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sandy2011
14.08.2011, 23:29
Was bringt eigentlich genau das Heilfasten? Hat man danach die Pfunde nicht im nu wieder drauf?
Wer von euch hat damit gute und wer schlechte Erfahrungen gemacht? Würde mich mal interessieren!

LG
Spider10

wildwusel
15.08.2011, 00:28
Heilfasten ist m.E. eine psychologische oder spirituelle Übung. Man nimmt eine Auszeit von dem, was man sonst tut (z.B. Essen), achtet mehr auf sich selber und versucht, eingeschliffene Gewohnheiten zu hinterfragen und eventuell zu brechen.

Eine Fastenperiode kann ein guter Einstieg in eine Ernährungsumstellung sein, weil sie körperlich und psychologisch "bedeutsam" ist, eine Abkehr vom Gewesenen und ein Neustart.

Einfach nichts zu essen bringt dagegen relativ wenig, in jeder Hinsicht. Man hat ein bißchen mehr Zeit, der Kopf spielt ein bißchen verrückt, und gewichtsmäßig bringt's auch nicht die Welt. Von einem Kilo Fett kann man bequem drei bis vier Tage leben.

Das "einfach nichts essen" hab ich gemacht, Heilfasten nicht: Meine Rituale für Neuanfänge sind andere.

Pappkarton
15.08.2011, 17:59
Wildwusel, das haste schön zusammengefasst. :blumengabe:
Hier sind einige Fastentagebücher und Erfahrungen, auch Erfolge zu finden.
Gar nicht weit weg einige Stränge unter diesem hier.
Viel Spaß beim Stöbern!

sandy2011
18.08.2011, 16:03
Heilfasten ist m.E. eine psychologische oder spirituelle Übung. Man nimmt eine Auszeit von dem, was man sonst tut (z.B. Essen), achtet mehr auf sich selber und versucht, eingeschliffene Gewohnheiten zu hinterfragen und eventuell zu brechen.

Eine Fastenperiode kann ein guter Einstieg in eine Ernährungsumstellung sein, weil sie körperlich und psychologisch "bedeutsam" ist, eine Abkehr vom Gewesenen und ein Neustart.

Einfach nichts zu essen bringt dagegen relativ wenig, in jeder Hinsicht. Man hat ein bißchen mehr Zeit, der Kopf spielt ein bißchen verrückt, und gewichtsmäßig bringt's auch nicht die Welt. Von einem Kilo Fett kann man bequem drei bis vier Tage leben.

Das "einfach nichts essen" hab ich gemacht, Heilfasten nicht: Meine Rituale für Neuanfänge sind andere.

@wildwusel: das hast du wirklich toll beantwortet, danke für die gute Information! Werde es auf jeden Fall mal ausprobieren!

LG
sandy2011

Tante-Trude
18.12.2012, 18:43
@wildwusel: genau so sehe ich das auch, auch wenn ich es nicht so schön formulieren kann. Das Fasten kann der erste Schritt für einen Neuanfang sein und ist ein guter Auftakt für eine dauerhafte Ernährungsumstellung. Als Weg zur Gewichtsreduktion würde ich es nicht wählen.

Schmutzfink
28.03.2013, 15:14
Ich habe heute nach 11 Fastentagen den ersten Aufbautag. Diese Aufbautage sind sehr wichtig. Den Körper wird so langsam wieder an feste Nahrung gewöhnt. Macht man das zu schnell, ist schnell mehr Gewicht da als vorher.
Das Fasten ist natürlich die Gelegenheit, sein Eßverhalten zu überprüfen und sich gesünder und eben nicht übermäßig zu ernähren. Das zieht dann zwangsläufig (beim ansich gesunden Menschen) eine Gewichtsreduktion nach sich, traue ich mich zu behaupten.

Aber wie ist es mir in den letzten Tagen gegangen?
Ich kann nur sagen: grandios. Kreislauf stabil, klar im Kopf. Ich habe Sport gemacht, war in der Sauna. Ganz normal, eher besser als sonst.
Es schmeckt jetzt alles viel intensiver, man bekommt eine ganz andere Einstellung zum Essen und merkt, was man eigentlich sonst alles in sich reinfuttert.
Jeder Happen ist ein Festmahl. Ich schätze das ganz anders, genieße das Essen jetzt viel mehr.

Irgendwie ist es doch auch denkbar einfach: Seit es Menschen gibt, gab es Hungersnöte und schlechte Zeiten. Faul rumliegen ging aber dabei nicht. Unsere Urahnen mußten ja auch hin und wieder vor Säbelzahntigern davonlaufen.

Der Mensch kommt absolut klar mit Nahrungsverzicht. Das ist praktisch werksseitig so eingestellt.
Wäre das wirklich problematisch oder gesundheitsschädlich, wären wir längst ausgestorben, glaub ich. Natürlich kann ein Fliegengewicht nicht so lange fasten wie ein Sumoringer - aber ein paar Reserven hat jeder. 10 Tage sind also absolut kein Problem für den Körper - für den Kopf vielleicht eher. Man muß den Verlockungen widerstehen und Willen beweisen. Und manchmal muß man sich gegenüber verständnislosen Mitmenschen rechtfertigen...

Schmutzfink
28.03.2013, 15:22
Ach nochwas: ich glaube, wenn man wirklich Gewicht loswerden will, geht das mit Heilfasten schneller und dauerhafter als wenn man sich zu Diäten zwingt.
Eben nach dem Motto: Ganz oder gar nicht.
Aber natürlich geht das nicht ohne Ernährungsumstellung und Bewegung. Das muß jedem klar sein!

