, die ins Ausland exportiert werden, sind umsatzsteuerfrei und fallen nicht unter diesen Betrag.Man kann also auch mit weit höheren Einnahmen noch Kleinunternehmer sein, vorausgesetzt, man exportiert den größten Teil seiner Dienstleistungen oder Produkte..

Das ist definitiv falsch:
Die Auslandsumsätze zählen zum Gesamtumsatz nach § 19 Abs. 3 UStG.
Nicht zum Gesamtumsatz zählen z.B. Umsätze mit Briefmarken (4 Nr. 8i UStG), Vermietungsumsätze (Nr. 12), Heilbehandlungen der Ärzte (Nr. 14a) etc.

Die Kleinunternehmerregelung können Unternehmer in Anspruch nehmen, deren
Gesamtumsatz im Vorjahr unter 17.500 EUR lag und im laufenden Geschäftsjahr
voraussichtlich nicht über 50.000 EUR steigt.



Bei Gewerbepflicht wird man in den meisten Fällen auch Mitglied einer Kammer (Handwerkskammer etc.) Bei Freiberuflern besteht keine Kammerpflicht.

Das stimmt ebenfalls nicht. Die meisten der klassischen Freien Berufe sind auch in
Kammern organisiert, und auch da besteht eine Mitgliedspflicht, also z.B. bei der
Architekten-, Ärzte-, Notar-, Rechtsanwalts-, Steuerberater-, Wirtschaftspüfer-
etc. kammern.

Und bei den Gewerbetreibenden sind die Handwerker/handwerksähnlichen in der Handwerkskammer Mitglied, die Händler in der (Industrie- und) Handelskammer.

Leider wird im Umgangssprachlichen der Begriff Freier Beruf und Freiberufler oft
vermischt.
Mit "freiberuflich" wird meistens ein "freier Mitarbeiter" bezeichnet, also ein Selbständiger, der nicht fest angestellt ist.

Und das Finanzamt stellt sich nur bei den Selbständigen doof an, die ohne
Mitglied einer entsprechenden Kammer zu sein oder ohne entsprechende
Berufsexamina abgelegt zu haben, gerne die Privilegien der Freien Berufe
nutzen wollen, sprich keine Gewerbesteuer zu zahlen.
Spätestens seit die Anrechnung der Gewerbesteuer auf die Einkommensteuer
gem. § 35 EStG eingeführt wurde, dürfte sich dieser Vorteil der Freien Berufe
drastisch verringert haben.

Inaktiver User
29.11.2011, 23:27
Das ist definitiv falsch:

Da irrst du dich. Bei innergemeinschaftlichen Lieferungen (http://de.wikipedia.org/wiki/Innergemeinschaftliche_Lieferung) (B2B) innerhalb der EU wird die Umsatzsteuer vom Empfänger bezahlt. Diese Einnahmen werden bei der Kleinunternehmerregelung nicht berücksichtigt. Würden sie dazu gerechnet, hieße das, dass man zweimal Umsatzsteuer bezahlen müsste (einmal der Lieferant in seinem Land und einmal der Empfänger).
Ich habe das übrigens schriftlich von meinem Finanzamt bestätigt bekommen. :smirksmile:


Die Kleinunternehmerregelung können Unternehmer in Anspruch nehmen, deren
Gesamtumsatz im Vorjahr unter 17.500 EUR lag und im laufenden Geschäftsjahr
voraussichtlich nicht über 50.000 EUR steigt.
Das sind die Angaben für Deutschland, in anderen Ländern sind sie anders (in Österreich zB. liegt die Obergrenze bei 30 000,- Euro)



Das stimmt ebenfalls nicht. Die meisten der klassischen Freien Berufe sind auch in
Kammern organisiert, und auch da besteht eine Mitgliedspflicht, also z.B. bei der
Architekten-, Ärzte-, Notar-, Rechtsanwalts-, Steuerberater-, Wirtschaftspüfer-
etc. kammern. Das gilt für die von dir angeführten Berufe, für die freien Kulturberufe gilt es beispielsweise nicht.



