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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gut gemeint heißt nicht gut



Hornilla
29.04.2011, 18:13
Hallo,

anlässlich eines Gesprächs, das ich heute hatte, eröffne ich dieses Posting:

Ich bin in der 37. Woche schwanger mit unserem ersten Kind. Heute kam eine langjährige Freundin zu Besuch, die selbst kinderlos ist. Ich zeigte ihr unser Kinderzimmer und erzählte ihr dann, dass die Kleine zunächst mal bei uns im Elternschlafzimmer in einem Babybay schlafen wird.
Daraufhin hielt sie mir einen Vortrag, ab wann ihrer Meinung nach Kinder aus dem Schlafzimmer ausquartiert werden sollen (ab 4 Monate, denn dann können sie laut genug schreien, dass man sie auch so hört:knatsch:).
Ich habe gar nicht viel dazu gesagt, bringt erfahrungsgemäß auch bei ihr nicht sehr viel, da sie zu eigentlich jedem Thema eine sehr dezidierte Meinung hat. Aber genervt hat es mich schon.

Wie geht Ihr mit solchen nett gemeinten Ratschlägen um? Lasst Ihr Euch da auf Diskussionen ein oder denkt Ihr einfach, lass sie mal labern?

Würde mich interessieren, denn ich denke, es wird nicht bei diesem einen Mal bleiben.:smirksmile:

Marsala
29.04.2011, 18:48
Ich glaube ich wuerde nicht diskussieren und versuchen, meine eigenen Emotionen und Befindlichkeiten aus dem Gespraech heraus zu halten. Das ist natuerlich super schwer!

An deiner Stelle haette ich ihr vielleicht gesagt (freundlich natuerlich), dass sie das ja bei ihren eigenen Kindern dann spaeter selber entscheiden / ausprobieren kann. Oder etwas in der Richtung von "Die Zeit wird es zeigen, wie es dann funktioniert." Das sind doch alles sehr persoenliche Themen, die jeder fuer sich bzw. seine Familie entscheiden muss.

Ich habe solche Situationen (obwohl noch nicht mal schwanger) in letzter Zeit vermehrt mit dem Thema Kind und Beruf. Irgendwie meint jeder, mir (ungefragt!) erklaeren zu muessen, dass ich ja dann mit Kind meinen Job erst mal an den Nagel haengen kann. Oder wahlweise, dass ich ja mindestens ein bis zwei Jahre zu Hause bleiben muesste, denn man sollte doch keine Kinder bekommen, um sie dann fremdbetreuen zu lassen.

Im ersten Moment hat mich das immer sehr getroffen, allerdings bin ich ganz froh, mich jetzt schon mit dieser Erwartungshaltung auseinandersetzen zu koennen. Denn ich denke schwanger sind solche Konfrontationen noch viel unschoener.

Ich habe mir jetzt angewoehnt, das nicht zu diskussieren, sondern eher runterzuspielen. So nach dem Motto: "Na ja erst mal muss ich ja schwanger werden und ein gesundes Kind bekommen." Oder "Gott sei dank gibt es ja inzwischen gute Betreuungsmoeglichkeiten..."

Was ich sehr schade finde ist, dass viele Leute gerade beim Thema Schwangerschaft und Kindererziehung meinen, die Weisheit gepachtet zu haben.

Hornilla
29.04.2011, 18:54
Mich nervt das auch total, weil ich wirklich denke, dass da jede Familie ihren Weg finden muss. Ich denke, irgendwas in der Richtung: "Kannst du ja dann selber ausprobieren!" werde ich beim nächsten Mal auch sagen.
Leider fällt es mir - gerade bei ihr - nicht gerade leicht, da emotional unbeteiligt zu bleiben. Wir sind schon sehr lange befreundet und ich weiß, dass sie bei vielen Sachen sehr rechthaberisch ist.

Marsala
29.04.2011, 19:05
Das macht die Sache natuerlich nicht gerade einfacher, wenn Sie ein wenig rechthaberisch ist. Aber gerade dann wuerde ich mich auf keine Diskussion einlassen, denn es bringt ja einfach nichts.

Fuer mich habe ich mir vorgenommen, auf mich bzw. meinen Partner zu vertrauen und mit einer gesunden Portion Selbstbewusstsein an die Sache heranzugehen. Das hilft dann hoffentlich auch, solche Kommentare nicht zu sehr an einen heranzulassen.

Inaktiver User
29.04.2011, 19:09
Was ich sehr schade finde ist, dass viele Leute gerade beim Thema Schwangerschaft und Kindererziehung meinen, die Weisheit gepachtet zu haben.

Na, da gewöhn Dich mal besser schon mal dran.... das geht jetzt nämlich die nächsten 18 bis 20 Jahre so weiter.... :freches grinsen:
Lasse reden!
Freundlich lächeln und gut is.
Und dann so machen, wie DU es für richtig hälst.
Du hast nämlich sowieso keine Chance, es richtig zu machen - irgendwer weiß es immer besser.
Also, was soll's.
:smirksmile:

Hornilla
29.04.2011, 19:10
Mein Mann meinte auch, einfach ganz bestimmt sagen, wir möchten das so und so machen, damit fühlen wir uns gut, und fertig. Leider klappt das bei ihr nicht so einfach...
Letztes Jahr hatte ich eine riesige Diskussion mit ihr über das Thema "Leben in der Stadt oder auf dem Land".
Ich habe jahrelang in der Großstadt gelebt und fand das auch toll, aber seit zwei Jahren leben wir wieder auf dem Land, weil wir uns damit wohlfühlen und das zu unserer Lebenssituation momentan passt. Sie möchte nicht auf dem Land leben (kann ich auch gut verstehen, als Single wäre ich auch nicht aufs Land gezogen) und textete mich eine halbe Stunde mit Argumenten für das Stadtleben zu. Alle meine Versuche, die Diskussion abzubrechen ("Das muss ja jeder für sich entscheiden, Hauptsache, man fühlt sich wohl"), waren fruchtlos. Man meint manchmal, sie hätte eine Mission...:smirksmile:

Hornilla
29.04.2011, 19:11
Na, da gewöhn Dich mal besser schon mal dran.... das geht jetzt nämlich die nächsten 18 bis 20 Jahre so weiter.... :freches grinsen:
Lasse reden!
Freundlich lächeln und gut is.
Und dann so machen, wie DU es für richtig hälst.
Du hast nämlich sowieso keine Chance, es richtig zu machen - irgendwer weiß es immer besser.
Also, was soll's.
:smirksmile:

Genauso hab ich das heute gemacht. Finde ich aber schwieriger bei Menschen, die mir nahe stehen. Und sie gehört schon fast zur Familie, weil wir uns seit unserer Kindheit kennen.

