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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Selbständigkeit des Mannes - Gütertrennung?



Inaktiver User
03.05.2011, 13:32
Hallo,
wir sind 15 Jahre verheiratet und bisher hatte mein Mann einen sicheren Job mit gutem Einkommen. Wir haben ein Haus, bei dem jeder von uns im Grundbuch eingetragen ist, die Abzahlung würde im günstigsten fall in 5 -7 Jahren erfolgen. Eine gemeinsame Tochter von 12 Jahren gibt es ebenfalls, die evtl. studiert. Auch ich befinde mich momentan in einer Ausbildung, 4 Jahre wird sie noch dauern.

Nun trägt mein Mann sich mit dem Gedanken, sich selbständig zu machen (Softwareentwicklung). Da ich rundum viele Insolvenzen und Hausversteigerungen erlebt habe, macht mir der Gedanke angst. Was, wenn sich das nicht trägt. Er hat gesagt, dass, wenn ich ihm dabei im Weg bin, er sich scheiden läßt, also Selbständigkeit geht vor. Traurig, aber anders Thema.

Ich will, falls es schiefgeht, nicht in die Pleite mit reinschlittern. Wie kann ich mir und meine Tochter absichern?

Im Moment lebe ich in Zugewinngemeinschaft. Vielleicht kann mir jemand raten. Ich sehe im Falle eines Falles keine rosige Zeit auf uns zukommen, er muss sich ja selbst kranken- und rentenversichern und die ersten Jahre sind allgemein schwierig.

Inaktiver User
03.05.2011, 14:20
Er hat gesagt, dass, wenn ich ihm dabei im Weg bin, er sich scheiden läßt, also Selbständigkeit geht vor. Traurig, aber anders Thema.



Ich würde die Scheidung einläuten, wenn mein Mann diesen Satz so gesagt hätte und es so gemeint hätte.

Die Absicherung hängt u. a. davon ab, wie Dein Mann die Selbstständigkeit plant. Als Einzelunternehmer (volle Haftung) oder als GmbH (beschränkte Haftung). An Deine Haushälfte kommt keiner ran.
Die Grundlage für das Erörtern einer finanziellen Sicherheit für Dich sehe ich allerdings nicht gegeben, ein Mann, der sich so äußert, wird sich einen Dreck (pardon) um die Absicherung der Familie kümmern.

Kümmer Dich verstärkt um Dein Einkommen, das wäre mir wichtig.

jasmintee
03.05.2011, 14:38
mh ich hab die Befürchtung, das es nicht ganz ohne deinen Mann geht - also er müsste ja bei Veränderungen (z.B. beim Ehevertrag) immer auch sein Einverständniss geben

wie stellt er sich das ganze denn vor, im Falle das sein erwirtschaftetes Einkommen nicht zur "grundversorgung" reicht?
Deine Ausbildung geht noch 4 jahre? bekommst du jetzt eine Vergütung oder so? Könntest du im schlimmsten Fall auf eigenen Füssen stehen?

Ich kann deine Bedenken gut nachvollziehen, sowas ist ja nun mit einem gewissen Risiko verbunden. Ist dein Mann den noch zu vernünftigen Gesprächen mit dir bereit, oder hat er schon komplett dicht gemacht? Versteht er denn deine Ängste? Hast du das Gefühl er ist gut vorbereitet?
Rühren deine Ängste nur aus dem Umfeld oder traust du deinem Mann diese Aufgabe nicht zu?
Würdest du ihn trotzdem unterstützen auch wenn du es nicht unbedingt für gut heisst, das er es tut?


Zur Absicherung:

Absicherung wegen dem Haus - da solltest du tatsächlich einen Anwalt fragen - so eine "Erstberatung" ist auch an sich gar nicht mal soooo teuer

Krankenversicherung: Achtung, wenn ein Elternteil des Kindes privat versichert ist aufgrund von Selbstständigkeit, dann bieten die meisten Krankenkassen keine Möglichkeit das Kinder bei dem anderen Elternteil familienversichert bleiben, sondern dann muss für die kinder ein eigener Beitrag bezahlt werden - rufe bei deiner Krankenkasse an und erkundige dich!

Rentenversicherung: er kann weiterhin freiwillig seinen Beitrag in die gesetzliche RV einzahlen, viele Selbständige nutzen aber die Möglichkeit des Ausstiegs weil sie bei einer eigenen RV oder LV mehr Kapital bilden können
im Falle das er selbst mit einer privaten rente dann vorsorgt ... und es dann doch irgendwann auch mal um Trennung und Scheidung gehen söllte... erkundigen inwieweit diese zum Versorgungsausgleich herangezogen werden - denn (so erklärte das mir meine Anwältin) geht das nicht mit jeder Form der Vorsorge

Steuer: mir selbst passiert und nicht zu unterschätzen als Ehefrau - das Finanzamt nimmt im Pfändungsfall der Einkommenssteuer keine Rücksicht darauf, ob das dein oder das Einkommen deines Mannes ist, wenn ihr zusammenveranlagt seit ... die holen sich also das Geld dann auch bei dir!
Beispiel: mein Ex-mann und ich sind gemeinsam veranlagt, haben aber aufsplitten lassen wie groß mein und sein Anteil daran jeweils ist... ich hab meinen Anteil bezahlt- er aber seinen nicht, bei der anschliessenden Pfändung nahm der Finanzbeamte weder darauf Rücksicht, das ich sagte mein Ex wohnt nicht mehr hier noch, das ich meinen Anteil bezahlt habe - gemeinsam veranlagte Eheleute werden auch gemeinsam bei einer pfändung berücksichtigt ... Ex war zu dem zeitpunkt noch nicht umgemeldet was die Sache natürlich nicht erleichterte

Ich würd jetzt nicht unbedingt gleich an Scheidung denken, aber es wäre sicherlich nicht ganz verkehrt im Falle einer Einzelhaftung wie pinot schrieb an eine Änderung des Ehevertrages in Gütertrennung für den Bereich Firma zu denken um dich im Falle einer Pleite nicht mit in die Schulden zu ziehen. Immer aber auch berücksichtigt, daß du auf keinen Fall irgendeine Bürgschaft oder ähnliches für deinen Mann unterschreibst, denn dann hilft auch der Ehevertrag nix mehr.