Mit "freiberuflich" wird meistens ein "freier Mitarbeiter" bezeichnet, also ein Selbständiger, der nicht fest angestellt ist.
Das ist Quatsch, die Begriffe werden oft synonym gebraucht, siehe Wiki (http://de.wikipedia.org/wiki/Freiberuf)


Und das Finanzamt stellt sich nur bei den Selbständigen doof an, die ohne
Mitglied einer entsprechenden Kammer zu sein oder ohne entsprechende
Berufsexamina abgelegt zu haben, gerne die Privilegien der Freien Berufe
nutzen wollen, sprich keine Gewerbesteuer zu zahlen.
So ein Schmarren.
Das Finanzamt stellt sich oft schon doof an, wenn du als Selbständiger deine Formulare zum Doppelbesteuerungsabkommen gestempelt haben willst. Mit grenzüberschreitenden Geschäften sind die Beamten oft gänzlich überfordert.

Rosieocks
30.11.2011, 09:56
Da irrst du dich. Bei innergemeinschaftlichen Lieferungen (http://de.wikipedia.org/wiki/Innergemeinschaftliche_Lieferung) (B2B) innerhalb der EU wird die Umsatzsteuer vom Empfänger bezahlt. Diese Einnahmen werden bei der Kleinunternehmerregelung nicht berücksichtigt. Würden sie dazu gerechnet, hieße das, dass man zweimal Umsatzsteuer bezahlen müsste (einmal der Lieferant in seinem Land und einmal der Empfänger).
Ich habe das übrigens schriftlich von meinem Finanzamt bestätigt bekommen. :smirksmile:

Also insoweit muss ich meinen Beitrag relativieren, dass ich mich auf deutsches Recht beziehe.

Nichtsdestotrotz würde ich den § 19 UStG einfach mal lesen, den Link bei wikipedia übrigens auch. Da steht nämlich:
„Wie bei einer inländischen Lieferung wird der umsatzsteuerliche Ort nach §3 Abs. 6 UStG bestimmt und befindet sich demnach dort, wo die Beförderung beginnt. Eine Lieferung von Deutschland ins EU-Ausland ist also trotzdem grundsätzlich im Inland steuerbar nach §1 Abs. 1 Nr. 1 UStG...".

Und im § 19 Abs. 3 UStG ist der Gesamtumsatz wie folgt definiert:

„..Gesamtumsatz ist die Summe der vom Unternehmer ausgeführten steuerbaren Umsätze im Sinne des § 1 Abs. 1 Nr. 1 UStG abzüglich …..“ und dann folgt noch die Auflistung der Ausnahmen, die ich auch schon zitiert habe.

Wie auch schon geschrieben wurde: auch die Finanzbeamten wissen nicht alles. Wenn Dir diese Rechtsauffassung schriftlich (von einem deutschen Finanzamt?) gegeben wurde, dann ist das möglicherweise zu Deinem Vorteil. Du solltest aber auch berücksichtigen, wenn nicht grundsätzlich diese Aussage für einen bestimmten Zeitraum gegeben wurde, gilt es nur für ein bestimmtes Veranlagungsjahr. Wenn das Finanzamt den Fehler bemerkt, können sie ihn jederzeit berichtigen, denn im deutschen Steuerrecht gilt der Grundsatz der Periodenbesteuerung, und darauf kann sich das Finanzamt dann berufen.


Das sind die Angaben für Deutschland, in anderen Ländern sind sie anders (in Österreich zB. liegt die Obergrenze bei 30 000,- Euro)

…und in Belgien 5.580 EUR, usw....
Aufgrund der genannten Beträge bin ich von einem deutschen Sachverhalt ausgegangen.


Das gilt für die von dir angeführten Berufe, für die freien Kulturberufe gilt es beispielsweise nicht.