Inaktiver User
29.04.2011, 19:12
Ist aber auf lange Sicht das Einzige, was Du machen kannst.
Sie ist zufrieden, weil sie ihren Senf losgeworden ist - und Du musst Dich nicht durch lange sinnfreie Diskussionen quälen.

Finchen73
29.04.2011, 19:21
Hallo Hornilla,
ja, leider gibts ne Menge Leute mit Mission :smirksmile:, grade in Sachen Kindererziehung. Abprallen lassen ist schon gut, diskutieren ist in den meisten Fällen echt zu anstrengend. In besonders schweren Fällen werde ich dann tendenziell gemein und äußere dann so Sprüche, wie "das arme Kind" (also wenn mir jemand erzählt, das man etwas nur soooo machen könnte/dürft und ich genau gegenteiliger Meinung bin :lachen:).
Wünsche Dir alles Gute für die restliche Schwangerschaft:blumengabe:

Hornilla
29.04.2011, 19:37
Das mit Humor zu nehmen, ist wahrscheinlich auch das Beste, Finchen! Aber da muss ich noch an mir arbeiten...:lachen::pfeifend:

Danke für Deine guten Wünsche!:kuss:

brighid
29.04.2011, 19:40
du kannst mit der freundin üben was an familie noch auf dich zukommen kann.

(schwiegermutter hat 7 kinder, eine ganz andere generation plus anderer kulturkreis)

ich empfehle selektive schwerhörigkeit.

dir alles gute für die nächsten wochen (und dann jahre :freches grinsen:)

myDara
29.04.2011, 19:55
Hornilla man wird mit der Zeit einfach abgebrühter was so derart weise Ratschläge angeht.

Während meiner ersten Schwangerschaft haben mich solche Bemerkungen so rasend gemacht und ich musste das ausdiskutieren bis ins letzte Detail und meine Meinung verteidigen.

Am schmerzlichsten war für mich die Bemerkung meiner eigenen Eltern gegenüber unserem Namen für junior: sie fanden ihn schlichtweg hässlich und haben das so auch kundgetan! Ich bin fast explodiert!

Aber auch die tollsten Ratschläge zum Thema Schlafen, Stillen, Wickeln usw. hatten sie parat.
Ich habs wie gesagt oft hitzig ausdiskutiert, bin dadurch aber auch nicht glücklich geworden sondern nur frustriert wenn meine Meinung oder unsere Methode nicht aktzeptiert wurde

Als unser Junior dann da war kam so eine Gelassenheit in mir, ich musste nicht mehr diskutieren, nur noch beim einen Ohr rein beim anderen Ohr raus spielen. Und wir haben unser Ding natürlich durchgezogen.

Mittlerweile haben die guten Ratschläge (zweite Schwangerschaft) aufgehört und wenn welche kommen dann sag ich auch meistens nur: ich denke wir werden das so oder so machen. Da wir den ersten Stopel ganz gut hinbekommen haben trauen sie uns Nummer zwei wohl auch zu ;-)

Gut ist auch immer zu sagen: wir entscheiden dass spontan, je nach Situation oder: man muss dann schauen wie es klappt und individuell aufs Kind angepasst reagieren;-))
Mein Obersager (und dann wissen die meisten Leute auch schon dass ich NICHT in Diskutierlaune bin): Wir machen es so wie es am Besten für UNS passt!

Symphonie
29.04.2011, 20:05
Hi Hornilla
ich habe gemerkt dass viele Schweigen mit Zustimmung wehrten. Das ist manchmal egal,so wie bei Deiner Freundin, aber oft auch nicht.Gerade wenn es zB um Familie geht.
Schon garnicht halte ich den Mund wenn es Vorwürfe sind!

Ich erkläre normalerweise ruhig dass ich es so und so sehe,oder man sehen müsste,man kann eh schlecht planen.
Wenn es Vorwürfe sind werd ich auch gerne mal lauter und hinterfrag auch wie die Leute auf ihre These kommen. Es sind oft nämlich die Leute,die nichtmal fragen warum es so und so ist...zB hat mein Schwiegervater mir vor einem Jahr eröffnet dass wir unser Kind zum Schreikind machen( lina schrie fünf Monate wegen Regulationsstörungen), da ich sie trage,sie nicht schreien lasse. Aber vorher haben sie nicht einmal gefragt warum das Kind schreit!!
Da kann ich nicht mehr ruhig bleiben....

Mir ist schon wichtig dass die Leute wissen dass ich nicht ihrer Meinung bin!

Alles Gute für die Geburt und das kleine Wunder!

Ps:im übrigen hab ich durch diese Erfahrungen gelernt dass ich bei Freunden frage warum sie etwas so und so machen wenn ich es komisch/nicht ok finde. Dann sag ich meine Meinung und oft kommt man ins Gespräch...

Wiesenkraut
29.04.2011, 20:09
mir persönlich kam es so vor, als wären die meisten Ratschläge beim ersten Kind gekommen, als ich selbst noch unsicher war, beim 2. wars schon viel besser.

Am Besten (in meiner Wahrnehmung) wußten es die, die keine eigenen Kinder hatten und da war ich dann sehr schnell fertig zu fragen woher sie ihre weitreichende Erfahrung nimmt Meist bot es die Gelegenheit zu sagen, dass ich meine Erfahrung selbst machen möchte.

Bei Mensche mit Mission hilft warscheinlich nur wirklich gar nicht reagieren und den Durchzugsmodus einzuschalten, denn Sätze wie "ich diskutier da nicht drüber hatten meist gegenteilige Wirkung.