Achja und noch ein Tipp falls noch nicht vorhanden - ein eigenes Konto für dich bei einer anderen Bank als die deines Mannes und ohne Zugriff für deinen Mann. Falls dein Mann nämlich da Schwierigkeiten bekommen söllte, dann hat der Bankberater nicht gleich Zugriff auf dein Konto. Ich hab da schon Dinger erlebt *kopfschüttel*

grüße
jasmintee

Inaktiver User
03.05.2011, 14:42
Achja und noch ein Tipp falls noch nicht vorhanden - ein eigenes Konto für dich bei einer anderen Bank als die deines Mannes und ohne Zugriff für deinen Mann.

Ich hoffe doch, dass das bei Frauen heutzutage Standard ist. Ich fürchte - eher nicht.

Die Geschichte mit dem Finanzamt - auch der Gerichtsvollzieher darf pfänden. Er muss sich nicht vergewissern, ob die Pfandsachen tatsächlich dem Schuldner gehören ...

Inaktiver User
03.05.2011, 14:49
Und noch ein Tipp zum Thema Absicherung: 2 Jahre nach Beginn der Selbständigkeit hat dein Mann keinerlei Ansprüche mehr aus der gesetzlichen Erwerbsunfähigkeitsversicherung - unabhängig, ob er Beiträge einzahlt oder nicht! (Voraussetzung für gesetzliche EMR: in den letzten 5 Jahren mindestens 3 Jahre PFLICHTbeiträge!!!)
Liebe Grüße
Katoeske

jasmintee
03.05.2011, 14:58
Ich hoffe doch, dass das bei Frauen heutzutage Standard ist. Ich fürchte - eher nicht.

Die Geschichte mit dem Finanzamt - auch der Gerichtsvollzieher darf pfänden. Er muss sich nicht vergewissern, ob die Pfandsachen tatsächlich dem Schuldner gehören ...

ja das auch, aber ich finde die Abwicklung mit einem Gerichtsvollzieher ist einfacher zu handeln... soweit ich weiß, ist sie als Ehefrau ja nicht automatisch für seine Schulden haftend und wenn Sie nachweisen kann das gewisse Einrichtungsgegenstände innerhalb der Wohnung ihr Eigentum sind müsste der Gerichtsvollzieher da nicht die Hand drauf legen können oder? korrigiert mich wenn ich mich täusch, aber das war bei uns immer möglich...
Beim Finanzamt sieht das ja anders aus, da es sich da ja um eine gemeinsame Veranlagung (bei der Einkommensteuer) und somit um gemeinsame Steuerschulden handelt.

Inaktiver User
03.05.2011, 15:02
Ich hoffe doch, dass das bei Frauen heutzutage Standard ist. Ich fürchte - eher nicht.

es gibt viele Ehen (u.a. meine), da gibt es nur gemeinsames Geld - da hat weder Frau noch Mann ein eigenes Konto. (und statistisch gesehen sind das die glücklicheren Ehen).


ansonsten zur Ausgangsfrage:

sich als Softwareentwickler selbstständig zu machen, ist doch nicht sooo riskant - wie kann man da so richtige pleite gehen?

da muss man doch keinen Millionenkredit aufnehmen und 10 Mitarbeiter einstellen, um eine Produktion zu starten - im schlimmsten Fall läuft es halt nicht und er muss wieder eine Anstellung suchen.

sich über Absicherung beraten zu lassen ist natürlich trotzdem empfehlenswert.

Inaktiver User
03.05.2011, 15:05
ja das auch, aber ich finde die Abwicklung mit einem Gerichtsvollzieher ist einfacher zu handeln... soweit ich weiß, ist sie als Ehefrau ja nicht automatisch für seine Schulden haftend und wenn Sie nachweisen kann das gewisse Einrichtungsgegenstände innerhalb der Wohnung ihr Eigentum sind müsste der Gerichtsvollzieher da nicht die Hand drauf legen können oder? korrigiert mich wenn ich mich täusch, aber das war bei uns immer möglich...

es stimmt, dass der Ehepartner für die Schulden nicht automatisch haftet.

aber gerade weil dann die Möglichkeit besteht, alles Vermögen auf einen laufen zu lassen, und der andere hat die Schulden, muss der Ehepartner meist bei der Bank mit unterschreiben für einen größeren Kredit. Was ja auch nachvollziehbar und gerechtfertigt ist.

aber um sich als Softwareentwickler selbstständig zu machen, braucht er ja keinen großen Kredit.

Inaktiver User
03.05.2011, 15:06
Sehr unwahrscheinlich, dass sie dies nachweisen könnte, da es sich meist um eine Gütergemeinschaft handelt. Pfänden darf der Gerichtsvollzieher nur das nicht, was z. B. über Raten finanziert wurde. Dort ist nachweisbar, dass sich die Ware im Eigentum eines anderen befindet. Dies muss aber auch durch Verträge nachgewiesen werden, sonst wird gepfändet.

Inaktiver User
03.05.2011, 15:07
aber gerade weil dann die Möglichkeit besteht, alles Vermögen auf einen laufen zu lassen, und der andere hat die Schulden, muss der Ehepartner meist bei der Bank mit unterschreiben für einen größeren Kredit. Was ja auch nachvollziehbar und gerechtfertigt ist.



Müssen muss er nicht. Andere Bank suchen. Ich würde niemals für einen Kredit meines Mannes/seiner Firma unterschreiben.

Inaktiver User
03.05.2011, 15:09
es gibt viele Ehen (u.a. meine), da gibt es nur gemeinsames Geld - da hat weder Frau noch Mann ein eigenes Konto. (und statistisch gesehen sind das die glücklicheren Ehen).

Kannst Du mir die Statistik bitte mal verlinken?

ansonsten zur Ausgangsfrage:


sich als Softwareentwickler selbstständig zu machen, ist doch nicht sooo riskant - wie kann man da so richtige pleite gehen?

