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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Österreichische Krankenzusatzversicherung, die auch in Deutschland gültig ist??



viv_1980
19.04.2011, 22:04
Liebe Mit-Kinderwünscherinnen ;-),

ich bin momentan in einer sehr speziellen Situation: Ich lebe und arbeite (die meiste Zeit) in Österreich, mein Freund seit kurzem in Deutschland. Wir beide sind eben dabei, an einem Baby zu basteln.

Einziges Problem: Meine Krankenversicherung gilt nur für Östereich, ich möchte aber das Kind, wenn es dann so weit ist, in Deutschland zur Welt bringen, da ich meinen Freund unbedingt dabei haben möchte und nicht davon ausgehe, zufällig an einem Wochenende zu gebären, an dem er gerade in Ö ist. Außerdem haben wir vor, in der Zeit nach der Geburt hauptsächlich in Deuschland zu leben. Ich bin nun auf der Suche nach einer Zusatzversicherung, die mir als Österreicherin auch in Deutschland einen Versicherungsschutz bietet und v.a. die Kosten für die Geburt deckt. Hat von Euch jemand eine Ahnung, wer so etwas anbietet bzw. vielleicht hat ja hier schon jemand eine ähnliche Erfahrung hinter sich?

Vielen lieben Dank schon mal für Eure Tipps und alles Liebe,
viv

legrain
19.04.2011, 22:15
ich erinnere mich an ein eu- urteil, wonach es nicht mehr verwehrt werden darf, eine nötige behandlung in einem eu- land durchführen zu lassen. um eine normale "kassengeburt" zu bekommen, sollte ein anruf bei deiner krankenkasse die nötigen schritte klären.

viv_1980
19.04.2011, 22:31
Liebe legrain,

vielen lieben Dank für Deine Antwort. Hab dazu folgendes gefunden:

Auf der Warteliste: EU-weite Behandlung rückt näher > Kleine Zeitung (http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/politik/eu/2639015/warteliste-eu-weite-behandlung-rueckt-naeher.story)

Soll also erst 2012 in Kraft treten.

LG,
viv

legrain
19.04.2011, 22:42
das wovon ich schreibe, wurde ende der 90er jahre festgelegt, dass vorher angekündigte behandlungen im ausland nicht verwehrt werden dürfen, wenn...- an die genauen klauseln erinnere ich mich nicht.

rufe bei deiner krankenkasse an, betrifft behandlungen im ausland.

ich habe jetzt auf die schnelle die salzburger gebietskranbkenkasse angeklickt, unter kostenerstattung stehen entsprechende schlagworte.

Pfefferminzia
19.04.2011, 22:45
Hallo!

Ich denke nicht, dass du dafür eine Zusatzversicherung brauchst. Hast du schon einmal bei der österreichischen Krankenversicherung angerufen? Und bei der deutschen? Meiner Erfahrung nach muss man den passenden E-Schein beantragen (schau mal hier (http://www.krankenkassen.de/ausland/E-Formulare-Uebersicht/)) und sich dann bei der Krankenversicherung im Zielland anmelden. Dann kannst du sämtliche Leistungen in Anspruch nehmen und die Krankenversicherung des Ziellandes rechnet das dann mit der Krankenversicherung im Ausgangsland ab.
So funktioniert das auf jeden Fall für Rentner - Mutterschutz ist ja nochmal eine ganz besondere Situation.

Es kann sein, dass du ein bisschen rumtelefonieren und Druck machen muss - das ist nun sicher nicht der Standardfall, den alle Sachbearbeiter beherrschen. In einem ähnlichen Fall konnte die Barmer für mich allerdings sehr schnell alles vorbereiten.

Es kann sogar sein, dass die einfache Europäische Versicherungskarte ausreicht. Ich musste letztes Jahr eine Vorsorgeuntersuchung mit Impfungen für meine Tochter in Deutschland durchführen lassen, obwohl wir in Frankreich versichert sind. Ich habe mich vorher bei der Krankenkasse hier erkundigt, ob ich das irgendwie genehmigen lassen muss, aber mir wurde gesagt, dass ich das einfach so abrechnen lassen kann.

Schöne Grüsse,

Pfefferminzia

viv_1980
19.04.2011, 22:59
Liebe beide,

großartig, das hilft mir schon mal weiter. Hab folgendes gefunden:

https://www.sozialversicherung.at/portal27/portal/wgkkportal/channel_content/cmsWindow?action=2&p_menuid=59515&p_tabid=4&p_pubid=75262

Werde morgen bei meiner Versicherung anrufen.