Eine gute Portion Galgenhumor hilft warscheinlich auch, denn es ist echt erstaunlich wieviel Menschen sich dazu berufen fühlen zur Kindererziehung gute Ratschläge zu geben.

Ausgeprägtes Schwiegermutter/Muttergen muss da auch teils schwer zu ertragen sein. Bei denen hat mir geholfen mir immer wieder zu sagen, dass sie wirklich nur das beste wollen.

Nach der Zeit gibts auch eine Sammlung an Sprüchen die einfach helfen. Was Familienbett und "bekommst du nie raus" betrifft, wars bei mir "ach mit der ersten Freundin zieht er freiwillig aus"

ups ich muss Kind jagen, das ist ins Bad und hat die Tür zu gemacht:knatsch:

Inaktiver User
29.04.2011, 20:15
Hornilla,
solche Leute kenne ich auch. Ich habe/hatte auch eine Freundin, die meinte, mich in allen missionieren zu müssen, und sei es zur Wahl der Möbel oder der Autofarbe. Ich mag solche Leute eigentlich überhaupt nicht, und finde es sehr egozentrisch, wenn man meint, den anderen die eigene Lebensweise vorschreiben zu müssen, so als gäbe es gar keine Meinungs- oder Geschmacksvielfalt.
Ich habe dann irgendwann nur noch gesagt "ich mache es so, das ist meine persönliche Entscheidung, die will ich nicht diskutieren". Das stößt so bornierte Leute zwar vor den Kopf, aber was will man machen? Entweder sie respektieren, dass man eine eigene Haltung hat oder sie müssen sich andere Kontakte suchen. Bei langjährigen Freunden, an denen man ja doch irgendwas schätzt und mit denen einen was verbindet, ist das natürlich nicht ganz so einfach, aber so ein Verhalten belastet die Freundschaft ja immerhin ungemein.

brighid
29.04.2011, 20:17
familie kann man/frau sich nicht aussuchern- freunde schon.

menschen, die ich als freunde bezeichne- nehmen mich so wie ich bin obwohl sie mich kennen. :freches grinsen:

alle andern sind bekannte.

puck2
29.04.2011, 21:20
Nach den ersten zwei Jahren mit Kind muss ich sagen:

1. Äußere Dich nicht zur Kindererziehung anderer Leute, wenn Du (noch) keine eigenen Kinder hast! (ich konnte mir viele Dinge vorher auch nicht vorstellen)

2. "Heiße Eisen" sind die Themen: Stillen, Impfen, Kinderbetreuung. Du spürst schnell, wer da auf Deiner Wellenlänge liegt. Ansonsten: Mund halten und lächeln:kuss:

puck

xanidae
29.04.2011, 21:24
lächeln und winken (http://www.youtube.com/watch?v=NihixoxDXUc) - so mache ich das im übertragenen sinne!

alles gute für den endspurt hornilla!

Hoppypoppy
29.04.2011, 21:26
Hornilla, da hilft nur ein dickes Fell.

Meine Antworten oder eben nicht, hängen immer von dem Ratschlagenden und meiner Tagesform ab.
Ich habe mir allerdings zur Maxime gemacht, niemals ungefragt Tipps zu geben, damit ich nicht in die gleiche Falle laufe.
Meistens antworte ich schon. Vor allem bei Freunden und Familie.

-Oceana-
30.04.2011, 04:40
Hallo,

anlässlich eines Gesprächs, das ich heute hatte, eröffne ich dieses Posting:

Ich bin in der 37. Woche schwanger mit unserem ersten Kind. Heute kam eine langjährige Freundin zu Besuch, die selbst kinderlos ist. Ich zeigte ihr unser Kinderzimmer und erzählte ihr dann, dass die Kleine zunächst mal bei uns im Elternschlafzimmer in einem Babybay schlafen wird.
Daraufhin hielt sie mir einen Vortrag, ....

Hallo Hornilla,
Bei so Themen wie diesem wird es immer verschiedene Meinungen geben und ich persoenlich wuerde Freunden/ Familie nur das Kinderzimmer zeigen und gut ist.

Ausser deinem Partner und dir geht es niemanden an wo und wie euer Baby schlaeft, und somit musst du dir auch keinen Vortrag bzw. Belehrungen von anderen anhoeren.

Und Wiesenkraut hat recht, beim 1. Kind reden einem die Leute noch sehr viel rein, beim 2. kommt dann nur noch 'ach das weisst du ja selber' und beim 3., 4. nur noch 'du hast ja mehr Erfahrung wie ich' :freches grinsen:

Ich wuensche dir viel Gelassenheit :blumengabe:

Nerys
30.04.2011, 09:21
Das dicke Fell braucht frau, ganz bestimmt. Aber das ist nicht immer so einfach. Ich bin von dem überzeugt, wie wir es machen und es ist sicher nicht Mainstream (über 2 Jahre stillen, Familienbett - ja immer noch!) und ich bekam und bekomme jede Menge guter Rat"schläge". Gerade das Thema schlafen... :unterwerf: Ich habe beschlossen, es selbst mit ganz engen Freundinnen oder Verwandten nicht mehr zu diskutieren. Ist einfach zu anstrengend.

Und obwohl ich weiß, dass uns das gut tut (wenn ich auf mein Gefühl höre), lässt sich mein Verstand verunsichern und ich denke, stimmt, vielleicht ist doch was dran... Dann versuche ich, ihn z.B. in sein Bett umzuquartieren. Vielleicht würde es klappen, wenn ich wirklich überzeugt wäre oder ein Not verspüren würde... aber das tue ich nicht, also klappt es nicht. :erleuchtung:

Das ist ein langer Weg, finde ich, bis man gerade beim ersten Kind sicher genug ist, eine Meinung zu vertreten, von der man nicht weiß, was am Ende dabei raus kommt. Und das scheint ja die große Frage zu sein, um die sich alles dreht. Wenn man den Knopf drückt und die Kinder in dem Alter das und das können - ja DANN sind oder werden es gute Kinder. "Weiche" Kriterien wie eine gute Bindung zu den Eltern, Vertrauen, Selbstbewusstsein, Spaß (!) und Glück, Freiheit, sich entwickeln zu dürfen... das zählt bei den meisten nicht.

