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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Schwerer als ich es mir Vorgestellt habe..



FruchtSaft
12.09.2011, 00:42
Hallöchen allerseits,

mein Freund ist nichtraucher und hat mich dazu gebracht "mal wieder" aufzuhören. Und durch's hyperventilieren vor kurzem mit Krankenhausaufhalt, beschloss ich es wirklich sein zu lassen. Seit 4 Tagen bin ich nun Rauchfrei und mir geht es elend schlecht. Schlafstörungen, Hitzewallungen, Schwindel, ab und zu auch Atemnot. Dann bin ich sogar schon leicht Agressiv und Emotional.

Ich lieg nun wieder mal da und kann nicht schlafen. Kopfschmerzen plagen mich schon seit tagen und mir ist zu heulen zumute. (Wenn ich mir Vorstelle, dass das nur wegen einer schei** Zigarette ist, komme ich mir schon fast wie eine Drogensüchtige vor)

Ich hab das Gefühl keine Kraft mehr zu haben es durchzuhalten. Gehe täglich ins Fitness Studio um mich abzulenken, kann widerrum aber auch nicht mehr soviel essen, weil es mir ständig schlecht ist. Nichts schmeckt. Ich weiss nicht, ob so ein Ausmaß an Symptomen normal ist bei so einem Entzug. Aber es ist Hart. :heul:

Achja, ich rauche seit 6 Jahren. Eigentlich gar keine lange Zeit, aber ich habe vor allem in den letzten 2 Jahren sehr viel geraucht. Da hat nichtmal eine Schachtel am Tag gerreicht. Zwischendurch habe ich es auch geschafft ein halbes Jahr nicht zu rauchen, da habe ich aber auch grade mal 3 am Tag geraucht, von daher fiel es mir leichter damals. Blöderweise und das kennen eigentlich die meisten, denkt man sich, 1 schadet ja nicht und man ist ja eigentlich schon raus aus der Sucht. Und dann hat's Klick gemacht und schon verfiel ich wieder der Sucht.

capilupi
12.09.2011, 13:11
Oh man Fruchsaft,
ich kann das sooooooooo nachfühlen!!
Ich bin jetzt seit gut 2 Monaten rauchfrei (nach fast 20 Jahren Raucherkarriere incl. 2 kurzen und einem längeren Stopp (4 Jahre) und bei einem Zigarettenkomsum von 5 - 25 Stück) und die Symptome, die du schilderst hatte ich fast genauso.
Insbesondere die Hitzewallungen, Schalfstörungen und Schweißausbrüche und auch dieses super aggressive, genervte Verhalten kenne ich nur zu gut. Und ich konnte diese Laier nie hören, dass es nach ein paar Wochen besser werden soll. Dass man weniger dran denkt, die Vorteile zu einem durchdringen würden, die körperlichen Entzugssymptome besser bzw. weniger würden. Aber es ist tatsächlich so!!!! Die ersten 2 Wochen sind absolut die Hölle und nur mit ganz viel Willen zu meistern. Aber wenn du das packst, wird es wirklich besser!

Ich hatte "zur Beruhigung" immer Nikotinkaugummis und auch Zigaretten in meiner Nähe und habe mir gesagt wenn es gar nicht mehr geht, nehme ich eins von beiden! Voher habe ich aber 2-3 mal tief durchgeatmet, bin einmal um den Block gerannt, habe mir ein Glas Wasser runter gekippt und bis 10 gezählt und dann ging es wieder.

Es geht wirklich, Du musst nur die ersten 2 Wochen durchhalten. Nach 1 Monat wird es dann noch mal besser und nach 2 Monaten packt es dich fast nur noch in Verbindung mit Alkohol und rauchenden Freunden.
Aber tief im Herzen werde ich wohl immer Raucher bleiben und sage niemals nie.
Dir alles, alles Gute,
"Nicht das Beginnen wird belohnt, sondern einzig und allein das Durchhalten"
Capilupi

FruchtSaft
13.09.2011, 23:51
Es ist immernoch nicht besser. :( Hitzewallungen sind zwar weg, aber der Reiz wird immer größer. Ich glaube ich nehme momentan auch zu. :-O Und das wollte ich eigentlich vermeiden!! Mein Kumpel hat heut ne alte Schachtel, die ich mal bei ihm im auto vergessen hatte, rausgeholt wo noch 5 Zigaretten drin waren. 2 machte er an und wedelte damit vor meiner Nase rum. Das ist wie als würde man nem Löwen nen Steak hinhalten und er darfs nicht essen. :(

