PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Eingewöhnung in die Krippe sehr schwierig



Jonagold75
21.06.2011, 10:27
Hallo liebe Community,

ich habe das Forum von einer Bekannten empfohlen bekommen und bin neu hier. Wie ich sehe, gibt es einen regen Austausch über das Leben mit Babys und Kleinkindern und den damit verbundenen Herausforderungen.
Zu meinem Problem: ich begleite meinen Sohn (18 Monate) gerade bei der Eingewöhnung in eine Kinderkrippe. Ich muss ab Mitte Juli wieder in den Beruf einsteigen, um die Stelle zu behalten und auch weil es finanziell für uns anders kaum machbar ist, und wir haben ab Juni nach ewigem Suchen und Bangen einen heißersehnten Krippenplatz bekommen. Eigentlich hätten wir gute sechs Wochen Zeit für die Eingewöhnung gehabt, aber jetzt sind schon fast drei Wochen vergangen, ohne dass die "Trennung" von meinem Sohn gelungen ist.
Die Eingewöhnung erfolgt nach dem "Berliner Modell" und ist sehr, sehr sanft, d.h. erst kümmert sich die Betreuerin ein paar Tage nur um meinen Sohn (ich bin dabei), dann beginnt die Mutter ab dem 3./4. Tag etwa, sich für ein paar Minuten aus dem Raum zu entfernen. Das klappt jedoch so gut wie gar nicht. Solange ich im Raum bin, beachtet er mich kaum, spielt, nimmt Kontakt zu der Erzieherin auf, alles prima. Doch sobald ich rausgehen will und ihn anspreche, dass ich gehe, fängt er an zu weinen und lässt sich nicht beruhigen. Ich warte dann zwar immer noch ein paar Minuten ab, aber er brüllt sich immer mehr in Rage und kommt nicht runter.
Ich bin mittlerweile recht nervös, dass ich es nicht schaffe, ihn bis zu meinem Arbeitsbeginn in fast drei Wochen da lassen zu können. Selbst wenn ich es wollte, die Krippe würde es nicht wollen, solange er sich von denen nicht beruhigen lässt. Wenn ich aber nicht arbeiten gehen kann, wäre das ein mittlerer Gau für uns. Diese Angst versuche ich natürlich zu verbergen und meine auch, das zu können und gut gelaunt zu bleiben.
Jemand anders aus der Familie kann die Eingewöhnung nicht fortführen, mangels Zeit.

Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht, Tipps? Bin für alles dankbar.:blumengabe:

Linda73
21.06.2011, 10:44
Liebe Jonagold,
einen konkreten Tipp kann ich nicht geben, aber vielleicht 1-2 Ideen.

Hat Dein Mann noch Urlaub? Könnte er die Eingewöhnung übernehmen bzw. ab Mo, 4. Juli weitermachen? Man beobachtet öfter, dass die Kinder beim Vater weniger Theater machen.

Hast du noch Resturlaub? Könntest du mit dem Arbeitgeber verhandeln, dass du am 15.7. anfängt und erstmal 3 Wochen Urlaub machst?

Habt Ihr Grosseltern in der Nähe die die Eingewöhnung übernehmen können?

Generell ist Eingewöhnung nach dem Berliner Modell, mit das Beste was mir bekannt ist. Da seid ihr bereits in guten Händen.

Hast du dich mit den Erzieherinnen bereits ausgetauscht? Konnten sie dir keinen Tipp geben?

Aus eigener Erfahrung kann ich wenig beitragen, da die Eingewöhnung bei uns ratzfatz ging und ich mich wie Bolle auf die Krippe gefreut habe und bereits im Vorfeld meinem Sohn vorgeschwärmt hatte, wie toll, das wird, wenn er endlich in die Krippe darf.... ob das einen Anteil hatte? Ich weiss es nicht.

Ich drücke dir die Daumen, dass ihr bald den Durchbruch schafft!

Historia02
21.06.2011, 10:44
Hallo Jonagold,

bei uns hat es mit der Eingewöhnung ähnlich lange gedauert. Wir hatten 4 Wochen für die Eingewöhnung vorgesehen und selbst in der 4. Woche saß mein Mann noch dabei bzw. musste den Kleinen nach 2 Stunden schon wieder abholen.

Aber dann wurde irgendwie plötzlich der Schalter umgelegt und als es wirklich ernst wurde, lief es ohne Probleme. (Okay, ein paarmal hat sich mein Sohn noch an mein Bein geklammert und gejammert, aber irgendwann kam dann der Tag, wo er förmlich in die Krippe gestürmt ist.)

Ich spüre in deinem Posting viel Stress und Druck. Gibt es wirklich keine Möglichkeit, dass z. B. dein Mann noch zwei Wochen Eingewöhnung übernimmt? Könntest du im Zweifelsfall deinen Arbeitseinstieg verschieben?

Ich habe zum Glück einen sehr verständnisvollen Arbeitgeber, dem 2 Wochen Hin- oder Her nichts ausgemacht hätten.

Historia02
21.06.2011, 10:48
Ansonsten gucke doch auch mal hier:

http://bfriends.brigitte.de/foren/erziehung/135332-kita-eingewoehnung.html
http://bfriends.brigitte.de/foren/kinderwunsch-und-babyjahre/123110-kita-eingewoehnung.html
http://bfriends.brigitte.de/foren/erziehung/78629-wie-lange-dauert-die-eingewoehnung-im-kindergarten.html

bonneya
21.06.2011, 10:59
Ich habe gar keine Möglichkeit gehabt, so ein Trara zu machen. Arbeit, allein erziehend.

Kind abgegeben, es weinte kurz und von da ab schnuckelte es in der Gruppe rum. Nach einer Woche zauberte das Wort Kindergarten bereits ein Lachen ins Gesicht des Kindes.

Je mehr Unsicherheit ich selbst zeige, umso mehr Unsicherheit übertrage ich auf mein Kind. Und das wird dann ängstlich und schreit.