Ohren auf Durchzug schalten muss man. Die meisten bekommt man von der eigenen Meinung nicht überzeugt. Es ist gut, wenn Ihr (Dein Mann und Du) Euch einig seid. Das ist noch schwierig genug. Aber dann: Ohren zu und durch. :blumengabe: Letztendlich wird Dir Dein Kind im Herzen immer näher stehen als eine Freundin, die Du (natürlich) nicht verletzen willst.

Wiesenkraut
30.04.2011, 10:48
Das ist ein langer Weg, finde ich, bis man gerade beim ersten Kind sicher genug ist, eine Meinung zu vertreten, von der man nicht weiß, was am Ende dabei raus kommt.

ich glaube das ist der Grund für die ganze Thematik. Beim ersten Kind weiss man ja definitiv noch nicht was rauskommt und selbst wenn einem der Instinkt sagt, es ist für uns genau so richtig, bleibt der Verstand unsicher. Verstärkt dadurch dass man ja das Beste fürs Kind will und diese Unsicherheit kommt irgendwie bei andern Menschen an und es werden genau die Sachen zum Thema.

Mein jüngstes Kind kam ja 14 bzw 16 Jahre nach den beiden anderen. Bei den meisten Themen auch Reizthemen kann ich sagen "wir machen es genau so und ich WEISS dass es gut geht.

Die Kleine geht jetzt anders als die beiden Großen mit knapp 1nem Jahr in die Krippe. In dem Bereich bin ich extrem unsicher und deshalb kommt das Kopfschütteln der "Elterngeneration" wo mal zumindest in der alten BRD die Kids eben erst mit 3 und nur halbtags in den Kindergarten gingen durchaus bei mir an.

Da wo man sich wirklich sicher ist "trifft" einen das was andere meinen gar nicht so dass man nicht so schnell drauf anspringt.

Ich glaube auch, dass man mindestens 2 Kinder haben muss um beim 2. dann sicherer auftreten zu müssen. Also nimmt man es am besten als Lernfeld für sich selbst, wenn man mal wieder auf 180 auf Grund eines Komentares ist und schaut was einen da so auf die Palme bringt oder eben trifft/verletzt je nach eigenem Charakter.

Talea1982
30.04.2011, 11:11
Hallo Hornilla:wangenkuss:,

leider haben die anderen da recht:knatsch:, das wird erst die Spitze des Eisberges sein..........

Während der Schwangerschaft war ich dumm, weil ich Folsäure nahm (wäre ja alles Humbug), Verantwortunglos, weil ich nicht genug und vor allen Dingen das Richtige gegessen habe (Nicht genug wegen Übelkeit und nicht das richtige: Ich wollte eine salzhaltige Suppe statt Brötchen mit dicker Butter drauf:knatsch:), unser ausgewählter Name ist von der Schreibweise her total hässlich usw.

Nach der Schwangerschaft habe ich dann das Kind zu sehr verwöhnt, es wir mir auf der Nase rumtanzen, ich kaufe kein Bio-Obst/Gemüse OH GOTT, Ich soll es schreien lassen, nicht so oft auf den Arm nehmen, eine andere Milch füttern, und ich bin echt ne Rabenmutter weil ich nicht stille und und und und........... das hört wirklich nie auf!

Teilweise bin ich schon ruhiger geworden und flippe nicht gleich aus bei jeder komischen Bemerkung:pfeifend:. Das ist wirklich ein Lernprozess und du lernst nach und nach bei bestimmten Personen auf Durchzug zu schalten oder wie du im Allgemeinen damit umgehst:blumengabe:

Aber noch immer gibt es Personen (bei mir die liebe Schmutti und auch in manchen Fällen meine eigene Mutter), da könnte ich immer noch drei Meter springen wenn da wieder ein dummer Kommentar kommt..................... DAS muss ich noch lernen:smirksmile:, aber mir auch nicht alles gefallen lassen (ich glaube da braucht man das richtige Maß).



mir persönlich kam es so vor, als wären die meisten Ratschläge beim ersten Kind gekommen, als ich selbst noch unsicher war, beim 2. wars schon viel besser.

Am Besten (in meiner Wahrnehmung) wußten es die, die keine eigenen Kinder hatten und da war ich dann sehr schnell fertig zu fragen woher sie ihre weitreichende Erfahrung nimmt Meist bot es die Gelegenheit zu sagen, dass ich meine Erfahrung selbst machen möchte.

Bei Mensche mit Mission hilft warscheinlich nur wirklich gar nicht reagieren und den Durchzugsmodus einzuschalten, denn Sätze wie "ich diskutier da nicht drüber hatten meist gegenteilige Wirkung.

Eine gute Portion Galgenhumor hilft warscheinlich auch, denn es ist echt erstaunlich wieviel Menschen sich dazu berufen fühlen zur Kindererziehung gute Ratschläge zu geben.

Ausgeprägtes Schwiegermutter/Muttergen muss da auch teils schwer zu ertragen sein. Bei denen hat mir geholfen mir immer wieder zu sagen, dass sie wirklich nur das beste wollen.