Ich habe gehört, dass die medizinische Betreuung in Deutschland ohne Zusatzversicherung eher - sagen wir - mäßig ist. Was meint Ihr, ist da was dran? Plane, eine Zusatzversicherung abzuschließen, wäre aber dankbar für fundierte Informationen.

LG, viv

legrain
19.04.2011, 23:07
sichere unbedingt nachher alles schriftlich ab.
worte zählen im streitfall nicht.

Pfefferminzia
19.04.2011, 23:07
Davon habe ich noch nie was gehört. Ich war in Deutschland immer nur pflichtversichert und hatte damit nie Probleme. Ausser es geht um Zahnbehandlungen, da sollte man tatsächlich eine Zusatzversicherung haben.

Zu dieser Frage solltest du hier aber jede Menge Erfahrungsberichte bekommen können.

Ich denke mal, du solltest es bei deiner Krankenkasse so rüberbringen, dass du in der Zeit, in der du nicht arbeitest, gerne zu deinem Freund ziehen würdest, so dass das Kind dann auch in Deutschland auf die Welt käme. Dann erweckst du nicht den Eindruck, dass du für die "Behandlung" nach Deutschland willst, sondern eben für einen gewissen Zeitraum deinen Lebensmittelpunkt verlegst und somit in Deutschland krankenversichert sein musst. Das scheint für mich durch den E 112 dann gedeckt.

legrain
19.04.2011, 23:11
Ich denke mal, du solltest es bei deiner Krankenkasse so rüberbringen, dass du in der Zeit, in der du nicht arbeitest, gerne zu deinem Freund ziehen würdest, so dass das Kind dann auch in Deutschland auf die Welt käme. Dann erweckst du nicht den Eindruck, dass du für die "Behandlung" nach Deutschland willst, sondern eben für einen gewissen Zeitraum deinen Lebensmittelpunkt verlegst und somit in Deutschland krankenversichert sein musst. Das scheint für mich durch den E 112 dann gedeckt.

ich glaube, das könnte den anspruch auf österreichisches wochengeld, mutterschutz und karenzgeld tilgen.
das würde ich nicht sagen und nicht so handeln, sondern erst sondieren, welche rechtsfolgen etwas hat.

viv_1980
19.04.2011, 23:29
Liebe beide,

also, dass ich nur für die Behandlung nach DE will, ist absolut nicht der Fall - im Gegenteil, ich verzichte grad in dieser Phase nur ungern auf den Gynäkologen meines Vertrauens sowie mein vertrautes Umfeld. Das absolut einzige Argument lautet: Ich möchte bei der Geburt meinen Freund dabei haben. Und der kann schwer 2 Monate vor dem geplanten Termin nach Ö kommen und hier gemeinsam mit mir auf die Geburt warten.

Dass das mit "Lebensmittelpunkt verlegen" seine Tücken hat, ist mir auch schon aufgefallen. Ich glaub auch gar nicht, dass ich das möchte. Ich denke, ich werde auch viel in Österreich sein und wohl auch bei menen Eltern einen Wohnsitz belassen. Immerhin wohnen hier meine Eltern, Freunde etc., die es sich alle nicht so leicht leisten können, nach DE zu fliegen wie ich nach Ö. Und natürlich will ich auch auf meinen österreichischen Kindergeldanspruch nicht verzichten.

LG, viv

legrain
19.04.2011, 23:33
dann würde meine frage an die krankenkasse lauten, wie du dich absichern kannst, falls das baby auf einem der kurzbesuche oder kleinurlaube bei deinem freund kommt.

viv_1980
19.04.2011, 23:45
Liebe legrain,

danke für den Tipp. Das muss ich mir gut überlegen und wenn's so weit ist auch mit meinem Gynäkologen hier in Ö besprechen. Einen "geplanten Notfall" möchte ich auch nicht. Würde das KH und möglichst auch den Arzt (?) vorher schon ganz gerne kennenlernen.

Ich werde morgen einfach mal bei der Krankenkasse anrufen und nachfragen. Noch bin ich ja nicht schwanger.

