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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Was passiert in einer Ki-Wu Klinik? *angst



sweet_shine
26.05.2011, 19:04
Hallo Ihr Lieben,

nach einer Weile erfolglosem Hibbeln wurden wir nun zu einer Ki-Wu Klinik überwiesen. An sich meinte meine Gyn zwar, dass solche Projekte auch mal gut und gerne über ein Jahr dauern können, aber ich würde mich gerne mit den entsprechenden Untersuchungen absichern.

Jetzt habe ich aber keine Ahnung, was mich erwartet. Ich habe Angst, dass man mich gleich wieder wegschickt, weil meine Ärztin bei mir keine besondere Untersuchungen gemacht hat, außer Ultraschall und mein Freund noch gar nicht untersucht wurde. Kann das die Ki-Wu Klinik selbst machen, oder müssen wir vorher einen Urologen finden? Habe auch Angst vor schmerzhaften Untersuchungen. Meine Ärztin meint auch, ich sollte aufpassen, dass man uns nicht sofort die härtesten Behandlungsmethoden andreht, mit denen die Ärzte dort Geld verdienen wollen. Irgendwie bin ich total nervös. :( Habe Angst, dass ich jetzt in eine Spirale entwürdigender, kostspieliger Behandlungen gerate und am Ende doch kinderlos bleibe. :(
Weiß jemand von Euch, wie so ein Ersttermin abläuft (ich gehe erstmal alleine hin, weil ich meinen Freund durch meinen Kinderwahn so nervös gemacht habe, dass er nun noch verunsicherter ist, als ich ;))?

Freue mich über jede Antwort!
Liebe Grüße!

:blumengabe:

Halbnomadin
26.05.2011, 21:42
Moin.

Sweet-Shine, bitte gib meine Antwort und die weiteren, welche Du hier bekommen wirst, auch Deinem Partner zu lesen!

Erstens ist eine Kinderwunschbehandlung für ein halbes Paar sinnlos,
zweitens ist der Anfang ein simples Beratungsgespräch darüber, welche Untersuchungen sinnvoll wären und welche erstmal nicht. Auch Dein Freund sollte mit beraten werden. Euch erwartet wirklich erstmal nichts als ein Gespräch mit einem Arzt, welcher Untersuchungsangebote macht.

Anschließend könnt Ihr gerne ein paar Nächte darüber schlafen und dann entscheiden, ob Ihr Euch untersuchen lasst. Falls ja, dann macht Ihr dafür Termine mit der Kiwupraxis aus.

Wahrscheinlich wird Dir ein Zyklusmonitoring empfohlen. Dabei untersucht man Dich während eines Zyklusses mehrfach per Ultraschall und nimmt immer wieder Blutproben, um herauszufinden, wann im Zyklus Dein Eisprung ist und ob Deine Hormonwerte normal oder irgendwie verändert sind.
Deinem Freund wird wahrscheinlich empfohlen, eine Spermaprobe abzugeben und sich vom Urologen untersuchen zu lassen.

Alle diese Untersuchungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen normalerweise anstandslos bezahlt.

Wenn alle Untersuchungsergebnisse vorliegen, gibt es ein zweites Beratungsgespräch. Darin wird Euch vorgeschlagen, was man tun könnte, um Eure Chancen auf Nachwuchs zu erhöhen. Außerdem werdet Ihr darauf aufmerksam gemacht, dass solche Behandlungen maximal zur Hälfte von den Kassen übernommen werden, bei manchen Verfahren gibt es die Kostenübernahme nur für verheiratete Paare.

Lasst Euch Eure Untersuchungsergebnisse und den Behandlungsvorschlag ausdrucken, geht heim und redet darüber. Und dann entscheidet Ihr gemeinsam, was Ihr machen lassen wollt und was erstmal nicht in Frage kommt.

Angst musst Du nicht haben vor der Kiwupraxis, dort sind Fachärzte für das Thema, welches Dir im Moment unter den Nägeln brennt. Aber seht zu, dass keine Beziehungskrise daraus wird! Kinder bekommt man nicht alleine, dafür sind zwei Menschen nötig.

Lieben Gruß - Halbnomadin

P.S. Damit unser Söhnchen zu uns kommen konnte, mussten uns die Kiwu-Ärzte helfen, ihm ein paar Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Es war nicht einfach, hat sich aber gelohnt.

Inaktiver User
26.05.2011, 21:47
Bevor ich da auch nur einen Fuss reinsetzen würde würde ich als erstes meinen Partner auf seine Zeugungsfähigkeit untersuchen lassen - ich setze mal voraus, dass euer Kinderwunsch von euch beiden ausgeht und er da nichts dagegen hat.

Dich allein in eine Kinderwunschklinik zu überweisen obwohl noch nicht mal abgeklärt wurde ob dein Partner zeugungsfähig ist finde ich nicht sehr seriös von der Ärztin - weil die Untersuchung beim Mann ja nun wirklich unkompliziert ist.

Inaktiver User
26.05.2011, 21:52
Bevor ich da auch nur einen Fuss reinsetzen würde würde ich als erstes meinen Partner auf seine Zeugungsfähigkeit untersuchen lassen - ich setze mal voraus, dass euer Kinderwunsch von euch beiden ausgeht und er da nichts dagegen hat.

Das geschieht im allgemeinen in der Kinderwunschklinik.


Dich allein in eine Kinderwunschklinik zu überweisen obwohl noch nicht mal abgeklärt wurde ob dein Partner zeugungsfähig ist finde ich nicht sehr seriös von der Ärztin - weil die Untersuchung beim Mann ja nun wirklich unkompliziert ist.

Meine Ex-Frau und ich waren auch einmal in einer solchen Klinik. Natürlich geht man da gemeinsam hin und dann erfolgen eben die üblichen Untersuchungen. Bei meiner Frau eben das ganze gynäkologische. Und bei mir eben die Frage der Zeugungsfähigkeit mit allem drum und dran.

Wenn dann alle Ergebnisse vorliegen, dann hat man ein erneutes Gespräch mit dem Arzt und der erzählt einem dann wie es weitergehen kann. Oder auch eben nicht.

Eteterfon
26.05.2011, 22:40
Das geschieht im allgemeinen in der Kinderwunschklinik.
Das könnte er aber auch beim Urologen seines Vertrauens machen lassen. Aber sowas haben Männer ja in der Regel nicht - wir Frauen gehen ja in der Regel einmal im Jahr zum Frauenarzt - das tun Männer mit dem "Männerarzt" nicht...

Und wenn in der KiWu-Praxis: dann macht es erst recht keinen Sinn, wenn sie erstmal alleine hingeht, oder? Die Spermien-Untersuchung ist doch neben einem Zyklusmonitoring (einfach erstmal mit NFP für 3 Monate, zB) das, was am einfachsten zu machen ist. Oder seh ich das falsch?

Liebe sweet-shine:
wie alt seid Ihr und wie lange habt Ihr es bisher probiert? Gibt es wirklich schon konkret Grund zum Unruhigsein? Ich kann das zwar nachvollziehen (wir probieren selber schon seit einer Weile) aber wir möchten uns nicht überstürzt große Sorgen machen. Aber bei uns wird auch der erste Schritt dann die Untersuchung meines Mannes sein - denn nach dem, was wir bisher wissen, "funktioniere" ich soweit normal. Ich mache schon lange NFP, weiß zB also, dass ich jeden Zyklus einen Eisprung habe. Und auch beim Frauenarzt war bislang soweit alles ok. Das ist ja schonmal was, auch wenn es natürlich noch x Sachen geben könnte, die verkehrt sind. Bevor ich da aber Weiteres an mir rummachen lasse, soll erstmal mein Mann ran. Vielleicht hat's auch einfach noch nicht geklappt, was in meinem "hohen Alter" von 35 auch nicht ungewöhnlich wäre.

