PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Familienplanung - Dämliche Idee?



hausdach
08.05.2011, 19:52
Mein Freund wird in diesem Jahr 30 und ist seit etwa 2 Jahren voll berufstätig. Er war also auch erst mit 28 mit seinem Studium fertig. Ich bin jetzt 26 und habe noch 1 Jahr bis zum Abschluss des Bachelors und möchte dann aber den Master noch dazu machen, wäre also 29 bis ich voll in den Beruf einsteigen könnte (Wir haben beide vor dem Studium schon eine Ausbildung gemacht und gearbeitet und dementsprechend später mit dem Studium begonnen). Wir sind seit etwa 7 Jahren ein Paar und wohnen nun auch schon ein paar Jahre gemeinsam. In diesem Jahr sind wir in eine etwa 75qm große Wohnung gezogen, die aus drei Räumen besteht, von der wir gesagt haben, dass es auch im Notfall (!) hier möglich wäre, mit Kind zu leben, zumindest solange das Kind noch keine großen räumlichen Ansprüche hat und ein Kinderzimmer von 20 qm ausreichen würde (tut es ja normalerweise!). Naja, jedenfalls bestand unsere bisherige Planung daraus, dass ich zuerst mein Studium beende und dann in den Job finde und dort dann auch erstmal ankomme und gucke, dass was geht und dafür sorge, dass mein Studium sich gelohnt hat. Gleichzeitig war aber auch immer klar, dass ich nicht erst mit 35 ein Kind bekommen wollen würde. Ich hatte mir meine persönliche Grenze bei 33 gesteckt, naja, irgendwo steckt man sich eben mal eine Grenze. Wir sind uns auch grundsätzlich über alles einig, schon immer: Wir möchten gerne nur ein Kind haben (er ist selbst Einzelkind und wurde aber immer im Rahmen eines großen Freundeskreises groß, auch als Kind schon. Ich selbst habe Geschwister, fand das aber überhaupt nicht "nötig" um sozial oder gesellschaftlich integiert zu sein und wir haben beide immer auf die Frage, wieviele Kinder wir uns wünschten mit "genau eins" geantwortet.) Und wir wollen das auch. Es stand nie zur Debatte, dass das nicht der Fall sein würde.

Mein Studium dauert also noch etwa 3 Jahre bis es vollständig abgeschlossen ist und ich dann den Master habe. Finanziell geht es uns nicht schlecht, wir leben von meinem Gehalt (ca. 20 Stunden neben dem Studium) und mein Freund verdient derzeit etwa 2.200 Euro netto, aber als Einstiegsgehalt mit deutlichem Anstieg nach oben. Heute Morgen beim Frühstück kam ich zum ersten Mal auf die Idee, weshalb eigentlich so wenige Frauen, das Studium als die optimale Zeit ansehen, ein Kind zu bekommen. Also, ich habe mich einfach gefragt: Was wäre denn, ich würde schwanger werden in einem halben Jahr oder Jahr? Das Schlimmste, was passieren würde, wäre: Ich müsste natürlich meinen Nebenjob aufgeben und wir müssten von den 2.200 netto leben und ich müsste das Kind in das Studium integrieren. Bei lediglich zwei halben Präsenztagen an der Uni und dem üblichen Selbststudium von zu Hause aus (nur so kann ich überhaupt Teilzeit arbeiten nebenher) wäre der Endeffekt, dass ich eben für diese Zeiten eine Betreuung bräuchte und sehen müsste, dass ich das Kind etwa 8 bis 10 Stunden die Woche unterbringen kann. Ich bin mir nicht sicher, aber könnte mein Freund denn nicht eigentlich Elternteilzeit nehmen oder ginge das nur, wenn ich auch zuvor vollbeschäftigt war?

Ich meine, mir ist derzeit schon klar, dass das auch alles total nach hinten losgehen kann. Ich könnte eines der Kinder bekommen, von denen man nicht sagt "oh, ist das brav! Und das schläft ja so viel!", das könnte sich unfassbar stark auf mein Studium auswirken, meine Leistungen wären schlecht, ich könnte es nicht einfach so in den Alltag integrieren und es würde viel mehr Zeit drauf gehen als überhaupt eingeplant. Ich hab zwei Freundinnen, bei denen das wunderbar klappt. Sie lernen einfach, wenn das Kind schläft oder sich gerade mit sich selbst beschäftigt und richtig schlimm oder belastend war es etwa 7 bis 9 Monate lang. Aber deren Kinder sind auch wirklich sehr unkompliziert. Wie gesagt, ich kenne auch Fälle, da sind Mütter froh, wenn sie 5 Minuten am Tag Zeit für einen Kaffee im Sitzen haben und denne käme im Leben nicht in den Sinn, nebenher noch auf Klausuren zu lernen oder Präsentationen vorzubereiten.

