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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : allgemein: schnüffeln, intimsphäre und umgang damit...



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Inaktiver User
06.12.2005, 19:58
hereinspaziert :blumengabe: :smirksmile:!

ich finde, wir sehr sehr oft das thema "schnüfeln" und "intimsphäre". oft artet ein thread in dem eine frau konkret um hilfe bittet darüber aus, wo da grenzen zu ziehen sind, was tolerierbar ist, wo schnüffeln anfängt. vielleicht können wir hier mal etwas allgemeines diskutieren? es ist offensichtlich ein thema, bei dem es sehr unterschiedliche meinungen gibt und die gemüter hochkochen!

also, fange ich mal an:

erstens denke ich, dass in einer partnerschaft thematisiert werden sollte inwieweit jeder seine privatsphäre schützen möchte und inwieweit man dem anderen zugriff gewährt. ich für meinen teil kann es nicht haben, wenn jemand an mein laptop geht. ich schreibe mit einer freundin vieles mails, diese sind tabu. das wäre für mich wie im tagebuch lesen und das sind meine gedanken, die nur mir gehören. post öffnen ist mir relativ egal, wobei ich nie auf die idee kommen würde, die post meines freundes zu öffnen, ausser, ich habe sein ausdrückliches ok. selbst meine eltern machen das seit über 40 jahren nicht anders. an die geldbörse zu gehen ist ebenso ohne ausdrückliche einwilligung nicht ok. ich würde immer fragen und erwarte das auch. sms und handy (das haupthema hier): es kommt darauf an. in einem notfall würde ich ohne zu zögern und ohne zu fragen ans handy meines freundes gehen und erst mal nicht schnüffeln, sondern es dazu nutzen, den notfall zu klären. mich selber würde es nicht so stören, wenn mein freund an mein handy geht. das hat wohl aber etwas damit zu tun, dass ich nie sms aufhebe, sondern immer alles sofort lösche. sms lesen, die ich an eine freundin schreibe wäre für mich schon ein vertrauensbruch, aber kein so schwerwiegender, alsdass ich die beziehung in frage stellen würde. ich würde versuchen zu klären, woran es liegt, dass er mir nicht vertraut und schauen, welchen anteil ich daran habe.

selber schnüffeln? ehrlich gesagt: ist schon einmal passiert. es war eine belanglose sache, die ich fand, aber es hat mich aus der bahn geworfen. und das ich es überhaupt tat, hatte etwas mit einem grundgefühl zu tun. dieses grundgefühl hat mich nicht getrogen. wenige wochen später war die beziehung beendet. nicht wegen einer anderen frau, nicht, weil ich am handy war, sondern weil andere dinge nicht stimmten...

so, jetzt seit ihr dran :zwinker:

lieber gruß
lieschen

sandfloh
06.12.2005, 20:52
Hallo Lieschen,

dann will ich auch mal... :smirksmile: Als ich nämlich vorhin im anderen Thread was zum Thema SMS lesen, Handy durchstöbern, Brief öffnen und Mails lesen geschrieben hatte, kam ich in folgende Situation:

Mein Gatte und ich haben vor kurzem unseren Handy-Anbieter gewechselt. Noch ist das alte Handy mit Guthaben aktiv, sowohl bei ihm als auch bei mir. Wir haben aber immer nur das jeweils neue mit. Nun rappelte im Zimmer meines Gatten - der unterwegs ist - das alte Handy, ewig lang...dann noch der SMS-Ton...Ich bin dem Klingeln nach, das Handy war in seinem Rucksack, und ich habe geguckt, was "es" will. Nun war eine SMS drauf und ein Anruf in Abwesenheit. SMS war die Nachricht der Mailbox; die Nummer des Anrufers stand ebenfalls da, ist mir unbekannt (Festnetz).

Für mich ist das kein Schnüffeln - die Mailbox habe ich natürlich nicht abgehört. Ich hab meinem Mann eine SMS aufs neue Handy geschickt mit der Info, dass sein altes Handy geklingelt hat, dass ich dachte, es könnte was wichtiges sein, und habe ihm die Nummer zugeschickt.

Ansonsten nehmen wir beide sehr viel Rücksicht auf die Privatsphäre des anderen. Post ist tabu, mein Mann liest nicht mal Postkarten, die ich bekomme, Mails sind ebenfalls privat...wir haben eine Zeitlang denselben PC benutzt und der Standard-Mail-Client war so eingerichtet, dass sich automatisch sein Mailprogramm geöffnet hat, wenn man z. B. auf einer Internet-Seite auf die Kontaktfunktion klickt und eine neue Mail öffnet sich...bei der Gelegenheit wurden dann immer direkt die Mails vom Server abgerufen - ich hätte also immer die Möglichkeit gehabt, seine Mails zu checken. Das hat mich irgendwann so genervt, dass ich ihn gebeten habe, die Einstellungen zu ändern...Nun nutzen wir eh getrennte Rechner, da kommen wir nicht mehr in solche Verlegenheiten.

In einer früheren Beziehung habe ich auch mal geschnüffelt. Da stimmte aber von Anfang an das Vertrauensverhältnis nicht. Die Beziehung stand immer auf wackligen Füßen und sollte ursprünglich gar keine werden. Ich wusste, dass ich nicht die Traumfrau war und war mir von Anfang an seiner Gefühle unsicher. Sicher war ich mir nur, dass ich in der Zeit, in der wir noch eine Fernbeziehung geführt hatten, nicht die Einzige war. Und es war einfach nur Misstrauen da, auch als wir schließlich zusammen wohnten. Damals habe ich auch nach Briefen gesucht (und auch gefunden). Es war eine Scheiß-Zeit, aus der ich aber eine Menge gelernt habe:

Wenn einer Beziehung das Ur-Vertrauen fehlt, dann wird immer der Wurm drin stecken. Auch wenn der Kopf irgendwann sagt, alles ist in Ordnung, der Bauch wird eine andere Sprache sprechen. Dann wird man nie das Gefühl los, dass man sich ganz fallenlassen und geborgen fühlen kann. Und schon steckt man in einer Spirale von Misstrauen, Ängsten, Kontrollzwang, Unsicherheit, vermeintlichen "Beweisen",...

Ich bin froh, dass ich bei meinem Mann so einen Stress nicht habe. Ich weiß, dass man nie 100 % sicher sein kann, dass der andere nicht mal "zur Seite springt". Es kann niemand die Hand für sich selbst ins Feuer legen...Aber da muss ich mich doch nicht in Zeiten, wo alles wunderbar läuft, ständig verrückt machen und misstrauisch sein...

Oder?

sandfloh

Inaktiver User
06.12.2005, 21:30
Meiner Meinung sind das zwei Themen ineinander.
1. Was macht man nicht, weil man das nicht darf?
2. Und wieviel Vertrauen hat man in den Partner bzw. wieviel Vertrauensvorschuss gibt man.

Zu 1. Meiner Erziehung und meinen Werten entsprechend gibt es eine Reihe von Dingen, die man ohne explizite Absprache nicht tut. Und zwar absolut nicht. Tagebuch lesen, Briefe lesen (auch wenn sie geöffnet herumliegen), emails und SMS kontrollieren, u.ä.
Absprachen, die das Leben bequemer machen (z.B. wenn einer gerade nicht ans Netz kommt und den anderen bittet, nachzuschauen, ob emails gekommen sind) können natürlich getroffen werden.

Die genauen individuellen Grenzen sollten abgesprochen sein. Und Grenzfälle, über die es keine Absprachen gibt, würde ich nach folgendem Kriterium beurteilen:

Macht das ein vernünftiger Mensch in guter Absicht?

Also, wenn Lieschen schreibt "um den Notarzt zu rufen würde ich sein Handy nehmen, aber nicht schnüffeln", das brauchen wir glaub' ich nicht zu diskutieren. Und auch Sandflohs Beispiel nicht.

Das ist natürlich kein wasserdichtes Kriterium für alle Fälle. Aber wenn es da im Einzelfall Missverständnisse gibt, lässt sich das klären. Genauso, wenn eine Absprache 'mal unterschiedlich ausgelegt wird. Mein Mann macht bestimmte Briefe an mich auf, wenn ich verreist bin (was häufiger vorkommt). Da könnte natürlich 'mal einer dazwischenrutschen, bei dem das dann doch nicht passend war - das wäre aber dann kein Problem.

In 2. steige ich jetzt nicht ein. Da gibt vermutlich unterschiedliche Einstellungen abhängig davon, was man selbst schon erlebt hat oder wie man es von den Eltern kennt. Ich kann mir aber eine glückliche Beziehung ohne Vertrauen und Vertrauensvorschuss nicht vorstellen.

Gruß, Leonie

Inaktiver User
06.12.2005, 21:49
stimmt liebe leonie. es sind mindestens zwei bereiche. es betrifft auch viel finde ich. und es gibt sicher viele gründe (oder hintergründe) dafür, dass man/frau so etwas tut. sicher gibt es paare, die völlig anders (und auch glücklich) leben, obwohl sie die post des anderen öffnen, die mails lesen und ohne zu fragen ans handy des anderen gehen. wenn das für beide ok ist: warum nicht?

aber, passiert wirkliches schnüffeln, ist meist ein vertrauen eh schon angeknackst. ob das aus vorherigen verletzungen, der kindheit oder aus der aktuellen situation heraus geschieht ist sehr individuell. aber, kann sich wirklich jeder davon frei machen? garantieren, dass er es nie tut? das er in einem solchen moment zu seinem partner geht, ihn anspricht und sagt, dass er das gefühl hat etwas stimmt nicht? und darauf hoffen, dass der partner (der vielleicht eh schon dinge verbirgt) die wahrheit sagt? ich weiss es nicht und stelle das mal neutral als frage!

Sehnsuchtsvolle
06.12.2005, 22:13
Ein interessantes Thema, das mich (leider) schon länger beschäftigt. Ich habe auch noch nie das Handy meines Mannes kontrolliert, nie Mails gelesen etc. und möchte es auch umgekehrt nicht, auch wenn ich nichts zu verbergen habe. Mein grenzenloses Vertrauen diesbezüglich ist allerdings grenzenlos missbraucht worden und damit hätte ich wirklich nie gerechnet. Bis vor einiger Zeit war das Handy für mich ein nützliches Medium, mit dem man vieles schnell und unkompliziert regeln kann, kurzweilig per sms Freunde kontaktieren und sich Wartezeiten verkürzen kann. Nie habe ich mir darüber Gedanken gemacht, wie einfach man seinen Partner damit auch hintergehen kann, nicht einen Augenblick, weil meine Betrachtung des Mobiltelefons eine ganz andere war! Ja, wer sich geschickt anstellt, dem ist es heute möglich so unauffällig wie noch nie Affären zu führen. Ich weiß, ich weiß, Affären gab es schon immer, aber die Angst entdeckt zu werden und der damit verbundene Aufwand des Verwischens von Spuren ist doch erheblich geringer geworden und ich könnte mir schon vorstellen, dass die Hemmschwelle daher auch gesunken ist. Zu denken gab mir vor einiger Zeit auch eine Umfrage, nach der die meisten Menschen nicht vor Verbrechen aus moralischen Gründen zurückschrecken, sondern aus Angst vor der Entdeckung und den damit verbundenen Konsequenzen, also im schlimmsten Fall dem Gefängnisaufenthalt. Könnte sich bei Affären nicht eine ähnliche Entwicklung abzeichnen? Früher musste man viel geschickter und taktischer planen und überlegte sich vielleicht schon mal zwischendurch, ob dieser Aufwand den Kick rechtfertigt und den eventuellen Verlust seinen Partners. Heute lassen sich Treffen jederzeit unauffällig vereinbaren, verändern oder absagen. Per Handy kann man locker Kontakte knüpfen und einfach mal schauen, was daraus wird, die Beziehung wird davon erst mal nichts mitbekommen. Eine Freundin von mir hatte eine Affäre mit einem Mann, der angeblich Single war. Nach kurzer Zeit begann sie darüber nachzudenken, warum sie eigentlich nicht seine Festnetznummer hatte. Als sie dann nachforschte, stellte es sich heraus, dass er mit seiner Freundin zusammenlebte und deshalb natürlich auf gar keinen Fall eine Nachricht auf dem AB wollte. :niedergeschmettert:
Um auf die Ausgangsbasis zurückzukehren: Ich habe nie geschnüffelt und das Handy kontrolliert und muss leider sagen, dass ich dies heute manchmal bereue, denn auch wenn eine Beziehung mal schlecht läuft, gehe ich nicht davon aus, dass mein Partner sich hinter meinem Rücken heimlich von einer anderen - ganz egal in welcher Form - trösten lässt.

Annchristine
07.12.2005, 08:53
guten morgen,

fuer mich waren handy, email und geldbeutel meines partners immer tabu.

das handy meines partners lag immer offen herum. ich habe es nicht einmal in die hand genommen.
als ich durch einen saubloeden zufall das handy meines freundes nach 5 1/2 jahren gluecklicher beziehung einmal in die hand bekam, stand eine liste von sms drauf:

LEA!
LEA!
LEA!
LEA!
LEA!

den rest koennt ihr in meinem thread "ueberbewertung einer harmlosen (?) aussenbeziehung" nachlesen.

ich hatte bis zum zeitpunkt der entdeckung 100%-iges vertrauen in meinen partner, das jetzt nachhaltig gestoert ist.

mein fazit: das handy gehoert zur privatsphaere meines partners. es geht mich nix an mit wem er sms austauscht.
aber: es geht mich sehr wohl etwas an, wenn hinter meinem ruecken eine aussenbeziehung gepflegt wird, von der ich nichts weiss.

der springende punkt in den meisten faellen, wo es probleme gibt, sind doch nicht die sms an sich, sondern die heimlichkeiten, die damit verbunden sind.

gruessle
ann-christine

Honig
07.12.2005, 10:02
Hallo,
ein interessantes Thema, das mich allerdings bis zu meiner jetzigen Beziehung überhaupt nicht beschäftigt hat.
Ich hatte zu meinen Partnern immer volles Vertrauen, wäre nie auf die Idee gekommen, Post zu lesen, ins Handy zu schauen, ins Portmonnaie oder zu fragen, wer war das am Telefon.

Meine jetzige Beziehung fing als Fernbeziehung an.
Auch hier habe ich mir noch nicht einmal Gedanken um Vertrauen etc. gemacht.
Er hat von sich aus erzählt, xy hat angerufen, xy hat eine sms geschickt, heute ist eine Feier, ich übernachte bei xy.
Ich habe mir keine Gedanken gemacht, fand es völlig in Ordnung.
Und ich war weit weg.

Irgendwann veränderte sich etwas. Die Anrufe wurden etwas weniger, wenn ich da war, ging er mit dem Handy raus, keine Bemerkung mehr, wer dran war.
Da ich anderes von ihm gewohnt war, wunderte ich mich. Auf Nachfrage kamen ausweichende Antworten, auf konkrete Nachfragen, was nicht stimmen würde, kam ein Nichts. Auf die mehrfache konkrete Nachfrage, ob es eine andere Frau gebe, ein empörtes Nein, er wurde wütend, ob ich (!) ihn überhaupt noch lieben würde.

Ich habe alles versucht, ihn zum reden zu bringen. Nichts.
Von einem Freund erfuhr ich, daß er meine Vorgängerin mehrere Monate betrogen hatte.

Tja, und als sich die Gelegenheit bot, nutzte ich sie. ich schaute in sein Handy. Voller Verzweiflung und mit dem schlechtesten Geweissen, daß man sich vorstellen kann.
Ich zitterte wie Espenlaub.
Und da hatte ich es schwarz auf weiß, drei eindeutige sms von ihr, mehr als eindeutig.
Ich sprach ihn sofort darauf an. Kein Leugnen mehr, ein Zerknirschtsein. Es lief glücklicherweise erst ein paar Tage etwas. Aber sie hatten sich verliebt.

Er hat mir später erzählt, er hätte nie etwas von sich aus gesagt. Er sei froh, daß ich es herausbekommen habe.

Es war nicht richtig, zu schnüffeln. Aber es war unsere einzige Chance. Wir haben viel durchgemacht, viel geredet. Nun sind wir glücklich wie nie. Mein Vertrauen ist zurück. Das liegt aber an uns beiden.
Hätte ich nicht geschaut, wäre die Beziehung zu Ende wie die mit meiner Vorgängerin.
Und ich wäre heute nicht mit dem tollsten Mann der Welt zusammen. Es war für uns beide die Chance, uns in die richtige Richtung zu entwickeln.

Ich will damit nicht sagen, Schnüffeln ist ok.
Aber manchmal ist es die einzige Möglichkeit, eine Beziehung zu retten. Auf den bloßen Vertdacht hin, den ich ja hatte, hätte ich nicht Schluß gemacht. Ich liebte ja diesen Mann.
Es war eine Ausnahmesituation, die schlimmste Zeit meines Lebens, so etwas kann man niemandem wünschen.

Aber bei uns ging es gut aus.

Inaktiver User
07.12.2005, 12:21
Honig, ein toller Beitrag!



Wir haben viel durchgemacht, viel geredet. Nun sind wir glücklich wie nie. Mein Vertrauen ist zurück. Das liegt aber an uns beiden.



Ich denke, es geht vorwiegend um Vertrauen.
Das ist da oder nicht.
Wenn ich das beweisen "müsste" dadurch, dass ich alles offen halte meinem Freund gegenüber, würde ich mich eingeengt fühlen.
Vertrauen kann ich nur freiwillig, das dann aber sehr ausufernd. :cool:
Damit fahre ich heute sehr gut und es gibt keinen Anlass, misstrauisch zu sein. (Vielleicht strahle ich auch mehr Unabhängigkeit durch diese Einstellung aus)

Früher habe ich auch mal geschnüffelt - und natürlich was gefunden. Ich denke heute, es lag daran, dass etwas sowieso nicht in Ordnung war. Ich habe mich allerdings wegen des fehlenden Vertrauens und natürlich wegen der (vergleichsweise harmlosen) Entdeckung mies gefühlt.

Vertrauen muss man haben, immer wieder neu. Ohne Vorschussvertrauen hättest du, Honig, das mit deinem Mann aber auch nicht wieder auf die Kette gekriegt, oder? Zumindest musst du ihm vertraut haben, dass die andere Verliebtheit nichts Ernstes ist - und das wird er ja gesagt haben. Wenn man dann daran immerzu weiterzweifelt... hm.

Kappuziner
07.12.2005, 13:15
mein Lieblingsthema!
ich kann euch auch zwei Geschichten erzählen, aus denen ich meine Meinung über SMS- email- Lesen gebildet habe: es ist dann ok, wenn man sowieso spürt und weiss, dass die Beziehung vorbei ist und man braucht nur noch den "Abschuß". Ansonsten ist dringend davon abzuraten. Warum? Dazu muss man sich ermal überlegen, was man eigentlich finden möchte, wenn man in den Sachen des Partners sucht. Man sucht Klarheit, man möchte wissen, was los ist und mit wem man zusammen ist. Diese Information meint man, anders nicht zu bekommen. Aber was findet man denn in den Mails bzw. sms? Meistens findet man irgendwelche Mails, die man sich nicht ganz erklären kann. Irgendwelche Anspielungen, die man "so" oder "so" deuten kann. NIchts schlimmes. Und weil man den Partner nicht gut fragen kann, grummelt es überflüssigerweise in einem.
Oder man findet gar nichts. Aber dann hat man ja immer noch keine Klarheit. Es kann ja genau so gut sein, dass der Partner alles löscht. Also muss man ein paar Tage später wieder nachsehen... dann schämt man sich schon weniger. Und irgendwann schämt man sich gar nicht mehr, die Hemmschwelle sinkt - und das ist nicht gut.
Also, meine eine Geschichte ist die, dass ich einen Freund hatte, der auch noch in einer anderen Stadt lebte. Als wir in meiner Stadt gemeinsam in eine Wohnung zogen, kriegte er offenbar Panik und lachte sich in der anderen Stadt eine andere Frau an. Sehr heftig und ich bekam es schnell mit. Handy aus, "Funklöcher", die gemeinsamen Bekannten in der anderen STadt, die immer verlegener wurden, wenn sie mich sahen. Die Frau "vergass" Sachen in seiner Wohnung, Parfum und so. Mein Freund stritt alles ab und ich bekam eines tages einen echten Nervenzusammenbruch von der ganzen Situation. Er verlangte von mir, dass ich ihm glaube, sonst wäre ich krank, besessen, destruktiv. Eines Tages las ich seine emails. Er hatte an die 1000 mails, die nicht von seinem Server runtergeladen waren. Eine Fundgrube. Mir verschlugs die Sprache. Mails von dieser Frau natürlich, en masse, aber auch andere, es war noch viel schlimmer, als ich es mir ausgemalt hatte. Mit der Frau war er nicht nur zusammen, er war auch schon verreist mit ihr (mir hatte er gesagt, er ist bei einem Freund auf dem Land, sich erholen, natürlich gab es da "keinen Handyempfang").
OK, das soll jetzt hier nicht ausufern. Der Punkt ist: mir war schon vorher klar, ich werde belogen, betrogen, vorgeführt, ich konnte aber nicht gehen, bevor ich nicht etwas in der Hand hatte, was mich für immer wegtreiben würde. Das Schnüffeln hat mich gerettet.
Umgekehrt habe ich aber einmal in den Mails von meinem jetztigen Freund nachgesehen, als er sich auch merkwürdig benahm und unsere Beziehung sowieso schwierig war. Ich habe eine Mail von einer Frau gelesen, die ihm sinngemäss schrieb "es tut mir leid, dass ich mich so danebenbenommen habe. Ich hoffe, du bist nicht böse. Du bedeutest mir viel. Ich möchte Dir das in einem persönlichen Gespräch erklären.
Ich war erst völlig geschockt. Irgendwann kam ich zu der Erkenntnis, dass diese Mail alles mögliche bedeuten kann. Ich bin dann im Laufe der Zeit von meinem Schreck runtergekommen.
Heute wünschte ich, ich hätte die Mail nie gelesen. Sie hat nicht zur Klärung der Probleme beigetragen, die wir hatten. Ich hatte zwar einen gewissen Anlass zu einem gewissen Verdacht, aber was hätte ich ihm vorwerfen können? Die Grundlage für meinen Verdacht hatte ich durch eine Aktion bekommen, die genau das war, was ich ihm selber vorwerfen will - den Bruch der Vertrautheit und der Intimität.
Uff - das ist aber lang geworden... also, mein Fazit ist, wenn man eigentlich eine gute Beziehung hat und etwas verändert sich und man hat ein komisches Gefühl, lieber 1000 mal den Partner fragen, sich selber fragen, was los ist. Schnüffeln kann ganz leicht einen Knacks bringen, der nicht mehr zu kitten ist.

Inaktiver User
07.12.2005, 15:46
Ich bin etwas verwirrt. Auf der Grundlage meiner norddeutsch-protestantischen Erziehung bin ich da rigoroser - der Zweck heiligt nicht die Mittel. Für mich ist "SMS-Kontrollieren" ohne Absprache nicht nur ein Vertrauensbruch und ein Zeichen mangelnden Vertrauens zwischen den beiden beteiligten Personen. Das Briefgeheimnis ist im Grundgesetz geschützt. Klar, wenn jemand am angeschalteten Handy des Partners die SMS liest, kommt nicht gleich der Staatsanwalt, aber diese Grundrechte haben für mich eine grundsätzliche Bedeutung.
Da kann man nicht schreiben: Wenn die Beziehung sowieso schon vorbei ist, ist es ok.
Ist Tagebuch lesen dann auch ok? Jemandem hinterherfahren, wen er trifft?


Deshalb, Lieschen,




aber, kann sich wirklich jeder davon frei machen? garantieren, dass er es nie tut?



Man soll nie nie sagen, und Garantien gibt es keine im Leben.
Aber trotzdem: Im anderen Thread habe ich geschrieben, dass dieses "Das tut man nicht" in mir ähnlich tief sitzt wie dass man nicht klaut - auch nicht, wenn ich etwas dringend brauche, kein Geld dabei habe, es eine Kleinigkeit ist und es keiner merken würde.
Kann ich garantieren, dass ich nie klauen würde? Na ja, wenn mein Kind oder ich am Verhungern sind, würde ich vielleicht doch ein Brot klauen - ich weiß es nicht.
Aber eine ähnlich verzweifelte Lage, in der ich doch schnüffeln würde, kann ich mir schwer vorstellen. Denn dann wäre es ja sowieso schon zu spät. Vielleicht wenn ich schon lange grübele was eigentlich los ist und dann wirklich zufällig einen Brief finde, so dass es mir wie Schuppen von den Augen fällt? Ich weiß es nicht.
Aber dafür, dass ich nicht schnüffeln würde, so wie das hier dargestellt wird - so aus einem diffusen Bauchgefühl heraus, dass etwas komisch ist, das Handy kontrollieren - dafür kann ich wohl garantieren.

Gruß, Leonie

Inaktiver User
07.12.2005, 15:55
@Honig

Du sagst wirklich, ohne Dein Schnüffeln gäbe es Eure Beziehung nicht mehr? Dann wäre er fremdgegangen und Ihr hättet Euch getrennt?
Und er war erleichtert, als Du das beweisen konntest?

Hmmh. Hätte er Dir keine anderen Spuren gelegt? (Das wird hier in der BriCom manchmal berichtet, dass jemand es seinem Partner mitteilen möchte aber es nicht sagen kann, und deshalb unterbewusst Spuren legt).
Hätte er nicht gemerkt, dass er die Beziehung auf's Spiel setzt, obwohl er es schon vorher einmal erlebt hatte?
Wäre es ihm das egal gewesen?

Würdest Du wieder ans Handy gehen, wenn Du ein komisches Gefühl hättest?


Ich bleibe dabei, der Zweck heiligt nicht die Mittel. Im Einzelfall sieht es oft so aus, als sei der Zielkonflikt zwischen Freiheit und Sicherheit zugunsten der Sicherheit zu entscheiden - schließlich haben anständige Leute ja nichts zu verbergen. Und schließlich wundert man sich, dass scheibchenweise die Freiheit, die Privatsphäre verloren gegangen ist.

Gruß, Leonie

Inaktiver User
07.12.2005, 17:02
Hallo Ihr Lieben,

ich möchte mal den Aspekt einbringen, dass es heutzutage die Technik möglich macht, dass man etwas mitbekommt, ohne zu schnüffeln. Wenn bei meinem Ex eine SMS einging, stand nicht etwa nur auf dem Display "Kurzmitteilung empfangen". Nein, es ging erst mal ein Licht an am Handy, damit man auch gut lesen konnte, was da im Display angezeigt wurde: "SMS von Daniela". Oder SMS von Beate. Oder SMS von Melanie. Tja, jetzt stellt Euch mal vor, dieses Handy liegt in der Küche herum, Euer Mann ist ausser Haus, und es summt und rappelt alle 5 Minuten, und im Display steht immer wieder "SMS von ..."(Frauenname). Nicht nur, dass einen das Gerät ja von sich aus auf die SMS aufmerksam macht, nein, ich erfahre ja auch ganz nebenbei, dass mein Mann sich die Nummern der Damen abgespeichert haben muss, denn sonst könnte nicht der Name mit angezeigt werden. So. Und das war bei uns der Anfang vom Ende.

Genau dasselbe bei E-Mail. Es reichen ja mitunter schon Absender und Betreff, um sich den Rest zu denken. Was würdet Ihr sagen, wenn Ihr in dem Postfach Eures Partners eine Mail sehen würdet von einer Frau (was aus der Absenderadresse hervorgeht) und dem Betreff "Nacktfoto" - plus jpg-Attachment.

Den Aspekt, dass der Partner unbewusst "Spuren" legt, um dadurch die Beziehung zu beenden, finde ich sehr interessant. Habt Ihr sowas schon mal erlebt? Also ich schon. Es ist mir aber erst sehr spät bewusst geworden, dass mein Mann einfach nicht reden konnte/wollte und mich quasi in die Position gebracht hat, dass ich etwas entdecken musste und eben dann auch diejnige war, die Konsequenzen gezogen hat.

Liebe Grüße
Blümchen

Aladin
07.12.2005, 17:19
Der Punkt ist: mir war schon vorher klar, ich werde belogen, betrogen, vorgeführt, ich konnte aber nicht gehen, bevor ich nicht etwas in der Hand hatte, was mich für immer wegtreiben würde. Das Schnüffeln hat mich gerettet.




Hallo Kappuziner,

wenn Dich Dein Freund belügt, betrügt, vorführt, glaubt er vermutlich dazu allen Grund zu haben. Wie wär's mit mehr Offenheit?

Gruss Aladin

Rotfuchs
07.12.2005, 17:20
Kommt eigentlich niemand der Handy-Freaks mal auf die Idee, seine SMS oder Anruflisten zu LÖSCHEN? Erst recht, wenn sie lieber nicht von Dritten gelesen werden sollen? In einem leeren Postfach wäre der/die Schnüffler(in) doch schnell gelangweilt. :aetsch:

Aber vielleicht ist das ja auch besonders verdächtig und wir lesen bald: "Das Postfach meines Mannes ist immer leer. Betrügt er mich?" :gegen die wand:

Wird dann auch das Telefon am Arbeitsplatz überprüft?
Wieviel Telefonzellen hat der Partner auf dem Weg zur Arbeit?
Was zeigt der Kilometerzähler im Auto morgens und abens? Entspricht das dem Arbeitsweg oder weist es auf einen Umweg hin?
Ist da gar eine Hotelrechnung in der Brieftasche?
Was genau liegt im Handschuhfach?
Hebt mal die Bodenmatte im Auto hoch - ein beliebtes Versteck für Liebesbriefchen und eine Fundgrube für fremde Haarnadeln, Ohrringe etc.
:smirksmile:

Hallo, liebe Schnüffler(innen): Es gibt noch x andere Möglichkeiten, ihr müßt den Kontrollwahn viel weiter ausdehnen, als nur Handy und PC zu überprüfen. Gerade die Älteren von uns sind da weitaus kreativer, weil sie noch die Urzeiten ohne Handy/PC kennen. (und kommen dem Partner auch ohne notorische Schnüffelei auf die Schliche, wenn's da was gibt). :fg engel:

Zynismus beiseite:

Ich bin eher fassungslos, wenn ich hier in der BriCom so häufig lese, mit welcher Selbstverständlichkeit in die Privatsphäre des Partners eingegriffen wird.
Privat ist privat - basta. Für mich gibt es da kein Wenn und Aber.

Wenn ein Paar für sich andere Absprachen trifft, ist es seine Sache. Aber ohne diese sind die Grenzen schärfstens einzuhalten. Nicht nur die "heimliche" SMS ist ein Vertrauensbruch, die Schnüffelei ist es auch. Man unterstellt damit dem Partner von vornherein Betrug.

Wichtig fand ich auch den Hinweis weiter oben, dass eine vertrauliche SMS (Mail, Brief o.ä.) von einer Freundin an mich meinen Partner schlichtweg gar nichts angeht. Betrüge ich ihn also, wenn ich sie ihm vorenthalte? Quatsch!!!

Ich würde niemals die Post, Mails, SMS etc. meines Partners lesen (sofern es aus organsatorischen/haushaltsmäßigen Gründen nicht deutlich ABGESPROCHEN ist bzw. auf den ersten Blick am Absender zu erkennen ist, dass es sich um gemeinsame Dinge wie Wohnung, Stromrechnung etc. handelt).

Genauso wenig habe ich früher die Post etc. meiner Eltern gelesen, auch nicht, als ich noch zu Hause lebte. Das war tabu - so bin ich erzogen und ich finde es auch o.k.
Ebenso möchte ich nicht, dass mein Partner, Eltern, Freundin oder sonst wer in meinen Sachen rumschnüffelt, völlig egal, ob ich etwas zu verbergen habe oder nicht.

Wenn mir in der Post etwas aufgefallen ist und ich es wissen möchte, dann FRAGE ich einfach. Das ist um vieles einfacher als eine Spionageaktion durchzuführen - und nachher einen Werbebrief, gar in rosa, in der Hand zu halten. :freches grinsen:

Macht Euch bitte mal eins klar: Einen Partner zu haben heißt nicht, ihn zu BESITZEN.

Inaktiver User
07.12.2005, 17:48
Kommt eigentlich niemand der Handy-Freaks mal auf die Idee, seine SMS oder Anruflisten zu LÖSCHEN? Erst recht, wenn sie lieber nicht von Dritten gelesen werden sollen? In einem leeren Postfach wäre der/die Schnüffler(in) doch schnell gelangweilt. :aetsch:




Rotfuchs,

es gibt Handys, die ein Protokoll anlegen bzw. sind das schon keine reinen Handys mehr, sondern Communicator. Und dieses Protokoll läßt sich nicht so einfach löschen. Und ganz blöd ist, wenn Frau sich besser mit diesem Ding auskennt als der Mann.

ich

Inaktiver User
07.12.2005, 18:01
@Mauerblümchen

Wenn das Handy herumliegt und es "SMS von Daniela" blinkt, das ist kein Schnüffeln. Dann ist er wirklich selbst schuld. Genauso wenn ein Brief herumliegt, auf dem außen der Absender steht. Erblinden muss ich nicht. Aber Briefe zu suchen ist natürlich schon wieder etwas anderes.



Den Aspekt, dass der Partner unbewusst "Spuren" legt, um dadurch die Beziehung zu beenden, finde ich sehr interessant.



Ich meinte eigentlich, dass jemand entdeckt werden will, um die Beziehung zu retten. Oder zumindest, damit die Lügerei aufhört. Das wird bei Affären hier manchmal berichtet.
Aber das mag es in alle Richtungen geben.

Gruß, Leonie

Inaktiver User
07.12.2005, 18:18
>>Ich meinte eigentlich, dass jemand entdeckt werden will, um die Beziehung zu retten. Oder zumindest, damit die Lügerei aufhört. Das wird bei Affären hier manchmal berichtet.<<

Das kann ich in etwa bestätigen.

Aber schnüffeln und nach etwas suchen, was es wahrscheinlich überhaupt nicht gibt, finde ich auch nicht o.k. Es könnte auch passieren, dass man etwas erfährt, was man eigentlich überhaupt nicht wissen wollte z.B. aus SMS oder Briefen mit Freunden. Da möchte ich echt nicht wissen, worum es in deren "Gesprächen" geht.

ich

Kappuziner
07.12.2005, 18:20
wenn Dich Dein Freund belügt, betrügt, vorführt, glaubt er vermutlich dazu allen Grund zu haben. Wie wär's mit mehr Offenheit?

Gruss Aladin



glaub mir Aladin, nein, das lag nicht an mangelnder OFfenheit oder sonst irgendwas, was ich hätte tun können. der Mann hat einfach Schiß bekommen, als wir zusammen in der Wohnung waren und dann ist er ausgebrochen. Ich wünschte, er hätte was gesagt, aber er hat sich nicht getraut. Dornenreiche Vergangenheit mit vielen Frauen, mit denen er es auch so gemacht hatte - mit mir sollte "alles anders" werden und er konnte wohl nicht ertragen, dass er es nicht geschafft hat.
Ich bin wirklich froh, dass ich in seinen Sachen gesucht habe. Übrigens hat mir ein Therapeut dazu geraten! "Reality Check" nannte er es. zum dem bin ich gegangen, weil ich wirklich dachte, ich wäre verrückt - so weit hatte mich dieser Mann gebracht. Er sagte mir immer, dass ich krank bin und ihm was unterstelle, weil ich unsere schöne Beziehung kaputt machen will. --- es gibt hier auch einen anderen Thread über diesen Mann, wenn es dich interessiert.
Ich will auch - wie ihr sicher bemerkt habt - nicht das Schnüffeln als solches verteidigen.
Aber es muss auch eine Selbstverteidigung geben, in Extremfällen - damit meine ich z.B. dass ich mit damals 34 Jahren meine damals noch fruchtbaren Jahre mit jemandem lebte, der vorgab, mit mir alt werden zu wollen und eine Familie gründen zu wollen und dies gleichzeitig auch mit anderen tat - wofür ich überdeutliche Anhaltspunkte habe. Die andere "Hauptfrau" hat mich übrigens etwa 1 Jahr später kontaktiert, um mir zu sagen, dass sie auch nicht mit ihm glücklich wurde - er ist mit ihrer besten Freundin abgehauen. Bei ihr habe ich mich übrigens entschuldigt, dass ich ihre Mails gelesen habe. Ihre Antwort "ich hoffe, sie waren nicht zu dämlich" :freches grinsen: die Frau war sehr ok. Sie gestand mir dann auch, dass sie ein paar Sachen von mir in der Wohnung weggeworfen hat, damit ich denke, er war das. Ja ja, so sind wir...
:knatsch:

Cyber_Andrea
07.12.2005, 18:37
hallo,
ohne mir jetzt die "mühe" gemacht zu haben den ganzen thread zu lesen.
Mir ist einmal folgendes passiert:
Mein Ex-Freund hat auf meinem PC einen Tastaturlogger installiert und den nach einiger Zeit "ausgewertet". Das war für mich ein totaler Schlag ins Gesicht.
Ja, er hat damals etwas "gefunden", genau das wonach er gesucht hat, aber das hat seine Aktion keinen Deut besser gemacht. Ich war damals sehr sehr sehr enttäuscht und hatte den Glauben an so ziemlich alles verloren.

LG
Andrea

Kappuziner
07.12.2005, 19:06
klar ist das schlimm. ich spreche auch nicht von "normalen" Beziehungen. Ich wäre jetzt auch total geschockt, wenn mein Freund in meinen Sachen stöbern würde.
Dennoch gebe ich zu, mit meinem damaligen Freund, es war das beste was ich tun konnte. Da war ein Punkt überschritten - der, von dem du vermutlich auch sprichst: gegenseitige Achtung, Vertrauen, sich fallen lassen. Das war alles schon längst bei mir zerstört.
Aber dennoch konnte ich nicht "einfach" gehen. Es hing vieles dran. Nicht "nur" unser gemeinsames Leben, die teuren Umzüge etc. Wir hatten auch beruflich miteinander zu tun. Mein Vater, der meinen Freund sehr mochte, erkrankte damals schwer an Krebs. Ich brauchte wirklich "handfeste" Argumente, damit ich diesen schweren Schritt machte (ich hing ja auch an dem Mistkerl!). Aber ich wusste, etwas stimmt nicht. Noch ein Beispiel? Ich gehe zu meiner Frauenärztin mit Juckreiz, Ausfluß. Sie sagt zu mir "wenn sie wechselnden Geschlechtsverkehr haben, sollten sie nicht nur die Pille nehmen, sondern auch Kondome" Ich darauf zu ihr "ich habe keinen wechselnden Geschlechtsverkehr" Da sagt sie, ich solle mal ein Wort mit meinem Freund reden. Was sagt er? Dass ich zu viel in die Sauna gehe und da fängt man sich alles mögliche.
etc etc.
Nein, ich will das Schnüffeln nicht verteidigen. Aber es kann "mildernde Umstände" geben.

Hermia
08.12.2005, 00:42
Oje! Ein ganz schwieriges Thema...möchte mich auch endlich dazu äußern.

Also: ich bin ein eher eifersüchtiger, mißtrauischer Typ...bzw. auch sehr sehr neugierig.
Ich habe auch einige blöde Erfahrungen mit meinen Ex-Freunden gehabt - einer hat mich ganz sicher betrogen...da hab ich auch in seinem Handy geschnüffelt -zwar nie den ultimativen Beweis gehabt, aber immer wieder eindeutig zweideutiges, "Verdächtiges"...
Mit meinem aktuellen Freund ist es so: EIGENTLICH vertraue ich ihm sehr. Wirklich. Ich habe ein gutes Gefühl, er ist eine ehrliche Haut und betrügt nicht, hat er noch nie getan.
Aber mein Freund ist auch ein fleißiger, lustiger und kommunikativer sms-Schreiber (also er nutzt es auch zum verbalen Schlagabtausch, nicht nur als Zweck für kurze Texte). Auch mit mir! aber auch mit diversen weiblichen Bekannten, Freundinnen, Ex-Freundinnen...

Ich habe bis jetzt 2mal in sein Handy geschaut. Aus folgendem Grund:
Er hat eine Kollegin (deren Chef er ist), die baggert ihn ziemlich eindeutig an. Eine andere Kollegin, mit der sowohl er als auch ich befreundet sind, hat mir erzählt, dass sie ihn wirklich anschleimt...wohl aus rein karrieretechnischen Gründen und auf eine ziemlich dumme Art und Weise, aber egal. Und er checkt das null (wie Männer manchmal so sind :zwinker:) und fühlt sich auch noch geschmeichelt. Mich macht das irgendwie ganz schön fuchsig, :gegen die wand: obwohl das Mädel strohdoof und nicht sonderlich attraktiv ist..
UND einmal waren die alle zusammen (mit mehreren Kollegen) was trinken, die ganze Nacht durch, bis morgens um 6. Landeten bei einer anderen Kollegin C.(nur noch zu dritt, also mein Freund, und die 2 Frauen) zuhause..Ich weiß, da lief nix, ganz sicher.
Dann war noch etwas. Kollegin C. hatte Geburtstag, feierte im kleinen Kreis (nur so etwa 20 Leute). Mein Freund wollte mich nicht mitnehmen, weil es eben nur im kleinen Kreis war. ABER ich wusste, dass die von mir so ungemochte Kollegin auch da sein würde...Da auf der Party war er auch recht lange, so bis halb 5...Ich war auch unterwegs währenddessen und wir trafen uns dann um halb 6 noch...dann fragte ich, wie lang die eine da war...Er:" nur so bis 2"....Am nächsten Tag stellte sich heraus, dass sie doch länger da war, sogar länger als er - er wollte es mir nicht sofort sagen, weil ich so gereizt reagieren würde auf sie... :grmpf: :nudelholz:

Nun ja. Dann dachte ich, so jetzt muss ich mal nachschauen (so 1-2 Wochen später)... :ooooh:

Ich fand eine sms von ihr, sehr schleimerisch, so mit dem Text: "ohne Dich ist das Trinken ja nur ein begrenztes Vergnügen"...!!!*kotz*
Seine Antworten kann man nicht mehr nachvollziehen auf dem Handy, aber wurscht, das war es dann ja auch. Ich versuche, mir darüber nicht den Kopf zu zerbrechen und ihm zu vertrauen..(obwohl mein Hauptproblem im "Sex-Forum" zu lesen ist: ich glaube, ich befürchte eher, dass er mit ihr gern mal in die Kiste würde und mit mir schläft er ja nicht mehr :heul:)

Und eine andere sms hab ich auch gelesen - die wirklich eher heikel ist: die war von seiner Ex (mit ihr war er vor 6 Jahren zusammen, sie haben ein gemeinsames Kind). Da stand drin, dass sie ihn immer noch liebt...
Tja. Ich bin sicher, dass er mich liebt und eigentlich bin ich auch ziemlich sicher, dass er sich nicht mehr vorstellen kann, mit ihr nochmal zusammen zu sein. Aber irgendwo nagt es doch in mir...

Kurz und gut, bei der letzten sms wäre ich froh, sie nicht gelesen zu haben!

