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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie Eigenkapital am besten ansparen?



Inaktiver User
17.05.2011, 09:20
Momentan liegen ca. 20000 Euro auf einem Tagesgeldkonto.

Ich suche aber die optimale Lösung um das Geld möglichst Gewinnbringens anzulegen, damit dann möchglichst viel Eigenkapital vorhanden ist. Ich versuche jetzt schon immer vom Gehaltskonto umzuschichten auf das Tagesgeldkonto. Immer wenn was übrig ist, wandert es.

Wie sieht es mit Festgeld aus? Lohnt sich das eher? Was aber wenn ich gerade in diesem Zeitraum das Haus finde und kaufen möchte?

Von einem Bausparvertrag wurde uns abgeraten, der bringt auch nicht so viel.

Nocturna
17.05.2011, 10:45
Ich versuche jetzt schon immer vom Gehaltskonto umzuschichten auf das Tagesgeldkonto. Immer wenn was übrig ist, wandert es.

Gut so, völlig richtig.


Wie sieht es mit Festgeld aus? Lohnt sich das eher? Was aber wenn ich gerade in diesem Zeitraum das Haus finde und kaufen möchte?
Festgeld über mehrere Jahre hinweg würde ich zum derzeitigen Zeitpunkt eher weniger ins Auge fassen, zumal wenn du kurzzeitig flüssig sein willst. Ob sich Festgeld lohnt, kommt auf die Konditionen deiner Bank an und ob du notfalls gegen Vorfälligkeitszinsen früher aus deinem Vertrag aussteigen kannst.


Von einem Bausparvertrag wurde uns abgeraten, der bringt auch nicht so viel.
Jein, das ist eine klassische Einzelfallprüfung. Es gibt durchaus Konstellationen von Bausparvertrag in Kombination mit Riester, die Sinn machen könnten. Das lässt sich aber keinesfalls verallgemeinern.

Letztlich wirst du bei der derzeitigen Zinslage bei konservativer Anlage keine Reichtümer erwirtschaften, egal ob Tagesgeld oder Festgeld. Lege einfach so viel Geld monatlich zur Seite wie möglich um die künftige Kredithöhe zu drücken.

Cariad
17.05.2011, 12:51
Es kann sich lohnen, "Tagesgeldkontohopping" zu betreiben (schönes Wort :smirksmile:), also sich regelmäßig nach den besten Angeboten umzuschauen und mit dem Tagesgeldkonto regelmäßig umzuziehen.
Ist eben ein bisschen mehr Mühe für ein bisschen mehr Zins.

Ansonsten Zustimmung zu Nocturna.

Grüße, Cariad

Pia1976
17.05.2011, 13:56
Es kann sich lohnen, "Tagesgeldkontohopping" zu betreiben (schönes Wort :smirksmile:), also sich regelmäßig nach den besten Angeboten umzuschauen und mit dem Tagesgeldkonto regelmäßig umzuziehen.
Ist eben ein bisschen mehr Mühe für ein bisschen mehr Zins. Viel mehr als Nocturna und Cariad fällt mir auch nicht ein. Wenn Du wüsstest, wann Du das Geld bräuchtest, wäre die Sache einfacher, aber so? Ich habe Geld auf einige Jahre fest bei einer Bank liegen, die in Ihren Bedingungen stehen hat, dass man nicht rauskann aus dem Vertrag, außer bei Immoerwerb. So was wäre natürlich interessant. Die Klausel bei der konkreten Bank ist allerdings so weich, dass sie einen nicht wirlich aus dem Vertrag lassen müssen, sondern einen ggf. rauslassen können - vielleicht nur, wenn man dann die Finanzierung bei Ihnen macht?

Viel tollere Möglichkeiten als Tagesgeld sehe ich daher auch nicht. Wobei, wenn absehbar ist, dass es finanziell eh noch etwas dauert, bis Du kaufen kannst, könnte ein (Riester-)Bausparer o.ä. schon interessant sein. Das hängt aber ganz davon ab, wieviel Du wirst finanzieren müssen, wie die Altersvorsorge sonst so aussieht, usw.

PS: Danach hat hier bisher keiner gefragt: Du bekommst hoffentlich einen ordentlichen Zins auf Dein Tagesgeld? >1,5% sollten es im Moment schon sein. > 2% sind auch kein Problem.

Inaktiver User
17.05.2011, 14:20
Riestern kommt nicht in Frage. Ich mache Entgeltumwandlung, das sich das eher lohnt.

2,3% Zinsen gibt es beim Tagesgeld.

Ich sehe gerade die bitten Festgeld für 2,8% an, Laufzeit 1 Jahr. Das wär ja auch noch was. Und danach füttert man dann das Tagesgeldkonto wieder.

Chris2008
30.05.2011, 15:26
Bausparen "lohnt" weniger wegen der Zinsen, sondern weil das spätere Bauspardarlehen im Rang nach dem Hauptkredit eingetragen wird. Der Hauptkredit wird überhaupt nur bis zu 60 oder 80% des Beleihungswertes vergeben.

