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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : plötzlich Hodenhochstand/ Erfahrungen ambulante OP



Inaktiver User
28.11.2011, 17:37
Hallo,

bei der U 8 wurde heute bei meinem fast Vierjährigen ein einseitiger Hodenhochstand rechts diagnostiziert. Wir sollen jetzt 14 Tage zweimal täglich den Hoden suchen, wenn er überwiegend nicht zu tasten ist, soll eine OP noch dieses Jahr erfolgen (logisch, nach Leitlininen soll eine Hodenhochstandsbehandlung ja im ersten Lebensjahr abgeschlossen sein...).


Natürlich bin ich jetzt ziemlich fertig, frage mich aber auch, wie es sein kann, dass das NIE aufgefallen ist, wir waren bei jeder U und insgesamt wurde der Hoden von 5 (!) verschiedenen Ärzten als unauffällig beurteilt. Da ich selbst Medizinerin bin, weiss ich noch genau, wie erleichtert ich war, als die Ärztin bei der U2 meinte, dass die Leisten gut geschlossen seien, was ja auch zu erwarten wäre, weil der Sohn ordentlich übertragen war. Der Kinderarzt wusste sich auch keinen Reim zu machen, antwortete ausweichend (bei ihm war vor einem Jahr die U7a). Erste Recherchen haben ergeben, das es so was mal selten geben kann, wenn der Samenstrang nicht mitwächst.

Zwei Fragen an Euch:

1.) Hat jemand damit Erfahrung, dass der Hoden plötzlich weg war?

2.) An alle, die Hodenhochstand-OP hinter sich haben - habt Ihr es ambulant machen lassen? Das wäre mir sehr viel sympathischer, als stationär....

Danke!

Historia02
28.11.2011, 18:04
Zum Hodenhochstand kann ich dir leider nichts sagen. Mein Sohn hatte einen sog. Wasserbruch und wurde im Frühjahr mit ca. 1 3/4 Jahren operiert. Das ganze fand in einer ambulanten Tagesklinik bei einem Kinderchirurgen (in Hamburg) statt. Außer uns waren noch zwei Kinder samt Eltern dort, eins kleiner, eins größer als unser Sohn. Im Aufenthaltsraum war die ganze Wand mit Dankesschreiben von Eltern dekoriert. Dort wurden die verschiedensten OPs ambulant durchgeführt, wie Ohren anlegen, Hodenhochstand operieren, Muttermale entfernen, etc.

Ich geh' mal den OP-Bericht in meinem Heimatstrang suchen ... Sekunde ...
Hier isser: http://bfriends.brigitte.de/foren/kinderwunsch-und-babyjahre/102312-augustbabys-2009-a-158.html#post11097831

Inaktiver User
28.11.2011, 18:19
Hallo

Mein Sohn hatte auch einen Hodenhochstand, dies war uns von Geburt an bekannt und wir waren 2 Mal im Jahr in Kontrolle bei einem Kinderchirurgen. Er hat im Alter von 18 Monaten Hormonspritzen bekommen und danach meinte der Chirurg er könne den Hoden nun nach unten ziehen, er würde nur immer von alleine wieder hochrutschen, das wäre aber kein Problem, es würde sich auswachsen und wir müssten nicht mehr zur Kontrolle kommen.

Dem haben wir dann also gutmütig geglaubt. Unser KA meinte aber bei jeder U es wäre nicht in Ordnung, aber sie tendierte auch zum Abwarten, und als er 4 war sind wir dann schliesslich wieder zum Chirurgen überwiesen worden und dann hiess es: nun müssen wir schnellstens operieren. Ich hätte dem Arzt damals fast den Kopf abgerissen denn mir war auch bewusst dass eine solche OP im ersten Lebensjahr gemacht werden sollte :niedergeschmettert:.

Also ist er dann mit 4,5 Jahren operiert worden, das ambulant, er wurde um 12.00 operiert, wir mussten danach bis 18.00 Uhr bleiben und dann durften wir heim. Unser Sohn war nach der Narkose zwar sehr belämmert, nach kurzer Zeit aber wieder topfit, und als wir nach Hause durften ist er herumgetollt und gesprungen wie immer. Er hatte keine Schmerzen und der Arzt meinte wir sollten ihn machen lassen was er will, er würde alleine merken wenn es weh tut. Aber er hat nie über Schmerzen geklagt und hat überhaupt keine Einschränkungen und die Narben an der Leiste und am Hoden sind toll verheilt und kaum mehr sichtbar.

Was die späte OP sonst für Folgen hat, darüber wage ich nicht nachzudenken, bringt ja auch nichts, das werden wir später sehen.