Je mehr ich überzeugt bin, dass das Kind gut aufgehoben ist und je mehr ich überzeugt bin, dass das Kind das schafft, schaffe ich eine gute Energie, die auf das Kind übergeht. Ich strahle etwas aus, was das Kind stärkt.

Kindergarten? Mein Kind bekommt glänzende Augen. Es ist fröhlich. Ich auch. Und wir sind zusammen fröhlich.

Übertragene und übertriebene Ängste und Befürchtungen - damit kann man ein Kind auch schädigen.

Symphonie
21.06.2011, 11:05
bonneya
das mit der Unsicherheit ist sicherlich richtig aber ansonsten sind nicht alle Kinder gleich und manchen Kindern tut man damit wirklich etwas an.
Klar geht es nicht immer dass die Mutter sich vier Wochen Zeit nimmt, aber von jetzt auf gleich wird sicherlich keinem Kind guttun und es hat auch einen Grund warum sich dieses Berliner Modell so verbreitet hat.

Historia02
21.06.2011, 11:09
Je mehr ich überzeugt bin, dass das Kind gut aufgehoben ist und je mehr ich überzeugt bin, dass das Kind das schafft, schaffe ich eine gute Energie, die auf das Kind übergeht. Ich strahle etwas aus, was das Kind stärkt.

Du meinst also nicht, dass es auch vom Charakter des Kindes abhängt?

Ich würde mal sagen, wenn es bei dir so problemlos lief, dann hast du einfach Glück gehabt!

Ich habe während der Eingewöhnungsphase meines Sohnes beobachtet, wie andere Kinder gleich vom 2. Tag an problemlos mehrere Stunden ohne zu Weinen in der Krippe blieben. Das halte ich aber nicht für den Normalfall und daher finde ich es fies, Müttern, bei denen es nicht so läuft, den Rat zu geben, sie müssten sich einfach nur locker machen.

Jonagold75
21.06.2011, 11:09
Ihr lieben,
vielen Dank für die Tipps und Links.
Es wird wahrscheinlich nicht gehen, dass mein Mann die Eingewöhnung übernimmt, er hat gerade eine neue Stelle angefangen und kann so früh keinen Urlaub nehmen. Großeltern haben wir nicht in der Nähe (beide 300 km entfernt), und selbst wenn, sind die einen zu gebrechlich und die anderen selbst berufstätig.

Mein Chef muss meine Stelle spätestens dann besetzen, wenn ich nicht komme, übernimmt jemand anders meine Aufgaben und für mich wäre erstmal nichts übrig, ich weiß nicht, wie es da rechtlich aussieht, ob er mich irgendwie beschäftigen MUSS, wenn ich ein paar Monate später anfange.

Das Komische ist, dass mein Sohn nie Probleme mit "Fremdbetreuung" hatte. Wir haben ihn schon früh manchmal ein, zwei Stunden zu unserer Nachbarin gegeben, die auf ihn aufpasste, und auch wenn er seine Großeltern alle paar Monate sieht, ist es überhaupt kein Problem, wenn ich ihn mit ihnen allein lasse, er sieht sich nicht mal nach mir um. Seine Tanten und Cousinen, die er sehr selten sieht, können auch ohne weiteres mit ihm allein bleiben. Daher hatte ich mir um die Krippe nie den Kopf gemacht und immer gedacht, wenn einer da gut auskommt, dann er! Und ich habe ich genauso drauf gefreut, weil er es liebt, mit anderen Kindern zu spielen.

Mittlerweile ist es aber fast so, dass alle ehemals sehr anhänglichen Kinder unserer Bekannten, bei denen teilweise nicht mal der Vater akzeptiert wurde, sich relativ schnell in ihre Institutionen eingewöhnt haben, und unser Sohn, der immer sehr aufgeschlossen war, nicht.

Ich frage mich, ob das Berliner Modell, was ich an sich gut finde, für jedes Kind geeignet ist, ich habe nämlich das Gefühl, dass mein Sohn die viele Aufmerksamkeit der Erzieherin gar nicht braucht, sondern eher "Mitten ins Geschehen" müsste, um davon abgelenkt zu sein, dass ich mich da langsam rausziehe....

Ja, und ihr habt recht, ich bin deswegen gestresst (wegen des Damoklesschwertes des Zeitdrucks) und weiß auch, dass das nicht gerade förderlich ist. :knatsch:

Jonagold75
21.06.2011, 11:14
Das halte ich aber nicht für den Normalfall und daher finde ich es fies, Müttern, bei denen es nicht so läuft, den Rat zu geben, sie müssten sich einfach nur locker machen.

Auf solche Beiträge habe ich fast gewartet, Historia, danke, dass du dich dazu äußerst.

Es geht nicht um "Trara machen", ich hatte nie ein Problem damit, meinen Sohn abzugeben, siehe mein Folgeposting. Und ich habe auch jetzt kein Problem.
Es geht dabei aber nicht darum, was ich denke, die Krippe hat ihr Konzept und danach muss ich mich richten, sonst muss ich mir was anderes suchen.
Heißt: Wenn er sich nicht beruhigen lässt, darf ich ihn nicht da lassen, selbst wenn ich es wollte.

myDara
21.06.2011, 11:14
Liebe Jonagold,

versuche dir selbst ein bisschen den Druck rauszunehmen und probiere eine "es wird klappen Stimmung" für dich aufzubauen. Es wird klappen früher oder später!

Dass dein Sohn alleine spielt während du da bist ist schon mal ein ganz toller und riesiger Schritt. Für den brauchen viele Kinder schon lange. Und spricht ja auch für die Kita er fühlt sich dort wohl!

Ihr habt ja jetzt vermutlich immer probiert dass du dich vom Kind kurz verabschiedet hast und dann ging das Gebrülle los. Vielleicht macht ihr mal einen Versuch dass du wenn er schön brav spielt einfach mal für eine Minute raus gehst (vor die Tür, aufs Klo) sodass er nicht rausgerissen wird. Viele werden jetzt sagen dass das der ganz falsche Weg ist aber ich hab die Erfahrung bei einigen Kindern schon miterlebt dass es so dann plötzlich geklappt hat. Mama war mal eben kurz weg und siehe da es passiert ja gar nichts schlimmes. Da kann man Mama dann auch schon mal ne Stunde oder zwei (sich steigernd) gehen lassen weil ja eh nix passiert.