Beispiel:
Kaufpreis EUR 200.000
Beleihungswert (je nach Bank, Hauszustand etc.) 180.000
erstrangiger Kredit bei 80% Beleihungsgrenze höchstens: 144.000,--
Eigenkapital: 20000
nachrangiger Finanzierungsbedarf 36.000,--

Wer so viel angespart hat, dass er/sie den nachrangigen Finanzierungsbedarf bereits durch Eigenkapital abdecken kann, braucht also kein Bauspardarlehen.

Didi50
07.06.2011, 14:18
Wenn du definitiv Wohneigentum kaufen möchtest, dann lohnt sich ein Bausparvertrag. Den musst du allerding einige Zeit ansparen, bis er zugeteilt wird. Eine Zwischenf inanzierung des Bausparvertrags ist zumeist unsinnig.

Es gibt zur Zeit Verträge, die ca. 2% Sollzinsen garantieren. Zudem zahlst du Bausparverträge zügig ab (allerdings mit höheren Raten), so daß du nicht 30 Jahre lang an den Krediten abknabbern musst.
Ein Bausparvertrag wird zudem bei den Hypothekendarlehen als Eigenkapital anerkannt.

Obwohl es zur Zeit nicht mehr modern ist, würde ich Wohneigentum mit ca. 30% Eigenkapital, 20%-30% Bausparvertrag und den Rest über Hypothek finanzieren.

Didi50
07.06.2011, 14:21
Bausparen "lohnt" weniger wegen der Zinsen, sondern weil das spätere Bauspardarlehen im Rang nach dem Hauptkredit eingetragen wird. Der Hauptkredit wird überhaupt nur bis zu 60 oder 80% des Beleihungswertes vergeben.

Beispiel:
Kaufpreis EUR 200.000
Beleihungswert (je nach Bank, Hauszustand etc.) 180.000
erstrangiger Kredit bei 80% Beleihungsgrenze höchstens: 144.000,--
Eigenkapital: 20000
nachrangiger Finanzierungsbedarf 36.000,--

Wer so viel angespart hat, dass er/sie den nachrangigen Finanzierungsbedarf bereits durch Eigenkapital abdecken kann, braucht also kein Bauspardarlehen.

Braucht man nicht, aber es hilft beim Abbezahlen. Bausparkredite sind zumeist extrem günstig und nach 8 Jahren zurückgezahlt. Wenn du bei einer Hypothek 1% jährlich tilgst, hast du nach 10 Jahren immer noch 90% Schulden für die du Zinsen zahlst. Die Banken lieben das. Ich erinnere mich an das entsetzte Gesicht meines Bankberaters, als ich nach 10 Jahren den Hypothekenkredit vollständig abgelöst habe.

Leuchttuermchen
07.06.2011, 19:20
Lieber Didi50.

Wenn ich eine Michmädchenrechnung anstelle, komme ich auch zu solchen Ergebnissen. Will sagen, dass es logisch ist, dass wenn ich beim Bausparvertrag 6% Tilgung habe und bei einem Bankkredit 1%, Dann habe ich im ersten Fall natürlich eine geringere Restschuld. Das hat nichts mit dem Produkt zu tun, sondern mit der Mathematik.

Wenn also Wintertraum ihre/seine 20.000 EUR anlegt, sagen wir mal über 7 Jahre zu 2% dann haben wir im Ergebnis (Steuern lassen wir mal weg) 23.002 EUR. Wenn sie nun einen Anbieter findet, der zeitgleich sogar 2,5% anbieten würde, dann ergeben sich 23.820 EUR. Was sind die 800 EUR wert? Der Kaufpreis der Immobilie beträgt heute zum Beispiel 200.000,- EUR. Unterstellen wir mal, dass die der Preis für dies Imobilie nur halb so gut entwickelt wie der Zins für Tagesgeld also 1% pro Jahr, dann beträgt der Kaufpreis in 7 Jahren bereits gut 214.000 EUR. Um wieviel ist Wintertraum dann ihrem Ziel tatsächlich näher gekommen?

Lösung: Da über die nächsten Jahre das Eigenkapital selbst mit aktivem Tagesgeldhopping nicht wesentlich an Mehrertrag erzielen kann auf der anderen Seite aber die Immobileinpreise "weglaufen", muss Wintertraum prüfen, ob nicht der Kauf jetzt oder in Kürze realisiert werden kann und wie man das vernünftig finanziert bekommt.

Selbst bei einem Beleihungsauslauf von 99% kann man z.B. derzeit zu einem variablen Zins von 2,93% finanzieren (entsprechend höher kann dann natürlich die Tilgung sein) und wenn die Zinsen steigen sollten, ist eine Zinsobergrenze von 5% eingezogen. Es gibt auch andere Modelle und nicht alle Modelle passen auf alle Käufer.

Ich will damit nur sagen, dass in diesem Fall der Focus wahrscheinlich komplett neu justiert werden muss. Mit der Jagd nach höherem Festgeld wird das Ziel so nie erreicht.

Herzliche Grüße

Leuchttürmchen

wulli
16.07.2011, 17:24
ja: zustimmung an nocturna