Richtig. Aber Du hast als unterscheidendes Kriterium zwischen Gewerbetreibenden und Freien Berufen aufgeführt, dass es bei den Freien Berufen keine Kammerpflicht gäbe. Tatsächlich sind die meisten Freien Berufe aber in Kammern organisiert.


Das ist Quatsch, die Begriffe werden oft synoym gebraucht, siehe Wiki (http://de.wikipedia.org/wiki/Freiberuf)

Auch wieder richtig (deswegen mein "leider!"). Die synonyme Verwendung schießt nämlich nicht aus, dass dadurch oft Mißverständnisse entstehen.


So ein Schmarren.
Das Finanzamt stellt sich oft schon doof an, wenn du als Selbständiger deine Formulare zum Doppelbesteuerungsabkommen gestempelt haben willst. Mit grenzüberschreitenden Geschäften sind die Beamten oft gänzlich überfordert.

Meine Aussage bezog sich auf einen Beitrag, den jemand anderer geschrieben hatte:


Und das macht's dann vollends verwirrend. :freches grinsen: Umsatzsteurpflichtig sind nämlich auch Freiberufler ab dieser Umsatzgrenze. Nur Gewerbesteuer müssen die nie - deswegen stellt sich das FA auch gern doof. :smirksmile:

Inaktiver User
30.11.2011, 10:14
Nichtsdestotrotz würde ich den § 19 UStG einfach mal lesen, den Link bei wikipedia übrigens auch. Da steht nämlich:
„Wie bei einer inländischen Lieferung wird der umsatzsteuerliche Ort nach §3 Abs. 6 UStG bestimmt und befindet sich demnach dort, wo die Beförderung beginnt. Eine Lieferung von Deutschland ins EU-Ausland ist also trotzdem grundsätzlich im Inland steuerbar nach §1 Abs. 1 Nr. 1 UStG...".

Und im § 19 Abs. 3 UStG ist der Gesamtumsatz wie folgt definiert:

„..Gesamtumsatz ist die Summe der vom Unternehmer ausgeführten steuerbaren Umsätze im Sinne des § 1 Abs. 1 Nr. 1 UStG abzüglich …..“ und dann folgt noch die Auflistung der Ausnahmen, die ich auch schon zitiert habe.

Wie Du weiter unten schon schriebst: auch die Finanzbeamten wissen nicht alles. Wenn Dir diese Rechtsauffassung schriftlich (von einem deutschen Finanzamt?) gegeben wurde, dann ist das möglicherweise zu Deinem Vorteil. Du solltest aber auch berücksichtigen, wenn nicht grundsätzlich diese Aussage für einen bestimmten Zeitraum gegeben wurde, gilt es nur für ein bestimmtes Veranlagungsjahr. Wenn das Finanzamt den Fehler bemerkt, können sie ihn jederzeit berichtigen, denn im deutschen Steuerrecht gilt der Grundsatz der Periodenbesteuerung, und darauf kann sich das Finanzamt dann berufen.

Diese Regelung gibt es seit Anfang 2010 und sie gilt in allen Mitgliedsstaaten.
Zitat:
Der innergemeinschaftliche Erwerb gegen Entgelt setzt eine Lieferung voraus. Liefert ein Unternehmer einen Gegenstand aus dem Gebiet eines Mitgliedstaates (Ursprungsland) in das Gebiet eines anderen Mitgliedstaates (Bestimmungsland) an einen bereits bestimmten Erwerber i.S.d. § 1a Abs. 1 Nr. 2 UStG, dann ist diese Lieferung grundsätzlich im Bestimmungsland – als innergemeinschaftlicher Erwerb – steuerbar (§ 1 Abs. 1 Nr. 5 i.V.m. § 1a Abs. 1 Nr. 1 UStG). Der innergemeinschaftliche Erwerb ist in dem Mitgliedstaat steuerbar, in dem sich der Gegenstand am Ende der Beförderung oder Versendung befindet (§ 3d Satz 1 UStG). Befördern oder Versendung i.S.d. § 3 Abs. 6 UStG kann durch den Lieferer, den Erwerber oder durch einen von ihnen beauftragten Dritten geschehen. Ein Gegenstand gelangt aus dem Gebiet eines EU-Mitgliedstaates in das Gebiet eines anderen EU-Mitgliedstaates, wenn die Beförderung oder Versendung durch den Lieferer oder durch den Abnehmer im Gebiet des einen EU-Mitgliedstaates beginnt und im Gebiet des anderen EU-Mitgliedstaates endet.