Bitte lasst Euch gemeinsam beraten. Im Leben ginge ich nicht alleine in eine Kinderwunsch-Praxis. Zur Frauenärztin - ja. Mein Mann zum Uologen - auch ja. Aber weitere Beratung? Nee, das würde ich gemeinsam machen wollen.

Inaktiver User
26.05.2011, 22:44
Das könnte er aber auch beim Urologen seines Vertrauens machen lassen. Aber sowas haben Männer ja in der Regel nicht - wir Frauen gehen ja in der Regel einmal im Jahr zum Frauenarzt - das tun Männer mit dem "Männerarzt" nicht...

Und wenn in der KiWu-Praxis: dann macht es erst recht keinen Sinn, wenn sie erstmal alleine hingeht, oder? Die Spermien-Untersuchung ist doch neben einem Zyklusmonitoring (einfach erstmal mit NFP für 3 Monate, zB) das, was am einfachsten zu machen ist. Oder seh ich das falsch?......


Ich weiß nicht wie es andere Kinderwunschkliniken handhaben, aber in der Uni-Klinik Düsseldorf verläßt man sich nur auf die eigenen Ergebnisse und berät und behandelt die Paare immer zusammen.
Also nicht bei den Untersuchungen. Du verstehst schon was ich meine.:smirksmile:

Ich hatte sogar Ergebnisse von einer Urologin, aber darauf wollten sie sich nicht verlassen.

Ich stimme aber mit allen überein die es für Unsinn halten das sie da zuerst alleine hin soll.

Laborschnecke
26.05.2011, 22:46
Die Spermien-Untersuchung ist doch neben einem Zyklusmonitoring (einfach erstmal mit NFP für 3 Monate, zB) das, was am einfachsten zu machen ist. Oder seh ich das falsch?


Nein, das siehst Du nicht falsch- zum Zyklusmonitorung gehört aber auch eine Blutabnahme (mindestens), so dass das Spermiogramm eben noch einfacher ist als das Monitoring.

Inaktiver User
26.05.2011, 22:49
Nein, das siehst Du nicht falsch- zum Zyklusmonitorung gehört aber auch eine Blutabnahme (mindestens), so dass das Spermiogramm eben noch einfacher ist als das Monitoring.

Wobei sich die Untersuchung beim Mann nicht auf die zwei Spermiogramme beschränkt.

Candle
26.05.2011, 22:58
In unserer KiWu-Klinik haben sie auch generell ein neues Spermiogramm angefertigt.
Den Ablauf hat Halbnomadin ja schon beschrieben.

Im Strang "Die Hoffnung nach Jahren noch nicht aufgegeben" findest du viele Mädels, die den Weg schon gegangen sind (oder gerade gehen).

Wünsche euch alles Gute für die Entscheidungsfindung - und keine Sorge, ihr werdet sicher nicht weggeschickt :blumengabe: .

Gruß Candle

Etoile
26.05.2011, 22:58
da gebe ich coeur recht! wir hatten beide vorher schon untersuchungen gemacht, die nochmals durchgeführt worden sind. und anderes dazu!

aber sweet-shine, halbnomadin hat dir ausführlich antwort gegeben. und du brauchst wirklich keine angst zu haben. gehe bitte zum termin, aber zusammen mit deinem mann. und ihr werdet zu nichts gezwungen. das erste wird bei dir ein zyklus monitoring sein, und bei deinem mann das spermiogramm. das kostet zwar auch geld, aber ist halt das einfachste, was zu tun ist. du wirst im moment nichts tun müssen, was weh tut. ausser die piks beim blutabnehmen.

darf ich fragen, wie alt ihr seid und wie lange ihr schon versucht, schwanger zu werden?

alles gute, etoile:blumengabe:

Etoile
26.05.2011, 22:59
candle :wangenkuss:

Laborschnecke
26.05.2011, 22:59
Coeur de Lion
Das stimmt, wenn das SG auffällig ist, dann geht es erst richtig los. Was passiert, wenn es nicht auffällig ist, weiß ich nicht...

Candle
26.05.2011, 23:00
Etiole: :blumengabe: :ahoi:

Inaktiver User
26.05.2011, 23:03
Coeur de Lion
Das stimmt, wenn das SG auffällig ist, dann geht es erst richtig los. Was passiert, wenn es nicht auffällig ist, weiß ich nicht...

Also dann plaudere ich mal ein wenig aus dem Nähkästchen.

Als erstes wurde eine genaue Untersuchung der äußeren Genitalien durchgeführt. Mit einer Größenbestimmung der Hoden. Dann erfolgte die erste Abgabe einer Spermienprobe.
Im Anschluß erfolgte noch eine Abtastung der Prostata. Und eine Blutentnahme.

Zwei Wochen später dann ein Kontrollspermiogramm.

3 Wochen nach dem ersten Besuch gab es dann das Abschlußgespräch mit allen Ergebnissen.

leandra28
26.05.2011, 23:34
Bei meinem Mann wurde nie eine äußere Untersuchung vorgenommen. Das einzige, was unbedingt gebraucht wurde, war das Spermiogramm. Das wollten sie übrigens tatsächlich auch dort selber machen; eins vom Urologen hätten sie nicht akzeptiert. Genau wie einige andere hier schon geschrieben haben.

Ansonsten, sweet_shine, kann ich mich nur anschließen: Bitte keine Panik. Das sind da Experten - nicht mehr und nicht weniger. Sie sind hochspezialisiert und machen den ganzen Tag nichts anderes.

Der übliche Ablauf wurde dir ja schon geschildert. Und aufschwatzen wird man dir da üblicherweise nichts. Die sind vor allem daran interessiert, dir zum Erfolg zu verhelfen (und natürlich auch ihre Praxis-Statistik erfolgreich zu halten). Geld verdienen tun die sowieso - da bist du als einzelne nur ein kleines Rädchen!

Ich bin übrigens eine von denen, die im "Die Hoffnung auch nach Jahren noch nicht aufgegeben"-Strang schreiben! :smile: (Huhu Candle und Etoile! :ahoi:) Der Vollständigkeit halber sei aber erwähnt, dass es hier noch einen anderen Strang mit ähnlichem Thema gibt: "Kinderwunsch und Kiwu-Klinik".

Und nun: Alles Gute! :blumengabe:

Inaktiver User
26.05.2011, 23:39
Bei meinem Mann wurde nie eine äußere Untersuchung vorgenommen. Das einzige, was unbedingt gebraucht wurde, war das Spermiogramm. Das wollten sie übrigens tatsächlich auch dort selber machen; eins vom Urologen hätten sie nicht akzeptiert. Genau wie einige andere hier schon geschrieben haben.....:

So arbeiten wohl alle anders.