Nach der Zeit gibts auch eine Sammlung an Sprüchen die einfach helfen. Was Familienbett und "bekommst du nie raus" betrifft, wars bei mir "ach mit der ersten Freundin zieht er freiwillig aus"

ups ich muss Kind jagen, das ist ins Bad und hat die Tür zu gemacht:knatsch:

Wiese:freches grinsen:

mach ma n neuen Strang auf: Gut gemeinte Ratschläge - und die passenden Anworten dafür:freches grinsen:

Wie oft stehe ich da und bin einfach sprachlos:blumengabe:

Wiesenkraut
30.04.2011, 11:17
Talea den gabs mal, hat Steffken aufgemacht, allerdings gabs leider auch da Schreiber mit zu wenig Humor, so dass er relativ schnell im Sand verlief aber ein paar Anregungen gibts durchaus :freches grinsen:
http://bfriends.brigitte.de/foren/kinderwunsch-und-babyjahre/133746-gekonnt-auf-kommentare-zum-eigenen-baby-kind-reagieren.html

Talea1982
30.04.2011, 11:31
Talea den gabs mal, hat Steffken aufgemacht, allerdings gabs leider auch da Schreiber mit zu wenig Humor, so dass er relativ schnell im Sand verlief aber ein paar Anregungen gibts durchaus :freches grinsen:
http://bfriends.brigitte.de/foren/kinderwunsch-und-babyjahre/133746-gekonnt-auf-kommentare-zum-eigenen-baby-kind-reagieren.html

Na dann schubs ich den doch gleich mal hoch:freches grinsen:

Cookie
30.04.2011, 14:38
Liebe Hornilla, schaff dir ein dickes Fell an. In der Zeit mir unserem Sohn habe ich gelernt, nicht mehr alle Dinge überall zu erwähnen. Ja, wir haben ein Kinderbett. Geschlafen hat er darin noch nie und er ist jetzt 17 Monate alt - wir schlafen alle in unserem Bett - für uns ist es in Ordnung - und den Rest der Welt geht es nichts an - du glaubst nicht, was die Welt dazu zu sagen hat....

Ähnlich war es mit dem Stillen. Ich habe ihn 15 Monate gestillt, weil es für uns beide in Ordnung war. Zum Schluss nur noch zu Hause und nachts, trotzdem gab es jede Menge Menschen, die sich bemüßigt gefühlt haben, mir zu erklären, dass das absolut daneben ist. Ich habe in der Öffentlichkeit so gut wie nie mehr über das Stillen gesprochen.

Spannend ist, dass er ein aufgewecktes und sehr ausgeglichenes kleines Kerlchen ist, er schläft gut, manchmal mit einer Unterbrechung und ist immer guter Laune. Wenn er müde ist, legt sich einer von uns kurz mit ihm hin und er schläft - es gibt wenig Theater, er ist anderen gegenüber sehr aufgeschlossen...ich sehe nicht, dass wir da bist jetzt was falsch gemacht haben.

Wenn mich jemand fragt, ist meine Standardantwort immer: ja sicher schläft er durch, immer und schon lange, er steht jeden Morgen selbstständig auf und macht uns allen das Frühstück....

Nerys
30.04.2011, 17:51
Wenn mich jemand fragt, ist meine Standardantwort immer: ja sicher schläft er durch, immer und schon lange, er steht jeden Morgen selbstständig auf und macht uns allen das Frühstück.... :freches grinsen: :schild genau: :allesok:

So ist es, Cookie. Man sollte sich als Eltern einfach das Kind anschauen. Wenn es glücklich ist, warum sollte man dann was ändern, was noch nicht an der Zeit ist? Schön ist, dass die besten Ratschläge immer von Leuten kommen, die keine Ahnung von dem haben, was sie kritisieren (ob Familienbett, stillen oder auch Flaschennahrung (davon habe ich z.B. keine Ahnung) ) und es nie erlebt haben. :erleuchtung:

Talea, ja stimmt, bei manchen Bemerkungen kann man sich noch so sehr vornehmen, nichts zu sagen, aber da steigt einem die Zornesröte ins Gesicht und man könnte einfach so ... explodieren? :engel:

Historia02
30.04.2011, 18:10
Meine Sätze fangen oft mit "Ich weiß, ich bin eine Lusche, aber ..." an, gefolgt von "wir kriegen ihn einfach nicht in seinem eigenen Bett zum Schlafen" ... ergänzt von "Wenn du erstmal Kinder hast, kannst du ja konsequent das und das durchziehen, ich schaff' das leider nicht!"

Ich gehe quasi von Anfang an in Büßerhaltung, das nimmt den meisten schon mal den Wind aus den Segeln :pfeifend:

callalilly
30.04.2011, 18:24
Jaja, erst kommen die Ratschläge von kinderlosen Freundinnen. Dann von der Hebamme ( Viel Tragen ist gut fürs Kind ), dann triffst du eine Physiotherapeutin ( Tragen??? Bloß nicht! ), zwischendurch quatscht die Oma dazwischen. Dickes Fell hilft da wirklich. Ich glaube, am Anfang läßt man sich davon verunsichern ( bin auch der Typ dafür:knatsch: ), aber wenn ihr euch erstmal ein bißchen eingespielt habt, wißt ihr einfach, was für euch als Familie richtig ist.
Wenn mich jemand um Rat fragt, betone ich eher "Also WIR machen das so..", denn auch wann man selbst KInder hat, ist ja jedes anders. Ich hab eine Freundin, die auch meint, immer zu wissen, was richtig für alle ist. Ihre Tochter schläft mit 3 Jahren noch bei ihr im Bett und für die beiden klappt das gut. Mich nervt aber, wenn sie alle, die es anders machen, als Rabeneltern hinstellt.
Hier bei uns sagt man "Jeder Jeck is anders" und so sehe ich das auch. Soll jeder machen wie er denkt. Muß aber gestehen, daß das mit dem dicken Fell nicht einfach ist. Je nach Laune werde ich dann auch mal patzig:freches grinsen:

Nerys
01.05.2011, 10:42
Meine Sätze fangen oft mit "Ich weiß, ich bin eine Lusche, aber ..." an, gefolgt von "wir kriegen ihn einfach nicht in seinem eigenen Bett zum Schlafen" ... ergänzt von "Wenn du erstmal Kinder hast, kannst du ja konsequent das und das durchziehen, ich schaff' das leider nicht!"

Ich gehe quasi von Anfang an in Büßerhaltung, das nimmt den meisten schon mal den Wind aus den Segeln :pfeifend:

Echt, das funktioniert bei Euch? Super!
Bei mir ist es genau umgekehrt. Je mehr ich in diese Haltung gehe, desto mehr Ratschläge bekomme ich, weil alle meinen, ich würde sie haben wollen, weil ich ja selbst nicht weiß, wie es geht. :erleuchtung: Und immer vor allen zu kriechen und zu bezeugen, wie wenig konsequent ich bin... nee, wird selbst mir irgendwann zu viel. :freches grinsen:

Ich hab am Anfang auch selbst gedacht, dass ich alles eben besser weiß und besser mache, weil ich ja so toll informiert bin. Mit der Zeit lernte ich, dass es für jede Familie aus unterschiedlichsten Gründen andere Formen von Erziehung gibt und das nicht alle schlecht sind, nur weil sie anders sind. Auch dort gibt es glückliche Kinder. :engel: callalilly, da hast Du genau Recht: jeder Jeck is anders! Und ich kam sehr intolerant rüber, schade, hätte mir dadurch fast eine jetzt schöne Freundschaft verdorben.