Zum Beispiel, indem man langsam immer mehr in die Miesen rutscht, weil man nicht mehr das hier erwähnte Gehalt bekommt und nicht die erwarteten Umsätze erwirtschaftet. Oder man startet gut, vergrößert sich, investiert, hat Fixkosten - und es crasht.

jasmintee
03.05.2011, 15:46
...
Zum Beispiel, indem man langsam immer mehr in die Miesen rutscht, weil man nicht mehr das hier erwähnte Gehalt bekommt und nicht die erwarteten Umsätze erwirtschaftet. Oder man startet gut, vergrößert sich, investiert, hat Fixkosten - und es crasht.

ganz genau!

ich lese aus dem Eingangspost das die TE sich in einer Ausbildung befindet, ich vermute er verdient also mit seinem Gehalt das Haupteinkommen der Familie und sie alleine könnte das mit ihrem Verdienst nicht stemmen ... das heisst es könnte unter Umständen eng werden da ja z.B. das Haus auch abzuzahlen ist
ich hab keine Ahnung von der Arbeit eines Softwarentwicklers, aber unter Umständen sind das längere Projekte, in denen man auch nicht regelmäßig und in der Not auch mal auf die schnelle Umsatz macht - da können durchaus auch Entwicklungen entstehen, die einen schnell in die Ecke treiben, Vorlaufzeiten bis ein Projekt startet müssen ja auch irgendwie überbrückt werden
und ob man dann in so einer Situation auf die schnelle eine neue Anstellung kriegt um das Ruder rumzureissen ... ich weiss nicht... ich finde gerade wenn man Familie hat und "Alleinverdiener" ist sollten die Risiken vorher gut besprochen und geklärt sein

Promethea71
03.05.2011, 16:56
Ich würde das Thema von zwei Seiten aus angehen:

1) die Selbständigkeit an sich,

ich nehme mal an, dein Mann macht sich nicht aus dem Nichts selbständig, sondern hat entsprechende berufliche Erfahrungen, die ersten Kundenanfragen, einen Businessplan. Hast du das Gefühl seine Selbständigkeit hat Hand und Fuß ? Glaubst du grundsätzlich er kann das fachlich und persönlich wuppen ? Wie hoch ist der Kapitalbedarf, was habt ihr an Rücklagen, wie stellt er sich das alles konkret vor. Sprecht ihr über diese Themen ?

2) die Absicherung der Familie

Wichtig ist sicher, keine Kredite für die Firma gemeinsam unterschreiben und darüber nachdenken, das gesamte Haus auf dich zu überschreiben.

Gibt es eine Lebensversicherung, Unfallversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung oder ähnliches. Wie seit ihr abgesichert falls ihm (offenbar Haupt- bzw. Alleinverdiener) etwas passiert? Jetzt und in Zukunft.

Was passiert mit der Krankenkasse für euch drei ? Hast du ein eigenes Einkommen über 400,- Euro ?

Welche Plan B gibt es, falls die Selbständigkeit scheitert ?

Dazu solltet ihr euch selbst ein paar Gedanken machen und euch ggfl. auch anwaltlich beraten lassen.

Liebe Grüße

promethea

Inaktiver User
03.05.2011, 17:13
Da das Leben der TE auch in einem anderen Bereich mit dem Ehemann strauchelt, gehe ich hier nicht von einer Situation aus, die gemeinsam besprochen und geplant wird.

Inaktiver User
04.05.2011, 21:00
Ich freue mich riesig über die zahlreichen Antworten. Zunächst zu meiner Situation. Mein Mann ist fast 20 Jahre bei der gleichen Firma beschäftigt, entsprechend gutes Einkommen und als Betriebsratsvorsitzender unkündbar für 5 Jahre. Ihm wurden auf Grund eines Zerwürfnisses mit seinen Chefs alle bisherigen Aufgaben genommen, er dümpelt vor sich hin, ist meiner Meinung nach depressiv, will sich aber nicht behandeln lassen. Auch gegenüber meinen Ängsten ist er taub, er plant wohl eine Selbständigkeit, es bleibt noch wage und er signalisiert eben, notfalls das alleine durchzuziehen. So weit, so traurig. Es ist wohl so eine Art Selbstbestätigung.

Das Risiko besteht in sofern, wie eine TE richtig erkannt hat, darin, dass monatliche Kosten auflaufen sowie Kranken- Rentenversicherung, Lebenshaltung u.ä.. Auch gibt es wahrscheinlich viele Tücken (Finanzamt etc..) und ich weiß nicht, inwieweit er da fit ist. Er ist manchmal recht unzugänglich. Neulich wollte er gemeinsames Geld auf ein Onlinekonto nur auf seinen Namen anlegen, als ich vorschlug, es zur Abwechslung auf meinen Namen anzulegen (er hat noch mehr auf seinen Namen) blockte er ab und bockte (mangelndes Vertrauen....). Aber da er auch von Scheidung ab und zu spricht, bin ich hellhörig, deshalb meine Vorsicht. Man hängt da leicht mit drin,

Leider bin ich finanziell noch nicht in der Lage, auf eigenen Füßen zu stehen - wie eine Frage war, sonst wäre es einfacher. Menschlich bin ich natürlich enttäuscht, denn sowas gehört meiner Meinung nach zusammen beschlossen. Da er eigensinnig und stur sein kann, sehe ich im Moment wenig Chancen, ihn umzustimmen. Am liebsten ware es, er würde das Progamm als Nebenerwerb vertreiben (einen Vertriebler, der sehr an dem Produkt interessiert ist, hätte er). Da wäre das Risiko gering und er könnte sich selbst bestätigen. Wahrscheinlich müsste das Produkt aber entsprechend betreut werden und alles wäre ein ehrheblicher Zeitaufwand. Aussage des Anderen: Man hat viel zu viel Angst vor der Selbständigkeit... Aber ich habe in meinem Umfeld schon 2 Freunde, die bettelarm sind und die ich zum Essen einladen müsste, die haben buchstäblich nichts wie Schulden. Beide mit Abitur, also Intelligenz schützt vor Scheitern nicht.

Was kann ich tun? Laut Euch ja nichts unterschreiben und wenn möglich eigenes Konto. Das ganze Haus bekomme ich sicher nicht überschrieben, wäre aber gut, nur da er auch oft von Scheidung spricht, sehe ich das nicht. Das bestehende Vermögen vor der Selbständigkeit durch 2 teilen, damit meine Hälfte gesichert ist? Möchte gern auch meine Tochter absichern. Welche Fragen würdet ihr einem Anwalt diesbezüglich stellen? Das beste wäre meiner Meinung nach, er lenkt ein und sucht sich eine andere Festanstellung, Ingenieure werden doch angeblich gesucht.