Achja und umgekehrt ist es so: Er ist auch ordentlich eifersüchtig und wenn wir z.B. zusammen sind und ich kriege eine sms (besonders wenn zur späten Stunde, so nach Mitternacht), will er immer wissen, von wem die ist!!! Ob es ein Mann wäre... :freches grinsen:

Letztendlich wünsch ich mir auch Vertrauen. Zu bekommmen und geben zu können, voll und ganz. Ich finde Intimsphäre ganz wichtig (auch wenn das jetzt sehr paradox klingt :knatsch:). Und ja, ich flirte und schäkere auch mal ganz gern mit anderen Männern. Auch mal zweideutig: aber irgendwann sag ich "hey, ich hab nen Freund, stop mal!" Aber die Grenze bestimme immer noch ich und nicht er...
Ich glaube, das ist auch eine Typfrage. z.B. hab ich einen guten Kumpel, mit dem sicher NIE etwas sein wird (bin auch mit seiner Freundin sehr gut befreundet): aber wir schicken uns ab und zu so sms "Na, Du geiler Hengst?" er so"meine kleine Stute" etc. Das ist wirklich nur Spaß!!! Aber evtl. mißverstehbar... :freches grinsen:

Bei meinem jetztigen Freund spüre ich auch immer ein BISSCHEN, dass er es genießt, wenn ich eifersüchtig werde! Als wenn er ein klein wenig provozieren wollen würde...

Aber nochmal, ein schwieriges Thema...manchmal wünsch ich mir auch die Zeiten ohne Handy zurück...

Inaktiver User
08.12.2005, 03:07
Also wenn ich mit einem Mann intim werde, dann werde ich eben auch intim - soll heißen, dann fühle ich mich als Teil seiner Privatsphäre und finde bei vielen Dingen einfach nichts dabei.

Briefe würde ich wohl nicht öffnen, aber ich fände nichts dabei zu fragen von wem sie sind, bzw. wer der/die Verfasserin ist. Wenn ich darauf nur eine ausweichende Antwort bekommen würde, würde ich mißtrauisch werden und versuchen raus zu bekommen was los ist.

Kurz: Ich brauche zu meinem Partner eine gewisse Nähe. Ist er nicht bereit diese zuzulassen, werde ich wohl versuchen mir das zu holen was ich "brauche" und was für mich, in einer Beziehung, auch durchaus "normal" ist (wobei zu sagen ist, dass ich von einem Klammeräffchen weit entfernt bin).

Ich erwarte mir eigentlich, dass ein Mann der eine Partnerschaft mit mir führen möchte auch bereit ist von sich aus auf zu machen und mich an sich heran zu lassen. Ich habe überhaupt keien Lust zu bohren, zu schnüffeln und Detektiv zu spielen.

Wenn mich das Bedürfnis überkommt das zu tun, merke ich daran, dass in der Beziehung grundsätzlich etwas nicht stimmt - nämlich dass ich von meinen Partner nicht genügend Nähe und Liebe bekomme.

Wenn ich zufällig auf etwas draufkomme was ihn schlecht aussehen läßt, ist das Pech ... für uns beide. Das hat mit Schnüffeln oder sonstigem nichts zu tun.

Aladin
08.12.2005, 05:10
Kurz: Ich brauche zu meinem Partner eine gewisse Nähe. Ist er nicht bereit diese zuzulassen, werde ich wohl versuchen mir das zu holen was ich "brauche" und was für mich, in einer Beziehung, auch durchaus "normal" ist (wobei zu sagen ist, dass ich von einem Klammeräffchen weit entfernt bin).





Nähe geben, Nähe bekommen - alles prima!
Aber Nähe stehlen?

Dsmbk
08.12.2005, 08:44
Hallo zusammen,

ich verfolge diese Berichte jetzt schon länger und möchte mich nun auch mal meine "Erfahrungen" dazu beitragen:

Ich gehöre auch zu den "Schnüfflerinnen" - und bin wirklich nicht stolz darauf! Im Gegenteil, es macht mich fertig und irgendwas eindeutig-zweideutiges gibt es doch immer zu finden!?

Angefangen hat bei mir alles, als ich vor Jahren mit einem Typen zusammen war, mit dem ich nach kurzer Zeit auch zusammen gezogen war, nachem er sich von seiner damaligen Freundin "wegen mir" getrennt hatte. Obwohl wir zusammen wohnten, war er eigentlich nie da. Er übernachtete angeblich immer bei Freunden, wäre ein "Nachtmensch" und wolle meine Schlaf nicht stören. Das glaubte ich ihm sogar ca. ein halbes Jahr (wohl die erste blinde Verliebtheitsphase). Irgendwann kam es mir dann doch komisch vor und ich fing an in seinem Handy zu spionieren, wann immer ich die Gelegenheit bekam. Und ich fand mehrere eindeutige Beweise dafür, dass er immer noch im Kontakt zu seiner Ex steht! Aber ich konnte ihn ja schlecht zur Rede stellen, immerhin hatte ich ja durch das spionieren einen Vertrauensmissbrauch begangen. Also lief das noch fast ein weiteres halbes Jahr. Bis ich dann eines morgens aufwachte, er war die Nacht wieder nicht "zuhause" gewesen, er am Schlafzimmerfenster stand und meinte er könne es nicht mehr aushalten. Da erzählte er mir alles: Er hatte sich nie von seiner "Ex" getrennt. War die ganze Zeit über noch mit ihr zusammen gewesen! Da sie nun aber auch inzwischen misstrauisch geworden war, hatte sie ihn zur Rede gestellt und damit auch vor die Wahl. Er entschied sich für sie.

Obwohl ich die Vermutung ja hatte, das da noch was laufen könnte habe ich ihn niemals darauf angesprochen und als ich es dann auf diesem Weg erfuhr, hätte ich mich echt ohrfeigen können, dass nicht ich diejenige war, die ihn zur Rede gestellt hat! All die Abende allein, all die Gedanken, die Vorstellungen, das auf ihn Warten, das Wissen aber nicht Hinschauen - verschwendete Zeit!

Ich nehme an, diese Zeit hat mich geprägt und ich hatte mir damals vorgenommen, mich niemals mehr verarschen zu lassen!

Seit dem bin ich nun zu einer notorischen Schnüfflerin geworden. In der Beziehung, die ich danach hatte, habe ich niemals was gefunden. Und irgendwann lies ich es dann auch sein - das war dann auch die Zeit, in der ich angefangen habe zu betrügen und zu belügen. Ich bin absolut nicht stolz darauf! Und heute bereue ich, wie ich mich verhalten habe, wie ich meinen Freund zum Narren gehalten habe und welche Rechte ich mir heraus genommen habe. Daher weiß ich auch, wie "einfach" es eigentlich ist den Partner - nicht zuletzt dank der mobilen Technik - zu hintergehen! Ich habe verräterische sms immer gelöscht, genauso wie die Anruflisten. Waren wir allein, war mein Handy aus oder auf lautlos. Mein Partner hatte wohl soviel Vertrauen in mich, dass er ihm das erst gar nicht auffiel. Ich beendete meine "Liebschaft", aber auch danach konnte ich meinen Freund nicht mehr in die Augen schauen. Und dann wurde er doch noch misstrauisch. Die Beziehung habe ich dann schließlich beendet, da mir all das Lügen zu anstrengend & zu nervenaufreibend wurde. Das klingt nun vielleicht verrückt, aber ich habe meinen Freund trotz all meiner unverzeihlichen Aktionen immer geliebt. Nur hatte ich immer das Gefühl irgendwie an zweiter Stelle bei ihm zu stehen und habe mir das, was ich dachte nicht von ihm zu bekommen, eben woanders geholt (noch mal, ich bin nicht stolz auf das, was ich getan habe!). In weiteren Gesprächen mit meinem Ex, nachdem bereits Schluss war, habe ich es selbst als er mich direkt fragte nicht geschafft zuzugeben, dass ich ihn betrogen habe. Vielleicht wollte ich ihm nicht noch mehr weh tun und unsere anfängliche schöne Zeit dadurch total zerstören, ich weiß es nicht. Ich weiß heute, dass ich damals sofort mit meinem Partner offen & ehrlich über meine Gefühle sprechen müssen hätte. Ich hätte ihm sagen müssen, dass mir Nähe, Zuwendung und Aufmerksamkeit fehlten. Ich hatte mich damals für den "einfachen" Weg entschieden, bin Gesprächen aus dem Weg gegangen und habe betrogen...

Inzwischen stehe ich wieder in einer Beziehung und versuche alles besser und richtig zu machen. Ich versuche meine Ängste, Gefühle und Eindrücke sofort zur Sprache zu bringen - mein Freund hingegen will/kann einfach nicht so viel über seine Gefühle etc. reden. Habe ich das Gefühl, es stimmt was nicht, kommt nur ein "ist doch alles in Ordnung, ich würde es sagen, wenn es anders wäre" von ihm zurück. Er beteuert, mich zu lieben und glaubt, dass wenn er es weiß und durch die Tatsache, dass er mit mir zusammen wohnt und somit bei mir ist, sei alles klar. Und hier schließt sich der Kreis wieder: nun spioniere ich wieder! Ich versuche Antworten auf meine Fragen zu finden, indem ich sein Handy "checke". Meist gibt es da gar nichts, doch ab & zu gibt es doch die ein oder andere fragliche sms (dazu auch mein "Vertrauensmissbruch???").

Was ich damit sagen will: Egal, ob man spioniert oder nicht, im Grunde bringen nur ehrliche Gespräche die Wahrheit auf dem Tisch. Da es aber mir der Ehrlichkeit & Offenheit heutzutage nicht immer weit her ist, versucht Mann/Frau vielleicht diese Wahrheiten selbst zu finden. Klar begeht der Spionierende einen eindeutigen Vertrauensmissbrauch, einen Eingriff in die Privatsphäre des Partners - aber es könnte doch alles so einfach sein, wenn wir mit mehr Gefühl, Respekt, Einfühlvermögen und Offenheit auf den Partner eingehen würden. Natürlich müssen das beide Partner wollen - Beziehung bedeutet aber nun mal aber auch Arbeit...was viele vielleicht in der heutigen Zeit vergessen zu haben scheinen....

Nun, dass ist nun doch schon fast in einen Roman ausgeartet - ich hoffe ihr könnt mir das verzeihen :-)

Honig
08.12.2005, 09:23
@Honig

Du sagst wirklich, ohne Dein Schnüffeln gäbe es Eure Beziehung nicht mehr? Dann wäre er fremdgegangen und Ihr hättet Euch getrennt?
Und er war erleichtert, als Du das beweisen konntest?

Hmmh. Hätte er Dir keine anderen Spuren gelegt? (Das wird hier in der BriCom manchmal berichtet, dass jemand es seinem Partner mitteilen möchte aber es nicht sagen kann, und deshalb unterbewusst Spuren legt).
Hätte er nicht gemerkt, dass er die Beziehung auf's Spiel setzt, obwohl er es schon vorher einmal erlebt hatte?
Wäre es ihm das egal gewesen?

Würdest Du wieder ans Handy gehen, wenn Du ein komisches Gefühl hättest?


Ich bleibe dabei, der Zweck heiligt nicht die Mittel. Im Einzelfall sieht es oft so aus, als sei der Zielkonflikt zwischen Freiheit und Sicherheit zugunsten der Sicherheit zu entscheiden - schließlich haben anständige Leute ja nichts zu verbergen. Und schließlich wundert man sich, dass scheibchenweise die Freiheit, die Privatsphäre verloren gegangen ist.

Gruß, Leonie



Hallo Leonie,

er ist ja fremdgegangen, das meinte ich mit eindeutigen sms.
Und wir haben uns auch getrennt. Er war ja in sie verliebt, eine Kollegin, er sah sie jeden Tag und ich wohnte mehrere hundert Kilometer weg.
Wir waren auch erst ein paar Monate zusammen.

Ich weiß ja, wie das bei seiner vorherigen Freundin lief, die er im übrigen über alles liebte. Sie merkte gar nichts, es lief drei Monate nebeneinander.
Dann kam es raus, sie trennte sich, sie haben sich nie ausgesprochen.

Das hängt ihm heute noch nach, was ich verstehen kann.

Ich weiß nicht, wie es weitergegangen wäre, wenn ich nicht geschaut hätte.

Ich weiß nicht, ob du das kennst.
Ich habe eine enorme Menschnekenntnis und ein enormes Bauchgefühl, fast schon unheimlich.
Ich habe ja alles getan, um es von ihm selbst zu erfahren.
Ich denke, wir wären dann im irgendwann wohl im Streit auseinander gegangen.
Er sagte mir später, er wäre dickköpfig gewesen wie ein kleines Kind, ja, er hätte gewußt, daß er die Beziehung riskiert. Er habe sich einfach nicht entscheiden können.
Insbesondere, wenn ich nicht zugegen war, wie halt oft bei der Entfernung.

Wie gesagt, ich fand das Lügen schlimmer als den Betrug, wenn das Ganze auch drei Monate gedauert hätte, wäre mein Vertrauen nie wieder gekopmmen, weil ich nicht verstehen kann, wie man so lange einen Menschen, den man liebt, belügen kann.

Vielleicht ist es für einen Menschen mit Prinzipien schwer, so etwas wie die Intimsphäre zu brechen. Aber ich wußte keinen anderen Ausweg. Mir ging es so schlecht.
Und ihm auch. Selbstverständlich hatte er ein schlechtes Gewissen.

Andere Signale konnte ich nicht bekommen, da ich ja nur am Wochenende da war, sie sahen sich dann in der Woche bei der Arbeit. (Ich frage mich dahe rübrigens, warum ihr Freund nichts gemerkt hat, sie trafen sich in der gemeinsamen Wohnung).

Du fragst, ob ich wieder an sein Handy gehen würde.
Wenn du die Situation von damals meinst, ja.

Aber wenn es heute passieren würde, das mit dem Bauchgefühl, weiß ich, daß es anders wäre. Er würde nämlich reden. Erst mal wohnen wir heute zusammen.
Und dann ist die Nähe ganz anders. Er hat mir auch vor einiger Zeit erzählt, daß er Angst habe, sich in eine neue Kollegin zu verlieben.

Ich glaube, er ist erwachsener geworden und weiß, daß er mit mir über alles reden kann.

Ich glaube auch, unsere Beziehung ist reifer geworden.

Gruß, Honig

Inaktiver User
08.12.2005, 09:51
Gerade die Älteren von uns sind da weitaus kreativer, weil sie noch die Urzeiten ohne Handy/PC kennen.


:schild genau:

Ich beispielsweise kann 23 Sorten fremdes Frauenparfüm an Hemd-/Jacken-/Mantelkragen unterscheiden und identifiziere damit eindeutig Nebenbuhlerinnen mit Name und Adresse. Ich kann sogar die genaue Entfernung und Aufenthaltsdauer in derselben bestimmen, in der sie sich meinem Kerl näherten. :zauberer:

Rotfuchs, ich gebe dir komplett Recht mit deinem Beitrag.

Was mir noch einfällt dazu ist: So wie man in den Wald hineinruft, so schallt es zurück. Bisschen altmodisch, der Spruch, muss ich zugeben, aber doch auch sehr wahr.

Mirca
08.12.2005, 10:43
Ich weiß heute, dass ich damals sofort mit meinem Partner offen & ehrlich über meine Gefühle sprechen müssen hätte. Ich hätte ihm sagen müssen, dass mir Nähe, Zuwendung und Aufmerksamkeit fehlten. Ich hatte mich damals für den "einfachen" Weg entschieden,



Hallo Dsmbk,

genau damit bringst Du das Ganze sehr auf den Punkt. Einschliesslich dessen dass der gedacht "einfache" weg mal eben schnell nachzuschauen obs verräterische Mails etc. gibt statt sich einem Gespräch zu stellen eben auf Dauer nicht der einfachere Weg ist sondern alles nur noch komplizierter macht.

Mein Eindruck ist der, dass Schnuefflerin und Heimlichtuer beide auf dem gleichen Level sind: beide scheuen sie direkte Kommunikation, beide druecken sich vor Offenheit und Ehrlichkeit, beide haben letztendendlich keinen Respekt voreinander.
Insofern haben sie sich gegenseitig regelrecht "verdient" :freches grinsen: - gleichzeitig erklärt es wieso manche denken es ginge halt nicht anders und andere sich das ueberhaupt nicht vorstellen koennen..... - ist einfach eine Frage von persönlichen Werten die sich natuerlich auch in der Partnerwahl wiederspiegeln.

Gruesse
mirca

Kappuziner
08.12.2005, 11:14
Mein Eindruck ist der, dass Schnuefflerin und Heimlichtuer beide auf dem gleichen Level sind: beide scheuen sie direkte Kommunikation, beide druecken sich vor Offenheit und Ehrlichkeit, beide haben letztendendlich keinen Respekt voreinander.
Insofern haben sie sich gegenseitig regelrecht "verdient"



mo-ent.... also, bei dem betreffenden Partner, bei dem ich in den Mails gelesen habe: ich habe das gemacht ungefähr 7 Monate nachdem es überdeutliche Anzeichen dafür gab, dass er mich total hintergeht. In den dazwischenliegenden 7 Monaten habe ich nichts anderes gemacht als offen, ehrlich und in "direkter Kommunikation" zu versuchen, mit ihm darüber zu sprechen. Dass es eine andere Frau gibt, warum er das macht, was das mit unserer Beziehung macht. Seine Reaktion war immer dieselbe. Rundweg alles abstreiten, nicht er ist das Problem, sondern ich, ich wäre krank, destruktiv, ich soll eine Therapie machen wegen krankhafter Eifersucht. Je mehr ich versuchte, "direkt zu kommunizieren", desto mehr fühlte er sich in die Enge getrieben und wollte ausbrechen.
Ich bin jetzt 40 und habe vor diesem Mann und nach ihm nie wieder einen solchen Lügner und Betrüger gehabt und bestimmt auch nicht gesucht (und auch nicht "verdient"!). Sein direkter Nachfolger hat mich auch betrogen und auch mit mehr als einer Frau, aber das war in der Phase, in der wir schon auseinandergingen, er hat mir das dann auch gebeichtet - nicht dass das schön wäre, aber davon sprechen wir ja nicht.
Wir sprechen von Männern, die weiter gehen, nämlich auch schon die "Idee" einer Partnerschaft sprengen, indem sie sich herausnehmen, eine zweite Wirklichkeit aufzubauen, ein Leben woanders zu führen und mit ansehen, wie ihre Partnerin auf einer manipulativen Scheinwelt ihr ganzes Leben aufbauen. Wie bei der einen Beiträgerin, deren Freund gleichzeitig auch noch mit der Ex zusammenlebte.
In solchen Fällen ist es meiner Meinung nach völlig legitim, in den Sachen des anderen nach Beweisen für dieses Doppelleben zu suchen.
Ich habe das getan, nachdem 1. meine Frauenärztin mich auf sexuell übertragbare Keime hinwies, 2. ein gemeinsamer Bekannter in der anderen Wohnung meines Ex (dre ja in zwei Städten lebte) übernachtete und ans Telefon ging. Sie (oder eine andere Frau) rief an und merkte nicht, dass nicht ihr Lover dran war, sondern jemand anders und fing gleich mit irgendwelchem Liebesgesäusel an - dieser Bekannte informierte mich darüber 3. seine eigene Schwester mich warnte - sie sagte nicht warum, sie sagte nur, er wäre krank im Kopf und ich sollte ihm nicht vertrauen.
Danach (!) erst danach bin ich an die Mail gegangen. Ich wusste seit jeher, dass sein Passwort immer eine der 4 Jahreszeiten war, hatte vorher nie davon Gebrauch gemacht, hatte dann aber Zugriff auf die Mails von praktisch einem halben Jahr - sein Mailprogramm war so eingestellt, dass auch gelesene Mails auf dem Server blieben.
Bis heute ist das einzige, was ich bereue, dass ich nicht ein halbes Jahr eher reingeschaut habe.
Dazu stehe ich auch. Das ist das, was ich meine: wer nie in so einer Situation war, kann sich leicht moralisch darüber erheben, wer aber einmal selbst mit so einem Manipulator zusammen war, der weiss, wie schwer das ist, sich aus diesen (typischerweise auch sehr intensiven) Beziehungen zu lösen, man braucht echt einen "Hammer", damit man geht. Und dann kann man heilfroh sein, wenn man nicht für alles Zeiten einen Schaden davongetragen hat.

Aladin
08.12.2005, 11:17
auf den Punkt gebracht @Mirca

Honig
08.12.2005, 11:56
Wißt Ihr, was ich an einzelnen Beiträgen sehr schade finde?
Dieses schwarz und weiß, dieses einordnen, ohne die Menschen, die dahinter stehen zu kennen.
Es gibt auch Grauzonen, es gibt auch Entwicklungen. Es gibt immer eine Vorgeschichte.
Es gibt Liebe.

Niemand hat irgendetwas oder irgendjemanden verdient.

Ich hätte diesen wunderbaren Menschen für immer verloren und er mich.
Ganz einfach, weil wir noch nicht so weit mit uns waren. D.h. insbesondere er noch nicht.

Wieso muß immer sofort katalogisiert werden?

Esgibt Situationen im Leben und Konstellationen die lassen sich nicht be- oder gar verurteilen.

Tippmaus1973
08.12.2005, 13:15
So dann will ich hier auch mal "beichten" ... :regen:

Kurz zu meiner Vorgeschichte. Ich (32) war jetzt 4 Jahre allein. Davor hatte ich eine 6-jährige Beziehung. Dieser Mann hat mich oft belogen und betrogen, er hat mir SEHR weh getan. Ich hatte bei ihm immer wieder etwas entdeckt, daß er öfters was anderes am laufen hat. Mal war es seine Ex, dann habe ich gesehen das er mal auf eine Kontaktanzeige geantwortet hat, dann entdeckte ich eine Handy-Nr. in seiner Geldbörse usw. Also konnte ich ihm nie wirklich vertrauen. Er redete sich immer wieder raus.
Zwei mal habe ich rausbekommen das er fremdgepoppt hat, ich war leider sooooo dumm und habe ihm verziehen. Angeblich wurde er ja sooooooooooooo sehr angebaggert von den Frauen, da kann man dann natürlich nicht wiederstehen. Er sagte auch mal, die Frauen bekommen halt was sie wollen. Lach.
Hinzu kommt noch das es die Frauen seiner Brüder waren, mit denen er im Bett war. :nudelholz: Kein Kommentar, ich denk das sagt alles über diesen Mann. Leider war ich wirklich blind vor Liebe!!! Heute bin ich froh das ich den Absprung dieser Beziehung geschafft habe. Leider lässt er mich immer noch nicht in Ruhe und versucht jetzt immer mal wieder per SMS mich ins Bett zu bekommen. Er ist aber seit ca. 3 Jahren wieder in einer Beziehung, auch diese Frau betrügt er. Er wird sich nie ändern...

Aber egal... im April diesen Jahres habe ich meinen jetzigen Schatz kennengelernt.
Wir sind jetzt 7 Monate zusammen, er ist jetzt bereits zu mir gezogen und er macht mich wirklich SEHR glücklich. Er zeigt mir immer wie sehr er mich liebt usw. usw. usw. Alles so wie ich es mir immer gewünscht. Er ist wirklich ein Prachtstück!!!

Jetzt mein Problem... ich kontrolliere trotzdem sein Handy! :nudelholz:
Nach ca. einem Monat unserer Beziehung habe ich es das erstemal getan.
Tja und jetzt mache ich es immer wieder und das OHNE GRUND.
Wenn ich morgens wach werde, dann denke ich, gleich schaust Du erstmal in sein Handy und guckst wo er gestern überall angerufen hat. Ich verstehe das selber nicht.
Ich weis das er mich liebt!!!
Mein Schatz hat mir noch nie Anlass dazu gegeben, aber ich habe dann trotzdem kein Vertrauen manchmal und denke er könnte mich genauso hintergehen wie es mein Ex getan hat.
Ich träume auch oft mal das ich wieder enttäuscht werde und mein jetziger Freund auch fremdgeht. Ich denke mal das hängt alles mit meinem Ex zusammen, weil er mir wirklich so zugesetzt hat.

Heute morgen habe ich zu Hause angerufen und mein Schatz war nicht da. Als er mich dann später auf der Arbeit angerufen hat, habe ich gefragt wo er war. Da meinte er in
L und in K. Das war es. Mehr hat er nicht gesagt. Ist ja auch nicht schlimm, aber dann habe ich mir den Kopf zerbrochen wo er wohl gewesen sein könnte. Sowas nervt mich selber. Er muss mir doch nicht jeden Schritt sagen.
Und heute mittag sagte er dann, daß er nun alle Weihnachtsgeschenke hätte. Tja da wußte ich das er unterwegs war um für mich Geschenke zu kaufen.
:schild uups:
Dann hatte ich ein megaschlechtes Gewisssen, daß ich mir überhaupt den Kopf zerbrochen haben. Und überhaupt Gedanken hatte er könnte irgendwas tun, was mir nicht gefallen würde. Das macht mich fertig.
Ich überlege schon mit ihm am Wochenende mal über dieses Problem zu reden. Natürlich nicht das ich sein Handy kontrolliere, aber das ich nicht richtig vertrauen kann.
Als er letztens mal zum schwimmen fuhr, sagte ich zu ihm, mach keine Dummheiten. Da meinte er auf eine liebe Art: "Mein Schatz hat immer Angst". Ich denke mal er weis das ich mir viel Gedanken mache, weil er auch meine Vorgeschichte kennte.
Ich möchte ihm ja auch nicht weh tun, wenn er weis das ich ihm irgendwie nicht vertrauen kann. Es hat ja wirklich absolut NICHTS mit ihm zu tun. Er hat mir wirklich noch nie Anlass dazu gegeben.

Es könnte alles so schön sein... wenn da nicht öfters mal mein Misstrauen wäre.

Sicher bekomme ich jetzt von einigen MECKER, wie man nur das Handy seines Partners kontrollieren kann. Ich weis selber das das nicht richtig ist.
Aber ich kann es nicht abstellen, ich nehme es mir immer wieder vor, so wie jetzt gerade, aber dann mache ich es doch wieder. :gegen die wand:

Honig
08.12.2005, 14:15
hallo Tippmaus,

ich würde auf jeden Fall mit ihm reden. Es ist ein ernstes Problem. Er hat ein Recht darauf, von Deinen Ängsten und Nöten zu erfahren. Und auch von Deinen Schwächen.

Alles Gute, Honig.

Dani
08.12.2005, 14:57
Klar gilt, dass man die Intimsphäre des anderen zu respektieren hat und nicht einfach herumschnüffelt und ihn präventiv beobachtet.
Das ginge zu weit und wäre entsetzlich.

Das gilt aber nur so lange, wie der andere sich auch an die Abmachung hält und fair zu einem ist und nicht einseitig die Beziehungvoraussetzungen ändert.

Meistens benimmt der andere sich ab einem bestimmten Zeitpunkt merkwürdig und geheimnisvoll, man spürt etwas sehr Dumpfes und Komisches in Herz und Magen und wird misstrauischer.

Meist genügt einem bei einer Beziehung, in der man sehr am anderen hängt, nicht der blosse Verdacht um Konsequenzen zu ziehen, man will etwas Handfestes, man will einen Beweis für sein Bauchgefühl und der Verstand will das letzte Quentchen Gewissheit, die einem der Partner nicht bereit ist zu geben.

Ich selbst habe schon mal mit schlechtem Gewissen geschnüffelt und wurde "belohnt".

Beim zweiten Mal habe ich nicht geschnüffelt, aus Anstand und Moral und bin dann aus allen Wolken gefallen.
Hätte ich ein bisschen Ohren und Augen aufgehalten, so wäre ich nicht drei Monate verarscht worden und es hätte auch nicht so weitreichende Konsequenzen für mich gehabt.

Hopscotch07
08.12.2005, 16:38
ich erfahre ja auch ganz nebenbei, dass mein Mann sich die Nummern der Damen abgespeichert haben muss, denn sonst könnte nicht der Name mit angezeigt werden. So. Und das war bei uns der Anfang vom Ende.



Ich habe in meinem Handy auch die Nummern etlicher Herren eingespeichert. Und? Ist für Dich schon das Abspeichern von Telefonnummern anderer Frauen ein Indiz für Betrug?



Genau dasselbe bei E-Mail. Es reichen ja mitunter schon Absender und Betreff, um sich den Rest zu denken. Was würdet Ihr sagen, wenn Ihr in dem Postfach Eures Partners eine Mail sehen würdet von einer Frau (was aus der Absenderadresse hervorgeht) und dem Betreff "Nacktfoto" - plus jpg-Attachment.



Auch hier: das kann dies oder jenes bedeuten. "Sich den Rest denken" - da kannst Du ganz schön daneben liegen. Und fühlst Dich auch noch im Recht.

hopscotch

Annchristine
08.12.2005, 17:19
hallo!

>"Sich den Rest denken" - da kannst Du ganz schön daneben liegen.

. . so wie in dem film diese woche. da meinte der schweigersohn in spe dass der schweigervater in spe nachts mit der nachbarin sonstwas treibt weil er ihn ganz beschwingt ins haus der alleinlebenden heubschen nachbarin marschieren sieht und dann hat sich herausgestellt dass der schwiegerpapa in spe bei der nachbarin (tanzlehrerin) heimlich tanzstunden genommen hat, damit er mal wieder mit seiner eigenen frau tanzen kann. . .

@tippmaus

irgendwie verstehe ich deinen drang nach der handy-kontrolle. aber lass es bleiben. ich habs auch geschafft!
wenn mein freund weiterhin sms mit "guten morgen mein sonnenschein"-aehnlichen texten bekommt kann ich es nicht aendern.
ich kann nur mich aendern. und das tue ich.

gruessle
ann-christine

Inaktiver User
08.12.2005, 20:06
Ann-Christine:

:kuss: :allesok: :blumengabe:

Du weisst schon, wie ich´s meine, hm?

Grüssle
Seawasp

JanaFreese
08.12.2005, 21:51
Tja, da wird ohne Anlass verdeckt ermittelt, wenn irgendwas anderes als Nichts dabei rauskommt wird alles zu Ungunsten des Verdächtigen als Fehlverhalten interpretiert. Dann werden gezielt Beweise konstruiert, es wird Anklage erhoben, ein Urteil gesprochen und vollstreckt. Das alles im Personalunion und am besten, ohne dem Delinquenten davon was zu sagen oder ihn das richtig stellen zu lassen. Und wenn doch wird ihm nicht wirklich geglaubt. Selbst die übelsten Unrechtssysteme sind da wohl fairer.

Ganz offen gesagt, ich persönlich liebe den Flirt und nutze jede Gelegenheit. Ich liebe zweideutige Dialoge. Jeder der mich nicht plump anmacht, sondern einigermaßen witzige und inspirierte Unterhaltungen führen kann, ist mir willkommen - und ich halte mit. Biergarten, Hotelbar, After-Work-Party, Kantine, wenn der Kongress tanzt,.. oder eben Internet-Foren. Ich bremse oft erst im letzten Augenblick.

Sicher weit mehr als die Hälfte der Telefonnummern, eMail-Addys, die ich gespeichert habe sind von Männern. Wenn der Mann jetzt hinter mir her schnüffeln würde, mit der Absicht, mir "Kontakte mit fremden Männern" nachzuweisen, er hätte ein Fundgrube für "belastendes Material" ohne Ende. Allerdings läge er völlig falsch. Und deswegen ist es wohl ganz gut, dass er sich da zurückhält statt sich zum Narren zu machen.

Was unsere Post, Mails, Messages und die Nachrichten auf unseren Anrufbeantwortern angeht: Wir handeln, als wären wir Fremde. Nun gilt es auch, bei mir das Dienstgeheimnis und bei ihm das Arztgehiemnis zu respektieren. So etwas diszipliniert natürlich zusätzlich.

Also, bei uns ist ganz klar: geschnüffelt wird nicht!


All the Best
Jana



PS: Hab's gerade nachgesehen - Auch ich besitze zwei eMails mit Betreff bzw. Anhang "Nacktfoto". Das eine zeigt ein Baby, das andere ein Motorrad, bevor eine Verkleidung montiert wurde. Sehr orignell, aber das zum Thema "Den Rest kann man sich denken"!

Inaktiver User
09.12.2005, 10:41
Tja, da wird ohne Anlass verdeckt ermittelt, wenn irgendwas anderes als Nichts dabei rauskommt wird alles zu Ungunsten des Verdächtigen als Fehlverhalten interpretiert. Dann werden gezielt Beweise konstruiert, es wird Anklage erhoben, ein Urteil gesprochen und vollstreckt. Das alles im Personalunion und am besten, ohne dem Delinquenten davon was zu sagen oder ihn das richtig stellen zu lassen. Und wenn doch wird ihm nicht wirklich geglaubt.



Ja, das beschreibt so in etwa die Situation, in der ich mich - in einer glücklicherweise der Vergangenheit angehörenden Beziehung - befand. Mein damaliger Freund, krankhaft misstrauisch und eifersüchtig, hat wirklich nichts ausgelassen, um mir meine angebliche Untreue nachzuweisen. Ich hatte mir nichts zu Schulde kommen lassen (es sei denn, man sieht in völlig harmlosen Mails, Telefonaten und Treffen mit männlichen Freunden bereits ein Schwerverbrechen...) und war doch seinen permanenten Unterstellungen und Hirngespinsten ausgeliefert. Musste mich permanent für Dinge rechtfertigen, die ich nie getan hatte.

Da wurden aus völlig harmlosen Mails, zu denen er sich mittels geknacktem Password Zugang verschafft hatte, Kalendereintragungen und aufgeschnappten Telefonatsfetzen Affairenszenarien gebastelt, die jeder Beschreibung spotteten. Und genau da liegt doch das Problem der Schnüffelei: Es werden aus absoluten Banalitäten genau die Dinge konstruiert, die der Schnüffler in ihnen sehen möchte. Wenn man denn nur will, lässt sich aus so ziemlich allem das konstruieren, was sich mit den eigenen Verdachtsmomenten deckt. Da wird teilweise wirklich mit aller zur Verfüngung stehenden Phantasie passend gemacht, was passen soll. Man hat einen Verdacht (begründet oder unbegründet), beginnt zu suchen, findet nicht eindeutiges und ist trotzdem nicht im allergeringsten beruhigt. Die Suche geht weiter und wird fast zur Sucht. In meinen Augen das abolute Gift für eine Beziehung.

Ich lese hier sehr oft Geschichten, in denen Schnüffelei mit dem "Recht auf Wahrheit" begründet und gerechtfertigt wird. Okay, ich kann verstehen, dass man in einer Situation, in der man völlig verunsichert ist und der Partner alle Fragen abblockt, geneigt ist, zu solchen Mitteln zu greifen. Aber was ist das Ziel? Den anderen mit vermeintlich handfesten Beweisen zu überführen? Das dient dann höchtens noch der Befriedigung des eigenen Egos, eine Art finaler Rettungsschlag, um nicht ewig als der dumme, unwissende Depp dazustehen. Eine angeknackste Beziehung wird man so nicht retten können. Wer mich betrügt, missbraucht mein Vertrauen. Schnüffele ich diesem Menschen hinterher, verschaffe mir heimlich Zugang zu dessen Mails und SMSen, missbrauche ich ebenso dessen Vertrauen. Das endet meist in einer Auge um Auge, Zahn um Zahn - Angelegenheit, die der Sache wenig dient und nur noch zum Ziel hat, den einen Vertrauenmissbrauch mit dem anderen aufzurechnen.

Wie gesagt, ich kann Schnüffelei bis zu einem gewissen Punkt sogar nachvollziehen. Aber eine Lösung des eigentlichen Problems wird sie nicht bieten. Wenn ich heute nichst finde, was ist dann morgen? Knacke ich einen Email-Account, was ist mit möglichen anderen, von denen ich nichts weiß? Ein einmal "ertappter" Mensch wird in Zukunft auf Nummer sicher gehen und doppelt vorsichtig sein. Was dann? 100 %-ige Sicherheit gibt es nie.

Wenn mich mein Partner betrügt und nicht bereit ist, offen und ehrlich mit mir darüber und über die damit verbundenen tiefer liegenden Probleme unserer Beziehung zu reden, dann werde ich das auch durch noch so schlaghaltige Beweise nicht ändern. Dann bleibt mir eigentlich nur noch die Möglichkeit, für mich die Konsequenzen zu ziehen. Und die liegen für mich definitv nicht in einer konstanten Bespitzelung. Diese Erniedrigung würde ich mir nicht antun wollen. Wenn ich einem Menschen nicht mehr vertrauen kann, muss ich MICH fragen, wie ich damit umgehe. Entweder an meinem Misstrauen und meiner Eifersucht arbeiten oder aber, im Fall tatsächlicher Untreue oder dem Gefühl, einfach nicht mehr vertrauen zu können, gehen.

Viele Grüße, Spellbound

Kappuziner
09.12.2005, 10:59
Spellbound, ich verstehe, was du meinst. Aber es ist so schwer - ein "Gefühl, nicht mehr vertrauen zu können" - aus diesem Gefühl heraus zu gehen, das geht nicht so einfach. Ich denke auch - und wusste eigentlich auch - in dem Moment, in dem ich seine Mailbox aufbrach, war die Beziehung vorbei. Auch wenn nichts dringewesen wäre. Ich war einfach nervlich zerrüttet.

Es scheint mir, es gibt zwei Sorten von Beiträgern: solche, die schon mal Opfer eines krankhaften Kontrollfreaks und Schnüfflers waren und solche, die schon mal Opfer eines krankhaften Lügners und Manipulierers waren. Und diese beiden Gruppen haben sich eigentlich nicht viel zu sagen. Wenn ich nicht diese eine schreckliche Erfahrung gemacht hätte, würde ich vielleicht - oder sehr wahrscheinlich auch von mir behaupten "nieeeee würde ich an seine Sachen gehen...." aber durch diese eine Erfahrung hab ich schon etwas einen Knacks bekommen - ich würde diesen Knacks jetzt - 5 Jahre später, langsam als "geheilt" ansehen und wage zu behaupten, dass ich jetzt, in der jetztigen Situation und mit dem jetztigen Mann das nicht mehr machen würde, aber "never say never". Von aussen lässt sich das immer so leicht be- und verurteilen.
Der Psychologe, zu dem ich damals ging, sagte zu mir "Not macht erfinderisch" - das fand ich einen sehr passenden Spruch.
Wer seelisch in höchster Not ist, sieht sich selber Dinge tun, von denen er nicht glaubte, dass er zu ihnen fähig ist.

Aladin
09.12.2005, 11:03
Wenn ich hier manche Geschichten lese kommt mir der Verdacht, Eifersucht sei das einzige Gefühl, das zwei Menschen da empfinden.

Inaktiver User
09.12.2005, 11:35
Liebe Kappuziner,

da hast du sicher recht. Es ist immer etwas anderes, wenn man sich selbst in einer Situation befindet, in der man nichts dringender benötigt als Gewissheit und diese nicht bekommt, weil der Partner total abblockt. Diese Erfahrung habe ich auch vor langer Zeit einmal gemacht und hätte es damals schon Emails und Handys gegeben - ich kann nicht die Hände dafür ins Feuer legen, dass ich nicht auch zumindest mit dem Gedanken gespielt hätte, mir diese Gewissheit durch schnüffeln in selbigen zu verschaffen. Da macht Not in der Tat erfinderisch. Und auch der alte Satz, dass im Krieg und in der Liebe alle Mittel erlaubt sind, gewinnt dann sicher eine ganz neue Bedeutung.

Da mich ein permanentes Gefühl des eigenen Misstrauens und der inneren Unruhe aufgrund vermeintlicher oder tatsächlicher nicht zu klärender Verdachtsmomente jedoch regelrecht krank macht, habe ich irgendwann die Konsequenz gezogen, mich im Zweifelsfall aus der Beziehung zu lösen, die mir dauerhaft (aus welchen Gründen auch immer) solche Gefühle verursacht. Weil es mir einfach wesentlich mehr Schaden zufügt, als den sicher oft schmerzhaften und schwierigen Weg der Trennung zu wählen. Aber das ist sicher eine sehr individuelle Entscheidung, die jeder für sich selbst treffen muss, für die es keine Patenrezepte gibt und die letztendlich immer eine ganz persönliche Abwägung dessen ist, was man auf Dauer besser ertragen kann ohen sich völlig selbst zu zerfleischen.

viele Grüße, Spellbound

Inaktiver User
09.12.2005, 12:16
@Seawasp

ich habe eine Frage an Dich.

Was meinst Du zu Mircas Posting, dass sich da im Zweifel die zwei richtigen finden? Dass diese Werte bei der Partnerwahl berücksichtigt werden?

Natürlich nicht auf den Einzelfall anwendbar. Und jeder Mensch entwickelt sich und kann "die Gruppe wechseln".
Aber manchmal, wenn ich hier in der BriCom lese, hatte ich auch schon diesen Eindruck - ist es wirklich nur Glück oder Unglück, an wen man da gerät?

Gruß, Leonie

Bea73
09.12.2005, 14:13
Ich verurteile niemanden, der in das Handy seines Partner schaut oder Emails abruft, aus welchem Grund auch immer, denn nichts geschieht ohne Grund.

In der Regel beginnt es doch damit, dass ein Partner, gehen wir jetzt einmal von der Frau aus, ein ungutes Gefühl hat, merkt dass irgend etwas nicht stimmt und den Freund darauf anspricht. Der Freund sagt meistens, alles ist in bester Ordnung, es ist nichts, du bildest dir da was ein. Im schlimmsten Fall beschimpft der Freund die Frau noch, sagt ihr, dass sie krank ist, ihm Dinge unterstellt, nicht alle Tassen im Schrank hat oder reif für die Klappsmühle ist.

Frau schweigt, leidet in sich hinein, zweifelt an sich, denkt sie wäre ungerecht dem Partner gegenüber, wird aber das Gefühl nicht los, dass irgendwas falsch läuft. Ein Gespräch mit dem Partner ist aber nicht mehr möglich, denn dieser hat bereits gesagt dass alles in Ordnung ist und frau will nicht als die eifersüchtige, hysterische Zicke dastehen.

Irgendwann ist die Gelegenheit günstig. Er hat vergessen den PC auszuschalten oder das Handy liegt mutterseelenallein in der Gegend rum. Frau ergreift die Chance und schnüffelt. Nehmen wir an, sie wird fündig. Es ist ein großer Schock und erkennt, dass alle ihre Ängste und Zweifel berechtigt waren. Sie spricht ihn an und er ist geständig, meistens natürlich nicht ohne dass er sich vorher aufregt, dass sie in seinen Sachen rumgesucht hat.

Es mag Menschen geben, die das Schnüffeln trotzdem verurteilen. Aber mal im Ernst, sie wurde belogen und das ist ebenso nicht korrekt.

Nehmen wir im zweiten Fall an, sie findet nichts. Sicherheit gibt das trotzdem nicht, denn das ungute Gefühl dass da irgendetwas nicht in Ordnung ist, bleibt. Vielleicht wird es dann sogar zur schönen Gewohnheit, dass Handy oder den PC des Freundes regelmäßig zu kontrollieren, aber wenn es ihr für ihr Seelenheil hilft, dann soll sie es meiner Meinung nach machen. Lieber 3 mal ins Handy geschaut als 25 Streitigkeiten provoziert wegen nichts.