Hornilla
01.05.2011, 13:01
Ja, ich dachte auch, Historia, dass das bei mir wohl eher nicht funktionieren würde, zumindest nicht bei dieser Freundin.

Ich danke Euch allen für Eure tollen Beiträge! Anscheinend ist dieses Problem wirklich sehr verbreitet. Ich muss sagen, dass ich zumindest bei meiner Mama wenig Ratschläge befürchte, da wir 1. erzieherisch ziemlich auf einer Wellenlänge liegen und 2. sie es respektiert, wenn ich eine andere Meinung habe. Bei meinen Schwiegereltern kann ich das noch gar nicht einschätzen, aber sie wohnen auch relativ weit weg.:smirksmile:

Was diese Freundin angeht: Ich habe da allgemein ein Abgrenzungsproblem, weil jede Diskussion mit ihr eigentlich zum Streit führt. Es ist gar nicht so, dass ich mich verunsichern lasse, denn ich weiß im Prinzip, dass es bei mir immer das Richtige ist, wenn ich auf mein Gefühl höre. Ich habe einfach nur keine Lust auf elendige Diskussionen mit ihr. Andererseits denke ich, dass es gerade bei ihr so wäre, wie Du sagst, Symphonie: Sie würde es als Zustimmung werten, wenn ich nichts sage.

Grundsätzlich finde ich auch: Jeder Jeck ist anders. Ich finde auch nicht, dass Kinderlose keine Meinung zum Thema Erziehung haben dürfen, warum auch? Ich mag es nur nicht, wenn Menschen ihre eigene Meinung als allgemeingültige Wahrheit darstellen, was bei besagter Freundin der Fall ist.

Ich persönlich weiß noch nicht, wie ich damit umgehen werde... Ich denke, die Zeit wird es zeigen...

Kapuzinerkresse
01.05.2011, 14:11
Hallo Hornilla,
lese hier interessiert mit.

Ich habe da allgemein ein Abgrenzungsproblem, weil jede Diskussion mit ihr eigentlich zum Streit führt.
Ich mag es nur nicht, wenn Menschen ihre eigene Meinung als allgemeingültige Wahrheit darstellen, was bei besagter Freundin der Fall ist.
Ich kann bei mir glatt sagen, dass mich, seit unser Baby - jetzt schon 10 Monate alt - auf der Welt ist, nicht mehr sooo viel interessiert, was andere Leute für Meinungen haben. Früher habe ich mir wirklich immer sehr viel zu Herzen genommen, "ich denk so, aber was der / die gesagt hat klingt auch logisch, der / die hats auch besser argumentiert, vielleicht liege ich ja falsch", *grübel*zweifel* - und das ist seit ich mein Baby habe echt anders. Und das empfinde ich als sehr angenehm! Ich bin jetzt für mein Baby da und ich als Mama mit meinem Mamainstinkt weiss schon, was für unsere Famile und speziell für mein Baby das Richtige ist. Du wirst jetzt bald sooo viele Meinungen hören zu Stillen Impfen Kindergarten Schlafen Schreien (lassen)... hörs Dir an und pflück Dir das raus was sich für DICH richtig anhört - sonst kommst Du eh nicht weiter :blumengabe:. DU wirst spüren was für DICH richtig ist. Und wenn das Diskutieren zu anstrengend ist: "da rein da raus" (also am Anfang ist man eh so übermüdet und überglücklich vor allem, dass man nicht sooo genau hinhört :freches grinsen:)
Auch muss ich zugeben, dass ich eine sehr anstrengende Freundin habe - das was sie sagt gilt egal wie unlogisch es meines Erachtens manchmal ist - und mit der habe ich im Moment nicht viel Kontakt - basta. Nicht weil ichs mir so viel zu Herzen nehme wie früher, sondern einfach, weil sie sehr anstrengend ist und ich meine Kraft für mein Baby brauche.
Wünsch Dir noch ne prima Restschwangerschaft,
Kapuzinerkresse

callalilly
01.05.2011, 14:24
Ist übrigens mit Ratgebern dasselbe. Du kannst drei lesen und kriegst 3 verschiedene Tipps zum selben Thema. Da bleibt nur entweder gar keine lesen oder rausfiltern, was man selbst für sinnvoll hält und sich vom Rest nicht verrückt machen lassen.:lachen:

Inaktiver User
01.05.2011, 14:34
Grundsätzlich finde ich auch: Jeder Jeck ist anders. Ich finde auch nicht, dass Kinderlose keine Meinung zum Thema Erziehung haben dürfen, warum auch? Ich mag es nur nicht, wenn Menschen ihre eigene Meinung als allgemeingültige Wahrheit darstellen, was bei besagter Freundin der Fall ist.

Ich persönlich weiß noch nicht, wie ich damit umgehen werde... Ich denke, die Zeit wird es zeigen...

Und warum sagst du ihr nicht genau das?? :blumengabe:

Minstrel02
01.05.2011, 18:00
Ich würd`s anders versuchen.

Wenn Leute in einer Diskussion immer wieder das Gleiche sagen, dann meist, weil sie das Gefühl haben, sie seien noch nicht gehört worden. Ihr Bedürfnis nach Aufmerksamkeit wurde nicht befriedigt.

Einerseits ist das natürlich nicht Dein Problem. Andererseits kostet es Dich nicht viel - und immerhin ist sie Deine Freundin.