Eteterfon
27.05.2011, 08:02
Iaber in der Uni-Klinik Düsseldorf verläßt man sich nur auf die eigenen Ergebnisse
... und da wundert man sich noch, dass die Kassenbeiträge beständig steigen... denn wenn ein Paar schon mindestens 1 Jahr erfolglos versucht, werden doch die Kostem der Untersuchungen übernommen, oder? Aber auf ein Spermiogramm mehr oder weniger kommt's dann wahrscheinlich auch nicht mehr an... :pfeifend:

Inaktiver User
27.05.2011, 08:05
... und da wundert man sich noch, dass die Kassenbeiträge beständig steigen... denn wenn ein Paar schon mindestens 1 Jahr erfolglos versucht, werden doch die Kostem der Untersuchungen übernommen, oder? Aber auf ein Spermiogramm mehr oder weniger kommt's dann wahrscheinlich auch nicht mehr an... :pfeifend:

Tja, das denk ich auch. Und wenn ich dann so Tips höre, man könne ja auch einfach sagen, man versuche schon ein Jahr - und lässt sich schon gleich zu Anfang mal komplett durchchecken damit man alles unter Kontrolle hat, vermeintlich... Inzwischen werden ja auch prophylaktische Fruchtbarkeitschecks einfach mal so angeboten, ganz ohne konkreten Kinderwunsch.

Aber es geht ja niemand ums Geld, die Ärzte wollen einem ja nur helfen... Und je mehr medizinische Intervention desto besser, ohne Zweifel. :engel:

Die TE hat ja jetzt schon Sorge, sie gerät da in einen Prozess den sie nicht mehr so einfach stoppen kann - und das würd ich ernst nehmen. Das ist nämlich durchaus denkbar.

Eteterfon
27.05.2011, 08:25
Siehste, ewk, deswegen warten wir mal noch ein bisschen. Davor hätt ich nämlich auch ein bisschen Horror. Ich kann mir vorstellen, dass das leicht zu Überforderung führt...

Laborschnecke
27.05.2011, 08:50
... und da wundert man sich noch, dass die Kassenbeiträge beständig steigen... denn wenn ein Paar schon mindestens 1 Jahr erfolglos versucht, werden doch die Kostem der Untersuchungen übernommen, oder? Aber auf ein Spermiogramm mehr oder weniger kommt's dann wahrscheinlich auch nicht mehr an... :pfeifend:
Also, die Krankenkassen verlangen sogar mindestens 2 Spermiogramme, die im Abstand von 3 Monaten gemacht wurden, um eine ICSI zu genehmigen.
Der Grund dafür ist, dass sich die Spermienqualität auch verändern kann.
Und: Ein Spermiogramm kostet (hier, Praxis in Ostdeutschland) 20Euro. Läppert sich irgendwann, klar, aber da gibt es durchaus teurere Untersuchungen...

Eteterfon
27.05.2011, 15:20
Ich bezog mich eher darauf, dass dann jeder Arzt nochmal sein "eigenes" an Untersuchungen machen will. An sich zwar nachvollziehbar - aber es gibt ja sicherlich gültige Richtlinien etc. sodass man zumindest auf Doppeluntersuchungen bei Mann (und Frau) verzichten könnte.

Aber ebendiese Doppeluntersuchungen passieren ja leider sowieo viel zu oft, weil die Ärzte nicht untereinander kommunizieren. Es wurde gerade ein Blutbild gemacht? - Egal. Machen wir halt nochmal eins, das System zahlt's ja. Etc... aber das führt jetzt ins OT. :smile:

Louette
27.05.2011, 18:38
Liebe Sweet-Shine,

ich kann meinen Vorschreiberinnen (aus Die Hoffnung auch nach Jahren noch nicht aufgegeben) nur zustimmen, mach dir keine Sorgen, es ist alles nicht so schlimm in einer Kinderwunschpraxis.
Den Ablauf hat Halbnomadin ja schon gut beschrieben. So war es bei uns auch und wir wurden zu nichts gedrängt.
Es handelt sich um hochspezialisierte Praxen, die tatsächlich den ganzen Tag nichts anderes machen als ungewollt Kinderlose zu beraten und zu behandeln.
Falls dein Freund schon vorher ein Spermiogramm machen lassen möchte, dann kann er zum Urologen gehen, er kann es aber auch in der Kinderwunschpraxis machen lassen. Die haben in der Regel die besseren Geräte und größere Erfahrung. Das ist auch der Grund, warum die meisten Kinderwunschpraxen nur eigene Spermiogramme akzeptieren.
Unsere Kinderwunschpraxis hat meinen Mann übrigens zunächst zum Urologen geschickt, da der nicht nur ein Spermiogramm macht, sondern auch einen körperliche Untersuchung (Abtasten vom Hoden) und die Hormonwerte bestimmt.
Leider war das Spermiogramm verheerend, was teilweise auch an den schlechteren Geräten des Urologen lag. Daher wurde das Spermiogramm später in der Kinderwunschpraxis noch wiederholt.
Meine Frauenärztin hatte bei mir bereits nach nur sechs Monaten einen Hormonstatus anfertigen lassen, der völlig unauffällig war. Die Unterlagen habe ich mit in die Kiwu-Praxis genommen, die Untersuchungen wurden nicht wiederholt. Sie haben nur noch meine Schilddrüse genauer untersucht. Meine Frauenärztin wollte meinen Mann nach dem Ergebnis übrigens zum Urologen schicken, aber er hat sich geweigert, weil er noch nicht wollte. Wir hätten uns 8 Monate sparen können, wenn er gegangen wäre,... Denn nach dem Spermiogramm war absolut klar, dass alles, was wir bis dahin versucht hatten, aussichtslos ist.

Wenn ihr das Gefühl habt, dass es euch noch zu früh ist für die Kinderwunschpraxis, dann wartet noch ein bisschen. Oder geht erst einmal zu einem Infoabend.
Wenn du dich über Kinderwunschpraxen informieren möchtest, kannst du dich auch bei klein-putz.de anmelden, da gibt es viele Ordner in denen über verschiedene Praxen berichtet wird.

Was ganz wichtig ist, ihr müsst gemeinsam an einem Strang ziehen und beide in die Kinderwunschpraxis wollen. Und vergesst euch als Paar nicht, man kann natürlich in die Kinderwunschspirale geraten, aber dazu muss man nicht zwingend in die Kinderwunschpraxis gehen. Die lief bei uns schon vorher.

Wir hatten übrigens das große Glück gleich im ersten Behandlungsversuch erfolgreich zu sein.

Ich drücke euch die Daumen, dass ihr bald euer Wunschkind in den Armen halten könnt!

Liebe Grüße
Louette

Symphonie
27.05.2011, 18:48
Ich bezog mich eher darauf, dass dann jeder Arzt nochmal sein "eigenes" an Untersuchungen machen will. An sich zwar nachvollziehbar - aber es gibt ja sicherlich gültige Richtlinien etc. sodass man zumindest auf Doppeluntersuchungen bei Mann (und Frau) verzichten könnte.

Aber ebendiese Doppeluntersuchungen passieren ja leider sowieo viel zu oft, weil die Ärzte nicht untereinander kommunizieren. Es wurde gerade ein Blutbild gemacht? - Egal. Machen wir halt nochmal eins, das System zahlt's ja. Etc... aber das führt jetzt ins OT. :smile:
Ich habe schon öfters gelesen dass Spermiogramme falsch ausgewertet wurden,Ergebnisse verfälscht,zB nach zu langer Dauer bis zur Untersuchung...
EIN schlechtes S. heißt nämlich noch garnichts und siehst auch oft bei einem anderen Arzt ganz anders aus.
In der KiWu Klinik arbeiten sie wohl "genauer" bzw die Ergebnisse sind oft anders und eindeutiger.Da kann ich schon verstehen dass sie ihre eigenen Untersuchungen machen wollen.

