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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : PCOS und Kinderwunsch



Polarstern911
07.11.2011, 22:37
Hallo ihr Lieben,

bei mir ist der Kinderwunsch zwar absolut noch nicht akut aber erst kürzlich habe ich mit Freundinnen allgemein über das Thema gesprochen.

Bei mir wurde vor ca. 5 Jahren PCOS festgestellt und mir wurde damals gesagt, es KANN sein, dass ich auf natürlichen Wege nicht schwanger werden kann.

Ich wollte einfach mal hören, ob es hier welche gibt, die trotz PCOS schwanger geworden sind und/oder einfach mal ihre Erfahrungen mit dem Thema PCOS berichten wollen.

Danke :):blume:

Sabis84
08.11.2011, 08:23
HalLo!

Ich kann jetzt nur aus meiner Erfahrung sprechen, da es ja sehr viele Formen von Pco gibt.
Bei mir ist es eins mit polycistischen Ovarien sowie Hormonwerten die nicht in Ordnung sind (lh/FSH Quotient) und Insulinresistenz. Ich hatte ( aktuell darf sie 9 Monate weg bleiben) meine Periode zwischen alle 40 un alle 70 Tage und vielen Problemen zwischendurch. Durch viele Hilfsmittel ( Tees, Globulis, Tempi messen.....) hat es dann Mitte des Jahres ohne weitere Hilfe geklappt. Habe es in der 8. Woche verloren. Jetzt hat es wieder geklappt mit den gleichen Hilfmittrlchen. Ich kann dir nur raten, wenn es mal akut bei dir wird, dir eine gute Fa zu suchen, die nicht verbohrt ist. Ich musste mir alles selbst suchen und auch die Insulinresistenz wäre durch sie nie gefunden worden. Es ist nur wichtig sich nicht unter Druck zu setzen und zu wissen, dass es mit dem Krankheitsbild evtl. Nicht ganz so einfach ist ss zu werden.

Lg

Tott
08.11.2011, 09:42
Hallo Polarstern!

Ich habe auch PCOS, meine Regel ist teilweise bis zu 15 Monate lang ausgeblieben. Mit Globulis ist es 2010 etwas häufiger geworden, und im Dezember 2010 bin ich schwanger geworden, ohne weitere Hilfe. Wir hatten zu dem Zeitpunkt 1 1/2 Jahre nicht mehr verhütet.
Auch ich hatte eine Fehlgeburt, Ende Februar; ich glaube aber nicht, dass das mit dem PCO zusammenhing. Bei mir wurde das auch erst danach diagnostiziert (obwohl ich es mit Sicherheit schon die Jahre vorher hatte).
Jetzt im August bin ich wieder schwanger geworden, beim ersten Eisprung seit der FG. Wieder ohne weitere Hilfe (nur Globulis).
Es reicht im Prinzip ein einziger Eisprung :freches grinsen:, und dafür wäre es natürlich ganz praktisch zu wissen, wann einer ansteht. Ich habe nicht Temperatur gemessen (das war mir zu blöd bei den Ewigkeitszyklen), aber mit der Zervixschleimbeobachtung kommt man auch schon relativ weit! Und jetzt im August war es einfach so, dass ich nach einer langen ziemlich lustlosen Zeit ganz plötzlich wieder Lust auf Sex hatte - so kann's auch gehen...

Also, es ist auf jeden Fall möglich, mit PCO schwanger zu werden, es kann halt nur etwas länger dauern. Und es gibt alternative Möglichkeiten zum Clomifen-Essen - je nachdem, wieviel Zeit du dir/euch geben möchtest. Ich habe gute Erfahrungen mit der Homöopathie gemacht, Sabis ja offensichtlich auch.

Ich weiß nicht, wie alt du bist - neuere (schwedische) Studien haben ergeben, dass PCO-Frauen ab Mitte 30 häufiger ohne Hilfe schwanger werden und oft auch später in die Wechseljahre kommen als andere. Es gibt also Hoffnung :blumengabe:

Liebe Grüße
Tott

viv_1980
08.11.2011, 09:57
Hallo Polarstern,

es freut mich, dass es hier einige geschafft haben, trotz PCO "ganz normal" schwanger zu sein - ich würde nur nicht davon ausgehen, dass das IMMER so ist. Eine gute Freundin von mir hat auch PCO. Sie hat ca. 4 Jahre erfolglos versucht schwanger zu werden, dann mit 39 mehrere IVF Versuche unternommen und ist beim allerallerallerletzten mit knapp über 40 schwanger geworden ... So kann's leider auch gehen :niedergeschmettert:

Alles Liebe,
viv

kussi
08.11.2011, 12:34
hallo, auch ich habe PCO. ich bin jetzt fast 35, meine große tochter bekam ich mit 20 durch einen pille-magen-darm-grippe-unfall.
vor einigen jahren wuchs dann der wunsch nach einem zweiten kind (mit meinem neuen mann) und ich setzte in großer erwartung die pille ab. schon nach 1-2 zyklen die recht normal lang waren, setzte die mens aus....diagnose PCO.
mein arzt verschrieb mir erst clomifen, anfangs 1 tablette - kein eisprung! dann 2 tabletten+dexamethason - kein eisprung!
ich sollte dann umsteigen auf menogonspritzen (mann mußte vorher zum spermiogramm) und damit hatte ich immer ein tolles follikel und der FA löste den ES mit einer weiteren spritze aus.
mit dieser methode klappte es im 4. zyklus.
von pille absetzen bis zur schwangerschaft dauerte es insgesamt 1 1/2 jahre. mein sohn ist jetzt 20 monate alt.

im juni hab ich nun nochmal die pille abgesetzt, hab tempi gemessen und wieder genau 2 zyklen mit eigenem ES (lt. arzt stehen da die chancen am besten schwanger zu werden, so direkt nach pille absetzen), aber leider wurde ich nicht schwanger. vor 2 wochen stellte mein arzt fest, das meine eierstöcke nun schon wieder diese typischen bläschen bildet und ich keinen ES habe.
jetzt warte ich auf die mens, das clomifen liegt bereit. vielleicht schlägt es diesmal an. ob ich mir die spritzen nochmal antun will, weiß ich noch nicht. (war aber eigentlich halb so schlimm).

ich weiß nicht, wie alt du bist. aber ich würde dir raten, nicht zuuuu spät anzufangen mit dem üben.

viel glück!

EllaBleu
08.11.2011, 15:46
Hallo Polarstern,

ich hab auch PCO. Ich habe es seit mindestens Anfang 20, bekam die Diagnose aber erst Anfang 30, als ich in eine spezialisierte Praxis ging. Mein FA hat mich jedes Mal quasi ausgelacht, wenn ich fragte, ob meine Beschwerden (Übergewicht, lange Zyklen, Körperbehaarung) damit zu tun haben könnten.

Ich würde Dir auch raten, Dir am besten jetzt schon eine auf Endokrinologie spezialisierte Gyn-Praxis zu suchen (Kinderwunsch-Praxen sind da oft am besten informiert). Lass schon mal abklären, ob Du eine Insulinresistenz hast, denn je eher das behandelt ist, desto besser (nicht nur in Hinblick auf Kinderwunsch). Auch die Pille zu nehmen, kann eine Überlegung wert sein, denn wie eine meiner Vorrednerinnen schrieb, sind die Chancen, schwanger zu werden, kurz nach Pilleabsetzen wohl etwas größer.

Bei mir war es auch so:
Pille abgesetzt im Oktober 2008, schwanger im 2. Zyklus (Dezember 2009), aber leider eine Fehlgeburt in der 8. SSW (hatte aber nichts mit PCO zu tun). Und nach der Fehlgeburt ging nichts mehr. Ich merkte, dass ich keine Eisprünge hatte. Ovulationstests zeigten wochenlang positiv (Hinweis auf PCO), also bin ich sehr schnell zu meiner Endokrinologin gegangen. Ergebnis: Meine Hormonwerte waren eine Katastrophe, Eierstöcke tief im Dornröschenschlaf. Ich habe mehrere Zyklen Clomifen bekommen. Mal gab's einen Eisprung, mal nicht, dann musste ich zusätzlich Puregon spritzen. Und selbst mit den vorbildlichsten Eisprüngen bin ich nicht schwanger geworden, was mich psychisch fertig gemacht hat. An Homöopathie glaube ich nicht, deshalb habe ich das nicht probiert. Habe Hormon-Yoga angefangen (wie das wirken soll, leuchtet mir ein) und ich hatte ein Erstgespräch bei einer TCM-Ärztin (da war ich aber unwissentlich schon schwanger, sonst hätte ich bei ihr eine Behandlung mit Tee und Akupunktur angefangen).

Geklappt hat es im Dezember 2009, in einem Zyklus, in dem ich eigentlich aussetzen wollte, um mich ein bisschen zu regenerieren.
Ich habe diese Kinderwunschzeit in ganz schrecklicher Erinnerung. Ich war so verzweifelt, weil ich das Gefühl hatte, meinen Körper überhaupt nicht steuern zu können, und egal, was ich ihm Gutes tue, es bringt alles nichts. Und ich hatte große Angst, kinderlos zu bleiben, denn PCO ist eine "Krankheit" mit so vielen Facetten und Ausprägungen. Letztlich ist es egal, wie viele 1000 Frauen damit schwanger werden. Wenn mein Körper keine Schwangerschaft annimmt, dann nützt es mir nichts, dass es bei anderen trotzdem geklappt hat.