Ich war kurz davor, jedoch hab ich's auch da geschafft es sein zu lassen. Wenn das so weitergeht, werde ich früher oder später wieder dazu greifen. :(

Bittersuess1
15.09.2011, 12:36
Super, dass du das nicht gemacht hast - das war bestimmt hart! Und ich hoffe, du bist immer noch an Bord ;-)
Ich hatte bei einigen Versuchen die gleichen Probleme wie du. Das einzige was half und womit ich es dann auch geschafft habe, waren Nikotinpflaster. Und zwar echt über 3 Monate und angefangen mit dem stärksten bis zum schwächsten nach Packungsanweisung und mit der längsten empfohlenen Tragedauer. Mittlerweile bin ich also 5 Monate Rauch- und 2 Monate pflasterfrei und so ging es ganz gut. Bis auf etwas Gewichtszunahme - aber das nehme ich jetzt, wo es mir ganz gut geht, in Angriff. Keine Ahnung, ob das für dich was wäre - aber versuchen würde ich es es. Vor allem, ehe du wieder anfängst aus lauter Verzweiflung...

FruchtSaft
19.09.2011, 14:07
Also inzwischen ist es doch besser geworden. :) Da wo ich bei Bekannten sonst immer in Ketten geraucht habe, habe ich das einfach unterdrückt, den reiz. Ich hatte sogar eine vor mir liegen und an Feuerzeugen mangelte es bei mir nicht. Aber auf einmal kam die Wende. Irgendwie war der Gedanke komisch wieder eine zu ziehen, so fremd auf einmal. Und ich dachte mir, es würde mir bestimmt nichtmal mehr schmecken. Also hab ich's gelassen.

Seitdem komme ich damit klar. Schubweise kommen die minuten wo ich denke, jetzt will ich wieder. Aber die werden immer seltener. Und wenn dann Leute kommen und sagen, sie hätten es nie von mir gedacht dass ich es schaffe oder dass sie respekt haben vor mir, dass ich so stark bin. Dann motiviert es mich weiterzumachen und nicht aufzugeben. Und solche Sätze wie, "Wenn du wieder anfängst, zeigt es dass du nicht Willensstark bist und schwach bist" schrecken ab und stimmen größtenteils ja auch.

Heut sind es 11 Tage. :liebe:

Hamster
19.09.2011, 14:17
Fruchtsaft,

gut das du aufgehört hast. Mach weiter, es lohnt sich.

Ich habe vor über 4 Jahren aufgehört. War nicht einfach. Aber ich sage mir jeden Tag, heute rauchst du keine Zigarette.
Und das sage ich mir seit über 4 Jahren.

Es kommen immer wieder Momente wo ich denke, och ja jetzt eine anstecken....

Nein, ich tue es natürlich nicht.

Aber du wirst immer wieder Momente haben wo du denkst jetzt will ich aber. Da ist es wichtig stark zu sein.

Das schaffst du schon. Der körperliche Entzug ist eigentlich gar nicht so schlimm. Den Kopf gerade zu rücken ist viel schlimmer.

LG:blumengabe:

FruchtSaft
19.09.2011, 14:29
Danke für die aufbauenden Worte.:blumengabe:

Ja, das ist halt das schlimme. Es wird zwar nach paar Monaten besser. Aber meine ehem. Biologielehrerin hat 20 Jahre lang nicht mehr geraucht und selbst heute noch schnüffelt sie gerne, wenn jemand neben ihr raucht. Das dieser Reiz so lange anhält, das ist das schlimme.

Zugenommen habe ich leider auch schon 4 kg. :-(

Hamster
19.09.2011, 14:37
Dann sage ich dir besser nicht wieviel ich zugelegt habe. :engel:

Ja wirklich aufhören wird der Drang nie. Aber jeder Tag wo du nicht rauchst ist ein guter Tag.

