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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zeckenbiss in der Frühschwangerschaft



Inaktiver User
15.06.2011, 10:17
Liebe Bricom-Gemeinde,

mein Problem passt zwar grundsätzlich auch in die "Gesundheits-Ecke", aber ich hoffe hier auf mehr Erfahrungsberichte, um die es mir v.a. geht.

Ich bin derzeit in der 10. Woche schwanger. Gestern entdeckte ich an mir eine Zecke, die sich wohl nachts festgebissen hatte. Wir sind Risikogebiet für Borreliose, etwa 30% der Zecken sind Überträger. Da die lieben Tierchen leider auch in unserem Garten vorkommen - und von dort hatte ich sie definitiv auch -, hatte ich gleich eine Zeckenkarte zur Hand, mit der mein Mann sich an die Entfernung machte. Immerhin ist der Zeitfaktor ja nicht unwesentlich bei der Übertragung von Borreliose. Leider klappte es nicht wie gewünscht - die Zecke zerriss, und zwar gleich mehrfach, so dass letztlich ein kleiner Rest sogar in der Haut verblieb. Da kein Allgemeinmediziner greifbar war, bin ich zu meinem Gynäkologen, der den Rest der Zecke entfernte und meinte, er würde zu einem Bluttest nächste Woche raten, um eine evtl. Infektion abzuklären - Zecke wurde nicht eingeschickt (der weitaus größte Teil lag ja auch in unserer Kloschüssel). Sollte der Test eine Borrelieninfektion nachweisen, sollte ich Antibiotika nehmen.

So, und nun habe ich den Fehler gemacht zu googeln und festgestellt, dass a) eine Borrelioseerkrankung in der Schwangerschaft kein unerhebliches Risiko für das Kind darstellt und b) ein Bluttest nach einer Woche vermutlich kein Ergebnis bringt und letztlich insgesamt als Diagnoseinstrument ohne Symptome - die ich eigentlich nicht abwarten will - nicht aussagekräftig ist.

Was jetzt also tun bzw. hat eine von Euch Erfahrungen? Gleich Antibiotika nehmen (widerstrebt mir)? Die Symptome abwarten (heißt das nicht, dass dann auch das Kind schon betroffen ist)? Doch auf den Bluttest vertrauen und ihn evtl. eben nach einigen Wochen wiederholen? Eigentlich gibt es keine Lösung, mit der ich glücklich bin.:knatsch:

myDara
15.06.2011, 10:24
Tiramisu, erteil dir schleunigst Googel Verbot und versuch den Ärzten zu vertrauen. Recht viel mehr kannst du jetzt nicht machen. Ich würde sicherheitshalber in der nächsten Uni Klinik oder an irgendeiner Stelle die wirklich noch drauf spezialisiert sind (gibt es sowas wie eine Zecken Ambulanz, hier bei uns gibt es so eine Stelle) anrufen und vorstellig werden!

Alles Gute für dich!!!

Mittwoch
15.06.2011, 10:29
Erst mal herzlichen Glückwunsch zur Schwangerschaft!!

Und zweitens: ruhig bleiben. Du hast das Glück, das Vieh entdeckt zu haben, kannst also überwacht werden. Meine Freundin hat die komplette Schwangerschaft mit einer nicht entdeckten Neuroborreliose herumgebracht (war echt schrecklich) und es hieß immer schön, dass sie wohl Schwangerschaftsmigräne habe... Pustekuchen.

Abgesehen davon, dass die Mutter es wirklich nicht leicht hatte (die Borreliose wurde erst zwei Monate nach der Entbindung diagnostiziert!), ist die Kurze kerngesund und putzmunter. Und die Mutter inzwischen passend therapiert.

Das wird schon, es muss kein Borrelioseträger gewesen sein und v.a. weiß dein Arzt, wonach er suchen muss, das sind schon mal günstige Voraussetzungen, auch wenn es natürlich Mist ist, dass du das Drecksviech überhaupt abgekriegt hast!

Sprich deinen Gyn/Hausarzt auf jeden Fall an, ob er jemanden weiß, der sich mit Borreliose richtig auskennt (Neurologe z.B.) und lass dich überweisen. Das schwierigste an der Erkrankung ist leider nach wie vor, jemanden zu finden, der sich damit auskennt.

Aber in Bezug auf das Kind musst du dir wirklich verbieten, allzu viel im Internet zu lesen. Wir haben auch alle latent hysterisch die Entwicklung des Babys durchinterpretiert und im Ergebnis ist sie als Geschwisterkind ihrer großen Schwester ein gutes halbes Jahr voraus im Können (was das Vergleichsalter angeht), wächst und gedeiht prächtig und hat einen fürchterlichen Sturkopf für ein 13 Monate altes Mädchen. :smirksmile:

LG
Mittwoch

Inaktiver User
15.06.2011, 11:06
glückwunsch zur schwangerschaft!:blumengabe:

ich finde die maßnahmen deines arztes ok, darauf solltest du vertrauen. und dir selber google-verbot erteilen!

abgesehen davon haben 70% der zecken in deiner gegend keine borreliose, das ist doch mehr als die hälfte.
unschön ist natürlich, daß die zecke so zerteilt wurde, da kann ich dir eine zeckenzange empfehlen, mit den karten habe ich keine erfahrung, das klingt aber ungut.

du solltest die stelle beobachten und bei einer starken rötung / einem roten ring nochmals zum arzt gehen, dann hast du sicher eine infektion. allerdings ist das ein unsicheres zeichen, denn es gibt auch infektionen ohne sichtbare rötungen.

zur vorbeugung: ich sprühe mich und die kinder immer mit autan ein, das hilft gut und wir müssen nur selten zecken entfernen...

alles gute wünscht bilo, die totalen ekel vor zecken und co hat und schon diverse ausreissen musste... *brrrr*:knatsch:

Inaktiver User
15.06.2011, 11:18
Zunächst mal danke für die Antworten und die Glückwünsche zur Schwangerschaft. Ich wollte jetzt nicht, dass hier der Eindruck entsteht, ich sei völlig panisch und googele den lieben langen Tag wg. Borreliose etc. So schlimm ist es nicht. Ich weiß, dass die Wahrscheinlichkeit, dass ich mich nicht infiziert habe, deutlich höher als die einer Infektion ist. Ich hatte in meinem Leben schon viele Zecken und habe sie aus meiner Kindheit als etwas ziemlich Normales in Erinnerung; damals war allerdings auch noch keine Rede von Borreliose.