Genauso mit dem Zyklusmonitoring.
Wenn man hier in der Bri mal mitliest und vergleicht, wie die Z. bei den div. Frauen gemacht werden...vollkommen unterschiedlich. Von nur einmal Blutabnehmen vor dem Eisprung,nur einmal Ultraschall und und.
Dann doch lieber eine eigene Untersuchung die wirklich den Ansprüchen gerecht wird und so ausführlichere Behandlungen evtl verhindern kann.

sweet_shine
28.05.2011, 12:58
Ihr Lieben,

ich danke Euch allen 1000mal für Eure ausführlichen Antworten!! :liebe: Möchte Euch alle virtuell umarmen!! :kuss:
Jetzt geht es mir tatsächlich schon besser. Blutabnahme, Ultraschall und normale Untersuchung bekomme ich hin.
Und ja, meine Gyn hat mich auch gewarnt, dass die Ki-Wu Klinik manchmal ein Spirale von Geschehnissen auslöst, die ein Paar so unter Stress setzt, dass man langfristig der Trennung näher ist als dem Wunschkind... Allerdings setzen wir uns leider auch so schon unter Druck, ich schätze uns allerdings schon als relativ stabiles Paar ein, das sich im Kinderwunsch auch ziemlich einig ist.

Wir sind Anfang 30 und probieren ungefähr seit einem Jahr. Wir probieren allerdings nicht "ins Blaue Hinein", sonder schon ziemlich zielorientiert. Dazu kommt, dass ich eine Autoimmun-Erkrankung habe, die mich zwar im Alltag nicht stört, sich aber negativ auf die Fruchtbarkeit auswirkt. Den Zyklus monitore ich bereits seit Anfang, ich scheine regelmäßig Eisprünge zu haben. Eigentlich geht es mir momentan nur darum, mal vom Experten untersucht zu werden und auch meinen Freund mal untersuchen zu lassen (was ihm natürlich recht ist, habe das Gefühl, dass er es lieber in einer Klink machen lassen würde, als beim Urologen - Männer sind komisch). Ich habe zum Beispiel noch keinen Hormonstatus machen lassen.

Mmh, alleine hingehen wäre mir eigentlich am Anfang lieber. Als Frau ist man ja gewohnt, mit Ärzten offen zu reden, ihm wäre das, glaube ich, unangenehmer. Allerdings nehme ich Eure warnenden Worte ernst, wahrscheinlich ist es wirklich sinnvoller, ihn gleich mitzuschleppen und dann alles gemeinsam zu besprechen. Ich sehe bei mir auch, ehrlich gesagt, die Gefahr, dass ich für mich nach den Gesprächen zu einem Ergebnis komme, wie ich weiterverfahren möchte, und ihm dann meine "Linie aufdrücke".

Den anderen Strang les ich mir auch noch durch, danke für den Tipp! Bisher waren allerdings die Hibbel-Freds nach so kurzer Zeit voller Mütter, dass ich mich von denen erstmal ferngehalten habe. :pfeifend:

Noch einmal vielen, vielen Dank Euch allen!! Ein tolles Wochenende und Babypower für alle noch Hoffenden!!!

Eteterfon
28.05.2011, 13:11
Den anderen Strang les ich mir auch noch durch, danke für den Tipp! Bisher waren allerdings die Hibbel-Freds nach so kurzer Zeit voller Mütter, dass ich mich von denen erstmal ferngehalten habe.
Das kenn ich. :smile: Du kannst auch gern zu uns kommen http://bfriends.brigitte.de/foren/kinderwunsch-und-babyjahre/137481-wir-bekommen-das-superbaby-2011-2012-wer-ist-dabei.html - die Strangeröffnerin ist mittlerweile schwanger (bei ihr gings's offenbar sehr flott), und schreibt schon länger nicht mehr mit. Wir sind derzeit glaub ich nur zu dritt, könnten also Verstärkung brauchen. Und wir reden auch noch über andere Sachen als übers Hibbeln. Das ist uns allen wichtig, dass wir uns nicht nur auf dieses eine Thema fokussieren. Wobei das manchmal schon schwierig ist - das merk ich bei mir im normalen Leben gerade auch sehr.

sweet_shine
28.05.2011, 13:18
Das kenn ich. :smile: Du kannst auch gern zu uns kommen http://bfriends.brigitte.de/foren/kinderwunsch-und-babyjahre/137481-wir-bekommen-das-superbaby-2011-2012-wer-ist-dabei.html - die Strangeröffnerin ist mittlerweile schwanger (bei ihr gings's offenbar sehr flott), und schreibt schon länger nicht mehr mit. Wir sind derzeit glaub ich nur zu dritt, könnten also Verstärkung brauchen. Und wir reden auch noch über andere Sachen als übers Hibbeln. Das ist uns allen wichtig, dass wir uns nicht nur auf dieses eine Thema fokussieren. Wobei das manchmal schon schwierig ist - das merk ich bei mir im normalen Leben gerade auch sehr.

Danke für die liebe Einladung!! Ja, bei mir kommen gerade schon im "realen" Leben so viele Babys auf die Welt (und ich glaub, bei jeder Schwangerschaft im Büro und in der Familie hab ich bisher geheult), dass ich dachte, das brauch ich im Internet nicht. :smirksmile: Aber ich schau auf jeden Fall mal bei Euch rein. Es beruhigt mich natürlich zu sehen, dass wir nicht allein auf weiter Flur sind. Auch wenn ich Euch ganz fest die Daumen drücke! :blumengabe:

Eteterfon
28.05.2011, 16:57
Es beruhigt mich natürlich zu sehen, dass wir nicht allein auf weiter Flur sind.
Seid Ihr nicht. Sonst gäb es ja wahrscheinlich auch keine Kinderwunsch-Praxen. :smile:

deju
28.05.2011, 21:33
@ Sweet shine - Ich möchte dir noch einen Tipp geben - aus Erfahrung ( grins )...
Wenn du bzw. ihr etwas beim Gespräch oder bei den Untersuchungen nichts versteht, es zuviele Fachbegriffe gibt - dann nervt euren Arzt so lange, bis er euch das alles erklärt !

Ich habe wahrscheinlich bei den ersten 3 Terminen fast NIX verstanden, hab mir alles hinterher im Internet rausgesucht... ich war einfach zu beeindruckt vom Arzt und von dem ganzen Prozedere überhaupt.
Erst danach hab ich ihn gebeten, mir das alles nochmals verständlich zu erklären - und siehe da, er gab sich sehr viel Mühe - und das ganze Gespräch und die Behandlung lief viel besser; ich fühlte mich nicht mehr so ausgeliefert !

Ich wünsch euch viel Glück und drück die Daumen für einen schnellen Erfolg ( bei uns hats auch bei der 1. ICSI geklappt, manchmal geschehen wohl tatsächlich Wunder ).
deju

Louette
28.05.2011, 22:57
Da ich schon lange den Hoffnungsstrang verfolgt hatte, ohne zu ahnen, dass auch wir irgendwann eine Kinderwunschbehandlung brauchen würden, hatte ich bereits ein ziemlich gutes Grundwissen. Allerdings hat unsere Ärztin uns jeden Schritt sehr ausführlich und gut verständlich erklärt. Wir hätten jederzeit alles nachfragen können, wenn etwas unklar gewesen wäre. Und die Behandlung fand bei uns auf Augenhöhe statt, ich habe aber auch von anderen Praxen gelesen/gehört.