LG, viv

Pfefferminzia
20.04.2011, 08:46
So weit geht die Sache mit dem "Lebensmittelpunkt verlegen" nun doch nicht - das heisst nicht, dass du nicht nach Österreich fahren darfst!
Ich lebe nun seit einigen Jahren in Frankreich, arbeite hier, wohne hier, bin krankenversichert :smirksmile: und beziehe Kindergeld, mein Personalausweis läuft aber weiterhin auf die Adresse meines Vaters und ich wähle in meiner Geburtstadt - seit Jahren per Briefwahl. Ich habe auch den Grossteil meiner Mutterschutzzeit dort verbracht - aber eben nach der Geburt.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass du deine österreichischen Ansprüche verlierst, wenn du vorübergehend deinen Wohnsitz nach Deutschland verlegst, aber in Österreich weiterhin einen Arbeitsvertrag hast.

myDara
20.04.2011, 08:51
viv ich bin auch österreicherin und ich weiss dass es zumindest in österreich definitiv eine zwei klassengesellschaft gibt. ohne zusatz macht das wochenbett im kh einfach keinen spaß, mit ist es wie im hotel!
ich denke in deutschland ist das ähnlich?

ich würde meine versicherung anrufen und ganz offen darüber sprechen. irgendeine möglichkeit gibt es bestimmt. im schlimmsten fall müsstest du für die erste zeit halt auch eine zusatz in deutschland abschließen, die du dann ja sicher wieder auflösen kannst wenn das kind erstmal da ist!

Symphonie
20.04.2011, 09:20
Dara,das kommt auf das Krankenhaus an. Die meissten haben nurnoch Zweibett Zimmer auf der Wochenstation, für 50-150 Euro / Tag bekommst Du ein Einzel-oder Familienzimmer.
Klar, Du hast keine Chefarztbehandlung, aber die Versorgung ist gut.

viv_1980
20.04.2011, 13:30
Liebe alle,

danke für Eure Antworten.

Ich weiß nun von meiner Krankenversicherung, dass sie Vorsorgeuntersuchungen und Entbindung auch im Ausland übernehmen würden. Was die Zusatzersicherungen betrifft, so habe ich in der Zwischenzeit die ersten Offerte eingeholt. Die Bindefristen liegen bei 3 Jahren, das macht bei 146 Euro monatlich über 5.000 Euro. :ooooh: Bin echt am Überlegen, das nun einfach bleiben zu lassen ...

Da hier doch die eine oder andere unterwegs ist, die das System in Deutschland besser kennt als ich, meine Frage: Ein Gerücht besagt, dass man in DE ohne die "passende" Versicherung nur schwer einen guten Arzt findet. Was meint Ihr dazu, ist da was dran? Wenn ich mich ein paar Tage in ein 8-Bett-Zimmer legen muss, finde ich das nicht toll, aber um diesen Umstand zu vermeiden, würd ich DEFINITIV keine 5.000 Euro zahlen. Ein guter Arzt ist allerdings schon so einiges Wert ... Wäre für Input von "anspruchsvollen Patientinnen" dankbar.

Vielen lieben Dank für Eure Hilfe!

viv

Pfefferminzia
20.04.2011, 13:38
Das Einzelzimmer kriegst du für die 5000 € locker :freches grinsen:

Inaktiver User
20.04.2011, 13:55
Liebe alle,

danke für Eure Antworten.

Ich weiß nun von meiner Krankenversicherung, dass sie Vorsorgeuntersuchungen und Entbindung auch im Ausland übernehmen würden. Was die Zusatzersicherungen betrifft, so habe ich in der Zwischenzeit die ersten Offerte eingeholt. Die Bindefristen liegen bei 3 Jahren, das macht bei 146 Euro monatlich über 5.000 Euro. :ooooh: Bin echt am Überlegen, das nun einfach bleiben zu lassen ...

Da hier doch die eine oder andere unterwegs ist, die das System in Deutschland besser kennt als ich, meine Frage: Ein Gerücht besagt, dass man in DE ohne die "passende" Versicherung nur schwer einen guten Arzt findet. Was meint Ihr dazu, ist da was dran? Wenn ich mich ein paar Tage in ein 8-Bett-Zimmer legen muss, finde ich das nicht toll, aber um diesen Umstand zu vermeiden, würd ich DEFINITIV keine 5.000 Euro zahlen. Ein guter Arzt ist allerdings schon so einiges Wert ... Wäre für Input von "anspruchsvollen Patientinnen" dankbar.

Vielen lieben Dank für Eure Hilfe!

viv


Wie Symphonie schon sagte, sind auf Entbindungsstationen Zweibettzimmer Standard, für ein Einzelzimmer braucht man eine Zusatzversicherung bzw. zahlt etwas aus eigener Tasche drauf; bei mir waren das 90 Euro/Tag.

