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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Heilpraxis in Wohnhaus?



chocoletta2
03.08.2011, 17:00
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Inaktiver User
03.08.2011, 18:25
Ein Freund von mir hat eine Praxis in einem Wohnhaus mit ausschließlich Eigentumswohnungen eröffnet, nachdem die Eigentümer sich ein Haus gebaut hatten und auszogen. Die Genehmigung zur Praxisnutzung mußte er sich über das Bauamt einholen. Es sind hier gewisse Auflagen einzuhalten und außerdem wird geprüft ob es sich, um eine reine Wohngegend handelt. Die Räume wurden von ihm gemietet. Wie das nun mit Wohneigentum ist weiß ich nicht.

Die Vermieter fragten seinerzeit vorab wie hoch etwa der Publikumsverkehr wäre, damit sich niemand gestört fühlt.

Wenn in der von Dir zitierten Teilerklärung steht, dass die Wohnungen nur zu Wohnzwecken genutzt werden dürfen und es keine schriftliche Zustimmung des Verwalters gab, hat die HP meiner Meinung nach schlechte Karten. Notfalls würde ich zur Klärung einen Anwalt einschalten.

ganda55
03.08.2011, 18:55
Wenn in der von Dir zitierten Teilerklärung steht, dass die Wohnungen nur zu Wohnzwecken genutzt werden dürfen und es keine schriftliche Zustimmung des Verwalters gab, hat die HP meiner Meinung nach schlechte Karten. Notfalls würde ich zur Klärung einen Anwalt einschalten.
Einer meiner Bekannten, dem es ähnlich ging, bekam auf Anfrage beim Anwalt den Rat, sein Büro zu verlegen.

Malina70
03.08.2011, 19:35
Nun hat sich ein Eigentümer bei der Verwaltung darüber beschwert, er fühle sich durch die Nutzung als Heilpraxis in seiner Wohnqualität beeinträchtigt. Alle anderen fühlen sich nicht beeinträchtigt.
Kann man dies nun auch per Mehrheitsbeschluß regeln oder ist es ausreichend, dass sich eine Partei gestört fühlt und muß der Verwalter dann die nachträgliche Zustimmung verweigern?

Vielleicht kann jemand was dazu sagen?

Danke!!!!

Ohne die Sache jetzt rechtlich beurteilen zu können, gebe ich mal Folgendes zu bedenken: Bisher fühlt sich ein Eigentümer tatsächlich beeinträchtigt, die anderen momentan nicht. Aber ob sie deswegen ihre Zustimmung zu einer dauerhaften Nutzung der Wohnung als Praxis geben würden, steht ja noch auf einem anderen Blatt. Ich wäre da sehr vorsichtig. Denn was ist, wenn aus den 5 plötzlich 10 oder 15 tägliche Patienten werden? Dann fühlt man sich womöglich doch irgendwann gestört, hat aber die Erlaubnis erteilt. Dem Risiko würde ich mich als Eigentümer nicht aussetzen wollen.

Es war sicherlich auch reichlich naiv, sich auf die Aussage des Maklers zu verlassen, der die Wohnung ja verkaufen wollte. Der wird im Zweifelsfall schnell mal jaja sagen.

Gruß,

Malina

Zuzan
05.08.2011, 10:08
hi,

es handelt sich um eine sog. Nutzungsänderung, die baurechtlich geklärt werden müsste - eigentlich vor inbetriebnahme der praxis!

also das sollte schnellstmöglich erledigt werden --> bauamt, gesundheitsamt und zudem natürlich genehmigung durch den verwalter. wenn sich nun ein bereits ein eigentümer beschwert - was man ja nachvollziehen kann - wird's "heiss".

zudem würde es mich als mieter/eigentümer stören, dass ja sicherlich die nebenkosten nur als normaler "wohnmieter" gezahlt werden - also die nebenkosten aus gewerbe etc würde ich nun auch nicht gerne mitzahlen!

angie2
05.08.2011, 10:25
In welchem Stockwerk ist die Wohnung? Wird sie zugleich als Wohnung genutzt oder ausschließlich als Heilpraxis?