Ich wünsche euch viel Glück, die OP ist wirklich harmlos für die Kids, alles Gute
Mirka

Inaktiver User
28.11.2011, 18:21
Es gab übrigens vor einen paar Monatwen schon mal einen Strang zum Thema Hodenhochstand :blume:

Sammy96
28.11.2011, 18:29
Ja Mirka, der war von mir ;-))

Ihr Lieben,
die Lage bei uns ist jetzt so, dass sich gar nix Richtung Hodensack bewegt hat und der Krümel nächste Woche Freitag ambulant operiert wird. Mir ist zwar nicht so ganz wohl dabei, aber es nutzt ja nix, es muss ja sein...

LG
Sammy

pauls_mama
28.11.2011, 18:39
Hallo Schokomilch !

Paul wurde vor einem Jahr (mit 2 3/4) ambulant an der Leiste operiert. Wir waren bei einem Kinderchirurgen, der sehr gute Kritiken hatte und dort werden auch die verschiedensten Dinge bei Kindern ambulant gemacht.
Ich war so ca. 2 Stunden vorher mit ihm nüchtern da. Dann bekam er einen LMA-Saft, bei dem er ziemlich abgedreht ist (gelacht und dann total müde geworden). Dann hat ihn eine Schwester auf dem Arm in den OP getragen (das hat er schon gar nicht mehr richtig mitbekommen). Nach einer gefühlten Ewigkeit kam er dann wieder im Bettchen zurück und war noch weg. Er hatte so Klebedinger an der Brust und so eine Klemme (sorry bin nicht vom Fach) am Daumen mit Monitor. Als er aufgewacht ist, war er ganz schön neben der Spur (wußte nicht, wo er ist, hat geweint). Dann mussten wir noch eine ganze Weile da bleiben und da fing auch schon die Ko*erei an. Paul hatte leider die Narkose nicht gut vertragen. Das ging dann im Auto weiter - furchtbar ! Zuhause gings ihm aber schon besser. Im Gegensatz zu Mirka´s Sohn sollte er eine ganze Zeit nicht hüpfen, rennen und kein Laufrad o.ä. fahren. Das war ziemlich anstrengend ihn davon abzuhalten. Schmerzen hatte er an dem OP Tag keine und eine zeitlang hat es ihm beim Niesen und Husten und so weh getan, aber nicht lange. Die Narbe sieht man so gut wie gar nicht mehr.
Ich würde es auf jeden Fall wieder abulant machen lassen. Wir waren Anfang diesen Jahres wegen einer Lungenentzündung eine Woche stationär im Krankenhaus, das fand ich viel schlimmer !

Alles Gute Euch !!

Liebe Grüße
Pauls_Mama

Inaktiver User
28.11.2011, 18:45
Vom Laufradfahren wurde uns übrigens aber auch abgeraten, Hopserei war ok:smile:

Inaktiver User
28.11.2011, 19:04
Danke schonmal!

Ich weiss, dass es eigentlich eine "Kleinigkeit" ist, aber ich drehe immer hohl, wenn was mit den Kindern ist... Und es macht mich eben soooo wütend, dass es JETZT auffällt. Was soll man mehr machen, als zu den Vorsorgen zu gehen? Ich denke jetzt, ich hätte auch mal nach den Hoden tasten sollen, aber ich habe mir diesbzgl. überhaupt KEINE Gedanken gemacht.

Der Kinderarzt meinte auf meine Frage, dass man 2-3 Tage stationär bleiben sollte, lese aber überall von ambulanter OP, was es für mich erträglicher macht - Wundkontrolle und Co. traue ich mir auch absolut zu.

Inaktiver User
28.11.2011, 19:11
Historia, Dein Bericht ist sehr tröstend, echt!

Wobei ich noch Hoffnung habe, dass alles ein Irrtum ist.....

Symphonie
28.11.2011, 19:13
darf ich mal was doofes Fragen Schoko?
Es war immer alles ok,nur jetzt nicht? wie erkennt der Arzt so einen Hochstand?
Als wir letztes Jahr bei der U waren hat M beim Ausziehen der Hose die Hoden vor Schreck eingezogen. Die Ärztin hat es nur gesehen weil sie den Blick schon drauf gerichtet hatte...
sie kamen nicht wieder runter und es war reiner Zufall dass sie es gesehen hatte.... soll heißen: sie "können " diese also einziehen, eben bei Schreck und Co. Woher weiß Dein Arzt,dass es ein Hochstand ist?

Inaktiver User
28.11.2011, 19:32
Genau DAS frage ich mich eben auch... Es war wohl so, dass der Hoden links unten war, der rechts nicht, dann wohl weit oben tastbar.