Eine zweit Möglichkeit (auch live miterlebt) war dass die die Kinder zwar gebrüllt haben (Mama blieb aber trotzdem erstmal vor der Tür) und nach ein paar Minuten war der Spuk vorbei. Ich selbst bin kein Fan von Schreien Lassen und wir hatten das Problem GsD auch nicht weil mein Kleiner sich relativ schnell beruhigen ließ aber ein anderes Kind brüllte die ersten Wochen immer gute fünf Minuten bis er dann seelenruhig wurde, sich was zu spielen suchte und sich in den Kita Alltag eingliederte. Ich weiss nicht ob man in dem Alter schon von "sie probieren halt aus was geht" reden kann und darf aber in dem Fall machte es wirklich so den Anschein als wollte der Junge einfach mal schaun was passiert wenn er ne Zeit lang brüllt (nichts) ....also kann man ja spielen gehen. Natürlich waren die Betreuerinnen immer ganz nah bei ihm und versuchten ihn abzulenken.

Es wird immer so sein dass die Kinder am liebsten bei der Mama sind und erst dann kommt die Kita (mit Ausnahmephasen, ich hatte auch schon Tage wo mein Sohn weinte weil er NICHT nach Hause wollte - auch ein prickelndes Gefühl wenn man als Mama an der Schwelle steht und das eigene Kind will nicht mitkommen). Wenn ich meinem Sohn am Montag sage: so heute ist wieder Kita Tag meint er meisst nur: Neeeeeeein, Lauri bleibt Mama! Wenn wir dann aber in der Kita sind und er die anderen Kinder und die lieben Betreuerinnen sieht ist es OK und er geht gerne dort hin. Lässt sich dann aber auch gerne wieder abholen!

Ihr macht das schon, gewährt euch die Zeit und sprich wirklich mit deinem AG - so menschlich dass ihr den Start ein bisschen auf das Kind anpassen könnt wird der bestimmt sein!

Alles Gute für Euch!

Wiesenkraut
21.06.2011, 11:19
Wir haben die Eingewöhnung gerade hinter uns. Ich geh ab 01.07 wieder arbeiten. Bei uns gabs auch eine sehr sanfte Eingewöhnung da ich mir 2 Monate Zeit lassen konnte (die Kleine geht seit dem 01.05 in die Kita). Ich hatte gruselige Angst, da das Fünkchen gerade extrem fremdelte, sehr mamafixiert war und nur mit Stillen einschläft. Der Kitaplatz war ein Nachrückerplatz und kam 3 Monate früher als erwartet - die Kleine war in meinen Augen noch vieeel zu klein. (sie ist gestern ein Jahr geworden) Ansonsten war meine Lage recht ähnlich wie deine. Mein Vertrag läuft Ende August aus und ich wäre dementsprechend arbeitslos geworden, hätte ich nicht sicher zusagen können bis dahin wieder arbeiten zu können.


Wie Bonneya schon sagte, je mehr Unsicherheit du ausstrahlst um so unsicherer wird das Kind. Für mich hat das bedeutet, ich musste innere Sicherheit für mich bekommen. Ich hatte mir vor der Eingewöhnung viele Gedanken gemacht und für mich ganz klar entschieden, sollte es der Kleinen (oder mir) nicht gut gehen, lass ich im allerschlimmstenfall auslaufenden Arbeitsvertrag auch Arbeitsvertrag sein und wir kommen irgendwie mit Arbeitslosengeld und dem Verdienst von Herrn Wiese durch.
Diese Entscheidung hat mir und somit auch der Kleinen sehr viel Druck genommen, weil es eben nicht auf Teufel komm raus klappen musste. (hmm klingt warscheinlich seltsam). Wir konnten also recht unvoreingenommen das Experiment "Kindergarten" starten.
Die Erzieherin meinte dass man innerlich die Arme ausbreiten muss und sein Kind gehen lassen, also die innere Bereitschaft muss da sein. Mir hat sehr geholfen zu sehen, wie gut der Kleinen die anderen Kinder taten die Arme auch innerlich aufzumachen.

Ich glaube nicht dass es das Allheilmittel ist und ALLE Kinder mit einer sicheren Mutter sich gut eingewöhnen lassen. Was ich aber mal zumindest bei uns sagen kann, ist dass das Fünkchen auf jede noch so kleine Unsicherheit meinerseits reagiert hat.
Von daher kann ich dir nur raten zu versuchen den inneren Druck und Stress loszuwerden. Am Einfachsten ist das sicher wenn z.b dein Mann die Eingewöhnung übernehmen könnte wenn sie denn länger braucht, oder dein chef ein Einsehen hat und dir einen Monat mehr zeit gibt. Alles was dir hilft deinen eigenen Stress zu senken hilft denke ich auch der Kleinen.

Was mir nebst meiner eigenen klaren Entscheidung geholfen hat, waren klare Anweisungen der Erzieherinnen "Gehen sie JETZT ohne zu zögern" z.b. Ich hatte in den Erzieherinnen sowas wie ein Halteseil. Am Ende der Woche haben wir immer besprochen wie wir die Woche drauf verfahren, aber an den Tagen selbst, gabs wenn nötig kurze klare Anweisungen. Vielleicht würde dir sowas auch helfen.
Ach ja manche Kitas bieten an, kurz anzurufen wenn die Kleinen aufgehört haben zu weinen. Bei uns wars die beiden male so, dass es schon gut war, als ich zur Tür raus bin. Vielleicht kannst du sowas ja auch vereinbaren, dann fällt es dir leichter zu gehen und somit dem Kind leichter loszulassen.