Erhöhtes Wohngeld, z.B. zweites Mal in der Woche Treppenreinigung, und Ausdehnung der Patienten können im Beschluss unter Auflagen verhandelt werden.

Der Verwalter wird sich die Genehmigung sicher von der Eigentümerversammlung genehmigen lassen.

Falls es mit der Genehmigung Probleme gibt: Spezialanwalt für WEG-Recht nehmen. Alles andere bringt nix.

Promethea71
05.08.2011, 11:55
Also genehmigungsrechtlich kommt es ganz darauf an, in welchem Bundesland ggfl. in welcher Stadt der Fall spielt.

In Berlin wäre das zB unproblematisch.

Aber um den Beschluss der Eigentümerversammlung wird man kaum drumherum kommen. Aus diesem Grunde sollte man vor Kauf einer ETW die entsprechenden Beschlussbücher einsehen.

Ich würde auch zur Beratung durch einen Fachanwalt raten und ansonsten versuchen mit dem Verwalter bzw. den Eigentümer, die ein Problem haben zu verhandeln.

Das mit den höheren Nebenkosten sähe ich eher entspannt, im Zweifel verursacht eine Heilpraxis geringere Nebenkosten als eine Privatwohnung.

Liebe Grüße

promethea

chocoletta2
07.08.2011, 09:10
Danke für eure Antworten.

Die Wohnung liegt im Erdgeschoss und als Praxisraum wird nur ein Zimmer und die Gästetoilette als Patiententoilette benutzt. Ich denke nicht, dass hier erhöhte Nebenkosten produziert werden. Durch was denn? Im 2. Stock wohnt ein junges Pärchen, die haben mehr Besuch, der durch das Treppenhaus geht, als Patienten in der Heilpraxis.

Gewerbe ist angemeldet, aber was hat das Bauamt damit zu tun?
Bislang kam noch nichts von der Verwaltung....

Inaktiver User
07.08.2011, 10:11
Hallo,

kennt sich hier jemand mit Wohnungseigentum aus? Wir haben folgendes Problem:

in einem Wohnhaus mit 8 Einheiten wird in einer WE eine Heilpraxis betrieben. In der Teilungserklärung steht, dass die Wohnungen nur zu Wohnzwecken genutzt werden dürfen. Anderweitige Nutzungen bedarfen der Zustimmung des Verwalters. Diese kann verweigert werden, wenn Belästigungen/Beeinträchtigungen anderer Eigentümer zu befürchten sind.

Die Zustimmung des Verwalters wurde beim Kauf nicht eingeholt, da man sich auf die mündliche Aussage des Maklers, das sei kein Problem, verlassen hat.



Das ist schon grob fahrlässig. Da steht eindeutig drin, wie vorzugehen ist und es wurde einfach ignoriert. Zum Gewerbe gehört normalerweise auch ein zusätzlicher KFZ-Verkehr, der sich in reinen Wohngebieten negativ auswirkt und daher auch seitens der Gemeinden zu Untersagungen führen kann. Oder für andere Einwohner, die sich zudem durch ständig fremde Gesichter im Treppenhaus gestört fühlen könnten. Das ist bei einem Gewerbe schon ein wenig anders, als im Privatbereich.
Je nach Gemeinde müssen auch PP nachgewiesen werden.

Inaktiver User
07.08.2011, 10:19
Danke für eure Antworten.

Die Wohnung liegt im Erdgeschoss und als Praxisraum wird nur ein Zimmer und die Gästetoilette als Patiententoilette benutzt. Ich denke nicht, dass hier erhöhte Nebenkosten produziert werden. Durch was denn? Im 2. Stock wohnt ein junges Pärchen, die haben mehr Besuch, der durch das Treppenhaus geht, als Patienten in der Heilpraxis.