Ich glaube aber, es ist viel motivierender, das geringe Gewicht zu halten als schleppende Fortschritte zu vermuten. Und die Ernährungsumstellung fällt evtl. leichter - auch weil man anfangs gar nicht so viel essen kann wie vorher. Das würde einen zerreißen.

Pappkarton
28.03.2013, 15:43
Hallo Schmutzfink!

Schön, dass dir das Fasten so gut getan hat.

Das hier:

Natürlich kann ein Fliegengewicht nicht so lange fasten wie ein Sumoringer - aber ein paar Reserven hat jeder.
stimmt aber so nicht, denn Schlanke können oft länger und unproblematischer Fasten, als Übergewichtige.
Sagt auch mein fastenbegleitender Arzt.

Mir ist das Fasten auch immer super gut bekommen, mein kürzestes Mal waren 9 Tage und das längste 21 Tage.
Ich wünsche dir schöne Aufbautage....hast du auch die Bücher von "GU"?
"Wie neugeboren durchs Fasten"
"Richtig Essen nach dem Fasten"

Darin sind leckere Rezepte und tolle Tipps.

Inaktiver User
29.03.2013, 15:49
Das hier:

stimmt aber so nicht, denn Schlanke können oft länger und unproblematischer Fasten, als Übergewichtige.
Sagt auch mein fastenbegleitender Arzt.


Dem möchte ich widersprechen. Ich musste in einer Fastenklinik nach einer Woche das Fasten abbrechen, weil ich bereits 5 KG abgenommen hatte und somit ins Untergewicht gerutscht wäre. Ich kam sofort ins Aufbauprogramm. Die Menschen sind halt individuell....

Pappkarton
29.03.2013, 17:09
:schild genau: Die Aussage in der einen und die andere Richtung kann man wohl nicht so pauschalisieren. :zwinker:

Schmutzfink
02.04.2013, 15:13
Nee, das Pauschalisieren funktioniert nicht.
Ich habe meine Aussage allein auf die Reserven bezogen.
Gesundheitlich tut sich bestimmt der Dünne leichter, weil der nicht so viel vergiftete Fettreserven hat und das "Gift" nicht in den Blutkreislauf gelangen kann.

Angenommen der Dicke und der Dünne sind beide gesund und "unvergiftet", kann der Dicke bestimmt länger fasten, er hat ja viel mehr vorrätig, wovon sich der Körper ernähren kann.

Aber das ist eine sehr theoretische Annahme, daher muß man immer den Einzelfall betrachten.

Eine in meiner Gruppe hat das Fasten z.B. etwas vorher beendet, weil es ihr nervlich zu viel war. Sie hatte Ärger am Hals und dazu abwechselnd 2 kranke Kinder. Sowas schlaucht schon sehr. Keine optimalen Fastenvoraussetzungen.

Panamissy
07.04.2013, 11:29
Hallo und schönen Sonntag!

Ich wollte auch kurz über meine Erfahrungen mit Fasten berichten. Ich hatte über Ostern gefastet, von Mittwoch bis Montag und Montag abend wieder angefangen, leicht zu essen (Apfelmus, da ich rohe Äpfel nicht vertrage) und nochmals eine Portion Gemüsesuppe, dieses Mal mit Gemüsestückchen-Verzehr.

Fazit - ich brauche es nicht nochmal. Das Nicht-Essen ist mir überhaupt nicht schwer gefallen, womit ich aber zu kämpfen hatte, waren wieder einmal die schlimmen Rückenschmerzen, die just eingesetzt haben, als ich am ersten Tag geglaubert habe. Sie wurden mit der Zeit zwar wieder besser, aber das hat mir die Zeit ein wenig getrübt. Am vorletzten Tag ging es mir richtig gut, und das gute Gefühl hielt auch wirklich die ganze Zeit (heute habe ich ein kleines Tief) an. Leider war ich so voller Elan, dass sich mein Schlaf enorm verschlechterte :smirksmile: Trotzdem fühle ich mich fit und nicht schlapp.

Ich wollte es ausprobieren, habe ich getan und für mich eins mitgenommen: ich werde in Zukunft sehr viel mehr darauf achten, was ich esse. Ich habe gesehen, durch die tägliche Zubereitung der Brühe und auch den Mahlzeiten während der Aufbautage (GU-Buch und diverse Seiten im INet), dass geschmackvolle Mahlzeiten nicht unbedingt viel benötigen an Zeit und Zutaten, dass man mit Gewürzen sehr gut Geschmack ins Essen bringen kann und nicht unbedingt auf Glutamatbomben zurückgreifen muss. Und das ist für mich das Positive! Ansonsten waren es 5 entspannte Tage, mit viel Spaziergehen, Rückenübungen und Lesen, Schlafen und Entspannen - was ich mir vielleicht sonst nicht gegönnt hätte. :blume:

Inaktiver User
07.04.2013, 13:42
Hi Panamissy,
die Rückenschmerzen sind "normal". Sie entstehen durch die Entquellung des Gewebes.

Grundsätzlich empfehle ich ein Behandlungskonzept, da noch mehr Wirkungen auftreten können wie beispielsweise Kreislaufgeschichten und Kopfschmerzen.

All diese Heilreaktionen (deswegen heißt es auch Heilfasten und Heilungsprozesse können schmerzhaft sein) kann man sinnigerweiße abmildern oder sogar vermeiden, vieles kann man mit dem nötigen Wissen selbst behandeln, bei Rückenschmerzen reicht meist eine Behandlung aus.

Ich empfehle meinen Patienten immer ein geführtes Heilfasten, vor allem wenn man es zum ersten mal durchführt.