Ansonsten lad ich dich herzlich ein, bei uns mitzuschreiben
http://bfriends.brigitte.de/foren/kinderwunsch-und-babyjahre/164376-sommerkinder-2010-und-die-mama-geht-bald-wieder-arbeiten.html
Wir sind alle mehr oder minder in der selben Lage, gehen bald oder schon wieder arbeiten und haben die Eingewöhnung shcon hinter uns oder noch vor uns.

Jonagold75
21.06.2011, 11:21
Danke mydara,

bei mir war es das erste Mal so, dass ich mich von ihm verabschieden sollte (was ich eigentlich gut finde), ich bin dann raus vor die Tür und hörte ihn erst leise weinen, dann sich immer mehr in Rage brüllen. Ich hab mich vor der Tür gefragt, was ich jetzt tun soll, und dachte, wenn ich warte, wird er sich vielleicht beruhigen. Das Brüllen wurde aber immer schlimmer.
Ab dem nächsten Mal war es dann so, dass mein Sohn schon zu weinen begann, wenn ich mich von ihm verabschiedet habe, ich denke, er hat sich dann "erinnert", dass jetzt eine Situation kommt, die er nicht mag, da wra er dann von der Erzieherin auch nicht mehr zu beruhigen. Und SIE war es dann, die dann gesagt hat, ich soll nicht so lange draußen bleiben, wenn er sich nicht beruhigt.

charleys.tante
21.06.2011, 11:22
bei uns wurde es schlagartig besser, als unser sohn (damals noch unter einem jahr) mehr in den tagesablauf einbezogen wurde. wir hingen ewig bei den vormittäglichen zwei stunden fest, meistens ließ er sich rumtragen, weil er sonst sofort geheult hätte. seit er im kiga auch mittagessen durfte, war die welt für ihn in ordnung. mittagsschlaf war dann auch kein problem. fortan ging es wie von selbst ... wir haben die zeiten zwar langsam ausgedehnt, aber das hätte man dann auch schneller machen können.

Maus99
21.06.2011, 11:22
Hallo Jonagold,

bei uns war es die gleiche Situation. Ich musste schon arbeiten gehen, einen Krippenplatz hatten wir aber erst drei Wochen nach meinem Arbeitsbeginn. Also hat mein Mann Elternzeit genommen und auch die Eingewöhnung gemacht.

Es hat sehr gut geklappt. Allerdings muss ich sagen, dass unsere Tochter damals 13 Monate alt war. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass die Eingewöhnung bei diesen kleinen schneller geht als wenn die Minis schon 1 1/2 sind.

Da Dein Mann nicht übernehmen kann, würde ich Dir den gleichen Rat geben wie mydara. Ohne Verabschiedung den Raum verlassen, bei Gebrüll 5 Minuten warten und erst dann wieder reingehen.

Ich möchte Dir nur sagen, dass unserer Tochter jetzt wieder, nach einem Jahr Krippe!!! morgens wieder Mätzchen macht. Ich verstehe zwar nicht warum, aber ohne Gebrüll und Geschrei geht es nicht, obwohl sie sich sehr wohl fühlt und sich nachmittags gar nicht verabschieden will.

Wir haben mit den Erzieherinnen ausgemacht, dass wir sie trotz Gebrüll dennoch abgeben und den Raum verlassen. Der Vorsicht halber bleibe ich aber trotzdem in der Nähe und habe festgestellt, dass sie nach etwa 2 Minuten wieder ruhig ist und die Lieder ganz laut mitsingt:pfeifend:. Ich habe keine Ahnung, was los ist, aber es funktioniert.

Ich wünsche Dir alles Gute und ich bin sicher, dass es noch klappen wird.

Jonagold75
21.06.2011, 11:26
Danke Wiesenkraut,
aber wie gesagt, ich habe kein Problem damit loszulassen, ich habe nicht mal ein Problem damit, ihn ein paar Minuten weinen zu lassen, ich SOLL es aber gemäß Anweisung nicht. Bei dem Modell unserer Krippe bleibt unser Sohn erstmal mit der Erzieherin ohne Kinder allein, und ich denke, das gefällt ihm einfach nicht, nicht weil er sie nicht mag, sondern weil er bei anderen Kindern von allein Lust entwickeln würde, dazubleiben und so eine Situation geschaffen wird, als wenn lediglich seine Mama ausgetauscht wird.

Symphonie
21.06.2011, 11:32
Hat er denn eine! Bezugsperson in der Krippe die sich auch intensiv um ihn kümmert und ihn auch auf den Arm nimmt wenn er weint?

Wie ich schon schrieb,ich halte diese Eingewöhnung für gut, aber wenn man nicht weiterkommt dann wäre ICH der Typ,der schon einmal weggehen würde und es den Erzieherinnen überlässt.
Ich wäre aber per Handy rufbereit in der Nähe und sicherlich würde ich auch leiden.
Aber einfach um das Ganze mal ein wenig weiter zu bringen. Du hast ja keine andere Wahl.

Selbst wenn die Kinder durchs B Modell gut eingewöhnt sind kommt irgendwann die Phase wo sie jeden Morgen weinen und nicht wollen dass Du gehst. Da musst du dann auch gehen ,egal wie Du es findest.

Ausserdem ist es oft so,dass die Kinder umso anhänglicher werden je länger das ganze morgens dauert. Wenn man sich zügig umzieht und das Kind abgibt geht es meisst gut.
Das sind Erfahrungen die mir Mütter/Eltern und Erzieher gegeben haben und ich selber erlebe es teils jetzt noch.

Viel GlücK!