Wir sollen jetzt 14 Tage schauen, aber ich habe den Hoden auch nicht tasten können daheim im Warmen, also oben schon.... Ich finde das alles seltsam, denn Leistenhoden sind kaum zu tasten, denke, wenn überhaupt, dann eher ein Gleithoden, aber wie das plötzlich kommt? :unterwerf:

In der Praxis war es saukalt. Es war eben nur der eine oben, was wohl untypisch ist für das normale "Einziehen" (wobei ein Hoden sowieso höher hängt, muss mal schauen, welcher, ist ganz normal). Dieser Reflex heisst Kremasterreflex und ist in dem Alter sehr ausgeprägt....

Manno, die Tage lobe ich den Doc noch über den grünen Klee und dann so was.

Der Strang von EvaZwerg ist hilfreich für mich, Sammy, meinst Du den? Deinen finde ich leider nicht....

Symphonie
28.11.2011, 19:40
mit dem tasten zuhause hab ich nicht dran gedacht,immerhin etwas! Ihr werdet ihn sicherlich erstasten, hast heute abend noch nicht geguckt?

Inaktiver User
28.11.2011, 19:44
Doch, aber da war er eben ganz oben, fast in der Leiste tastbar.

Hilft nix, morgen mache ich einen Termin bei einem Kinderurologen, der soll mal draufschauen...

Symphonie
28.11.2011, 19:50
bei uns wurde bei der U8 garnicht nach getastet, ich überlege gerade, ob er die UNterhose runter hatte, kann mich nicht erinnern

Inaktiver User
29.11.2011, 09:07
- schieb -

Noch jemand Erfahrung?

Danke!

Inaktiver User
27.01.2012, 19:53
UPDATE:

Da ich denke, dass das so ein typisches Thema sein könnte, nachdem gezielt gesucht wird, mal ein kurzes Update.

Ich weiss jetzt ziemlich gut Bescheid über Gleit-, Pendel- und Leistenhoden. :cool:

Was der Arzt uns sagte, war erstmal sowieso Quatsch, denn so ein Hodenprotokoll führt man nicht mehr. :beleidigt: Es ist relativ egal, wie oft der Hoden unten ist, wichtig ist, DASS er mal unten ist (bevorzugt in der warmen Wanne) - das ist im Strang von EvaZwerg auch super erklärt von einer Userin.

Obwohl ich das wusste und mir dies auch so bestätigt wurde, blieb bei mir ein etwas "ungutes" Gefühl, weil der Hoden eigentlich nie spontan im Säckchen war, zwar gut zu tasten und "runterzuholen" (was gegen eine OP-Indikation spricht, aber eben spontan im besten Fall auf "Halbmast", außer während ein paar Tage, wo mein Sohn leider ziemlich fieberte und es dem Ei wohl zu heiss war da oben... Dazu muss ich sagen, dass mein damals bester Freund an Hodenkrebs verstarb, ein weiterer guter Bekannter hat diese Krankheit auch durchgemacht (und Hodenhochstand ist diesbzgl. ja DER Risikofaktor), von den leider erschreckend vielen Bekannten mit schlechtem Spermiogramm ganz zu schweigen.... (Klar, dafür gibt es auch verschiedene Ursachen, aber es bleibt ja schon zu befürchten, dass da das ein oder andere Mal auch ein Hodenhochstand und damit ein potentiell vermeidbares Schicksal dahintersteckt.... :niedergeschmettert:).

Naja, glücklicherweise ist das jetzt auf einmal ganz anders, der Hoden hängt da, wo er hingehört, quasi von einem Tag auf den nächsten. Scheinbar ist ein Samenstrang doch etwas nachgehinkt beim Wachsen oder der Kremasterreflex ist nicht mehr so überschießend ausgeprägt. Insgesamt ist mein Kind "älter" geworden, er ist nicht nur ordentlich gewachsen, sondern er hat auch das letzte sehr Kleinkindhafte verloren, das fält auch Bekannten auf. Keine Ahnung, ob das Zufall ist oder sich da einfach nochmal ganz viel getan hat. Eigentlich auch egal, ich freue mich auf jeden Fall sehr, nicht nur, weil die OP nicht sein muss, sondern weil ich mir auch keine Gedanken mehr machen muss, dass wir da irgendwas verpasst haben.... :krone auf:

Dies hier soll kein Plädoyer für abwartendes Verhalten sein, sondern einfach dafür, dass, wenn vorher immer alles okay war, es sich vll. doch lohnt, drei/ vier Monate zuzuwarten, bevor man das Messer zückt. Ich weiss nicht, wie leichtfertig Op-Indikationen gestellt werden in dem Bereich, aber bei einer doch eher kleinen und unaufwendingen Op könnte ich mir schon vorstellen, dass schneller mal gemacht wird, damit man nichts verpasst. Und kleiner Eingriff hin oder her - es ist natürlich supertoll, wenn das Kind (und Mutter.... :zwinker:) erspart bleibt.