Dasselbe gilt für innergemeinschaftliche Leistungen im B2B Bereich. Der Lieferant / Dienstleister hat bei seinem Finanzamt monatlich oder vierteljährlich eine Zusammenfassende Meldung abzugeben, bei der alle Ausfuhren / Leistungen mit den UID-Nummern von Lieferant und Empfänger aufgeführt sind.

Diese Meldungen wirken sich nicht auf das steuerbare Einkommen aus, da der Lieferant keine Umsatzsteuer in Rechnung stellt und also auch keine abzuführen braucht. Grund dafür ist nicht sein Kleinunternehmerstatus, sondern die Reverse Charge Regelung.

Für die Einkommensteuer gilt natürlich das Gesamteinkommen.

Promethea71
30.11.2011, 10:33
Entschuldigung mich gruselt es, wenn ich einige Beiträge speziell zur Umsatzsteuer lese und bedenkt bitte immer Informationen von Wikipedia können veraltet sein.

Wer tatsächlich Lieferungen oder Leistungen ins Ausland erbringt, sollte sich von einem Steuerberater beraten lassen und nur wenig von dem glaube, was hier geschrieben würde, die Sachverhalte sind aber zu kompliziert um sie HIER einzeln aufzudröseln. Stichpunkte: Ort der Leistung, innergemeinschaftliche Lieferung, Zusammenfassende Meldung


Das was I-dille geschrieben hat ist richtig.


Wer Freiberufler ist sagt § 18 EStG, nur wenige schaffen es dann über die "ähnliche Tätigkeit", es setzt in aller Regel voraus, dass man um das was macht nur machen kann, weil man es studiert hat und die Leistung im Wesentlichen selbst erbringt und nicht durch Angestellt.

Freiberufler zahlen keine Gewerbesteuer. Mehr Unterschiede gibt es nicht.

Das Gegenstück vom Freiberufler ist der Gewerbetreibende.

Beide sind selbständig und beide sind Unternehmer. In der Umsatzsteuer gibt es keinerlei Unterschied.

Rosieocks
30.11.2011, 10:51
Diese Regelung gibt es seit Anfang 2010 und sie gilt in allen Mitgliedsstaaten.
Zitat:
[I]Der innergemeinschaftliche Erwerb gegen Entgelt setzt eine Lieferung voraus. Liefert ein Unternehmer einen Gegenstand aus dem Gebiet eines Mitgliedstaates (Ursprungsland) in das Gebiet eines anderen Mitgliedstaates (Bestimmungsland) an einen bereits bestimmten Erwerber i.S.d. § 1a Abs. 1 Nr. 2 UStG, dann ist diese Lieferung grundsätzlich im Bestimmungsland – als innergemeinschaftlicher Erwerb – steuerbar (§ 1 Abs. 1 Nr. 5 i.V.m. § 1a Abs. 1 Nr. 1 UStG). Der innergemeinschaftliche Erwerb ist in dem Mitgliedstaat steuerbar, in dem sich der Gegenstand am Ende der Beförderung oder Versendung befindet (§ 3d Satz 1 UStG). Befördern oder Versendung i.S.d. § 3 Abs. 6 UStG kann durch den Lieferer, den Erwerber oder durch einen von ihnen beauftragten Dritten geschehen. Ein Gegenstand gelangt aus dem Gebiet eines EU-Mitgliedstaates in das Gebiet eines anderen EU-Mitgliedstaates, wenn die Beförderung oder Versendung durch den Lieferer oder durch den Abnehmer im Gebiet des einen EU-Mitgliedstaates beginnt und im Gebiet des anderen EU-Mitgliedstaates endet.