Ich habe derzeit den Gedanken im Kopf, dass meine Kinderplanung abgeschlossen wäre zu dem Zeitpunkt, an dem auch mein Studium zuende wäre und ich eben in den Job starte. Ich habe das auch so im Sinn, dass es mir den Beruf erleichtert, weil ich eben nicht dauernd im Hinterkopf haben muss, dass ich ja noch ein Kind "einplanen" muss, dass sich eben nicht so einfach integrieren lässt in einen Berufsalltag. Bis ich fertig wäre mit dem Studium, wäre das Kind so 2 Jahre alt und vielleicht erst einmal aus dem wirklich Groben raus (wenn man das ja so auch nicht sagen kann..)

Das soll auch wirklich nicht so klingen als sei ich die Superkarrieregeile Braut, die ein Kind so einschieben will. Ich hatte nur immer selbst eine Mutter, die leider nie aus ihrem Leben etwas machte und nie wirklich in den Beruf finden konnte und leider sehr unzufrieden war und es bis heute ist. Ich möchte das für mich und meine Familie schon gerne so haben, dass ich als Frau auch nicht mit 33 auf einmal feststellen muss, dass mein Studium ziemlich für die Katz' war, weil mein Kinderwunsch mir einfach irgendwann im Weg steht, mir die Karriereleiter verbaut und mich abstempelt. Derzeit denke ich: Welche Phase meines Lebens würde sich denn besser eignen für ein Kind als die Studentenzeit? Es gibt keine. Zu keiner Zeit meines Lebens bin ich so flexibel was die Zeitplanung angeht, brauche ich ein Semester länger bis ich fertig bin, wäre das eben so (ob ich jetzt mit 29 fertig wäre oder mit 30 wäre ja dann wirklich egal), schaffe ich es mal doch nicht eine Klausur mitzuschreiben, schreibe ich sie eben 3 Monate später mit,...Und das über eine Dauer von, wie gesagt, eben noch einmal 2 bis 2,5 Jahren. So etwas wird mir später im Job natürlich niemals möglich sein. Ich hoffe, ihr versteht so ein bisschen, wie ich im Moment denke und fühle und vielleicht mögt ihr mir einfach mal eure Meinung dazu schreiben. Vielleicht ist es auch eine wahnsinig bescheuerte Idee. Vielleicht ist es nacher doch besser, man wird eben aus dem Job gerissen und muss in der Praxis 2 Jahre Pause machen...

Wiesenkraut
08.05.2011, 20:21
naja so wenig Frauen sind das ja nun auch nicht die während des Studiums ihre Kinder bekommen, sonst hätten nicht massig Unis einen Unikindergarten.
Ich hab mein erstes kurz nach dem Studium bekommen, kenne aber ganz viele Frauen die ihre Familienplanung im Studium abgeschlossen haben, vor allem die, die an der Uni studiert haben.
Du müsstest zwar dein Nebenjob aufgeben, aber da bekommst du ja 65% Elterngeld und so weit ich weiss ist Elterngeld und weiterstudieren kein Problem (das können dir hier aber Mütter die noch studieren bestimmt besser sagen). Mein letzter Stand ist der hier, und so hats die Uni Freiburg auch immer noch in ihrer Info

Das Studium muss für den Bezug von Elterngeld nicht unterbrochen werden. Auf die Zahl der Wochenstunden, die für das Studium aufgewendet werden, kommt es – anders als bei der Erwerbsarbeit- nicht an.