In meinem Kinderwunschforumsordner wird ein Buch sehr hoch gehandelt, es heißt "Eiertanz" und wurde von einer Betroffenen geschrieben. Es muss teilweise recht witzig sein und gleichzeitig enthält es jede Menge Informationen und Erklärungen, die ein/e Reprodutionsmediziner/in liefert. Ich habe von dem Buch erst erfahren, als ich schon schwanger war, da habe ich es mir nicht mehr gekauft, ich weiß aber, dass viele Frauen sich darin wieder gefunden haben.

sweet_shine, magst du schreiben, in welchem Bundesland du lebst? Vielleicht kann dir jemand seine Kiwu-Praxis empfehlen. Habt ihr schon eine ins Auge gefasst oder hat dir deine FÄ empfohlen?
Bevor ich um die Überweisung gebeten habe, hatte ich mich schon informiert, welche Praxen es bei uns im Umkreis gibt und wir hatten uns eine ausgeguckt. Es war just die gleiche, die meine FÄ uns empfohlen hat.

Murmel105
29.05.2011, 09:49
Guten Morgen,

den Vorschlag von Louette finde ich gut, sich eine Praxis empfehlen zu lassen. Man kann dann immer noch selber entscheiden, aber es könnte eine Hilfe sein.

Wir waren bei uns im Kinderwunschzentrum der Uniklinik und es war schon am Anfang ein komisches Gefühl. Die Ärztin und Schwestern waren wirklich toll und das einzige negative waren mitunter lange Wartezeiten, da es sein konnte, dass die Ärztin zu einem Notfall in den OP musste (ist uns glaube ich 2mal passiert). Aber ansonsten fühlten mein Mann und ich dort extrem gut aufgehoben- unsere behandelnde Ärztin erklärte jedes Mal ausführlich, verständlich, realistisch, aber trotzdem sehr einfühlsam.

Und das Wartezimmer war immer voll, so dass man schnell erkannt hat, man steht nicht alleine da. Denn wie oft denkt man, dass außer einem selber alle anderen problemlos schwanger werden können...

Und auch bei uns hat es nach erfolgloser Hormonbehandlung mit der 1. ICSI geklappt und wir sind seit August letzten Jahres Eltern eines Sohnes. Und unsere Kinderwunschärztin war im Kreißsaal der 1. Besuch:smile:.

sweet_shine
29.05.2011, 19:50
Danke, Louette, Murmel und deju,

das waren doch noch mal richtig gute Tipps vor dem Tag X! :wangenkuss:

Ich bin Berlinerin und habe mir meine Praxis anhand entsprechender Bewertungen in einschlägigen Portalen ausgesucht. Wenn noch andere BerlinerInnen hier sind, kann ich auch gerne den Namen preisgeben. Gerade die Ärztin, bei der ich jetzt meinen Termin habe, wurde durchgehend als einfühlsam und entgegenkommen beschrieben. Und da ich recht wenig flexibel bei meinen Arbeitszeiten bin, musste ich mich auch nach den Öffnungszeiten richten.

Fachchinesisch werde ich auf jeden Fall durch blöde Fragen torpedieren. :smirksmile: Aber dank der ganzen Beschäftigung mit dem Thema und Euch bin ich ja jetzt nicht mehr ganz so unwissend.

:blumengabe:

deju
30.05.2011, 14:06
He, viel Glück beim Termin !

Ich bin im Nachhinein sehr froh, daß ich aufgrund meiner Vorgeschichte direkt zum Spezialisten überwiesen worden bin. Eine liebe Kollegin ist im Moment leider das Versuchskaninchen ihrer Gynäkologin- so nach dem Motto " In meinem Fachbuch steht, bei ihrem Problem könnte man sie mit xy behandeln. Ich hab das zwar noch nicht gemacht, aber ich les mich da ein. Und falls es nicht klappt, überweise ich sie zum Spezialisten z." :gegen die wand:

Da war mir der Kiwu-Doc mit dem Fachchinesisch lieber; der wußte, was er tat. Der hatte sogar Samstags / Sonntags auf - denn Eisprünge halten sich nunmal nicht an Wochentage ! Und als seine Vertretungs-Kollegin mich ganz irre gemacht hat mit einer angeblichen 2. Fruchtblase; hat er sich das sofort am nächstmöglichen Tag angeschaut - und es reichte ein Blick auf den Ultraschall um das alles zu klären.

Louette
30.05.2011, 14:43
deju, deine Kollegin kann auch einfach so in eine Kinderwunschpraxis gehen, sie braucht (meistens) keine Überweisung. Auf solche Experimente hätte ich keine Lust gehabt,... Meine FÄ ist zum Glück eine, die schnell überweist und nicht selbst rumdoktert und vor allem nicht erst die Frauen behandelt, sondern auch die Männer zum SG schickt.

Sweet_shine, für Berlin könnte ich dir nichts empfehlen, aber es klingt ja so, als hättest du schon jemanden gefunden. Das ist super! Für euren ersten Termin wünsche ich dir alles Gute!

LG
Louette

Marseille1
30.05.2011, 14:59
Kurz mal reinspring : das Buch kenne ich nicht, aber den Blog.
Über Google ganz einfach zu finden und super geschrieben.

Ich verfüge leider auch über einschlägige Erfahrungen in der Materie und kann gut mit der Schreiberin mitfühlen.

Wir waren auch beide beim ersten Termin.
Nachher, wenn Ultraschalle und Blutabnehmen anstanden, war ich aus praktischen Gründen meistens alleine da, aber bei den Gesprächen war mein LG mit.

Ich drücke mich gerade erfolgreich vor einer langweiligen und langwierigen Verwaltungsaufgabe ...

sweet_shine
30.05.2011, 21:45
Ui, deju, da bin ich aber doch ganz froh, gleich zu den Spezialisten zu gehen, Versuchskaninchen zu sein ist sicher nicht toll.

Danke für die guten Wünsche Louette! Ich werde nochmal drauf achten, dass man meinen Freund untersucht, bevor ich "auf den Kopf" gestellt werde...

Und Marseille, dank Deinem Tipp habe ich mir den Blog mal angesehen. Ziemlich bewundernswert, wie die Schreiberin mit ihrem Schicksal umgeht. Auch das, was sie zu ihrer Fehlgeburt schreibt verdient Respekt. Andererseits jagd es mir kalte Schauer den Rücken runter, wenn man anhand ihrer Berichte sieht, wie langwierig und aussichtslos so eine Behandlung sein kann... :knatsch:

Laborschnecke
31.05.2011, 12:06
Andererseits jagd es mir kalte Schauer den Rücken runter, wenn man anhand ihrer Berichte sieht, wie langwierig und aussichtslos so eine Behandlung sein kann... :knatsch:
Das hat bei unserer Entscheidung auch eine Rolle gespielt- das es eben trotz modernster Methoden keine Garantien gibt. Wir haben uns für die Entscheidung für die ICSI ein halbes Jahr Zeit gelassen.
Wir haben uns dann gesagt, dass wir es doch einmal versuchen müssen. Wir erhöhen unsere Chancen. Nicht mehr und nicht weniger.

Alles Gute für den Termin!

Louette
31.05.2011, 17:38
Ja, es kann sehr lange dauern in der Kinderwunschpraxis, aber es kann auch recht schnell gehen.
Wir hatten unseren ersten Termin Mitte Juli 2010 und wurden Mitte März 2011 schwanger bei 5+6 entlassen. Dass es gleich im ersten Anlauf klappt, ist zwar nicht die Regel, aber man kann auch Glück haben.
Wichtig finde ich, dass immer beide hinter allem stehen und gemeinsam entscheiden, wann was gemacht wird.
Und wer weiß, vielleicht ist bei euch bloß eine Kleinigkeit, die behoben werden muss, damit es klappt.

sweet_shine
31.05.2011, 18:48
Laborschnecke und Louette, darf ich Euch fragen, ob Ihr ein medizinisches Problem hattet, oder ob es "einfach nicht geklappt hat". Ihr müsst natürlich nicht in Details gehen, aber es würde mich schon interessieren, ob in solchen Kliniken auch Paare behandelt werden, bei denen zwar theoretisch alles in Ordnung ist, die aber längere Zeit keinen Erfolg hatten?