Gewerbe ist angemeldet, aber was hat das Bauamt damit zu tun?
Bislang kam noch nichts von der Verwaltung....

Wie Zuzan schrieb:

"Es handelt sich um eine sog. Nutzungsänderung, die baurechtlich geklärt werden müsste - eigentlich vor inbetriebnahme der praxis!"


Das fand ich auch merkwürdig, ist aber in D vorgeschrieben auch wenn nur ein Raum innerhalb einer Wohnung dafür genutzt wird.

Zuzan
07.08.2011, 11:41
Danke für eure Antworten.

Bislang kam noch nichts von der Verwaltung....


die verwaltung kommt auch nicht auf dich zu (obwohl JETZT möglicherweise schon, wenn es einen hinweis seitens eines anderen eigentümers geben sollte). grundsätzlich sind dies deine aufgaben, wenn du eine selbständigkeit aufziehst, gehört also mit in deine planung hinein. wenn du bei einem selbständigenseminar z.b. der IHK warst, wurde dies sicherlich angesprochen. es geht zudem nicht nur um die nutzungsänderung, sondern z.b. - wie auch hier genannt - um parkplätze. erklärung: deine patienten beanspruchen öffentlichen parkraum, der in städtischen wohngebieten dringend für die örtliche bevölkerung benötigt wird. oft wird dann eine "abstandszahlung" fällig ....

ich denke, du solltest HANDELN - wende dich auch einen juristen ... nicht, dass man dir deine "praxis" direkt dicht macht ....

ps. hast du übrigens ein praxisschild ans haus angebracht - wenn ja, hast du da die zustimmung von miteigentümern und auch baurechtlich alles ok?

chocoletta2
07.08.2011, 12:50
Die Heilpraktikerin ist ja schon länger selbständig, aber das erste Mal nicht in angemieteten Gewerberäumen, sondern eben in der Wohnung integriert. Sie wollte nicht mehr soviel arbeiten, aus gesundheitlichen Gründen und weil sie schon kurz vor dem rentenfähigen Alter steht. Es handelt sich hier übrigens nicht um mich, sondern um eine gute Bekannte, die meine Bedenken, die in eure Richtung gehen (vieles war mir aber auch nicht bekannt) nicht nachvollziehen kann.

Ein Praxisschild hat sie nicht direkt, sondern eine laminierte Visitenkarte direkt unter ihrer Klingel, nicht abgesprochen.

Gilt das eigentlich für alle Gewerbe? Auch wenn ich z. B. Nachhilfe geben o.ä.?

Inaktiver User
08.08.2011, 00:29
es geht zudem nicht nur um die nutzungsänderung, sondern z.b. - wie auch hier genannt - um parkplätze. erklärung: deine patienten beanspruchen öffentlichen parkraum, der in städtischen wohngebieten dringend für die örtliche bevölkerung benötigt wird. oft wird dann eine "abstandszahlung" fällig ....


Stimmt! Das hatte ich vergessen und die Abstandszahlung (Parkplatz) kann sehr hoch sein.

Wenn sie vorher eine Praxis hatte müßte sie dies eigentlich alles wissen. Ihre Visitenkarte unter der Klingel dürfte nicht genehmigungspflichtig sein.

Inaktiver User
10.08.2011, 12:03
Warum kümmert sich die Bekannte eigentlich nicht selbst darum? Sie hat doch wohl den direkten Kontakt zur Verwaltung, ihre Problematik einer Bekannten zu schildern, die als Privatperson noch weniger Ahnung davon hat, finde ich eigenartig. Denn als Selbstständige müsste sie einige Dinge wissen, um die es hier geht. Sollte sie zumindest. Warum über drei Ecken?
Mir wäre es persönlich egal, was eine Bekannte hier für Probleme hätte. Nicht meine Baustelle.