Wiesenkraut
21.06.2011, 11:32
ups ihr wart viel zu schnell und mein Post schon fast wieder überholt:
Historia schrieb

daher finde ich es fies, Müttern, bei denen es nicht so läuft, den Rat zu geben, sie müssten sich einfach nur locker machen.
wah eh du nun auch über mich mit Schuhen und Strümpfen herfällst
ich glaub auch nicht dass man das einfach rumdrehen kann und es für alle Kinder klappt, aber ich glaub das es andersrum ist, dass innerer Stress /Nichtloslassen wollen es allen Kindern schwerer macht :smirksmile:


Ihr habt ja jetzt vermutlich immer probiert dass du dich vom Kind kurz verabschiedet hast und dann ging das Gebrülle los. Vielleicht macht ihr mal einen Versuch dass du wenn er schön brav spielt einfach mal für eine Minute raus gehst (vor die Tür, aufs Klo) sodass er nicht rausgerissen wird.
hm ich kenn das nur so. "Verabschieden" war eine Übung der letzten Tage. Davor bin ich gegangen wenn die Kleine anzeigte dass sie gerade in dem Moment gut ohne mich klar kommt.


Es geht dabei aber nicht darum, was ich denke, die Krippe hat ihr Konzept und danach muss ich mich richten, sonst muss ich mir was anderes suchen.

das ist so aber auch nicht Grundgedanke des Berliner Konzepts. Du kennst dein Kind am allerbesten. Wenn du der Meinung bist, es würde dem Kind besser tun, wenn du z.b früher gingst, schneller gehst, dich nicht verabschiedest oder was auch immer, sollten die Erzieherinnen diesen Gedanken aufnehmen.
Klar es darf laut Berliner Konzept nicht sein, dass der Zwerg länger weint, aber wenn du sagst er ist fremdbetreuung gewohnt, würde ich aktiv vorschläge machen wie ihr das bisher angegangen seid.

Lt Erzieherin sollte das Fünkchen auch von Arm zu Arm wandern wenn ich gehe. Also ich geb die Kleine in die Arme der nächsten Bezugsperson. Das klappt bei uns schon nicht beim Papa oder der großen Schwester. Wir machen es zuhause so, wir suchen ein Spielzeug zusammen aus, dort setzt sie sich dann hin und dann übernimmt der Papa das gemeinsame Spiel. Genau so hab ichs im Kindergarten vorgeschlagen und so haben wir auc die Anfangszeit gehalten. Wenn ich versucht hätte die Kleine auf den nächsten Arm zu geben hätte sie Zeta und Mordeo geschrien. Berliner Konzept hin oder her, da hab ich erwartet dass die Erzieher flexibel sind und das klappte auch.

Wenn du also Anregungen hast wie der Übergang besser klappt, würde ich das ansprechen und im Zweifel drauf hinweisen dass du dein Kind kennst. Die Grenze wird für die Erzieher dort sein, wo du verlangst den Kleinen länger weinen zu lassen, denn das färbt (selbst auch erlebt) auf die ganze Gruppe ab:pfeifend:

Symphonie
21.06.2011, 11:34
Danke Wiesenkraut,
aber wie gesagt, ich habe kein Problem damit loszulassen, ich habe nicht mal ein Problem damit, ihn ein paar Minuten weinen zu lassen, ich SOLL es aber gemäß Anweisung nicht. Bei dem Modell unserer Krippe bleibt unser Sohn erstmal mit der Erzieherin ohne Kinder allein, und ich denke, das gefällt ihm einfach nicht, nicht weil er sie nicht mag, sondern weil er bei anderen Kindern von allein Lust entwickeln würde, dazubleiben und so eine Situation geschaffen wird, als wenn lediglich seine Mama ausgetauscht wird.

Verstehe ich es richtig dass er nur mit der Erzieherin,ohne Kinder, alleine bleibt? Das ist doch Schwachsinn ( sorry). Andere Kinder könnten ihn doch ablenken.
Ganz ehrlich: Du bist die mutter und Du bezahlst. Ich würde es vorschlagen und vorantreiben. Die Krippe möchte doch die Eingewöhnung auch vorantreiben.

Inaktiver User
21.06.2011, 11:34
Liebe Jona,
ich bin in einer sehr ähnlichen Situation, die ich dir lieber per PN schildern möchte. Weiß nämlich auch keinen wirklichen Rat.
Aber um dir den Rücken zu stärken, ich verstehe, dass es nicht darum geht, dass du dich nicht lösen kannst, sondern dass dein Kind mit dem Eingewöhnungsmodell nicht so gut klarkommt. Mein Sohn spielt auch sehr gern mit anderen Kindern und braucht meiner Meinung auch eher "Ablenkung" als die volle Aufmerksamkeit der Betreuerin. Ich musste mit der Betreuerin auch beraten, wie wir von dem Konzept abweichen, damit er mehr Lust verspürt, da zu bleiben.

Wiesenkraut
21.06.2011, 11:34
schon wieder zu schnell :freches grinsen:

Bei dem Modell unserer Krippe bleibt unser Sohn erstmal mit der Erzieherin ohne Kinder allein, und ich denke, das gefällt ihm einfach nicht, nicht weil er sie nicht mag, sondern weil er bei anderen Kindern von allein Lust entwickeln würde, dazubleiben und so eine Situation geschaffen wird, als wenn lediglich seine Mama ausgetauscht wird. das ist in der Tat eine sehr seltsame Form*staun*, bei uns wurde ganz klar gesagt, dass die anderen Kinder eine große Hilfe sind, weil sie als "gleich" erkannt werden und in der Tat ist das Fünkchen recht schnell auf alles neugierig zugegangen, was die andern auch gemacht haben.

edit:

bei mir war es das erste Mal so, dass ich mich von ihm verabschieden sollte (was ich eigentlich gut finde),

ist mir auch sehr wichtig, denn ich denke anders kommt das Gefühl auf, dass die Mama plötzlich einfach weg sein kann. Aber ich würde dennoch zu Beginn im Spiel gehen und wiederkommen, wenn dem Kleinen auffällt, dass du weg bist und er anfängt zu weinen.
Dann wird der Abschied nicht der Auftakt von Verlassen werden.
Nach ca 1nem Monat hab ich anfangen das Fünkchen bewußt zu verabschieden, sie winkt mir dann auch fröhlich zu. Vorher bin ich im Spiel gegangen (hier hab ich mich auf die Erfahrung der Erzieherin verlassen die sagte am Anfang besser ohne Abschied)

myDara
21.06.2011, 11:39
schon wieder zu schnell :freches grinsen:

das ist in der Tat eine sehr seltsame Form*staun*, bei uns wurde ganz klar gesagt, dass die anderen Kinder eine große Hilfe sind, weil sie als "gleich" erkannt werden und in der Tat ist das Fünkchen recht schnell auf alles neugierig zugegangen, was die andern auch gemacht haben.

