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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Entscheidungsfindung Immobilienkauf



Inaktiver User
13.09.2011, 10:24
Guten Morgen allerseits !

Ich versuche, es kurz zu machen:

Wir möchten gerne dort, wo wir derzeit leben, eine Wohnung oder ein Häuschen kaufen und stehen jetzt vor folgendem Problem:

Momentan wäre eine Immobilie weit, weit weg von jeglicher sonstigen menschlichen Behausung am optimalsten für uns - die Katzen brauchen Platz und ich Ruhe .

Nun suchen wir aber natürlich ein endgültiges Zuhause, also etwas, wo wir bis zu unserem Tode bleiben können. (Ist vor allem meinem Mann sehr wichtig, er haßt Veränderungen.)

Im Alter werden sich unsere Bedürfnisse aber grundlegend ändern und es wird wichtig sein, Ärzte und Einkaufsmöglichkeiten auch ohne Auto erreichen zu können.

Die "einsame Waldlichtung", die uns jetzt vorschwebt, hat natürlich keinerlei Anschluß an den ÖPNV und wir sind relativ ratlos, wie wir diese gegensätzlichen Bedürfnisse gewichten sollen.

Ist es wichtiger, jetzt ein Umfeld zu schaffen, daß mir eventuell hilft, soweit gesund zu werden, daß ich irgendwann wieder arbeitsfähig bin ( die Chancen sind allerdings nicht wirklich groß) oder sollen wir jetzt so viele Kompromisse wie gerade noch akzeptabel eingehen, um es dann, wenn auch mein Mann in Rente ist ( was noch ca 20 Jahre dauern wird) rundherum schön zu haben ?


Kann mir irgendwer etwas raten ?


Dankeschön ! :blumengabe:




Jau

Nellifer
13.09.2011, 10:55
Mir war schon immer schleierhaft, warum Menschen in relativ jungen Jahren so fixiert sind auf Wohneigentum, welches sie "nur noch mit den Füssen voraus" verlassen...

Wir haben vor neun Jahren ein Haus gebaut, welches auf die damaligen Verhältnisse ideal gepasst hat. Es wurde zu klein, und ich habe es nun vermietet.

Letztes Jahr haben wir uns in einer anderen Stadt ein Haus gekauft, welches groß genug für alle Kinder, Tiere, Hobby- und Büroräume ist - und wenn es in zehn Jahren zu groß sein wird, werden wir es verkaufen, vermieten oder was auch immer dann gerade passt.

Ihr könntet
- bis klar ist, was für Euch beide zur gleichen Zeit passt, ein ruhiges Haus/eine Wohnung mieten.
- ein ruhig gelegenes Haus/eine Wohnung kaufen unter der Prämisse, wenn es nicht mehr passt zu vermieten oder zu verkaufen.
- sofort "altersgerechtes" Wohneigentum erwerben und in den nächsten 20 Jahren damit hadern, dass Euch die nötige Ruhe fehlt.

Ich würde
- mich jetzt so einrichten, wie es meinem JETZIGEN Bedarf und Bedürfnis entspricht.
- in 20 Jahren nach den dann anstehenden Bedürfnissen handeln. Wer weiß, wie die dann aussehen? Vielleicht habt ihr dann ja Lust, ganz anders und ganz woanders zu leben?

Was bedeutet es denn, Dein Mann hasst Veränderungen?
Würde er denn deshalb darauf beharren, dass Du einen gerade noch erträglichen Kompromiss eingehst, nur damit er in 10/15/20 Jahren nicht umziehen muss?

Cariad
13.09.2011, 11:04
@Jau: Nellifer hat recht, finde ich.

Abgesehen davon denke ich, dass man das nicht grundsätzlich, sondern nur mit konkreten Beispielen entscheiden kann. Was hilft es euch, wenn ihr definiert, dass ein Umland von zwei Hektar und ein Abstand von 800 Metern zur nächsten Bushaltestelle optimal ist?