Selbst die Aussicht einer Infektion im nichtschwangeren Zustand würde mich ziemlich kalt lassen. Ich weiß, dass ich gestochen wurde, kann also Symptome (Wanderröte, grippeähnliches Gefühl, Gelenkschmerzen) abwarten und entsprechend einordnen, dann Antibiotika nehmen und gut. Nur der zusätzliche Umstand meiner Schwangerschaft beunruhigt mich; soll heißen: Ich fürchte Schäden für das Kind, auch eine eventuelle Fehlgeburt (wäre leider nicht meine erste). Daher war es für mich gut zu lesen, dass Mittwochs Freundin trotz unentdeckter Borreliose ein gesundes Kind zur Welt gebracht hat. Ich hoffe, auch die Freundin ist vollständig genesen!

Heute Abend habe ich ohnehin einen regulären Termin beim Gynäkologen. Ich werde mit ihm das weitere Vorgehen nochmals in Ruhe besprechen - gestern war dazu nicht wirklich Gelegenheit.

Inaktiver User
15.06.2011, 11:22
Ach ja, Vorbeugen mit Autan: Hört sich grundsätzlich schon gut an - wenn die Gefahr nur bei gelegentlichen Ausflügen bestünde. Weder mich selbst noch meine 16 Monate alte Tochter möchte ich aber jedes Mal damit einnebeln, ehe wir nur in unseren eigenen Garten gehen. Wobei wir die Kleine erstens mit mehr Umsicht anziehen als uns selbst und sie zweitens ganz offenbar abends auch gründlicher absuchen. Wobei - vorgestern trug ich Socken, lange Jeans und Sweatshirt mit 3/4-Arm, allerdings Hose und Shirt ohne anliegende Bündchen. Aber wegen der Kleinen sitze ich natürlich viel am Boden/im Gras. Die Viecher sind wirklich häufig bei uns. Mein Mann hatte erst vor 3 Wochen eine. Vielleicht sollte ich wenigstens jetzt in der Schwangerschaft Autan anwenden...

Mittwoch
15.06.2011, 11:39
Deswegen schrieb ich ja sofort, wir waren damals alle durch den Wind, nachdem das Sch...ergebnis bekannt war. Meine Freundin ist bis jetzt schubfrei (klopf auf Holz) und v.a. die Kleine hat 0,0 abgekriegt und ist in der Entwicklungs- und Wachstumskurve über der Altersnorm (Geschwisterkind halt).

Alle Tests waren bei der Kurzen unauffällig, nur meine Freundin war erst mal recht lädiert, was aber kein Wunder war, sie ist ja praktisch erst nach gut 11 Monaten akutem Schub diagnostiziert worden, aber auch hier trat dann rasch Besserung ein, nachdem endlich mal ein Arzt eine Eingebung hatte und sie richtig getestet wurde (Anfangsverdacht war Schlaganfall, was ja nun knapp am Thema vorbei war...).

Mach' dich echt nicht verrückt und geh' Step by Step vor, das ist echt Glück im Unglück, das Kacksaudrecksmistvieh entdeckt zu haben, das ist schon mal die halbe Miete bei dem Ganzen! Und höchstwahrscheinlich bist du bei den 70 % dabei, dann löst sich alles in Wohlgefallen auf, wirst schon sehen!

LG
Mittwoch

Inaktiver User
19.06.2011, 09:12
Hallo Tirami-Sue,
aus dem Schwangerschaftsalter bin ich schon eine Weile raus... nur auf der Suche nach einem anderen Strang hierher geraten.
Zur Borrelliose. Wie hier schon gesagt, nicht jede Zecke trägt Bakterien in sich, nicht jede infizierte Zecke überträgt die Biester beim Saugen UND nicht jede Infektion führt zur Erkrankung (nur 10-12% der INFIZIERTEN erkranken auch).

Wie man an meinem Avatar unschwer erkennt, ich habe Hunde, bin viel draußen. Daher auch öfter Zecken...
Im Herbst hatte ich dann tatsächlich Borrelliose Antikörper, ich hatte testen lassen weil ich eine ganz schwache Rötung gesehen habe.
Ich lehne allerdings eine zu rasche AB-Gabe ab, daher habe ich auch nach/oder trotz der Antikörper
Feststellung abgewartet und nach 8-10Wochen einen LTT-Test machen lassen. Der zeigt ziemlich genau an, ob dein Körper derzeit akut mit Borrellien kämpft.
Das würde ich dir auch empfehlen. Abwarten, wenn du keine Symptome bekommst dann in einigen Wochen LTT-Test und dann kannst du immer noch entscheiden, wie es weitergehen soll.
Diesen Test empfiehlt im übrigen auch die Borreliose- Vereinigung... sagt Dr. google und meine Hausärztin
Bei mir war übrigens trotz Antikörper nichts festzustellen, mein Immunsystem scheint die Biester abgewehrt zu haben *auf holz klopf*

Alles Gute für dich, deine Familie und das ungeborene Menschlein :blumengabe:.

LG