Ok, jetzt kommen wir dem Sachverhalt schon näher: Deine Ausführungen beziehen sich auf einen innergemeinschaftlichen Erwerb und nicht auf eine innergemeinschaftliche Lieferung (wie der Link zu wikipedia). D.h. Du hast Lieferungen erhalten (also erworben) und dementsprechend die Umsatzsteuer abgeführt und nicht selbst eine Lieferung ausgeführt. Ist zwar ein Vorgang, aber je nach dem, von welcher Seite er betrachtet wird, ist die steuerliche Behandlung eine andere.

Jeder Umsatz kann nur in einem EU-Land steuerbar sein. In der Regel ist er dort steuerbar, wo die Beförderung beginnt. Und die Reverse-Charge-Regel (festgehalten im § 13b UStG) regelt lediglich, wer der Steuerschuldner ist.

Der innergemeinschaftliche Erwerb ist beim empfangenden Unternehmer tatsächlich kein steuerbarer Umsatz, er schuldet halt die Steuer. Damit rechnet dieser Umsatz nicht zum Gesamtumsatz und fließt nicht in die Betrachtung für die Kleinunternehmergrenze ein.

Hier könnte man also auch wieder das Beispiel anführen, dass eine nicht exakte Formulierung zu einer ganz anderen Sachverhaltsbeurteilung/Mißverständnis führt.


Dasselbe gilt für innergemeinschaftliche Leistungen im B2B Bereich. Der Lieferant / Dienstleister hat bei seinem Finanzamt monatlich oder vierteljährlich eine Zusammenfassende Meldung abzugeben, bei der alle Ausfuhren / Leistungen mit den UID-Nummern von Lieferant und Empfänger aufgeführt sind.

Diese Aussage bezieht sich jetzt wieder auf denjenigen, der die Leistung ausführt und demnach die Steuer nicht abzuführen hat, also der Fall der innergemeinschaftlichen Lieferung.


Diese Meldungen wirken sich nicht auf das steuerbare Einkommen aus, da der Lieferant keine Umsatzsteuer in Rechnung stellt und also auch keine abzuführen braucht. Grund dafür ist nicht sein Kleinunternehmerstatus, sondern die Reverse Charge Regelung.

Mein zuständiger Finanzbeamter war derselben Meinung wie du und wollte mir wegen meines Gesamtumsatzes den Kleinunternehmerstatus streichen. Die Rechtsabteilung des Finanzamts bestätigte allerdings den Sachverhalt, den ich oben anführte.

Natürlich zahle ich für mein Gesamteinkommen Einkommenssteuer, aber für die Umsatzsteuer ist nur der Teil relevant, der der Umsatzsteuer in meinem eigenen Land unterliegt. Zahlt der Empfänger meiner Leistung in seinem Land Umsatzsteuer, wird das seinem Gesamteinkommen zugerechnet.

Bei der Einkommensteuer ist die Umsatzsteuer für einen innergemeinschaftlichen Erwerb meist eine Nullnummer, wenn es sich um einen laufenden Wareneinkauf handelt. Erwirbst Du ein Investitionsgut als innergemeinschaftlicher Erwerb, sieht die Sache schon wieder anders aus, war aber nicht Thema dieses Strangs.

Rosieocks
30.11.2011, 10:57
Entschuldigung mich gruselt es, wenn ich einige Beiträge speziell zur Umsatzsteuer lese und bedenkt bitte immer Informationen von Wikipedia können veraltet sein.