Schaut euch Häuser an, die in der Peripherie liegen, und wägt deren Vor- und Nachteile gegeneinander ab. Es gibt durchaus stadtnahe Häuser, die ruhig und für sich liegen. Ebenso werdet ihr vielleicht "Waldlichtungshäuser" sehen, die nichts als Stress bereiten. Auf theoretischer Basis findet ihr bestenfalls eine theoretische Lösung.

Viel Erfolg!

Grüße, Cariad

Inaktiver User
13.09.2011, 11:12
Hallo Nellifer,

danke für Deine Antwort.

Hm.

Der Wunsch, nun endgültig irgendwo anzukommen, ist wohl bei uns beiden gleichermaßen ausgeprägt ( wenn auch aus anderen Gründen).
Ich selber bin in meinem Leben bereits fünfzehnmal umgezogen und irgendwann reicht es einfach, ich mag keine Bücherkisten mehr schleppen ( bei meiner Bibliothek ein einziger Alptraum).

Und mein Mann ist halt sehr, sehr bodenständig, ihm macht jegliche Veränderung laaange zu schaffen.
Wir sind gerade vor zwei Jahren umgezogen - in eine angeblich/vermeintlich ruhige Mietwohnung - und es ist echt schwierig für ihn, jetzt wieder eine Mietwohnung zu suchen, wo wir dann vielleicht womöglich irgendwie nochmal irgendwann umziehen.

Dazu kommt, daß in der Familie meines Mannes mehrere Häuser vorhanden sind ( eines gehört meinem Mann selber, steht allerdings in einem ganz anderen Teil Deutschlands) , die inzwischen teilweise leerstehen, weil es einmal Mietnomaden gab und niemand scharf darauf ist, das nochmal zu erleben.
Hier unten etwas zu kaufen und später zu vermieten, wäre also keine Alternative.


Danke für Deine Meinung, die, wenn ich das richtig verstehe, tendenziell zum achten der jetztigen Bedürfnisse neigt.




Jau

Inaktiver User
13.09.2011, 11:23
Auch, Dir, Cariad, herzlichen Dank für Deine Antwort !


Ein bißle geht's ja um die konkreten Beispiele, wir wissen gar nicht so genau, wonach wir suchen sollen.

Aber ich hab mir sagen lassen, bei uns in der Gegend wäre durchaus normal, zwei Jahre nach der perfekten Immobilie zu suchen, insofern brauchen wir vielleicht einen viel längeren Atem.


Jau

Malina70
13.09.2011, 11:25
Hallo jau,

was ich auf keinen Fall machen würde, wäre jetzt ein Wohneigentum kaufen, das meinen mutmaßlichen Bedürfnissen in zwanzig oder noch mehr Jahren entspricht. Das hielte ich für vollkommen verrückt.

Denkbar wäre ein Kompromiss (ruhige Stadtrandlage ohne Waldeinsamkeit) oder aber ein konsequentes Priorisieren der aktuellen Bedürfnisse, verbunden mit dem Bewusstsein, dass ein weiterer Umzug irgendwann mal notwendig werden könnte.

Ich persönlich würde wohl am ehesten zum Kompromiss tendieren, wobei ich schon das Gefühl haben müsste, dass sich die Abstriche in Grenzen halten. Ich würde mal aufschreiben, was dafür unabdingbar wäre (z.B. eher Haus als Wohnung, ruhige Lage in einer Sackgasse oder verkehrsberuhigten Straße, möglichst uneinsehbarer, großer Garten), Möglichkeit der Grundversorgung zu Fuß oder einfach mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar, viel Grün drumherum), und dann würde ich tatsächlich einfach mal auf die Suche gehen und mir was ansehen. Ich glaube, dann merkt Ihr schnell, was hier und heute noch akzeptabel wäre, ohne die Bedürfnisse der Zukunft außer acht zu lassen.