Halbnomadin
31.05.2011, 19:07
Moin Sweet-Shine,

dass längere Zeit keine Kinder kommen, obgleich ein Paar wirklich auf Nachwuchs aus ist, gilt an sich schon als Krankheit. Die Medizinische Diagnose lautet primäre Sterilität (=erstmal unfruchtbar). Sind nach medizinischen Eingriffen immernoch keine Kinder in Sicht, dann ist das sekundäre Sterilität. Kinderwunschpraxen behandeln Paare auf Wunsch auch dann, wenn es für die Sterilität keinen erkennbaren Grund gibt, und steigern mit ihren Maßnahmen die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft.

Weil Unfruchtbarkeit in Deutschland als Krankheit gilt, müssen die Krankenkassen unter bestimmten Voraussetzungen einen Teil der Behandlungskosten übernehmen, auch wenn kein genauer Grund für die Kinderlosigkeit gefunden wird.

Aber dass Ihr dadurch zu Eltern werdet, kann Euch niemand versprechen. Ich schickt Einladungen los - ob jemand die Einladung annimmt, werdet Ihr sehen.

Lieben Gruß - Halbnomadin

Louette
31.05.2011, 19:31
Sweet_Shine, als wir in die Kinderwunschpraxis gegangen sind, haben wir ca. 15 Monate sehr gezielt versucht ein Kind zu bekommen. Meine FÄ hatte bei mir recht schnell einen Hormonstatus gemacht, da ich Milchbildung hatte. Allerdings war bei mir alles in Ordnung.
Mit diesem Ergebnis haben wir uns in die Kinderwunschpraxis überweisen lassen.
Dort hieß es dann, wir sollten es mit VZO (Verkehr zum optimalen Zeitpunkt) versuchen, wobei das ganze hormonell unterstützt werden sollte.
Das war, bevor das Spermiogramm (SG) gemacht worden war.
Ich war etwas skeptisch mich mit Hormonen vollzustopfen ohne zu wissen, ob das SG gut genug ist und wollte das Ergebnis abwarten. Das war eine ziemlich gute Idee, da das SG verheerend war, es wurde ein totes Spermium gefunden. Damit war zunächst nicht einmal eine normale ICSI möglich, erst das 3. SG, das dann nicht beim Urologen, sondern in der Kinderwunschpraxis gemacht wurde, zeigte, dass doch ein bisschen was vorhanden war, so dass wir nach einem 4. SG das Okay zur ICSI bekamen, die wir ca. 2 Monate später in Angriff genommen haben.
Als wir die Kinderwunschpraxis betreten haben, haben wir nicht den Hauch einer Ahnung gehabt, dass wir diese Behandlung brauchen würden. Wir wollten wissen, was Sache ist.

Laborschnecke
31.05.2011, 21:54
sweet_shine
Klar darfst Du fragen- und ich habe hier in der bri schon so oft darüber berichtet, dass es jetzt auch noch mal geschrieben werden kann.

Wir sind nach einem Jahr probieren in die KiWu-Klinik gegangen. Meine Frauenärztin hat keinerlei Untersuchungen vorgenommen, ihr Motto war: Es liegt viel häufiger an den Männern als man mal angenommen hat.
Und richtig:
Mein Mann hat (hatte?) OAT-Syndrom 3.Grades. Das heißt, dass er zu wenige, zu langsame und krank aussehende Spermien hatte. Und im Swin-up (nach 2 Stunden) waren davon dann auch 99% tot.
Und das in den 4 Spermiogrammen, die insgesamt in der Zeit von Mai-November gemacht wurden (das letzte dann für die ICSI) ziemlich konstant.

Ich hatte eine leichte Gelbkörperhormonschwäche. Das wurde aber nach dem SG nicht weiter untersucht, weil ich deswegen ja ohnehin Follitropin würde spritzen müssen. In dem Zyklus hatte ich eine kleine Zyste im Eierstock gehabt, was bei mir aber z.B. im ICSI-Zyklus nicht der Fall war.


Bei uns hat auch die erste ICSI geholfen.
Und dann 18Monate später war ich wieder schwanger. Ohne ICSI.

Hornilla
01.06.2011, 09:30
Bevor ich da auch nur einen Fuss reinsetzen würde würde ich als erstes meinen Partner auf seine Zeugungsfähigkeit untersuchen lassen - ich setze mal voraus, dass euer Kinderwunsch von euch beiden ausgeht und er da nichts dagegen hat.

Dich allein in eine Kinderwunschklinik zu überweisen obwohl noch nicht mal abgeklärt wurde ob dein Partner zeugungsfähig ist finde ich nicht sehr seriös von der Ärztin - weil die Untersuchung beim Mann ja nun wirklich unkompliziert ist.

Ich stimme prinzipiell zu - es ist total unsinnig, nur die Frau zu untersuchen, hätte unsere Kiwuklinik auch gar nicht gemacht.
Allerdings würde ich (aber das ist nur unserer persönlichen Geschichte gezollt) immer das Spermiogramm in der Kiwuklinik machen lassen. Mein Mann hat eine Vorerkrankung, mit der er bei zig Urologen war, die immer gesagt haben, alles sei im grünen Bereich. In der Kiwuklinik hieß es dann OAT III, nur ICSI möglich, und wieso das vorher keiner erkannt hat? Zu diesem Zeitpunkt hatten wir bereits vier Jahre lang "geübt".

Grundsätzlich musst Du keine Angst haben vor dem, was Dich erwartet. Das sagt sich leicht, ich weiß. Mir war auch mulmig, als wir im Mai 2010 den ersten Termin in der Kiwuklinik hatten. Bei uns gab es zunächst ein ganz langes Beratungsgespräch (das war allerdings nach dem Spermiogramm meines Mannes, ich hatte vorher bei meiner FÄ einen Hormonstatus machen lassen). Dann folgten einige Untersuchungen bei mir (Gebärmutterspiegelung, Zyklusmonitoring), bevor wir dann mit der ersten ICSI im Juni starten konnten. Die war leider nicht erfolgreich, aber wir hatten Eisbärchen übrig. Im September kuschelte sich eins bei mir ein - unsere kleine Tochter kommt in den nächsten Tagen zur Welt!:liebe::liebe::liebe:

Ich kann nur sagen, dass ich mich in unserer Praxis sehr gut aufgehoben gefühlt habe und keinen Moment lang das Gefühl hatte, ausgenutzt zu werden. Dass sie Dich dort nicht ernst nehmen, glaube ich auch nicht. Sie sind Profis, die den ganzen Tag nichts anderes machen, als Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch zu helfen, und sie wissen, was das für eine emotionale Belastung ist.