Wer tatsächlich Lieferungen oder Leistungen ins Ausland erbringt, sollte sich von einem Steuerberater beraten lassen und nur wenig von dem glaube, was hier geschrieben würde, die Sachverhalte sind aber zu kompliziert um sie HIER einzeln aufzudröseln. Stichpunkte: Ort der Leistung, innergemeinschaftliche Lieferung, Zusammenfassende Meldung


Das was I-dille geschrieben hat ist richtig.


Wer Freiberufler ist sagt § 18 EStG, nur wenige schaffen es dann über die "ähnliche Tätigkeit", es setzt in aller Regel voraus, dass man um das was macht nur machen kann, weil man es studiert hat und die Leistung im Wesentlichen selbst erbringt und nicht durch Angestellt.

Freiberufler zahlen keine Gewerbesteuer. Mehr Unterschiede gibt es nicht.

Das Gegenstück vom Freiberufler ist der Gewerbetreibende.

Beide sind selbständig und beide sind Unternehmer. In der Umsatzsteuer gibt es keinerlei Unterschied.

Der Link bei wikipedia ist korrekt, I-dille hat nur was ganz anderes gemeint und die
Begriffe verwechselt.

Alle Steuergesetze, aber ganz speziell die Umsatzsteuer, sind so komplex, dass man
für ein Beratung auf jeden Fall zu einem Steuerberater gehen sollte, aber viele tun
es halt leider nicht. Selbst in Zeitschriften wie impulse oder focus stehen immer wieder
Fehler zum Steuerrecht drin, dass es mich manchmal nur graust. Die Richtigstellungen
in einem der nächsten Hefte liest nämlich kaum jemand noch.

Die Prüfer vom Finanzamt stürzen sich mit Vorliebe, und vorallem dann ,wenn
jemand seine Buchhaltung udn Umsatzsteueranmeldung selber macht, eben auf die Umsatzsteuer, weil sich die Fehler dann meisten zu richtig großen Beträgen aufsummieren, und dann ist meistens auch nicht mehr zu helfen...

Promethea71
30.11.2011, 11:43
Einigen wir uns darauf, das Thema Umsatzsteuer mit Auslandsbezug ist zu komplex, um es in einem allgemeinen Forum zu besprechen, weil es auf so viele Details angekommt.

Außerdem geht das alles weit über die Frage der TE hinaus. Und ich denke zur Frage der Freiberuflichkeit ist alles wesentliche gesagt.

Liebe Grüße

promethea
Moderatorin

Inaktiver User
30.11.2011, 11:57
Ok, jetzt kommen wir dem Sachverhalt schon näher: Deine Ausführungen beziehen sich auf einen innergemeinschaftlichen Erwerb und nicht auf eine innergemeinschaftliche Lieferung (wie der Link zu wikipedia). D.h. Du hast Lieferungen erhalten (also erworben) und dementsprechend die Umsatzsteuer abgeführt und nicht selbst eine Lieferung ausgeführt. Ist zwar ein Vorgang, aber je nach dem, von welcher Seite er betrachtet wird, ist die steuerliche Behandlung eine andere.

Wie kommst du darauf, dass ich die Begriffe verwechsle? Ich bin der Lieferant, mein Kunde ist der Erwerber. Ich wäre dir dankbar, wenn du dich um genaues Lesen bemühen würdest.

Die innergemeinschaftliche Lieferung / Leistung und der innergemeinschaftliche Erwerb sind nur die zwei Seiten der selben Medaille.
Zitat: Die innergemeinschaftliche Lieferung führt aus der Sicht des Erwerbers zu einem innergemeinschaftlichen Erwerb. Damit wird die Umsatzbesteuerung im Erwerberstaat sichergestellt. Der Erwerber hat die Erwerbsumsatzsteuer abzuführen und kann gleichzeitig diese als Vorsteuer abziehen, soweit er zum Vorsteuerabzug berechtigt ist.