Wenn Du schreibst, dass Dein Mann heute schon Veränderungen hasst, wird das im Alter kaum besser werden. Und dann besteht tatsächlich die Gefahr, dass Ihr in einem Haus festhängt, dass überhaupt nicht mehr zu Euren Bedürfnissen passt. Zudem hast Du dann so viele Jahre Deinem Bedürfnis nach Ruhe nachgegeben, dass es noch schwieriger sein dürfte, wieder in Rufweite von anderen Menschen zu leben. Ich weiß nicht, ob es nicht besser wäre, sich menschlicher Gesellschaft in gut erträglichen Grenzen doch auszusetzen, statt sich in kompletter Einsamkeit einzuigeln. Es liest sich für mich ein bisschen wie wir sind uns selbst genug und brauchen niemanden um uns herum. Das kann sich aber auch schnell mal ändern…

Gruß,

Malina

Inaktiver User
13.09.2011, 11:41
Hallo jau,

was ich auf keinen Fall machen würde, wäre jetzt ein Wohneigentum kaufen, das meinen mutmaßlichen Bedürfnissen in zwanzig oder noch mehr Jahren entspricht. Das hielte ich für vollkommen verrückt.


Es liest sich für mich ein bisschen wie wir sind uns selbst genug und brauchen niemanden um uns herum. Das kann sich aber auch schnell mal ändern…

Gruß,

Malina


Hallo Malina,

danke für Dein Posting - könntest Du mir das mit dem "vollkommen verrückt" noch ein bißle näher erläutern ?
Das überrascht mich wirklich, denn wir waren uns bislang eigentlich sicher, daß es eher vernünftig ist, z.B. auf Barrierrefreiheit zu achten, um später mal möglichst lange in der eigenen Wohnung bleiben zu können.

Und nein, es hat nix mit "wir sind uns selbst genug" zu tun, wenn es so ankommt, dann habe ich mich zu vage / falsch ausgedrückt.
Ich mag es hier nicht thematisieren (hab's an anderer Stelle teilweise schon erwähnt), ich bin psychisch krank und lebe derzeit weitestgehend hinter herabgelassenen Rollläden, weil ich beim direkten Kontakt mit anderen Menschen Panikattacken bekomme.
Insofern nutzt die ruhige Stadtrandlage ohne Waldeinsamkeit auch nicht viel.
Wir sind schon hier auf's Land gezogen, in der Hoffnung, daß es dann besser wird - und tatsächlich ist das Dorf per se auch ganz ruhig... nur unsere unmittelbaren Nachbarn sind ein Marktschreier, ein Travestiestar und ein durchgeknalltes Ehepaar mit furchtbar unerzogener Tochter und einer Sammlung von Feuerwerkskörpern in der Wohnung....



Jau

Inaktiver User
13.09.2011, 11:48
Auch, Dir, Cariad, herzlichen Dank für Deine Antwort !


Ein bißle geht's ja um die konkreten Beispiele, wir wissen gar nicht so genau, wonach wir suchen sollen.

Aber ich hab mir sagen lassen, bei uns in der Gegend wäre durchaus normal, zwei Jahre nach der perfekten Immobilie zu suchen, insofern brauchen wir vielleicht einen viel längeren Atem.


Jau

1. Die perfekte Immobilie gibt es nicht, denn Menschen sind, wie Du richtig erkannt hast, veränderlich. Wer die Bewegung, die das verursacht, über Sicherheit in äusseren Dingen kompensiert, schafft sich selbst Abhängigkeiten, die wie Fussfesseln wirken können. Eine Immobilie schafft keine Sicherheit, wohl aber das Empfinden, in sich selbst zuhause zu sein. Natürlich kannst Du Deinem Partner nicht abnehmen, sich diesbezüglich innerlich auf den Weg zu machen, aber Du könntest beschliessen, Dich durch Themen, die er nicht angehen möchte, nicht länger von dem entfremden zu lassen, was Dir wichtig ist, und stattdessen für das eintreten, was jetzt, momentan, für Dich sinnvoll erscheint.

2. Niemand weiss, was in 20 Jahren sein wird. Ob Ihr dann noch lebt, ein Paar seid, wie Eure Bedürfnisse dann aussehen. Ich halte es für unnötig hemmend, sich darum jetzt allzu viele Gedanken zu machen.