Leider kann einem niemand eine Garantie geben, dass es auch klappt, aber die Erfolgschancen sind doch recht gut. Ich kann nur für mich sprechen, ich hatte mir die Behandlung schlimmer vorgestellt, hatte allerdings auch Glück, dass ich nur einen Zyklus stimulieren musste (im zweiten musste ich wegen der Kryos nicht spritzen) und bis auf Müdigkeit keinerlei Nebenwirkungen der Medikamente hatte. Psychisch belastend ist das Ganze schon, klar. Da fand ich bei mir vor allem den ersten Zyklus schlimm, da ich mich sehr daran geklammert hatte, dass es klappt. Zudem war es gleichzeitig im Job sehr stressig, wonach mir nicht der Kopf stand.
Nach einem Urlaub konnte ich den nächsten Zyklus mit neuer Kraft angehen. Ich hatte mich zu dem Zeitpunkt darauf eingestellt, dass es noch ein bisschen dauern kann, habe aber irgendwie schnell gemerkt, dass etwsa ganz anders ist als sonst...:smirksmile: und siehe da, es hat geklappt!:liebe:

Ich weiß, dass jede Geschichte anders verläuft, aber ich hoffe, ich konnte Dir ein bisschen Mut machen!

Alles Liebe und viel Kraft,

Hornilla:blumengabe:

Hornilla
01.06.2011, 09:37
Ich weiß nicht wie es andere Kinderwunschkliniken handhaben, aber in der Uni-Klinik Düsseldorf verläßt man sich nur auf die eigenen Ergebnisse und berät und behandelt die Paare immer zusammen.
Also nicht bei den Untersuchungen. Du verstehst schon was ich meine.:smirksmile:

Ich hatte sogar Ergebnisse von einer Urologin, aber darauf wollten sie sich nicht verlassen.

Ich stimme aber mit allen überein die es für Unsinn halten das sie da zuerst alleine hin soll.

So war es bei uns auch. Meine FÄ schickt das Blut für den Hormonstatus eh an die, weil sie mit ihnen zusammenarbeitet, d.h. diese Ergebnisse hatten sie also schon.

Hornilla
01.06.2011, 09:40
Bei meinem Mann wurde nie eine äußere Untersuchung vorgenommen. Das einzige, was unbedingt gebraucht wurde, war das Spermiogramm. Das wollten sie übrigens tatsächlich auch dort selber machen; eins vom Urologen hätten sie nicht akzeptiert. Genau wie einige andere hier schon geschrieben haben.

Ansonsten, sweet_shine, kann ich mich nur anschließen: Bitte keine Panik. Das sind da Experten - nicht mehr und nicht weniger. Sie sind hochspezialisiert und machen den ganzen Tag nichts anderes.

Der übliche Ablauf wurde dir ja schon geschildert. Und aufschwatzen wird man dir da üblicherweise nichts. Die sind vor allem daran interessiert, dir zum Erfolg zu verhelfen (und natürlich auch ihre Praxis-Statistik erfolgreich zu halten). Geld verdienen tun die sowieso - da bist du als einzelne nur ein kleines Rädchen!

Ich bin übrigens eine von denen, die im "Die Hoffnung auch nach Jahren noch nicht aufgegeben"-Strang schreiben! :smile: (Huhu Candle und Etoile! :ahoi:) Der Vollständigkeit halber sei aber erwähnt, dass es hier noch einen anderen Strang mit ähnlichem Thema gibt: "Kinderwunsch und Kiwu-Klinik".

Und nun: Alles Gute! :blumengabe:

Bei meinem Mann wurden auch nur die Spermiogramme gemacht, dann allerdings eine Blutuntersuchung wegen genetischer Schäden (die zum Glück negativ war).

Ich bin auch eine aus dem Hoffnungsstrang...:smirksmile:

Hornilla
01.06.2011, 09:46
Zu dem Thema "Paar in der Kinderwunschspirale": Das war bei uns viel eher der Fall, bevor wir in der Praxis waren. Als es endlich losging, hatten wir das Gefühl, etwas tun zu können. Uns hat die Behandlung noch mehr zusammengeschweißt, allerdings waren wir uns auch von Anfang an beide einig, was wir möchten.

deju
01.06.2011, 13:39
Bei uns war es auch ähnlich wie bei Louette; extrem schlechtes SG und bei mir dazu verschlossene Eileiter durch Endometriose.

@ Hornilla - Du schreibst noch fleissig - ist das Maikäferchen noch nicht gelandet ??? ( habe gerade deine Signatur gesehen ) Alles Gute für die Geburt :blumengabe:

Hornilla
01.06.2011, 14:23
Bei uns war es auch ähnlich wie bei Louette; extrem schlechtes SG und bei mir dazu verschlossene Eileiter durch Endometriose.

@ Hornilla - Du schreibst noch fleissig - ist das Maikäferchen noch nicht gelandet ??? ( habe gerade deine Signatur gesehen ) Alles Gute für die Geburt :blumengabe:

Nein, wir warten noch... Das Maikäferchen wird eben ein Junikäferchen, auch gut!:liebe::liebe::liebe:

sweet_shine
01.06.2011, 22:41
Wow, mit sovielen interessanten Berichten hätte ich nie gerechnet!

Halbnomadin, ahso, klar, das macht Sinn. Hätte ich auch drauf kommen können. :smirksmile: Ich hatte die Befürchtung, dass man wieder weggeschickt wird, wenn keine körperliche Ursache gefunden wird, aber es ist natürlich logisch, dass Unfruchtbarkeit die Krankheit selbst ist. *kopfauftischplatte schlag.

Louette und Laborschnecke, danke für die Schilderung! Dann fieberen wir mal dem SG entgegen. :knatsch: Laborschnecke, zwei Kinder, toll! Das wäre mein Traum!

deju, vor Endometriose habe ich auch einen Heiden-Respekt. :knatsch:

Hornilla: Alles Gute und Liebe für die bevorstehende Geburt!! :Sonne: Genieß die Zeit. Und ja, dass es keine Garantie gibt, ist mir schon bewusst. Aber bei dem Surfen im Netz findet man haufenweise Berichte von den Frauen, die bereits seit Jahren künstliche Befruchtungen durchmachen und bei denen kein Ende in Sicht ist. Da wird man mutlos und denkt: Warum überhaupt anfangen? Nur, um eine Industrie zu fördern, die von falschen Hoffnungen lebt? Gut dann von Euch zu hören, bei denen es letztlich doch gut geklappt hat.

Es ist auch schön, dass Du schreibst, dass einen die Behandlung sogar zusammenschweißen kann. Ich habe momentan auch das Gefühl, dass unsere Beziehung enger wird, da man den anderen auch in Situationen der Hoffnungslosigkeit und irrationaler Emotionalität zu unterstützen und akzeptieren lernt. Momentan denke ich mir aber eh, gut, wenn die Beziehung eine Ki-Wu Behandlung nicht aushält würde sie auch den Stress der gemeinsamen Erziehung von Kleinkindern nicht aushalten.

Danke Euch allen und einen tollen Feiertag!!

deju
02.06.2011, 14:46
@ sweet shine

Es ist auch schön, dass Du schreibst, dass einen die Behandlung sogar zusammenschweißen kann. Ich habe momentan auch das Gefühl, dass unsere Beziehung enger wird, da man den anderen auch in Situationen der Hoffnungslosigkeit und irrationaler Emotionalität zu unterstützen und akzeptieren lernt.

Ja, genau so ist es. Und noch eins - versucht, euch den Spaß am Leben und das Lachen nicht nehmen zu lassen. Manchmal bekommt man eine schlimme Nachricht nach der anderen - und denkt immer, warum ich / wir ?