Nocturna
05.05.2011, 08:35
Was du über deinen Mann schreibst, auch bezüglich deiner Vermutungen, dass er depressiv sein könnte, klingt bedenklich. Einen Sprung in die Selbständigkeit macht man mal nicht nebenbei, Rückschläge gibt es immer und wer da kein stabiles Nervenkostüm hat und Elan mitbringt, na – ich weiß nicht.


Neulich wollte er gemeinsames Geld auf ein Onlinekonto nur auf seinen Namen anlegen, als ich vorschlug, es zur Abwechslung auf meinen Namen anzulegen (er hat noch mehr auf seinen Namen) blockte er ab und bockte (mangelndes Vertrauen....). Aber da er auch von Scheidung ab und zu spricht, bin ich hellhörig, deshalb meine Vorsicht.
Du hast richtig reagiert. Ich würde gemeinsames Geld, das im Moment noch auf einem gemeinsamen Konto liegt, trennen. Zieh deinen Teil vom Geld ab, eröffne dein eigenes Tagesgeldkonto und gib dein Passwort nicht her. Sicher ist sicher. Ja, das ist nicht schön, so handeln zu müssen, aber ich befürchte, dass dein Mann euer gemeinsames Geld benutzt um Betriebskosten zu finanzieren. Du musst an dich und eure Tochter denken, wenn es dein Mann schon nicht macht.

Was eventuelle Schulden angeht, solange du nichts unterschreibst, bist du nicht für Schulden deines Ehegatten verantwortlich. Zumindest nicht, was über die sogenannten Geschäfte zur Deckung des Lebensbedarfs hinausgeht wie z.B. einen Telefonanschluss oder einen Kredit für eine Waschmaschine. Das ist aber keine Beruhigung, denn wie schon ausgeführt, Steuer und monatliche Kosten laufen trotzdem auf und da bist du auch in der Pflicht.

Ich würde mir die Selbständigkeit des Mannes genau ansehen. Wenn du sehen würdest, dass er die Karre in den Dreck fährt, er keinen Notausstieg akzeptiert, dann würde ich die Notbremse ziehen. Die Mitverpflichtung für Geschäfte zur Deckung des Lebensbedarfs endet ab dem Zeitpunkt, wo du getrennt lebst.

Inaktiver User
05.05.2011, 09:07
Es gibt Existenzgründerseminare, da wird über alle diese Dinge informiert, auch was Werbung, Finanzamt usw. angeht. Vielleicht sollte er sowas mal buchen? Bei mir waren das damals 2 ganze Tage, gefördert über die Wirtschaftsförderung und hat 35,- € gekostet, die waren super angelegt!

Kyria
05.05.2011, 10:43
Hallo Billemaus,


Mein Mann ist fast 20 Jahre bei der gleichen Firma beschäftigt, entsprechend gutes Einkommen und als Betriebsratsvorsitzender unkündbar für 5 Jahre. Ihm wurden auf Grund eines Zerwürfnisses mit seinen Chefs alle bisherigen Aufgaben genommen, er dümpelt vor sich hin, ist meiner Meinung nach depressiv, will sich aber nicht behandeln lassen.

daß diese Situation für Deinen Mann sehr belastend ist, kann ich gut verstehen.
Ich denke, wenn er einfach so weitermacht wie vorher und an seinem Arbeitsplatz bleibt, wird er voraussichtlich immer depressiver, kraft- und mutloser werden, vielleicht auch krank. Wenn`s ganz dumm läuft, hat er dann irgendwann gar keine Energien mehr, um noch was Neues auf die Beine zu stellen.

Daher würde ich sagen, eine Veränderung ist unumgänglich. Nur wie durchführbar?

Du schreibst, daß Dein Mann Softwareentwickler ist und ein Programm entwickelt hat:
er würde das Progamm als Nebenerwerb vertreiben (einen Vertriebler, der sehr an dem Produkt interessiert ist, hätte er). Da wäre das Risiko gering und er könnte sich selbst bestätigen. Wahrscheinlich müsste das Produkt aber entsprechend betreut werden und alles wäre ein ehrheblicher Zeitaufwand.

Gäbe es nicht evtl. die Möglichkeit, daß Dein Mann seine Arbeitszeit als Festangestellter reduzieren könnte z.B.: auf halbtags, einen Nebenerwerb anmelden könnte und so wesentlich mehr Zeit und Möglichkeiten hätte, sich auf dem Gebiet der Selbständigkeit ausprobieren zu können?

Herzliche Grüße
Kyria

Inaktiver User
05.05.2011, 13:07
Der Gedanke, erst mal noch z.B. halbtags in der Firma zu bleiben, wäre natürlich gut, aber in seiner Situation würde das wohl nicht genehmigt. Außerdem darf man keine ähnlichen Produkte anbieten (Konkurrenz), aber der Bereich droht evtl. geschlossen zu werden und da möchten er und sein Kollege in die Lücke springen.

Frage: Empfiehlt es sich überhaupt, die Zugewinngemeinschaft aufzukündigen`? Die Pleite bekäme ich ja so und so zu spüren (kein Geld) - hätte aber bei Erfolg wenigstens Geld für die Ausbildung meiner Tochter. Andernfalls würde ich bei Misserfolg die Haushälfte verlieren - wer kennt sich aus?

Was mich am meisten stört, das ich in die Planungen keinen Einblick habe, er (mauert) wie beim Geld. Er ist nervlich auch nicht belastbar, wie hier angedeutet wurde, also eigentlich wäre für ihn eine Festanstellung besser. Er ist wenig zugänglich, ich bin auch ziemlich depremiert, vor allem, wenn gleich mit Scheidung gedroht wird. Mir gehts ziemlich schlecht. Ich werde mir juristischen Rat holen, auf keinen Fall was unterschreiben. Etwas Zeit bleibt mir noch, da der andere Kollege noch seine Elternzeit nehmen möchte. Aber ich bin ganz eurer Meinung, so sollte eine Ehe nicht sein. Langfristig sehe ich keine Perspektive, wenn er sich nicht ändert und zugänglicher wird. Meine Tochter ist noch sehr unsebständig und andere Verwandte zur Betreuung hier habe ich nicht. Meine Zukunft sieht nicht rosig aus, ich werde wenigstens verhindern, was zu verhindern ist in Punkto Geld, aber er hat jahrelang alle Zugänge für Internetkonten selbst genutzt. Aber wenn ich gefragt werde, sage ich, dass ich nicht einverstanden bin, alles nur auf ihn anzulegen. Ich möchte, dass ein Großteil der Gelder ins Haus fließt, was noch nicht abbezahlt ist, aber mir zur Hälfte gehört.