Ich kenn das so auch nicht. Möglicherweise wollen die in der Kita dort wirklich ein weinendes Kind von der Gruppe fernhalten um nicht Wirbel reinzubringen.

Jonagold wenn du mit den Erzieherinnen sprichst tu das in einer ruhigen Minute, am allerbesten wenn mini nicht dabei ist. Es gibt nichts schlimmeres als Kita Gespräche die zwischen Tür und Angel und vielleicht noch mit einem weinerlichem Kind am Arm stattfinden. Dann eher noch in aller Ruhe am Telefon.

Jonagold75
21.06.2011, 11:41
schon wieder zu schnell :freches grinsen:

das ist in der Tat eine sehr seltsame Form*staun*, bei uns wurde ganz klar gesagt, dass die anderen Kinder eine große Hilfe sind, weil sie als "gleich" erkannt werden und in der Tat ist das Fünkchen recht schnell auf alles neugierig zugegangen, was die andern auch gemacht haben.

Ja, das ist auch mein Gedanke. Ich habe regelmäßig Krabbelgruppen mit ihm besucht, da hat er immer stundenlang mit den anderen gespielt, ohne mich eines Blickes zu würdigen. Ich habe das der Erzieherin auch schon gesagt, dass ich die Situation einfach komisch finde. Idee ist, dass er sich erst an die Erzieherin gewöhnt und dann mit in den Ablauf integriert wird, ich bin aber der Meinung, dass mein Sohn das nicht braucht bzw. auch nicht tut. So wird doch immer die gleiche Situation geschaffen: Er spielt, Mama geht irgendwann, ihm wird das schlagartig TOTAL bewusst.

Gut, ich werde darauf bestehen, dass wir zumindest versuchen, es anders zu machen.

Historia02
21.06.2011, 11:50
Gut, ich werde darauf bestehen, dass wir zumindest versuchen, es anders zu machen.

Ja, das ist eine gute Idee. Es muss ja auch im Interesse der Erzieherinnen liegen, dass sich die Situation verbessert.

Ich verstehe aber auch das Dilemma. Gerade beim ersten Kind ist man total unsicher und macht erstmal alles, was einem die Tagesmutter bzw. die Krippenerzieherin sagt. Schließlich sind sie ja diejenigen, die Erfahrung haben. Da will man natürlich nicht gleich als die überbesorgte Mutter mit den tausend Bedenken dastehen.

(Ich habe sogar 2 Eingewöhnungen durch, einmal bei der Tagesmutter und dann 4 Monate später nochmal in der Krippe ...)

Inaktiver User
21.06.2011, 20:44
Ich kann dich auch nur darin bestärken, mit den Erzieherinnen gemeinsam einen Weg zu finden, und ihnen auch ganz klar zu sagen, was du erwartest.

Ich habe jetzt auch zwei Eingewöhnungen hinter mir - und sie waren so verschieden, wie auch meine Kinder verschieden sind.

Eins vorweg: beide Kinder haben bei mir lange gebraucht. Wir mussten aber bei beiden ganz unterschiedliche Wege finden, um damit umzugehen.

Mit dem Großen bin ich einfach sehr, sehr lange (bestimmt ein Jahr lang, was aber auch daran lag, dass es dann eine längere Phase mit Erziehernotstand und -Wechsel gab) einfach 10, 15, 20 Minuten da geblieben - bis er von sich aus so weit war, dass das Spielen mit den anderen Kindern wichtiger war als ich, und er mir nur ein kurzes Tschüss zuwinkte und weg war. Heute (er ist jetzt etwas über 3) muss ich froh sein, wenn er mir überhaupt noch zu winkt, weil ich ab Eingangstür Kita eigentlich abgemeldet bin, seine Gruppe hat einen sehr starken Zusammenhalt und er fühlt sich pudelwohl.

Der KLeine ist jetzt anderthalb... Eingewöhnung lief anfangs auch so, wir sind die erste Zeit einfach gemeinsam im Raum, usw. Ich war sowas von uninteressant.
Dann erster Versuch der Trennung - großes Geschrei.
Am nächsten Morgen ist das Kind nicht mehr von meiner Seite gewichen.
Und auch in den nächsten Tagen wurde es nur langsam besser.
Nächster Versuch. Selbes Ergbnis.
Mit der Erzieherin gesprochen, die mir klar sagte: es fließen keine Tränen... und ihre Erfahrung sagt ihr, dass es bei ihm nicht Trennungsschmerz ist, Kummer, weil er alleingelassen wird, sondern eher Wut und Zorn, weil es nicht so läuft, wie er es für optimal hält. Und ja, mein Kleiner ist ein immenser Dickschädel, der sich tatsächlich vor die Wand stellt und prüft, was härter ist: sein Kopf oder eben die Wand...
Ich sollte also nicht erst lange mit ihm im Raum sein, sondern ganz schnell gehen und gar nicht groß drauf eingehen - nach zwei Tagen mit viel Geschrei ließ er sich dann recht rasch beruhigen, aber die Trennung verlief immer noch dramatisch.
Tja. Als es gerade anfing, besser zu werden, haben BEIDE Erzieherinnen seiner Gruppe gekündigt und waren innerhalb von 2 Wochen einfach weg... das hat den Prozess nochmal deutlich in die Länge gezogen. ich als Elternteil wusste ja morgens auch nicht, welche Erzieherin nun heute zuständig wäre, jede hat eine andere Art, die Übergabe resp. Ablenkung etc zu gestalten...
Erst, seit sich die Situation da normalisiert hat, klappt es jetzt auch beim Abgeben. Ich achte immer noch drauf, zu besprechende Dinge besser beim Abholen zu klären und so kurz wie möglich in seiner Gruppe zu sein, aber mittlerweile klammert er sich zwar erst noch bei mir fest, lässt sich aber sofort und unmittelbar ablenken und in den Tagesablauf einbeziehen.
Und ist den ganzen Tag dann fröhlich, macht überall super mit, schläft da problemlos, akzeptiert jetzt auf einmal auch alle Erzieherinnen der EInrichtung, auch wenn er sie gar nicht kennt, usw.
Dass er sich außerdem drauf freut, merke ich klar auch daran, dass er morgens strahlt, wenn ich sage, es geht jetzt gleich in die Kita. Und er sofort losläuft, seine Schuhe und Mütze anzuziehen (naja, zu probieren *g*)