Ich würde auch niemanden sagen "Wenn du deinem Partner nicht vertrauen kannst, dann führe lieber keine Beziehung". Sicherlich ist Vertrauen für eine Beziehung wichtig, aber es gibt vielseitige Gründe warum man Probleme haben kann zu vertrauen. Es gibt Menschen, die sind mit sich absolut im Einklang und können blind vertrauen. Es gibt Menschen, die von vielen negativen Erfahrungen geprägt sind, z.B. weil sie von einem Ex-Partner betrogen wurden, und dieses Erlebnis einfach nicht ausblenden können. Die Erinnerung an den Schmerz, den man damals empfunden hat, ist allgegenwärtig. Das Erlebte hat meiner Meinung nach den Charakter eines Traumas und dieses zu überwinden kann Jahre dauern oder sogar nie richtig funktionieren. Aber haben diese Personen deshalb kein recht darauf eine Beziehung zu führen?
Sicherlich hat es der nächste Partner schwer und er leidet genauso unter den Folgen dieses Negativ-Erlebnisses, auch wenn er nichts dafür kann. Ich würde eine derartige Beziehung nicht grundsätzlich in Frage stellen, denn wenn sich die Partner lieben, miteinander offen und ehrlich reden und beidseitig versuchen für die Gefühle des Anderen Verständnis auszubringen, dann hat auch diese Liebe eine Chance.

Inaktiver User
09.12.2005, 14:28
Es mag Menschen geben, die das Schnüffeln trotzdem verurteilen. Aber 'mal im Ernst, sie wurde belogen und das ist ebenso nicht korrekt.




Das gilt aber nur rückblickend. Wenn sie (oder er) es entscheidet, weiß sie es nicht. Wenn sie es wüsste, bräuchte sie ja nicht zu schnüffeln. Und ob ich etwas tue oder darf, kann ich nicht am Ergebnis entscheiden.

Und wenn mein Nachbar mich schlägt, darf ich auch nicht zurückschlagen. "Notwehr" gestehe ich nur in den allerwenigsten Fällen zu (Kappuziner vielleicht - ich habe ihren Thread nicht gelesen).

Gruß, Leonie

Plueschtier
09.12.2005, 14:35
Hallo,

sagt mal, was soll es denn bringen, sich sms oder emails oder entgangene Anrufe oder all diese Sachen heimlich anzuschauen? Außer Frust und Unsicherheit und einem blöden Gefühl :peinlich:, weil alles so heimlich ablaufen muss? Was hilft es euch? Inwieweit habt ihr denn etwas davon, wenn ihr seht, ER oder SIE hat soundsooft eine Nummer gewählt, die nicht eure ist? Oder eine sms mit anzüglichem Text bekommen/verschickt?

Mein Partner ist doch ein erwachsener Mensch - weder seine sms noch sonstiges o.g. gehen mich irgendetwas an. :schild genau: Natürlich haben wir ein gemeinsames Leben, aber das schließt doch ein eigenes Leben nicht aus. Wenn ich etwas wissen will, dann frage ich. Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, dass er so handeln kann, wie er will - keine "naja, ich lasse ihn mal"-Sache.

Das hat auch nicht nur etwas mit Vertrauen zu tun sondern auch ganz viel mit Respekt.
Es ist kein Zeichen von Liebe, wenn man heimlich in den Sachen des anderen herumsucht. Man sucht ja geradezu nach Fehlern, und wenn ich das manchmal in den Foren hier lese: selbst wenn nichts gefunden wird ist frau nicht zufrieden. Dann wird er es einfach nur gut genug versteckt haben... :gegen die wand:

Ein "Ich wurde aber mal sooo enttäuscht" rechtfertigt es auch nicht. Denn wer wurde denn noch nie enttäuscht? Und mal ehrlich: meint ihr ernsthaft, jemand, der häufig mit anderen flirtet, sei es nun per Handy oder Internet, der lässt das, nur weil ihr ihn zur Rede stellt? Auch toll: wie zur Hölle erklärt ihr denn den Liebsten, dass ihr das wisst? "Ich habe in deinem Handy/Internet/Portemonaie .... gefunden" kommt wohl nicht so gut.
Also ehrlich, als Partner würde ich nach so etwas mein Handy ausmachen, den PIN ändern, das Internet sperren usw.

Es grüßt
ein kopfschüttelndes, scheinbar nicht so kontrollversessenens Plüschtier

Kappuziner
09.12.2005, 14:42
Ja - mein "Fall" war sicher extrem und ich wollte damit auf keinen Fall das Schnüffeln an sich verurteilen.
Ich wollte nur darauf hinweisen, dass es sich die Leute zu leicht machen, die pauschal alles abwerten, was in diese Richtung geht.
Blindes Vertrauen ist nicht die Lösung. Das hab ich gelernt. Mein Fehler war, diesem Mann anfangs zu sehr zu vertrauen und voll in die Sache einzusteigen. Das kann gutgehen - aber bitte, liebe Leute, es ist nicht fair, sich, nur weil man selber Glück hatte, sich über die zu mokieren, die weniger Glück hatten.
Wenn man einmal voll in die Beziehung eingestiegen ist, dann hat das Folgen. Man geht eine Bindung ein, auf vielen Ebenen. Man vertraut dem anderen seine höchsten Güter an: Sex ohne Kondom ist natürlich das Paradebeispiel. Aber auch banales. Ich habe einen Kredit aufgenommen, wir haben eine Wohnung eingerichtet, die wir dann aufgegeben haben, als seine Zweitfrau aufflog. Ich habe beruflich einige Projekte mit ihm angefangen, ihn bei meiner Arbeit (Chefin usw) eingeführt. Nach der Trennung hatte ich deswegen auch Probleme in meiner Arbeit.
Das waren alles Faktoren, die mich dazu bewegten, diesen höchstgradig zweifelhaften (und auch illegalen) Weg einzuschlagen und seine Mails zu lesen.

Inaktiver User
09.12.2005, 15:05
@Seawasp

ich habe eine Frage an Dich.

Was meinst Du zu Mircas Posting, dass sich da im Zweifel die zwei richtigen finden? Dass diese Werte bei der Partnerwahl berücksichtigt werden?

Natürlich nicht auf den Einzelfall anwendbar. Und jeder Mensch entwickelt sich und kann "die Gruppe wechseln".
Aber manchmal, wenn ich hier in der BriCom lese, hatte ich auch schon diesen Eindruck - ist es wirklich nur Glück oder Unglück, an wen man da gerät?

Gruß, Leonie



Hallo Leonie,

ich denke, das müsste man im Einzelfall betrachten und aufrollen. Aber wenn wir davon ausgehen, dass Verlieben sehr viel mit unserem Unbewussten zu tun hat, mit Anteilen unserer Psyche in Gestalt der Archetypen, und mit Projektionen, dann liegt es nahe anzunehmen, dass es möglicherweise kein Zufall ist, wenn ein Mensch, der vielleicht bereits mehrfach Erfahrungen in Sachen Vertrauensbruch machen musste, und als Konsequenz daraus Verhaltensanteile tabuisiert hat, auf einen anderen Menschen trifft, der in seiner Persona Anteile verkörpert, die dazu passen.

Vorstellbar wäre beispielsweise, dass der eine Partner seine Ängste über kontrollierendes Verhalten auslebt, der andere diese Haltung bewusst oder unbewusst versteht oder zumindest toleriert, und Anteile, die die Sache vielleicht ganz anderes beurteilen und rebellieren könnten, verdrängt. Es entsteht also ein gewaltiger Schattenaspekt, der im Rahmen der Paardynamik irgendwann das Szepter übernehmen kann. Es passiert dann das, was für den einen ein weiterer Schlag ins Gesicht, und für den anderen eigentlich undenkbar ist - ein Vertrauensbruch.

Ein weiterer Aspekt ist der des eigenen Schattens, der im Rahmen einer Beziehung projiziert werden kann - jemand, der sehr strikt denkt in Sachen Treue, leidet dennoch am Grundkonflikt zwischen Treue zu sich selbst und Treue zum Partner. Das kann jedoch häufig nicht bewusst thematisiert werden, muss also tabuisiert werden, und der Partner kann dann stellvertretend den tabuisierten Aspekt lebendig werden lassen.

Im Grunde geht es bei der Treuethematik um einen ganzen Komplex von Emotionen - Eifersucht, Neid beispielsweise, Ängste spielen eine grosse Rolle. Treuebrüche können diesbezüglich sehr gesund sein, wenn sie dazu führen, dass es zum Dialog kommt und all diese Gefühle angenommen, betrachtet und reframed werden können.

Darüber hinaus gibt es noch andere Betrachtungsansätze - systemisch gesehen müsste man beispielsweise fragen: was ist da, was fehlt? Da wären wir wieder bei bestimmten Paarungen: Vertrauen/Kontrolle, Kontrolle/Flucht, Veränderung/Sicherheit, Selbstbestimmung/Fremdbestimmung, Eigenverantwortung/Delegation. Eines greift ins andere.

Es ist ein sehr komplexes Thema, aber ausgehend davon, dass der Weg zum Wir letztlich immer über das Ich führt, halte ich es für durchaus legitim die These aufzustellen, dass sich da die Richtigen treffen. Ich würde es allerdings nicht negativ betrachten, sondern als etwas Gesundes sehen wollen: Die menschliche Psyche hat meines Erachtens einen sehr gesunden Drang Richtung Wachstum, Lernen, Erweiterung. Die Frage, die sich mir stellt, ist immer wieder die: STELLT sich der einzelne den Lernerfahrungen, die ihm über unbewusste Vorgänge geboten werden, oder lehnt er sie, und damit auch eine immense Wachstumschance, ab?

Nachdenkliche Grüssle
Seawasp

Dani
09.12.2005, 15:12
Ich verstehe das nicht:
Der andere kann auf mir und unserer Beziehung herumtrampeln oder verletzt meine Intimsphäre, indem er mich zum Idioten macht und ich habe gefälligst nicht in seiner Intimsphäre herumforschen um das aufzudecken, was er an Gemeinheiten und Ekeligkeiten hinter meinem Rücken begeht.

Und dann brezelt man einem eine über, weil man schlau genug war, sein grausames Spiel aufzudecken, dass er wahrscheinlich bis ultimo fortgeführt hätte.

Nö, wer schmutzig spielt, verdient Aufdeckung.

Inaktiver User
09.12.2005, 15:39
Es gibt Menschen, die von vielen negativen Erfahrungen geprägt sind, z.B. weil sie von einem Ex-Partner betrogen wurden, und dieses Erlebnis einfach nicht ausblenden können. Die Erinnerung an den Schmerz, den man damals empfunden hat, ist allgegenwärtig. Das Erlebte hat meiner Meinung nach den Charakter eines Traumas und dieses zu überwinden kann Jahre dauern oder sogar nie richtig funktionieren. Aber haben diese Personen deshalb kein recht darauf eine Beziehung zu führen?
Sicherlich hat es der nächste Partner schwer und er leidet genauso unter den Folgen dieses Negativ-Erlebnisses, auch wenn er nichts dafür kann. Ich würde eine derartige Beziehung nicht grundsätzlich in Frage stellen, denn wenn sich die Partner lieben, miteinander offen und ehrlich reden und beidseitig versuchen für die Gefühle des Anderen Verständnis auszubringen, dann hat auch diese Liebe eine Chance.



Das ist sicherlich richtig. Setzt aber, wie Du schreibst voraus, dass beide Seiten versuchen, mit dem Trauma des einen Partners angemessen, sehr tolerant und behutsam umzugehen. Und das fällt manchmal verdammt schwer! Z.B. wenn der Partner trotz aller noch so hochheiligen Versprechen immer wieder in alte Kontrollmechanismen verfällt und dem anderen damit das Leben zur Hölle macht und dessen Integrität kontinuierlich unterschwellig in Frage stellt. Das bringt ein extremes Ungleichgewicht in eine Beziehung, kann sehr belastend werden und auch irgendwann die Liebe und den gegenseitigen Respekt sterben lassen.

Ich denke, dass wir alle im Leben unsere Wunden davongetragen haben und von Menschen enttäuscht worden sind. Das tut verdammt weh und hinterlässt Narben. Die Frage ist, wie gehe ich damit um? Sicher, bedingungsloses Vertrauen wird sich nach miesen Erfahrungen nicht mehr so schnell einstellen. Aber ohne eine gewisse Vertrauensbasis und den Glauben daran, dass sich nicht automatisch jeder so verhält wie der untreue Expartner, sollte man sich auf keine neue Beziehung einlassen.

Wenn man irgendwann erkennt, dass man aufgrund zurückliegender Erfahrungen immer wieder in den selben Teufelskreis aus Zweifeln, Verlustängsten, Misstrauen und damit letztendlich dem Drang zur Kontrolle tappt, egal wie vertrauenswürdig und ehrlich der neue Partner auch ist, und Beziehung nach Beziehung daran scheitert, dann sollte man wirklich ernsthaft versuchen (durchaus auch mit professioneller Unterstützung) die grundlegende Ursache in den Griff zu bekommen und sich erst dann wieder auf eine Beziehung einlassen. Das klingt jetzt vielleicht sehr hart und theoretisch, aber welchen Sinn macht es, langfristig immer wieder an den selben Problemen zu scheitern?

Ich kenne einige Menschen, die nach einer schlimmen Enttäuschung ruckzuck wieder in einer neuen Beziehung landen, von der sie sich dann eine Art heilende Wirkung erhoffen. Der neue Partner soll alles wieder gutmachen, was der alte verbockt hat. Es wird sich nicht die Zeit genommen, die Wunden in Ruhe verheilen zu lassen, auch mal das eigene Verhalten zu hinterfragen und erstmal wieder ein stabiles Selbstwertgefühl aufzubauen. Denn m.M. nach kann ich, ohne mich selbst wertzuschätzen und mir selbst zu vertrauen, auch kein wirkliches Vertrauen zu anderen aufbauen.

Und dann bricht nach relativ kurzer Zeit alles wieder auf. Da reicht schon der kleinste Anlass (Partner war über mehrere Stunden nicht erreichbar und hatte nicht gesagt wo er ist oder war mit einer Kollegin ein Bier trinken und es ist später geworden ) und die alten Ängste sind wieder da. Und dann schleicht sich schnell wieder das Gefühl ein, dass man doch dieses Mal besser gleich gründlich kontrolliert, um sich vor einer erneuten Enttäuschung zu schützen. Das sind Dinge, die ich bei Freundinnen und Bekannten miterlebt habe und es mir immer regelrecht wehtut mit anzusehen, wie diese Frauen mit Anlauf immer wieder in die alten Muster verfallen und die Beziehungsprobleme vorprogrammiert sind.

Spellbound

Yvte
09.12.2005, 19:13
Ich verstehe das nicht:
Der andere kann auf mir und unserer Beziehung herumtrampeln oder verletzt meine Intimsphäre, indem er mich zum Idioten macht und ich habe gefälligst nicht in seiner Intimsphäre herumforschen um das aufzudecken, was er an Gemeinheiten und Ekeligkeiten hinter meinem Rücken begeht.




Das trifft wohl zu, wenn man was findet.
Es gibt aber auch genug Menschen, die schnüffeln, ohne fündig zu werden - und dann?
Wenn einem am Verhalten des Partners etwas komisch vorkommt, dann spricht man mit ihm. Danach klärt sich entweder alles oder man glaubt ihm nicht und ist weiter mißtrauisch.
Und was ist eine Beziehung wert ohne Vertrauen? Nichts - dann kann man es auch gleich lassen.
Ich bin auch schon betrogen worden - zu Zeiten als es noch keine Handys und kein Internet gab. Und ich habe meinem Gefühl nachgegeben und mit ihm geredet - SO habe ich es herausgefunden.
Schnüffeln gab und gibt es bei mir nicht - niemals. Und wer mich beschnüffelt kann gehen - sofort.
Und: Nein, ich habe nichts zu verbergen. Ich lege nur Wert auf meine Privatssphäre. Das wurde bisher auch immer akzeptiert.

Und dieser Thread hier ist ja entstanden aus Louises Thread, die eine SMS von einer anderen Frau gefunden hat.
Louise schreibt im Eingangsposting "als er im Bad war, fiel mir ein, daß ich lange nicht mehr sein Handy gecheckt habe" (oder so ähnlich).
Das ist kein "einem begründeten Verdacht nachgehen", das ist regelmäßiges Kontrollieren in einer "Beziehung".

Inaktiver User
09.12.2005, 19:23
Ich führe eine Fernbezihung.
Wir haben uns vor zwei Jahrem im Internet in einem Chat kennen gelernt. Es war Liebe auf den ersten Klick, wie er sagte. Wir hatten eine sehr intensive Beziehung, und denn wir beide genug Arbeit hatten und nicht mehr die jüngsten sind, hat unsere Beziehung sehr gut funktioniert. Wir waren ständig online, telefonierten und trafen uns regelmäßig. Er hat mich sehr verwöhnt, wir haben das beste aus unserer Beziehung gemacht, also alles paletti...keine Spur von Eifersucht und Co...ich habe ihm vetraut und alles geglaubt, was er sagte.
Im Frühling geschah Folgendes:Ich sagte ihm, dass ich eine Woche unerwartet frei bekam und zu ihm fahren könnte. Er wurde grundlos nervös und sagte, dass er diese Woche viel zu tun hat. Ich beteuerte, dass ich ihn nicht stören werde.... wir begannen zu streiten und am Ende sagte ich natürlich, dann fahre ich nicht....
Dann wurde er wieder sehr lieb.
Ich fragte ihn, am nächsten Tag, wieso er sich so benommen hat. Er sagte, weil er so viel zu tun hat und ich dafür kein Verständnis hatte... ??? Ich fragte ihn, ob er jemanden anderen habe? Nein, er hat nur mich.... Ich bin sein ein und alles.
Mein Bauchgefühl sagte, dass etwas nicht stimmt, aber dann dachte ich daran, dass wir miteinander den ganzen Tag Kontakt haben, am Abend oder in der Nacht lange telefonieren, er kann keine andere haben, einfach unmöglich....
Dann fiel mir ein, dass ich wegen unserer Urlaubbestellung ein Passwort von ihm habe, und begann es auszuprobieren....und ich hatte Erfolg, konnte in seiner Mailbox schnüffeln.... Ich beschreibe jetzt nicht was ich da gefunden habe, das ist Mailgeheimnis :freches grinsen:
Ich habe ihm an nächsten Tag meine Schnüfflerei mitgeteilt. Er war geschockt, einerseits davon was ich machte, andererseits davon, dass ich ihn entlarvt habe.
Er hat mir alles versprochen, er sagte, dass für ihn nur unsere Beziehung wichtig sei, er liebe mich....
ich habe natürlich sofort Schluss gemacht, aber er kämpfte für mich wie verrückt...
Schließlich habe ich ihm geglaubt, er hat sein Passwort geändert und seitdem schnüffle ich nicht.

Ich finde meine Schnüfflerei völlig berechtigt, würde wieder tun, weil wenn ich den Verdacht habe, hintergegangen zu sein, möchte ich einfach Klarheit verschaffen.

Ich glaube, jeder spürt irgendwie, wenn es soweit ist und das als einzigen Weg zur Gewissheit zu verschaffen sieht. Fast niemand schnüffelt aus Hobby :ooooh: Und deshalb sage ich, niemand soll den Moralapostel spielen.... alles hat seinen Grund.
Philosophische Grüße
Loncika

Dani
09.12.2005, 20:44
Ich verstehe das nicht:
Der andere kann auf mir und unserer Beziehung herumtrampeln oder verletzt meine Intimsphäre, indem er mich zum Idioten macht und ich habe gefälligst nicht in seiner Intimsphäre herumforschen um das aufzudecken, was er an Gemeinheiten und Ekeligkeiten hinter meinem Rücken begeht.




Das trifft wohl zu, wenn man was findet.
Es gibt aber auch genug Menschen, die schnüffeln, ohne fündig zu werden - und dann?
Wenn einem am Verhalten des Partners etwas komisch vorkommt, dann spricht man mit ihm. Danach klärt sich entweder alles oder man glaubt ihm nicht und ist weiter mißtrauisch.
Und was ist eine Beziehung wert ohne Vertrauen? Nichts - dann kann man es auch gleich lassen.
Ich bin auch schon betrogen worden - zu Zeiten als es noch keine Handys und kein Internet gab. Und ich habe meinem Gefühl nachgegeben und mit ihm geredet - SO habe ich es herausgefunden.
Schnüffeln gab und gibt es bei mir nicht - niemals. Und wer mich beschnüffelt kann gehen - sofort.
Und: Nein, ich habe nichts zu verbergen. Ich lege nur Wert auf meine Privatssphäre. Das wurde bisher auch immer akzeptiert.

Und dieser Thread hier ist ja entstanden aus Louises Thread, die eine SMS von einer anderen Frau gefunden hat.
Louise schreibt im Eingangsposting "als er im Bad war, fiel mir ein, daß ich lange nicht mehr sein Handy gecheckt habe" (oder so ähnlich).
Das ist kein "einem begründeten Verdacht nachgehen", das ist regelmäßiges Kontrollieren in einer "Beziehung".



Stimmt.

Da mache ich auch eine Unterscheidung, wer den anderen nur der Kontrolle wegen und präventiv kontrolliert, verdient den Abschuss.

Ich speche über den Fall, dass man eine Veränderung spürt, nachhakt und merkt, dass Mann (Frau) nicht freiwillig mit der Wahrheit herausrückt.

Wenn man sich selbst sagen kann, dass die Beziehung und das Vertrauen nicht stimmen und sich dann verabschiedet ohne den letztgültigen Beweis dafür zu brauchen ist es gut, aber nicht jeder kann aufgrund von Vermutungen einen Schlussstrich ziehen, weil man ja immer hofft, wenn man schnüffelt eben nichts zu finden.

Wer Liebeskummer hat, ist in dem Moment seelisch krank und mitunter braucht derjenige den Beweis, dass das Bauchgefühl richtig war, manche können erst nach so einem "Beweis" handeln und findet in einem Meer von Nebel und Rauch einen Weg für sich aus der Situation.

Inaktiver User
09.12.2005, 21:05
@Dani :allesok: :allesok: :allesok:

Aladin
09.12.2005, 21:08
Ich fragte ihn, ob er jemanden anderen habe? Nein, er hat nur mich.... Ich bin sein ein und alles.




Hallo Loncika,

kann es sein, dass das eher eine Drohung als eine Frage war? Dann brauchst Du Dich über die offensichtlich geschleimte Antwort nicht zu wundern.

Gruss Aladin

Yvte
09.12.2005, 21:10
Wer Liebeskummer hat, ist in dem Moment seelisch krank und mitunter braucht derjenige den Beweis, dass das Bauchgefühl richtig war, manche können erst nach so einem "Beweis" handeln und findet in einem Meer von Nebel und Rauch einen Weg für sich aus der Situation.







Und was haben die Menschen vor Handy, Internet usw. getan?
Als es noch schwieriger war, "Beweise" zu finden - als man vertrauen musste oder es gelassen hat?
Hat doch auch funktioniert - und das ganz gut :smirksmile:
Wie gesagt: Ich habe es damals auch so gemerkt. Und das traue ich mir heute auch noch zu.
Aber ich frage mich hier sowieso manchmal, was einige für Beziehungen führen. Von Vertrauen und Liebe liest man wenig - eher von Besitzen, "mir gehören" und kontrollieren.
Schade ist das.

Inaktiver User
09.12.2005, 21:25
Hallo Aladin,
ich wunderte mich doch gar nicht, ich habe mich gefreut :freches grinsen: :aetsch:
Gruß
Loncika

Dani
09.12.2005, 21:30
Wer Liebeskummer hat, ist in dem Moment seelisch krank und mitunter braucht derjenige den Beweis, dass das Bauchgefühl richtig war, manche können erst nach so einem "Beweis" handeln und findet in einem Meer von Nebel und Rauch einen Weg für sich aus der Situation.







Und was haben die Menschen vor Handy, Internet usw. getan?
Als es noch schwieriger war, "Beweise" zu finden - als man vertrauen musste oder es gelassen hat?
Hat doch auch funktioniert - und das ganz gut :smirksmile:
Wie gesagt: Ich habe es damals auch so gemerkt. Und das traue ich mir heute auch noch zu.
Aber ich frage mich hier sowieso manchmal, was einige für Beziehungen führen. Von Vertrauen und Liebe liest man wenig - eher von Besitzen, "mir gehören" und kontrollieren.
Schade ist das.



1. Früher hat man die Wiederwahltaste des Telefons gedrückt, oder ist "ihm" im Auto gefolgt, oder hat ihm einen Privatdetektiv auf den Hals gehetzt.
Oder hat seine Taschen nach Telefonnummern durchforstet. Oder hat ihm den Sohn nahcgeschickt... Man hatte schon immer seine Methoden, das hast Du nur übersehen.

2. Zum "Besitzenwollen":
Soll ich etwa teilen und "wir haben uns alle lieb" spielen, oder "ich gönn Dir meinen Freund, der ist so klasse"?
Wenn ich mit jemandem zusammen bin, möchte ich seine einzige Nummer eins sein, so wie er auch meine ist. Ich halte das für legitim, wenn ich die eine bin und wir zwei den Inner Circle darstellen und ich nicht eine in seinem Harem bin. Ne, danke.
Die Zeiten der Polygamie sind hier nicht angesagt.

Aladin
09.12.2005, 21:59
Wenn ich mit jemandem zusammen bin, möchte ich seine einzige Nummer eins sein, so wie er auch meine ist. Ich halte das für legitim, wenn ich die eine bin und wir zwei den Inner Circle darstellen und ich nicht eine in seinem Harem bin. Ne, danke.
Die Zeiten der Polygamie sind hier nicht angesagt.




Hallo Dani,

Möchtest Du die einzige Nummer eins sein oder the one and only? Meine Frau ist unzweifelhaft die Nummer eins, aber nicht die einzige für mich.

Zum Harem: Ein türkischer Pascha konnte seine Macht nicht vererben. Nachfolger wurde der seiner Söhne, der den letzten seiner Rivalen - seinen Bruder - umbrachte. Das war ausdrücklich legitim. Seine Mutter wurde neue Chefin des Harems. Meintest Du das?

Gruss Aladin

Inaktiver User
09.12.2005, 23:08
Vertrauen ist die Basis jeder gesunden Beziehung. Eine Beziehung ohne Vertrauen - auf beiden Seiten! - ist für mich undenkbar.

Wo Vertrauen geschenkt wird, bietet sich aber auch die Gelegenheit zu Lug und Trug. Dieses habe ich schmerzlich am eigenen Leib erfahren müssen. Mein (Quasi-)Ex-Freund hat seit anderthalb Jahren eine "beste Freundin". Ich hatte ihm immer vertraut, ihm nie hinterhergeschnüffelt, ihn nie kontrolliert. Von der Existenz dieser Frau erfuhr ich erst vor sieben Monaten. Nicht er klärte mich auf, sondern eine unfreiwillige Mitwisserin, die mit ihrem schlechten Gewissen mir gegenüber nicht mehr klar kam. Ich sprach ihn sofort darauf an, hoffend daß alles ein schrecklicher Irrtum war. Ich mußte erfahren, daß die Beobachtungen meiner Bekannten stimmten. Auch wenn es nicht ganz so schlimm war wie befürchtet (er hat keine Affäre mit ihr), es war schlimm genug.

Seit dem Auffliegen seines Geheimnisses pflegt mein Ex diese Freundschaft zu seiner 'engsten Vertrauten' (O-Ton) sehr offen. Er diktierte, wie innerhalb unserer Beziehung damit umgegangen wurde. Er machte deutlich, daß es hier keine Zugeständnisse seinerseits geben würde. Für mich waren seine Bedingungen von Anfang an inakzeptabel. Die einzige Option heißt Trennung - leider war ich damals noch zu schwach und inkonsequent. Obwohl ich realisierte, daß unsere Beziehung keine Zukunft mehr hatte, nahm ich alles hin, natürlich nicht ohne den Versuch, ihm meine Gefühle zu beschreiben. Es schien ihn nicht sonderlich zu berühren.... Ich liebte, ich litt, ich erinnerte mich an glückliche Zeiten, und ich hoffte auf ein Wunder. Erst jetzt, mehr als ein halbes Jahr später, habe ich endlich genügend Kraft gesammelt, mich aus dieser Beziehung zu lösen.

Wenn ich nun die fünf Beziehungsjahre Revue passieren lasse und mich frage, ob es zu irgendeinem Zeitpunkt Sinn gemacht hätte zu spionieren, so lautet die Antwort nein. Nicht bevor ich von seinem Vertrauensbruch wußte und auch nicht danach. Mal ganz abgesehen davon, daß es keinen Anlaß gab zu mißtrauen: mein schlechtes Gewissen wäre riesig groß gewesen, ich hätte ihm nicht mehr in die Augen sehen können, und er hätte bemerkt, daß etwas nicht stimmt. Es wäre Gift für unsere Beziehung gewesen.

Jedem sollte klar sein, daß ein talentierter Lügner seine Spuren zu verwischen weiß. Aber niemand ist perfekt, irgendwann passiert ein Fehler, und die Wahrheit kommt ans Licht. Mein Ex zeigte sich immer wieder mit ihr in der Öffentlichkeit, zwar in einer entfernten Stadt. Dort wohnt meine liebe Bekannte, was er nicht wußte. Zum Glück hatte sie genügend Courage, mich auf ihre Beobachtung aufmerksam zu machen.

Für mich wird es sicherlich irgendwann eine neue Liebe geben - auch wenn ich momentan nicht so recht darüber nachdenken mag. Trotzdem, eines steht jetzt schon fest: in meiner nächsten Beziehung werde ich es halten wie in allen bisherigen Beziehungen: ich achte die Privatsphäre meines Partners. Gewiß werde ich nicht zulassen, daß eine schlechte Erfahrung mir die Fähigkeit zu vertrauen nimmt und einer eventuellen zukünftigen Beziehung von vorne herein die Grundlage entzieht.

Gwen

Inaktiver User
10.12.2005, 18:53
@Seawasp :blumengabe:

@Dani




Wer Liebeskummer hat, ist in dem Moment seelisch krank




... und nicht ganz zurechnungsfähig. Ja, das gibt es. Aber genau dafür gibt es feste Regeln, die man selbst akzeptiert und die einen davor schützen, Unsinn zu machen, wenn man gerade "neben der Kappe" ist.


@Gwen




Gewiß werde ich nicht zulassen, daß eine schlechte Erfahrung mir die Fähigkeit zu vertrauen nimmt und einer eventuellen zukünftigen Beziehung von vorne herein die Grundlage entzieht.




:allesok:

Das ist doch genau der Punkt. Wenn ich kein Vertrauen habe und anfange zu schnüffeln, führe ich keine Beziehung mehr, wie ich sie möchte. Vorher vielleicht auch nicht, wenn der Partner mich belügt. Aber dann ganz bestimmt nicht mehr. Und ich mache mir doch nicht selbst die Chance auf eine gute Beziehung kaputt. Dann riskiere ich lieber, dass das Ganze etwas später auffliegt - belogen worden wäre ich ja sowieso schon.


Ich habe den Eindruck, dass das auch ein "Generationenproblem" ist. Dass die Älteren (im Durchschnitt) prinzipientreuer sind. Weil sie noch ohne Handy aufgewachsen sind, weil ihnen der Wert der Freiheit noch bewusster ist (weil sie näher an den Zeiten sind, als sie nicht selbstverständlich war), weil sie schon erfahren haben, dass schnüffeln nichts ändert ... ?

Und noch etwas würde mich interessieren. Hängt die Prägung auch mit dem Elternhaus oder anderem, was man in Kindheit und Jugend gesehen hat, zusammen? Dass meine Mutter einen Brief an meinen Vater liest oder emails kontrollieren würde - völlig undenkbar. Aber vielleicht bringt so manche Mutter den Töchtern auch bei, dass frau Männern nie trauen kann?

Gruß, Leonie

Inaktiver User
10.12.2005, 19:05
@Kappuziner




Wenn man einmal voll in die Beziehung eingestiegen ist, dann hat das Folgen. Man geht eine Bindung ein, auf vielen Ebenen. Man vertraut dem anderen seine höchsten Güter an: Sex ohne Kondom ist natürlich das Paradebeispiel. Aber auch banales. Ich habe einen Kredit aufgenommen, wir haben eine Wohnung eingerichtet, die wir dann aufgegeben haben, als seine Zweitfrau aufflog. Ich habe beruflich einige Projekte mit ihm angefangen, ihn bei meiner Arbeit (Chefin usw) eingeführt. Nach der Trennung hatte ich deswegen auch Probleme in meiner Arbeit.




Mir ist noch ein Gedanke gekommen. Natürlich, wenn man erst einmal sehr vielfältig verquickt ist, trennt man sich nicht so eben 'mal.
Aber ist nicht ein Teil des Problems, dass viele sich diesbezüglich viel zu schnell auf jemanden einlassen? In Dsmbk's Posting ist mir das z.B. aufgefallen - der Ex scheint direkt zu ihr gezogen zu sein. Kaum jemand scheint mehr Zeit zu haben sich kennenzulernen.

Mal ganz direkt: Warum zieht man mit jemandem zusammen, bevor man den Verstand wieder eingeschaltet hat? Wenn man noch in der Phase "blinder Verliebtheit" ist? Das weiß man doch, dass da die Brille rosarot ist und man die offensichtlichsten Zeichen übersehen kann.
Immer wieder habe ich das Gefühl, dass viele heutzutage nach kurzer Zeit die Reife einer langen Beziehung haben wollen. Wie soll das gehen?

Gruß, Leonie

Kappuziner
10.12.2005, 19:14
Leonie: das ist sehr wahr! ist mir auch aufgefallen, während ich es schrieb. ich glaube, das hat viel damit zu tun. Wir sind nach einem halben Jahr zusammen gezogen und da war auch viel der Wunsch der Vater des Gedankens und ich glaube, ja, als die ersten Unsicherheiten kamen und die ersten Merkwürdigkeiten, da merkte ich, ich hab eigentlich keine Ahnung, wer er eigentlich ist! Das war sicher der eigentliche Fehler und das ist auch so ein Muster das man sicher in vielen der "Schnüffelbeziehungen" findet. (Obwohl mein damaliger Freund vorher auch schon solche Beziehungen hatte und die teils viel länger aufrecht hielt (eben immer so lange, bis die Hauptfrau es merkte und die Konsequenzen zog).
Aber im Grunde hast Du recht.

Dani
11.12.2005, 13:55
Wenn ich mit jemandem zusammen bin, möchte ich seine einzige Nummer eins sein, so wie er auch meine ist. Ich halte das für legitim, wenn ich die eine bin und wir zwei den Inner Circle darstellen und ich nicht eine in seinem Harem bin. Ne, danke.
Die Zeiten der Polygamie sind hier nicht angesagt.




Hallo Dani,

Möchtest Du die einzige Nummer eins sein oder the one and only? Meine Frau ist unzweifelhaft die Nummer eins, aber nicht die einzige für mich.

Zum Harem: Ein türkischer Pascha konnte seine Macht nicht vererben. Nachfolger wurde der seiner Söhne, der den letzten seiner Rivalen - seinen Bruder - umbrachte. Das war ausdrücklich legitim. Seine Mutter wurde neue Chefin des Harems. Meintest Du das?

Gruss Aladin




Nein, mit Harem meinte ich einfach das was man landläufig unter Harem versteht:
Ein Pascha mit mehreren Frauen, die sich in die Rolle fügen und es akzeptieren, dass er mehrere Frauen hat.

Ich möchte das haben was ich gewähre: er ist der einzige und the one and only.
Wenn da noch eine andere in unserem inneren Kreis herumwuselnde Dame ist, habe ich nicht mehr die Einzigartigkeit und das Besondere unserer Beziehung.
Dann wird meine Beziehunginflationär, weil sich auch eine andere an ihm bedienen darf.
Nö, da nützt mir auch das Bekenntnis: "Du bist die Beste, aber ich f... auch andere" nichts.

Inaktiver User
11.12.2005, 14:03
Und noch etwas würde mich interessieren. Hängt die Prägung auch mit dem Elternhaus oder anderem, was man in Kindheit und Jugend gesehen hat, zusammen? Dass meine Mutter einen Brief an meinen Vater liest oder emails kontrollieren würde - völlig undenkbar. Aber vielleicht bringt so manche Mutter den Töchtern auch bei, dass frau Männern nie trauen kann?

Gruß, Leonie



Da könnte was dran sein. In meiner Familie hat jeder die Privatsphäre der anderen respektiert. Es wurden weder Briefe, Schränke noch Hausaufgaben kontrolliert. Das *war* einfach so, ganz ohne Diskussionen. Ich kenne es nicht anders.

Meine Freundin hat mir mal erzählt, daß ihre beiden Kinder (Teenager) keine Skrupel haben, das Zimmer des Bruders/der Schwester zu durchwühlen. Das ist wohl schon fast ein Wettkampf - wer findet was, wer ist besser im Verstecken. Ich hoffe nicht, daß sie das später in ihrer Partnerschaft genauso handhaben....

Gwen

Yvte
11.12.2005, 18:44
Ich möchte das haben was ich gewähre: er ist der einzige und the one and only.





Aber geht es nicht eher darum, auch zu FÜHLEN, daß man die einzige ist?
Wenn ich anfange zu schnüffeln, dann fühle ich mich ja schon nicht mehr besonders und als Nummer 1, oder?
Dann bringt mir der ultimative Beweis, daß mein Kerl fremdgeht oder eben nicht (wobei das Nicht-Fremdgehen ja nicht dadurch bewiesen wird, daß ich nicht fündig werde) ja sowieso nichts.

Inaktiver User
12.12.2005, 17:23
Ich hab jetzt nicht alle Beiträge gelesen, aber was soll's...

Ich kann nur sagen, dass ich auch schon einige Male aus Neugierde die SMS von meinem Freund gelesen habe. Was man da "endeckt", wird meist eh falsch verstanden; im Idealfall redet man darüber und merkt dann hoffentlich, dass das eine blöde Aktion gewesen ist (wg. der Privatsphäre des anderen und so weiter...).
Genau so habe ich meinen Freund (oder auch meinen Bruder) schon mal dabei "erwischt", wie sie an meinem Handy rumgefummelt haben. Ich hatte es zwar nicht "erlaubt", aber wieso sollte ich deswegen Theater machen? Er kann auch meinen Computer benutzen, allein in meiner Wohnung bleiben oder weiss der Geier was.



erstens denke ich, dass in einer partnerschaft thematisiert werden sollte inwieweit jeder seine privatsphäre schützen möchte und inwieweit man dem anderen zugriff gewährt.



Wieso muss sowas denn erst thematisiert werden? Eigentlich haben wir doch alle ein Gefühl dafür, was in Ordnung ist und was den anderen stören könnte.
Ich muss einfach mal die Gegenposition vertreten und sagen, dass es manchmal schon tierisch nervt, wenn man deswegen so ein Riesenfaß aufmacht und von allen Seiten pseudopsychologische Ratschläge auf einen niederprasseln.

Ich hoffe ich bin jetzt niemandem auf den Fuß getreten; ich wollte nur mal meine Meinung dazu äussern; auf Grund meiner bisherigen Erfahrungen halte ich sowas für eine Lapalie und mache Vertrauen an anderen, tiefer gehenden Dingen fest.

Liebe Grüße :blumengabe:

Kappuziner
12.12.2005, 18:02
Ha! Da fällt mir auch eine lustige Geschichte ein.
Von meinem "Ex aus der Hölle" - der mich dauernd betrogen hat und der mir, wenn ich nachbohrte, vorwarf, ich wäre krank, paranoid.
Zu meinem Geburtstag bekam ich damals ein Geburtstagsbrief von einem alten Freund von mir - den mein Freund nicht kannte. Die Karte lag IM Umschlag in meiner Küche und er strich schon so neugierig um sie herum, vermutlich wegen dem männlichen unbekannten Absender. Kaum war ich mal aus dem Zimmer, nahm er den Brief aus dem Umschlag raus! Und öffnete ihn! Woher ich das weiß? Es war eine Karte drin mit einem kleinen Chip, wenn man sie aufmachte, ertönte Musik "Happy birthday to you"!
:musiker:
ich war nicht sehr schockiert, eher belustigt, aber für ihn war es natürlich grottenpeinlich.

Inaktiver User
12.12.2005, 20:29
Wo ist denn eigentlich Lieschen hinspaziert? :blumengabe:

Wäre doch nett, wenn sie uns in ihrem Thread 'mal besuchen kommen würde ...

Inaktiver User
15.12.2005, 00:20
ich bin schon da :smirksmile:. aber etwas abgehetzt durch die kanzleigründung. eines ist mir hier klar geworden: man kann wirklich nicht jede geschichte pauschal beurteilen. es gibt - wie jemand schon schrieb - extremfälle auf schnüfflerseite und extremfälle im betrügen und belügen. mir ist noch etwas persönliches dazu eingefallen. ich habe doch mal eine erfahrung diesbezüglich gemacht. die bezeihung war nach zwei jahren am ende. das letzte halbe jahr lief schon mehr als schlecht und irgendwie war mir klar, dass da sicher andere frauen ein thema sind. vielleicht lag es daran, dass ich selber schon auf dem absprung war - ich habe nicht geschnüffelt. ich habe aber später erfahren, dass ich richtig lag. komischerweise hat das kurz geziept, war aber nicht wirklich dramatisch. die beziehung war am ende, ir waren beide unglücklich und eigentlich war das dann auch egal. aber, dass ist wieder eine andere geschichte, die nur die vielfalt des themas zeigt. würde ich in einer glücklichen beziehung (die dann wahrscheinlich nur für mich glücklich ist) eine verhaltensänderung meines partners bemerken und mit gesprächen irgendwann nicht eiter kommen... es ist mir peinlich, aber die hand ins feuer legen könnte ich nicht, dass ich es nicht doch tue. und ich bin sonst wirklich ein mensch, dem werte wichtig sind.

vielleicht habe ich und auch andere aber etwas gelernt? ich glaube, ich würde erst einmal hier posten. mir einen rat holen und diesen grade von der seite der nicht-schnüffler, um einen anderen weg zu finden.

vielleicht haben wir alle noch etwas gelernt? ich glaube ja, dass es sehr helfen kann, die gründe fürs schnüffeln zu hinterfragen, wenn denn das kind in den brunnen gefallen ist. aber immer und grundsätzlich auf die frau, die dann sehr verzweifelt postet "draufzukloppen" (meine ich jetzt nicht böse) ist vielleicht auch nicht richtig.

liebe leonie,

ich frage das jetzt einfach mal hier, weil es auch hier angesprochen wurde. ich würde gerne wissen, was du unter "langsamen kennen lernen" verstehst. es interessiert mich und vielleicht kann ich auch da noch etwas lernen. ich bemühe mich redlich das so zu halten und werde (deshalb) mit einer woge an gefühlen überschüttet. normalerweise etwas, was mir angst macht, denn es könnte eniger werden. diesemal scheine ich aber eine gewisse distanz zu haben. ich sehe es, geniesse es, ziehe die leine, wenn es zu viel wird, aber bin emotional noch nicht völlig verwurstelt.

sorry, wenn das off topic ist; ich denke, es passt schon rigendwie hier rein!

lieber gruß
lieschen, die jetzt ganz dringen schlafen muss

Inaktiver User
16.12.2005, 10:48
@Lieschen,

es langsam angehen lassen, das hat tatsächlich eine Reihe von Dimensionen. Im anderen Thread hatte ich es Dir gegenüber vor allem auf Sex bezogen – bei Deiner vorigen Geschichte hattest Du Dir da ja gute Vorsätze genommen.
Und hier im Thread ging es um zusammenziehen, bevor man sich richtig kennt.

Insgesamt geht es darum, sich am Anfang nicht vor allem in blinder Verliebtheit zu ergehen, sondern erstens das Kennenlernen in den Mittelpunkt zu stellen und außerdem das eigene Leben nicht aufzugeben. Und möglichst den Verstand nicht auszuschalten.
Kennen lernen geht vor allem durch Gespräche und durch gemeinsames Tun. Und wenn ein Paar sich anfangs nur zweimal in der Woche sieht, finde ich das völlig ok. (Wir hatten damals gar nicht mehr Zeit – und das Studium schleifen zu lassen oder Hobbys aufzugeben kam gar nicht in Frage. Zum Glück gab es damals noch keine Handys, auf die man starren musste.).

Beim Sex (i.e.S.) bin ich immer noch der Meinung, dass man sich ruhig ein paar Monate Zeit lassen und vorher eine längere "Sich-gegenseitig-Entdecke"-Phase einlegen kann (das traut man sich ja gar nicht mehr zu schreiben – ein Glück, dass ich nicht "auf dem Markt bin").
Und zusammenziehen? Wenn wir die Lehren hier in diesem Thread ernst nehmen, dass man in der Phase blinder Verliebtheit keine solch weitreichenden Entscheidungen fällen sollte, und wenn diese tatsächlich ungefähr ein Jahr dauert, dann wäre eineinhalb Jahre Beziehung vorher das Minimum. Gilt sicher nicht in jedem Fall – aber erscheint mir eine vernünftige Größenordnung.

:smirksmile: Und wenn alles gut läuft - nach 3 Jahren heiraten (und Kinder bekommen). Das ist das einzige, womit ich nicht besonders langsam war. :smirksmile:

Gruß, Leonie

Inaktiver User
16.12.2005, 11:52
:smirksmile: Und wenn alles gut läuft - nach 3 Jahren heiraten (und Kinder bekommen). Das ist das einzige, womit ich nicht besonders langsam war. :smirksmile:




Ja, :lachen:, das war bei uns auch das Einzige ( und drei Jahre stimmt auch, incl. Kind. ), aber wenn ich heute manche bekannten Pärchen sehe, die zwischen 35 und 40 mit allen Mitteln versuchen, sich endlich auf ein Einzelkind loszulassen, es aber nicht gebacken kriegen, bin ich so im nachhinein auch richtig froh über das angeschlagene Tempo :freches grinsen: ...

Edelherb
16.12.2005, 21:37
@leonie: ich denke gerade über Deinen Zeitrahmen zum Zusammen-Ziehen nach. Und denke weiterhin laut, meine Fragen sind also echte, keine rhetorischen. :smile:

Ausgehend von meiner eigenen Beziehung möchte ich rufen: aber schnell kann auch stimmig sein. Und überlege, ob man dafür quasi Bedingungen aufstellen kann.

Hängt es mit dem Gefühl für mich selbst zusammen? Ich würde behaupten, dass meines gut genug ist, dass ich diesem Grundgefühl "diesen Mann willst Du haben, und nicht nur kurzfristig, mit dem kannst und willst Du leben", was ich hatte, trauen konnte und kann. Ich hatte dieses Gefühl sehr schnell. Allerdings dafür weniger von den berühmten Schmetterlingen im Bauch.

In unserem Fall wäre Nicht-Zusammenziehen einfach nur künstlich gewesen. Ob das der Beziehung gut getan hätte?

Hat es vielleicht auch mit dem Alter zu tun? Ich habe diverse Wohn- und Beziehungsformen schon durch, weiss, wie ich auch in diesen Dingen ticke, ich hatte keine Luste, jetzt zu warten. Worauf?

Meine Eltern kannten sich nach heutigen Maßstäben auch nicht sonderlich gut, als sie beschlossen, zu heiraten, dies dann auch taten und erst zu dieser Gelegenheit zusammenzogen. Hat man sich früher weniger Kopp darum gemacht, aber die Verbindlichkeit mitgebracht, damit es gut gehen kann?

Auch mich irritieren hier allerdings viele Schilderungen, wenn früh zusammengezogen wird und ich denke, bißchen mehr Zeit hätte nicht geschadet. Aber ich behaupte jetzt einfach mal, für alle gilt das nicht.

Grüße,
Edelherb

Inaktiver User
17.12.2005, 10:46
huhu ihr lieben,

nei für alle gilt das sicher nicht. liegt das vielleicht am alter oder an den erfahrungen, die man gemacht hat?

ich glaube, der grundtenor, den leonie meinte, ist der (sorry, wenn es falsch ist): lasst euch zeit mädels! schaut etwas genauer hin. und zwar ohne blinde verliebtheit. die eine kann das vielleicht trotz verliebtheit ganz gut. die andere schwebt so lange auf einer wolke, dass sie erst mal runterkommen muss. ich kenne fälle, o sich die menschen jahre zeit gelassen haben und dann geheieratet und kinder bekommen haben: es war sehr schnell wieder vorbei. psychologisch mag das daran liegtn, dass die eheschliessung einen kick für die beziehung geben sollte und die beiden so lange zu zweit waren, dass es schwer war, sich auf einen neuen kleinen menschen einzustellen. genauso kenne ich fälle, wo die beiden ratzfatz zusammenzogen, ein kind bekammen und superglücklich wurden.

tendenziell ist es sicher besser, sich zeit zu lassen und zu versuchen den menschen freundschaftlich zu sehen. was mir wichtig geworden ist, sind solche dinge wie: wie geht er mit freunden um? wie ging er mit exfreundinnen um? woran scheiterten die beziehungen? teilt er meine wünsche und träume (da bin ich härter geworden. ich möchte mich nicht mehr mit völlig unterschiedlichen lebensentwürfen auseinandersetzen und scheitern)? meinen wunsch nach nähe/distanz?

lieber gruß
lieschen

Inaktiver User
17.12.2005, 15:51
@Edelherb und Lieschen,

da habe ich mich aber auf Glatteis begeben ... Aus eigener Erfahrung kann ich ja nur sehr bedingt etwas beitragen mit meiner einen "richtigen" Beziehung, und als wir uns kennenlernten, war ich 20. Aber aus Beobachtung und gesundem Menschenverstand kann man ja auch etwas sagen. Und ich hatte meine Aussage von "mindestens 18 Monaten" ja auch selbst etwas "in Frage gestellt".

Natürlich habt Ihr Recht, dass es von Alter und Erfahrung abhängt, wie sicher das Urteil ist. Und davon, wie blind man ist in der Verliebtheitsphase - das ist sicher verschieden. Lieschen, Du hast völlig richtig verstanden, wie ich das meine: schaut etwas genauer hin. und zwar ohne blinde verliebtheit. Und nehmt Euch dafür eher etwas zu viel Zeit als zu wenig.

Ich kann es vielleicht noch von einer anderen Seite beleuchten. Mir fällt immer wieder auf, dass viele sofort leben wollen wie in einer reifen Beziehung - und die entsprechenden Ansprüche stellen. Ohne sich wirklich zu kennen, und ohne eine verbindliche Entscheidung füreinander. Irgendwie scheint ein "wir sind verliebt und zusammenwohnen wäre doch netter" auszureichen (verbunden mit dem romantischen Wunsch, dass es immer so bleiben möge).
Viel weniger als das Gefühl, das Edelherb beschreibt.

Spielen da "Märchenprinzvorstellungen" hinein?

Vielleicht noch ein Nachtrag zum "langsam angehen lassen": Ein Aspekt ist auch, sich anfangs nicht zu sehr zu "verquicken". Als Lieschens letzte Beziehung auseinanderging, war ein Thema, wie sie ihre Sachen zurückbekommt. Ich habe mich jetzt noch einmal erinnert, wie das bei uns war. Wenn mein Mann und ich uns nach gut 2 Jahren Beziehung getrennt hätten, wäre ein Hoftor-Schlüssel zurückzugeben gewesen und 2 Zahnbürsten wegzuwerfen. Dabei haben wir uns da intern bereits als "verlobt" angesehen (und nicht viel später sind wir zusammengezogen und haben geheiratet und hatten nur noch gemeinsames Geld). Das soll jetzt kein direkter Ratschlag sein, aber anzeigen in welche Richtung ich denke. Auch bei solchen Fragen, wie schnell man auf Familienfesten und auf der Betriebsfeier des Partners auftaucht, finanzielle Vermischungen hat etc. würde ich sagen, eher zu langsam als zu schnell. Es ist ja auch ein Unterschied, ob man zusammen in eine WG zieht oder ob man - wie Kappuziner geschrieben hat - einen gemeinsamen Kredit für die Wohnungseinrichtung aufnimmt.

Und dann nach einer Weile aber noch einmal genau hinschauen und sich entscheiden. So richtig füreinander (für mich endgültig, aber so streng muss man das vielleicht nicht sehen) oder Trennung. Mit 19 habe ich mich anlässlich eines Auslandsaufenthaltes von meinem damaligen Freund (meinem letzten Jugendfreund) nach über einem Jahr getrennt, weil ich ihn nicht heiraten wollte - sonst nichts.
Dagegen beobachte ich immer wieder, wie auch in den 20gern und bei noch älteren die Beziehungen jahrelang so dahinplätschern - ganz nett, aus Gewohnheit, lieben tut man sich irgendwie auch, aktuell kein Grund zur Trennung. Aber sich festlegen?
Das war früher sicher anders.

Jetzt ist es wieder sehr lang geworden. Ich bin gespannt auf Eure Meinungen.

Gruß, Leonie

Inaktiver User
17.12.2005, 16:58
liebe leonie,

dann antworte ich noch einmal!

zum einen zur urteilsfähigkeit. ich werfe mal eine wilde these in den raum, die wahrscheinlich nicht für alle zutrifft (sogar sicher), aber es betrifft etwas, was ich bei mir bemerke.

zum einen merke ich, dass, wenn der rest meines lebens sehr ausgefüllt ist - wie jetzt - es wesemtlich leichter fällt einen klarer blick zu behalten. vielleicht ist das dieses "komm erst mal mit dir selbst ins reine", was ich ehrlich gesagt früher nie so ganz zuordnen konnte. der mann, den ich kennen gelernt habe ist wichtig, aber sicher nicht das wichtigste in meinem leben. ich bin ausgelastet in meinem berufs- und privatleben, wesentlich mehr bei mir, als sonst (wenn auch manchmal sehr gestresst) und das nimmt mir etwas von der blinden verliebtheit. ich kann einfach nicht alles stehen und liegen lassen für ein nettes date und mag das auch gar nicht mehr. dadurch eröffnet sich aber eine neue sichtweise auf den mann: ich kann mir anschauen, wie gut wir als freunde harmonieren. und ich finde, freundschaft ist ein teil der liebe, ein teil einer beziehung. ich sehe, wie der mann damit umgeht, wenn ich genervt bin, keine zeit habe und ich sehe, ob er mich unterstützt oder hemmt. auslastung hätte ich mir vorher auch anders schaffen können, dass ist klar. das ich das nicht getan habe, sehe ich heute als fehler.

vielleicht ist das ein punkt. der andere ist - und ich denke, dass ist auch etwas, was leonie meint. er ist mit dem oben genannten schon verwandt - ich hoffe, ich wiederhole mich jetzt nicht. ist es so schlimm nicht gleich heiss verliebt zu sein? ist es nicht manchmal sogar besser? ich glaube, man merkt vielleicht sehr schnell, ob jemand das herz spontan begeistern kann, glaube aber inzwischen auch, dass man sich da selber etwas bremsen kann. durch die oben genannte auslastung. den gefühlen einen raum zu geben zu wachsen und nicht von einer heissen verliebtheit ind die nächste zu stolpern. und ich war darin meister. vielleicht haben sich meine prioritaten auch verschoben? ich möchte damit natürlich nicht sagen, dass liebe eine kopfgeschichte sein sollte. begehren ist ein wichtiger punkt. aber, ich frage mich oft (und habe mich das auch selber gefragt), wieso viele frauen beziehungen haben mit männern die bindungsunwillig sind. die verheiratet sind. die sich nicht wirklich auf etwas (auf ein kennen lernen, aus dem verbindlichkeit wachsen kann) einlassen wollen. zum teil irst du leonie sagen, dass die frauen zu viel fordern. ich denke aber auch, dass eine frau, die sich eine verbindliche beziehung wünscht, ihre zeit mit jemanden verschwenden kann, der von vorneherein klarstellt, dass er eine solche nicht wünscht.

oh je, ich glaube, ich schweife etwas ab und bin etwas wirr heute. sorry. es ist ziemlich schwer diese gedanken dazu zu ordnen.

eine frage stelle ich mir noch. wann fällt eine verbindliche entscheidung? mit dem wunsch das leben miteinander zu verbringen? mit dem zusammenziehen? ich habe einmal kurz mit jemanden zusammengewohnt. bzw. er hat bei mir gewohnt. ob das zählt weiss ich gar nicht, ich habe es nicht so empfunden. suche ich mir eine wohnung mit jemanden, dann hat das für mich etwas verbindlicheres. die konsewuenz, die du liebe leonie hast: füreinander oder trennung (habe ich das richtig verstanden) nach einer zeit ziehen würdest, kann ich verstehen. für mich war eine beziehung dann vorbei, wenn ich wusste, dass ich einen mann nicht heiraten möchte. ich brauche keinen zeitvertreib. genauso würde ich umgekehrt ahrscheinlich reagieren, wenn mir ein mann nach einiger zeit (also, wirklich 3 jahren), er könne noch nicht entscheiden, ob wir heiraten wollen oder nicht. vielleicht bin ich da spiessig. für mich ist eine entscheidung zur ehe etwas wichtiges.

lieber gruß
lieschen

Inaktiver User
17.12.2005, 19:17
Lieschen,

interessante These, dass Verliebtsein nicht so blind macht, wenn man ein ausgefülltes Leben hat. Ob diejenigen, die von sich selbst sagen, dass sie "blind vor Liebe" waren, das auch so sehen? Oder geht das nur rückblickend?



zum teil wirst du leonie sagen, dass die frauen zu viel fordern.

Wie kommst Du darauf? Bzw. ich verstehe das nicht recht.


Gruß, Leonie

Inaktiver User
17.12.2005, 23:06
liebe leonie,

ich habe das eher auf das "langsame angehen" bezogen. ich hatte dich da so verstanden, aber natürlich kann das auch falsch sein :blumengabe:. ich glaube aber, dass wir da fast noch ein thema anfangen anzuschneiden. das thema erwartungen. welche habe ich? welche sind angemesssen (für mich/allgemein)? welche erwartungen kann mein partner erfüllen und selber haben? das ist aber ein sehr schweres thema, mit dem ich mich in bezug auf mich länger auseinandergesetzt habe. und das im zusammenhang damit, dass ich ja nun nicht sagen kann grosses "glück" in meinen partnerschaften gehabt zu haben. mir ist klar geworden, dass ich teilweise überzogene erwartungen gestellt habe. nämlich (und da ist dann doch der schnittpunkt), dass ich bewusst oder unterbewusst erwartet habe, dass der mann glück in mein leben bringt. natürlich sollte das ein teil sein, aber wenn es der ausschliessliche punkt wird, dann wird es gefährlich.

diese these trifft wohl für mich zu und ich muss zu meiner schande gestehen, dass mir eine sehr gute langjährige freundin dies seit ewigkeiten gepredigt hat. ich habe es zwar aufgenommen und sogar nachvollziehen können, aber umgesetzt habe ich wenig davon. irgendwie habe ich immer auf den "retter" gewartet und WOLLTE in männern dinge sehen, die sie gar nicht waren. dies trat bzw. tritt erst langsam in den hintergrund, weil andere dinge wichtiger wurden.

lieber gruß
lieschen

Edelherb
21.12.2005, 10:25
@Lieschen:



lzum einen zur urteilsfähigkeit. ich werfe mal eine wilde these in den raum, die wahrscheinlich nicht für alle zutrifft (sogar sicher), aber es betrifft etwas, was ich bei mir bemerke.

zum einen merke ich, dass, wenn der rest meines lebens sehr ausgefüllt ist - wie jetzt - es wesemtlich leichter fällt einen klarer blick zu behalten. vielleicht ist das dieses "komm erst mal mit dir selbst ins reine", was ich ehrlich gesagt früher nie so ganz zuordnen konnte.



Das finde ich einen sehr interessanten und plausiblen Gedanken! Denn je mehr ich mit mir selbst zufrieden bin, mit mir selbst klar komme, desto weniger muss ich den Mann als Märchenprinz überhöhen und dann entsprechend enttäuscht werden.

Ich habe gerade die Erfahrung gemacht, dass mein Freund für längere Zeit abwesend war und ich es - auch - genossen habe (und ihn natürlich trotzdem gleichzeitig vermisst habe). Und es auch gut fand, mich wieder um einige Alltagsdinge kümmern zu müssen, die sonst praktischerweise mein Freund macht. An der Elektrik in der Wohnung basteln (um eine Lampe anzuschliessen), Reifen wechseln etc. Zu merken, wenn es sein muss, kann ich das auch bzw. kann ich mir die entsprechende Hilfe im Freundeskreis suchen. Aber auch: eine Weile allein mit mir zu sein und das auch geniessen können. Und jetzt geniesse ich es wieder umso mehr, dass er da ist. Aber ich weiss, dass mein Leben nicht öd und leer ohne ihn wäre (wenn ich mir den Verlust trotzdem nicht ausmalen mag).





vielleicht ist das ein punkt. der andere ist - und ich denke, dass ist auch etwas, was leonie meint. er ist mit dem oben genannten schon verwandt - ich hoffe, ich wiederhole mich jetzt nicht. ist es so schlimm nicht gleich heiss verliebt zu sein? ist es nicht manchmal sogar besser? ich glaube, man merkt vielleicht sehr schnell, ob jemand das herz spontan begeistern kann, glaube aber inzwischen auch, dass man sich da selber etwas bremsen kann. durch die oben genannte auslastung.



Zum selber bremsen habe ich keine Erfahrung. Oder habe ich das bisher einfach automatisch gemacht? Aber auf jeden Fall ist auch da die Erfahrung in meiner jetzigen Beziehung interessant: ich hatte nie dieses Gefühl der heissen Verliebtheit, eher tiefe Liebe. Die es natürlich anfangs nicht geben kann, weiss ich, aber doch etwas ganz anderes als die berühmten Schmetterlinge im Bauch.



den gefühlen einen raum zu geben zu wachsen und nicht von einer heissen verliebtheit ind die nächste zu stolpern. und ich war darin meister. vielleicht haben sich meine prioritaten auch verschoben? ich möchte damit natürlich nicht sagen, dass liebe eine kopfgeschichte sein sollte. begehren ist ein wichtiger punkt. aber, ich frage mich oft (und habe mich das auch selber gefragt), wieso viele frauen beziehungen haben mit männern die bindungsunwillig sind. die verheiratet sind. die sich nicht wirklich auf etwas (auf ein kennen lernen, aus dem verbindlichkeit wachsen kann) einlassen wollen. zum teil irst du leonie sagen, dass die frauen zu viel fordern. ich denke aber auch, dass eine frau, die sich eine verbindliche beziehung wünscht, ihre zeit mit jemanden verschwenden kann, der von vorneherein klarstellt, dass er eine solche nicht wünscht.



Ja, ich glaube auch, dass da viel Selbstbetrug mit drin steckt und warum das jemand macht, verstehe ich ehrlich gesagt nicht. Auch da bin ich wieder für eine Erfahrung dankbar: ich war verliebt (oder doch nur verknallt?), aber wusste und spürte genau, dass das nur eine temporäre Geschichte ist und das ganze nie für eine Beziehung, zumindest nicht für eine längere, reichen würde. Und habe es bleiben gelassen. Ich war froh zu merken, dass die Instinkte weiter funktioniert haben.



eine frage stelle ich mir noch. wann fällt eine verbindliche entscheidung?



Neulich hatte ich das Gefühl, jetzt wird es ernst: Ich hatte ein Klingelschild mit unser beider Namen anfertigen lassen und es angeschraubt. Vorher hing da immer nur ein selbstgeschriebenes Papierteil, was gerne abfiel. Manchmal merkt man es an den Kleinigkeiten. :freches grinsen:



mit dem wunsch das leben miteinander zu verbringen? mit dem zusammenziehen? ich habe einmal kurz mit jemanden zusammengewohnt. bzw. er hat bei mir gewohnt. ob das zählt weiss ich gar nicht, ich habe es nicht so empfunden. suche ich mir eine wohnung mit jemanden, dann hat das für mich etwas verbindlicheres. die konsewuenz, die du liebe leonie hast: füreinander oder trennung (habe ich das richtig verstanden) nach einer zeit ziehen würdest, kann ich verstehen. für mich war eine beziehung dann vorbei, wenn ich wusste, dass ich einen mann nicht heiraten möchte. ich brauche keinen zeitvertreib.



Inzwischen geht es mir ähnlich. Lange habe ich mir über solche Dinge aber keine Gedanken gemacht, da reichte es mir, eine gute Zeit zu haben, solange sie eben währte. Wann so eine Entscheidung fällt, kann ich nicht sagen, ich stand nur einmal bzw. zweimal vor dieser Situation. Zusammen wohnen tue ich das erstemal mit einem Partner. Bei meinem Ex merkte ich irgendwann, dass mir die Gedanken an eine gemeinsame Zukunft schwerer und schwerer fielen. Und da wusste ich (zumindest tief drinnen), dass die Beziehung bei aller Freundschaft vorbei ist. Daraus auch die Konsequenz zu ziehen habe ich leider erst geschafft, als mein jetziger Freund vor der Tür stand. Da war ich aber auch das erstemal an diesem Punkt, dass ich eine Beziehung erst gar nicht angefangen hätte, wenn es nicht von vornherein klar gewesen wäre, dass beide Seiten den Wunsch nach etwas langem und verbindlichen haben.

Grüße,
Edelherb

Edelherb
21.12.2005, 13:59
Lieschen, noch ein Nachtrag, inspiriert duch einen anderen Strang:



eine frage stelle ich mir noch. wann fällt eine verbindliche entscheidung?



Wenn man beschliesst, Weihnachten miteinander zu verbringen und nicht mehr unbedingt mit der Herkunftsfamilie. :freches grinsen:

Tomatina
02.01.2006, 14:13
Schnüffeln kann auch hilfreich sein...ist es auch gar nicht fein...

Meine Story:

Ich hatte einmal eine sehr schöne Beziehung incl. vollstem Vertrauen etc.
Dann hat er übers Internet eine Frau kennengelernt (und eine Affaire begonnen). Ich habe mehrfach Schluss gemacht, aber er hat mich immer wieder rum gekriegt. Wir arbeiten im selben Büro, im selben Zimmer...

Wir blieben zusammen, er hat das mit der anderen beendet, wir haben ein Haus gekauft und er wurde nicht müde mir zu versichern, wie wichtig ich ihm sei...Durch Zufall hab ich dann plötzlich wenig später eine email von einer Frau bei ihm gefunden, die sehr "interpretationsfähig" war (sie haben darin auch ein gemeinsames Wochenende geplant - "das Programm richtet sich nach den Interessen der Beteiligten")... Ich hab ihn sofort zur Rede gestellt. ER meinte, das sei belanglos etc etc.

Dann sind wir eingezogen, eine Woche später kam besagte Frau zu Besuch. Das war für mich der Horror, ich hab dann wieder Schluss machen wollen und er hat mich wieder rumgekriegt. Eine Woche später fuhr er zu ihr auf ein Turnier. Ich hab's nicht mehr ausgehalten und mir zumindest eine Pause ausbedungen. Er nahm an und fuhr schnurstracks wieder zu seiner neuen Bekanntschaft. Kam zurück, meinte , alles unverfänglich, er würde nicht etwas neues anfangen, solange das mit uns noch nicht geklärt wäre bla bla. ER wisse auch nicht, wann er wieder zu ihr fahren würde etc. Wir feierten Silvester. Er meinte dann, er würde noch eine Weile nach Hause zu seiner Mutter fahren...

Ich habe dann in seiner Abwesenheit seine Wohnung durchsucht, festgestellt, dass er ihr in einem Monat über 100 sms geschickt hatte und sich mind. zweimal mit ihr heimlich getroffen hatte, mit ihr in den Urlaub fuhr etc. Das alles, während er parallel mich immer wieder anflehte, dass es wieder werde mit uns. Mich haben meine Schnüffelergebnisse (ans Handy bin ich allerdings nie) darin bestärkt, nicht wieder umzufallen, denn es ging mir in dieser "Beziehung" erwartungsgemäß sehr schlecht, auch physisch, ich trank viel, ich rauchte wie ein Schlot, war gereizt...

Mittelweile sind wir ein Jahr getrennt, ich knabbere immer noch an der Geschichte - WIE KONNTE ICH SO BLÖD SEIN!-, aber wenigstens habe ich diesen gestörten polygamen Heinrich nicht mehr an der Backe.

Resümee: es gibt durchaus Sitationen im Leben, in denen man jegliche Hemmungen verliert. Man sollte keine(n) verurteilen, der/ die sich unfairer Methoden bedient.
Meistens liegt ja schon ein Vertrauensbruch der Gegenseite vor.

Meine Empfehlung: Ist das Vertrauen gestört und helfen auch ewige Gespräche nicht, weil der Partner lügt oder dicht macht - Schluss.Aus.Ende. Möglischst BEVOR man sich nicht mehr im Spiegel ins Gesicht schauen kann!

Zitronenfalter
02.01.2006, 15:15
Es ist immer wieder kaum zu glauben wie dreist manche Menschen sein können :freches grinsen:

Vielleicht hat ja jemand mal einen Erklärungsansatz, aus welchem Grunde jemand eine derartig feste Bindung (z.B.Haus) eingeht, wenn er sich parallel auf ganz anderen Windungen des Lebens unterhält ?

Was geht in so einem Menschen vor ?

Nichts ? Oder ist das pure Ignoranz und Überheblichkeit ?

Inaktiver User
02.01.2006, 15:30
@Tomatina,

wir hatten hier ja mehrere Geschichten, wo sich Frauen nur nach Schnüffeleien aus offensichtlich gestörten Beziehungen lösen konnten. Aber meiner Meinung nach rechtfertigt auch das Schnüffeln nicht. Du gibst die Antwort ja selbst.




Meine Empfehlung: Ist das Vertrauen gestört und helfen auch ewige Gespräche nicht, weil der Partner lügt oder dicht macht - Schluss.Aus.Ende. Möglischst BEVOR man sich nicht mehr im Spiegel ins Gesicht schauen kann!




Die Lösung heißt nicht "schnüffeln", sondern "Verstand angeschaltet lassen", und sich selbst treu bleiben.

Gruß, Leonie

Tomatina
03.01.2006, 09:21
Tja, was geht in so einem Menschen vor....

einerseits meinte er wohl, in mir seine Traumfrau gefunden zu haben,
andererseits:"Alles so schön bunt hier!". Er wollte halt alles, mich und viel Spaß mit anderen.

Ich war auch nicht besonders nett zu ihm nach der ersten Affaire, und er konnte die Saure-Gurken-Zeit mit mir nicht durchstehen.
Insgesamt ist der Mann aber einfach beziehungsgestört, übermäßig freiheitsliebend und gehört schlicht und ergreifend in eine Therapie.

Wie Leonie sagt, Verstand anlassen ist immer das beste! Bzw. auf den Bauch hören.

Alles Liebe K.

Inaktiver User
03.01.2006, 10:04
Tomatina,

ich frage mich nur wo du gelandet wärst, hättest du seinen Beteuerungen geglaubt.

Du hattest aber auf deinen Verstand gehört, der dir sagte : Aufgepasst!!


Dein Verstand sagte dir: Mach die Augen auf, was auch bedeutet: Schnüffel.


Ich bitte euch, welcher Polizist ist in der Lage ein Verbrechen aufzugklären, wenn er nicht Schnüffeln darf?????

Wenn es darum geht, sich selbst zu schützen muß man schnüffeln.

Wenn der Partner immer wieder lügt und man wurde schon betrogen, und der partner lügt aber weiter aber Frau weiss es ganz genau, kann es ihm oder sich nur nicht wiederlegen, müssen eben Beweise her. Und da ist, des Selbstschutzes her Schnüffeln völlig legitim.

Tomatina, wäre dem Abgrund geneigt gewesen, hätte sie diesem Mann weiter seine Worte vertraut. Schließlich möchte man nicht wahrhaben wollen, das man doch betrogen wird. Man möchte davon ausgehen geliebt zu werden. Frau möchte ihren Partner ja lieben und vertrauen. Aber sie sieht, das er sich wiederspricht und spürt das etwas nicht stimmt.

LG
Yvonne

Inaktiver User
03.01.2006, 13:51
Wenn es darum geht, sich selbst zu schützen muß man schnüffeln.

Wenn der Partner immer wieder lügt und man wurde schon betrogen, und der partner lügt aber weiter aber Frau weiss es ganz genau, kann es ihm oder sich nur nicht wiederlegen, müssen eben Beweise her. Und da ist, des Selbstschutzes her Schnüffeln völlig legitim.






wir sind wieder beim thema yvonne :smirksmile: :freches grinsen:

ich würde so einen mann verlassen, ganz klar!!! mit fliegenden fahnen wäre ich weg. :schild genau:

Inaktiver User
03.01.2006, 14:05
Yvonne,

ich hatte auch gedacht, dass Du gestern die Absurdität des Schnüffelns so richtig vor Augen geführt bekommen hast.

Die Polizei darf übrigens das Postgeheimnis (das auch in der Ehe gilt - es sei denn, es ist mit dem Partner abgesprochen) nur auf richterliche Anordnung bei Verdacht auf schwere Verbrechen verletzen.
Wenn ich in meiner Beziehung einen schweren Verdacht habe, ist die Beziehung sowieso am Ende.
Und das meiste Schnüffeln findet aufgrund von "Unsicherheit" statt.


@Tomatina

Wie lange kanntest Du ihn, bevor Du mit ihm zusammengezogen bist?
Bzw. Wie lange ward Ihr zusammen, bevor er anfing, sich umzuschauen?

Gruß, Leonie

Mirca
03.01.2006, 14:51
Hallo Yvonne,



Ich bitte euch, welcher Polizist ist in der Lage ein Verbrechen aufzugklären, wenn er nicht Schnüffeln darf?????



schon mal was von Gewaltenteilung gehoert? Die schnueffelnde Ehefrau als Staatsanwältin, Polizistin und Richterin in einem Aufwasch passt da nicht wirklich rein. Insofern ist das doch alles nur der Versuch, das Ganze zu rationalisieren.

Machen wir doch mal worst-case für die Ängste der Schnuefflerinnen:
mann geht fremd und die angeblich ja "naive" nicht-schnuefflerin kriegt es also nicht mit.
wirklich? Muss ne komische Beziehung sein wo mann ne Beziehung nebenher hat und frau ist gluecklich.
also weiter, wir nehmen an sie merkt was und spricht ihn an.
Er weicht aus. Sie will "es wissen".
Ja und? statt dazu Kommunikation zu wählen nimmt sie den vermeintlich leichteren Weg und "schaut nach". Was findet sie? Noch mehr unsicherheit die nur ueber reden zu loesen ist.
Nur weil 2 Menschen nicht in der Lage sind offen miteinander um zu gehen und sich ehrlich ihre Gefuehle mitzuteilen loest doch das "suchen nach Beweisen" gar nix. Ist hier doch in unzähligen Threads nachzulesen: nach dem Schnueffeln isses noch genauso unklar wie vorher. Nach dem Schnueffeln tuts mindestens genauso weh wie vorher.
Die angeblich "vertane Zeit" die frau durch schnueffeln erspart hat indem sie ihn sofort danach in die Wueste schickte ist doch nur eine Option fuer die die Trennung wollen. Ich nehme mal an dass die wenigsten das eigentlich vor hatten....

wenns schon nicht ueber moralische Standards in Kopefen die sowas nicht kennen durchzusetzen ist dann greift vielleicht der pragmatische Ansatz dass es eben nichts bringt. Im Gegenteil noch mehr Leid bringt. Die Verunsicherung erhoeht, das miteinander reden noch schwieriger macht, die eigene Position untergraebt und eigentlich nur den einen Ausweg nämlich Trennung uebrig laesst.

Insofern ist die Beziehung tatsächlich hoechst gefährdet dadurch. Mindestens im gleichen Masse wie durch sein tatsächliches oder vermutetes Fremdgehen.

gruesse
mirca

Inaktiver User
03.01.2006, 14:52
Vertrauen ist gut, kontrolle ist besser ! :schild genau:

Inaktiver User
03.01.2006, 14:54
Yvonne, was ist denn in Dich gefahren?

Sollen wir denken, dass Du ein Fake bist?

Mirca
03.01.2006, 15:02
Vertrauen ist gut, kontrolle ist besser



Hallo Yvonne,

tja, da kommen wir der Sache so langsam näher. Klar, wenn Du so leben willst dass Du denkst es bricht alles auseinander wenn Du nicht kontrollierst, OK. Wir sind ein freies Land in dem sich jede/r nach eigener Fasson ungluecklich machen darf.
Mir selbst wäre nicht nur zu anstrengend sondern auch der falsche Ansatz: wenn er mit mir nur zusammenbleibt weil ich ihn kontrolliere dann isses definitiv der falsche.

Vielleicht hats wirklich was damit zu tun dass gerade weil ich keine Angst habe dass er mich verlaesst (und umgekehrt rum genauso) und wir beide Kontrolle verabscheuen wir seit nun 20 Jahren zusammen sind.

aber ok, ich habe aus einer gluecklichen Beziehung heraus leicht reden. Nur bei einem bin ich mir sicher: wenn ich ein ungutes Gefuehl habe dann spreche ich mit ihm darueber. Und wenns danach immer noch da ist dann reden wir halt weiter. Oder haben auch mal die Geduld ein wenig abzuwarten. Das Aushalten von Unsicherheit ist nicht einfach. Aber gehoert zum Leben nunmal dazu.
Wenn ich statt dessen ein Gefängnis bauen will mit kontrolliertem Freigang dann würde ich mir selbst ja auch Lebensqualität nehmen. Und ganz ernsthaft gefragt: was hält Dich bei einem Mann von dem Du annimmst er betrügt Dich sobald Du ihn nicht kontrollierst?

Gruesse
mirca

Inaktiver User
03.01.2006, 15:03
Yvonne,

ich hatte auch gedacht, dass Du gestern die Absurdität des Schnüffelns so richtig vor Augen geführt bekommen hast.






Leoni

hab ich ja auch. Und ich lass es ja nun auch sein. Aber ich bin nun einmal nicht so stark und selbstbewußt, dass ich sagen könnte ich höre da jetzt nur auf meine eigene Stimme. Wenn solch ein Urvertrauen einmal gestört wurde, muß man auch den Menschen verstehen, der sich mit solchen Aktionen beruhigung oder anderen Falls Gewissheit verschaffen möchte.

Es ist schön für alle Frauen, die stets Klug genug waren und immer den richtigen Partner gefunden haben. Und wenn eben mal nicht, die Beziehung gleich beenden konnten.

Wenn ich aber 15 Jahre eine Beziehung führe und meinem Mann vertraue und dann kommt mit einem Schlag so etwas, schmeiße ich die Beziehung nicht gleich über Bord sondern frage mich, ob ich ihm vielleicht unrecht tue und ggfl. schnüffel ich dann. Denn schließlich konnte ich ihm ja einmal Vertrauen.


LG
Yvonne

Tomatina
03.01.2006, 15:08
@Leonie

Wie lange kanntest Du ihn, bevor Du mit ihm zusammengezogen bist?
Bzw. Wie lange ward Ihr zusammen, bevor er anfing, sich umzuschauen?
*==========.
Ich kannte ihn vor der Beziehung zwei Jahre. Wir sind ja Kollegen.
Die erste "Nebenfrau" tauchte dann nach eineinhalb Jahren auf...
Nach zweieinviertel Jahren haben wir das Haus gekauft. Es ist ein Zweifamilienhaus, jeder hat eine eigene Wohnung. Ich dachte damals, auch wenn wir nicht mehr zusammen sind, es kann nie so schlimm werden, dass wir nicht im selben Haus wohnen könnnen.
Ich hatte mich noch nie mit einem Mann so gut verstanden...
Damals konnte ich noch nicht wissen, dass er drei Monate, nachdem er Schluss gemacht hatte mit A, vier Wochen nach Unterzeichnung des Kaufvertrages, mit B (seiner jetzigen) anfangen würde...auch wusste ich nicht, dass sie eine Woche nach Einzug auf der Matte stehen würde...ich habe einfach nicht geglaubt, dass ein Mensch aus purer Gedankenlosigkeit und akuter Bedürfnisbefriedigung ohne geringstes Nachdenken über Konsequenzen so handeln könnte...tja, dumm gelaufen...wir wohnen übrigens immer noch dort...und es herrscht Krieg...

Liebe Grüße

Inaktiver User
03.01.2006, 15:08
Yvonne,

Ich dachte das sei gestern geklärt worden, dass das gestörte Vertrauen aus einer Unsicherheit entstanden ist, die ganz aus Dir kommt.
Insofern kann Schnüffeln - egal was das Ergebnis ist - nichts nützen. Sondern irritiert höchstens und vergiftet die eigene Seele und die Beziehung.

Und - wie ich am Anfang dieses Threads ausgeführt habe - ich kann mir schon vorstellen, dass frau in Versuchung kommen kann. Aber genau deshalb sollte man es als feste Regel akzeptieren: das ist verboten. Und Punkt. Wie ich oben geschrieben habe: Ich klaue auch keinen Apfel, wenn ich Hunger habe. Und am Verhungern ist nur ganz ganz selten jemand.

Gruß, Leonie

Inaktiver User
03.01.2006, 15:15
Mirca,

das hast du auf den Punkt gebracht.

Genau deswegen, habe ich z.B. mit dem Schnüffeln aufgehört. Ich habe mir selbst nur geschadet.


ABer leider überkam es mich gestern doch noch mal :gegen die wand:

Und was ist passiert? Hab mich selbst soetwas von in die Nesseln gesetzt, dass es weh tat. Aber richtig weh.

Da bin ich wieder froh, dass mein Mann es mit Humor sieht. Das spricht auch wiederrum für ihn.

Nein, du hast völlig recht. Aber ich glaube, dass was hier verurteilt wird, nämlich das "Schnüffeln" ist den meisten Frauen bewußt. Denn im Grunde erniedrigt sich eine Frau mit dieser schnüffelei selbst.

Schon zu sagen, ich schnüffel weil ich nicht vertraue, ist eine selbsterniedrigung.

Und dass weiß Frau auch. Das ist das, was ich damit sagen wollte.

Man sollte nicht mit erhobenen Zeigerfinger auf die Frau zugehen und sagen.

"Boh= Du Schnüfflerin du elendige--schäm dich.

Das führt nicht wirklich zu etwas. Weiß die Frau es doch selbst, fängt an sich des schnüffels wegen zu rechtfertigen und was bringt es? Rein gar nichts.

Das wirkliche Übel wurde nicht an die Wurzel gefasst.

Also, entsprechend Hilfestellung geben, aber nicht verurteilen.

Wir frauen sollten endlich mal anfangen solidarisch miteinander umzugehen.

Etwas was Männer schon lange praktizieren, weswegen Männer sich auch mehr rausnehmen, bessere Freundschaften hegen usw. usw.

Gruß
Yvonnchen

Inaktiver User
03.01.2006, 15:18
Ohje,

Mirca, mein Beitrag bezog sich auf deinen Vorletzten Beitrag.


Ihr seit alle sooooo schnell.


Jetzt muß ich erst mal wieder lesen, hab völlig die "KONTROLLE" verloren :blumengabe:


Leonie, bin kein Fake , der Spruch fiel mir nur gerade so ein. Lies mein letzten Beitrag. Ist alles in IO.

Inaktiver User
03.01.2006, 15:25
Yvonne,

Ich dachte das sei gestern geklärt worden, dass das gestörte Vertrauen aus einer Unsicherheit entstanden ist, die ganz aus Dir kommt.

Gruß, Leonie



Genau so ist es.

Ich habe jetzt eben auch an Tomatina gedacht. Sie hätte es nicht anders geschafft.

Klar, den Weg hätte sie sich mit mehr Selbstvertrauen sparen können. Sie wusste es in diesem Moment aber nicht besser.

Ich finde, nicht sie sollter wegen ihrer kleinen Schwächen verurteilt werden. Sondern der Mann, der sie wegen ihrer Schwächen benutzt und betrogen hat, weil eben die eine Schwäche, ein geringes Selbstwertgefühl, die andere mit einbeschließt.

Inaktiver User
03.01.2006, 17:33
Yvonne, was ist denn in Dich gefahren?

Sollen wir denken, dass Du ein Fake bist?





DEN verdacht habe ich gestern schon geäussert :fg engel:

Inaktiver User
03.01.2006, 18:01
Wieso? Was deutet denn bei mir darauf hin, dass ich ein Fake sein sollte ? Versteh ich ehrlich gesagt nicht.

Etwa weil ich trotz allem meinen Humor nicht verloren habe und einen Spruch wie: "Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser" ablasse? Das solche Sprüche nicht ernstzunehmen sind, dürfte doch für jeden offensichtlich sein oder? Wenn nicht, fänd ich es ziemlich schade.

Inaktiver User
03.01.2006, 18:14
@Yvonne

ich kanns dir nicht sagen, warum ich und leonie auf dieselbe idee kamen, war ja nicht abgesprochen :freches grinsen: wenn wir dir unrecht tun, dann entschuldige ich mich wirklich dafür :wangenkuss:

Inaktiver User
03.01.2006, 18:35
Naja, man kann ja soetwas mal annehmen, schließlich kennt man sich nicht und man sitzt sich auch nicht gegenüber.

So habe ich auch gestern über dich gedacht, du seist ein Fake.

1. Weil du dein Gästebuch gesperrt hast.

2. Weil du dich trotz, ach so guter Beziehung ausschließlich in Problemforen aufhältst und überall davon erzählst wie gut "deine" Beziehung verläuft. Da könnten einem schon mal die einen oder anderen Zweifel kommen.

Aber das würde sich in Mutmaßungen und Spekulationen verlaufen, und davon haben die Frauen, die hier ihre Probleme posten erst mal reichlich genug. Darum lass ich solche Unterstellung und nehme die Dinge so wie sind. Bis jetzt. Wenn ich natürlich selbst angesprochen werde, sage ich meine Meinung dazu, wie jetzt.

LG
Yvonchen

Inaktiver User
03.01.2006, 20:04
So habe ich auch gestern über dich gedacht, du seist ein Fake.

1. Weil du dein Gästebuch gesperrt hast.

2. Weil du dich trotz, ach so guter Beziehung ausschließlich in Problemforen aufhältst und überall davon erzählst wie gut "deine" Beziehung verläuft. Da könnten einem schon mal die einen oder anderen Zweifel kommen.






Häää!!! mein gästebuch ist gesperrt, ich hatte nicht mal eine ahnung dass ich sowas habe. mich hat das nicht interessiert.
ach jetzt schaltet es mir. ich bin auf status "unsichtbar", desshalb kannst du nicht in mein gästebuch.

ich denke, es ist auch notwendig, dass leute mit guten beziehungen hier posten, bin ja nicht der einzige der eine gute beziehung hat.
noch was, ich kann auch lernen wie man es nicht machen muss :smirksmile:

aber deine zweifel darfst du gerne behalten :freches grinsen:!!!