Jeder Umsatz kann nur in einem EU-Land steuerbar sein. In der Regel ist er dort steuerbar, wo die Beförderung beginnt. NEIN, das ist falsch.
Im B2B Bereich zahlt der Erwerber die Umsatzsteuer.

Ausserdem widersprichst du dir damit selbst: in deinem ersten Absatz schreibst du richtig, der Erwerber zahle die Umsatzsteuer.


Der innergemeinschaftliche Erwerb ist beim empfangenden Unternehmer tatsächlich kein steuerbarer Umsatz, er schuldet halt die Steuer. Damit rechnet dieser Umsatz nicht zum Gesamtumsatz und fließt nicht in die Betrachtung für die Kleinunternehmergrenze ein. Er zählt auch beim Lieferanten nicht zum steuerbaren Umsatz, weil der Lieferant für diese Lieferungen nicht der Umsatzsteuer unterliegt. Die Umsatzsteuer, die in einem anderen EU-Land abgeführt wird, kann nicht dem Lieferanten zugerechnet werden, weil sie ihn schlicht nicht betrifft.



Bei der Einkommensteuer ist die Umsatzsteuer für einen innergemeinschaftlichen Erwerb meist eine Nullnummer, wenn es sich um einen laufenden Wareneinkauf handelt. Erwirbst Du ein Investitionsgut als innergemeinschaftlicher Erwerb, sieht die Sache schon wieder anders aus, war aber nicht Thema dieses Strangs.
Einkommens- und Umsatzsteuer sind zwei verschiedene Dinge, deswegen werden dafür auch getrennte Steuererkärungen gemacht.

Sie so gut und mach dich schlau, bevor du auf deinen Behauptungen beharrst.

Rosieocks
30.11.2011, 12:16
Wie kommst du darauf, dass ich die Begriffe verwechsle? Ich bin der Lieferant, mein Kunde ist der Erwerber. Ich wäre dir dankbar, wenn du dich um genaues Lesen bemühen würdest.

Die innergemeinschaftliche Lieferung / Leistung und der innergemeinschaftliche Erwerb sind nur die zwei Seiten der selben Medaille.
Zitat: Die innergemeinschaftliche Lieferung führt aus der Sicht des Erwerbers zu einem innergemeinschaftlichen Erwerb. Damit wird die Umsatzbesteuerung im Erwerberstaat sichergestellt. Der Erwerber hat die Erwerbsumsatzsteuer abzuführen und kann gleichzeitig diese als Vorsteuer abziehen, soweit er zum Vorsteuerabzug berechtigt ist.
NEIN, das ist falsch.
Im B2B Bereich zahlt der Erwerber die Umsatzsteuer.
Er zählt auch beim Lieferanten nicht zum steuerbaren Umsatz, weil der Lieferant für diese Lieferungen nicht der Umsatzsteuer unterliegt.


Einkommens- und Umsatzsteuer sind zwei verschiedene Dinge, deswegen werden dafür auch getrennte Steuererkärungen gemacht.

Sie so gut und mach dich schlau, bevor du auf deinen Behauptungen beharrst.

Sorry Promethea71...

Ich bin in dieser Hinsicht "schlau", weil ich das beruflich (und auch schon seit
vielen Jahren mit der dazugehörigen laufenden Fortbildung) mache und leider sehr oft
mit Leuten zu tun haben, die nur ein Halbwissen mit sich rumtragen und auf diesem
auch noch felsenfest beharren.
Du schreibst hier definitiv falsche Sachen, aber ich will da im Einzelnen nicht mehr
darauf eingehen, da auch Promethea71 das Thema Umsatzsteuer hier nicht weiter
ausgebreitet und erörtert haben will.