Aber wenn ich mir meine kleine Tochter (13 Monate) so angucke, dann weiß ich, dass sich jeder Aufwand und jede psychische Anspannung gelohnt hat… :liebe:

Also mein Fazit: Man kann schwanger werden, aber es kann dauern, darum lieber nicht zu lange warten mit dem Kinderkriegen. Man sollte sich nicht scheuen, sich frühzeitig kompetente Hilfe zu holen, wenn es nicht klappt. Und nicht auf ein Wunder warten, so nach dem Motto, "wenn ich ganz entspannt bin, dann klappt es schon…" sondern lieber aktiv versuchen, optimale Bedingungen zu schaffen und regelmäßig alle Werte checken zu lassen, vor allem, wenn man schon etwas länger Pille-frei lebt.

Nun nehme ich seit 3 Monaten wieder die Pille und möchte sie in spätestens 6 Monaten wieder absetzen, um noch ein Baby zu bekommen.
Was Tott geschrieben hat, macht mir ja Hoffnung, denn ich werde bald 35 :freches grinsen: :ooooh:

Ich wünsche Dir viel Glück!

Tott
08.11.2011, 16:47
Hallo Ella,

ich wünsche dir jetzt schon ganz viel Glück für den nächsten Versuch!!! Habe deine Geschichte damals im FG-Strang verfolgt und mich unbekannterweise so für dich gefreut, als deine Tochter kam.

TCM und Hormon-Yoga sind bestimmt auch gute Möglichkeiten! Es gibt auch noch die Fruchtbarkeitsmassage (google mal), das ist so eine Bauchmassage. Die haben wir übrigens auch gemacht - kann natürlich sein, dass es damit geklappt hat und nicht mit der Homöopathie :pfeifend: Oder ich hab einfach großes Glück gehabt.

Ach ja, meine Frauenärztin (die mit PCO geforscht und mir von jener Studie oben erzählt hat) sagt, genug Sport/Bewegung sei auch sehr wichtig (und ich bin beide Male schwanger geworden, als ich mich gerade so richtig fit fühlte und viel gemacht habe).

Viele Grüße

Ichbinsdochnur
08.11.2011, 16:57
Bei mir war der Zyklus so bei über 40 Tagen, aber doch immerhin noch vorhanden (nur ab und zu mal ein Aussetzer). Es hat dann mit Mitte 30 nach etwa 2 Jahren probieren geklappt, ohne dass nachgeholfen wurde. Also auch von mir der Rat - stelle Dich darauf ein, dass es länger dauern kann und fang nicht soooo spät an (wenn Du prinzipiell bereit wärst).

marlena_10
08.11.2011, 22:01
Lieber Polarstern,

mit Anfang 20 hat mir eine Frauenärztin gesagt, ich hätte PCO (viele Zysten an den Eierstöcken, wie ein Schweizer Käse), und bei der Blutuntersuchung wurden vermehrt männliche Hormone festgestellt. Als ich sie fragte, wie es mit Kindern aussieht sagte sie, es könnte schwierig werden. (hat mich ziemlich mitgenommen)

Mit Anfang 30 wurde ich nach wenigen Monaten "hibbeln" mit meiner Tochter schwanger, und jetzt bin ich zum 2. Mal schwanger (hat sofort geklappt). Ich habe beides Mal bis zum positiven Test Mönchspfeffer genommen, und ich bin überzeugt, dass er die Hormonsituation ausbalanciert hat. Außerdem Sport, Yoga, gesunde Ernährung. Allerdings hatte ich trotz der Diagnose von damals immer einen ganz regelmäßigen, und kurzen Zyklus, was ja eigentlich nicht typisch ist für PCO.

Ich wünsche Dir viel Glück! :blume:

marlena

Polarstern911
09.11.2011, 23:07
Hallo ihr Lieben,

erstmal vielen Dank für die Eindrücke. Macht ja soweit schon Hoffnung :)

Bei mir wurde PCOS vor ca 6 Jahren festgestellt. Unregelmäßiger Zyklus, Insulinresistenz, vermehrte männliche Hormone. Nehme eine Pille, die die männlichen Hormone eindämmt und bekomme so immer meine Tage.
Bin nun 26, habe allerdings noch keinen Partner gehabt, mit dem ich mir Kinder hätte vorstellen können und momentan habe ich gar keinen Partner. Wenn es passt, wünsche ich mir natürlich Kinder.

Noch eine Frage die mich sehr beschäftigt:

Wie habt ihr eurem Partner erzählt, dass ihr evtl. nicht bzw. schwierig schwanger werden könnt??? Ich glaube, dass ich davor echt Angst hätte. Und WANN sagt man sowas,...wenn man konkret Kinder plant und will oder schon recht am Anfang einer Partnerschaft ?!

Danke schonmal !