Und das mit dem Schnüffeln, naja, das halte ich noch für ein Gerücht. Ich mag es gar nicht mehr riechen wenn Raucher in der Nähe sind. Iiiigiit

Apprenti
20.09.2011, 14:21
So ... ich oute mich dann auch einmal. Nach einigen ziemlich blöden gesundheitlichen Geschichten in diesem Jahr und verschiedenen Dingen, die arg auf die Psyche geschlagen haben ... habe ich mich entschlossen: SCHLUSS mit NIKOTIN!!

Vorgestern (also am 18.09.) habe ich die letzte Zigarette geraucht. Gestern war mein erster Tag als Nichtraucherin :pfeifend:

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Tag X +0 : Gestern

Es geht mir gut und ich bin voll motiviert. Die Morgen-Zigarette fehlt mir nur ein klitzekleines Bisschen. Die "Belohnungs-Zigarette" für Zwischendurch schon mehr.

Ich bin mental permanent damit beschäftigt, mich abzulenken. Geht aber besser als ich dachte. Allerdings plagen mich etwas Schwindel und ich bin sehr müde.

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Tag X +1 : Heute

Es geht mir richtig SCHLECHT! Ich bin extrem mies gelaunt und habe sehr, sehr nah am Wasser gebaut. Ich könnte ständig heulen ... hänge psychisch schwer in den Seilen und habe größte Befürchtungen, dass ich nicht durchhalte.

Ich war zwar auch schon im Park Laufen heute ... aber auch das kann mich nicht froh machen. Ich habe regelrecht das Gefühl, ich hätte eine schwere Depression.

Es fällt mir gerade extrem schwer ... :heul:

Momentan habe ich kein "Ersatzgedöns" (also Niko-Pflaster oder Kaugummis) - vielleicht sollte ich mir die besorgen.

Hamster
20.09.2011, 15:35
Apprenti,

mit Ersatzgedöns machst du es nicht besser.

Du schreibst wirklich lustig. Wenn ich das so lese denke ich "Nichtraucher" oder "Schwanger"?
Kleiner Tip: Geh an Orte wo du eh nicht rauchen darfst. Museum, Kino, Schwimmbad usw.

Wirst sehen in ein paar Tagen sieht die Welt schon anders aus.

Inaktiver User
20.12.2011, 21:21
Sind noch irgendwelche Nichtrauch-Newbies da?

Ich rauche seit einer Woche nicht mehr und bin so müüüde.... und so antriebslos... :unterwerf:

Hanseatin42
26.12.2011, 14:58
Hey,

ich bin w.48J. und habe 35J. geraucht. Habe im Frühjahr (April/Mai) aufgehört. Täglich hab ich so 7-10Zigaretten geraucht. Ich habe nach einigen erfolglosen u. halbherzigen Anläufen mir das Buch "Endlich Nichtrauer" von Allen Carr gekauft. Ich habe es beim 1.Mal nicht ganz durchgelesen, da hab ich nach ein paar Tagen wieder angefangen zu rauchen. Beim 2.Mal habe ich es ganz durchgelesen u. als ich das Buch beendet hatte WUSSTE ich, jetzt bin ich von den Zigaretten entgültig befreit. Das ist nun ein gutes halber Jahr her.
Ich empfehle dir, das Buch zu lesen, vielleicht kannst du es ja gebraucht kaufen. Es hilft dir durchzuhalten. Der Nikotinentzug müsste spätestens nach 2 Wo. überwunden sein, danach ist es eine psyische Geschichte. Und dieser psychische Entzug ist viel schwerer zu verkraften. Und da setzt das Buch an. Ich hätte NIE geglaubt, dass das jemals klappen würde!!! Aber, es funktioniert.
Und was am besten ist, meine Haut sieht einfach klasse aus. Ich werde immer wieder darauf angesprochen, wie schön rosig mein Gesichtshaut ist. Ich habe leider zugenommen, aber nur 2 kg. Die Gewichtszunahme war ein Hauptgrund, warum meine anderen Versuche immer wieder scheiterten. Aber, ich habe es mit Hilfe des Buchs auch akzeptiert. Mache seitdem 2x mehr Sport Also, falls du weitere Tipps brauchst, schick mir eine PN.
Halte durch, du schaffst das auch!

Strassenkatze
28.12.2011, 15:26
Hallo!