Inaktiver User
30.11.2011, 12:20
Ich bin in dieser Hinsicht "schlau", weil ich das beruflich (und auch schon seit
vielen Jahren mit der dazugehörigen laufenden Fortbildung) mache und leider sehr oft
mit Leuten zu tun haben, die nur ein Halbwissen mit sich rumtragen und auf diesem
auch noch felsenfest beharren.
Du schreibst hier definitiv falsche Sachen,
Die falschen Sachen schreibst du. Tut mir leid, wenn du nicht auf dem neuesten Stand bist, aber das ändert nichts an den Tatsachen.
Übrigens bist du nicht allein, es gibt eine ganze Reihe von "Fachleuten", die diese Regelungen noch nicht kennen. Der Leidtragende ist der Unternehmer: Er muss beim Finanzamt den Kopf hinhalten :knatsch:

Rosieocks
30.11.2011, 12:35
Die falschen Sachen schreibst du. Tut mir leid, wenn du nicht auf dem neuesten Stand bist, aber das ändert nichts an den Tatsachen.
Übrigens bist du nicht allein, es gibt eine ganze Reihe von "Fachleuten", die diese Regelungen noch nicht kennen. Der Leidtragende ist der Unternehmer: Er muss beim Finanzamt den Kopf hinhalten :knatsch:

Die von Dir zitierte Regelung hat für den Sachverhalt keine Bedeutung,
die unterscheidliche Beurteilung resultiert daher, dass Du im einen Fall
erklärt hast, dass die steuerbefreiten und durchaus steuerbaren innerge-
meinschaftlichen Lieferungen nicht zum Gesamtumsatz zählen, um dann
in der Argumentation darauf umzuschwenken und zu erklären, dass es
sich für Dich um innergemeinschaftliche Erwerbe handelt, die tatsächlich
im Inland nicht steuerbar sind und damit nicht in den Gesamtumsatz
einbezogen werden.

Und in Deinen restlichen Aussagen stecken auch jede Menge Fehler drin.
Lies mal die Richtlinien zu § 9b EStG zum Thema, ob die Umsatzsteuer
bei der Einkommensteuer zur berücksichtigen ist oder nicht. Nur einer
Deiner Fehler.

Inaktiver User
30.11.2011, 12:57
die unterscheidliche Beurteilung resultiert daher, dass Du im einen Fall
erklärt hast, dass die steuerbefreiten und durchaus steuerbaren innerge-
meinschaftlichen Lieferungen nicht zum Gesamtumsatz zählen, um dann
in der Argumentation darauf umzuschwenken und zu erklären, dass es
sich für Dich um innergemeinschaftliche Erwerbe handelt, die tatsächlich
im Inland nicht steuerbar sind und damit nicht in den Gesamtumsatz
einbezogen werden.
Ich habe mehrfach betont, dass ich die Lieferantin bin.

Bevor wir uns hier endlos streiten, nur noch ein Hinweis darauf, dass du dir selbst widersprichst


Diese Aussage bezieht sich jetzt wieder auf denjenigen, der die Leistung ausführt und demnach die Steuer nicht abzuführen hat, also der Fall der innergemeinschaftlichen Lieferung.


Jeder Umsatz kann nur in einem EU-Land steuerbar sein. In der Regel ist er dort steuerbar, wo die Beförderung beginnt.

Es wäre auch deswegen absurd, wenn die innergemeinschaftlichen Lieferungen zum Gesamtumsatz der Ust. des Lieferanten gerechnet würden, weil die Umsatzsteuer beim jeweiligen Empfänger je nach Land sehr unterschiedlich ausfallen kann und den Lieferanten überhaupt nicht tangiert.

Promethea71
30.11.2011, 15:02
neues Posting

Inaktiver User
30.11.2011, 16:01
Vielen Dank, Promethea.
Ich fand noch einen sehr interessanten Link (http://www.goetzbuchholz.de/UStAuslandi.htm) und hoffe, dass es sich dabei nicht um Werbung handelt.
Darin findet sich auch eine Tabelle, welche Leistungen wann steuerbar sind oder eben nicht.
Waren sind steuerbar, aber von der USt. befreit, Leistungen sind sowohl befreit wie auch nicht steuerbar.

Eine vertrackt komplizierte Materie.