3. Das Entweder/Oder, das Du skizzierst, übersieht für mich viele Zwischenstufen. Ich lebe beispielsweise auf dem Land, und habe es sehr ruhig, obwohl mein Haus mitten im Dorfkern steht. Wie das? Ganz einfach: es ist so geschnitten und konzipiert, dass ich meine Ruhe haben kann, jederzeit, sogar wenn ich draussen im Hof bin. Genauso kann ich aber auch entscheiden, mittendrin sein zu wollen. Es gibt mit Sicherheit auch in Deinem Umfeld Immobilien, die diese scheinbaren Widersprüche vereinbaren.

Land heisst hier: Ich bin innerhalb von 10 Minuten in der nächsten Kreisstadt. Mit den Öffis kann ich die auch erreichen, dauert ca. 15 Minuten. Die nächsten Grossstädte sind 60, 70 und 90 km entfernt, und ebenfalls auch mit Öffis erreichbar - mit dem ICE wäre ich innerhalb von 30 Minuten in der nächsten Grossstadt, mitten im prallen Leben, wenn ich das möchte. Ich kann also wieder scheinbare Gegensätze vereinbaren, und geniesse es sehr, dass das so ist.

Vielleicht solltest Du versuchen, das Denk-Korsett, das Dich gerade einschnürt, ein wenig zu weiten, und ein Gespür für Möglichkeiten zu entwickeln. Insbesondere den Haken "bis zu unserem Tod" würde ich dabei möglichst ganz entfernen. Niemand von uns weiss, wann für ihn dieser Zeitpunkt eintritt, und wie sich sein Leben bis dahin gestaltet.

Mein Vater hat tolle Pläne gemacht für die Zeit seiner Rente. Er wurde dann aufgrund eines rasant fortschreitenden M. Alzheimer mit Mitte 50 (!), eigentlich also voll im Beruf stehend, frühverrentet, und konnte nichts von dem, was er immer wieder auf "später" verschoben hatte, realisieren. Das war eine eindringliche Lektion in Sachen: lebe jetzt!, und ich gebe sie hiermit an Dich weiter.

edit: Ganz wichtig noch: Angsterkrankungen sind keine lebenslangen Urteile. Man kann lernen, mit ihnen zu leben, man kann sie buchstäblich überleben. Der Weg aus ihnen heraus führt immer durch sie hindurch, auch wenn das paradox und beängstigend klingt.

Je profunder die Vermeidungsstrategie, desto länger der Weg.

lara1803
13.09.2011, 11:49
Aber ich hab mir sagen lassen, bei uns in der Gegend wäre durchaus normal, zwei Jahre nach der perfekten Immobilie zu suchen, insofern brauchen wir vielleicht einen viel längeren Atem.


Jau

also wir suchten in der schweiz 2 jahre um eine geeignete immobilie zu mieten:smirksmile:.

wie wäre die alternative, ihr mietet jetzt ein haus, weit weg von aller zivilisation und kauft dann wenn ihr älter seid?

für mich wäre das die beste lösung.

wir in der schweiz kaufen ja nicht so schnell häuser etc., weil das bei uns arg teuer ist und wir die immobilien eh nicht gänzlich abzahlen (die meisten auf jeden fall) wie ihr in deutschland.
darum käme es mir nie in den sinn jetzt schon zu kaufen (bin mitte 40), ich hatte mal eine immobilie aber ich bekam da klaustrophobie, weil ich das gefühl hatte, jetzt musst du bleiben wo du bist. damals mit kleinem kind passte das durchaus, aber heute nach einer scheidung nicht mehr, da bin ich froh wenn ich gehen kann wenns mir nicht mehr passt. denn dämliche und laute nachbarn kannst du auch im eigenheim haben:knatsch:

lara

Inaktiver User
13.09.2011, 14:58
Ruhe ist immer eine Frage der Definition.