Ich bin mir nicht sicher, aber könnte mein Freund denn nicht eigentlich Elternteilzeit nehmen oder ginge das nur, wenn ich auch zuvor vollbeschäftigt war?

ist die Frage ob das sich rechnet (wenns denn ging), denn auch er bekommt ja nur 65% von seinem Gehalt. Ich würde fast behaupten, dass ihr günstiger fahrt, wenn ihr sein Gehalt bezieht und du die 65% von deinem Nebenjob nimmst (du bekommst übrigens mindestens 300 Euro, egal wie viel du nebenbei verdienst, wenn 65% also weniger als 300 Euro sind bekommst du die 300), und da du die ja nicht eingeplant hast, wenn ich deinen Artikel richtig verfolge kannst du davon locker eine Tagesmutter zahlen (rechne mal mit 5 Euro die Stunde das ist lt Statistik der Bundesdurchschnitt)


Ich habe derzeit den Gedanken im Kopf, dass meine Kinderplanung abgeschlossen wäre zu dem Zeitpunkt, an dem auch mein Studium zuende wäre und ich eben in den Job starte. Ich habe das auch so im Sinn, dass es mir den Beruf erleichtert, weil ich eben nicht dauernd im Hinterkopf haben muss, dass ich ja noch ein Kind "einplanen" muss, dass sich eben nicht so einfach integrieren lässt in einen Berufsalltag.

genau aus dem Grund bekommen viele Familien ihre Kinder während des Studiums, damit sie im Kindgarten sind wenn sie anfangen zu arbeiten:smirksmile:

Guck mal ich hab hier einen Link für dich (gibts bestimmt auch von anderen Hochschulen, der hier ist mir als erstes in die Finger gefallen, was Elterngeld betrifft
Elterngeld — Familienservice (http://www.familienservice.uni-freiburg.de/famfrstudium/finanzstud/elterngeld)

und nun viel Spass beim planen.

Promethea71
08.05.2011, 23:17
Hallo,

ich halte die Idee nicht für dämlich.
Den absolut richtigen Zeitpunkt für Kinder gibt es nicht, und wenn ihr es neben deinem Studium finanziell und organisatorisch gewuppt kriegt, dann letgt doch einfach mal los .... kann ja trotzdem noch etwas dauern.

Ich denke, während des Studiums bekommt man da eher hin als in den ersten Berufsjahren. Und klar kann das Kind kein Idealkind sein, aber dafür finden sich dann auch Lösungen, eher als wenn du auch vollberufstätig bist.

Liebe Grüße

promethea

Historia02
09.05.2011, 00:00
Ich finde den Plan auch ziemlich gut.

Zuerst würde ich mir an deiner Stelle mal ausrechnen, wieviel Elterngeld du bekommst. Bei einer 20-Stunden-Stelle wird das sicher eine nette kleine Summe sein, auf jeden Fall mehr als der Sockelbetrag von 300 EUR.

Und dann würde ich mich mal wegen Kinderbetreuung an der Uni erkundigen. Da gibt es sicher flexible und preisgünstige Möglichkeiten, das Kind betreuen zu lassen.

An den 2 Freundinnen siehst du ja, dass es klappt bzw. klappen kann. Wenn dein Kind nicht ganz so pflegeleicht ist, dass du nahtlos weiterstudieren kann, dann nimmst du einfach ein oder zwei Urlaubssemester und machst dann weiter, das ist ja dann wirklich kein Problem.

Inaktiver User
09.05.2011, 07:26
Ich machs kurz:

Ich finde die Idee auch gut. Es hat große Vorteile, wenn man beim Start in den Job ein Kind im Kindergartenalter hat, weil dann die Betreuung in jedem Fall gesichert ist.

Davor gleicht das eher einem Glücksspiel.

myDara
09.05.2011, 08:23
Ich finde deine Ansätze auch mach- und umsetzbar. Auch wenn für mich persönlich die Studentenzeit immer so die Zeit der "letzten Freiheit" war und mir ein Kind da nie in den Sinn gekommen wäre. Aber ihr seid ja schon "ältere Studenten" die diese Phase vermutlich hinter sich gelassen haben:Sonne:
Wieviele Stunden bist du in der Woche denn konkret auf der Uni? Wie viel Zeit lernst du daheim?

