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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Erfahrungen mit Mini-GmbH?



Laie
18.11.2011, 12:09
Hallo,
mein Mann hat ein Nebengewerbe angemeldet, das bisher als Einzelfirma geführt wurde.

Um die Haftung zu minimieren, denke ich über die Gründung einer Mini-GmbH nach. Die steuerlichen "To-DoS" wie Bilanz ertstellen, Geschäftsbericht etc. erschrecken mich aber. Bisher habe ich alles selbst ohne Zuhilfenahme von Steuerberater abgewickelt.

Hat jemand in diesem Bereich Erfahrungen? Wer kann mir berichten? Es geht hier nur um "steuerliche" Erfahrungen Abwicklung mit Finanzamt etc.

Mfg
Doris

Promethea71
18.11.2011, 12:56
Es gibt keine Mini-GmbH, du meinst vermutlich die Untergangsgesellschaft ähm, Unternehmergesellschaft UG, die eine Art von GmbH mit geringerem Kapital ist.

Aber die unterliegt den gleichen Regeln wie die GmbH, nur mit zusätzlichen komplizierten Regelungen zur Kapitalaufstockung, aber es ist zwingend eine ordnungsgemäße doppelte Buchführung, Bilanzierung, Veröffentlichung im Handelsregister etc. erforderlich.

Lasst euch gut beraten, ob das wirklich eine gute Entscheidung wäre. Die Kosten für Buchführung und Steuerklärungen sind definitiv höher bzw. es ist komplizierter und die Frage der Veröffentlichung ist auch etwas, was mancher erst später merkt und eigentlich nicht will, dass die Konkurrenz sieht, was man verdient und welche Kosten man hat.

Liebe Grüße
promethea

Laie
20.11.2011, 17:20
Vielen Dank für Deine Antwort.

Ja, ich habe den umgangssprachlichen Begriff "Mini-GmbH" benutzt, bekannt auch als 1-Euro-Gmbh meine natürlich die GmbH mit geringem Kapital.

Genau die von Dir genannten Dinge sind mir noch sehr suspekt. D. h. welche "Folgekosten" entstehen wirklich? Angeblich sollen in Deutschland ca. 50.000 dieser GmbHs existieren. Wo sind die denn alle?

Gibt es denn niemand hier, der diese Rechtsform für sein Unternehmen selbst nutzt? Würde mich wirklich über eine pn diesbezüglich freuen.

mfg
Doris

Quirin
21.11.2011, 23:00
Wenn Ihr das Unternehmen auf Kante finanziert (Rechnung kann erst beglichen werden, wenn der Kunde bezahlt hat), solltet Ihr Euch mal informieren, ob die beschränkte Haftung ev. hier ein Problem darstellt.

Laie
22.11.2011, 22:00
Die Finanzierung ist nicht das Problem, da kein Wareneinsatz ansteht. Es handelt sich hier um Dienstleistung im Bereich Musik.

Da aber das Urheberrecht / Erwerb von Nutzungsrechten teilweise sehr problematisch sind, möchte ich hier gerne einfach das Haftungsrisiko beschränken, falls etwas "ungeplant" schief läuft.

Rosieocks
23.11.2011, 10:12
Es gibt keine Mini-GmbH, du meinst vermutlich die Untergangsgesellschaft ähm, Unternehmergesellschaft UG, die eine Art von GmbH mit geringerem Kapital ist.

Aber die unterliegt den gleichen Regeln wie die GmbH, nur mit zusätzlichen komplizierten Regelungen zur Kapitalaufstockung, aber es ist zwingend eine ordnungsgemäße doppelte Buchführung, Bilanzierung, Veröffentlichung im Handelsregister etc. erforderlich.

Lasst euch gut beraten, ob das wirklich eine gute Entscheidung wäre. Die Kosten für Buchführung und Steuerklärungen sind definitiv höher bzw. es ist komplizierter und die Frage der Veröffentlichung ist auch etwas, was mancher erst später merkt und eigentlich nicht will, dass die Konkurrenz sieht, was man verdient und welche Kosten man hat.

Liebe Grüße
promethea

Wie Promethea71 schon schreibt, sind die steuer- und handelsrechtlichen Rechnungs-
legungsvorschriften weitgehend zwischen GmbH und Unternehmergesellschaft gleich,
der Unterschied besteht im Wesentlichen darin, dass bei der UG das Haftungskapital
nach und nach aus Gewinnen aufgebaut werden kann.

Hinsichtlich der Übertragung irgendwelcher Urheberrechte auf die GmbH solltet Ihr Euch
aber wirklich von einem Fachanwalt beraten lassen, sonst nutzt nämlich der Umweg
über eine Kapitalgesellschaft nicht wirklich.

Inaktiver User
23.11.2011, 10:41
Hinsichtlich der Übertragung irgendwelcher Urheberrechte auf die GmbH solltet Ihr Euch
aber wirklich von einem Fachanwalt beraten lassen, sonst nutzt nämlich der Umweg
über eine Kapitalgesellschaft nicht wirklich.