Wir leben in deiner Großstadt, 5 Minuten entfernt von der Straßenbahn, 10 Minuten zu Fuß von der Ecke, wo die "Äktschn" ist, und es ist trotzdem sehr grün und sehr ruhig.

Und es ist eine Wohnung, aus der wir "mit den Füßen zuerst" ausziehen könnten, wenn uns nicht vorher doch noch andere Ideen kommen ....

Hamster
13.09.2011, 15:07
Hallo Jau,

also ich würde so bauen/kaufen wie es für mich die nächsten Jahre wichtig ist. Sicherlich schon mit Blick aufs Alter, das wäre für mich aber an zweiter Stelle.

Denn im Alter gibt es auch an der Waldlichtung Möglichkeiten.

Taxi, Nachbarn usw.

Vielleicht könnt ihr ja auch ganz lange alleine mit dem Auto mobil sein. Vielleicht kippt ihr auch schon morgen tot um. Keiner weiß es.

Es gibt auch Zivis und Einkaufsdienste die ihr in Anspruch nehmen könnt, ah, ne Zivis gibt es nicht mehr, aber genug die sowas machen.
Dann kann man sich auch jemanden suchen der einen fährt. Man kann alles tauschen gegen Geld.

Und die Entwicklung in 20 Jahren und mehr kann enorm sein.

Malina70
13.09.2011, 17:55
Hallo Malina,

danke für Dein Posting - könntest Du mir das mit dem "vollkommen verrückt" noch ein bißle näher erläutern ?
Das überrascht mich wirklich, denn wir waren uns bislang eigentlich sicher, daß es eher vernünftig ist, z.B. auf Barrierrefreiheit zu achten, um später mal möglichst lange in der eigenen Wohnung bleiben zu können.

Verrückt fände ich, jetzt vor allem ein Haus nach Kriterien zu suchen, die vielleicht in zwanzig oder dreißig Jahren mal aktuell werden. Ich habe mir vor kurzem eine Wohnung gekauft, die tatsächlich barrierefrei ist. Aber ich hab sie nicht deshalb gekauft, sondern weil mir Wohnung und Lage hier und heute gefallen. Die Barrierefreiheit ist eher ein angenehmer Nebeneffekt, weil ich die Vorstellung auch schön finde, dort wohnen bleiben zu können. Das heißt aber nicht, dass es nicht auch anders kommen kann.


Und nein, es hat nix mit "wir sind uns selbst genug" zu tun, wenn es so ankommt, dann habe ich mich zu vage / falsch ausgedrückt.
Ich mag es hier nicht thematisieren (hab's an anderer Stelle teilweise schon erwähnt), ich bin psychisch krank und lebe derzeit weitestgehend hinter herabgelassenen Rollläden, weil ich beim direkten Kontakt mit anderen Menschen Panikattacken bekomme.
Insofern nutzt die ruhige Stadtrandlage ohne Waldeinsamkeit auch nicht viel.
Jau

Ohne jetzt Dein anderes Posting zu kennen oder das Thema vertiefen zu wollen, kann ich mir vorstellen, dass eine Wohnlage noch weiter weg von anderen Menschen für Deine Erkrankung eher kontraproduktiv ist, oder nicht?Besteht nicht die Gefahr, dass die Waldeinsamkeit die Krankheit sogar noch verschlimmert?

Letztlich käme dann ja eh eine Wohnung, auch als Eigentum, gar nicht in Frage, ja nicht mal ein Reihenhaus oder eine Doppelhaushälfte. Und wenn Du tatsächlich zu dem Schluss kommst, es hier und heute nur in einem ganze einsamen Haus mitten im Wald auszuhalten, dann kannst Du ja schlecht sagen, ich such mir aus Vernunftgründen ein Haus, das im Alter praktischer ist. Das hieße dann ja zwanzig Jahre unter dem Status Quo leiden, ohne die Gewissheit zu haben, dass sich das im Alter auszahlt.