Reduktion
23.06.2011, 09:10
Tja. Als es gerade anfing, besser zu werden, haben BEIDE Erzieherinnen seiner Gruppe gekündigt und waren innerhalb von 2 Wochen einfach weg... das hat den Prozess nochmal deutlich in die Länge gezogen. ich als Elternteil wusste ja morgens auch nicht, welche Erzieherin nun heute zuständig wäre, jede hat eine andere Art, die Übergabe resp. Ablenkung etc zu gestalten...

Das ist echt shit! Gerade für so kleine Kinder....


@ Jonagold: Man spürt den Druck zwischen Deinen Zeilen und ich kann diesen Druck absolut nachvollziehen! Diesen Termin im Nacken zu haben macht das Ganze nicht einfacher. Ich würde auch versuchen, diesen Druck wegzubekommen, a.) vielleicht kann der Vater doch Urlaub nehmen? (zur Not krank schreiben lassen?), b.) kannst Du mit Deinem Chef sprechen, die Grenze zur Not 1 Monat nach hinten zu verschieben? c.) doch die Großeltern bitten für diese Zeit herzukommen?

Das Ganze scheint schwierig zu sein für Dein Kind, ich würde hier lieber mehr als zuwenig auf ihn eingehen. Und bitte nicht mit der Brechstange ("da muss er jetzt durch").


Manchmal allerdings ändern die Kleinen auch ihr Verhalten auf jetzt und gleich, und alle Sorgen, die man hatte, sind unnötig geworden :blumengabe:

Willauch
23.06.2011, 10:05
Hallo,
ich habe nicht alles hier gelesen und möchte aber auch noch meinen Senf dazu abgeben:

Berliner Modell war bei uns auch das Ding- alleine mit der Erzieherin kenne ich aber nicht. Finde ich auch etwas merkwürdig, vor allem da es ja eine künstliche Situation ist die im normalen Krippenalltag garnicht vorkommt...

Und auch wenn es nicht aufbauend ist, aber es gibt auch Kinder die auch auf Dauer nicht "in die Krippe stürmen" und glänzende Augen beim Wort Kiga bekommen. Mein Sohn geht in die Krippe seit er 1,5 Jahre alt ist und nun ist er 2,5 Jahre. Er geht gerne in die Krippe und hat dort auch einen besten freund-trotzdem klammert er sich immernoch jeden Morgen an mich und wenn Pausen wie Ferien sind vergießt er auch mal eine Träne. Kinder sind Individuen-jeder ist anders.

Mit den Erzieherinnen würde ich klare Worte sprechen-du MUSST arbeiten, ihr habt es jetzt 4 Wochen ganz sanft nach ihrer Methode versucht. Da das so nicht klappt müssen Sie was ändern-auch wenn es vielleicht mit Geheul verbunden ist. Es kann nicht sein das du Druck hast weil die Erzieherinnen es nicht besser hinbekommen!

Ich wünsche dir das dein Kleiner ganz bald gerne in Krippe geht und du mit gutem Gefühl wieder arbeiten kannst. Mir hat immer geholfen (und tut es auch heute noch), dass die Krippe den Kindern wirklich was bringt-sie haben andere Kinder und eine Förderung die du Ihnen zu hause nicht bieten kannst!

Alles Liebe willauch:blumengabe:

xanidae
23.06.2011, 10:40
ich halte nichts vom berliner modell. im grunde halte ich gar nichts von eingewöhnungsmodellen. jedes kind ist anders und jede mutter auch, sowie die äußeren umstände.

warum nicht einem kind, dass länger braucht mehr zeit geben und bei einem anderen, dass sich schnell eingewöhnt, die zeit verkürzen?

die krippen/kitas, die hier im umkreis das berliner modell durchführen haben alle ähnliche probleme: es wird ein zeitraum veranschlagt, in dem zeitraum klappt es nicht - eltern stehen unter druck, weil die arbeit ruft.


@jonagold
kannst du mit den erziehern sprechen und eine veränderung der eingewöhnung bewirken? z. b. dass andere kinder anwesend sind, dass dein kind so kommt, dass es z.b. frühstück oder mittagessen miterlebt? letzteres wird hier in der kita so praktiziert, dass die kinder gegen 10 oder 11 kommen und dann bis übers mittagessen (=12:30) bleiben. die eltern halten sich im hintergrund oder werden auch weg geschickt. das klingt jetzt blöd, aber die meisten erzieherinnen haben es ganz gut raus, wann der passende zeitpunkt für eine kaffeepause der eltern ist. diese findet dann erst in der kita und dann außerhalb der kita statt.

in unserer kita werden 1 - 4 wochen für die eingewöhnung veranschlagt. davor sollen die kinder regemäßig einmal die woche zum schnuppern kommen (also so ca. 2-3 monate vor eingewöhnung). da gibt es einen festen termin, was auch dazu dient, dass die neuen eltern sich kennenlernen. d. h. für die eltern gibt es einen kaffeetisch und die kinder erobern von da aus die kita. werden von erzieherinnen und anderen kindern eingeladen mitzukommen.


toitoitoi - für die nächsten tage.