Ich würde mir nochmal ausführlich Ihre Sicht aufs Stadtleben erklären lassen (ohne auf den Diskussionsteil einzusteigen). Was geniesst sie so daran. Warum tut es ihr so gut. Was hat sie in letzter Zeit unternommen. Vielleicht findest Du sogar einen kleinen Teil von Dir, der die Stadt ein bisschen vermisst. Das ist doch die Gelegenheit, den mal rauszulassen. Falls nicht - auch gut. Behalte einfach im Kopf: verstehen heisst nicht einverstanden sein.

Das ist auch der Schlüssel für das schwierigere Babythema. Klar - da ist man dünnhäutig. Aber auch da kann es helfen, den anderen mal ausführlich reden zu lassen und wirklich zuzuhören mit dem Ziel, ihn zu verstehen. Verstehen heisst nicht einverstanden sein :smirksmile
Warum sieht sie das so. Welche Babys kennt sie. Wie haben ihre Eltern das früher gemacht. Ist ihr das eigene Schlafzimmer sehr wichtig. Irgendwo gibt es immer einen "menschlichen Kern", der es Dir dann leichter macht, sie zu verstehen.

Wenn das nicht geht, bleibt noch Repetition. Einfach immer wieder mit den möglichst gleichen Worten das Thema wechseln. "Das sehe ich dann, wenn es soweit ist." Nie in die Diskussion einsteigen, sondern diesen Satz stumpf wiederholen. Irgendwann gibt auch der hartnäckigste Gesprächspartner auf :freches grinsen:

Hornilla
02.05.2011, 08:57
ewk: Das ist nicht so einfach. Unsere ganze Freundschaft hat eine lange Geschichte, und da haben sich bestimmte Verhaltensmuster einfach festgefahren - ich will nicht sagen, dass das gut ist. Aber ich habe irgendwann resigniert, was das Diskutieren mit ihr angeht - einfach, weil ich das Gefühl habe, es führt zu nichts. Andererseits macht mich diese ganze Sache unheimlich wütend.
Das Problem ist nämlich - wir werden demnächst auch noch Kolleginnen sein. Ich bin zwar zunächst in Elternzeit, aber trotzdem bedeutet das, dass wir uns häufiger sehen werden und sie viel Gelegenheit zur Einmischung erhält.

Minstrel, das mit dem Bedürfnis nach Aufmerksamkeit finde ich sehr interessant, vor allem, wenn man ihre Biographie bedenkt.
Was das Stadtleben angeht - da könnte ich sicher nochmal genauer nachfragen. Was mich an der Diskussion gestört hat, war diese vermeintliche Intoleranz ihrerseits. Ja, es gibt einen Teil in mir, der das Stadtleben vermisst, bzw. bestimmte Aspekte des Stadtlebens - mehr als ein, zwei nette Cafés und Kneipen zur Auswahl zu haben, in die man mal gehen kann, das urbane Flair meines alten Stadtviertels, nicht immer fahren müssen, wenn man mal ins Kino will - das fehlt mir manchmal schon. Trotzdem fühle ich mich gerade jetzt in der Kleinstadt wohler und merke, dass mir vor allem das Grün und die Natur gut tun, was mir in der Stadt sehr gefehlt hat.
Ich kann aber unumwunden zugeben, dass es eben ein paar Aspekte gibt, die ich am Stadtleben schöner finde. Ich muss nicht missionarisch unterwegs sein.

Was das Babythema angeht: ganz komplizierte Geschichte. Ich kenne sie seit ihrer Kindheit, kenne auch ihre Eltern gut, und die waren mit dem Thema Nähe und Zuwendung ziemlich geizig. Als Kind hat meine Freundin sehr darunter gelitten, jetzt scheint sie das eher zu verdrängen und sagt, sie habe sich das nur eingebildet, und es habe ihr gut getan, dass ihre Eltern sich nicht haben auf der Nase rumtanzen lassen. Sie vertritt auch den Standpunkt, dass ihr gelegentliche Ohrfeigen nicht geschadet haben, sondern eben notwendig waren. Somit ist das Diskutieren über Erziehung mit ihr sehr schwierig.

Ihr könntet Euch natürlich fragen, warum ich überhaupt noch mit ihr befreundet bin. Ich muss zugeben, dass ich mich das auch schon manchmal gefragt habe. Aber trotz allem ist sie ein lieber, hilfsbereiter Mensch, wir haben eine lange gemeinsame Geschichte und ich hänge an ihr. Außerdem tut sie mir leid, weil sie viele Probleme hat, die m.E. auch mit ihrer Kindheit zusammenhängen.

Ihr seht, das Problem ist komplexer, als man annehmen könnte, und gehört fast schon ins Freundschaftsforum. Ich dachte nur, es macht vielleicht die spezielle Situation klarer, in der wir uns befinden.

Minstrel02
02.05.2011, 20:11
Stadtleben u.ä. Themen:
Vielleicht hilft es, wenn Du den Gedanken loslässt, dass Ihr über Dich redet (und Du Dich rechtfertigen musst). Rede einfach über sie und ihre Sicht der Dinge und lass Dir alles ganz genau erklären. Mit echtem Interesse.

Babythema:
Immer noch schwieriger, weil es hier soooo viel schwieriger ist, sich abzugrenzen. Trotzdem: mit ihren Ansichten erzählt sie vor allem etwas über sich. Und sie ist ein Mensch, den Du magst. Also hilft es vielleicht auch hier, den Rechtfertigungsgedanken loszulassen und einfach erstmal zuzuhören.

Hornilla
03.05.2011, 20:32
Minstrel, leider habe ich das Gefühl, dass ich genau das seit Jahren mache: zuhören, Verständnis zeigen, und dabei mich und meine Bedürfnisse in der Freundschaft hinten anzustellen. Nee, irgendwie ist die Zeit reif für was anderes, für Abgrenzung, tut mir leid. Ich bin einfach auch zu wütend, als dass ich da jetzt auf Verständnis machen könnte oder wollte.

beaver
03.05.2011, 21:25
Hm, Hornilla, beim Freundschaftsaspekt kann ich dir nicht wirklich helfen. Vor ca. einem Jahr ist mir aus ähnlichen Gründen eine langjährige Freundschaft kaputt gegangen... Ich find das auch schwierig...