Allerdings muss ich sagen dass mir manche Aussagen ganz übel aufgestoßen haben:




Ich habe derzeit den Gedanken im Kopf, dass meine Kinderplanung abgeschlossen wäre zu dem Zeitpunkt, an dem auch mein Studium zuende wäre und ich eben in den Job starte. Ich habe das auch so im Sinn, dass es mir den Beruf erleichtert, weil ich eben nicht dauernd im Hinterkopf haben muss, dass ich ja noch ein Kind "einplanen" muss, dass sich eben nicht so einfach integrieren lässt in einen Berufsalltag. Bis ich fertig wäre mit dem Studium, wäre das Kind so 2 Jahre alt und vielleicht erst einmal aus dem wirklich Groben raus (wenn man das ja so auch nicht sagen kann..)
.....
Ich möchte das für mich und meine Familie schon gerne so haben, dass ich als Frau auch nicht mit 33 auf einmal feststellen muss, dass mein Studium ziemlich für die Katz' war, weil mein Kinderwunsch mir einfach irgendwann im Weg steht, mir die Karriereleiter verbaut und mich abstempelt.
.....
Derzeit denke ich:,...Und das über eine Dauer von, wie gesagt, eben noch einmal 2 bis 2,5 Jahren. So etwas wird mir später im Job natürlich niemals möglich sein. Ich hoffe, ihr versteht so ein bisschen, wie ich im Moment denke und fühle und vielleicht mögt ihr mir einfach mal eure Meinung dazu schreiben. Vielleicht ist es auch eine wahnsinig bescheuerte Idee. Vielleicht ist es nacher doch besser, man wird eben aus dem Job gerissen und muss in der Praxis 2 Jahre Pause machen...

Diese Ansichten klingen für mich tlw. ein bisschen Zeithorizont begrenzt und aber auch egoistisch. Erstens sollte einem doch der Kinderwunsch nicht im Weg stehen und glaub bei mir Frauen mit echtem Kinderwunsch tut es dass auch nicht. Da ist dir die Karriere dann erstmal herzlich egal und du stellst es freiwillig hinten an. Es klingt so ein bisschen nach wir sollten jetzt ein Kind kriegen weil es gut reinpasst, ist denn der echte Kinderwunsch auch da???

Dann ist es (leider) bei weitem nicht so dass ein zweijähriges Kind aus dem gröbsten raus ist. Wenn ich da an unseren Zweijährigen denke .... Ich habe als er 1,5 Jahre war wieder mit 21 h Teilzeitarbeit begonnen, Kind war in der Kita, Modell funktionierte auch super....NUR:

Schleppen die Kinder in dem Alter ständig Kinderkrankeheiten heim, er war oft wochenlang am Stück oder immerwiederkehrend den ganzen Winter krank. Das mal eben "wegzuorganisieren" gestaltete sich mehr als schwierig, ganz abgesehen davon dass ein krankes Kind meistens einfach zu Mama will.

Blieb bei dem Arbeitspensum kaum Zeit für mich und fürs Haus. Wenn ich dann da war wurde ich vom Kind natürlich auch total in Anspruch genommen. Ich hab dann irgendwie 4 h für mich rausgeschlagen wo er auch noch in der Kita war die aber meistens einfach für banale Dinge wie Haushalt, Einkaufen, Arztbesuche und Organisatorisches drauf gingen. Und das man mit 21,5 Arbeitsstunden nicht mehr die große Managerin ist brauche ich wohl auch nicht erwähnen. Für mich gibt es das Modell Kind und Karierre einfach nicht, du musst entweder beim einen oder beim anderen Abstriche machen. Und da mein Mann im Durchschnitt eine 50-60 h Woche hat wäre für mich auch einfach keine Stunde Mehrarbeit drinnen gewesen. Ausser wir wollten unser Kind komplett fremd aufwachsen sehen.


In der Zeit wo ich zu Hause war, also die ersten 1,5 Jahre und einfach "nur" für die Kinderbetreuung zuständig war wars schon mal möglich Mini Me ein paar Stunden zur Omi zu geben und faul herumzuliegen und ein Buch zu lesen. Den Haushalt konnte ich neben ihm halbwegs erledigen an Lernen oder Klausuren schreiben wär mir zu der Zeit allerdings nie und nimma gewesen. Dir muss halt klar sein dass dir einfach ein Teil deiner ersten Mamazeit geraubt wird sobald irgendeine Verpflichtung in eine andere Richtung da ist.

Alles Gute für Euch!