Bin für alle Anregungen offen. Sollte er sich selbständig machen und zeitgleich trennen, bekäme ich auch sicher Schwierigkeiten mit dem Unterhalt für mich und die Tochter. Da bin ich noch traumatisiert, als sich der Vater meines Sohnes selbständig machte, bekam ich von dem Zeitpunkt an nie wieder Unterhalt, bis er schließlich Konkurs ging.

Ich habe Zukunftsängste.

Kyria
05.05.2011, 13:28
Außerdem darf man keine ähnlichen Produkte anbieten (Konkurrenz), aber der Bereich droht evtl. geschlossen zu werden und da möchten er und sein Kollege in die Lücke springen.
...

Etwas Zeit bleibt mir noch, da der andere Kollege noch seine Elternzeit nehmen möchte..

Sorry, ich hab`da noch ein paar Verständnisfragen: Der Bereich, der in der Firma Deines Mannes evtl. geschlossen werden soll, ist vermutlich nicht der, wo Dein Mann jetzt arbeitet, oder? Arbeitet denn sein Kollege, mit dem er zusammen in die Lücke springen will, dort?

Dein Mann möchte sich also, wenn ich richtig verstanden habe, zusammen mit diesem Kollegen selbständig machen. Der will aber vorher noch Elternzeit nehmen und die Selbständigkeit ist erst danach geplant.

Wielange hat der Kollege denn vor, Elternzeit zu nehmen?

Inaktiver User
05.05.2011, 20:53
Also, mein Mann hat die ganzen Jahre in diesem Bereich gearbeitet und der Kollege arbeitet noch dort. Er bekam aber ein anderes Gebiet, sog. Hilfstätigkeiten, mit denen er eigentlich unterfordert ist, aber der Chef wollte es so /Abstrafung, damit er freiwillig geht. Dementsprechen mürbe ist er auch. der Kollege geht wohl nur 2 Monate in Elternzeit, aber nicht gleich am Anfang. Das Produkt ist nicht dasselbe wie in der Firma, aber ich kenne mich da nicht so aus, es wird eher im kleineren Stil verkauft, das andere wurde weltweit an große Firmen verkauft, dieses im Inland.

Wie gesagt, als Nebentätigkeit wäre es in Ordnung, nur nicht das volle Risiko. Er wird sich aber nicht viel sagen lassen.

Vielleicht kann mir noch jemand etwas zur Zugewinngemeinschaft sagen und der evtl Änderung. Da ich noch nicht arbeiten kann, würde es auch schlecht für meine Altersabsicherung aussehen. Sollte man einen Ehevertrag aufsetzen? Wer hat diese Situation erlebt. Als Ehefrau wäre man bei der Aufkündigung auch ganz auf Gedeih und Verderb allem ausgesetzt, läufts gut, sieht man evt. nichts, da sicher Rücklagen gebildet werden müssen für schlechte Zeiten, läufts schlecht, hat man jede Menge Probleme. Es gäbe sicher auch die Möglichkeit einer Festanstellung in einer anderen Firma, er müsste es einfach probieren. Aber er plant ja anders...

angie2
05.05.2011, 21:46
Liebe Billemaus,

kann Dir nur von einer lieben Freundin berichten, deren Mann sie mit zwei Tagen Frist zur Gütertrennung zwang.

Er war schon auf dem Absprung, sie hatte bloß noch keinerlei Ahnung.

Generell wird bei Umstellung auf Gütertrennung das bis dahin erlangte Vermögen aufgeteilt.

Sie hat mir die Eckdaten genannt. Ich habe ihr gesagt, dass sie dabei nicht gerade gut wegkommt, aber da ihr Mann selbstständig war, habe ich ihr empfohlen, zu unterschreiben. Weil es sehr schwierig ist, einem Selbständigen nachzuweisen, dass er sein Geld verbuddelt.

Letztendlich war es tatsächlich so, dass er im Zeitpunkt der Scheidung so viel Geld ausgegeben hatte, dass sie besser dran war.

Die Gütertrennung war ein Segen, auch wenn er das so nicht beabsichtigt hatte.

Ich hoffe, dass Dir alle Konten von ihm bekannt sind.

Anemone
05.05.2011, 23:35
Ich habe mit meinem Ex damals aus familiären Gründen (es gab zwischen uns damals keine Probleme größerer Art) die Gütertrennung beschlossen. Dies wurde vor einem Notar beurkundet und ich wurde mehrmals auch darauf hingewiesen, dass es ein wichtige Punkt sei, ob der Versorgungsausgleich für die Rente beibehalten werden sollte. Das war mir damals auch sehr wichtig, dass das nicht angetastet wurde. Es kann auch ausgeschlossen sein, aber das will sehr gut überlegt sein. Wenn der "klassische" Fall: Ehemann verdient wesentlich mehr als Ehefrau und Mutter, die teilzeit arbeitet und ungünstige Steuerklasse hat, zutrifft, hat der Versorgungsausgleich im Hinblick auf die Rentenhöhe/Verteilung der Rentenpunkte eine große Bedeutung.

amazone41
06.05.2011, 08:52
Billemaus,

Du solltest Dich so schnell wie möglich von einem Rechtsanwalt beraten lassen. Die ganze Materie ist so komplex, dass Du hier bestimmt keine Antwort finden wirst, die wirklich alle Deine Fragen abdecken wird.

Du hast im Ausgangspost geschrieben, dass es eine andere Sache sei, dass Dein Mann das auch ohne Dich durchziehen würde.

Ich halte das für zentral. Selbständigkeit auf Kosten der Familie...super Idee, klingt nach totalem Egotrip. Bei allem Verständnis für die Situation Deines Mannes - es gibt mehr Menschen, denen es in ihrem Job nicht gut geht - aber seine Art, damit umzugehen, geht gar nicht.

Egal, wie schlecht es ihm geht, er trägt Verantwortung, die er nicht einfach mit Füssen treten kann. Wenn er es dennoch tut, würde ich an Deiner Stelle mal für mich nachfragen, ob ich das will oder nicht lieber gleich selbst die Scheidung einreiche. Im Moment wärst Du noch wesentlich besser abgesichert als später, wenn er vielleicht Euer Geld in den Sand gesetzt hat.