Wie gesagt, ich halte eine Wohnlage, wie Seewespe sie schildert, für optimal, um Ruhe und zentrale Lage zu verbinden. Und es gibt solche Häuser ja, wenn auch, je nach Größe des Orts, nicht wie Sand am Meer. Und wenn Ihr Zeit genug zum Suchen habt, dann würde ich die auch nutzen und nach einem Haus suchen, dass jetzt passend ist und die Option bietet, es bis ins hohe Alter dort gut auszuhalten.

Gruß,

Malina

Mandelbluete
13.09.2011, 19:30
Hallo Malina,

danke für Dein Posting - könntest Du mir das mit dem "vollkommen verrückt" noch ein bißle näher erläutern ?
Das überrascht mich wirklich, denn wir waren uns bislang eigentlich sicher, daß es eher vernünftig ist, z.B. auf Barrierrefreiheit zu achten, um später mal möglichst lange in der eigenen Wohnung bleiben zu können.


Hallo,

es ist nicht verkehrt, mit langfristiger Perspektive zu kaufen. Also das Traumhaus, das auch barrierefrei ist.

Aber ist ist Unsinn, jetzt Wohneigentum zu erwerben, dass völlig an Euren Wünschen und Bedürfnissen vorbeigeht, nur weil ihr vielleicht in 20 oder 30 Jahren Wohnraum mit diesem oder jener Besonderheit benötigen könntet.

Hart gesagt: wenn Ihr in 30 Jahren gemeinsam mit dem Flugzeug abstürzt, habt Ihr 30 Jahre in einer Wohnung oder einem Haus gewohnt, in dem Ihr Euch nicht wohlfühlt und keinen Tag seine Vorzüge genossen.

Mandelblüte

Mandelbluete
13.09.2011, 19:33
.
Ohne jetzt Dein anderes Posting zu kennen oder das Thema vertiefen zu wollen, kann ich mir vorstellen, dass eine Wohnlage noch weiter weg von anderen Menschen für Deine Erkrankung eher kontraproduktiv ist, oder nicht?Besteht nicht die Gefahr, dass die Waldeinsamkeit die Krankheit sogar noch verschlimmert?


Hallo,

ich denke auch, die TE sollte da vorsichtig sein (und sich mit ihrem Therapeuten besprechen). In meinem Bekanntenkreis gab es einen Mann, der mit ähnlichem Hintergrund (sofern man das aus den paar Zeilen der TE beurteilen kann) und ähnlicher Motivation ein Haus in einem Ort in den Bergen kaufte, der im Winter wochenlang eingeschneit sein konnte. Das Ganze hat sich als sehr, sehr schlechte Entscheidung erwiesen.

Mandelblüte

Fender
14.09.2011, 09:19
Mir war schon immer schleierhaft, warum Menschen in relativ jungen Jahren so fixiert sind auf Wohneigentum, welches sie "nur noch mit den Füssen voraus" verlassen...

Weil das die deutsche Immobilien-Mentalität ist.

Die sich so langsam wandelt, wie mir scheint.

Wir haben übrigens gerade nach unseren jetzigen Bedürfnissen gekauft.
Wohl wissend, dass die im Alter vermutlich ganz anders sein werden. Wer soll die riesige Hütte dann sauberhalten? Wie komme ich die Treppen zum Schlafzimmer hoch? Solche Fragen eben...
Zudem möchte ich später (nach meiner Arbeit) nicht mehr in Deutschland leben.

Also klar ist: Diese Immobilie ist nicht für die Ewigkeit.

Und ich hasse und verabscheue Umzüge abgrundtief.

Inaktiver User
14.09.2011, 09:40
Guten Morgen in die Runde !

Ich bedanke mich mal ganz pauschal für all die hilfreichen Meinungen und Denkanstöße, die mir gerade ordentlich Futter zum grübeln geben.

Momentan überschlagen sich bei uns ein bißle die Ereignisse, denn wir haben gestern eine Wohnung gefunden, die mit einer Ausnahme all unsere Kriterien erfüllt ( riesiger Garten, barrierefrei, jedes Zimmer mit Fenster, 2 Bäder ...) und uns eigentlich rundrum begeistert.

