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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Krankenkassenbeitrag vom Brutto - ist das okay?



Inaktiver User
11.10.2011, 20:22
Hallo zusammen,

wenn ich richtig informiert bin, berechnen Krankenkassen ihren Beitrag von den Gesamteinkünften eines Selbstständigen. Das ist doch eigentlich nicht okay, oder? Ich als Selbstständige muss doch irgendwie erst mal meine Ausgaben - Miete, Strom, Telefon, Anschaffungen (PC usw.) ansetzen können, die ein Angestellter gar nicht hat.
Weiß jemand was dazu? Irgendwo hab ich mal unter der Überschrift Krankenkassen gelesen, dass ein Selbstständiger nicht schlechter gestellt sein darf als ein Angestellter ... aber wo?

Danke für Infos
Sari

Utetiki
12.10.2011, 08:37
Hallo Sari,

ich kenne es nur so, dass der Beitrag vom Gewinn des Selbständigen berechnet wird. Nachzuweisen ist er durch den jährlichen Steuerbescheid. Wer hat Dir denn diese anderslautende Auskunft gegeben?

Dann gibt es noch eine Mindestbeitragbemessung. Wie hoch die ist, weiß ich allerdings nicht.

kichererbse
12.10.2011, 14:13
Hallo Sari,

da geraten manchmal die Begriffe ein wenig durcheinander. "Brutto" in dem Sinne wie beim Gehalt gibt es bei Selbständigen gar nicht bzw. es kommt vor, dass 2 Personen 2 verschiedene Dinge damit ausdrücken wollen.

Für die Berechnung der KV-Beiträge sind die Gesamteinkünfte maßgebend. Unter Gesamteinkünften versteht man allerdings -wie Utetiki schreibt- den Gewinn (also Umsatz minus Betriebsausgaben) und dazu weitere Einkünfte wie Miet- oder Zinseinnahmen usw..

Die Mindestbemessungsgrundlage gibt es -wie ebenfalls schon geschrieben- außerdem. Wie hoch sie für Dich ist, hängt von verschiedenen Umständen ab (z.B. ob Du Existenzgründerin bist). Am Besten, Du besprichst das mal genau mit Deiner Krankenversicherung. Ich empfehle dazu einen Termin bei der KV zu vereinbaren und Dir dort dann auch die Grundlagen mitgeben zu lassen, damit Du etwas Schriftliches hast. Am Telefon weißt Du nie so genau, mit wem (mit welcher Kompetenz) Du gerade sprichst und es kommt eher zu Missverständnissen.

Wenn Du Dich lieber vorab kundig machen möchtest, such' mal nach "Mindestbemessungsgrundlage" und "Krankenversicherung".

Liebe Grüße

kichererbse

Inaktiver User
12.10.2011, 20:39
Hallo Kichererbse,

vielen Dank für deine ausführlichen Erläuterungen. Auf die Gefahr hin, dass es leicht offtopic wird:

wenn ein Selbsständiger an die Einkommenssteuer denkt...quasi das, was der Staat von einem Einzelunternehmer haben will....da stimmt dann doch Sarilissas Rechnung, oder?

Da wird als Berechnungsgrundlage alle Einnahmen genommen...oder?

Freundliche Grüße

Carla

kichererbse
12.10.2011, 20:50
Auch bei der Einkommensteuer wird der Gewinn zu Grunde gelegt, also Betriebseinnahmen minus Betriebsausgaben. Dazu kommen dann evtl. weitere Einkünfte wie z.B. Einkünfte aus Vermietung (auch hier minus damit im Zusammenhang stehende Ausgaben), Zinseinnahmen (hier gibt es seit Neuestem keine "Werbungskosten" mehr), Rente (idR mit einem niedrigeren Betrag als die Einnahmen, aber das würde hier zu weit führen) und auch ggf. Gehalt (wie bei anderen Angestellten auch), wenn z.B. die Selbständigkeit nur ein Nebenerwerb ist.

Die Einnahmen der/des Selbständigen sind die Grundlage für die Umsatzsteuer.

Ist Deine Frage hiermit ausreichend beantwortet, Carla?

Inaktiver User
12.10.2011, 21:00
kichererbse,

ich glaube, das stimmt so nicht.

"Auch bei der Einkommensteuer wird der Gewinn zu Grunde gelegt, also Betriebseinnahmen minus Betriebsausgaben."

Nein, es wird alles als steuerbemessungsgrundlage berechnet, was hierzu gehört
"1) 1Der Einkommensteuer unterliegen

1.
Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft,
2.
Einkünfte aus Gewerbebetrieb,
3.
Einkünfte aus selbständiger Arbeit,
4.
Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit,
5.
Einkünfte aus Kapitalvermögen,
6.
Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung,
7.
sonstige Einkünfte im Sinne des § 22,"

=>> ich mach mal einen neuen Thread auf.

kichererbse
12.10.2011, 22:27
Hi Carla,

worum geht es Dir? Genaues Lesen meines Postings hätte Dir gezeigt, dass die von dir aufgelisteten Einkünfte von mir schon beispielhaft genannt wurden.

Wenn ich Dein Posting in Deinem neuen Thread lese, empfehle ich unbedingt einen Besuch bei einem Steuerberater. Wenn ich es richtig verstehe, hast Du ja schon Jemanden konsultiert, oder worum handelt es sich bei Deiner "Steuerfee"?

Deine Fragen können kaum umfassend in einem Forum beantwortet werden, insbesondere, wenn Du nicht schreibst, was Du konkret machst bzw. vorhast.

Für mich bleibt schlicht unklar, worum es Dir geht. Und deshalb verabschiede ich mich hier.

Viele Grüße

kichererbse

PS. Sarilissa, ich hoffe, jedenfalls Deine Frage ist beantwortet. :blume:

Inaktiver User
12.10.2011, 22:54
Liebe kichererbse,

ich habe dein Posting aufmerksam gelesen. Mir geht es um die genaue Berechnungsgrundlage der Einkommenssteuer. Mich irritiert die Formulierung "Gewinn". Das wird aus den Quellen, die ich habe, nicht klar und daher zweifel ich an deiner Aussage und deswegen gibt es den neuen Thread, damit mehr Quellen/Meinungen einfließen.
Meine Steuerfee = Steuerberater.

Deine Fragen können kaum umfassend in einem Forum beantwortet werden, insbesondere, wenn Du nicht schreibst, was Du konkret machst bzw. vorhast.

Warum denkst Du, dass meine Fragen nicht beantwortet werden können?
Und was hat das Vorhaben mit der Berechnung der Einkommensteuer zu tun?

Alles Weitere gerne im eigens dazu geöffneten Thread.

Freundliche Grüße

Carla

Utetiki
13.10.2011, 03:26
Hallo Kichererbse,


vielen Dank für die ausführliche Erläuterung des angefragten Sachverhaltes.
Eins vielleicht noch zur Ergänzung: so wie es einen Mindestbeitrag gibt, ist der Beitrag auch in der Höhe begrenzt.
Die Einkünfte in ihrer Gesamtheit werden nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze berücksichtigt.
Die beträgt zur Zeit 4.125,-- € monatlich. Einkünfte oberhalb dieser Grenze werden nicht mehr verbeitragt.


@ Carla

Das Thema ist zu komplex um es in all seinen Facetten hier im Forum behandeln zu können.
Ich empfehle Neu-Selbständigen immer dringend ein Existenzgründerseminar bei der IHK oder HWK zu besuchen. Dann ist der Steuerberater 1. Ansprechpartner.

Weiterhin kann ein Buchführungskurs nicht schaden.
Wenn man da fit ist, kann man beim Steuerberater eine Menge Kosten einsparen. Macht natürlich nur Sinn, wenn man auch die Zeit dafür hat und das notwendige Know-How.

Die Begriffe "Einkünfte aus was-auch-immer" einfach mal googeln, dann werden sich, glaube ich, einige Fragen beantworten.
Und der Empfehlung Deiner Steuerfee würde ich 1 zu 1 folgen, das ist für den Anfang ein Standard-Rat, der oft gegeben wird.

Alles Gute, bei welchem Vorhaben auch immer.

hillary
13.10.2011, 11:08
@kichererbse,

ich habe mich grade eingeloggt um justamente in der bricom nach dem Thema EKSt zu schauen und prompt finde ich diesen Strang. Mir haben deine Beiträge hier schon einen Teil meiner Frage beantwortet, dafür mal ein :blume:
Nun schau ich mal weiter, ob ich noch mehr im Unterforum finde, ich hab noch mehr Fragen.

Inaktiver User
13.10.2011, 21:23
Ja, danke, liebe Kichererbse! :blume:

Allen anderen natürlich auch.

Sari