Und ganz davon abgesehen: Du machst Dich gerade von ihm komplett abhängig. Bist Du in gewisser Weise auch. Aber von jemandem, der mir sagt, er lässt sich scheiden, wenn ich nicht mitziehe, ohne Rücksicht auf Verluste, möchte ich nicht abhängig sein.

Da würde ich den Spiess lieber umdrehen. Wer weiss, welche Dynamik da ins Spiel kommt :pfeifend:

Promethea71
06.05.2011, 09:17
Da wir die Situation nur einseitig kennen, will ich mal eine andere Seite beleuchten.

Dein Mann wir in seinem derzeitigen Job offenbar systematisch gemobbt, es werden ihm Kompetenzen entzogen, unter Umständen wirkt sich das auch mittelfristig auf sein Gehalt aus, wenn darin Provisionen oder Boni enthalten sind. Mittelfristig wird er da entweder gekündigt oder kündigt selbst. Es gibt immer eine Möglichkeit einen Angestellten los zu werden.

Die Frage ist, wie fertig und depressiv er bis dahin ist und wie, wo und ob er da einen neuen Job findet.

Die Krux ist natürlich, dass du überhaupt nichts zum Lebenunterhalt der Familie beiträgst, sondern er der Alleinverdiener ist. Und die Ausbildung, die du im Moment machst, wird es dir in den ersten Jahren auch nicht ermöglichen damit Geld zu verdienen, denn Yogalehrer verdienen einfach wenig Geld. Das war dir auch bewusst, als du damit angefangen hast. Dass machst du aus Neigung (was nichts schlechtes ist), aber dein Mann soll einen Job weitermachen, der ihn komplett ankotzt und fertig macht.

Dein Mann steht Versorger der Familie völlig allein da und im Job wird er zusätzlich fertig gemacht.


Das wichtigste wäre, dass ihr wirklich miteinander redet. ZB in dem ihr zu zweit für einen Woche weg fahrt und euer komplettes Lebenskonzept mal überdenkt und zwar ohne Tabus und vorallem nicht so zwischen Tür und Angel.

Vielleicht hat seine Idee von der Selbständigkeit ja durchaus Hand und Fuss, vielleicht lässt sich da mittelfrist etwas aufbauen. Vielleicht kann er in der Anfangszeit einen anderne Nebenjob annehmen. Vielleicht kannst du auch halbtags arbeiten und dazu verdienen. Dadurch ließen sich evtl. die laufenden Kosten decken.

Denn wenn du ihn jetzt verlässt, musst du im Zweifel auch die Ausbildung abbrechen und mindestens halbtags arbeiten um dich zu ernähren. Warum dann nicht einen neuen Versuch zu zweit machen.

Liebe Grüße

promethea

Promethea71
06.05.2011, 09:20
Wobei ich durchaus genauso vehement dafür bin, dass du dir einen Überblick über eure finanzielle Situation verschaffst und dich von einem Anwalt beraten lässt, was der Güterstand für dich ändern kann und würde.

Und ich stehe selbstverstänlich weiterhin dafür, dass du keinesfalls Kredit für das Unternehmen mit unterschreibst oder das Haus dafür als Sicherheit dient, lass dich auch hier beraten, wie du ggfl. verhindern kannst, dass er seine Hälfte belastet - wenn das bei eurem Kredidt überhaupt geht.

Liebe Grüße

promethea

Inaktiver User
06.05.2011, 09:49
Kurz zu meiner Ausbildung (Yogalehrerin) - ich habe sie wie schon hier erwähnt aus Neigung gewählt, war mir aber auch nicht zu schade, in der Gurken- , Schuhfabrik, Kartoffelsortieranalge zu arbeiten, für alte Frauen Fentster zu putzen und als Tagesmutter sowie wie früher im Büro, wo ich aber vollkommen chancenlos bin nach der Familienpause. Aber zur Not gehe ich natürlich jeder Tätigkeit nach, also ich ließe nicht nur meinen Mann schuften.

Gestern hatten wir einen tränenreichen Streit (meinerseits). Er sieht nur noch alles negativ, sein Chef ist ein Teufel usw. ich wolle nur sein monatlich geregeltes Geld (nun ja, wir müssen ja auch von was leben).

Er ist sehr kaputt und sollte eigentlich auch was für seine Psyche tun, aber da rede ich schon lange.

Wenn ich zurück bin, suche ich eine Beratung auf, denn wie eine hier schreibt, ist das Thema zu komplex um alles zu durchschauen. Das mit dem Gespräch ist gut, vielleicht sollten wir wirklich alles aus einer anderen Warte besprechen, auch wenn ich ihn viel viel lieber "festangestellt" sehen würde. Ich habe ein starkes Sicherheitsbedürfnis und angst, er würde jedes Shampoo, das ich kaufe in Frage stellen, was jetzt schon teilweise geschieht.
Es hieß auch, er könne unter keinem Chef arbeiten, eben ein streitbarer Charakter, aber Arbeit ist einfach für ihn alles. Er definiert sich darüber und das war das Schlimmste, was ihm zustoßen konnte. Es ist stimmt, im Fall der sofortigen Trennung würde es für die Ausbildung schlecht aussehen. Vielleicht wirklich Gütertrennung und ein extra Konto für Kindergeld und etwas zum Leben jeden Monat nur auf meinen Namen bei einer anderen Bank. Wie würde so ein Versorgungsausgleich aussehen? Kenne mich damit nicht aus, aber will nicht gern darauf verzichten.

Inaktiver User
06.05.2011, 11:29
Ich sehe die Situation insgesamt sehr kritisch.
Der Eintritt in eine Selbstständigkeit wird mit mit einer nichtfunktionierenden Ehe äußerst kritisch, um nicht zu sagen nahezu unmöglich.
Die geschilderten Symptome lassen auf eine durch den Job angeschlagene Person schließen, Promothea hat dies gut dargestellt.
Dies und dann noch die eventuell tatsächlich zwangsläufige Notwendigkeit zur Selbstständigkeit (liebe TE, sicher, dass ein Angestelltenjob so schnell zu finden ist?), baut mit den Eheproblemen enormen Druck auf.
Die TE muss für sich aus ihrer Erfahrung heraus prüfen, das können wir nicht beurteilen, ob das Verhalten des Mannes generell lieblos ist bzw. sie nicht berücksichtigt, oder ob vieles was er macht und sagt vielleicht von dem Druck bestimmt ist.
Nur dann wäre ein weiterer gemeinsamer Weg sinnvoll, aber auch dann sehr schwer.