Ich rauche ebenfalls seit ca. 35 Jahren.
Früher habe ich sehr viel geraucht, dann war ich mit Hilfe von Allen Carr knappe 4 Jahre lang Nichtraucherin. Mir hat dieses Buch, das die Nikotinsucht ja mehr oder weniger als Gehirnwäsche beschreibt, damals auch sehr geholfen. Die ersten 2 Wochen "ohne" waren schlimm, dann wurde es jedoch sehr schnell immer besser.
Nach etwa 6 Monaten habe ich nur noch ab und zu daran gedacht, eine rauchen zu wollen, doch das ähnelte bloß noch dem Gedanken an ein Stück Schokolade: Würde ich gern, muss ich mir aber nicht unbedingt auf der Zunge zergehen lassen....

Warum ich wieder angefangen habe? Ich weiß es nicht wirklich, ich glaube es war damals eine Mischung aus Frust und Neugierde.
Zuletzt rauchte ich 5-10 Zigaretten pro Tag, also nicht allzu viel.

Was mich jedoch am meisten stört ist dieses "Rauchen-Müssen", insbesondere das Hinausgehen-Müssen, Auf-dem-Balkon-Stehen-Müssen, Vor-der-Türe-Stehen-Müssen oder einfach das Rauchen in ungastlichen, stinkenden Räumen - das Rauchen hat heuzutage nicht mehr viel mit Genuss zu tun. Speziell dann wenn ich draussen in der Kälte stehe und eine durchziehe wird mir bewusst, dass dies kein Genuss sondern einfach das Befriedigen einer Sucht ist. Und hinterher schäme ich mich auch nochdafür dass ich nach Tschick stinke. Wie schrecklich!

Unlängst habe ich gelesen, dass Rauchen die Droge der Unterschicht ist.
Ich habe meinen Zigarettenkonsum daraufhin auf 3, und wenige Tage später auf 1 Zigarette pro Tag reduziert.
So wie damals bemühe ich nun wieder, Situation für Situation zu entkoppeln: Keine
Morgenzigarette, keine Belohnungszigarette, keine in der Mittagspause, usw.

Vielleicht werdet Ihr jetzt fragen, wieso ich nicht auch diese eine Zigarette sein lasse.
Die Antwort mag blöd klingen, aber ich freue mich auf diese Eine.
Vielelicht schaffe ich es ja mit Jahreswechsel sie wegzulassen .....

LG Strassenkatze

Inaktiver User
28.12.2011, 15:44
Danke für Deine Tips, Hanseatin :blume:

Strassenkatze, ich verstehe Dich sehr gut, insbesondere auch das "Freuen auf die eine"...

Bei mir ist es inzwischen zwei Wochen her, dass ich aufgehört habe.
Der körperliche Entzug war relativ leicht (ich habe auch nie extrem viel geraucht), allerdings bin ich in eine depressive Verstimmung gefallen, und das macht die Sache wirklich extrem schwierig.

Ich habe keine physische Lust zu rauchen (auch nicht, wenn ich inmitten von Rauchern sitze), aber ich habe Mühe, mit meiner sehr depressiven Stimmung umzugehen. Ich habe keine Ahnung, wie lange sowas anhält, hoffe aber sehr, nicht allzu lange :unterwerf:.

Strassenkatze
29.12.2011, 07:09
Guten Morgen, jujuy!

Ich wünsche Dir, dass Dein Blues bald vorüber geht.

Selbst neige ich GsD überhaupt nicht zu Depris, dafür hatte ich nach dem Entzug permanent (leichte) Kopfschmerzen und Albträume.
Das hat ein paar Wochen gedauert, insgesamt glaube ich 5 oder 6.

Bei meinem jetzigen "Entwöhnungsversuch", also beim Ausschleichen des Nikotins, verspüre ich nichts dergleichen, also keine Entzugserscheinungen.
Trotzdem ist mMn nach die Lösung, von einem Tag zum anderen aufzuhören, die bessere.

Ich bin nun übrigens - was die "Eine" täglich anbelangt, auf eine andere Sorte umgestiegen: 1 - 0,1 - 2mg.
Also ohnehin nur mehr eine Art Schmähzigarette.
Spätestens mit der letzten aus dieser Packung werde ich auch auf meine Eine verzichten. :fg engel:

LG Strassenkatze