Einziger Haken: Sie liegt in der benachbarten Großstadt zwischen Bundesstraße, Industriegebiet und Regionalflughafen.

Ufffffffffffffffffffffffffffffff........

Und nun ?!???


Mein Mann jubelt.

Inaktiver User
14.09.2011, 09:45
... ein Haus in einem Ort in den Bergen kaufte, der im Winter wochenlang eingeschneit sein konnte...

Mandelblüte


*seufz*

Genau DAS wäre es eigentlich für mich !!
(Aber Berge sind leider ganz und gar nicht mit dem Arbeitsplatz meines Mannes vereinbar.)

Würde mir das AA eine Umschulung zur Sennerin zahlen, wäre ich vermutlich sofort wieder arbeitsfähig.
Alles ist gut, solange ich mit beiden Beinen fest auf der Erde stehe - NICHT auf Teer, Kies, Beton oder was auch immer - und solange mehr Natur als Menschen da ist....

deju
14.09.2011, 14:51
Einziger Haken: Sie liegt in der benachbarten Großstadt zwischen Bundesstraße, Industriegebiet und Regionalflughafen.

Ufffffffffffffffffffffffffffffff........

Und nun ?!???


Mein Mann jubelt.

Und gerade die Lage ist doch DAS Hauptkriterium ! Mit so viel Lärm willst du wahrscheinlich schon in 3 Monaten wieder weg da - und bekommst die Wohnung dann nicht wieder los...
Ich würde an eurer Stelle weitersuchen....wie viele auch schon geschrieben haben, es gibt auch stadtnah noch echte "Ruheoasen", man muß sie nur finden !


Als Warnbeispiel - mein Opa hat sich mit 60 nochmal ein Haus gebaut, so - wie er es immer haben wollte und fürs Alter und vor allem Altwerden ausgerichtet. Die perfekte Nachbarschaft gabs obendrein - was ja nicht selbstverständlich und auch nicht vorhersehbar ist...
Tja, Oma starb recht früh an Krebs; Opa hat recht und schlecht versucht, da weiterzumachen...mußte aber nach 5 Jahren aufgeben - auch weil er sich mit dem beginnenden Parkinson nicht mehr allein um alles kümmern konnte.
Das Haus wurde gut verkauft - wiederum an alte Leute.
Schade für seinen Lebenstraum - aber immerhin hatten sie ein paar gute Jahre.


Gruß deju

naranjas
14.09.2011, 15:08
Man muss ja auch bedenken, dass ein Haus, wie hier geschrieben, am Waldrand und weit weg anderer Nachbarn in zwanzig Jahren inmitten einer Wohnsiedlung stehen kann. Und dann? Ich reihe mich in die laufende Argumentation ein - etwas fürs Hier und Jetzt kaufen. Was in 20 Jahren ist, wie es euch dann geht, weiß doch heute niemand. Ein Haus kann man ja auch später nochmal umbauen und barrierefrei gestalten, wenn nötig. Oder eben mieten statt kaufen.
Ansonsten klingt das "wohnen hinter runtergelassenen Rolläden" für mich behandlungsbedürftig und nicht nach weiterer Isolation.

AnnaNym
14.09.2011, 16:46
Weil das die deutsche Immobilien-Mentalität ist.
Die sich so langsam wandelt, wie mir scheint.

Die "deutsche Immobilien-Mentalität" hat durchaus ihre Ursachen. Durch zwei schwere Rezessionen und schwerste Kriege sind die Menschen in Deutschland sicherheitsfixierter geworden und dieses relativer Sicherheitsplus boten bislang bei international vergleichsweise gutem Einkommen und moderaten Bau-(land-) Preisen Immobilien. Weiter verbreitet hat diesen Trend auch die Politik, die den (Wieder-) Aufbau Deutschlands durch Steuervergünstigungen gefördert (und nebenbei auch den Banken viel Gutes getan :knatsch:) hat.

[QUOTE=Fender;13163566]Zudem möchte ich später (nach meiner Arbeit) nicht mehr in Deutschland leben./QUOTE]

Was willst du denn als Rentner im Ausland? Wenn die Renten, Erwerbseinkomen und Immobilienpreise sinken, braucht man dich als finanzschwachen, kränkelnden Nichtleistungsträger am Mittelmeer genausowenig, wie in Deutschland.:freches grinsen:

AnnaNym
14.09.2011, 16:55
Es gibt auch Zivis und Einkaufsdienste die ihr in Anspruch nehmen könnt, ah, ne Zivis gibt es nicht mehr, aber genug die sowas machen.
Dann kann man sich auch jemanden suchen der einen fährt. Man kann alles tauschen gegen Geld.

Das sehe ich nicht so. Wenn du den demografischen und sozialen Wandel ein wenig verfolgt hast, siehst du den Trend zur Urbanisierung und zu sinkenden Einwohnerzahlen und Überalterung in ländlichen Gebieten. Statistisch betrachtet müsste es dann der Normalfall werden, dass eine Omi der anderen gegen Geld den Rasen mäht, Glühbirnen auswechselt und Arztfahrten und Einkäufe erledigt. Viele Landarztpraxen finden schon heute keine Nachfolger.:knatsch:

Fender
15.09.2011, 08:41
Die "deutsche Immobilien-Mentalität" hat durchaus ihre Ursachen.
(...)

Dagegen ist ja gar nichts zu sagen.

Aber es scheint sich dennoch langsam zu ändern.


braucht man dich als finanzschwachen, kränkelnden Nichtleistungsträger am Mittelmeer genausowenig, wie in Deutschland.:freches grinsen:

Tja, aber man kann gar nichts dagegen tun. Ich genieße Freizügigkeit.
Ausserdem zieht es mich keinesfalls ans Mittelmeer.


Wenn die (...) Immobilienpreise sinken,

Tun sie ja hier nicht.
:zwinker:

Acorna
15.09.2011, 09:52
Guten Morgen in die Runde !

Ich bedanke mich mal ganz pauschal für all die hilfreichen Meinungen und Denkanstöße, die mir gerade ordentlich Futter zum grübeln geben.

Momentan überschlagen sich bei uns ein bißle die Ereignisse, denn wir haben gestern eine Wohnung gefunden, die mit einer Ausnahme all unsere Kriterien erfüllt ( riesiger Garten, barrierefrei, jedes Zimmer mit Fenster, 2 Bäder ...) und uns eigentlich rundrum begeistert.

Einziger Haken: Sie liegt in der benachbarten Großstadt zwischen Bundesstraße, Industriegebiet und Regionalflughafen.

Ufffffffffffffffffffffffffffffff........

Und nun ?!???


Mein Mann jubelt.

Klingt nach meinem Wohngebiet und ich finde es hier ausgesprochen ländlich und ruhig...für eine Großstadt.
Wohnung besichtigen und hören: Höre ich Straßenlärm bei geschlossenen Fenstern? Stört es mich im Garten? Wie oft fliegen die Flugzeuge ? Nachtflugverbot vorhanden? Soll der Flughafen erweitert werden?

Inaktiver User
15.09.2011, 10:09
Guten Morgen in die Runde !

Bei uns hat sich gestern noch etwas Entscheidendes getan - eventuell gibt es eine anderweitige Veränderung in unserem Leben, so daß wir die Wohnungssuche erstmal ein halbes Jahr verschieben.
Einerseits schade um die Sucharbeit der letzten Tage und Wochen, andererseits bin ich heilfroh, daß das Thema jetzt zur Sprache kam und nicht kurz, nachdem wir beim Notar waren...

Und: Vielleicht ergibt sich dann in einigen Monaten tatsächlich die Gelegenheit, wieder in die Berge zu ziehen. :jubel:


Bis dahin einstweilen herzlichen Dank für Eure Hilfe.
Das Denkfutter, das ich von Euch bekommen habe, wird mich noch einige Wochen beschäftigen.



:blumengabe:



Jau