Mein Mann und ich haben uns in absurden Situationen meist mit kleinen Scherzen weitergeholfen... jeder kennt doch mindestens einen schlechten Film / Sitcom, wo der Mann mit dem Becherchen sein SG machen muß.
Wenn die Männer erstmal selbst in so einer Situation stecken, verkrampfen sie meist total - findens oberpeinlich etc..
Da hilft manchmal halt nur ein Lachen... :freches grinsen:

Halbnomadin
02.06.2011, 15:20
Moin.

bei dem Surfen im Netz findet man haufenweise Berichte von den Frauen, die bereits seit Jahren künstliche Befruchtungen durchmachen und bei denen kein Ende in Sicht ist. Da wird man mutlos und denkt: Warum überhaupt anfangen? Ja, logisch, natürlich findet man solche Berichte überproportional häufig - denn diejenigen, welche Kinder bekamen, haben süße kleine Zeitfresser zuhause, welche ihnen das ununterbrochene Berichten schwierig machen, und diejenigen, welche nach drei erfolglosen Behandlungsrunden sagen, Schluß jetzt, ich mache Karriere und lebe halt ohne Kinder, berichten auch nicht immer weiter darüber. Das wäre zu schmerzhaft.

Bei uns lag die Kinderlosigkeit übrigens allein an meinem Körper, die Spermiogramme meines Mannes waren allesamt hervorragend. Ich habe Progesteronmangel (=Gelbkörperschwäche) und wohl auch eine Eireifungsstörung, und mein übereifriges Immunsystem frisst Spermien. Gegen ersteres gab es Hormondoping, gegen zweiteres half uns IUI. Wir waren vom ersten Anruf in der Praxis bis zum positiven Test fast zwei Jahre in der Kiwu-praxis... eine harte Zeit, weil die Hormone bei mir starke psychische Nebenwirkungen haben. Ich hätte, wäre unser Söhnchen nicht zu uns gekommen, noch einen einzigen Versuch gemacht mit IVF und dann mit der Behandlung aufgehört.

Lieben Gruß und viel Erfolg!
Halbnomadin

Wiesenkraut
02.06.2011, 18:38
Nein, wir warten noch... Das Maikäferchen wird eben ein Junikäferchen, auch gut!:liebe::liebe::liebe:

ach ich persönlich finde eh das sind die Besten :pfeifend:

wenn hier soviele fragen mag ich auch. Ich wußte nie wohin mit der Frage. Vielleicht darf ich ja hier einfallen
Was bitte sind Eisbärchen (ich tippe auf eingefrorene Embryos?) und was ist Kryos

Hornilla
02.06.2011, 18:49
ach ich persönlich finde eh das sind die Besten :pfeifend:

wenn hier soviele fragen mag ich auch. Ich wußte nie wohin mit der Frage. Vielleicht darf ich ja hier einfallen
Was bitte sind Eisbärchen (ich tippe auf eingefrorene Embryos?) und was ist Kryos

Genau, Wiese, Eisbärchen sind eingeforene Embryos, im Fachterminus Kryos (das Verfahren heißt Kryokonservierung).

Ja, sind eh die Besten!:liebe::liebe::liebe:

sweet_shine
03.06.2011, 19:17
deju: Ja, das ist sicher ein guter Tipp. Blöde Witze machen klappt bei uns schon ganz gut. :lachen: Wir haben uns auch vorgenommen, ein paar schöne Projekte zu planen wie einen Urlaub, ein Haustier oder einen Sprachkurs, damit sich Gedanken und Gespräche nicht nur um "das eine" kreisen.

Halbnomadin: Komisch, auf die Möglichkeit, dass das Immunsystem Spermien bekämpfen kann, hat mich mein Freund gestern auch aufmerksam gemacht. Scheint wohl gar nicht so selten zu sein. :knatsch: Aber IUI ist nicht so ein furchtbar heftiger Eingriff, oder? Und wow, 2 Jahre sind sicher kein Pappenstiel, aber mir ist bewusst, dass es in den seltensten Fällen sofort klappt. Vor psychischen Nebenwirkungen hätte ich Angst. Ich bin in einem anstrengenden Job mit sehr forderndem Chef, da laufe ich schon so manchmal auf Zahnfleisch. Macht man die Versuche denn hintereinander weg oder mit mehrmonatiger Pause zwischendrin?

Mein großer Trost ist momentan, dass man die Dinge, um die man kämpft, später mehr schätzen kann. Vielleicht wäre man eine völlig überforderte und genervte Mama geworden, wenn man nicht erfahren hätte, wie schwer es sein kann, Kinder zu bekommen und wie wertvoll es ist, wenn sie gesund zur Welt kommen...

deju
05.06.2011, 14:48
Mein großer Trost ist momentan, dass man die Dinge, um die man kämpft, später mehr schätzen kann. Vielleicht wäre man eine völlig überforderte und genervte Mama geworden, wenn man nicht erfahren hätte, wie schwer es sein kann, Kinder zu bekommen und wie wertvoll es ist, wenn sie gesund zur Welt kommen...

Bei Punkt 1 hast du wohl recht. Bei Punkt 2 ( überfordert und genervt ) - da mach dir nicht zu viele Hoffnungen. Das hat glaube ich jede Mutter mal - manche geben es zu, manche nicht :freches grinsen: !

Ich war die ersten 18 Monate ( + Schwangerschaft ) nur eins - eine ängstliche Mutter. Ich wußte, wie kostbar das war, was wir da hinbekommen hatten - und machte mir ohne Ende Sorgen. Ist nicht schön, aber das ist halt Typ-spezifisch, da kann man nichts dagegen machen. Und jetzt, wo die Motte bald 2 ist, ist es viel besser geworden.

Edelherb
05.06.2011, 19:10
Ich war die ersten 18 Monate ( + Schwangerschaft ) nur eins - eine ängstliche Mutter. Ich wußte, wie kostbar das war, was wir da hinbekommen hatten - und machte mir ohne Ende Sorgen. Ist nicht schön, aber das ist halt Typ-spezifisch, da kann man nichts dagegen machen. Und jetzt, wo die Motte bald 2 ist, ist es viel besser geworden.

Ich nehme aber mal an, dass es Typsache ist - unabhängig von der Kinderentstehung. Unsere sind aus einer ICSI entstanden. Zwar im ersten Versuch, aber gewollt haben wir Kinder schon viele Jahre. Ab positivem Schwangerschaftstest war ich entspannt wie selten und hab auch nie wirklich gedacht, dass noch was schief geht. Auch jetzt bin ich eher keine ängstliche Mutter, denke ich. Die Zeugung ist aber auch im Alltag kein Thema, wenn man mal schwanger ist, ist man schwanger wie alle anderen auch.

Laborschnecke
06.06.2011, 10:58
Ich denke auch nicht, dass man durch die ICSI oder sonstige KiWu-Behandlung zu einer geduldigeren/ besseren Mutter wird. Mit der Angst war es bei mir wie bei Edelherb. Mein Mantra war "So weit waren wir noch nie" und damit war jeder Tag ein Erfolg.
Und ich habe beide Kinder im Geburtshaus bekommen- was meiner damaligen Frauenärztin ein Dorn im Auge war und sie meinte eben auch, dass ich doch besonders dankbar sein müsse und damit in die Sicherheit der Klinik müsse.
Für mich hatte das nichts miteinander zu tun. Obwohl ich ja auch lange gebraucht habe, das Schwangerwerden zu verarbeiten.

sweet_shine
06.06.2011, 18:16
Ich denke auch nicht, dass man durch die ICSI oder sonstige KiWu-Behandlung zu einer geduldigeren/ besseren Mutter wird.
Natürlich nicht. Aber irgendwie muss man sich diese quälende Ungewissheit ja schön reden... :knatsch::lachen: