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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Klimawandel und die Folgen??



Inaktiver User
17.04.2011, 18:45
Warnung*von 2005: Prognose zu Klimaflüchtlingen bringt Uno in Bedrängnis - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wissenschaft (http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,757556,00.html)

Im Jahre 2005 warnte das Umweltprogramm UNEP der Vereinten Nationen, dass bis zum Jahre 2010 etwa 50 Millionen Menschen wegen des Klimawandels ihre Heimat verlieren würden.

Neue Studien zeigen, dass diese Schätzung weit übertrieben war - inzwischen hat UNEP die entsprechenden Informationen von ihrer Seite gelöscht.

Ähnlich war es mit einer Vorhersage, dass wegen Versiegens des Grundwassers Sanaa, die Hauptstadt des Jemen, bis 2010 aufgegeben werden müsse. Zum Zeitpunkt der Vorhersage lebten dort knapp rund 1.7 Millionen Menschen, seither ist die Einwohnerzahl um fast 600.000 gestiegen. Jetzt wird die Katastrophe für 2017 vorhergesagt.

Noch im letzten Jahr sah ich in einer Präsentation eine Karte der Gebiete, die bei einem Anstieg des Meeresspiegels um 1 Meter überschwemmt würden - danach stünden halb Holland und das deutsche Küstengebiet bis Hamburg unter Wasser: Der Referent hatte einfach ausgeblendet, dass es seit tausend Jahren Deiche gibt ...

Studien zeigen, dass die angeblich vom Untergang bedrohten Südseeatolle in den letzten Jahrzehnten gewachsen sind, durch Aufspülung von Sediment durch die häufigen (aber nicht unbedingt häufigeren) Stürme.

In Somalia und Darfur, wo die Dürre besonders hart treffen sollte, gibt es in der Tat Millionen von Flüchtlingen. Allerdings nicht aus Wassermangel sondern wegen der dortigen (Bürger)kriege. Die Wasserversorgung hat sich kaum verändert. Auch die gegenwärtige Welle von Flüchtlingen aus Nordafrika - ebenfalls einer von Dürre bedrohten Region - hat nichts mit Wassermangel zu tun, sondern mit den dortigen Unruhen.


Der Spiegel-Artikel (und auch ich) will nicht den Klimawandel leugnen und die Bedrohungen, die damit einhergehen könnten.

Was aber klar gemacht wird, ist, dass praktisch alle Vorhersagen zu Details der Folgen weitgehend Spekulation sind.

Dazu kommt, dass es neben den erwarteten negativen Auswirkungen ja auch positive Klimafolgen gibt: Der Rückgang des Eises in der Arktis verbessert den Zugang zum Polarmeer und seinen Bodenschätzen. Die Nordost- und Nordwestpassagen könnten in naher Zukunft den Seeweg vom Atlantik nach Ostasien drastisch verkürzen.


Es ist zweifellos sinnvoll, dass wir alle versuchen, unseren CO2-Ausstoß zu vermindern. Dass mehr CO2 das Klima beeinflussen kann ist klar, allerdings ist nicht klar, was die wirklichen Folgen sind.

Aber weniger Kohle, Öl oder Gas zu verbrauchen reduziert ja nicht nur den CO2-Ausstoß, der vielleicht (wahrscheinlich??) das Klima negativ (??) beeinflusst: In erster Linie spart eine Reduzierung des Energieverbrauchs (oder zumindest ein geringerer Anstieg) unser Geld!


Wie in vielen anderen Bereichen sollten wir auch hier beobachten, ob die vorhergesagten Folgen wirklich eine realistische Bedrohung darstellen:

Man darf ja auch nicht vergessen, dass die Klimaforscher ihren Lebensunterhalt dadurch bestreiten, dass sie Probleme aufzeigen und sie möglichst drastisch illustrieren: Ohne die Drohung mit einem unerfreulichen Klimawandel gäbe es für die meisten keine Forscheungsgelder und damit auch kein Gehalt mehr ....


P.S.: Nach dem Umstieg auf Erdwärme hat sich meine Heizkostenrechnung auf weniger als ein Viertel reduziert .

Weniger CO2 und Geld gespart!

Wenn es also tatsächlich ein Problem mit dem CO2-Ausstoß gibt habe ich das Richtige getan, wenn nicht, ebenfalls.

3146
17.04.2011, 18:56
Schon in den Siebzigerjahren wurden Katastrophenszenarien beschrieben.

Wenn es nach den damaligen "Propheten" ginge, wären wir heute ganz schlimm dran....

Spätestens im Jahr 2.000 kein Öl, Gas, Wasser etc. mehr, Hungersnöte überall, alle Vögel tot, die meisten Tiere ausgestorben...

Mir fällt dazu das Wort "Angstlust" ein, offensichtlich mögen viele Leute solche Gruselgeschichten gerne.
Hat ja auch Tradition seit biblischen Zeiten.


Man darf ja auch nicht vergessen, dass die Klimaforscher ihren Lebensunterhalt dadurch bestreiten, dass sie Probleme aufzeigen und sie möglichst drastisch illustrieren: Ohne die Drohung mit einem unerfreulichen Klimawandel gäbe es für die meisten keine Forschungsgelder und damit auch kein Gehalt mehr ....


Eben.

Inaktiver User
17.04.2011, 22:02
Mir fällt dazu das Wort "Angstlust" ein, offensichtlich mögen viele Leute solche Gruselgeschichten gerne.
Hat ja auch Tradition seit biblischen Zeiten.


Andererseits fände ohne diese Warnungen kein Umdenken statt! Der Mensch würde munter so weitermachen (was er Größtenteils sowieso tut), mit den entsprechenden Folgen - früher oder später treffen sie ein!
Meiner Meinung nach kann es in dieser Hinsicht nicht genug Angstmacher geben!

Inaktiver User
17.04.2011, 22:04
Dazu kommt, dass es neben den erwarteten negativen Auswirkungen ja auch positive Klimafolgen gibt: Der Rückgang des Eises in der Arktis verbessert den Zugang zum Polarmeer und seinen Bodenschätzen. Die Nordost- und Nordwestpassagen könnten in naher Zukunft den Seeweg vom Atlantik nach Ostasien drastisch verkürzen.




Der Zugang zu den Bodenschätzen sehe ich nicht als positive Auswirkung.

FI-Schalter
18.04.2011, 08:23
Die Menschheit lebt auf diesem Planten und hinterlässt dabei Spuren und verändert auch die Umwelt. Warum wird da immer rumgeheult? Auf lange Sicht gesehen, wird es sich zeigen oder Mensch überlebensfähig ist.

Zur Zeit geht es einem Teil der Menschheit gut und es werden unwiederbringlich viele Resourcen vernichtet. Das wird sicher noch eine Zeit so andauern. Danach wird sich zeigen, wie viele Menschen noch so weiter leben können.

Wahrscheinlich wird die Weltbevölkerung noch etwas wachsen, bis sie dann wieder auf ein erträgliches Maß schrumpfen wird. Dabei, genau so wie auch heute, werden sicher genügend Menschen sterben, bevor sie die Alterschwäche erreicht haben. Das ist ein ganz natürlicher Vorgang. Nicht jeder Mensch wird ein tolles und/oder langes Leben haben.

Die Vorstellung, das es allen gut geht und ein langes Leben genießen, ist in meinen Augen aber total Weltfremd.

Jeder schaut nur auf seinen eigenen Vorteil, Rücksichtname ist ein Fremdwort. Auch wenn es Menschen gibt, die anders Denken, sie sind in der Minderheit. Ein Lerneffekt ist nicht erkennbar. Die Umweltverschmutzung ist doch unverändert. Die Autos verbrauchen zwar langsam weniger Sprit, dafür gibt es aber immer mehr Autos. Absolut gesehen, muss die Erde also genau so viel Dreck ausshalten wie vor z.B. 20 Jahren - einziger Unterschied: mehr Menschen. Und so ist es bei vielen anderen Resourcen ebenfalls.

Für mich folgt daraus, dass die ganzen Propheten zwar sicher irgendwann mal Recht haben, aber diese Kurzfristigen Prognosen taugen, in meinen Augen, gar nichts. Man bedenke z.B. das Internet. Wer hätte sich gedacht, dass es einmal mit den Rechnern und dem Internet eine solche Dimension einnehmen würde? Viele Energiespareffekte sind dadurch weggefegt - es wird nur noch mehr Energie benötigt. Wenn man sich mal überlegt wie viele Rechner, Router, Switches, etc. taglich rund um die Uhr laufen, nur um das Internet laufen zu lassen.

Abschliessend bedeutet es für mich, dass es einen ständigen Wandel gibt. Das Klima ist davon nicht ausgeschlossen. Aber Komischerweise wird beim Klima die ganze Zeit rumgeheult. Alles andere ändert sich doch auch - manchmal zum besseren und oft genug aber auch zum schlechteren.

Inaktiver User
18.04.2011, 10:52
Ein Problem bei der Klimadiskussion wie bei vielen anderen "Katastrophenthemen" ist, dass auch die Experten über die Auswirkungen nur spekulieren.

Ja. es ist sehr wahrscheinlich, dass sich das Klima weltweit verändert, dass die Temperaturen ansteigen.

Aber ob das im Einzelfalle gut ist oder nicht bleibt unsicher: Ich habe jedenfalls mehr Berichte gelesen, nach denen sich durch den Klimawandel die Niederschläge in Nordafrika (Sahara) erhöhen - teilweise sehr dramatisch - als Studien, nach denen sich die dortige Wüste vergrößert.

Im Endeffekt schein nur sicher zu sein, dass es Veränderungen geben wird.

Und das ist - wie FI-Schalter schreibt - normal: Noch vor 10 - 15.000 Jahren war Skandinavien vergletschert, seither sind die Temperaturen dort dramatisch angestiegen. Ohne Zutun des Menschen. Und es sind massenhaft Tierarten ausgestorben - Mammut, Wollhaarnashorn, Mastodon, Höhlenbär usw.. Heute werden wir uns bemühen, dass Eisbär und Moschusochse auch bei einer großen Veränderung als Arten überleben.

Ich sehe grundsätzlich das Problem, dass wir den CO2-Ausstoß kaum werden reduzieren können: Allein in China ist der CO2-Ausstoß zwischen 1990 und 2006 von ca. 2.3 Mrd t auf 5.65 Mrd. t gestiegen; der jährliche Anstieg liegt zwischen 5 und 9 %, also günstig gerechnet bei etwa 300 Millionen t CO2 pro Jahr zusätzlich. Deutschland hat 2008 etwa 950 Millionen t CO2-Equivalente produziert. Wenn wir also unseren Ausstoß komplett eliminieren würden - als nix mehr produzieren oder konsumieren - wäre die Verbesserun also allein durch das Wachstum in China innerhalb von höchstens 3 Jahren ausgeglichen.

Da alle Schwellen- und Entwicklungsländer selbstverständlich nach einer Verbesserung ihres Lebensstandards streben, wird sich dort der CO2-Ausstoß unweigerlich und explosionsartig ausweiten, auf eine Art, die durch unsere Bemühungen um eine Begrenzung unserer eigenen Aktivitäten kaum verlangsamt, geschweige denn kompensiert wird.

Wir werden also unweigerlich drastisch erhöhte CO2-Gehalte in der Atmosphäre sehen, die wahrscheinlich zu deutlichen Klimaveränderungen führen.

Und wir können wenig daran ändern.

Wie ich oben schrieb, ist es in unserem jeweils persönlichen Interesse, Energie und damit CO2 zu sparen, weil wir damit Geld einsparen können.

Aber es wird wenig Einfluss auf die Gesamtsituation haben.

Gerade in den Schwellen- und Entwicklungsländern explodiert die Bevölkerung weiter; die Entwicklung zwischen 1960 und 2010 ist dramatisch. Einige Beispiel für das Wachstum:

China: 649 ==> 1362 Millionen
Indien: 448 ==> 1241 Millionen
Nigeria: 45 ==> 158 Millionen
Pakistan: 49 ==> 185 Millionen
Äthiopien: 22 ==> 85 Millionen

Und natürlich streben all diee Menschen nach mehr Wohlstand - zu Recht!


Ich denke, wir sollten uns darauf konzentrieren, die Folgen der erwarteten Klimaänderung zu erkennen und darauf zu reagieren.

Wenn Bangla Desh durch den Anstieg des Meeresspiegels bedroht ist, dann ist es kaum wirksam, den CO2-Ausstoß zu vermindern. Es müssen dort Deiche gebaut werden, wie in Europa seit tausend Jahren und mehr!