Wiesenkraut
23.06.2011, 11:22
ich halte nichts vom berliner modell. im grunde halte ich gar nichts von eingewöhnungsmodellen. jedes kind ist anders und jede mutter auch, sowie die äußeren umstände. aber das ist doch genau das, was das berliner Modell sagt:smirksmile:

Jonagold ich hab mir gerade das Berliner Modell noch mal angeschaut, weil ich mir sicher war, dass Beller (der Erfinder des Berliner Modells) gerade die anderen Kinder als sehr wichtig erachtet und so ist es auch.

In der allmählichen und moderierten Eingewöhnung wird das Kind in eine Position versetzt, in welcher es seinem natürlichen Interesse an anderen Kindern und vorhandenen Spielzeugen durch Kontaktaufnahme und Exploration nachkommen kann. Kleinkinder haben selten Angst vor fremden Kindern. Die Kindergruppe und Spielzeuge können als
Gegengewicht zu den Angst auslösenden Momenten wirken, indem sie das Kind dazu bewegen, sich vom Elternteil zu lösen und neu zu orientieren. So werden selbständige Tätigkeiten ausgelöst, die die Eigeninitiative des Kindes an die
Stelle seiner von Trennungsangst ausgelösten inaktiven und passiven Haltung treten lässt.
Diese Funktion der Kindergruppe wird zerstört, wenn die Kinder während der Eingewöhnung auf andere Gruppen verteilt werden, damit das einzugewöhnende Kind, seine Mutter und die Betreuerin allein sein können, um sich näher zu
kommen und die Betreuerin die Mutterrolle übernehmen kann. Leider wird ein solches Vorgehen aus "bindungstheoretischen" Begründungen nicht selten praktiziert. Quelle Berliner Modell nach Beller (http://www.studentenwerk-berlin.de/kita/kindertagesstaetten_als_bildungseinrichtung/eingewoehnung/dokumente/Berliner%20Modell%20von%20Kuno%20Beller.pdf)
VORSICHT PDF läd sich gleich runter

vielleicht hilft dir das ja beim Argumentieren, wenn die Kita schon sagt sie arbeitet nach dem Berliner Modell

xanidae
23.06.2011, 11:38
wenn das so ist, dann ziehe ich meine aussage zurück und stelle fest, dass die kita, die das berliner modell umsetzt, es anscheinend falsch umsetzt.

Tirza
23.06.2011, 17:09
Bei meinem Sohn hat die Eingewöhnung zwar erst super geklappt, aber nach einigen Wochen hatten wir lange einen heftigen Abschiedsschmerz. - Die Erzieherin hat ihn dann immer mit Seifenblasen "bestochen". Er liebt die, noch heute. Gibt es nichts, was den Abschied ein bißchen versüßen könnte? Wasserspiele o.ä. sind hier auch der Hit.

Tinchen77
23.06.2011, 23:04
Ich arbeite als Tagesmutter und kann mich vor allem Wiesenkraut anschließen.
Vor allem ist es ja wirklich so, wie wir im Rheinland sagen "Jeder Jeck ist anders"
Und, wenn Du Druck und Ängste hast - so blöd das auch ist, das überträgt sich.
Ich hatte ein Kind, wenn die Mutter es brachte, ging er einfach spielen, brachte der Vater wurde heftigst geweint und geklammert...
Nun gut, das hilft Dir nur mäßig, aber: jedes Kind kommt irgendwann an!
Ich habe noch für keine einziges Kind mehr als 6 Wochen gebraucht!
Im Moment gewöhne ich eine junge Dame ein, die sich auch etwas schwerer tut, aber ich höre auch viel auf die Eltern: Wenn die Mutter mir sagt, das und jenes sind Anzeichen dafür, dass sie sich langsam wohl fühlt: super! Ich kenne das Kind doch noch gar nicht richtig...
Ich gebe also meine Erfahrung beim Eingewöhnen hinzu - die Mutter ihre Erfahrung mit ihrem Kind: aus beidem zusammen machen wir die "perferkte" Eingewöhnung.
So würde ich an Deiner Stelle folgende Dinge tun:

- Mach Dir klar, das es klappen wird! So wirst Du (bestimmt!! *stärk*stärk*) den Druck los.
- Sprich mit den Erzieherinnen (s. z.B. xanidae...) eine Erzieherin mit Deinem Kind allein, und das seit 3 Wochen??? Ändert was! Manchmal bleibt man so blöd stecken...

LG und Kopf hoch, das wird!!

Jonagold75
27.06.2011, 14:12
Vielen Dank auch noch den späteren Antworten! Es hilft mir, wenn ich lese, wie es bei anderen läuft oder gelaufen ist!
Heute hatten wir das erste Mal "Eingewöhnung mit Kindern", richtig besser war es auch nicht. Als ich rausging- Gebrüll, 15 Minuten ohne große Unterbrechung, vielleicht mal zum Luftholen :knatsch:
Was mich ein wenig nachdenklich macht, ist, dass er die "Trennungsängste" auch auf zuhause überträgt, d.h. wenn ich mal ohne ihn weggehe, Jacke und Schuhe anziehe und er beim Papa bleiben soll, gibt es plötzlich auch Gebrüll, was vorher nie so war. Es war, wie gesagt, immer ganz unkompliziert, ihn eine zeitlang abzugeben, auch an Dritte. Ich habe das Gefühl, es liegt noch ein weiter Weg vor uns....

Tirza
27.06.2011, 16:10
Liebe Jona,
ich hab gerade nochmal nachgelesen. Dein Sohn ist 18 Monate alt. Ich glaub, dass das typisch ist für das Alter, weil die ja doch schon begreifen, was passiert. -Nur leider verstehen sie noch nicht genug, dass Mama später wieder kommt und es dennoch schön sein kann. Hat er ein Kuscheltier oder ähnliches was er toll findet? Oder ein Photoalbum von Euch, was er mitnehmen kann?
Mag er schon Bücher schauen? Jakob und der Kindergarten ist z.B, auch schon für kleinere geeignet.
Ich wünsche Euch gute Nerven und dass die Phase schnell vorbei ist, Tirza (die so manches Mal nach dem Abgeben des weinenden Tirzis auch geweint hat)