Urheberrechte lassen sich nicht übertragen. Und da das Thema sehr sensibel ist, sehr teuer werden kann und dort auch die GmbH nicht greift, wäre ein Fachanwalt als ständiger Unternehmensbegleiter notwendig. Da hier aber von einer "Mini-GmbH" geschrieben wird, denke ich, dass der erwartete Umsatz das nicht hergeben würde. Dann bleibt nur der Rat: Finger weg von allem, was andere gestaltet, geschrieben, designt usw. haben.

Es ist übrigens ein Gerücht, dass die Gründung einer GmbH vor allen Fällen schützt. Da sollte man sich mal sehr genau erkundigen, wann dies nicht der Fall ist.
Stichworte Sorgfaltspflicht, Insolvenz.

Inaktiver User
23.11.2011, 21:30
Aber die unterliegt den gleichen Regeln wie die GmbH, nur mit zusätzlichen komplizierten Regelungen zur Kapitalaufstockung, aber es ist zwingend eine ordnungsgemäße doppelte Buchführung, Bilanzierung, Veröffentlichung im Handelsregister etc. erforderlich.

Das möchte ich gerne korrigieren, denn es ist wirklich einfach:

Eine UG ist die kleine Schwester der GmbH = gleiche Regeln, gleiches Recht, flotte Gründung: das ist der große Vorteil.

Entstanden ist sie als Pendant zur englischen Ltd., die ebenfalls fix gegründet ist, jedoch doppelte Steuern (in UK und D) plus Rechtskram in UK mit sich zieht.

Eine Deutsche GmbH benötigt 25.000 Euro Stammkapital-Einlage.
Eine Unternehmergesellschaft mit beschränkter Haftung (UG) kannst Du mit weniger Stammkapital gründen. Und dann fließen pro Geschäftsjahr immer 25% der Gewinne Deiner UG wieder in die Stammkapital-Erhöhung ein, bist Du den vollen "Satz" von 25.000 Euro erreicht hast und aus der kleinen Schwester der große Bruder GmbH wird.

Zack und fertig. Und ja: gleiches Recht und gleiche Pflichten wie eine reguläre GmbH. Und gleiche Vor- und Nachteile.

Achtung: das Stammkapital am Anfang sollte höher sein als 1 Euro, weil Du sonst genauso fix insolvent bist, wenn die laufenden Ausgaben die Einnahmen übersteigen.

Der Rest ist unternehmerisches realistisches (!) Berechnen der entstehenden Muss-Machen AUSGABEN für Bilanz-Buchhaltung/Steuern/Versicherungen gegenüber den EINNAHMEN, die dazu dienen, Gewinne zu machen. Kaufmännisches Geschick mit Unternehmertum und einer genauen Markt- und Wettbewerbsanalyse. :freches grinsen:

LG

Carla

Inaktiver User
23.11.2011, 21:45
Die Finanzierung ist nicht das Problem, da kein Wareneinsatz ansteht. Es handelt sich hier um Dienstleistung im Bereich Musik.

Da aber das Urheberrecht / Erwerb von Nutzungsrechten teilweise sehr problematisch sind, möchte ich hier gerne einfach das Haftungsrisiko beschränken, falls etwas "ungeplant" schief läuft.
Wie meine Vorredner bereits gesagt haben: Urheberrecht ist nicht übertragbar, wohl aber Nutzungsrechte (räumlich, zeitlich etc.) GGf. ließe sich das zusätzlich über Versicherungen regeln. Doch die schützen nicht vor Dummheit und ein Rechtsnwalt will imma gleich gaaaanz viel Geld für sein schlaues rechtskräftiges Wissen.

Bevor Du über Rechtsformen nachdenkst und dich in Details verstrickst, empfehle ich euch das Hand-Arbeitsbuch "Planen, gründen, wachsen: Mit dem professionellen Business-Plan zum Erfolg". Klick, google ist dein Freund. :)


Da hier aber von einer "Mini-GmbH" geschrieben wird, denke ich, dass der erwartete Umsatz das nicht hergeben würde.

Das denkst Du. Es bedeutet, dass die liquiden Mittel zur Gründungszeit nicht für 25K Stammkapital ausreichen. Vielleicht wird hier gerade die Super-Geschäftsidee klein geredet. Das möchte ich durch diesen Hinweis vermeiden. Hinweise auf umsichtiges Vorgehen und umfassende Information gab es ja bereits im Überfluss. :blumengabe:

LG

Carla

Inaktiver User
24.11.2011, 06:01
...Informationen über Firmengründung und Gesellschaftsformen erhält man bei der ansässigen IHK...

marcy7
20.10.2016, 21:15
Hallo Laie,

schau doch mal hier: [editiert] die Anleitung ist ganz gut.

LG Marcy