Bei meinen "Recherchen" habe ich übrigens mit zwei Muttis gesprochen, deren Söhne recht spät operiert wurden und beide wurden wohl NICHT darauf aufmerksam gemacht, dass das relative Risiko für Hodenkrebs doch ein Stück erhöht ist dadurch. Das finde ich grob fahrlässig, denn das ist eine der Krebsarten, die sehr gut behandelt werden können, sind sie früh erkannt, und ich würde da schon sehr viel Wert darauf legen, dass sensibilisiert wird, beim Duschen mal "hinzufühlen"... Für mich hat das nix mit Panikmache zu tun.

Inaktiver User
27.01.2012, 21:04
Hallo Schoki
Mein grosser Sohn ist mit Hodenhochstand operiert worden, und bis es so weit war war es 4 Jahre lang ein Hin und Her. Kinderaerzte und Chirurgen sind sich hier absolut nicht eins und für Eltern ist es einfach nur verwirrend. Der eine spricht von Hodenkrebs und Unfruchtbarkeit, der andere sagt das ist nur Panikmacherei, der Hoden wird schon noch von alleine runterkommen. Bei meinem Sohn konnte der Hoden auch problemlos runtergeholt werden, ist aber sponatn immer wieder hochgerutscht. Er wurde mit 4 Jahren 8 MOnaten schliesslich operiert, ob es wirklich nötig war oder ob es sich noch von alleine korrigiert hätte weiss ich bis heute nicht, Fakt ist dass eben alle andere Meinungen hier haben was es für die Eltern echt schwierig macht und wo vielleicht, wenn es dann wirklich nötig ist, wertvolle Zeit verloren geht. Bei uns war die OP ja auch zu spät und ich frage mich auch heute noch ob er später mal fruchtbar sein wird. Ich finde es ganz schlimm dass die Aerzte sich hier nicht eins sind und man als Eltern so verunsichert wird und dann auch mit dem unguten Gefühl zurückbleibt.

Wir wurden allerdings über das erhöhte Risiko von Hodenkrebs aufgeklärt und dass wir ihm ab der Pubertät ans Herz legen sollten seinen Hoden unter der Dusche abzutasten.

Ich freue mich aber für euch dass sich das Thema erledigt hat und euch die OP erspart bleibt, denn auch wenn es nur ein kleiner Eingriff ist, es ist doch belastend für Eltern und Kind und muss nicht sein.

Liebe Grüsse

Inaktiver User
27.01.2012, 22:04
Ja, da hast Du absolut recht! Furchtbar - frage drei Weisskittel, und Du bekommst vier Antworten.... :unterwerf:

Nach was ich in solchen Fällen schauen würde, wären die jeweiligen Leitlinien der Fachgesellschaften, die man ergoogeln kann bzw. die Ärzte danach fragen - die ändern sich zwar auch alle naslang, aber nach irgendwas muss man sich ja richten.... (wahrscheinlich war das dann sogar absolut leitlinienkonform für die jeweiligen Zeitpunkte, was ihr da im Endeffekt gemacht habt und alle Eventualitäten kann man ja nicht vorhersehen oder im Kaffee-Satz lesen....).

Bei uns war es ja dahingehend anders, dass IMMER alles okay war, ich könnte mich nicht daran erinnern, dass auch nur einmal gezögert wurde im Rahmen der U´s bei der Hodenkontrolle, ganz im Gegenteil, es war eigentlich immer so ein "schön, da sind sie ja direkt!" zu hören und direkt nach der Geburt eben dieses "über Hodenhochstand müssen sie sich mal keine Gedanken machen". Von daher hat mich die Hektik der eben mal gestelllten OP-Indikation schon gewundert...

(Und wenn der Hoden immer nach unten reponierbar war und der andere dort, wo er hingehört, würde ich mir nicht allzu viele Gedanken über Spätfolgen machen - leichter gesagt als getan, ich war ja selbst wochenlang doch so im Hinterkopf etwas unschlüssig und beunruhig, aber generell war das ja kein Leistenhoden oder so, und da sieht die Sache dann doch noch etwas ander aus! :wangenkuss:).

Inaktiver User
27.01.2012, 22:16
(Und wenn der Hoden immer nach unten reponierbar war und der andere dort, wo er hingehört, würde ich mir nicht allzu viele Gedanken über Spätfolgen machen - leichter gesagt als getan, ich war ja selbst wochenlang doch so im Hinterkopf etwas unschlüssig und beunruhig, aber generell war das ja kein Leistenhoden oder so, und da sieht die Sache dann doch noch etwas ander aus! :wangenkuss:).

Tut gut zu hören, am Anfang war es ein Leistenhoden, mit 18 Monaten hat er Testosteronspritzen bekommen und ab da konnte der Hoden runtergeholt werden, blieb nur nicht unten.