Corazon2806
04.03.2006, 13:33
Ich habe mir den kompletten Thread über das "Nachschnüffeln" durchgelesen.
Grundsätzlich finde ich dieses "Nachschnüffeln" auch nicht gut. Habs selbst auch vor kurzem getan und wünschte im Nachhinein ich könnt's ungeschehen machen. Wie schon so oft in diesem Forum gelesen habe ich auch für mich ziemlich eindeutige SMS gefunden, da sie von einer anderen Frau kamen und die mich sehr verletzt haben. Hab meinen Lebensgefährten natürlich darauf angesprochen und ihn gleichzeitig gefragt, ob ihm in unserer nunmehr 7jährigen Beziehung irgendetwas fehle. Er reagierte total geschockt und hat die besagten SMS damit abgetan, das ihm diese Frau einfach nur nachsteige und ich mir keine Gedanken machen müsse. Er hat abgestritten mit dieser Frau etwas zu haben und tut es bis jetzt immer noch. Würde ihm wahrscheinlich auch glauben, wenn da nicht diese eindeutigen SMS wären. Ich muß dazu sagen, das wir eine sehr "gute" Beziehung führen (ihr versteht was ich meine) und mir nie in den Sinn gekommen wäre, das er sich für ne andere interessieren würde. Aber für mich sieht es halt so aus. Bin völlig aus der Bahn geworfen und weiß nicht mehr weiter. Wenn wir zusammen sind ist meine Welt in Ordnung. Aber sobald er aus dem Haus geht (wir leben zusammen) kommen gleich so Sachen in meinen Kopf wie "geht er jetzt zu ihr ???" usw. Er läßt nach wie vor sein Handy offen herumliegen und ich vermeide es tunlichst nochmal reinzuschauen. Aber jedesmal, wenn er ne SMS kriegt zucke ich zusammen.
Wie schon geschrieben leben wir zusammen und er gibt mir eigentlich keinen Anlaß zu glauben, das es da noch ne andere geben würde. Wenn da nicht mein komisches Bauchgefühl wäre.
Was meint Ihr ??? Würdet Ihr ihm glauben ???

Emilia74
04.03.2006, 13:43
liebe corazon,


du sagst ihr habt eine perfekte beziehung- aber warum schaust du dann in sein handy?
ich könnte es nachvollziehen, wenn ihr eine krise hättet oder so ähnlich.

ich mußte letzte woche handy meines freundes benutzen, er bat es mir an! und als ich im posteingang so viele sms von seiner ex fand habe ich eine gelesen. leider für mich eine sehr eindeutige. "nach dem besagten donnerstag fühle ich mich verarscht, du hast dich an der affaire hochgezogen. warum spielst du mit meinen gefühlen?"

er streitet alles ab und meint sie bezieht sich auf april 2005 und war betrunken als sie dies schrieb.

ich weiß nicht wie eindeutig die sms war? vielleicht hast du auch einfach angst ihn zu verlieren und interpretierst da was hinein.
ich denke aber auch, dass frauen nicht grundlos irgendetwas schreiben, in der hoffnung, dass die partnerin des angebetenden diese liest.

was schreibt diese frau deinem freund?


gruß
emilia

Andreass
04.03.2006, 15:54
hallo corazon 2806, leonie, emilia, lara, yvonne,

ich bleib dabei: schnüffeln ist ein scheiss-wort, dass es nicht richtig trifft: eher ist es nur eine art gesunden misstrauens, dass geschürt wird, weil ein partner plötzlich anfängt, sich merkwürdig zu verhalten oder übertrieben auf den schutz seiner privatsphäre drängt.

in liebe/partnerschaft bin ich aber jederzeit gern bereit, diese tür in meine privatsphäre für meinen partner jederzeit und ganz weit zu öffnen. ich freue mich, wenn er anteil nimmt, sich einbringt, wenn er möchte. und dies wünschte ich mir auch von meinem partner: das er mich nicht ausschliesst. sobald ich fühle, dass diese tür nicht jederzeit für mich offen ist, verschlossen gehalten wird, werde ich stutzig und beginne zu ergründen, warum. denn, welche gründe bitte schön, sollen denn zulässig sein für diesen bedingungslosen schutz der privatsphäe eines partners ? dieser schutz wird doch regelmässig nur dann und einseitig eingefordert, wenn der einfordernde angst hat vor entdeckung ! und affären funktioneren doch nur in heimlichkeit....

wir hatten bisher in unserer partnerschaft auch folgendes problem:
sie sah mich zu anlässen, feiern, partys mit anderen frauen zusammenstehen und beobachtete unsere angeregten unterhaltungen. sie selbst war dabei meist auch anderen gesprächsgruppen aktiv, oder tanzte oder was weiss ich. immer wieder beobachtete sie mich jedenfalls und in ihr stiegen ängste auf (wir haben probleme in der ehe). letztendlich führte das zu verwürfnissen - sie wollte nicht schnüffeln, baute sich aber ein fiktives mentales bedrohungsgebilde zusammen, dass letztendlich zu heftigen unerwarteten reaktionen ihrerseits (der ultimative gegenschlag..) führte. es begann sich eine spirale des misstrauens zu drehen, die sehr sehr verletzend endete.

wir haben nun für uns entscheiden: jeder ist jederzeit berechtigt, zu einem gespräch des anderen hinzuzutreten und (natürlich verdeckt/höflich) letztendlich zu kontrollieren. und jeder wird dieses hinzutreten des anderen respektieren und, sollte es der andere wünschen, dieses gespräch beenden. ich habe damit kein problem. ich habe nichts zu verbergen, kenne aber teilweise nicht immer die ängste meiner frau und sie hat nur eine vage vorstellung davon, wie ein für sie unproblematischer umgang mit einem anderen mann für mich zum menatlen spiessrutenlauf werden kann. andersrum ist es doch genauso. es beruhigt mich, zu wissen, dass wenn sich wieder zweifel in mir aufbauen, wut, angst, das ich dann zu ihr gehen kann, auch wenn sie sich unterhält,jederzeit, und sie wird mich nicht zurückweisen sondern, wenn ich es wünsche, dieses gespräch sogar beenden und sich mir zuwenden. wie gesagt, auch das gespräch mir einer anderen frau ist MEINE PRIVATSPHÄRE und dennoch öffne ich diese tür weit, wenn ich meinen partner liebe und verhindern möchte, dass ich ihn verletze... und ich weiss, wir beide werden von dieser möglichkeit nicht leichtfertig oft gebrauch machen...

was soll dieses ganze gerede von: "sprich lieber mit ihm an stelle zu schnüffeln." das ist, mit verlaub, in meinen augen traumtänzerei und realitätsfern. wenn er eine affäre hat wird er versuchen, die zu verheimlichen (ngilt natürlich auch umgekehrt für sie) irgendwie logisch - oder ? da kannst du gaaaanz lange mit ihm sprechen, er wird, weil er weiss dass seine ehe auf dem spiel steht, dann ganz sicher nicht die wahrheit sagen. da könnte er sich ja gleich ein schild um den hals hängen: habe eine affäre....; nein - er wird AUF SEINE PRIVATSPHÄRE HINWEISEN, auf das unbedingte schutzbedürfnis derselbigen. logisch.

übrigens:
vor der affäre meiner frau hätte ich solche diskussionen als schattenboxen abgetan und wäre genauso ein absoluter verfechter der absoluten schutzbedürftigkeit der privatsphäre gewesen. ich hätte auch davon abgeraten, heimlich ein handy zu kontrollieren etc..

aber damals habe ich auch nicht die erfahrung gehabt wie heute. es gab da ja auch gar keinen anlass für misstrauen. da lässt sich gut über privatsphäre streiten.....

lg
andreas

Inaktiver User
04.03.2006, 16:08
vor der affäre meiner frau hätte ich solche diskussionen als schattenboxen abgetan und wäre genauso ein absoluter verfechter der absoluten schutzbedürftigkeit der privatsphäre gewesen. ich hätte auch davon abgeraten, heimlich ein handy zu kontrollieren etc..

aber damals habe ich auch nicht die erfahrung gehabt wie heute. es gab da ja auch gar keinen anlass für misstrauen. da lässt sich gut über privatsphäre streiten.....



Was genau hat Dir die Schnüffelei (ich finden diesen Begriff passend! :schild genau:) gebracht?

wundertsich

Prado

Inaktiver User
04.03.2006, 18:01
Siehst Du, Andreass,



übrigens:
vor der affäre meiner frau hätte ich solche diskussionen als schattenboxen abgetan und wäre genauso ein absoluter verfechter der absoluten schutzbedürftigkeit der privatsphäre gewesen. ich hätte auch davon abgeraten, heimlich ein handy zu kontrollieren etc..

aber damals habe ich auch nicht die erfahrung gehabt wie heute. es gab da ja auch gar keinen anlass für misstrauen. da lässt sich gut über privatsphäre streiten.....

,

und ich bin Verfechterin der Privatsphäre und des Vertrauens, gerade WEIL es bei uns eine Affäre gegeben hat.

Es ist ein langer Weg, wieder Vertrauen zu fassen. Er hat vor allem mit mir selbst zu tun und damit, mich damit anzufreunden, dass ein anderer Mensch FREIWILLIG bei mir ist, und zwar ohne dass ich ihn daran erinnern, oder kontrollieren müsste, und ohne dass ich an ihm zweifle.

Kontrolle missbraucht Vertrauen, unterminiert es, und verhindert, dass echtes Vertrauen - vor allem das zu Dir selbst - wachsen kann. Du kannst einen anderen Menschen niemals vollumfänglich kontrollieren. Selbst wenn Dir die Vereinbarungen mit Deiner Partnerin einen scheinbaren Schutz geben - es bleibt immer noch genug unkontrollierbarer Raum übrig - Du baust Dir eine Scheinsicherheit auf, die nicht existent ist. Vertrauen braucht Mut, auch den Mut, sich eine blutige Nase zu holen. Vertrauensbrüche können heilen und eine Beziehung stärker machen, oder zum Bruch der Beziehung führen - sie sind Teil des deals, Teil des Menschseins, weil Fehler machen, veränderlich sein, vielschichtig sein zum Menschsein dazu gehören.

Es tut weh sich eingestehen zu müssen, dass weder wir alle Aspekte des Partners beantworten und befriedigen können, noch er unsere, und dass wir diese Unsicherheit und diese Mangelsituation schlicht aushalten können müssen ohne unser Vertrauen gegen Kontrolle zu tauschen.

Traumtänzerei ist für mich, sich Netz und doppelten Boden in Form von übergriffigem Verhalten zulegen zu wollen. Auf Dauer führt so etwas nur dazu, dass sich das Bedürfnis nach einen individuellen Raum, nach Privatsphäre auf ANDEREN Ebenen einen Weg sucht. Temporär mag ein solches Verhalten als Antwort auf einen Treuebruch akzeptabel sein - auf Dauer ist es sehr dünnes Eis, in das die Beziehung früher oder später eiskalt einbricht.

Grüssle
Seawasp

Andreass
04.03.2006, 19:00
an prado:

--- zu: Was genau hat Dir die Schnüffelei (ich finden diesen Begriff passend! ) gebracht? ....

ich bin nicht durch "schnüffeln" auf die affäre meiner frau gestossen. vielmehr waren es eine vielzahl anderer indizien, u.a. der plötzlich von meiner frau so aggressiv eingeforderte "privatspährenbereich"...
-------------

aber pass auf prado, die affäre hat ERFAHRUNG gebracht: nämlich die erkenntnis, dass auch eine affäre häufig "wächst". sie entwickelt sich, und es ist sehr sehr schwer für den partner, sofort zu bemerken: hei- da läuft was schief. und wenn er es bemerkt, dann ist die affäre meistens in vollem gange. affären benötigen freiräume, spielräume, terminabsprachen, rückfragen....;
ich bin fest überzeugt: ich hätte das "sich anbahnen" der affäre meiner frau viel viel früher erahnt, wenn ich sofort das plötzliche sozusagen "verschwinden" ihres handys bemerkt hätte. aber da war noch viel viel vertrauen auf meiner seite... siche, ihr werdet sagen: du hast nicht auf die veränderungen im verhalten deiner frau geachtet: doch, habe ich. und sie hatte für diese verhaltensänderung zahlreiche ausreden, die auch einleuchteten.
eine affäre ist ja oft nicht sofort eine affäre, mit pimpern und allem drum und dran. sie beginnt schwach, mit kommunikation. und hätte ich an diesem punkt einfach ihr handy "verlangt" - ich glaube, es wäre nicht so schlimm geworden.....

prado: bist du schon betrogen worden ??
seawasp: und du ??

andreass

Inaktiver User
04.03.2006, 19:07
ich hätte das "sich anbahnen" der affäre meiner frau viel viel früher erahnt, wenn ich sofort das plötzliche sozusagen "verschwinden" ihres handys bemerkt hätte

....

- ich glaube, es wäre nicht so schlimm geworden.....




Ist das Dein Ernst? Was hättest Du den gemacht? Glaubst Du, Du hättest die Gefühle Deiner Frau für einen Anderen eindämmen können, wenn Du eher davon erfahren hättest. Glaubst Du, man kann Liebe erzwingen?

Ich sehe es wie Seawasp. Das Mißstrauen, das sich in der Schnüffelei ausdrückt, ist bereits der Anfang vom Ende.

Für mich wäre das so.

Und ja: ich bin schon betrogen worden. Ich habe keine Szenen gemacht, weil ich davon überzeugt bin, dass man Liebe nicht erzwingen kann und jeder seinen Weg gehen muss. Die Frau, die mich betrogen hat, ist übrigens zu mir zurückgekommen und wir waren 20 Jahre verheiratet.

Gruß

Prado

Andreass
04.03.2006, 19:07
an seawasp:

na klar geht es nur um den vertrauens-wiederaufbau. ich käme nie auf die idee, tatsächlich alles un dimmer kontrollieren zu wollen.

wie ist das bei dir, wenn dein partner zu dir käme und fragen würde: du hör mal, in den letzten wochen stimmt bei uns was nicht. ich habe so vieles schon versucht, so oft mit dir geredet, ohne erfolg. ich habe die vermutung und angst, dass du eine affäre hast. gestattest du mir einen blick in dein handy ? - DU GIBST ES IHM NICHT ???

lg
andreass

Inaktiver User
04.03.2006, 19:09
wie ist das bei dir, wenn dein partner zu dir käme und fragen würde: du hör mal, in den letzten wochen stimmt bei uns was nicht. ich habe so vieles schon versucht, so oft mit dir geredet, ohne erfolg. ich habe die vermutung und angst, dass du eine affäre hast. gestattest du mir einen blick in dein handy ? - DU GIBST ES IHM NICHT ???




Tja, da scheiden sich die Geister: Meine Partnerin würde in diesem Fall nicht nach meinem Handy fragen, sondern nach meinen Gefühlen und danach, wie ich zu ihr stehe.

Prado

Andreass
04.03.2006, 19:22
guten morgen, prado:

sie hatte dich schon mehrmals gefragt, dich beobachtet. aber du hast eine affäre und schwankst hin und her....; du lügst sie schon seit tagen an, weil deine affäre dich doch recht beschäftigt. deine partnerin hat es bemerkt und fragt dich jetzt nach deinem handy, weil sie nicht mehr weiter weiss und ihre angst riesengross ist, dich zu verlieren. sie kann nachts nicht schlafen.

GIBST DU IHR NUN DEIN HANDY ODER NICHT ?

andreas

Emilia74
04.03.2006, 19:26
was ich hier vermisse bei den rigorosen "pro privatsphäre vertretern" sind die grautöne. es ist nämlich nicht immer alles schwarz oder weiß! aber vielleicht fehlt es mir mit meinen 31 an ausreichender lebenserfahrung.

ja natürlich muss man die privatsphäre des partners respektieren, sehe ich genauso. aber wenn man in einer partnerschaft ist, dann sollte der sogenannte "fremdgänger" auch dem partner mitteilen, dass es jemanden anderen gibt, oder? dies ist ja ein signal dafür, dass einem etwas in der beziehung fehlt.

wenn mein partner eine andere frau besteigt, so empfinde ich es zumindest, dann verletzt er damit mehr als nur meine privatsphäre. ich möchte meinen partner nicht mit einer anderen frau teilen. natürlich handelt es sich in erster linie immer erst einmal um einen verdacht, der nicht immer bestätigt sein muss. wenn aber zweifel bestehen bleiben, lügen aufgetischt werden obwohl man mehrmalig versucht die situation zu klären- dann greift man, auch wenn es nicht fair ist, zu mitteln wie im handy nachschauen. falls sich der verdacht eindeutig bestätigen sollte, dann gibt es ja wohl zwei die sich nicht an regeln halten: der betrügende und der betrogene, fragt sich was am ende schwerwiegender ist?

im endeffekt ist das fremdgehen an sich nicht mehr das augenmerk, sondern der umgang damit, das verheimlichen, das verschleiern und die feigheit dem partner nicht die wahrheit zu sagen, vor allem wenn man gezielt gefragt wird.


UND als nebenschauplatz: was ist denn, wenn ein partner in einer gefestigten fremdelt? wenn man nicht verhütet weil man vertraut und der andere beim fremdeln auch nicht verhütet. und der betrogene vertraut und vertraut, merkt aber irgendetwas stimmt nicht....ich finde in zeiten von AIDS, geht es gar nicht mehr mal nur um das angeknackste selbstbewußtsein, nein es geht hier auch um fahrlässigkeit und manch einer mag sich wundern, wie fahrlässig mann und frau im eifer der wolllust handeln können.

was ich hier vermisse ist das wort "intuition".
ich spreche nicht von denjenigen die einen inneren zwang haben und ständig den anderen immerzu kontrollieren müssen. aber was ist mit dem gefühl, was nicht immer da war, aber ein neu eintritt, dieses gefühl, welches nicht mehr aufhört zu bohren, dass der partner einem nicht die wahrheit sagt. auch wenn man nachfragt? partner die etwas zu verbergen haben senden nämlich bestimmte signale aus und das ist kein ammenmärchen, das ist erwiesen.



gruß
emilia

Inaktiver User
04.03.2006, 19:26
GIBST DU IHR NUN DEIN HANDY ODER NICHT ?




Nein! :schild nein:

Aber wenn so weit käme, würde ich sie auch nicht mehr belügen!

allesklar?

Prado

Andreass
04.03.2006, 19:32
zu prado:

also ich antworte mal schnell selbst die möglichkeiten durch:

a) du hast eine affäre, du gibst dein handy nicht;

b) du hast eine affäre, gibst ihr das handy (alles fliegt auf)

c) du hast keine affäre und gibst ihr das handy nicht, weil du deine privatsphäre schützen willst;

welche der varianten ist nun die WAHRSCHEINLICHSTE ? wie würdest du reagieren ?

ich meine mal, a) wäre typisch bei einer affäre-oder ?; b) eher unwahrscheinlich;
c) in liebe fast ausgeschlossen...

lg
andreas

Andreass
04.03.2006, 19:37
zu prado:

du schreibst in deinem neu eröffneten strang zum thema eifersucht, dass du keine eifersucht kennst....
dann leuchet mir das cshon ein, was du schreibst...

übrigens: deine antwort bedeutet nicht mehr und nicht weniger, als dass du im umkehrschluss auf die bitte deiner frau mit c) reagieren würdest (du hast keine affäre, aber gibst dein handy nicht...) Warum ?



glückwunsch.

andreas

Inaktiver User
04.03.2006, 19:42
zu prado:
also ich antworte mal schnell selbst die möglichkeiten durch:




:schild uups:Nur Geduld Andreass (s.o. Posting oben)

Prado

Andreass
04.03.2006, 19:45
hallo prado,

leider muss ich los. - nicht das du denkst, ich weiche einer diskussion aus, nur weil ich heute nicht mehr antworten werde....
*lach*

habt alle einen schönen abend noch.
ciao

andreas

Corazon2806
04.03.2006, 20:20
Hallo Emilia,

Du fragst warum ich in sein Handy geschaut habe. Meine ehrliche Antwort: Genau in dem Moment als ich es getan habe hatte ich den Wunsch dazu. Und in dem Moment danach hatte ich es auch schon wieder bereut. Aber da war's leider zu spät. Ich hatte in diesem Moment einfach das Bedürfnis mich davon zu überzeugen, das er ehrlich zu mir ist. Ich muß dazu sagen, daß er mein Vertrauen gleich am Anfang unserer Beziehung (also vor etwa 6 Jahren) zweimal mißbraucht hat und ich bis heute nie ganz mein Vertrauen zurückgewonnen habe so sehr ich auch daran gearbeitet habe.
Nun werden mit Sicherheit solche Sprüche kommen wie
selbst schuld oder wer einmal betrügt, tut es immer wieder usw.
Aber gehört verzeihen können nicht auch zur Liebe ???
Ich will hier auf keinen Fall das "Fremdgehen" beschönigen. Aber ich würde nie das Wort NIE in den Mund nehmen. Man weiß nie, wie bzw. durch welchen Umstand man in eine Affäre hineinschliddern kann. Eins hab ich auf jeden Fall aus dem Nachschnüffeln gelernt: Ich hab mir sehr weh getan damit und hab auf der anderen Seite natürlich auch das Vertrauen meines Partners mißbraucht also auch ihm irgendwie wehgetan.
Ich habe mehrere SMS von der anderen gelesen. Alle hatten irgendwie den gleichen Inhalt: "Tut mir echt leid was ich zu dir gesagt habe. Melde Dich bei mir, muß dringend mit dir reden" oder "Ich bin heilfroh, das Du mir nicht mehr böse bist" oder "Freu mich auf deinen Anruf" usw.
Was ich echt erschreckend finde ist die Tatsache, das wenn ich ihn frage was hier los ist, er mir in die Augen schaut und mir schwört, das da nichts ist. Das man als (sorry für das böse Wort) "Fremdgeher" seine Beziehung nicht wegen ner unbedeutenden Affäre auf's Spiel setzen will, kann ich ja irgendwo noch verstehen. Aber und hier geht meine Frage speziell an die "Fremdgeher": Würde man echt so tief sinken und sogar nen Schwur leisten ??? Ich kann mich nicht in so ne Situation reinversetzen, da ich meinen Partner noch nie betrogen habe. Ich finde jedoch, das neben Vertrauen auch Ehrlichkeit zu ner Partnerschaft gehört.
Nun zu Dir: Dein Freund hat Dir sein Handy zum Telefonieren angeboten. Warum schaust Du dann noch zusätzlich in den Posteingang von den Nachrichten ??? Sicherlich wirst Du mir diese Frage ähnlich beantworten wie ich Dir Deine Frage nicht wahr ???
Und klar habe ich Angst ihn zu verlieren. Aber ich weiß auch, das diese Angst gegenseitig der Fall ist.

Corazon2806
04.03.2006, 20:40
Hallo Seawasp,

das was Du hier geschrieben hast finde ich echt großartig.
Es ist wirklich so, daß man seinen Partner nicht besitzt. Dessen sollte man sich im Klaren sein. Er allein ist für sich und sein Tun verantwortlich. Er allein entscheidet auch, ob und aus welchen Gründen er sein Leben mit dir teilen möchte.
Das man über alle Schritte, die der Partner so tut, vollends informiert sein möchte würde ich persönlich als sehr schlechte Eigenschaft bezeichnen. (Leider habe ich mir selbst diese Eigenschaft auch angeeignet - versuch sie aber gerade wieder loszuwerden !!).
Ich selbst habe mir auch schon öfters die Frage gestellt "was bitte gibt mir das Recht so zu handeln bzw. das Offenlegen von Aktivitäten von meinem Partner zu verlangen". Er ist doch schließlich alt genug um selbst zu wissen, was er tut. Wenn ich irgendwas nicht an ihm mag, sag ich es ihm einfach und wenn er mich liebt, versucht er es zu ändern. Hört sich doch eigentlich einfach an nicht wahr ???

Emilia74
04.03.2006, 21:03
hallo corazon,

wie es passiert ist, dass ich die sms gelesen habe?

habe meine karte in sein handy getan, wollte meinem dad eine sms senden.nun waren seine daten mit meinen gemischt. wollte auf meinen posteingang gehen und die letzte sms meines dads ansehen, blöderweise war auch sein posteingang mit meinem posteingang vermischt und ich sah eine lange liste mit dem namen seiner ex. aber angeblich hatten die beiden seit langem keinen kontakt. und mir wurde ganz komisch.

so wurde ich zur täterin und habe von der affaire erfahren. blöd nicht? hätte ich ihm doch nur vertraut, dann würde ich heute abend mit ihm wahrscheinlich mirs gemütlich machen und wüßte nix. er könnte dann wenn es mal nicht so toll mit mir ist, mit der ex was anstellen und ich wüßte es dann nicht einmal. wäre doch besser oder? dann wäre er halt weiterhin zweigleisig gefahren, ich wäre ja nicht die erste der sowas passiert ohne es zu wissen.

sarkasmus beiseite. es ist ja wirklich ganz nett was da andere schreiben über das vertrauen und dem ganzen blabla aber leider sieht die realität oft ganz anders aus.

ich verurteile zwanghaftigkeiten aber ich bleib dabei, manchmal macht man eine dummheit um eine größere dummheit aufzudecken.
ich möchte meinen partner nicht besitzen und wollte ich auch noch nie. er hat mir sogar vorgeworfen ich wäre nicht mißtrausich genug und zu wenig eifersüchtig- männer müsse man grenzen stecken.

die habe ich jetzt gesteckt.


gruß
emilia

Corazon2806
04.03.2006, 21:58
Hallo Emilia,

das ist aber echt ein saublöder Zufall. Also ich hab vor einigen Tagen meine SIM aus meinem Handy genommen, da ne Bekannte mit ihrer Karte mein Telefon wegen SMS benutzen wollte. Nachdem meine Karte wieder eingesetzt war waren leider auch alle meine SMS verschwunden. Wieso ??? - keine Ahnung !!!. Andererseits hatte ich aber auch keinerlei fremde Daten auf meinem Handy.

Da gibt's doch noch so ein Sprichwort: Besser ein Ende mit Schrecken - als ein Schrecken ohne Ende.
Du scheinst es wohl geschafft zu haben. Ich bin noch mitten im Kampf und hoffe immer noch an das Gute und vertraue auf die Ehrlichkeit meines Partners. Ich kann und möchte nicht 7 Jahre einfach so wegwerfen.
Sollte vielleicht noch anmerken, das mein Freund seit meinem Schnüffeln und der daraus entstandenen Misere mir sehr entgegenkommt. Wir verbringen sehr viel Zeit miteinander und wenn er z.B. für einige Stunden aus dem Haus geht ruft er mindestens 2 x an und läßt mich wissen, wo er gerade ist, was er macht und wann er nach Hause kommt. Das hilft mir schon ein wenig - ist aber auf Dauer natürlich keine Lösung, zumal man am Telefon viel erzählen kann.

Inaktiver User
05.03.2006, 08:53
an seawasp:

na klar geht es nur um den vertrauens-wiederaufbau. ich käme nie auf die idee, tatsächlich alles un dimmer kontrollieren zu wollen.

wie ist das bei dir, wenn dein partner zu dir käme und fragen würde: du hör mal, in den letzten wochen stimmt bei uns was nicht. ich habe so vieles schon versucht, so oft mit dir geredet, ohne erfolg. ich habe die vermutung und angst, dass du eine affäre hast. gestattest du mir einen blick in dein handy ? - DU GIBST ES IHM NICHT ???

lg
andreass



Andreas,

mein Partner müsste mir eine solche Frage nicht stellen, weil ich von mir aus mit ihm rede, wenn es etwas zu bereden gibt, und er WÜRDE so eine Frage auch niemals formulieren - so etwas ist gar nicht sein Ding.

Wenn bei uns etwas in Schieflage gerät, dann kommt es auf den Tisch, das ist eine Vereinbarung, die wir miteinander haben. Wenn einer dem anderen etwas zu sagen hat, das für die Beziehung relevant ist, sagt er es. Wir wissen, dass wir miteinander reden können, dass nicht der eine dem anderen den Kopf abreisst oder gleich die Beziehung als Ganzes in Frage stellt.

Das ist u.a. ein Ergebnis unserer Affärenerfahrung und unsere ganz spezielle Form von Vertrauen. Passieren kann immer etwas - was zählt ist der Respekt, den wir füreinander haben, und der ist es, der dafür sorgt, dass wir reden, wenn es etwas zu reden gibt, und Fragen und Zweifel, die der andere mal entwickeln mag, nicht vom Tisch fegen, sondern ernst nehmen.

Warum sollte es da noch notwendig sein, ein Handy zu kontrollieren?

Grüssle
Seawasp

Inaktiver User
05.03.2006, 14:57
@ Seawasp,

bzgl. Schnüffeln sind wir ja absolut der gleichen Meinung - darf man nicht und bringt nichts. Aber Deine Antwort an Andreas geht aber m.E. doch etwas "am Punkt vorbei".

Wenn Du sagst, dass das in Eurer Beziehung so ist, dass Ihr alles für die Beziehung relevante auf den Tisch bringt - was folgt daraus für Beziehungen, in denen das nicht so ist?
Ich habe vorne im Thread ja ausführlich geschrieben, dass für mich Schnüffeln trotzdem verboten bleibt, es geht mir also nicht darum, etwas zu rechtfertigen.


@ Andreass

bei mir würde c) gelten. Würdest Du dasselbe auch für emails, Tagebücher etc. sagen?
Wenn mein Mann plötzlich der Meinung wäre, ich würde hier in der BriCom per PN fröhlich meine Affäre managen und er wolle mein Passwort - das käme überhaupt nicht in Frage und ich würde ihm auch nicht die PNs zeigen.
Abgesehen davon, dass man ja immer löschen kann und nichts daraus folgt, wenn nichts gefunden wird.

Über das angemessene Verhalten nach Auffliegen einer Affäre kann ich wenig sagen. Schnüffeln bleibt verboten - aber dass der untreue Partner dann besonders darauf achten sollte, offen zu sein und den anderen Anteil haben zu lassen und zu informieren, wo er ist, das klingt schon plausibel.

Gruß, Leonie

Bibigrrl
05.03.2006, 18:03
hallo Leonie,

mit Deiner Frage an Seawasp:




Wenn Du sagst, dass das in Eurer Beziehung so ist, dass Ihr alles für die Beziehung relevante auf den Tisch bringt - was folgt daraus für Beziehungen, in denen das nicht so ist?




triffst Du für mich einen offenen Punkt ... Kommunikation in Beziehungen und "Lernen aus Fehlern" ist ja durchaus etwas, das in Beziehungen unterschiedlich läuft, im Miteinander meine ich.

Ich lass mal die Moralfragen beiseite und bringe meine Erfahrung mit ein:
Mir gefällt Schnüffeln auch nicht und ich brauche meine Privatsphäre (Tagebuch, etc.), habe aber umgekehrt eine Zeit lang in das Handy meines Partners geschaut. Er ist nämlich der Typ, der zwar kommunikativ ist, aber nicht über die eigenen Gefühle, und Skorpion-mäßig auch seine Geheimnisse braucht. Aber ich musste wissen, woran ich bin, es ging um eine andere Frau. Und ich glaube fast - rückblickend betrachtet -, dass ich durch das Wissen über deren Kommunikation (und später auch direkte Kommunikation mit ihr) vermutlich besser wusste, was sie von ihm wollte als er :zwinker:
allerdings hat mir das Lesen "ihrer" SMS nichts gebracht für das in Erfahrung bringen, was ER denn in Bezug auf sie fühlte - und DAS wäre ja das eigentlich Interessante/Wichtige gewesen, was ich wissen wollte. Dazu musste ich ihn dann sehr wohl direkt fragen (mehrmals, über Monate hinweg, denn direkte Fragen zu unangenehmen Dingen hasst er wie die Pest und weicht aus), und ich glaube auch noch immer, dass er das selbst nicht so ganz genau wusste.
Meine Erkenntnis: SMS lesen hat mir Klarheit gebracht, allerdings auf schmerzlichen Umwegen, eben weil mein Partner mir diese Klarheit nicht geben wollte, und kann auch "gefährlich" sein, weil man eben nicht die Gedanken des Partners sondern der anderen "Beteiligten" liest.


So, und nun - mit einigem Abstand, Verwicklungen, Trennung, neuer Liebe, Irrwegen und einem neuen Handy meines Partners (!!! aber von Seiten seiner Firma - von meiner Kontrollzeit weiß er von mir nicht, ob er's geahnt hat, weiß ich allerdings auch nicht, denke ich aber eher nicht) habe ich nun, seit wir seit 2 Monaten wieder zusammenwohnen, nicht das Bedürfnis, in sein Handy zu schauen, bzw. fiel es mir irgendwann zwar ein, dass ich das ja gemacht hatte, aber durch das neue Handy habe ich wieder die innere Bremse gefunden, die die Automatik von früher gar nicht aufkommen ließ. UND: die SMS und Anrufe auf sein Handy von besagter anderer Frau gibt es nicht mehr, wodurch sich die Frequenz seiner empfangenen SMS und Anrufe, wenn er daheim ist, drastisch reduziert hat :freches grinsen: Beim Rest sagt er jetzt eigentlich fast immer, wer oder warum ihm jemand geSMSt hat (und Anrufe krieg ich sowieso fast immer mit) ... :allesok:
- das tut er aber von sich aus, nicht weil ich es von ihm verlangt habe oder Ähnliches!!!
Für mich sind es diese vertrauensbildenden Maßnahmen, die mich entspannt mit der Situation umgehen lassen und ihm Vertrauen schenken.

Und kurioserweise hat sich der Spieß nun ein wenig umgedreht, ich bekomme weitaus mehr SMS (und erzähle ihm davon nicht oder nur selten, scheint ihn auch nicht weiter zu interessieren). Ihn stört das aber nach eigener Aussage nicht, und ich habe gelernt, dass es für mich selbst in der Beziehung gut ist, meinen eigenen Freiraum zu haben und zu behalten. Hat auch was mit Grenzen (setzen) zu tun, womit ich mir innerhalb einer Beziehung oft recht schwer tue, worunter ich aber schon gelitten habe (an mir selbst).

Wie ich es in künftigen schwierigen Situationen halten werde? hmmm - Progrosen sind schwierig. Ich glaube, dass er und ich auf einem besseren Kommunikationsniveau angelangt sind, dass ich entspannter bin und mehr auf mich schaue, und dass wir miteinander aus der Situation gelernt haben. Ich weiß, dass mir das Schnüffeln in der Vergangenheit einiges an Aufklärung gebracht hat, aber eben auf Umwegen, und dass ich in Zukunft lieber andere Wege beschreiten will, aufrechten Ganges, nicht zuletzt weil ich auf unsere Beziehung bezogen mehr Selbstbewusstsein habe. Aber mir ist auch klar, dass er sich nicht wirklich ändern wird, also dass direkte Kommunikation über unangenehme Themen weiterhin schwierig sein wird.

so - das war jetzt etwas weitschweifig :zwinker:
schönen Nachmittag!

:ahoi:

Inaktiver User
05.03.2006, 23:35
deine antwort bedeutet nicht mehr und nicht weniger, als dass du im umkehrschluss auf die bitte deiner frau mit c) reagieren würdest (du hast keine affäre, aber gibst dein handy nicht...) Warum ?




Hallo Andreas,

da hast Du mich richtig eingeschätzt! :schild genau:

Meine Einstellung zur Privatsphäre in der Beziehung und zum Umgang miteinander ist radikal. Ich finde, es steht mir nicht zu

- meiner Partnerin etwas vorzuschreiben
- ihr etwas zu verbieten
- etwas von ihr zu fordern
- sie zu kontrollieren
- mich ungefragt in ihre Privatangelegenheiten einzumischen

Klar, dass ich umgekehrt auch Probleme damit hätte, wenn sie es macht. Die Grundlage für den Umgang miteinander in einer Beziehung ist für mich die Freiwilligkeit!

Prado

Inaktiver User
06.03.2006, 08:22
bzgl. Schnüffeln sind wir ja absolut der gleichen Meinung - darf man nicht und bringt nichts. Aber Deine Antwort an Andreas geht aber m.E. doch etwas "am Punkt vorbei".

Wenn Du sagst, dass das in Eurer Beziehung so ist, dass Ihr alles für die Beziehung relevante auf den Tisch bringt - was folgt daraus für Beziehungen, in denen das nicht so ist?
Ich habe vorne im Thread ja ausführlich geschrieben, dass für mich Schnüffeln trotzdem verboten bleibt, es geht mir also nicht darum, etwas zu rechtfertigen.



@ Leonie:

Moment - Andreas fragte mich explizit zu MEINER Beziehung, also habe ich auch aus MEINEM Blickwinkel geantwortet, ohne Anspruch auf Verallgemeinerung.

Aber wenn ich Deinen Ansatz einfach mal umkehre: Ist dann in Beziehungen, in denen NICHT offen und klar kommuniziert wird, in denen es keine Vereinbarungen gibt, Schnüffeln probates und ausgleichendes Mittel?

Grüssle
Seawasp

Andreass
06.03.2006, 08:58
an alle;

entweder reden wir aneinander vorbei, oder ich war noch miemals so einsam mit meiner meinung und meinem gefühl..., und habe mich auch in diesem forum noch nie so unverstanden gefühlt. das gibt mir zu denken...

auf alle fälle danke ich meiner frau dafür, dass sie es mir erspart hat, dieses unter-die-nase-reiben ihrer privatsphäre, sondern von sich aus diese tür, wie gesagt, weit für mich geöffnet hatte.

aber ich bleibe dabei: für mich gibt es gerade in einer partnerschaft nur privatsphäre soweit, wie es der andere zulässt. privatspähre generell und absolut über die ansprüche, sorgen, ängste des partners zu stellen - das ist für mich jedenfalls weiterhin unakzeptabel...

aber ich werde noch lange darüber nachdenken;
ich weiss, dass ich ein partnerschaftlicher egoist bin...; ich kann nicht teilen. ich will und brauch die liebe meiner frau total.

lg
andreas

Debi
06.03.2006, 09:51
Andreas

ich sehe das ganz genauso wie Du.
Jemand der betrügt und der nicht weiß was er will, wird dem Partner nie die Wahrheit ins Gesicht sagen.
Mein Freund hat mir geschworen das er ist mir treu ist und hat doch hinter meinem Rücken versucht mit anderen Frauen ins Bett zu gehen.
Es gab wenig Anzeichen, er hat mir erzählt ich bin seine ganz große Liebe und hat mich auf Händen getragen.
Dadurch das ich seine Mails gelesen habe bin ich dahinter gekommen und ich bereue nichts, denn ich möchte keine Minute länger mit so einem Menschen meine Zeit vergeuden!
Wenn ich das Gefühl habe hintergangen zu werden, möchte ich Klarheit über meinen Partner, denn wer mich belügt und betrügt hat angefangen zu verletzen und kein Recht mehr fair behandelt zu werden.
Ich bin auch der Meinung, das mein Partner mir wichtiger ist als meine Privatsphäre.
Da ich nichts mache habe ich auch nichts zu verheimlichen.

Debi
06.03.2006, 09:59
das habe ich noch vergessen:


Wenn ich betrügen würde und mein Partner kommt dahinter würde ich ihm doch auch nie, nie nie!!! Vorwürfe machen das er mir hinterherspioniert hat!
Das was ich gemacht habe ist dagegen tausend mal schlimmer und es ist doch absolut verständlich das er sich nicht länger Hörner aufsetzen lassen will!!!!

Andreass
06.03.2006, 10:30
hier topaktuell:

privatspähre schutzbedürftig ??? (http://www.brigitte.de/forum/showflat.php?Cat=0&Board=26&Number=1825654&page=0& view=collapsed&sb=5&o=&fpart=2&vc=1)

Beitrag von engelslocke:

Iggam:Bin verheiratet und seit ca. 3 Monaten habe ich eine Affäre. Leider - oder vielleicht auch Gott sei dank - trennen uns 350 km. Das macht die Sache nicht wirklich leichter. Bis vor 3 Monaten hätte ich es nie für möglich gehalten, eine Affäre zu beginnen. Mein Leben war wunderschön. Ich habe einen tollen Mann, 2 Kinder. Der Andere hat mich aber wie ein Blitz getroffen. Auch er lebt in einer Partnerschaft, ist aber nicht verheiratet und hat keine Kinder. Seit der begonnenen Affäre geht es mir entsetzlich. Ich hasse mich für meine Gedanken, Taten,...Und doch kann ich es nicht lassen. Der Kontakt läuft hauptsächlich über Mail und SMS, 2 Treffen haben wir bisher "geschafft". Habe bereits versucht, die Geschichte zu beenden, aber von seiner Seite ging es weiter und ich war darüber sehr glücklich. Ich weiß noch nicht, wo die Sache hingeht. Das Problem ist auch, ein wirkliches Kennenlernen ist nicht möglich. Es sind immer nur wenige Stunden, die wir miteinander verbringen können und wie soll sich daraus "Mehr" entwickeln. Bleibt das Geniessen, das schöne Bauchkribbeln. Wer hat auch solche Erfahrungen gemacht und wie seit ihr damit fertig geworden?

------------------

ich bin sicher, engelslocke benötigt jetzt UNBEDINT die schutzbedürftige privatsphäre und wird ihr handy sehr sehr gut behüten....
und ihr mann, der depp, bleibt draussen, ahnt nix und hat so KEINE CHANCE...

toll.
andreas

ps: debi - tut mir leid für dich. wieso stehen wir beide hier so ziemlich allein mit unserer meinung ??

Trilana
06.03.2006, 10:39
debi - tut mir leid für dich. wieso stehen wir beide hier so ziemlich allein mit unserer meinung ??



Weil es für die meisten Menschen eben so ist, dass sie obwohl sie in einer Partnerschaft leben, ihre eigene Privatsphäre haben wollen. Für mich wäre es ein absolutes no go, wenn mein Partner sich an meinem Tagebuch vergreifen würde, wo ich meine geheimsten Gedanken niederschreibe, die wirklich NIEMANDEN etwas angehen, nur MICH.

Ebenso sehe ich es mit vertraulichen mails oder SMS, die ich von MEINEN Freundinnen bekomme, würde mein Partner darin herumschnüffeln, fände ich das unmöglich. Meine Freundinnen vertrauen MIR diese Dinge an und nicht IHM, also hat er gefälligst die Finger von meinem privaten Sachen zu lassen, weil es ihn einfach nichts angeht. wenn ich ihm freiwillig davon erzähle und ihn mit einbeziehe okay, aber das ist MEINE Entscheidung und nicht seine.

Ihr geht jetzt direkt immer davon aus, dass euer Partner euch betrügt, weil es bei euch eben so gewesen ist, weil ihr unsicher seid, wäre euch das nicht passiert, würdet ihr vielleicht anders darüber denken.

Mal ein Beispiel, euer bester Freund schickt euch eine mail in der er euch seine, sagen wir mal, Impotenz beichtet, sagt euch aber auch, dass ihr das bitte NIEMANDEM weiter erzählen sollt, weil ihm das zu peinlich wäre. Und jetzt geht euer Partner hin und liest diese absolut vertrauliche Mail, und jetzt sagt bitte nicht, dass ihr DAS toll finden würdet. Der Partner dringt damit nämlich nicht nur in eure Privatsphäre ein, sondern auch in die anderer Leute und das ist für mich ein absolutes no go.

Oder noch ein Beispiel, ihr plant für eueren Partner eine Überraschung, die besprecht ihr per SMS, mail oder ähnliches mit der Familie oder Freunden und dnan geht ihr hin und lest das und verderbt euch die Überraschung! Da kann ich nur sagen toll gelaufen!

Es geht doch hier nicht nur ums fremdgehen, sondern auch um die kleinen Geheimnisse die einfach jeder Mensch braucht.

Andreass
06.03.2006, 10:50
nee trilana - so nicht.

wenn ich also solch eine sms bekommen habe, die vor meiner frau verheimliche und die, aus welchen gründen auch immer, in dieser heimlichtuerei ängste um unsere partnerschaft entwickelt (und es geht nicht um EINE sms)und ich ihr helfen kann, diese ängste zu zerstreuen, würde ich ihr letztendlich mein handy öffnen...

und weisst du, m.e. kommt es nicht darauf an, ob sie es verlangen würde: es kommt meines erachtens darauf an, dass sie sich darauf verlassen könnte - dass ich das tun würde.... und DARAUS wächst vertrauen. vertrauen ist keine sache, die statisch ist; sie muss, glaube ich, bewiesen und aufgebaut werden...

du hast recht: tagebücher etc. sind tabu. aber mit hilfe von tagebüchern kann man wohl auch schlecht eine affäre organisieren...

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man trilana - bist du stark. wahnsinn. fühle mich regelrecht in die ecke gedrängt...*ernst gemeint* - ist da ein minderwertigkeitskomplex meinerseits ??!!
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lg
andreass

Inaktiver User
06.03.2006, 11:02
Aber wenn ich Deinen Ansatz einfach mal umkehre: Ist dann in Beziehungen, in denen NICHT offen und klar kommuniziert wird, in denen es keine Vereinbarungen gibt, Schnüffeln probates und ausgleichendes Mittel?



@ Seawasp,

nein, aus meiner Sicht natürlich nicht.

Aber wenn wir mit Leuten diskutieren, die erlebt haben, dass sie belogen worden sind, oder die kein Vertrauen haben, dass die Kommunikation immer offen ist und sein wird, dann müssen wir eben auch entsprechend argumentieren. Das machst Du ja auch oft, und hier hatte ich wohl übersehen, dass Du direkt auf Andreas' Frage eingegangen bist.
Meine Meinung, dass Schnüffeln absolut nicht geht, ist am Anfang des Threads in mehreren Postings nachzulesen und begründet.

Wenn hier eine Frau einen Thread eröffnet, weil der Partner ihr die ganze Hausarbeit überlässt, hilft ihr auch nicht zu lesen, dass mein Mann schon immer seinen Teil übernommen hat. Sondern dann diskutieren wir, ob ihre Ansprüche zu hoch sind, wie sie mit ihm reden kann, im Extremfall, ob sie an Trennung denken sollte etc.

Gruß, Leonie

Trilana
06.03.2006, 11:08
wenn ich also solch eine sms bekommen habe, die vor meiner frau verheimliche und die, aus welchen gründen auch immer, in dieser heimlichtuerei ängste um unsere partnerschaft entwickelt (und es geht nicht um EINE sms)und ich ihr helfen kann, diese ängste zu zerstreuen, würde ich ihr letztendlich mein handy öffnen...




genau das ist der Punkt, DU würdest ihr dann dein handy zeigen, dass heisst es wäre DEINE Entscheidung, dass sie die SMS liest auch wenn du dann einen Vertrauensbruch an deinem Freund begehen würdest. Aber dann hätte sie ja nicht geschnüffelt, sondern sie hätte DICH darum gebeten ihre Zweifel zu zerstreuen. Das ist doch ein ganz anderer Schuh, als wäre sie einfach an dein Handy gegangen ohne dich zu fragen und hätte dann diese sehr private SMS gelesen.

Und darum geht es doch eigentlich beim schnüffeln, nämlich darum dass es heimlich geschieht und nicht im Einverständnis mit dem Partner.

Wenn ich wüsste mein Partner hat Zweifel an meiner Treue und verlangt um diese zu zerstreuen, dass ich ihm mein handy zeige und er die SMS lesen kann und ICH dann die Entscheidung fälle, er kann das, ist das etwas ganz anderes, als wenn er ungefragt da dran geht und einfach alles liest, was ich so mit MEINEN Freundinnen zu besprechen hab, das ist für mich eben ein absolutes no go.

Wenn er mich fragt und ich sag ihm du kannst reinschauen, aber lies nicht die mail von XY, weil sie oder er mir da etwas absolut vertrauliches mitgeteilt hat, was keiner ausser mir wissen soll, dann muss mein Partner das einfach akzeptieren. Punkt. Kann er das nicht, tut es mir leid, dann kann ich ihm nicht helfen, aber das ist dann sein Problem und nicht mehr meins. Das ist eben auch eine Sache des Vertrauens.

Du bist natürlich in deinem Vertrauen sehr erschüttert und ich kann dich auch in deiner jetzigen Situation absolut verstehen. Du willst dir einfach sicher sein, dass eben nichts mehr mit anderen oder dem anderen läuft und natürlich muss jetzt auch deine Partnerin offen sein, aber auch das ist IHRE Entscheidung wie offen sie sein will. wenn ihr viel an dir liegt, wird sie so offen sein wie sie kann und dir FREIWILLIG ihr Handy zeigen und alle darin enthaltenen SMS. aber wenn du so verunsichert bist, wie du es jetzt bist, wird selbst das dir nichts nützen, weil du dann sicher wieder zweifelst, was hat sie möglicherweise schon alles wieder gelöscht, bevor sie es mir zeigt. also fängst du an wieder heimlich zu schnüffeln und untergräbst damit das Vertrauen, dass du eigentlich aufbauen möchtest. Es liegt eben auch ein gutes Stück an DIR und nicht nur an ihr, dieses Vertrauen wieder zuzulassen. Ich kann mir vorstellen, dass es sehr schwer für dich ist, aber lass ihr Luft zum atmen, sonst ist sie schneller weg, weil sie sich bedrängt und eingeengt fühlt und auch hilflos, weil ja alles was sie tut dir doch nicht reicht um wieder Vertrauen aufzubauen.

und nein ich bin nicht stark, ich habe viele Schwächen und auch viele Fehler, aber so bin ich eben, die gehören zu mir dazu, aber vielleicht macht gerade diese Einsicht mich stark*grübel*

Debi
06.03.2006, 11:09
Trilana


Es geht doch nicht darum jedes Mail meines Partners zu lesen! Was für ein Blödsinn.
(Wenn er allerdings ein Problem damit hätte würde ich es ihm zeigen, denn ich vertraue meinem Partner das er so etwas für sich behalten würde.
Er ist mir halt wichtiger - auch als mein bester Kumpel.)
Aber generell, es ist doch nicht so das ich alles kontollieren will, sondern das ich wenn ich einen Verdacht habe und keine Erklärung von ihm bekomme, der Sache auf den Grund gehe.
Jeder hat eben eine andere Auffassung, wichtig ist das sich 2 finden wo es paßt.:-))

Andreass das wir hier die einzigen sind verstehe ich auch nicht, aber die Leute die ich im richtigem Leben kenne sind da eher unserer Meinung.:-))

Trilana
06.03.2006, 11:22
Aber generell, es ist doch nicht so das ich alles kontollieren will, sondern das ich wenn ich einen Verdacht habe und keine Erklärung von ihm bekomme, der Sache auf den Grund gehe.




Okay noch ein Beispiel, du hast einen Verdacht, sagen wir mal dass dein Partner was mit einer Freundin von euch hat. Jetzt ist bald dein Gebtag und er plant zusammen mit dieser Freundin eine Überraschungsparty für dich. Du bist skeptisch weil er plötzlich soviel mit ihr smst oder mailt oder auch telefoniert. alle deine Alrmglocken läuten, du fragst ihn was das soll und er kann dir natürlich nichts sagen, weil sonst wäre ja die Überraschung weg. Verständlich oder? Was würdest du dann machen, heimlich die mails und SMS lesen?

Tja ich würde sagen, dann bringst du dich selber um den Spass der Überraschung.

DAS hab ich gemeint, es muss doch nicht immer ein Betrug hinter allem stecken.Und wenn ich als Partner dann heraus finden würde, dass du heimlich die mails gelesen hast und die Überraschung hinüber ist, wäre ich stinkesauer und enttäuscht.

Schnüffeln mag ja begründet sein, wenn sich der Verdacht als richtig heraus stellt, dann kann man leicht sagen, siehste ich hatte Recht und es war gut das ich geschnüffelt habe, was aber wenn man sich getäuscht hat und Dinge erfahren hat, die man besser nicht hätte erfahren sollen, wie eben zum Beispiel eien Überraschung für einen selber? Oder eben in die Privatsphäre einer anderen Person eindringt, die dme Partner was im Vertrauen erzählt hat. also für mich ist und bleibt ein shcnüffeln egal aus welchem Grund ein no go. Und mein Partner würde gehörig Ärger bekommen, würde ich das heraus finden.

Wenn es berechtigt war, muss ich dnan eben mit dne Konsequenzen leben, trotzdem hätte ich es sicher besser gefunden, wnen ich meinem Partner das zu dem von mir gewählten Zeitpunkt hätte sagen können, wäre dann für ihn vielelicht auch leichter gewesen. Manchmal ist es eben nicht gut wirklich alles zu wissen und oft schadet man sich selber damit und füht sich selber Schmerzen zu, die nicht nötig gewesen wären, hätte man nicht geschnüffelt.

Aber wie ich auch schon zu Andreass sagte, gebrannte Kinder denken da wohl anders drüber.

Andreass
06.03.2006, 11:29
bitte lasst uns die sache abgrenzen darauf hin, dass es natürlich um die kommunikativen organisationsmittel geht (handy/sms..), wenn wir über schnüffeln reden - okay. ich meine, tagebücher etc. sind doch selbstredend die intimsten
rückzugsgebiete eines jeden einzelnen - da würde ich nicht mal reinschauen wollen, wenn mir meine frau die unter die nase hielte - da würde ich aber auf jeden fall stutzig und sehr sehr unsicher *lach*

andreass

Inaktiver User
06.03.2006, 11:34
Andreas,

das beruhigt mich ja schon einmal, dass Tagebücher Tabu sind.

Aber wenn hier jemand postuliert, er würde einem Verdacht nachgehen, er habe ein Recht darauf zu wissen etc. - dann wird natürlich auch in Tagebüchern geschnüffelt. SMS kann man löschen, sie können missverständlich sein, ... aber in Tagebüchern steht die Wahrheit. In Bezug auf das Prinzip, dass jeder eine Privatsphäre hat, sehe ich da nur graduelle Unterschiede.

Übrigens - die Menschen haben auch schon vor Erfindung von Handy und mails Affären organisiert - das Handy vereinfacht das nur und man hinterlässt dort ggf. Spuren.

Gruß, Leonie

Inaktiver User
06.03.2006, 11:37
falls sich der verdacht eindeutig bestätigen sollte, dann gibt es ja wohl zwei die sich nicht an regeln halten: der betrügende und der betrogene, fragt sich was am ende schwerwiegender ist?



Emilia,

Unrecht kann man nicht gegeneinander aufrechnen. Wenn ich jemandem sein Portemonnaie klaue, dann kann ich nicht sagen, dass das ja nicht so schlimm ist, denn der hat mich ja vorgestern zusammengeschlagen (was viel schlimmer ist).

Gruß, Leonie

Emilia74
06.03.2006, 11:52
hallo trilana,



wir gehen nicht immer und jederzeit davon aus, dass unsere partner uns betrügen. du kennst uns nicht und deshalb urteilst du meiner meinung nach ein wenig vorschnell.

du stellst uns dar, als würden wir den ganzen lieben tag nur darauf warten, endlich das handy kontrollieren zu können, fremde tagebücher zu lesen etc.. das sind aktionen von zwanghafte menschen und die tun mir schrecklich leid und brauchen hilfe.


andreass, debi und ich sind nicht zwanghaft. wir verteidigen die privatsphäre auch.

aber vielleicht gehören wir ja einer bestimmten spezie an, die es einfach noch nicht geschnallt hat. wir haben es noch nicht geschnallt-auch wenn der partner einem etwas vorlügt, sich in phrasen verstrickt und so viele signale für seine lügen sprechen, man sich selbst von diesem unterschwelligen druck nicht befreien darf. und wenn es das letzte mittel ist um endlich dem ganzen ein ende zu bereiten. nein, man muss auf biegen und brechen die privatsphäre des partners wahren, indem man nicht nach beweisen für diese lügen sucht... wenn man so oft ihn darauf angesprochen hat, dann sollte man ihn gewähren lassen.. dann ist es besser nach dem motto zu leben "was ich nicht weiß macht mich nicht heiß"

wir haben es auch noch nicht geschnallt, dass der betrogene nicht erwarten kann, nachdem alles aufgeflogen ist, dass man ihm einen vertrauenvorschuss auch noch zugesteht. in dieser phase muss der angeknackste selbst zusehen wie er damit klar kommt. der fremdgänger hat sich nicht die mühe zu machen das vertrauen zurückzugwinnen und muss deshalb die "privatsphäre" auch nicht etwas öffnen (handy). ein schritt auf den partner zugehen und sagen, "schau ich verstehe dich und deshalb mache ich das. ich möchte nicht, dass du ein kopfkino fährst "- dies tun spezien anderer galaxien.

wir kommen aus einer galaxie, dort kennt man auch grautöne
und deshalb haben wir es einfach nicht geschnallt. :gegen die wand:


gruß
emilia

Trilana
06.03.2006, 12:03
hoppla, wem bin ich denn da auf die Füße getreten.

Ich habe nirgendwo gesagt, dass die Betrogenen nicht das Recht haben, das ihre Zweifel ausgeräumt werden, wenn die Sache mal aufgeflogen ist, aus welchen Gründen auch immer, ABER es ist eine Sache von beiden, nicht nur die von dem der Betrogen hat, sondern eben auch von dme der Betrogen wurde, BEIDE müssen daran arbeiten. Inwieweit ich mich dann als Betrügender öffne und inwieweit ich meine Privatsphäre öffne, bleibt dann aber immer noch mir überlassen. Ich würde mich nicht zu der herausgabe einer Mail zwingen lassen, das ist eben meine Einstellung. Wenn ich nicht möchte, aus welchen Gründen auch immer, dass mein Partner diese mail nicht liest, ist das ganz alleine meine Entscheidung, und da lass ich dann auch nicht mit mir reden.

Sicher ist das dann für die Betrogenen schwer nachzuvollziehen und gibt den Zweifeln neue Nahrung, aber ein wenig neues Vetrauen mus eben auch von den BEtrogenen kommen, denn sonst kann man sich auf den Kopf stellen und es wird nie wieder Vertrauen herrschen und ja sowas hat auch mit einem Vetrauensvorschuss zu tun.

Und ich habe auch mit keinem Wort erwähnt dass ich eure Lage nicht verstehen könnte, dass kann ich sehr wohl, nur sehe ich es eben anders als ihr, das ist eben meine Meinung dazu und würde mich mein Partner zwingen ihm alles zu zeigen, selbst Dinge die ich ihm nicht zeigen möchte, dnan tut es mir leid, dann würde ich gehen, denn dann hätte eine weitere Beziehung für mich keinen Sinn mehr.

Tante_Karla
06.03.2006, 14:01
(Wenn er allerdings ein Problem damit hätte würde ich es ihm zeigen, denn ich vertraue meinem Partner das er so etwas für sich behalten würde.
Er ist mir halt wichtiger - auch als mein bester Kumpel.)




Hoffentlich wissen das Deine Freunde auch.

Andreass
06.03.2006, 14:29
liebe emilia,

mir geht es genauso wie dir und debi.

ich sehe dass auch genau so wie du.
und wie ich sehe, haben wir ähnliche erfahrungen sammeln müssen...

und damit sind wir vermutlich auch einen weg gegangen, den entweder nicht alle beteiligten hier im forum gegangen sind oder in eine andere richtung, als die, die ähnliche erfahrungen machten und ihren weg gegangen sind. und damit haben wir natürlich eine andere sichtweise, eine andere perspektive auf genau das gleiche problem.

auch ich fühle mich zur zeit in diesem strang nicht wohl, fühle mich unverstanden, teilweise zornig. es beruhigt ungemein, dass du und debi differenzieren und nicht aus prinzipienreiterei pauschalurteile fällen.

es ist schon bezeichnend, dass wenn ich es richtig sehe, sich nun die betrogenen auch noch für für ein menschlich nachvollziehbares misstrauen rechtfertigen müssen, dass jedoch nicht angeboren wurde...

Lasst uns froh sein, dass unsere partner (auch bezeichnender weise) höchstwahrscheinlich nicht in diesem forum aktiv sind, und die beiträge lesen. es könnte dann nämlich ganz gut sein, dass wir ab morgen die händys unserer partner nicht mehr sehen und deren mail-accounts mit neuen passwörten versehen sind. und wir müssten ausserdem sehr froh sein, wenn sie uns mitteilen würden, wo sie die nacht gewesen sind - ist ja schliesslich auch privatsphäre - oder ??

also, uns bleibt wohl nichts übrig, als uns damit abzufinden, dass wir fehlerbehaftet in dieser galaxy sind *grins*

take it easy - emilia.
hauptsache wir kommen mit uns selber klar - oder ?
ist doch egal, ob andere uns nicht verstehen. in diesem punkt.

ich jedenfalls resigniere entnervt in diesem strang.

lg
andreas


andreas

Tante_Karla
06.03.2006, 15:06
Lasst uns froh sein, dass unsere partner (auch bezeichnender weise) höchstwahrscheinlich nicht in diesem forum aktiv sind, und die beiträge lesen. es könnte dann nämlich ganz gut sein, dass wir ab morgen die händys unserer partner nicht mehr sehen und deren mail-accounts mit neuen passwörten versehen sind.




Das könnte passieren.
Bei mir wäre allerdings schlicht "der Ofen aus", wenn ich lesen würde, dass mein Mann mein Handy kontrolliert und meine Emails liest.
Wenn kein Vertrauen da ist, kann man es auch gleich lassen mit der Beziehung.

Ich bin und wäre niemals auf die Idee gekommen, SMS meines Mannes (oder eines "alten" Partners) zu lesen - selbst dann nicht, als lt. Eurer Definition Grund dazu bestand - und er hoffentlich auch nicht.

Inaktiver User
06.03.2006, 15:20
Lasst uns froh sein, dass unsere partner (auch bezeichnender weise) höchstwahrscheinlich nicht in diesem forum aktiv sind, und die beiträge lesen. es könnte dann nämlich ganz gut sein, dass wir ab morgen die händys unserer partner nicht mehr sehen und deren mail-accounts mit neuen passwörten versehen sind.




Das könnte passieren.
Bei mir wäre allerdings schlicht "der Ofen aus", wenn ich lesen würde, dass mein Mann mein Handy kontrolliert und meine Emails liest.
Wenn kein Vertrauen da ist, kann man es auch gleich lassen mit der Beziehung.

Ich bin und wäre niemals auf die Idee gekommen, SMS meines Mannes (oder eines "alten" Partners) zu lesen - selbst dann nicht, als lt. Eurer Definition Grund dazu bestand - und er hoffentlich auch nicht.



DANKE Tante_Karla!!! ich sehe es genau so.

grüsse
lara

Emilia74
06.03.2006, 15:32
@tante karla,

wir reden aneinander vorbei...hm, bei mir wäre nicht gleich der ofen aus, wenn mein partner in meinem handy nachgeschaut hätte...mich würde die veranlassung zunächst interessieren- würde dies als ein signal welcher herkunft auch immer deuten etc...ich kann nicht so einfach pauschalisieren, da würde ich mir es verdammt einfach machen. aber jeder wie er mag.


ich habe 3 beziehungen hinter mir und ich habe einmal im leben, nach langer geduld in das handy meines partners geschaut und es auch zugegeben.ich bin in diesem moment schwach gewesen, ich bin bereit zu lernen und mir selbst zu vergeben.
leider hatte sich mein verdacht einer affaire bestätigt. sozusagen ein treffer. dies war eine ausnahmesituation und wir sprechen von grautönen...vorher auch eingehendst erklärt!!! aber bitte.

entschuldigt also bitte, das raumschiff hebt gerade ab...oh, andreass und debi winken mir schon zu :yeah: :yeah:...ich glaub ich steig mal ein in die wunderbare galaxy meiner art

andreass, i take it easy

gruss
emilia

Tante_Karla
06.03.2006, 15:34
@tante karla,

wir reden aneinander vorbei...hm, bei mir wäre nicht gleich der ofen aus, wenn mein partner in meinem handy nachgeschaut hätte...mich würde die veranlassung zunächst interessieren- würde dies als ein signal welcher herkunft auch immer deuten etc...ich kann nicht so einfach pauschalisieren, da würde ich mir es verdammt einfach machen. aber jeder wie er mag.




Nö. Wir reden nicht aneinander vorbei.
Bei mir wäre der Ofen aus - Ende. Egal warum er das gemacht hat.

Inaktiver User
06.03.2006, 16:06
Die hier diskutierte Strategie des "offenen Handys/der offene Emailaccounts" halte ich für eine Vermeidungstaktik und damit für kontraproduktiv. Sie sorgt NICHT dafür, dass an dem Punkt angesetzt wird, der in Mitleidenschaft gezogen ist - dem Vertrauen innerhalb der Partnerschaft - sondern sie subventioniert Kontrollszenarien und sorgt im Endeffekt dafür, dass die Punkte, um die es wirklich geht, unberührt bleiben. Sie unterminiert damit gleichzeitig gute Kommunikation und tabuisiert Abgrenzungsbedürfnisse innerhalb der Partnerschaft. Ein Partner, der darauf besteht, eine sms oder Emails vertraulich zu behandeln, wird umgehend verdächtig, selbst wenn dieser letztlich damit nur einen internen Treuekonflikt löst.

Eine solche Taktik dürfte im Lauf der Zeit Kreise ziehen, weil unbewusste Mechanismen früher oder später für Veränderungen sorgen. Da, wo ich offenbar nicht vertrauenswürdig bin, bin ich auch nicht wertgeschätzt, bin nicht Partner auf Augenhöhe. Aus Rücksicht auf die Empfindlichkeiten und unbearbeiteten Konflikte meines Partners muss ich auf ein ganz normales Stück Privatspähre verzichten.

Selbst WENN ich es war, die einen Treuebruch begangen hat, wird mir so ein Verzeihen dauerhaft verweigert, wird mir mit jedem Kontrollgriff mein Treuebruch wieder und wieder vor Augen geführt. Die Beziehung stagniert, sie kann sich nicht vom Schuldkomplex und einem Subtext, der ganz klar lautet "Sieh was Du mir angetan hast" emanzipieren.

Eigenverantwortung wird an Kontrolle delegiert - statt zu lernen, wieder zu vertrauen, selbst wenn das immer mit einem Risiko behaftet ist, statt Selbstvertrauen aufzubauen (im Sinne von: Auch wenn es wieder zu einem Treuebruch kommen sollte, kann ich damit umgehen), wird eine echte Konfrontation auch mit eigenen Anteilen vermieden.

Für mich wäre das inakzeptabel.

Ich möchte, dass mein Partner auf das vertraut, was ich ihm sage, ohne dafür "Beweise" fordern zu müssen. Ist dieses Vertrauen gestört, sehe ich die Basis unserer Beziehung als gefährdet an. Ziel muss es dann sein, an dieser Basis zu arbeiten, nicht über Vermeidungsstrategien Pflaster auf eine eiternde Wunde zu pappen, die darunter munter weiter gärt und frisst.

Grüssle
Seawasp

Inaktiver User
06.03.2006, 21:39
Wie hat schon der alte Elvis gesungen?

We can't go on together
With suspicious minds (suspicious minds)
And we can't build our dreams
On suspicious minds

:musiker: :musiker:

I've never lied to you
Mmm yeah, yeah

Prado

Eugenie
06.03.2006, 22:24
Wenn mein Bauch Alarm schlägt hat er Recht. Ich kenne diesen Bauch jahrelang und die Zeit hat mir gezeigt, ihm kann man eher trauen als einem Mann. Etwas in meiner Beziehung ist in eine Schieflage geraten. Nun prüfe ich mich (bin ich unausgeglichen, zu zickig, verständnislos o.ä.) Dann prüfe ich seine Belange (ähnliche Listung wie bei mir) und beginne direkte Gespräche.
Wenn diese Gespräche unzureichend enden, es keine Besserung gibt, das schale Gefühl und Bauchgrummeln bleibt, es für mich keine Erklärungen gibt, stattdessen Ausflüchte ect. wenn sich gewunden wird und alles unklarer wird: dann werde ich aktiv. Ich möchte mir ein Bild von meiner Beziehung machen, möchte wissen was los ist. Und in diesen Momenten greife ich zu jedem Mittel was mir zur Verfügung steht und mir angemessen erscheint. Früher waren es Terminkalender und Studienpläne, unangemeldete Besuche ect. Heute sind es eher elektronische Medien.
Ich fühle mich dabei nicht schlecht, ich möchte nur nicht dumm sterben und eben nicht als letzte Bescheid wissen, sondern vorbereitet in eine neue Situation gehen.
Ich halte dies natürlich für politisch vollkommen unkorrekt. (Vielleicht bekomme ich für diese Aussage bei den Bricom-Usern mildernde Umstände?;-))
Und ich würde mich im übrigen weder bei so einer Tätigkeit erwischen lassen noch dieses jemals dem Partner beichten. Es ist einfach mein Mittel, Klarheit zu erlangen. Die einen hören sich stundenlange Geschichtchen an und lassen sich monatelang verarschen, ich prüfe Unstimmigkeiten lieber nach. Das ist bei mir mittlerweile jahrelang erprobt.
Und ja, ich weiß es ist unmoralisch und unpopulär. Aber sooo ungemein erleichternd dem eigenen Bauch danach wieder voll und ganz zu glauben. Denn er hat Recht! Und wenn man sich selbst und seinen Bauchgefühlen vertrauen kann, dann lebt es sich ganz hervorragend. Außerdem, der Bauch fängt nicht einfach aus heiterem Himmel an zu spinnen...

LG
Eugenie


Und nochwas zu den Argumenten, man würde die Privatsphäre des Partners vollkommen durchleuchten. Ich lese in solchen Fällen keine unrelevanten Dinge (z.B. von Geschäftskollegen und Freunden) Ich möchte Dinge, die meine Beziehung betreffen für mich klären. Und das Eindringen einer anderen Frau ist für mich durchaus beziehungsrelevant.

Inaktiver User
06.03.2006, 22:47
Es ist einfach mein Mittel, Klarheit zu erlangen. Die einen hören sich stundenlange Geschichtchen an und lassen sich monatelang verarschen, ich prüfe Unstimmigkeiten lieber nach. Das ist bei mir mittlerweile jahrelang erprobt.



Und eben hier irrt die Autorin.

Ich lasse mich weder verarschen, noch muss ich schnüffeln, um Klarheit zu erlangen.

Ich achte auf meine Intuition, ich suche das Gespräch, und wenn ich dann nicht das Gefühl habe, dass Dinge geklärt werden, ziehe ich Konsequenzen. Dafür benötige ich keine Beweise.

Wenn mein Gefühl nicht mehr stimmig ist, ist die Beziehung nicht länger stimmig, und es besteht Handlungsbedarf. Der beschränkt sich für mich nicht darin, meinen Partner auszukundschaften.

Müsste ich auf der anderen Seite erfahren (und, Eugenie, andere Menschen sind weder blöd, noch blind oder taub, geschweige denn gefühlsblind), dass jemand versucht, meine Privatsphäre zu verletzen, ohne mit mir zu sprechen, dann wäre damit die Basis für die Beziehung schwer gefährdet. Ein Mensch schaut maximal einmal in mein Handy, ohne dafür meine Erlaubnis einzuholen. Ich führe keine Beziehung mit einem Menschen, der mir nicht vertraut.

Grüssle
Seawasp

Eugenie
06.03.2006, 23:17
Und eben hier irrt die Autorin.


@Seawasp
Ich sagte MEIN Mittel und deshalb irrt die Autorin an dieser Stelle nicht;-)
Außerdem erteile ich an dieser Stelle keine allgemeingültigen Ratschläge sondern berichte wie ich es sehe und handhabe.




Ich achte auf meine Intuition, ich suche das Gespräch, und wenn ich dann nicht das Gefühl habe, dass Dinge geklärt werden, ziehe ich Konsequenzen. Dafür benötige ich keine Beweise.



Sehe ich ähnlich bis auf die Konsequenz.



Wenn mein Gefühl nicht mehr stimmig ist, ist die Beziehung nicht länger stimmig, und es besteht Handlungsbedarf. Der beschränkt sich für mich nicht darin, meinen Partner auszukundschaften.



Genau :-) bei mir beschränkt es sich auch nicht nur auf Spionage :-)



Ich führe keine Beziehung mit einem Menschen, der mir nicht vertraut.


Und ich führe keine Beziehung mit einem Menschen der mich betrügt und unfähig ist darüber zu reden. Und ernsthaft, ich hab für allerlei Verständnis und würde einfach mal behaupten, mit mir kann man reden.
Außerdem, wer sagt Dir eigentlich, dass ich nach einem ernsthaften Spionageblick noch mit dem armen Überwachungsopfer zusammen sein mag und bin?

*lächel* Mein Bauch braucht übrigens keine Magenspiegelung, denn er betrügt mich nicht.

LG
Eugenie

Inaktiver User
06.03.2006, 23:41
Ich achte auf meine Intuition, ich suche das Gespräch, und wenn ich dann nicht das Gefühl habe, dass Dinge geklärt werden, ziehe ich Konsequenzen. Dafür benötige ich keine Beweise.

Wenn mein Gefühl nicht mehr stimmig ist, ist die Beziehung nicht länger stimmig, und es besteht Handlungsbedarf. Der beschränkt sich für mich nicht darin, meinen Partner auszukundschaften.

Müsste ich auf der anderen Seite erfahren (und, Eugenie, andere Menschen sind weder blöd, noch blind oder taub, geschweige denn gefühlsblind), dass jemand versucht, meine Privatsphäre zu verletzen, ohne mit mir zu sprechen, dann wäre damit die Basis für die Beziehung schwer gefährdet. Ein Mensch schaut maximal einmal in mein Handy, ohne dafür meine Erlaubnis einzuholen. Ich führe keine Beziehung mit einem Menschen, der mir nicht vertraut.

Grüssle
Seawasp



Warum kannst du das so schön formulieren, ich beneide dich darum :blumengabe: Im Geiste habe ich es zusammen aber schreiben ist soviel schwieriger.

Was ich eigentlich nur sagen wollte, GENAU MEINE MEINUNG :allesok: :allesok:

grüsse
lara (der schreibdussel)

Debi
07.03.2006, 06:57
Wenn mein Bauch Alarm schlägt hat er Recht. Ich kenne diesen Bauch jahrelang und die Zeit hat mir gezeigt, ihm kann man eher trauen als einem Mann. Etwas in meiner Beziehung ist in eine Schieflage geraten. Nun prüfe ich mich (bin ich unausgeglichen, zu zickig, verständnislos o.ä.) Dann prüfe ich seine Belange (ähnliche Listung wie bei mir) und beginne direkte Gespräche.
Wenn diese Gespräche unzureichend enden, es keine Besserung gibt, das schale Gefühl und Bauchgrummeln bleibt, es für mich keine Erklärungen gibt, stattdessen Ausflüchte ect. wenn sich gewunden wird und alles unklarer wird: dann werde ich aktiv. Ich möchte mir ein Bild von meiner Beziehung machen, möchte wissen was los ist. Und in diesen Momenten greife ich zu jedem Mittel was mir zur Verfügung steht und mir angemessen erscheint. Früher waren es Terminkalender und Studienpläne, unangemeldete Besuche ect. Heute sind es eher elektronische Medien.
Ich fühle mich dabei nicht schlecht, ich möchte nur nicht dumm sterben und eben nicht als letzte Bescheid wissen, sondern vorbereitet in eine neue Situation gehen.
Ich halte dies natürlich für politisch vollkommen unkorrekt. (Vielleicht bekomme ich für diese Aussage bei den Bricom-Usern mildernde Umstände?;-))
Und ich würde mich im übrigen weder bei so einer Tätigkeit erwischen lassen noch dieses jemals dem Partner beichten. Es ist einfach mein Mittel, Klarheit zu erlangen. Die einen hören sich stundenlange Geschichtchen an und lassen sich monatelang verarschen, ich prüfe Unstimmigkeiten lieber nach. Das ist bei mir mittlerweile jahrelang erprobt.
Und ja, ich weiß es ist unmoralisch und unpopulär. Aber sooo ungemein erleichternd dem eigenen Bauch danach wieder voll und ganz zu glauben. Denn er hat Recht! Und wenn man sich selbst und seinen Bauchgefühlen vertrauen kann, dann lebt es sich ganz hervorragend. Außerdem, der Bauch fängt nicht einfach aus heiterem Himmel an zu spinnen...

LG
Eugenie


Und nochwas zu den Argumenten, man würde die Privatsphäre des Partners vollkommen durchleuchten. Ich lese in solchen Fällen keine unrelevanten Dinge (z.B. von Geschäftskollegen und Freunden) Ich möchte Dinge, die meine Beziehung betreffen für mich klären. Und das Eindringen einer anderen Frau ist für mich durchaus beziehungsrelevant.




:schild genau:

Auch ich habe kein schlechtes Gewissen.
Wenn hier jemand schreibt das er sich, sobald eine Beziehung etwas schlechter läuft, sofort trennt kann ich das überhaupt nicht verstehen. Es gibt in einer Beziehung nicht immer tolle Zeiten, zB Stress auf der Arbeit können einen Partner vorübergehend verändern.
Ich möchte in solchen Phasen für meinen Partner da sein, ist klar, sollte der Stress allerdings vorgeschoben sein und zB. eine Affaire dahinterstecken ist das was ganz anderes.
Das ist es doch, man trennt sich doch nicht gleich wenn irgendetwas nicht so gut läuft. Wie viele, auch hier im Forum, werden monatelang heimlich betrogen und haben immer die Hoffnung es wird alles wieder besser und glauben dem Partner die Lügen die er immer wieder vorschiebt!
Hätte mein Ex-Partner, als ich ihn erwischt habe, mir vorgeworfen das ich geschnüffelt hätte, ich weiß nicht was ich gemacht hätte.
Aber zum Glück bin ich solchen Menschen (die einen betrügen und dann auch noch die Frechheit besitzen den anderen wegen Verletzung der Privatspäre anzugreifen) noch nie begegnet.

Inaktiver User
07.03.2006, 07:59
Auch ich habe kein schlechtes Gewissen.
Wenn hier jemand schreibt das er sich, sobald eine Beziehung etwas schlechter läuft, sofort trennt kann ich das überhaupt nicht verstehen. Es gibt in einer Beziehung nicht immer tolle Zeiten, zB Stress auf der Arbeit können einen Partner vorübergehend verändern.





Es hat niemand gesagt, dass man eine Beziehung verlässt sobald es mal schlechter läuft. Also von mir kann ich das nicht behaupten, ich denke ich bin länger verheiratet, wie einige hier alt sind! :freches grinsen:
Es kann keine Rede davon sein, einen Partner zu verlassen wenns mal nicht sooooo rosig läuft.
Aber die Gründe fürs verlassen sind verschieden, bei mir kommt es ganz klar zum Bruch bei Vertrauensmissbrauch und anderen Sachen :smirksmile:

grüsse
lara

Tante_Karla
07.03.2006, 08:02
Aber sooo ungemein erleichternd dem eigenen Bauch danach wieder voll und ganz zu glauben. Denn er hat Recht! Und wenn man sich selbst und seinen Bauchgefühlen vertrauen kann, dann lebt es sich ganz hervorragend. Außerdem, der Bauch fängt nicht einfach aus heiterem Himmel an zu spinnen...




Sehe ich auch so.
Und deshalb fange ich bei einem unguten Bauchgefühl an zu REDEN. Bisher bin ich auch ohne Schnüffeln dahintergekommen, wenn ich belogen und/oder betrogen wurde. Weil ich meinem Bauch nämlich auch vertraue. DU vertraust ihm aber offensichtlich nicht wirklich - sonst müsstest Du Dir nicht durch Schnüffeln bestätigen lassen, was Dein Bauch, dem Du angeblich vertraust, Dir sagt :smirksmile:

Inaktiver User
07.03.2006, 08:19
Aber sooo ungemein erleichternd dem eigenen Bauch danach wieder voll und ganz zu glauben. Denn er hat Recht! Und wenn man sich selbst und seinen Bauchgefühlen vertrauen kann, dann lebt es sich ganz hervorragend. Außerdem, der Bauch fängt nicht einfach aus heiterem Himmel an zu spinnen...




Sehe ich auch so.
Und deshalb fange ich bei einem unguten Bauchgefühl an zu REDEN. Bisher bin ich auch ohne Schnüffeln dahintergekommen, wenn ich belogen und/oder betrogen wurde. Weil ich meinem Bauch nämlich auch vertraue. DU vertraust ihm aber offensichtlich nicht wirklich - sonst müsstest Du Dir nicht durch Schnüffeln bestätigen lassen, was Dein Bauch, dem Du angeblich vertraust, Dir sagt :smirksmile:




Tante Karla:

:allesok:

Indem ich schnüffle, betrüge ich meinen Partner in gewisser Weise auch - ich habe nicht das Recht dazu, ich handle übergriffig. Die Annahme, dass DIESER Betrug am Vertrauen des Partners durch "Beweise" für einen anderen Betrug geadelt wird, finde ich absurd.

Grüssle
Seawasp

Debi
07.03.2006, 08:24
Nein Tante Klara es gibt Menschen die habe kein schlechtes Gewissen, die können ohne Probleme falsch schwören, Dir das blaue vom Himmel versprechen usw., die würden alles tun damit die Wahrheit nicht rauskommt, weil sie wissen das sie dich dann verlieren.
Ich bin sicher das man mit reden nicht bei jedem Menschen weiterkommt.

Inaktiver User
07.03.2006, 08:28
Nein Tante Klara es gibt Menschen die habe kein schlechtes Gewissen, die können ohne Probleme falsch schwören, Dir das blaue vom Himmel versprechen usw., die würden alles tun damit die Wahrheit nicht rauskommt, weil sie wissen das sie dich dann verlieren.
Ich bin sicher das man mit reden nicht bei jedem Menschen weiterkommt.




Bleibt immer noch die Frage, Debi, warum Du dann mit einem solchen Mann zusammen bist?

DA liegt für mich mein Ansatzpunkt, nicht darin, über Kontrolle eine Art Monitoring aufzubauen, um etwas, das marode und nicht passend ist, irgendwie passend zu machen.

Grüssle
Seawasp

Tante_Karla
07.03.2006, 08:38
Nein Tante Klara es gibt Menschen die habe kein schlechtes Gewissen, die können ohne Probleme falsch schwören, Dir das blaue vom Himmel versprechen usw., die würden alles tun damit die Wahrheit nicht rauskommt, weil sie wissen das sie dich dann verlieren.
Ich bin sicher das man mit reden nicht bei jedem Menschen weiterkommt.




Entweder Du vertraust Deinem Bauchgefühl oder nicht.
Wenn ich ein furchtbares Bauchgefühl habe und mein Partner schwört Stein und Bein, dass alles super ist, dann frage ich mich, was in meiner Beziehung nicht stimmt.
ICH fühle mich offensichtlich in dieser Beziehung nicht wohl - da muss ich ansetzen.

Prijon
07.03.2006, 08:47
Stimmt, Tante Karla.

Was dann aber verlangt, dass ICH handeln muss. Andersrum ist natürlich einfacher. Ich schnüffele, damit der andere durch sein Handeln die Verantwortung zugewiesen bekommt.

Das hat wohl viel mit so Dingern wie Schuld, Opfer/Täter und so zu tun - was alles in einer Beziehung nichts zu suchen hat.


Gruß,
Prijin

Eugenie
07.03.2006, 08:55
@ Prijon

Nein bei mir ist es nicht so. Ich schnüffle um für mich Klarheit zu erlangen.
Nicht mehr und nicht weniger.

LG
Eugenie

Tante_Karla
07.03.2006, 08:58
Ich schnüffle um für mich Klarheit zu erlangen.




Und warum hast Du das nötig?
Du schreibst doch:
...Wenn mein Bauch Alarm schlägt hat er Recht. Ich kenne diesen Bauch jahrelang...

Was denn nun?

Natasha72
07.03.2006, 13:21
Hallo Zusammen,

habe mich jetzt durch diesen ganzen langen Thread gelesen, weil ich vor kurzer Zeit mit der gleichen Problematik konfrontiert wurde - oder mich selbst damit konfrontiert habe?

Bei einem Klassentreffen hat mein Partner eine ehemalige Schulkameradin getroffen, und sich mit ihr offenbar gut verstanden. Daraus ergab sich ein Mail-Kontakt zwischen den beiden, der für mich problematisch wurde. Es ging mir nicht darum, DASS sie sich austauschen, sondern ich hatte ein schlechtes Gefühl über das WIE des Austausches. Übrigens wurde dieses schlechte Gefühl durch meinen Freund genährt, der mir auf die Frage "Wie ist sie denn so?" lediglich mitteilte, dass sie sehr attraktiv ist. Bei allem anderen wurde abgeblockt mit dem Satz "Das ist meine Privatsache und geht Dich nichts an!". Das hat gesessen.... Denn genau ab diesem Zeitpunkt fing mein Kopfkino an zu laufen und es wurde für mich immer merkwürdiger. Dabei muss gesagt werden, dass ich meinen Freund öfter darauf angesprochen habe, dass ich Schwierigkeiten damit habe, dass seine Bekannte mir gegenüber als großes Geheimnis dargestellt wird, als SEIN Geheimnis. Doch er blieb dabei, Privatsache :niedergeschmettert: Dies alles führte bei mir dazu, dass ich dann wirklich mal in seine Mails geschaut habe. Und was fand ich da? Man schrieb sich neben "normalen" Dingen (habe nur eine Mail gelesen) auch, dass man sich super attraktiv findet, man stolz darauf sein könnte, mit dem anderen in die Sauna zu gehen und alle anderen würden neidisch gucken.....und man schrieb sich Dinge wie "ich habe am WE oft an Dich gedacht".

Das war mir defintivi zu viel, eine Grenze damit überschritten. Logisch gab es riesen Streit mit meinem Freund. Er war sauer, dass ich in seine Privatspäre eingedrungen bin, ich war enttäuscht darüber, dass er mich darüber belogen hatte, weil er mir ja immer sagte, es ist ein normaler Austausch. Nach einer Woche Terz konnte ich mich glaube ich endlich mal verständlich machen meinem Freund gegenüber: Ich vertraue ihm und bin mir sicher, dass er mich nicht betrügen würde. Nicht mit dieser Frau und auch mit keiner anderen. Aber ich muss auch darauf vertrauen können, dass er anderen Frauen gegenüber als Freund auftritt und nicht als Mann - falls ihr versteht, wie ich das meine. Ich finde schon, dass einige Dinge exclusiv dem Partner gehören sollten und das fängt für mich weit vor der Bettkante an. Gedanken sind frei und er kann sich vorstellen mit seiner Bekannten was immer er möchte - aber im Verhalten soll es so sein, dass er nichts tun sollte und sagen sollte was er nicht auch tun und sagen könnte wenn ich dabei bin. Das erwarte ich nicht nur von mir sondern eben auch von meinem Partner.

Mein Freund hat dies verstanden und es ist endlich wieder Ruhe eingekehrt bei uns. Er hat auch verstanden, dass ich sonst gar nicht eifersüchtig bin aber seine totale Sprachlosigkeit ob dieser einen Frau bei mir echt zu solchen Problemen geführt hat.

Das Schnüffeln war und ist nicht okay. Und auch die Tatsache, dass ich vorher über das Thema reden wollte und es nicht ging, rechtfertigt das keinesfalls. Doch haben die anschließenden Gespräche mit meinem Freund zumindest bei mir für Klarheit gesorgt, und das ist doch wenigstens mal ein positiver Aspekt, oder?

Inaktiver User
07.03.2006, 15:05
Das Schnüffeln war und ist nicht okay. Und auch die Tatsache, dass ich vorher über das Thema reden wollte und es nicht ging, rechtfertigt das keinesfalls. Doch haben die anschließenden Gespräche mit meinem Freund zumindest bei mir für Klarheit gesorgt, und das ist doch wenigstens mal ein positiver Aspekt, oder?





Was hats dir jetzt gebracht? Bist du nicht noch misstrauischer?? meinst du es ist ausgestanden?
Ich glaube nicht daran, dass jetzt wieder eitel Sonnenschein ist, dein Misstrauen ist noch da und du wirst ihn heimlich überwachen, seine Gesten wenn er eine Frau trifft, ev. auch mal seine Mails oder sms.

ich würde mir das nicht antun wollen!!

grüsse
lara

Debi
08.03.2006, 08:13
Ich finde dieses Mißtrauen ist ja wohl auch angebracht!
Wenn jm. schreibt "ich habe am Wochenende oft an Dich gedacht" was bitte schön ist das denn????
Ich verstehe nicht wie naiv manche Frauen hier sind.
Klar ist ihm unangenehm das du in seine Privatsphäre eingedrungen bist. Jetzt kann er nicht mehr so leicht heimlich weiterflirten sondern hat Stress und muss sich mit Dir auseinandersetzen.
Lass Dir ruhig ein schlechtes Gewissen einreden und zweifle nie wieder an dem was er sagt, denn was Du gemacht hast ist viel schlimmer, als wenn er irgendwann mal mit ihr in der Kiste landet!
Aber wehe Du kommst dahinter, dann bist Du Schuld denn Du hast geschnüffelt.
Macht weiter so, das mögen die Männer, laßt euch für dumm verkaufen und glaubt alles was sie euch einreden!

Tante_Karla
08.03.2006, 08:48
Aber wehe Du kommst dahinter, dann bist Du Schuld denn Du hast geschnüffelt.
Macht weiter so, das mögen die Männer, laßt euch für dumm verkaufen und glaubt alles was sie euch einreden!




Was bitte hat das mit "naiv" oder "für dumm verkaufen" zu tun?
Im Gegenteil: Ich höre auf mein Bauchgefühl UND meinen Verstand und bin bisher auch ohne Schnüffeln dahintergekommen, wenn ich belogen und/oder betrogen wurde.
Eben gerade weil ich KEIN "Dööfchen" bin :freches grinsen:

Was macht Ihr "Schnüffler" denn, wenn Euch Euer Bauch sagt "da stimmt was nicht, der belügt mich" und Ihr sucht nach Beweisen und findet nichts? Ist dann wieder alles supi-heile-Welt, nur weil er vielleicht clever genug war, SMS und Emails zu löschen?
Ist dann das schlechte Gefühl weg und die Beziehung wieder toll?
Für mich schwer vorstellbar.

Trilana
08.03.2006, 08:57
Danke Tante Karla genau das habe ich grade eben nämlich auch gedacht.

Ich habe mich auch bisher immer auf mein Bauchgefühl und MR. Zufall verlassen und das hat bisher wunderbar geklappt auch ohne das ich nachschnüffeln musste. :zwinker:

Inaktiver User
08.03.2006, 09:02
Vielleicht haben wir (Trilana, Tante_Karla) auch ein Bauchgefühl entwickelt, weil wir auch schon in der Mail-losen, Handy-losen Zeit Beziehungen hatten, wo ein schnüffeln gar nicht so einfach war wie heute :smirksmile:(sorry, ich weiss nicht wie alt ihr 2 seid, aber bei mir ist es so :freches grinsen:)

Da gabs nicht mal Telefon mit Wahlwiederholung oder man konnte auch nicht nachgucken wer angerufen hat :smirksmile: und ich habe trotzdem immer geschnallt wenn mich jemand angelogen hat.

Ich glaube, die Instinkte gehen arg verloren :gegen die wand:

grüsse
lara

Trilana
08.03.2006, 09:12
Lara da könntest du recht mit haben. Ich bin 37, es gab zwar schon einigen technischen schnickschnakc zu meiner jugendzeit aber dass es schon in jedem Haushalt nen PC gab und jeder ein Handy besessen hat, das gab es noch nicht und ich hab trotzdem immer gemerk, wenn was nicht gestimmt hat und dann ist mir meist MR. Zufall zur Hilfe gekommen OHNE das ich geschnüffelt hätte.

Und wenn mein Bauchgefühl mein Instinkt und meine Antennen Alarm shclagen brauch ich keine weiteren Bweise dafür, dass irgendwas nicht stimtm, das sind mir shcon Beweise genug und dnan muss ich eben handeln, meinen Partner festnageln, immer wieder fragen was los ist, ob was nicht stimmt ihm solange damit auf dne Keks gehen, bis er mit der Sprache rausrückt, tut er das nicht, dann zieh ich die Konsequenz und gehe, DAS hat bisher immer noch Wirkung gezeigt und entweder wurde dnan endlich reiner Tisch gemacht und es kam alles raus, oder aber die Bezihung hat sich wieder gefestigt, weil endlich geredet wurde. Und diesen auf dne Nerv gehen ist weitaus besser als jedes schnüffeln, was ja heimlich gemacht wird und von dme der Partner nichts mitbekommt, wenn ich ihn aber ständig nerve,DAS bekommt er mit und ich kann verdammt nervig sein :fg engel: so dass er irgendwann sagt mein Gott die geht mir damit jetzt so auf dne Keks dann kann ich jetzt auhc Butter bei die Fische tun :zwinker:
Da brauch ich echt kein shcnüffeln und keine Beweise für.

Selena
08.03.2006, 09:56
Und wenn mein Bauchgefühl mein Instinkt und meine Antennen Alarm shclagen brauch ich keine weiteren Bweise dafür, dass irgendwas nicht stimtm, das sind mir shcon Beweise genug und dnan muss ich eben handeln, meinen Partner festnageln, immer wieder fragen was los ist, ob was nicht stimmt ihm solange damit auf dne Keks gehen, bis er mit der Sprache rausrückt, tut er das nicht, dann zieh ich die Konsequenz und gehe, DAS hat bisher immer noch Wirkung gezeigt und entweder wurde dnan endlich reiner Tisch gemacht und es kam alles raus, oder aber die Bezihung hat sich wieder gefestigt, weil endlich geredet wurde.



und was wenn du dich täuschst?
wenn wirklich nichts war? und er sich aus ganz anderen gründen komisch verhalten hat?

Tante_Karla
08.03.2006, 10:23
und was wenn du dich täuschst?
wenn wirklich nichts war? und er sich aus ganz anderen gründen komisch verhalten hat?



Deswegen sage ich ja, man soll miteinander REDEN.
Wenn mir etwas komisch vorkommt, dann wende ich mich an meinem Partner und nicht an sein Handy.
Dazu gehört natürlich Vertrauen.
Und wenn man das nicht hat, sollte man sich überlegen, ob man es nicht lieber gleich lässt.

Inaktiver User
08.03.2006, 10:55
und was wenn du dich täuschst?
wenn wirklich nichts war? und er sich aus ganz anderen gründen komisch verhalten hat?



Dann habe ich mit der Schnüffelei meine Beziehung riskiert oder zumindest vergiftet.

Ist es das Wert?

Gruß, Leonie

Trilana
08.03.2006, 11:26
und was wenn du dich täuschst?
wenn wirklich nichts war? und er sich aus ganz anderen gründen komisch verhalten hat?




dann finde ich das durch mein ihm auf den Nerv egehn heraus und dnan reden wir solange, bis sich die Sache geklärt hat. Wenn er mir dnan freiwillig um die Sache aufzuklären, zum Beispiel sein Handy zeigt oder seine mails, oder mir freiwillig sonstige BEweise für seine Unschuld liefert und mein schlimmes Bauch gefühl verschwindet, ist alles in Butter und da hab ich nicht schnüffeln müssen.

Verschwindet mein Bauchgefühl nicht und fühle ich mich weiterhin unwohl in der Beziehung, dann ist er wohl nicht der richtige für mich und ICH muss dann MEINE Konsequenzen daraus ziehen, was in letzter Konsequenz dann eben auch Trennung bedeutet.

Inaktiver User
08.03.2006, 11:27
und was wenn du dich täuschst?
wenn wirklich nichts war? und er sich aus ganz anderen gründen komisch verhalten hat?



Dann habe ich mit der Schnüffelei meine Beziehung riskiert oder zumindest vergiftet.

Ist es das Wert?

Gruß, Leonie



Das hast Du sehr sehr gut auf den Punkt gebracht - die Kontrolle ist niemals der Weg, eine Beziehung zu verbessern. Allenfalls, sie früher zu beenden.

Wer schnüffelt, hört ja in der Regel nicht nach einer Aktion damit auf, das wird häufig zur stetigen Sache......man macht es ja nicht, um nichts zu finden.

Debi
08.03.2006, 12:35
Also dieses Bauchgefühl habe ich auch, so ist es nicht und als erstes spreche ich natürlich meinen Partner an.
Bekomme ich dann die Antwort "ich schwöre Dir da ist nichts" kommen teilweise natürlich Zweifel, denn sooo sicher bin ich mir ja auch nicht.
Aber bitte was soll man dann machen?!
Die Methode mit dem nerven finde ich voll daneben, so kann man auch Beziehungen zerstören, es kann ja wirklich sein das er unschuldig ist und ich mache ihm die Hölle heiß.

Wenn man Eure Gedanken weiterdenkt könnte man eigentlich die Polizei und unser Rechtssystem abschaffen, denn der Schutz der Privatsphäre ist wichtiger als jedes andere Verbrechen.
Ein Verdächtiger wird so lange verhört bis er gesteht. Wenn er allerdings standhaft weiter seine Meinung vertritt wird er freigelassen und darf weitermachen - es sei denn der Verdacht ist zu groß dann wird er trotzdem abgeschossen (schuldig oder nicht spielt keine Rolle)!:-)))

Selena
08.03.2006, 12:52
ich tendiere auch dazu lieber mal nachschauen und mir Klarheit verschaffen als ewig auf einem Bauchgefühl rumzubrüten und den Partner vielleicht zu unrecht zu nerven.

Tante_Karla
08.03.2006, 13:24
Bekomme ich dann die Antwort "ich schwöre Dir da ist nichts" kommen teilweise natürlich Zweifel, denn sooo sicher bin ich mir ja auch nicht.
Aber bitte was soll man dann machen?!




Entweder vertrauen oder nicht.
Vertraut man nicht, sollte man seine Beziehung mal überdenken.

Tante_Karla
08.03.2006, 13:26
ich tendiere auch dazu lieber mal nachschauen und mir Klarheit verschaffen als ewig auf einem Bauchgefühl rumzubrüten und den Partner vielleicht zu unrecht zu nerven.



Ne, klar. Da dringe ich lieber zu unrecht in seine Privatssphäre ein, lese persönliche Mails seiner Freunde und Dinge, die ihm vielleicht sein bester Kumpel anvertraut hat, als das ich jemanden zu unrecht nerven.
Weil zu unrecht nerven ist ja wirklich eine ganz schlimme Sache. Da liest man lieber SMS und so :gegen die wand:

Inaktiver User
08.03.2006, 13:33
Aber bitte was soll man dann machen?!
Die Methode mit dem nerven finde ich voll daneben, so kann man auch Beziehungen zerstören, es kann ja wirklich sein das er unschuldig ist und ich mache ihm die Hölle heiß.



Nee, das ist nicht voll daneben – Schnüffeln ist daneben. Wenn ich ein Bauchgefühl habe – dann will ich, dass mein Partner das ernst nimmt. Und wenn er das nicht tut, mache ich berechtigterweise Stress.
Nicht, dass er zugibt, dass da etwas läuft – sondern dass er sich mit mir gemeinsam auseinandersetzt, was nicht stimmt in der Beziehung. Und wenn er das auf Dauer nicht tut, kann er nicht mein Partner sein. Dann muss ich Konsequenzen ziehen.



Und Dein Vergleich mit der Polizei ist so abwegig nicht. Selbstverständlich muss die Polizei meine Privatsphäre und meine Grundrechte respektieren. Die dürfen nicht mein Telefon abhören, um ein Verbrechen aufzuklären. Nur in ganz großen Ausnahmefällen mit richterlicher Genehmigung, wenn begründeter Verdacht vorliegt und es um ein ganz schweres Verbrechen geht.

Und genau aus demselben Grund, dass die Polizei das nicht darf, darfst Du das Handy auch nicht kontrollieren. Für mich ist das wirklich eine Grundrechtsdiskussion. Deshalb würde ich im Zweifel auch schärfstens reagieren.

Ich habe kein Recht darauf, dass mein Partner mit mir eine gute Beziehung führt.
Ich habe auch kein Recht darauf, dass der Partner mich nicht verletzt, und auch kein Recht darauf, mich vor Verletzungen mit allen Mitteln zu schützen. Ich habe noch nicht einmal ein Recht darauf, dass mein Mann sein Treue-Versprechen einhält.

Aber mein Partner hat ein Grundrecht auf seine Privatsphäre. Das “gewährt“ ihm keiner, das kann er mir gegenüber nicht verwirken, das hat er von Geburt.
Und wenn Du meinst, Dich in der Beziehung Deinem Partner gegenüber wie die Polizei, der Staatsanwalt und der Richter in einer Person aufführen zu müssen, kannst Du die Sache doch gleich vergessen.

Gruß, Leonie

Redrose
08.03.2006, 14:14
Hallo Leonie,
deine Beiträge gefallen mir sehr, lese viel von dir.

Wie würdest du reagieren, wenn du immer wieder feststellen mußt, dass dein Partner (wir leben in einer offenen Beziehung, sein Wunsch) Telefonate vom Festnetz auf Band mitschneidet, mit meinem Handy sms an seine Freunde schickt, mit meiner e-mail Adresse mails an seine Freunde schickt, so, als hätte ich das geschrieben, und, jetzt kommt der absolute Hammer: mich ohne mein Wissen, wenn ich allein zu Hause bin, mit Minikameras filmt?

Das ist mir leider passiert, immer wieder. Und die letzten Erkenntnisse habe ich auch nur durch Schnüffeln herausgefunden, habe die Beweise (Video- und Tonbänder) sichergestellt und ihm die Scheidung angeboten.

Würde mich sehr interessieren, was soll ich davon halten?

Grüße redrose

Inaktiver User
08.03.2006, 14:21
Wie würdest du reagieren, wenn du immer wieder feststellen mußt, dass dein Partner (wir leben in einer offenen Beziehung, sein Wunsch) Telefonate vom Festnetz auf Band mitschneidet, mit meinem Handy sms an seine Freunde schickt, mit meiner e-mail Adresse mails an seine Freunde schickt, so, als hätte ich das geschrieben, und, jetzt kommt der absolute Hammer: mich ohne mein Wissen, wenn ich allein zu Hause bin, mit Minikameras filmt?






@redrose

bin zwar nicht leonie, aber ich erlaube mir mal eine antwort!
hammermässig was dir passiert ist, aber ich würde sofort aus dieser beziehung gehen ohne wenn und aber und ohne mit ihm darüber zu reden.

grüsse
lara

Inaktiver User
08.03.2006, 14:23
Hallo Leonie,
deine Beiträge gefallen mir sehr, lese viel von dir.

Wie würdest du reagieren, wenn du immer wieder feststellen mußt, dass dein Partner (wir leben in einer offenen Beziehung, sein Wunsch) Telefonate vom Festnetz auf Band mitschneidet, mit meinem Handy sms an seine Freunde schickt, mit meiner e-mail Adresse mails an seine Freunde schickt, so, als hätte ich das geschrieben, und, jetzt kommt der absolute Hammer: mich ohne mein Wissen, wenn ich allein zu Hause bin, mit Minikameras filmt?

Das ist mir leider passiert, immer wieder. Und die letzten Erkenntnisse habe ich auch nur durch Schnüffeln herausgefunden, habe die Beweise (Video- und Tonbänder) sichergestellt und ihm die Scheidung angeboten.

Würde mich sehr interessieren, was soll ich davon halten?

Grüße redrose



@rednose (auch mitreden will)
.....das finde ich ziemlich krank und völlig indiskutabel..........davon solltest Du so viel Abstand halten wie ebned geht!

Inaktiver User
08.03.2006, 14:24
Redrose,

was willst Du von mir wissen?

Wie ich Dein Schnüffeln finde?
(könnte sein, dass ich Dir Notwehr zugestehen würde - dafür müsste ich mehr wissen. Dazu brauchst Du aber natürlich nichts zu schreiben.)

Ob ich mich auch trennen würde? Ja
(abhängig davon, wie lange ich schon mit ihm zusammen bin, ob ich verheiratet bin und ob Aussicht auf Änderung und vertrauensvolle Beziehung ist).


und vorneweg - warum hat er die PIN zu Deinem Handy und Deine Passwörter?

Ich kann Dir gerne noch mehr schreiben, wenn Du möchtest.

Gruß, Leonie

Inaktiver User
08.03.2006, 14:28
Redrose,

erstmal noch einen Knuddler :wangenkuss:

Warum zögerst, Dich zu trennen ?

Gruß, Leonie

Redrose
08.03.2006, 14:50
Entschuldigt bitte, natürlich freue ich mich über alle eure Antworten, vielen Dank dafür!
Ich habe Leonie angesprochen, weil sie direkt vor mir gepostet hat und weil ich ihre Art zu denken sehr schätze! Auch Kraaf's Meinung würde mich interessieren, Hi, bist du in der Nähe?

Leonie, ich hatte gar nicht mal so ein schlechtes Gewissen, als ich in seinen Sachen gestöbert habe, ich hatte schon sehr lange so ein Gefühl...., manches wußte ich von früher, er hat immer wieder versprochen, die Telefonate nicht mehr abzuhören.

Er hat weder meinen Handy-Code, vielleicht hat er ihn geknackt oder ich hab mal vergessen, abends abzuschalten. Noch hat er einen Zuganz zu meinem PC: zu Hause hat ausschließlich er Zugang zum PC, ich nicht. Ich habe nur vom Büro PC, nein, er hat einfach auf meinen Namen eine yahoo-Adresse aufgemacht und hat so in meinem Namen mails losgeschickt.

Ich war beim Rechtsanwalt, Scheidung vorbereiten, wir sind 23 Jahre zusammen. Mein Mann ist über meine Trennungsabsichten, und natürlich über mein Schnüffeln, zutiefst empört. Er ist der Meinung, wer schnüffelt muß auch damit rechnen, etwas unangenehmes zu finden............. na gut, aber das? Und weiter ist ihm nicht klar, wieso ich deswegen gehen will, wir haben uns, außer in sexuellen Dingen, immer ausgezeichnet verstanden.

Ich habe viel zu verlieren, aber ich kann diese immer wiederkehrenden Eingriffe in meine Intimsphäre nicht mehr verdrängen.

Verunsichert
redrose

Inaktiver User
08.03.2006, 14:57
Ich habe viel zu verlieren, aber ich kann diese immer wiederkehrenden Eingriffe in meine Intimsphäre nicht mehr verdrängen.



Das verstehe ich. Auf das "immer wieder kehrend" hatte ich in meiner ersten Antwort zu wenig geachtet.

Dann ist nur noch die Frage, warum Du so lange geblieben ist. Das ist aber völlig irrelevant - zieh' Deine Sache durch.

Dass er sich über Dein Schnüffeln empört, wenn er Dich regelrecht ausspioniert (und die Geschichte mit der email-Adresse ist natürlich absolut daneben), ist befremdlich. Aber auch völlig irrelevant.

Nur aus Neugier: Hast Du eine Vorstellung, was seine Motivation ist? Oder was er behauptet?
Will er die offene Beziehung für sich, aber Dich unter Kontrolle haben?
Auch irrelevant, aber da ich so etwas überhaupt nicht verstehen kann ...

Gruß, Leonie

Redrose
08.03.2006, 16:16
Leonie, danke für deine netten Worte!
seine Motivation: einerseits Kontrolle, aber viel mehr Voyeurismus. Er wollte mich immer wieder in Situationen hineintreiben, die ihm gefallen haben. Also seine Frau beim Seitensprung "erwischen". Da ich nicht so aktiv war, wie er gerne gehabt hätte, wollte er nachhelfen. Eine verrückte Sache.

Die Videos sind schon etwas älter, ich habe sie jetzt erst gefunden. Er dürfte mich auf Verdacht jedes Mal aufgenommen haben, wenn ich allein zu Hause war, übrig blieb ein Zusammenschnitt aus einigen meiner Treffen mit einem Freund, von dem er wußte. Und dann wurde es offensichtlich zur Gewohnheit und er hat auch im Gästezimmer wenn eine Freundin mit ihrer Tochter bei uns übernachtet hat aufgenommen.

Angeblich macht er das alles nicht mehr, weil er jetzt selbst eine sehr aufregende Liebesgeschichte nebenbei lebt. Aber das ist auch irrelevant.

Ich finde, er ist oft genug viel zu weit gegangen, hat einen Vertrauensbruch nach dem andren begangen. Wollte aber dazu gerne eure Meinungen hören, was mir bei meiner schweren Entscheidung helfen wird.

Dafür danke ich allen, die mir hier helfen, obwohl es nicht mein Strang hier ist, sorry! Hab mich hier etwas reingeschmuggelt, weiß nämlich nicht, wie eröffne ich einen neuen Strang?

Grüße von redrose

Inaktiver User
08.03.2006, 16:37
Redrose,

wäre das nicht schon für den Staatsanwalt?

Aber ich glaube nur nach neuem Recht (früher war erst das Veröffentlichen der Bilder strafbar, jetzt schon das heimliche Aufnehmen).

ok, vielleicht auch nicht so relevant.

Einen Thread eröffnest Du so: Du gehst auf das entsprechende Unterforum ("Treue und Lügen" oder "Trennung und Scheidung". Und dann findest Du oben das Wort "Schreiben", auf das Du klicken kannst.

Alles Gute,

Gruß, Leonie

Redrose
08.03.2006, 16:47
Danke!

Sieht meine Anwältin auch so, und natürlich hat er auch Bilder von mir veröffentlicht, über IN verbreitet etc.
Grausame Erkenntnisse, die ich durch mein Schnüffeln entdeckt habe.

Wie es andere aber auch geschrieben haben, zuerst ist das schreckliche Bauchgefühl da, irgendwann entschließt sich er diskreteste Mensch dazu, weil man Klarheit haben will. Da hätte ich mit Fragen alleine nur Lügen und wieder Lügen aufgetischt bekommen.

Grüße
redrose

Inaktiver User
08.03.2006, 21:53
Danke!

Sieht meine Anwältin auch so, und natürlich hat er auch Bilder von mir veröffentlicht, über IN verbreitet etc.
Grausame Erkenntnisse, die ich durch mein Schnüffeln entdeckt habe.



Grüße
redrose







Das ist aber echt richtig schlimm, tut mir leid für Dich - furchtbare Sache....

Selena
09.03.2006, 09:07
Ne, klar. Da dringe ich lieber zu unrecht in seine Privatssphäre ein, lese persönliche Mails seiner Freunde und Dinge, die ihm vielleicht sein bester Kumpel anvertraut hat, als das ich jemanden zu unrecht nerven.
Weil zu unrecht nerven ist ja wirklich eine ganz schlimme Sache. Da liest man lieber SMS und so



nee ich lese nicht die mails von seinen Freunden nicht, ich hab gar keine mails gelesen und auch keine sms, ausser einer sms der einer bestimmten Frau auf die er mich aber mit seinem verdächtigen Verhalten gebracht hat.

ich sehe das einfach so, wenn er immer ehrlich gewesen wäre und nichts verschwiegen hätte, dann hätte ich gewußt was los ist und hätte nichts rausfinden müssen. on daher: selöbst schuld wenn der Partner selbst mal nachforscht. wer immer ehrlich ist in einer Beziehung hat nichts zu verbergen!

Tante_Karla
09.03.2006, 09:38
wer immer ehrlich ist in einer Beziehung hat nichts zu verbergen!



Ich BIN ehrlich und habe nichts zu verbergen. Und trotzdem möchte ich nicht, dass mein Partner meine Emails oder SMS liest, meine Handtaschen durchsucht o.ä.
Das ist ein Eingriff in meine Privatssphäre, den ich nicht dulde.

Inaktiver User
09.03.2006, 09:56
wer immer ehrlich ist in einer Beziehung hat nichts zu verbergen!



Ich BIN ehrlich und habe nichts zu verbergen. Und trotzdem möchte ich nicht, dass mein Partner meine Emails oder SMS liest, meine Handtaschen durchsucht o.ä.
Das ist ein Eingriff in meine Privatssphäre, den ich nicht dulde.



Das sehe ich aber auch wie Tante Karla. Wer in den anderen seelisch hineinkriecht, kann ihn doch gar nicht mehr wirklich lieben.

Sadness
09.03.2006, 10:12
Ist schnüffeln, denn wirklich so schlimm, wenn man keine andere Möglichkeit mehr sieht um sich Gewißheit zu verschaffen.

Mein Mann hat ein Jahr lang auf Nachfragen immer alles abgestritten, ale er einaml vor meiner Nase eine sms geöffnet hat, lass ich dich Überschrift ( aus Zufall, nicht aus Absicht )...Guten morgen, mein Tiger..als ich fragt von wem das denn kommt, kam die Antwort von einem Freund, das wär ein Witz zwischen ihnen..

Damit hab ich mich erstmal zufrieden gegeben, aber er hat immer sein handy versteckt, einen Sicherheitscode eingegeben, als ich mal mit seinem Handy telefonieren musste, ist er fast ausgeflippt und hat es mir nicht gegeben.

Und dann hab ich gesehen, wie er den Sicherheitscode eingibt, hab aber noch nicht geschaut, sondern immer noch gefragt, was da los ist..ausreden über ausreden

Und nun hab ich nachgesehen und er hat seit über einem Jahr eine Geliebte( und das meine ich wörtlich, er ist verliebt )

Und nun bin ich schuld, weil ich nachgesehen habe und es weiß, ich habe eine Entschiedung erzwungen ( tu ich gar nicht )

Ich wünsche mir, ich hätte es schon früher entdeckt, nichts gesagt und mit diesem Wissen um meine Ehe gekämpf.

Sadness
09.03.2006, 10:15
Und wo war der Schutz meiner Intimsphäre, als er mit einer anderen Frau Zukunftspläne geschmiedet hat und über meine Zukunft mit ihr geredet hat

Ihr vielleicht noch erzählt hat, was bei uns nicht mehr gut läuft

Vielleicht soagr über meine Naivität gelacht hat

Inaktiver User
09.03.2006, 10:35
Ist schnüffeln, denn wirklich so schlimm, wenn man keine andere Möglichkeit mehr sieht um sich Gewißheit zu verschaffen.

Mein Mann hat ein Jahr lang auf Nachfragen immer alles abgestritten, ale er einaml vor meiner Nase eine sms geöffnet hat, lass ich dich Überschrift ( aus Zufall, nicht aus Absicht )...Guten morgen, mein Tiger..als ich fragt von wem das denn kommt, kam die Antwort von einem Freund, das wär ein Witz zwischen ihnen..

Damit hab ich mich erstmal zufrieden gegeben, aber er hat immer sein handy versteckt, einen Sicherheitscode eingegeben, als ich mal mit seinem Handy telefonieren musste, ist er fast ausgeflippt und hat es mir nicht gegeben.

Und dann hab ich gesehen, wie er den Sicherheitscode eingibt, hab aber noch nicht geschaut, sondern immer noch gefragt, was da los ist..ausreden über ausreden

Und nun hab ich nachgesehen und er hat seit über einem Jahr eine Geliebte( und das meine ich wörtlich, er ist verliebt )

Und nun bin ich schuld, weil ich nachgesehen habe und es weiß, ich habe eine Entschiedung erzwungen ( tu ich gar nicht )

Ich wünsche mir, ich hätte es schon früher entdeckt, nichts gesagt und mit diesem Wissen um meine Ehe gekämpf.





Ich halte nach Deinen Aussagen den Kerl für einen Drecksack!
Aus meiner Sicht lohnt sich der Kampf um so jemanden nicht.
Warum hast Du nicht nach der ersten SMS reinen Tisch gemacht - ICH hätte ihm kein Wort geglaubt!
Dieses permanente Suchen während der Beziehung macht einen doch mit der Zeit gaga im Kopf. Wie kann man sich das antun?

Redrose
09.03.2006, 10:49
Liebe Sadness,
ich sehe es ähnlich wie du, früher wissen heißt auch, früher handeln können. Nichts wissen, aber viel Unsicherheit spüren, heißt leiden und nicht benennen können warum.

Eines allerdings wird durch die Gewissheit, die man sich verschafft, schlimmer. Ich habe auch Tonbandaufzeichnungen von jahrelangen Telefonaten gefunden, die mein Mann mit einer Freundin geführt hat. (er hat sich also selbst auch aufgenommen) Dabei wurde mir erst klar, welche Gefühle er zu dieser Frau hatte. UND wie er über mich denkt. Autsch, das hat teilweise sehr weh getan. War aber auch ein Anstoß, über seine Worte nachzudenken.
Diese Freundin hat mich ein paar Mal gewarnt, ich habe ihr aber nie geglaubt und habe eher gedacht, sie will Unfrieden in meine Ehe bringen.

Grüße redrose

Tante_Karla
09.03.2006, 10:55
Ist schnüffeln, denn wirklich so schlimm, wenn man keine andere Möglichkeit mehr sieht um sich Gewißheit zu verschaffen.

Mein Mann hat ein Jahr lang auf Nachfragen immer alles abgestritten, ale er einaml vor meiner Nase eine sms geöffnet hat, lass ich dich Überschrift ( aus Zufall, nicht aus Absicht )...Guten morgen, mein Tiger..als ich fragt von wem das denn kommt, kam die Antwort von einem Freund, das wär ein Witz zwischen ihnen..

Damit hab ich mich erstmal zufrieden gegeben, aber er hat immer sein handy versteckt, einen Sicherheitscode eingegeben, als ich mal mit seinem Handy telefonieren musste, ist er fast ausgeflippt und hat es mir nicht gegeben.

Und dann hab ich gesehen, wie er den Sicherheitscode eingibt, hab aber noch nicht geschaut, sondern immer noch gefragt, was da los ist..ausreden über ausreden

Und nun hab ich nachgesehen und er hat seit über einem Jahr eine Geliebte( und das meine ich wörtlich, er ist verliebt )

Und nun bin ich schuld, weil ich nachgesehen habe und es weiß, ich habe eine Entschiedung erzwungen ( tu ich gar nicht )

Ich wünsche mir, ich hätte es schon früher entdeckt, nichts gesagt und mit diesem Wissen um meine Ehe gekämpf.





Der Mann ist ein Arschloch.
Ich an Deiner Stelle hätte auf mein Bauchgefühl gehört - das muss Dir ja irgendwas gesagt haben. Und offensichtlich hat es Dir gesagt, dass er lügt (sonst hättest Du ja nicht geschnüffelt). Was wäre gewesen, wenn Du nichts gefunden hättest? Friede Freude Eierkuchen? Eher nicht - Du hättest weiter dieses schlechte Gefühl gehabt - zu Recht.
Also: Hört auf Euren Bauch, auf Euer Gefühl und redet mit dem Partner. Vertraut Ihr ihm nicht, dann schnüffelt nicht sondern zieht die Konsequenzen.

Inaktiver User
09.03.2006, 11:40
Sadness,

ich habe kurz in Deinen anderen Thread geschaut - erst einmal :wangenkuss:

Du brauchst Dir auch nicht von Deinem Mann einreden zu lassen, dass Du "schuld" seist, wenn Eure Ehe beendet wird, weil Du eine Entscheidung verlangst - er will es einfach bequem. Das wird in dem anderen Thread ja diskutiert.

Aber - das etwas nicht in Ordnung ist, wusstest Du doch vorher, oder nicht?
Wenn vielleicht auch nicht genau, was. Und dass er sich darum gar nicht kümmert, sondern heimlich tut, doch auch.

Wieso schreibst Du dann, wenn Du es früher gewusst hättest, hättest Du etwas für Deine Ehe getan, hättest gekämpft? Das war doch klar, dass das nötig ist - und das wäre vermutlich auch früher schon aussichtslos gewesen.




Und wo war der Schutz meiner Intimsphäre, als er mit einer anderen Frau Zukunftspläne geschmiedet hat und über meine Zukunft mit ihr geredet hat.



Was er mit ihr redet, weißt Du sowieso nicht.

Und wenn er mit ihr ins Bett geht, ist das Betrug, mit viel Lügen verbunden, eine große Verletzung für Dich und ein Grund zur Trennung.
Aber es verletzt nicht Deine Intimsphäre.
Du hast kein Recht auf Treue.

Das ist auch Selenas Irrtum:



ich sehe das einfach so, wenn er immer ehrlich gewesen wäre und nichts verschwiegen hätte, dann hätte ich gewußt was los ist und hätte nichts rausfinden müssen. on daher: selöbst schuld wenn der Partner selbst mal nachforscht. wer immer ehrlich ist in einer Beziehung hat nichts zu verbergen!



So etwas kann man nur schreiben, wenn man meint ein Recht zu haben, alles vom Partner zu wissen. Hat man aber nicht. Man hat kein Recht darauf, dass der Partner nicht lügt und dass er sich nicht daneben benimmt (wobei "daneben" natürlich "daneben" bleibt).
Aber der Partner hat ein Recht auf seine Privatsphäre. Auch wenn er lügt.
Weder Liebe noch Beziehung bedeuten besitzen oder kontrollieren dürfen.

Gruß, Leonie

Inaktiver User
09.03.2006, 11:42
So etwas kann man nur schreiben, wenn man meint ein Recht zu haben, alles vom Partner zu wissen. Hat man aber nicht. Man hat kein recht darauf, dass der Partner nicht lügt und dass er sich nicht daneben benimmt (wobei "daneben" natürlich "daneben" bleibt).
Aber der Partner hat ein Recht auf seine Privatsphäre. Auch wenn er lügt.
Weder Liebe noch Beziehung bedeuten besitzen oder kontrollieren dürfen.

Gruß, Leonie



Sehr treffend ausgedrückt :allesok: ich habe kein Recht an meinem Partner!!

grüsse
lara

Monja42
09.03.2006, 11:42
Schreibt mir doch bitte einmal, wie diese Konsequenzen aussehen sollen. Einfach eine 20ig jährige Ehe auf den Müll schmeißen, nur weil man einen Verdacht hat?

Wenn man ein schlechtes Bauchgefühlt hat, den Partner löchert und der immer wieder sagt, alles ist ok, sucht man doch nach einer anderen Möglichkeit, um Gewissheit zu erhalten!

Und es geht hier nicht um zwanghaftes Kontrollieren des Partners. Immer und ständig in seinen Sachen schnüffeln. Nein, nur in dieser einen Ausnahmesituation, wenn man fühlt, die Partnerschaft ist gefährdet.

Auch wenn man auf einem anderen Weg nicht weiterkommt, findet ihr es verwerflich, wenn man ins Handy schaut, Mails öffnet, in Taschen wühlt etc.?

Viele Grüße, M.

Inaktiver User
09.03.2006, 11:44
Schreibt mir doch bitte einmal, wie diese Konsequenzen aussehen sollen. Einfach eine 20ig jährige Ehe auf den Müll schmeißen, nur weil man einen Verdacht hat?

Wenn man ein schlechtes Bauchgefühlt hat, den Partner löchert und der immer wieder sagt, alles ist ok, sucht man doch nach einer anderen Möglichkeit, um Gewissheit zu erhalten!






Fragen, Fragen, Fragen, Nerven, Nerven!!!

Und wenn mein Gefühl bleibt, GEHEN!!! Denn nach 20 Jahren habe ich entweder Vertrauen oder nicht und wenn ich keines mehr habe, gehe ich!!!

grüsse
lara (23 Jahre in fester Partnerschaft)

Inaktiver User
09.03.2006, 11:46
noch was Monja!!

Ich habe KEIN RECHT zu schnüffeln und habe es noch nie in meinem Leben getan. Dies erwarte ich auch von meinem Partner, er hat KEIN RECHT auf mein Handy, meine Mails und meine Handtasche.
Ich finde es extrem verwerflich Taschen, Handys etc. zu durchsuchen, würde das mein Mann machen hätte ich ein Riesenproblem mit ihm.

grüsse
lara

Inaktiver User
09.03.2006, 11:49
Schreibt mir doch bitte einmal, wie diese Konsequenzen aussehen sollen. Einfach eine 20ig jährige Ehe auf den Müll schmeißen, nur weil man einen Verdacht hat?



Man geht doch nicht auf Verdacht.
Sondern weil man merkt, dass der Partner zu Gesprächen überhaupt nicht bereit ist. Und nichts für die Ehe tut. Weil er Dich nicht ernst nimmt und Deine Gefühle vom Tisch wischt. Das reicht, um ordentlich Stress zu machen und zu sagen, dass man sich das nicht gefallen lässt.



Auch wenn man auf einem anderen Weg nicht weiterkommt, findet ihr es verwerflich, wenn man ins Handy schaut, Mails öffnet, in Taschen wühlt etc.?



JA !

Gruß, Leonie

Hopscotch07
09.03.2006, 12:05
Ich wünsche mir, ich hätte es schon früher entdeckt, nichts gesagt und mit diesem Wissen um meine Ehe gekämpf.





WIE hättest Du in dem Fall denn um Deine Ehe gekämpft? Du hattest ja ohne das Wissen das Gefühl, dass mit eurer Beziehung etwas nicht stimmt. Und hast Du gekämpft? Oder warst Du nur darauf fixiert herauszufinden, ob "da etwas läuft"?

Wenn Du das Gefühl hast, mit der Beziehung stimmt etwas nicht, ist es doch Anlass genug, an der Beziehung zu arbeiten. Dafür brauchst Du keine Gewissheit über einen Betrug. Oder glaubst Du, es wäre Dir leichter gefallen zu kämpfen, wenn Du viel früher gewusst hättest, dass Dein Mann Dich betrogen hat. Und dieses Wissen auch noch für Dich behalten hättest? Das hätt dann doch mindestens so in Dir rumort, wie vorher der Verdacht.

Heimlich zu schnüffeln - schwingt da nicht die Angst davor oder das Unvermögen mit, sich zu öffnen, (wieder) echte Nähe in der Partnerschaft aufzubauen, Vertrauen zu geben und zu haben?

hopscotch

Monja42
09.03.2006, 12:10
Wisst ihr, mein Mann ist einmal nachts aufgestanden und ich bin davon wach geworden. Kurze Zeit später hörte seinen SMS Nachrichtenton. Das war purer Zufall, denn mein Mann hielt sich zu diesem Zeitpunkt in einem anderen Stockwerk auf und nur durch den Kaminschacht, der direkt im Schlafzimmer verläuft konnte ich den Ton hören. Ihr könnt euch denken, was danach kam. Mein Mann legte sich wieder schlafen und ich konnte nicht mehr einschlafen.Ich muss dazu sagen, dass ich nichts in dieser Hinsicht geahnt hatte, deshab war ich ja auch so verwundert, warum bekommt er um drei Uhr nachts eine SMS-Nachricht? Ich habe mit mir gerungen, schaust du nach oder schaust du nicht nach. Irgendwann bin ich dann doch aufgestanden und habe nachgeschaut. Er hatte die SMS nicht gelöscht und sie war eindeutig. Das war das einzige Mal, dass ich so etwas getan, ich würde es aber in so einer Situation wieder tun.
Viele Grüße, M.

Hopscotch07
09.03.2006, 12:24
ich sehe das einfach so, wenn er immer ehrlich gewesen wäre und nichts verschwiegen hätte, dann hätte ich gewußt was los ist und hätte nichts rausfinden müssen. on daher: selöbst schuld wenn der Partner selbst mal nachforscht. wer immer ehrlich ist in einer Beziehung hat nichts zu verbergen!



Selena,

nein, so einfach ist das nicht!

1.) Du schnüffelst, weil Du das Gefühl hast, er sei nicht ehrlich oder nicht ganz offen. Dieses Gefühl kann begründet sein. Muss es aber nicht. Wenn sich also nach dem schnüffeln herausstellt, er war tatsächlich nicht ehrlich, hast Du aus Deiner Sicht nachträglich Deine moralische Legitimation. Aber was, wenn Dein Gefühl getrogen hat????

2.) "wenn er nicht verschwiegen hätte" - hat Dein Partner kein Anrecht auf Dinge/Wissen/Gedanken o.ä., die er nicht mit Dir teilt? Es ist doch zwangsläufig so, dass jeder seinen kleinen Bereich für sich hat, kein 100% offenes Buch ist. Und so wird kein Partner Deine Erwartung "nichts zu verschweigen" erfüllen können. Für Dich eine Legitimation zu schnüffeln?

3.) "wenn er immer ehrlich gewesen wäre....." Nein, auch wer immer ehrlich (und treu etc) in einer Beziehung ist, hat manchmal irgendetwas "zu verbergen". Seien es eigene Gedanken (z.B. Tagebuch o.ä.), seien es vertrauliche Informationen von Freunden. Vielleicht sogar Dinge, die Dich betreffen.

Und zuletzt frage ich mich, wie auch schon viele andere vorher, was machst Du mit Deiner Schnüffelei, wenn Du nichts entdeckst. Es ist doch ein leichtes, seine Spuren zu verwischen. Wohin dann mit Deinem Misstrauen? Und wie kommst Du dann mit Deiner Beziehung (wieder) voran? Du wirst ja kaum den Dialog suchen mit "Du Schatz, ich habe vor lauter Misstrauen Deine Sachen durchwühlt, aber nichts gefunden. Nun weiss ich nicht weiter, wie kriegen wir unsere Beziehung jetzt wieder auf Kurs?"

Bis jetzt hat noch keiner der Schnüffel-Befürworter wirklich eine plausible Antwort für diesen Fall gegeben.

hopscotch

P.S. Und Du liest im Verdachtsfall wirklich keine anderen mails oder sms; auch wenn bei der direkten Suche (unter dem Namen der verdächtigen Frau) nichts zu finden ist? Kaum zu glauben, denn dann wird doch der Verdacht aufkeimen, sie könne vielleicht unter falschen Namen......

Redrose
09.03.2006, 12:26
Ich sehe das so. So lange man keine Beweise in der Hand hat, wird man angelogen ohne Ende. Wer gibt ohne entsprechende Beweislast gerne zu, betrogen, gelogen, hintergangen zu haben?

Ich weiß von einem Kollegen, der seiner fragenden und nicht schnüffelnden Ehefrau, wenn also sms zu den ungewöhnlichsten Zeit bei ihm piepsen erklärt, das seien immer alle möglichen Werbe-sms.
Stimmt, kommt schon mal vor. Arme Frau, was könnte sie tun, außer glauben oder irgendwann den verpönten Griff zu seinem Handy wagen?

redrose

Redrose
09.03.2006, 12:35
Hopscotch,
dir muß ich allerdings auch Recht geben, und das sehe ich nicht direkt als Widerspruch.
Es ist wahr, jeder mensch hat das Recht auf seinen geschützten Bereich, deshalb gibt es ja ein Briefgeheimnis etc. Außerdem schadet zu viel Wissen, von den intimsten Gedanken sicher auch dem, der es sich erschnüffelt, siehe mein posting weiter oben.

Es wird vielleicht, wie so oft im Leben, doch Grenzbereiche geben.

Was ich mir aber auch schon gedacht habe. Inwieweit holt sich jemand, der sich Zugang zur Privatsphäre des Partners beschafft, mit dem Beweis in Wirklichkeit nur die Legitimation zu weiteren Schritten?
Es ist nicht leicht, sich aus einer langjährigen Beziehung zu lösen. Vielleicht hat man wirklich zu wenig Mühe in die Beziehungsarbeit investiert. Oder hat Angst, wie auch immer. Dann könnte so ein Beweis für die Unzulänglichkeit des Partners helfen, das eigenen schlechte Gewissen zu beruhigen.

Hm, grübel, sehr unangenehmer Gedanke....

redrose

Sadness
09.03.2006, 12:49
Da muss ich dir leider recht geben, ich wußte genau, dass da was nicht passt und
hätte kämpfen können, aber mir war der Ernst der Situation nicht so bewußt.

Ganz ehrlich, und das geb ich jetzt nicht gerne zu, dachte ich, ich entdecke eine Bettgeschichte, dann mach ich ihn ein bißchen nieder, er fühlt sich schön schuldbewußt und ich hab Oberwasser.

Klingt blöd, ist blöd, aber wenn du mal so ein Muster drin hast, kannst du es auch ganz schwer durchbrechen.

Erst die Gewißheit, dass er in eine andere Frau verliebt ist, hat mir die Augen geöffnet, was ich verlieren werde und was wir uns seit Jahren antun.

Es hat also auch sein Gutes, so etwas heruaszufinden, entweder es ändert sich jetzt etwas zum positiven oder die Quälerei hat ein Ende.
Ich könnte auch im Moment sein Handy konrtollieren, tue es aber nicht und das obwohl ich weiß das da etliche sms laufen.
Es fällt mir wahnsinnig schwer, aber ich reisse mich echt am Riemen.
Denn das ist ein Signal von mir, dass ich bereit bin, zu verzeihen und zu handeln.

Inaktiver User
09.03.2006, 12:53
Wisst ihr, mein Mann ist einmal nachts aufgestanden und ich bin davon wach geworden. Kurze Zeit später hörte seinen SMS Nachrichtenton. Das war purer Zufall, denn mein Mann hielt sich zu diesem Zeitpunkt in einem anderen Stockwerk auf und nur durch den Kaminschacht, der direkt im Schlafzimmer verläuft konnte ich den Ton hören. Ihr könnt euch denken, was danach kam. Mein Mann legte sich wieder schlafen und ich konnte nicht mehr einschlafen.Ich muss dazu sagen, dass ich nichts in dieser Hinsicht geahnt hatte, deshab war ich ja auch so verwundert, warum bekommt er um drei Uhr nachts eine SMS-Nachricht? Ich habe mit mir gerungen, schaust du nach oder schaust du nicht nach. Irgendwann bin ich dann doch aufgestanden und habe nachgeschaut. Er hatte die SMS nicht gelöscht und sie war eindeutig. Das war das einzige Mal, dass ich so etwas getan, ich würde es aber in so einer Situation wieder tun.
Viele Grüße, M.



Die Situation ist schon recht strange und ich kann auch gut nachvollziehen, dass Du Dir das Handy geschnappt hast (unabhänig davon, ob ich das für richtig halte).
Aber in dem Fall ist doch Deine zu ziehende Konsequenz völlig klar, oder?
Wenn´s eindeutig war - ICH hätte in der gleichen Sekunde den totalen Terror geschlagen.
(Ich als Frau, die nicht betrogen werden will - nicht als Gyldensternchen, die wäre liegen geblieben.)

Inaktiver User
09.03.2006, 13:05
Wisst ihr, mein Mann ist einmal nachts aufgestanden und ich bin davon wach geworden. Kurze Zeit später hörte seinen SMS Nachrichtenton.
Ihr könnt euch denken, was danach kam. Mein Mann legte sich wieder schlafen und ich konnte nicht mehr einschlafen.Ich muss dazu sagen, dass ich nichts in dieser Hinsicht geahnt hatte, deshab war ich ja auch so verwundert, warum bekommt er um drei Uhr nachts eine SMS-Nachricht? Ich habe mit mir gerungen, schaust du nach oder schaust du nicht nach. Irgendwann bin ich dann doch aufgestanden und habe nachgeschaut. Er hatte die SMS nicht gelöscht und sie war eindeutig. Das war das einzige Mal, dass ich so etwas getan, ich würde es aber in so einer Situation wieder tun.
Viele Grüße, M.



Also da müsstest du bei mir häufig aufstehen :freches grinsen: ich bekomme auch nachts um 03.00 uhr sms und bei meinem mann kann das auch passieren.

aber mal ehrlich, hat dich das so aus dem konzept gebracht??? warum??? hattest du schon vorher ein ungutes gefühl??

mich würde sowas nicht mal beschäftigen, ehrlich. denn wenn ich vertrauen habe interpretiere ich doch nichts in eine sms die nachts kommt rein.

grüsse
lara

Inaktiver User
09.03.2006, 13:08
Arme Frau, was könnte sie tun, außer glauben oder irgendwann den verpönten Griff zu seinem Handy wagen?

redrose



Warum soll sie nicht glauben, dass ihr Mann die Wahrheit sagt??? Wird sie angelogen und es kommt irgendwann ans Tageslicht, kann sie immer noch handeln.
Aber schnüffeln ist nie berechtigt, auch nicht bei Zweifeln.

Ich frag mich ehrlich wie die Ehen früher gehalten haben als es noch keine Handys gab :freches grinsen:

grüsse
lara

Monja42
09.03.2006, 13:16
Also ich habe mich da echt über mich selbst gewundert. Ich bin ganz ruhig geblieben. Bin hoch ins Schlafzimmer und habe ihn ganz sachlich gefragt, wer diese Frau sei. Erst hat er es abgestritten, aber nachdem ich ihn gefragt habe, ob er mich jetzt auch noch verarschen will, hat er zugegeben, dass er sie seit drei Wochen kennt. Wir haben angefangen über die nächsten Tage und Wochen zu reden. Der Knoten war geplatzt und es stimmte Einiges nicht mehr in unserer Beziehung.
Das Ganze ist jetzt drei Jahre her und ich bin heute noch der Meinung, durch mein Schnüffeln habe ich diese Liebschaft zu einem frühen Zeitpunkt bemerkt und konnte handeln. Ich war vor dem Auffliegen sehr mit mir selbst beschäftigt und musste mit dem Kopf in die Scheiße gestoßen werden, um überhaupt handeln zu können. Wäre es anders verlaufen, also hätte ich nicht nachgeschaut, abgewartet und gefragt, hätte er weitergemacht, sie besser kennengelernt, sich vielleicht wirklich in sie verliebt und es wäre wesentlich schwieriger geworden, wenn er es überhaupt dann noch geschafft hätte, da wieder herauszukommen. So hatten wir noch eine Chance. Die wir auch genutzt haben.

Viele Grüße, M.

Tante_Karla
09.03.2006, 13:21
Wisst ihr, mein Mann ist einmal nachts aufgestanden und ich bin davon wach geworden. Kurze Zeit später hörte seinen SMS Nachrichtenton. Das war purer Zufall, denn mein Mann hielt sich zu diesem Zeitpunkt in einem anderen Stockwerk auf und nur durch den Kaminschacht, der direkt im Schlafzimmer verläuft konnte ich den Ton hören. Ihr könnt euch denken, was danach kam. Mein Mann legte sich wieder schlafen und ich konnte nicht mehr einschlafen.Ich muss dazu sagen, dass ich nichts in dieser Hinsicht geahnt hatte, deshab war ich ja auch so verwundert, warum bekommt er um drei Uhr nachts eine SMS-Nachricht? Ich habe mit mir gerungen, schaust du nach oder schaust du nicht nach. Irgendwann bin ich dann doch aufgestanden und habe nachgeschaut. Er hatte die SMS nicht gelöscht und sie war eindeutig. Das war das einzige Mal, dass ich so etwas getan, ich würde es aber in so einer Situation wieder tun.
Viele Grüße, M.



Warum hast Du nicht einfach mit ihm gesprochen und ihn gefragt, wer ihm nachts eine SMS schickt?

Monja42
09.03.2006, 13:21
Gut, dass es heute Handys gibt :aetsch:

Bei uns ist es ungewöhlich, dass einer von uns beiden nachts um drei Uhr eine SMS bekommt und ja in unserer Beziehung lag einiges im Argen, aber ich hätte im Traum nicht daran gedacht, dass er sich ne andere sucht.

Inaktiver User
09.03.2006, 13:24
Monja

hast du jetzt wirklich 100% Vertrauen zu ihm, nach dieser Geschichte??

grüsse
lara

Monja42
09.03.2006, 13:24
Ich habe ihn nicht darauf angesprochen, weil ich wusste, dass er mir nicht die Wahrheit sagen wird. Hatt sich ja auch bewahrheitet, denn als ich ihn darauf angesprochen habe, wollte er es erst abstreiten und nur weil die SMS eindeutig war, musste er es zugeben.

Tante_Karla
09.03.2006, 13:24
Auch wenn man auf einem anderen Weg nicht weiterkommt, findet ihr es verwerflich, wenn man ins Handy schaut, Mails öffnet, in Taschen wühlt etc.?




Ja.
Ich würde es nicht tun und habe es nie getan. Und würde es jemand bei mir tun wäre das das Ende der Beziehung. Ohne Diskussion.

Tante_Karla
09.03.2006, 13:26
Ich habe ihn nicht darauf angesprochen, weil ich wusste, dass er mir nicht die Wahrheit sagen wird.



Dann war Eure Beziehung aber sowieso schon ziemlich daneben, oder?
Was ist das denn bitte für eine Beziehung, wo man weiss, dass der Partner nicht die Wahrheit sagt? Sowas würde ich so oder so nicht haben wollen - da würde ich gar nicht erst abwarten, bis ich betrogen werde. Da ist ja NULL Vertrauen.

Monja42
09.03.2006, 13:30
Nicht 100%, sagen wir mal 99%, aber es gab damals Gründe, warum er es gemacht hat und die habe ich verstanden. Gründe hört sich jetzt blöd an, eine schlechte Beziehung ist noch lange keine Fahrkarte für Betrügen, aber ich konnte ihn damals verstehen und das ist ja das Wichtigste. Und das 1% rührt einfach daher, weil ich nicht mehr so blauaugig bin und denke, dass mir so etwas nicht passieren kann.

Monja42
09.03.2006, 13:33
Tante Klara, ich sehe dass nicht so und natürlich war unsere Beziehung zu diesem Zeitpunkt nicht gut. Aber stell dir doch mal die Situation vor: Du bist schlaftrunken und dein Partner fragt dich so etwas. Also ich würde da auch erstmal vor lauter Schiss alles abstreiten. Ich war ihm deshalb auch nie böse.

Inaktiver User
09.03.2006, 13:34
Na, dann hats ja was geholfen :freches grinsen:

ich weiss, dass dies auch bei mir passieren kann, aber ich schnüffle trotzdem nie :smirksmile: wenns passiert, dann passierts und dann handle ich!!

grüsse
lara

Monja42
09.03.2006, 13:42
Heute muss ich da echt drüber grinsen, dass war vielleicht ne Situation. Und ich bin ja eigentlich auch der Meinung, wenn eine Beziehung zu Ende ist, der eine Partner sich löst, hilft auch kein Schnüffeln mehr. Aber bei uns hat es damals geholfen. Wir konnten endlich an unserer Beziehung arbeiten. Wenn es anders gelaufen wäre, hätte wir noch ewig aneinander vorbeigelebt und es wäre vielleicht zu spät gewesen.

Tante_Karla
09.03.2006, 13:43
Tante Klara, ich sehe dass nicht so und natürlich war unsere Beziehung zu diesem Zeitpunkt nicht gut. Aber stell dir doch mal die Situation vor: Du bist schlaftrunken und dein Partner fragt dich so etwas. Also ich würde da auch erstmal vor lauter Schiss alles abstreiten. Ich war ihm deshalb auch nie böse.



Einen Versuch wäre es aber wert gewesen, erstmal mit ihm zu reden statt sich an seinem Handy zu vergreifen, oder?

Monja42
09.03.2006, 13:46
Ja vielleicht hast du recht. Aber ich war innerlich so aufgewühlt, dass ich es eben so gemacht habe.

Redrose
09.03.2006, 13:54
Lara,
ja, die Ehefrau die ihren Mann (ein Kollege von mir) immer wieder fragt, warum er so oft sms am Wochenende bekommt, wird andauernd betrogen. Aber was solle eine Frau die mit 3 Kindern zu Hause ist denn machen mit ihrem vagen Gefühl, dass da was nicht stimmt, wenn der Mistkerl immer weiter lügt, soll sie sich wirklich aufgrund eines komischen Gefühls trennen?

Grüße redrose

Trilana
09.03.2006, 14:17
@ Rednose

wenn sie mit der Situatio so unglücklich ist, ja dann muss sie sich trennen. Das ist die einzige und letzte Konsequenz dann bei so einer Sache. aber für mich wäre es egal welcher Grund es ist, wenn ich unglücklich bin in einer Beziehung, und mein Partner hat kein Interesse auf mich einzugehen oder was zu ändern, dnan muss ich gehen.

Inaktiver User
09.03.2006, 14:23
@ Redrose,

ihr Gefühl, dass da etwas nicht stimmt, ist doch nicht vage.
Sie weiß nur nicht genau, dass er fremdgeht.

Und wenn sie das Gefühl hat, dass etwas nicht stimmt, dann stimmt etwas nicht. Punkt.

Ich gebe ja zu, dass ich mir Untreue gar nicht vorstellen kann und deshalb nicht mitreden sollte - aber wenn die Beziehung nicht stimmt - warum hängt man das dann so sehr darab auf, ob Betrug stattfindet oder nicht. Wenn er treu ist, lässt man sich alles gefallen? Und wenn er untreu ist, schmeißt man ihn 'raus, auch wenn man 3 Kinder hat?

Gruß, Leonie

Monja42
09.03.2006, 14:43
Man trennt sich nicht so einfach bei drei Kindern. Existensängst und was da noch so alles mitspielt. Es kann dauern bis die Schmerzgrenze erreicht ist und bis dahin versucht man eben alles. Mit dem Schnüffeln begibt sie sich allerdings auf sein Niveau. Damit muss sie dann leben.

Redrose
09.03.2006, 14:46
Ich kann natürlich nur für mich selbst sprechen, dieser Kollege war ein Beispiel, welche Erklärungen man bekommen kann, wenn man Fragen stellt, die ein ungutes Gefühl beheben sollten.

Aber eines möchte ich noch klären. Dieses unangenehme Gefühl, dass sich einschleichen kann in eine Beziehung, z.B. aufgrund ungewöhnlicher sms-Frequenz o.ä., das ist ein sehr diffuses Gefühl, dass etwas nicht stimmt. Das kann sehr lange dauern, bis man da wirklich Boden unter die Füße bekommt. Das ist schwierig zu beschreiben. Ich glaube, wer es nicht erlebt hat, kann leicht sagen, da hätte man doch längst an der Beziehung arbeiten müssen. - Woran genau soll man arbeiten, es scheint noch die Sonne, aber ein kühler Wind kommt auf, man kennt nicht mal die Richtung.

Wie gesagt, schwer zu beschreiben.
Grüße redrose

Inaktiver User
09.03.2006, 15:03
Lara,
ja, die Ehefrau die ihren Mann (ein Kollege von mir) immer wieder fragt, warum er so oft sms am Wochenende bekommt, wird andauernd betrogen. Aber was solle eine Frau die mit 3 Kindern zu Hause ist denn machen mit ihrem vagen Gefühl, dass da was nicht stimmt, wenn der Mistkerl immer weiter lügt, soll sie sich wirklich aufgrund eines komischen Gefühls trennen?

Grüße redrose



Ja, sie ist nicht die erste Frau die sich mit 3 Kindern trennt (ich weiss warum ich nur eines habe :zwinker: :fg engel:)
Wenn sie sich und ihren Mann sehr gut kennt, kann sie sicher ihrem Gefühl trauen und ihm sagen dass sie sich trennen will und dass sie glaubt, dass er eine Affäre hat. Er wird, wenn er sie nicht verlieren will, schon das richtige machen und wenn nicht, ist es um ihn nicht schade!!

statistisch gesehen, gehen die Männer eher fremd, je mehr Kids da sind! Ist zwar keine Entschuldigung, aber doch bezeichnend.
Kenne leider auch einige Fälle wo es so ist.

grüsse
lara

Inaktiver User
09.03.2006, 15:05
Ich glaube, wer es nicht erlebt hat, kann leicht sagen, da hätte man doch längst an der Beziehung arbeiten müssen. -




@redrose

An einer Beziehung müssen beide arbeiten wollen, will das nur einer nützt es überhaupt nichts.

grüsse
lara

Inaktiver User
09.03.2006, 15:09
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
@lara06
statistisch gesehen, gehen die Männer eher fremd, je mehr Kids da sind! Ist zwar keine Entschuldigung, aber doch bezeichnend.
Kenne leider auch einige Fälle wo es so ist.
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Wo hast Du denn die Information her? Das würde mich aber mal brennend interessieren.
Ich persönlich hatte noch keinen einizigen gebundenen Mann mit mehr als 1 Kind - schon solche ohne Kinder.

Trilana
09.03.2006, 15:09
Ich habe auch drei Kinder und ich habe mich auch getrennt. sicher es hat seine Zeit gebraucht, ehe ich diesen Schritt gegangen bin, aber wenn es nicht mehr geht, geht es nicht mehr und man will nur noch raus und in dme Moment sind einem Existenzängste ehrlich gesagt Scheißegal, zumindest mir waren sie egal. Ich war sogar bereit meien Kinder bei meinem Mann zu lassen, ich wollte nur noch weg, ich wollte das es mir nach zehn Jahren endlich mal wieder gut geht und ich nicht mehr das Gefühl haben muss, wenn ich so weiter lebe, lande ich in der Klappse.

An dem Punkt ist diese Frau wohl noch nicht, allerdings weiss ich für mich, das ich nicht mehr so lange warten würde, sondern meine Konsequenzen weitaus früher ziehen würde.

Inaktiver User
09.03.2006, 15:16
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@lara06
statistisch gesehen, gehen die Männer eher fremd, je mehr Kids da sind! Ist zwar keine Entschuldigung, aber doch bezeichnend.
Kenne leider auch einige Fälle wo es so ist.
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Ach gottchen, frag mich das nicht. das habe ich vor jahren mal gelesen in einem psycho-magazin (ev. psychologie heute). also etliche bekannte von mir sich scheiden liessen, wegen untreue, vernachlässigung usw. (die meisten mit mehr als 2 kids) :zahnschmerzen:
ich finds ja scheisse aber es hat mich doch ein wenig nachdenklich gemacht.
man hat halt wirklich weniger zeit mit vielen kids und kann weniger miteinander unternehmen, der sex kann auf der strecke bleiben, die gemeinsame paarzeit usw.
ist bei einem kind halt viel einfacher, schränkt weniger ein, man hat mehr zeit füreinander und mehr geld zur verfügung usw.

grüsse
lara

Tante_Karla
09.03.2006, 15:24
Gehört zwar nur am Rande zum Thema, aber bei mir kommt langsam die Frage auf, wie dämlich Männer denn eigentlich sind, "Beweisstücke" nicht zu löschen? Ist das einfach Dummheit oder das grenzenlose Vertrauen in die Partnerin?
Und schnüffeln nur Frauen oder gibt es auch männliche Schnüffler?

Ich würde so ein dümmliches Exemplar ja gar nicht haben wollen :freches grinsen:

Inaktiver User
09.03.2006, 15:29
Gehört zwar nur am Rande zum Thema, aber bei mir kommt langsam die Frage auf, wie dämlich Männer denn eigentlich sind, "Beweisstücke" nicht zu löschen? Ist das einfach Dummheit oder das grenzenlose Vertrauen in die Partnerin?
Und schnüffeln nur Frauen oder gibt es auch männliche Schnüffler?

Ich würde so ein dümmliches Exemplar ja gar nicht haben wollen :freches grinsen:



Männer schnüffeln aus meiner Sicht weniger UND sind einfach deutlich dämlicher.

Im Bekanntenkreis werden eigentlich immer nur Männer wegen Blödheit überführt (Kondom im heimischen Mülleimer entsorgt - muss ich MEHR sagen?).

Für meinen Partner und mich wäre DAS der eigentliche Trennungsgrund - die Blödheit und vor allem die Respektlosigkeit, seinen Partner nicht vor dem seelischen Schmerz des betrogen werdens zu schützen.

Alina
09.03.2006, 15:44
Du hast kein Recht auf Treue.
Das ist auch Selenas Irrtum.

So etwas kann man nur schreiben, wenn man meint ein Recht zu haben, alles vom Partner zu wissen. Hat man aber nicht. Man hat kein Recht darauf, dass der Partner nicht lügt und dass er sich nicht daneben benimmt (wobei "daneben" natürlich "daneben" bleibt).
Aber der Partner hat ein Recht auf seine Privatsphäre. Auch wenn er lügt.
Weder Liebe noch Beziehung bedeuten besitzen oder kontrollieren dürfen.




Liebe Leonie,

ich habe schon sehr oft Postings von dir gelesen.
Du bist darin immer so rücksichtsvoll, irgendwie gelassen und tolerant.
Ich beneide dich (und viele andere hier) deswegen.
Ist das ein Lernprozess? Oder seid ihr schon von der Jugend an so gewesen? Ist es eine Sache des Alters? (Das glaub ich nicht, denn ich habe hier auch schon von "kindischen" Aktionen "älterer Semester" gelesen.)
Ich frage mich immer: Woher haben diese Leute diese Abgeklärtheit? Habt ihr bislang nur schöne Erfahrungen gemacht, dass ihr so vertrauen könnt? Oder genau das Gegenteil: Ist euch so viel Schlimmes passiert, dass ihr jetzt nichts mehr für ein "Recht" des einen annehmt oder eh nicht vetraut, das es klappt? (Den Eindruck hab ich bei dir, Leonie, auch nicht. Ich glaube, du bist schon 25 Jahre verheiratet?)

War jetzt ein bisschen off-topic, aber nur ein bisschen.

Schließlich gibt ja bei der Entscheidung: "Schnüffeln oder nicht" eigentlich 100%ig die Lebensauffassung bzw. Partnerschaftsauffassung den Ausschlag zum Handeln bzw. Nicht-Handeln?

Wollt ihr mir was dazu sagen?
Und: Werde ich es auch noch lernen, so "weise" zu sein (Anmerkung: Bin erst 23 und noch lernfähig :allesok:)?

Grüße,

Alina

Andreass
09.03.2006, 15:51
an monja42:

du bist ans handy - hast die sms gelesen - alles war klar. konkret. seine affäre war im entstehen. du hast dir damit die chance gewahrt, zu reagieren - und zwar rechtzeitig. lass dir kein schlechtes gewissen einreden - es ist okay.

wir sind vermutlich in einer phase, in der partner ihre definition "privatsphäre" regelmässig abgleichen und einen konsenz finden müssen. ich meine, es wird einerseits immer mehr zur "privatsphäre" erklärt (übrigens ohne begründung - wieso eigentlich ?) - auf der anderen seite sind viele immer weniger bereit, in einer partnerschaft selbstlos grosse bereiche ihrer privatsphäre aufzugeben und dem anderen zugänglich zu machen. vielleicht ist das die MODERNE...und ich bin altmodisch ?

in eine partnerschaft geht man ja zunächst mit 100% privatsphäre - oder ? der andere hat zunächst auf GAR NICHTS anspruch. und in der partnerschaft wird diese privatsphäre dann mehr und mehr zu einem für beide zugänglichen bereich. man öffnet sich dem anderen gern. man liebt und vertraut. für meinen teil sind wir in eine ehe eingetreten, und waren bereit, auf jegliche privatsphäre zu verzichten: es gab keine geheimnisse mehr, alles war für meine frau und mich offen wie ein buch. gemeinsames konto, haustelefon, gemeinsam zu benutzendes auto, gemeinsame wohnung ....(Privatsphäre gab es schon noch, beschränkt auf gedanken und tagebücher).da ergab sich halt dieser konsenz.

wie kommt eigentlich jemand dazu, mit dem kauf eines handys dieses ohne aussprache mit seinem partner und ohne getroffenen konsenz generell zur eigenen privatsphäre zu ERKLÄREN ?
ich meine, dass liesse sich ausbauen: ist es nach eurer meinung nicht schon schnüffelei, wenn ich fragen würde, wohin abends mein partner geht ? und überhaupt: wieso betritt er mein Zimmer - ist das auch schon schnüffelei ? was sucht er in meinem schlafzimmerschrank etc.?
wieso ruft er mich auf arbeit an ?

solche argumente wie: nicht einmal die polizei darf deine post öffnen, oder telefongespräche mithören - das ist privatsphäre. - das sind ja wohl keine argumente - oder ? ich sehe mich da schon in einer wesentlich stärkeren beziehung zu meinem partner...

sollte man doch mal drüber nachdenken - oder ?
(bin ich schon wieder ins fettnäpfchen getreten.. ???)

lg
andreas

Tante_Karla
09.03.2006, 16:01
wir sind vermutlich in einer phase, in der partner ihre definition "privatsphäre" regelmässig abgleichen und einen konsenz finden müssen. ich meine, es wird einerseits immer mehr zur "privatsphäre" erklärt (übrigens ohne begründung - wieso eigentlich ?) - auf der anderen seite sind viele immer weniger bereit, in einer partnerschaft selbstlos grosse bereiche ihrer privatsphäre aufzugeben und dem anderen zugänglich zu machen. vielleicht ist das die MODERNE...und ich bin altmodisch ?



Das hat in meinen Augen nichts mit modern oder altmodisch zu tun.
Ich bin ICH und nicht "wir" auch in einer Partnerschaft.
Mir geht es beim Schnüffeln um Respekt vor mir und es gibt auch in einer Partnerschaft Dinge, die ausschliesslich MICH und nicht das "uns" betreffen.
Ich habe es schon mal erwähnt: Was ist mit einer persönlichen Email, die mir eine Freundin schreibt? Die ein grosses Problem hat, aber das wir sprechen? Sowas geht nur MICH etwas an.




...und waren bereit, auf jegliche privatsphäre zu verzichten: es gab keine geheimnisse mehr, alles war für meine frau und mich offen wie ein buch. gemeinsames konto, haustelefon, gemeinsam zu benutzendes auto, gemeinsame wohnung ....



Vielleicht ist das schon der Unterschied: Ich war nie und bin nicht bereit, auf jegliche Privatssphäre zu verzichten.




(Privatsphäre gab es schon noch, beschränkt auf gedanken und tagebücher).da ergab sich halt dieser konsenz.



Na immerhin.
Würdest Du ihre Gedanken kontrollieren wollen, wenn Du die Möglichkeit hättest?
Bist Du so unsicher und vertraust so wenig?




wie kommt eigentlich jemand dazu, mit dem kauf eines handys dieses ohne aussprache mit seinem partner und ohne getroffenen konsenz generell zur eigenen privatsphäre zu ERKLÄREN ?
ich meine, dass liesse sich ausbauen: ist es nach eurer meinung nicht schon schnüffelei, wenn ich fragen würde, wohin abends mein partner geht ? und überhaupt: wieso betritt er mein Zimmer - ist das auch schon schnüffelei ? was sucht er in meinem schlafzimmerschrank etc.?
wieso ruft er mich auf arbeit an ?




Das definiert wohl jeder für sich.
Ich habe kein Problem damit, meinem Partner zu sagen, wo ich hingehe (und er auch nicht), wenn ich es denn weiss (manchmal geht man ja auch einfach aus und weiss noch gar nich, wo man überall landet). Das ist einfach ein normales Gespräch. Was mein Partner in oder an meinem Schlafzimmerschrank zu suchen hat, wüsste ich tatsächlich nicht - die Frage stellt sich aber auch gar nicht. Er geht da nicht ran, warum auch?
Anrufe auf der Arbeit finde ich in Ordnung, um ggf. praktische Dinge abzuklären - sonst nicht. Das hat aber weniger was mit Privatssphäre zu tun sondern damit, dass ich auf der Arbeit zum arbeiten bin und nicht um meinem Liebsten halbstündlich 1000 Küsse durchs Telefon zu schicken.

Thea35
09.03.2006, 16:31
@andreas...ich finde deinen beitrag klasse..

im gegenzug dazu allerdings müsste man einmal darüber nachsinnen, ob leute die ihre privatsphäre so eklatant verteidigen müssen (teilweise klingt das hier wie ein kapitalverbrechen oder schlimmer) vielleicht eher schwierigkeiten haben, intimität, nähe, vertrauen, ein WIR (auch wenn es ein zwei ICHS gibt und gelebt wird) intensiv zu leben, oder einfach mehr schutzräume brauchen..

ich kenne das schnüffeln, obwohl länger her, ich kenne aber auch das bauchgefühl, das schon auslangt, etwas zu klären zu bereden, nachzuschauen woher mein gefühl kommt, ob was in der beziehung nicht stimmt, und das spreche ich an..ich würde nie mehr nachsehen, weder handy noch email, weil ich so einen schock (hab damals etwas gefunden) nicht noch einmal erleben will, inzwischen der meinung bin, dass wenn jemand mich hintergeht, belügt und betrügt, er sowieso nicht der mensch ist, der es wert ist von mir geliebt zu werden, also muss ich nichts rausfinden, ich werde oder würde wieder etwas spüren, und erwarte von meinem partner, dass er sich meine ängste anhört, und mit mir zusammen eine klärung findet...offen und ehrlich..und mal im ernst, würde er mich in dem moment belügen, wenn ich mich ihm mit meiner angst öffne, und sein spiel weitertreiben, dann war es eben nicht der "richtige"...

allerdings kann ich eben beide "seiten" verstehen, nur hat mir damals auch mein stolz und mein eigener wert geholfen....ich lasse mich definitv nicht mehr auf die gleiche ebene ein, bleibe mehr bei mir und bin mir sicher, dass ich es wert bin nicht betrogen, belogen zu werden..und damit fahre ich sehr gut...
im übrigen, noch zu andreas, ich hätte absolut keine schwierigkeiten, wenn mein partner meine mails beschnüffelt, insofern, dass ich mit ihm über seine ängste reden würde, wieso er das macht, auf seine angst eingehen....
ich kann das absolut nicht nachvollziehen, wieso jemand ausrastet, wenn ans handy gegangen wird, da steckt doch angst dahinter, vielleicht hab ich mich auch irritierend verhalten..aber eins ist mir doch klar...wenn ich jemanden liebe und er hat ein unangenehmes gefühl versuche ich doch sehr transparent und klar zu sein, zu werden, ich würde niemals daran zweifeln dass man mir nicht vertrauen kann, würde eher sein problem erkennen und zusammen mit ihm das ganz besprechen und klären..ihn nicht damit alleine lassen.....und verbergen hab ich sowieso nichts, ausser mein tagebuch, meine gedanken, phantasien, die nur mir gehören, aber damit schade ich nicht meiner beziehung...

thea

Tante_Karla
09.03.2006, 16:43
im übrigen, noch zu andreas, ich hätte absolut keine schwierigkeiten, wenn mein partner meine mails beschnüffelt..




Wie ich schon mehrfach an dieser Stelle schrieb: Hoffentlich wissen das auch Deine Freunde, die Dir vielleicht etwas anvertrauen, was eben nur für Dich bestimmt sein sollte.

Andreass
09.03.2006, 16:47
hallo tante karla:

ich wollte eigentlich nie wieder in diesen thread schreiben - aber das ist jetzt wirklich dass allerletzte mal.
hier stossen einfach verschiedene ansichten, beinahe schon grundsätzlich antagonistische ansätze aufeinander. und mir ist die sache gänzlich verschlossen, habe nicht einmal ansatzweise zugang zu den auffassungen derer, die hier so eklatant und voller inbrunst, mit soviel engagement und so wenig gelassenheit alles verdammen, was irgendwie nach Verletzung dieser nebulösen, diffusen PRIVATSPHÄRE aussieht, die sie für sich in anspruch nehmen. dieses sumpfloch finsterer geheimnisse, geboren aus harmoniebedürftigkeit (warum muss denn so vieles vor dem partner geheim gehalten werden - doch nur um konflikte zu vermeiden), so als konflikt-vermeidungs-strategie. und das alles wirkt, mangels bereitschaft zu irgendeiner differenzierung, und wegen der nichtakzeptanz und der generellen rogorosen ablehnung irgendeiner öffnungsklausel, sehr sehr dumpf.

nur eins noch:
--------------------------
.....Das definiert wohl jeder für sich....
--------------------------

siehst du: das ist EINSEITIG in einer partnerschaft. du definierts das nicht zusammen mit deinem partner. nein - du für dich allein, und er für sich allein.

ich wünsche dir von ganzem herzen, dass dein partner am wochenende seinen schlafzimmerschrank einseitig ab sofort zu seiner privatsphäre ernennt.... *grins*

lg
andreas

ps: gegen meine auffassung oder so braucht hier keiner zu schreiben, um mich zu bekehren oder so - ich lese in diesem strang eh nix mehr - gar nix mehr!

Inaktiver User
09.03.2006, 17:04
hallo tante karla:

ich wollte eigentlich nie wieder in diesen thread schreiben - aber das ist jetzt wirklich dass allerletzte mal.
hier stossen einfach verschiedene ansichten, beinahe schon grundsätzlich antagonistische ansätze aufeinander. und mir ist die sache gänzlich verschlossen, habe nicht einmal ansatzweise zugang zu den auffassungen derer, die hier so eklatant und voller inbrunst, mit soviel engagement und so wenig gelassenheit alles verdammen, was irgendwie nach Verletzung dieser nebulösen, diffusen PRIVATSPHÄRE aussieht, die sie für sich in anspruch nehmen. dieses sumpfloch finsterer geheimnisse, geboren aus harmoniebedürftigkeit (warum muss denn so vieles vor dem partner geheim gehalten werden - doch nur um konflikte zu vermeiden), so als konflikt-vermeidungs-strategie. und das alles wirkt, mangels bereitschaft zu irgendeiner differenzierung, und wegen der nichtakzeptanz und der generellen rogorosen ablehnung irgendeiner öffnungsklausel, sehr sehr dumpf.

nur eins noch:
--------------------------
.....Das definiert wohl jeder für sich....
--------------------------

siehst du: das ist EINSEITIG in einer partnerschaft. du definierts das nicht zusammen mit deinem partner. nein - du für dich allein, und er für sich allein.

ich wünsche dir von ganzem herzen, dass dein partner am wochenende seinen schlafzimmerschrank einseitig ab sofort zu seiner privatsphäre ernennt.... *grins*

lg
andreas

ps: gegen meine auffassung oder so braucht hier keiner zu schreiben, um mich zu bekehren oder so - ich lese in diesem strang eh nix mehr - gar nix mehr!



Wenn ich über Deine Einstellung zur Partnerschaft lese, schnürt sich mir die Kehle zu und ich bekomme keine Luft zum atmen.
Ich würde solche Zustände als "Seelische Versklavung" bezeichnen. Meinen Freund geht es nichts an, wenn ich z.B. mit meiner Freundin über intime Dinge Frauensachen rede.

Inaktiver User
09.03.2006, 17:09
Andreas,

Du bist nicht überrascht, dass ich widerspreche, oder?




wir sind vermutlich in einer phase, in der partner ihre definition "privatsphäre" regelmässig abgleichen und einen konsenz finden müssen. ich meine, es wird einerseits immer mehr zur "privatsphäre" erklärt (übrigens ohne begründung - wieso eigentlich ?) - auf der anderen seite sind viele immer weniger bereit, in einer partnerschaft selbstlos grosse bereiche ihrer privatsphäre aufzugeben und dem anderen zugänglic zu machen. vielleicht ist das die MODERNE...und ich bin altmodisch?




Früher hatte man seine Privatsphäre in vielerlei Hinsicht viel selbstverständlicher. Wenn man mit einem alten Festnetzgerät einen Anruf tätigt, ist das nirgends (noch nicht einmal bei der Post) gespeichert. Das war früher immer so.

Die technischen Möglichkeiten (und die Weise, wie wir sie nutzen), macht dieses Eindringen in die Privatsphäre viel leichter möglich, und deshalb muss das Bewusstsein für die Privatsphäre des anderen immer wieder erneuert werden.

Und ich glaube, dass bei älteren Leuten das Bewusstsein dafür viel stärker vorhanden ist als bei jungen. Das haben wir ja am Anfang des Threads diskutiert. Was ich telefoniere, was ich für Briefe schreibe und bekomme etc. ist meine Sache, und daran lasse ich Anteil haben, wen ich will.
So bin ich auch erzogen. Wenn ich ohne Einverständnis einen - bereits geöffneten - Brief an meinen Bruder gelesen hätte, wäre ich als Kind bestraft worden, als hätte ich ihm etwas geklaut oder als hätte ich ihn verkloppt. Das geht auch innerhalb einer Familie nicht. Und Punkt.

Und zwischen meinen Eltern war und ist das auch absolut selbstverständlich. Ohne Einverständnis wird Privates des anderen nicht gelesen. Nie nie nie würde meine Mutter im Handy meines Vater SMS lesen - auch wenn sie aus irgendeinem Grund praktischerweise gerade damit telefonieren muss.




man öffnet sich dem anderen gern. man liebt und vertraut.



Das ist ja etwas ganz anderes. Aber es kann auch nicht sein, dass ich die Privatsphäre, die ich "von Geburt an" gegenüber jedem Menschen habe, ein für alle Mal aufgegeben habe. Wenn ich da etwas ändern will, dann kann ich das.

Mein Mann schreibt wenig emails und ist selten am Netz. Deshalb haben wir vereinbart, dass ich regelmäßig schaue, ob er mails bekommen hat, und dann drucke ich sie ihm aus. Ist halt bequemer so.
Aber mails, die mir seltsam vorkommen würden, würde ich nicht öffnen. Sondern ihn fragen, ob ich sie öffnen soll. Und wenn er irgendwann sagen würde, dass er sein Passwort ändert, wäre das ok (vermutlich würde ich fragen, warum, und er würde mir das sagen - aber er muss das nicht begründen. Das ist seine Sache.)




wie kommt eigentlich jemand dazu, mit dem kauf eines handys dieses ohne aussprache mit seinem partner und ohne getroffenen konsenz generell zur eigenen privatsphäre zu ERKLÄREN ?
ich meine, dass liesse sich ausbauen: ist es nach eurer meinung nicht schon schnüffelei, wenn ich fragen würde, wohin abends mein partner geht ? und überhaupt: wieso betritt er mein Zimmer - ist das auch schon schnüffelei ? was sucht er in meinem schlafzimmerschrank etc.?
wieso ruft er mich auf arbeit an ?



Er erklärt das nicht zur Privatsphäre - es IST seine Privatsphäre. Und als Paar kann man natürlich explizit oder auch implizit Vereinbarungen haben, wo diese Privatsphäre
geöffnet ist. Ob er an ihren Kleiderschrank geht oder nicht. Wenn er für die Wäsche zuständig ist, wird er es tun. Wenn er es 10 Jahre lang nicht getan hat und sie ihn nicht gerade um etwas gebeten hat, sollte er es lassen.

GANZ etwas ANDERES ist, dass man in einer guten Beziehung einander Anteil haben lässt und sich öffnet. Wir sagen einander immer, wo wir hingehen bzw. wo wir waren (ich glaube, mein Mann will es manchmal gar nicht so genau wissen, wie ich es erzähle). Und ggf. frage ich auch, was er macht, und dann sagt er es mir. Ich erzähle, was meine Freundin mir geschrieben hat. etc.
ABER darauf habe ich keinen Anspruch. Und wenn er lügt und ich spüre das, darf ich nachhaken, darüber streiten, nachdenken, was los ist - aber trotzdem nicht schnüffeln.

Am Anfang des Threads (habt Ihr das eigentlich gelesen?) habe ich geschrieben, dass das Schnüffelverbot in mir - durch Erziehung - so tief verankert ist wie dass man nicht stehlen darf.

Gruß, Leonie


@Alina,

danke. Ich antworte Dir noch - aber gerade bin ich in Eile.
Meinst Du, wir sollten dazu einen neuen Thread aufmachen? Es gibt ja noch andere hier, die berichten können, wie ihre Beziehung "reif geworden" ist.

Tante_Karla
09.03.2006, 17:11
siehst du: das ist EINSEITIG in einer partnerschaft. du definierts das nicht zusammen mit deinem partner. nein - du für dich allein, und er für sich allein.




Nun ist es Glück oder Zufall oder Bestimmung, dass mein Mann und ich in dieser Sache die gleiche Einstellung haben.
Und meine früheren "Männer" auch. Ich habe über dieses Thema noch nie diskutieren müssen in einer Partnerschaft - diese Fragen haben sich nie gestellt.




ich wünsche dir von ganzem herzen, dass dein partner am wochenende seinen schlafzimmerschrank einseitig ab sofort zu seiner privatsphäre ernennt.... *grins*




Kann er gerne. Ist aber nicht nötig. Ich wüsste nicht, was ich an seinem Schlafzimmerschrank sollte. Seine Klamotten passen mir sowieso nicht :smirksmile:

Thea35
09.03.2006, 17:15
ja nun gehts natürlich wieder in die ecke
"symbiose" ....und klar, das beispiel dass ein freund mir etwas anvertraut und mein partner dies lesen würde, ist mir zu sehr korinthenk......
denke mal, dass es etwas anderes wäre, die schnüffelei würde fortwährend stattfinden, und nicht nur aufgrund eines unguten bauchgefühles...und er hätte
einen kontrollzwang!!!! das ist aber ein anderes paar schuhe.....

Inaktiver User
09.03.2006, 17:15
im übrigen, noch zu andreas, ich hätte absolut keine schwierigkeiten, wenn mein partner meine mails beschnüffelt..




Wie ich schon mehrfach an dieser Stelle schrieb: Hoffentlich wissen das auch Deine Freunde, die Dir vielleicht etwas anvertrauen, was eben nur für Dich bestimmt sein sollte.



:allesok:

Meine Freundin hat sich 'mal daüber beklagt, dass sie nicht wusste, dass das Telefon laut gestellt ist. Es ging um einen gemeinsamen Besuch bei ihr, und ich hätte meinem Mann sowieso alles berichten müssen. Trotzdem hat sie gesagt: "ich will wissen, mit wem ich telefoniere".

Ich war überrascht, aber sie hat recht. Und ich habe mir angewöhnt, immer (auch meinen Eltern etc.) zu sagen, wenn das Telefon laut gestellt ist und wer mithört.

Gruß, Leonie