Die meisten niedergelassenen Ärzte in Deutschland haben eine Kassenzulassung; dass es Schwierigkeiten gibt, einen guten niedergelassenen Gynäkologen als Kassenpatientin zu finden, habe ich noch nie gehört. Wenn Du einen Gynäkologen suchst, der gleichzeitig Belegarzt ist, könnte eine private Versicherung wohl schon helfen. Ist aber ja nicht für jede wichtig, die meisten entbinden ohne Belegarzt. Wobei "normal" entbinden in der Regel sowieso ohne Arzt läuft, der kommt auch im Krankenhaus danach kurz vorbei; im Geburtshaus resp. bei Hausgeburten wuppen das auch die Hebammen. Der Belegarzt macht dann quasi die Nachkontrollen im Wochenbett.

Ohne Belegarzt besteht im Krankenhaus Anspruch auf Chefarztbehandlung nur mit Zusatzversicherung resp. man bezahlt eben privat. Ich (als Beamtin privatversichert bzw. mit Beihilfeanspruch) hatte zwar die Chefarztbehandlung im Budget mit drin, hätte aber gerne darauf verzichtet. Der Chefarzt schaute zwar jeden Tag rein, Interesse oder gar ärztliche Betreuung sind aber was Anderes; da hatten es die Kassenversicherten deutlich besser, deren Ärzte sich mehr Mühe gaben.

Symphonie
20.04.2011, 15:09
ich bin in einer Praxis die sehr gefragt ist da der Chef Feinultraschall Spezialist ist. Es ist kein Problem einen langfristigen Termin zu bekommen oder aber schneller bei den Angestellten,die bei Fragen oder Urlaub auch ihre Chefs hinzuziehen.
Sicherlich bekommt man ab und zu nicht ganz so schnell einen Termin wie privat versichert,oder man bekommt nicht x Überweisungen um alles abklären zu lassen, ABER selbst die,die privat versichert sind,haben oft das Gefühl dass hier einfach eine goldene Kuh gemolken wird.

Du wirst hier nach bestem Wissen und Gewissen behandelt und musst Dir ja auch nicht blind einen FA suchen. genau dazu kann man doch das Internet und Foren prima ausnutzen. Auch eine Hebamme steht Dir zu.

Edelherb
20.04.2011, 22:02
viv ich bin auch österreicherin und ich weiss dass es zumindest in österreich definitiv eine zwei klassengesellschaft gibt. ohne zusatz macht das wochenbett im kh einfach keinen spaß, mit ist es wie im hotel!
ich denke in deutschland ist das ähnlich?

Ich glaub, das ist mehr Gerücht als Wahrheit. Ich habe keine Zusatzversicherung und es war immer völlig ok. Ich kenne auch noch ein paar Ausländerinnen, die ohne Zusatzversicherung entbunden haben (un unserem Umfeld sind es v.a. die Ausländerinnen, die keine haben), alle waren zufrieden.

Ich selbst hatte das Glück, ein paarmal (bei meinen KH-Aufenthalten rund um die Schwangerschaft) trotzdem im Sonderklasse-Zimmer zu landen, galt wohl als kompatibel. :smirksmile: Zum Teil lag ich mit echten Zusatzversicherten dort und konnte vergleichen. Die bekamen dann noch eine Tageszeitung, nachmittags einen Kaffee, bißchen mehr Auswahl beim mäßigen Essen... das war's dann. Das Zweibettzimmer war angenehm, aber auch im (großen) Vierbettzimmer war es völlig ok.

Das wichtigste hat sich im Wochenbett sowieso im Kinderzimmer abgespielt, bei uns zumindest. Wobei: was richtig klasse war: ich hatte einen kleinen Privatfernseher und es war WM. :fussballmaedchen: :liebe:

Aus Deutschland kenne ich diese Unterscheidungen nicht so, da hatte ich noch nie gehört, dass im Hinblick auf die Entbindung extra Zusatzversicherungen abgeschlossen werden.

Historia02
20.04.2011, 22:07
Übrigens nützt einem der Wunsch nach einem Einzelzimmer bzw. Familienzimmer nix, wenn alle Zimmer belegt sind. So war es nämlich bei mir. Alle Zimmer waren belegt, so bin ich dann im Doppelzimmer gelandet. Am übernächsten Tag wurden alle außer mir entlassen, da hätte ich mir dann das schönste Zimmer aussuchen können, aber da war es mir schon egal. Man kann es vorher nicht planen.

Pfefferminzia
22.04.2011, 23:08
wow - plötzlich fühlen sich die französischen Krankenhäuser nach Luxusklasse an :ooooh: ich war bei beiden Kindern in einer privaten Klinik, die aber von der staatlichen Krankenkasse genauso erstattet wird, wie das staatliche Krankenhaus... Für 50 € hatte ich ein Einzelzimmer, mit eigenem Wickelraum und Fernseher, und einem Zusatzbett für den Vater! In der ganzen Klinik gibt es auch nur zwei Doppelzimmer.