Zu den guten Ratschlägen allgemein kann ich nur sagen, je nach Situation diskutiere ich durchaus gerne. Gerade beim (Langzeit)stillen kann ich ohne Probleme auf WHO Empfehlungen verweisen und erklären, wie praktisch das ist usw. Auch bei anderen Themen fühle ich mich informiert genug, um meinen Standpunkt dann auch vertreten zu können. Etwas schwieriger finde ich es dann eher so von Mutter zu Mutter, wenn die andere eben eine komplett andere Schiene fährt. Da fällt es mir schwer, abzuschätzen, ob ich meine Meinung und meine Infos weitergebe und womöglich besserwisserisch rüberkomme, oder meinen Mund halte und zwar tolerant erscheine aber irgendwie durch mein Schweigen eben auch Zustimmung signalisiere. Meist halte ich meinen Mund...

Inaktiver User
03.05.2011, 21:40
ewk: Das ist nicht so einfach.

Ich weiß! Ich hab auch nicht behauptet, es wär einfach. :smirksmile:


Unsere ganze Freundschaft hat eine lange Geschichte, und da haben sich bestimmte Verhaltensmuster einfach festgefahren - ich will nicht sagen, dass das gut ist. Aber ich habe irgendwann resigniert, was das Diskutieren mit ihr angeht - einfach, weil ich das Gefühl habe, es führt zu nichts. Andererseits macht mich diese ganze Sache unheimlich wütend.
Das Problem ist nämlich - wir werden demnächst auch noch Kolleginnen sein. Ich bin zwar zunächst in Elternzeit, aber trotzdem bedeutet das, dass wir uns häufiger sehen werden und sie viel Gelegenheit zur Einmischung erhält.



Minstrel, leider habe ich das Gefühl, dass ich genau das seit Jahren mache: zuhören, Verständnis zeigen, und dabei mich und meine Bedürfnisse in der Freundschaft hinten anzustellen. Nee, irgendwie ist die Zeit reif für was anderes, für Abgrenzung, tut mir leid. Ich bin einfach auch zu wütend, als dass ich da jetzt auf Verständnis machen könnte oder wollte.

Hornilla, schon allein weil du mit irgendwas nicht klarkommst würd ich was tun. Nur wütend sein wär mir persönlich zu passiv.

Es gehören doch zwei dazu - einer der macht und einer der machen lässt, und das bist du. Und ich meine, das ist schon dein Part, Grenzen zu setzen und deine Position zu vertreten, das kann dir niemand abnehmen. Bisher fühlst du dich dem allem doch irgendwie ausgeliefert - muss aber nicht so sein, du kannst doch handeln.

Wenn es eine Bekannte wäre - ok, die kann man abhaken. Aber so? Vor allem nimmst du dir doch selbst die Möglichkeit, dazuzulernen, was ich schade fände.

Ich seh es aber auch für dich als Chance, zu reifen und dich zu entwickeln.

Und vor allem: du siehst doch relativ klar, woher das Verhalten rührt. Wieso macht es dich denn dann wütend - es ist doch nicht gezielt gegen dich gerichtet sondern hat vielmehr mit dieser Freundin selbst zu tun.

Vielleicht bist du wütender auf dich, weil du nicht damit klarkommst und dich über dich selbst ärgerst als über ihr Verhalten, was ja mit dir erst mal nichts zu tun hat??

Hornilla
03.05.2011, 22:24
Beaver, danke für Deine Antwort. Ja, wenn man mit anderen Müttern redet, ist das sicher nochmal was anderes, kann ich mir gut vorstellen.

ewk, Du hast Recht mit dem, was Du sagst. Ich bin diejenige, die da was ändern muss, das weiß ich auch, und irgendwie verstehe ich selbst nicht so recht, warum ich es nicht tue, zumal ich sonst nicht der Typ bin, der Konflikten aus dem Weg geht. Nur empfinde ich Konflikte mit ihr als so entsetzlich anstrengend.

Ja, einerseits bin ich sicher auch wütend auf mich, ganz bestimmt. Aber mich macht es auch wütend, dass sie überhaupt nicht wahrnimmt, dass sie Probleme hat - Probleme haben in ihren Augen immer nur die anderen. Ich habe sie als Kind und Teenager oft genug weinen sehen, weil sie sich von ihren Eltern im Stich gelassen fühlte. Und deshalb macht es mich wütend, dass sie heute so tut, als seien das alles die Hirngespinste eines Kindes gewesen. Ich bin wütend auf sie, weil sie sich damit selbst als Kind rückblickend verletzt bzw. das verletzende Verhalten im Nachhinein rechtfertigt und sich schön redet.

Hornilla
03.05.2011, 22:26
Und ich bn wütend, weil sich bei mir der Löwenmutterinstinkt meldet, wenn jemand sagt, ich solle mein Baby schreien lassen und mit ein paar Monaten ins eigene Zimmer abschieben.

Inaktiver User
03.05.2011, 22:31
Vielleicht kann sie nicht anders damit umgehen, weil es zu schmerzlich ist?? Versuch doch mal, sie nicht als Gegnerin zu sehen, sondern einfach als fehlbares menschliches Wesen mit Problemen die sie auf eine nicht sehr konstruktive Art und Weise zu lösen versucht - wie wir das doch alle mal tun.

Nobody is perfect.

Und ersetz doch mal "anstrengend" durch "herausfordernd" und seh es sportlich: ich denke wirklich, du kannst auch über dich viel lernen in diesem Konflikt - und im besten Fall kann eure Freundschaft eine ganz andere Qualität bekommen, wenn du das anpackst.

Ich selber hab sowas ähnliches durch, allerdings war die Freundin nicht bereit sich zu öffnen oder sich mit mir auseinanderzusetzen, und so hab ich die Freundschaft mehr oder weniger beendet - weil es nur noch ein total oberflächlicher und belangloser Austausch war, auf den ich dann auch verzichten kann. Ich find das sehr schade - aber ich hab's versucht. Und respektiere, wenn jemand an manches lieber nicht rühren will. Nur muss der dann aber auch respektieren, dass mir der Kontakt auf so einer Ebene dann nichts bringt.