Ich kenne diese Situation, mit Menschen umgehen zu müssen, die eine für viele Leute unvorstellbare Jobbelastung haben. Diese Menschen sind nicht mehr normal ansprechbar, sind tickende Zeitbomben und nicht mehr zugänglich. Das kann auch wieder werden, wenn der Job wieder in ruhigeren Bahnen läuft. Bzw. die Selbstständigkeit angelaufen ist. Für den, der das mittragen muss, ist das eine wirklich verfahrene Situation.

Die Firma droht zu schließen? Plant Dein Mann den Kauf aus einer Insolvenz heraus oder eine Unternehmensnachfolge? Statistisch sind dies die Fälle, die eher funktionieren, als eine Neugründung aus der Null heraus.

Inaktiver User
06.05.2011, 11:34
Hallo Billemaus!

Ich möchte mich Promethea anschließen.

DU erwartest, dass Dein Mann Dich ernährt und dafür auch noch Deine Vorstellung eines Jobs ausübt (angestellt unter misslichen Umständen), obwohl es ihm dabei schlecht geht, während Du Deiner Neigung (Yoga-Ausbildung) nachgehst.

Am Anfang des Threads dachte ich auch: egoistisch, droht gleich mit Scheidung, stellt Job vor Partner. Aber irgendwas stimmte in dem Bild nicht. Und Promethea hat das sehr schön herausgearbeitet. Du bist von ihm abhängig, also soll er tun, was Du willst? Da finde ich es nicht verwunderlich, dass er sich abgrenzt.

Und ich habe mir überlegt, wie es mir ginge, wenn ich an der Stelle Deines Mannes wäre: ich glaube, ich würde mein persönliches Wohlergehen unter diesen Umständen auch über die Partnerschaft stellen. Zumal, wenn in der Partnerschaft das oben beschriebene Ungleichgewicht herrscht.


Was den ganzen Rest - Gütertrennung & Co - angeht, rate ich Dir auch, Dich fachlich beraten zu lassen und zumindest nichts zu unterschreiben, für nichts zu bürgen etc. Ihr scheint beide (momentan) nicht bereit, füreinander Risiken/Verbindlichkeiten einzugehen.

Gruß Sin


Und sprich doch noch mal mit ihm über seine Pläne? Klingen die wirklich so absurd? Kannst Du Dich dafür interessieren? Schafft er es, Dich zu überzeugen? Ist da Begeisterung oder nur Verzweiflung?

Inaktiver User
06.05.2011, 11:39
Ich kenne diese Situation, mit Menschen umgehen zu müssen, die eine für viele Leute unvorstellbare Jobbelastung haben. Diese Menschen sind nicht mehr normal ansprechbar, sind tickende Zeitbomben und nicht mehr zugänglich. Das kann auch wieder werden, wenn der Job wieder in ruhigeren Bahnen läuft. Bzw. die Selbstständigkeit angelaufen ist. Für den, der das mittragen muss, ist das eine wirklich verfahrene Situation.

Kann ich bestätigen. Und es ist schwer, das als Partner nicht persönlich zu nehmen. Manchmal hilft der Gedanke, wie es einem selbst in der Situation ginge.

Und mal ganz ehrlich: schriebe hier eine Frau, sie werde in ihrem Job gemobbt, wolle sich selbständig machen, habe auch ein Konzept, aber der Mann, den sie von ihrem Geld ernähre, wolle sie daran hindern - öhm, ich glaube, das Echo wäre ein anderes... :pfeifend:

Inaktiver User
06.05.2011, 11:46
Will sie ihn daran hindern oder fehlt ihr einfach das Gespräch? Bekommt sie keine Informationen oder fragt sie nicht nach?
In beiden Fällen wird sie Entscheidungen nicht mittragen können, da sie für sie nicht nachvollziehbar sind, das ist das Problem.

Inaktiver User
08.05.2011, 08:42
Und mal ganz ehrlich: schriebe hier eine Frau, sie werde in ihrem Job gemobbt, wolle sich selbständig machen, habe auch ein Konzept, aber der Mann, den sie von ihrem Geld ernähre, wolle sie daran hindern - öhm, ich glaube, das Echo wäre ein anderes... :pfeifend: Das sehe ich auch so.

Hast du denn einen Plan B, Billemaus?
Mal nur als worst case Szenario: was würdest du tun, wenn alle Stricke reißen? Wenn dein Mann dich nicht mehr ernähren kann, weil er krank und pleite ist?
Wie viel würde beim Hausverkauf für dich herausspringen? Womit könntest du deinen Lebensunterhalt bestreiten?

Nordlys76
11.05.2011, 18:33
Von mir kämne da auch die Frage: Warum arbeitest du nicht selber?

Ausbildung zur Yogalehrerin hin oder her... und dann noch 4 Jahre... das kann ja kaum Vollzeit sein (im ersten Posting dachte ich eher, es geht um ein Studium, bei der Dauer)

Anke

Inaktiver User
11.05.2011, 21:23
Wie ich schon schrieb, wäre ich bereit, jeden halbwegs erträglichen Job anzunehmen, wenn es sein muss. Ob bei einer Fastfoodkette o.ä., wenn es die Situation erfordert, wäre ich bereit.

Nur hoffe ich, dass diese Situation nicht so schnell eintritt. Meine Tochter braucht mich noch und ich genieße jetzt bewußt jeden Tag, wo ich Zeit für sie habe. Meine Ausbildung ist auch keine Schmalspurausbildung, sondern recht anspruchsvoll, außerdem muss ich täglich üben. Aber wenns eng wird, siehe oben.