Inaktiver User
09.05.2011, 08:55
Gut, klar, ich hätte neben meinem Baby auch nicht noch studieren können :pfeifend: Dazu hätte mir schlicht und einfach die Energie gefehlt. Ich bin aber auch schon älter :freches grinsen:

Nein, mal im Ernst, ich denke wenn man das gedanklich einplant, dass es mal einige Zeit nicht so klappt, ggf. auch ein Jahr auszusetzen im Studium, dann liegt man da wohl nicht so verkehrt.

Und wie ich das verstehe, gibts da einen zukünftigen Papa, der geregelte Arbeitszeiten hat ?

Das er sich sehr einbringen muss, wird euch klar sein, denke ich......

_Zitronenmond_
09.05.2011, 09:01
Ich hatte nur immer selbst eine Mutter, die leider nie aus ihrem Leben etwas machte und nie wirklich in den Beruf finden konnte und leider sehr unzufrieden war und es bis heute ist.

Dir fehlt einfach das Vorbild einer Frau, die Mutterschaft und Berufstätigkeit gut miteinander hinkriegt.

Mach dir nicht so einen gigantischen Kopp.
Das wird schon.
Guck mal, was es für Betreuungsmöglichkeiten gibt (real anschauen; nicht nur theoretisch).
Du kriegst das hin.

Inaktiver User
09.05.2011, 09:05
" Ihr kriegt das hin " trifft es besser :smirksmile:

strahlefrau
09.05.2011, 11:46
" Ihr kriegt das hin "

Das glaube ich auch! :allesok:

Ich habe ein Kind zum Ende meines Studiums bekommen und mit einem Säugling Examen gemacht. Ich hatte das Glück, einen flexibel arbeitenden Mann zu haben, der sich voll eingebracht hat, dazu ein recht "pflegeleichtes" :zwinker: Baby und ein paar sehr gute Freundinnen, die uns mit Babysitten unterstützt haben.
Das war eine sehr anstrengende Zeit, das will ich nicht verschweigen, aber ich habe es nie bereut. Irgendwann wollten wir einfach unsere Familienplanung nicht mehr auf die Zeit nach dem Studium verschieben - und es hat bei uns ja auch gut geklappt.

Ein bisschen zu den Einzelheiten:

- Du kriegst auf jeden Fall Elterngeld (65% oder auf jeden Fall 300 €) auch während des Studiums. Das Studium ist ja keine Erwerbstätigkeit, darauf kommt es ja beim Elterngeld an.

- Bei mir gab's zusätzlich den Vorteil, dass ich wegen Schwangerschaft und "Erziehungssemester" offiziell Urlaubssemester nehmen konnte und somit von den Studiengebühren befreit war. Das ging aber nur, weil ich keine Scheine mehr machen musste. Ich konnte dann trotzdem Veranstaltungen besuchen, nur keine Prüfungen ablegen oder Scheine machen. An manchen Unis zahlt man mit Kind auch grundsätzlich keine Studiengebühren, unabhängig vom Urlaubssemester.

- Ich würde aber auch grundsätzlich einplanen, dass du vielleicht ein Semester richtig aussetzt. Das habe ich nicht gemacht - aber dadurch war es eben auch sehr anstrengend.

- Es gibt für "Geringverdienende" - und da gehört ihr mit einem Gehalt auf jeden Fall dazu, zumal ihr ja gar nicht verheiratet seid - einen nicht geringen Zuschuss von der "Bundesstiftung Mutter und Kind" für Erstausstattung und Umstandskleidung. Erkundige dich da mal bei der Schwangerschaftsberatung deines Jugendamtes.

- Auch Väter können Elternzeit nehmen (und damit meine ich jetzt mehr als die zwei obligatorischen Monate)! :freches grinsen: Allerdings würde ich das in eurem Fall nicht empfehlen, da er ja das Geld reinbringt. Aber: Bei uns ging das alles nur, weil immer klar war, dass wir gleichermaßen für das Kind verantwortlich sin.


Und noch was:
Wir haben jetzt ein knapp zweijähriges Kind, das bei zwei arbeitenden Elternteilen im Grunde fast eine Vollzeit-Fremd-Betreuung braucht. Das heißt, im Grunde sieht man selbst sein Kind fast weniger als die Tagesmutter/Erzieherinnen. Das klappt hier sehr gut und wir sind auch ziemlich zufrieden damit, aber man muss halt schon darüber nachdenken, ob man diesen Weg möchte.

Ich wünsch' euch alles Gute für die Entscheidung! :blumengabe:
die strahlefrau