Mit meinem Mann konnte ich glücklicherweise nach dem Wochenende reden, vorsichtig, einfach, wie die Pläne so sind. Es ist alles wage, nichts konkret. Es würde auch noch einige Monate dauern. Unbehaglich ist mir nach wie vor, ich habe einfach zu viele scheitern sehen. Er ist in einer äußerst unangenehmen Situation, natürlich berücksichtige ich das auch. Dieses Ziel hält ihn wohl aufrecht und das kann ich ihm nicht nehmen, so wie ich meine Perspektive brauche. Ich werde mich beraten lassen, freue mich aber, dass er wieder deutlich netter ist. Es ist die härteste Zeit, die wir je hatten, aber nach vielen Monaten scheint er mir wieder etwas positiver. Die Mutter des anderen Partners kennt sich wohl mit Existenzgründung aus und Steuerrecht. Das ist positiv, denn ich habe da keine Ahnung. Natürlich habt ihr Recht, ein Frau sollte sich verwirklichen, letzten Endes muss man es dem Mann auch zugestehen. Ich hoffe nur, wir sind dann nicht ruiniert, davor habe ich wirklich angst. Aber je größer meine Tochter ist, umso eher kann ich auch mehr arbeiten. Und die Zeit, die wir zusammen hatten, kann uns ja keiner nehmen, die war schön.

Inaktiver User
12.05.2011, 07:24
Im Übrigen: Einige Teilnehmerinnen entwickeln hier eine sog. Stutenbissigkeit so quasi - was geht sie nicht arbeiten, ohne einen Einblick in meine ehrenamtliche Tätigkeit und sonstige Aufgaben zu haben. Auch steht mir nicht ein Haufen Personal a la von der Leyen zur Kinderbetreuung zur Verfügung, ich verfüge über keinerlei Verwandschaft in der Nähe, das erschwert manches. Bisher war mein Mann auch viele Wochen im Ausland unterwegs, kam erst nach 20.00 Uhr nach Hause und war Überstundenkönig. Der fiel als Betreuungsperson ebenfalls komplett aus. Also bitte wieder etwas weg von den Vorurteilen. Auch maßen sich einige an, die Qualität der Ausbildung zu beurteilen. Es ist eine der anspruchsvollsten, damit sie von der Krankenkasse anerkannt wird.

Ich finde es schade, gerade Frauen so miteinander umgehen. Zum Glück trifft das nicht auf alle hier im Forum zu, aber manchen müssen halt immer um sich stechen. Wahrscheinlich verhalten sich diese im Berufsleben ähnlich ihren Kolleginnen gegenüber.

Inaktiver User
12.05.2011, 08:46
Ich finde es schade, gerade Frauen so miteinander umgehen. Zum Glück trifft das nicht auf alle hier im Forum zu, aber manchen müssen halt immer um sich stechen. Wahrscheinlich verhalten sich diese im Berufsleben ähnlich ihren Kolleginnen gegenüber.

Wir scheinen getroffen zu haben. :freches grinsen:

Nö, ehrlich: was soll dieses "gerade Frauen so miteinander"? Verstößt Ehrlichkeit gegen das Gebot weiblicher Solidarität, deren Propaganda-Hintergrund ich noch nie verstanden habe?

Billemaus, habe ich es richtig verstanden, dass Deine Tochter 12 Jahre alt ist? Ich finde es toll, dass Du Dein Kind betreust, aber dann braucht sie keine Rundum-Betreuung mehr wie ein Säugling.

Wie dem auch sei: Ich finde es schön zu hören, dass es zwischen Deinem Mann und Dir wieder besser läuft.

Inaktiver User
12.05.2011, 09:16
Billemaus, habe ich es richtig verstanden, dass Deine Tochter 12 Jahre alt ist? Ich finde es toll, dass Du Dein Kind betreust, aber dann braucht sie keine Rundum-Betreuung mehr wie ein Säugling.



Sollte man von ausgehen können, ja.
Zudem muss die Ehrenamtlichkeit leider schon einmal hinter anderem zurückstehen, wenn die Umstände es erfordern - die meisten Ehrenamtlichen sind aber interessanterweise berufstätig.

Inaktiver User
12.05.2011, 10:01
Zudem muss die Ehrenamtlichkeit leider schon einmal hinter anderem zurückstehen, wenn die Umstände es erfordern -

Ja, das dachte ich auch... :pfeifend:

Inaktiver User
14.05.2011, 13:02
Ich hatte auf konstruktive Antworten, die ja am Anfang durchaus kamen, gehofft und nicht auf eine pauschale Verurteilung - von wegen getroffen und so. Könnt Ihr Euch nicht woanders abreagieren und Platz für Antworten lassen, die wirklich weiter helfen?

Inaktiver User
14.05.2011, 15:43
Ich hatte auf konstruktive Antworten, die ja am Anfang durchaus kamen, gehofft und nicht auf eine pauschale Verurteilung - von wegen getroffen und so. Könnt Ihr Euch nicht woanders abreagieren und Platz für Antworten lassen, die wirklich weiter helfen?
Pauschale Verurteilungen lese ich hier keine. Allerdings den klaren Hinweis, dass es besser wäre, sich nicht ganz von deinem Mann abhängig zu machen.

Natürlich hoffst du, dass dein Lebensmodell aufgeht, das ist verständlich. Aber wenn alle Stricke reissen sollten, brauchst du einen Plan B. Es kommt leider vor, dass der Ernährer ganz ausfällt, sei es wegen Krankheit oder Insolvenz oder beidem zusammen. Wenn du in einem solchen Fall nur darauf gesetzt hast, dass dein Mann für euer wirtschaftliches Wohlergehen zuständig ist, kann das ins Auge gehen.

Mandelbluete
15.05.2011, 11:59
Hallo Billemaus,

auch wenn Du Dich gelöscht hast, liest Du ja vielleicht noch mit.

Bitte sei Dir bewusst, dass in Eurem Leben nun vielleicht oder wahrscheinlich der Punkt für Veränderungen gekommen ist. Bisher habt Ihr - wahrscheinlich einvernehmlich - das Rollenmodell gelebt "der Mann verdient das Geld, die Frau kümmert sich um Haushalt und Kind". Nun ist Dein Mann offenbar kreuzunglücklich in seinem Beruf und gleichzeitig Eure Tochter mit 12 Jahren aus dem Gröbsten raus. Dein Mann ist damit nicht mehr in der alleinigen Verantwortung, das Familieneinkommen zu erwirtschaften. Es ist Deine Entscheidung, ob Du weiterhin nur das verfolgst, was Dir bisher wichtig war (Deine Tochter, Deine Ausbildung und Dein Ehrenamt) oder aktiv zum Einkommen beiträgst. Im ersten Fall ist es aber nicht fair, von Deinem Mann zu erwarten, dass er alleine das Geld verdient in einem Job, der ihn unglücklich macht, oder ihm eine Selbständigkeit verbieten zu wollen.

Mandelblüte