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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie wollt ihr beerdigt werden? Denkt ihr da schon drüber nach?



amaruschka
02.12.2005, 11:51
Hallo, nachdem meine Mutter im Oktober ganz plötzlich gestorben ist und ich mich mit dem Thema Beerdigung das erste Mal auseinander setzen musste, denke ich viel darüber nach.

Ich habe im Internet nachgeschaut und Bücher gelesen und festgestellt, dass viel mehr möglich ist, als man glaubt. Es gibt zum Beispiel richtig schöne Särge, die bunt sind. Es gibt welche zum selbst bemalen, ganz ungewöhnlich geformte und sogar welche aus stabiler Pappe. Man kann sich in einem Friedwald beerdigen lassen oder in den Bergen.

Da ich nicht noch einmal so ratlos sein möchte, wie bei meiner Mutter, fange ich auch an, über meine Beerdigungswünsche nachzudenken. Es weiß ja keiner, wann es so weit ist. Auch wenn das Thema Tod total verdrängt wird, betrifft es jeden von uns. Und wenn man sich vorher keine Gedanken macht, ist die Zeit vor der Beerdigung einfach zu kurz.

Denkt ihr auch manchmal schon darüber nach oder sprecht ihr mit nahen Menschen darüber, wie ihr es wollt oder welche Wünsche sie haben?

Im Internet gibt es übrigens einen Verein, der sich mit diesem Thema beschäftigt, weil leider doch einige ein hartes Geschäft daraus machen. In seiner Trauer hat man dann gar nicht die Kraft, dagegen anzugehen. Hier der Link: www.aeternitas.de (http://www.aeternitas.de)

Also: Was wäre euch für euer Beerdigung wichtig, was für einen Sarg wollt ihr, welche Musik, was für einen Grabstein... Und wie soll es nicht sein?

Ich werde dazu auch noch etwas schreiben.

LG
Amaruschka

Salima
02.12.2005, 12:44
Hallo Amaruschka,

ich habe mir in der Tat schon einige Gedanken zu diesem Thema gemacht. Eigentlich ist es zwar mit Mitte 30 noch etwas früh, aber man weiß ja nie wann es soweit ist. Für mich persönlich habe ich beschlossen mich nicht beerdigen zu lassen. Ich werde sowieso keine Nachkommen haben und habe auch keine engeren Verwandten die Interesse hätten sich um das Grab zu kümmern. Aus diesem Grund werde ich meinen Körper entweder der Anatomie einer Universität zur Verfügung stellen oder mich verbrennen lassen. Die Asche soll ins Meer gekippt oder im Wind zerstreut werden.

Außerdem werde ich bald eine Patientenverfügung aufsetzen, damit ich nicht über Wochen und Monate an Aparaten künstlich am Leben gehalten werde. Ich fahre sehr viel Auto und da kann es eben immer zu einem Unfall kommen.

Ich habe keine Angst vor dem Tod, vor dem Sterben schon eher. Leider ist der Tod in unserer heutigen Gesellschaft ein Tabuthema worüber man nicht spricht und nicht nachdenkt. Umso schlimmer ist es, wenn man dann doch damit konfrontiert wird. Dabei gehört der Tod nun mal zum Leben dazu. Keiner kann ihm ausweichen. Wer weiß, vielleicht ist das, was uns nach dem Leben erwartet ja ganz wunderbar, vielleicht sind wir aber auch einfach nur weg. Keiner weiß es.

Gizmo
02.12.2005, 13:37
Kann man sich irgendwo darüber informieren, wenn man wünscht, sich für medizinische Zwecke frei zu geben. Das mach ich auch!

Inaktiver User
02.12.2005, 13:49
Interessanter Thread!

Ich möchte eh verbrannt werden. Auf meiner Beerdigung möchte ich das ein bestimmtes Lied gespielt wird, nämlich "The breath of life" von Howard Shore, Gesang von Sheila Chandra.

Mag jetzt überheblich klingen so ne Beerdigung mit Musik, aber man stirbt nur einmal von daher finde ich das legitim, das dann den Wünschen des Toten entsprochen wird.

JanaFreese
02.12.2005, 13:57
Ja, ich auch. Verbrennen und Bestattung im Urnengrab (ist etwas kleiner als ein normales). Grabstätte hab' ich schon (auch bezahlt). Musik steht auch fest. Stein will ich eigentlich nicht. Lieber eine Metallskulptur (so Giacometti-mäßig), weiß aber noch nicht ob das möglich ist.


All the Best
Jana

Inaktiver User
02.12.2005, 15:43
Ich wünsche mir eine Erdbestattung und einen Jap. Fächerahorn auf meinem Grab.
Über die Art der Trauerfeier sollen dann die Angehörigen entscheiden, wie es für sie selber am besten ist.
Tja, das ganze hängt auch davon ab, wer dann noch "da ist", wenn ich mal sterbe.
Das wird auf jeden Fall eine kleine Beerdigung.
Oh :ooooh:

Auf jeden Fall möchte ich so wenig Mühe machen wie möglich. Wir haben auch so eine "Sterbeversicherung" abgeschlossen, bei der Gewerkschaft, Sammel-Versicherung, preiswert.
Damit unser Sohn nicht die Beerdigung bezahlen muss.

Ich will hoffen, dass bis dahin auch die Versicherung bestehen bleibt, man weiß ja nie was in der Welt noch so passiert. Börsenkrach, Wirtschaftskrisen etc. *heutemalnegativdenk*

(Satz entfernt)


:schild uups: ich glaube, das ist heute nicht das richtige Thema für mich


Aber am Fächerahorn möcht ich schon festhalten :blumengabe:

Inaktiver User
02.12.2005, 16:31
Nachricht gelöscht durch Nienna
Grund:
auf Lavendelwunsch :-)

Valentine
02.12.2005, 20:11
hallo leute,

interessanter thread. ja habe mir darüber gedanken gemacht, will eine erdbestattung und ein stein mit einem keltischen knoten. ich möchte, dass sich an diesem kreuz eine rose entlang rankt.
der schönste friedhof den ich kenne ist der keltische friedhof in st. ives cornwall.
dort, direkt am atlantik stehen bänke, auf denen man ausruhen und die aussicht aufs meer geniessen kann. die bänke wurden gestiftet von angehörigen als erinnerung an ihre toten. finde ich irgendwie schön.
meine tochter möchte eine feuerbestattung, womit ich reichlich probleme habe, ehrlich gesagt :knatsch: :niedergeschmettert: :wie?:
grüsse valentine

Inaktiver User
02.12.2005, 21:57
geändert, wegen "Depri-Unfug"

sorry :peinlich:



Lavendelmond

Inaktiver User
03.12.2005, 14:06
Mein Vater ist im August verstorben. Er hat alles ganz genau geplant und das nicht erst als er erfahren hat, das er sehr krank ist. Sondern bereits vor 6 Jahren. Er hat einen Brief verfasst und mir gesagt, wo ich den Brief finde. Das war so toll und hilfreich. ER hat sogar die Musik bestimmt, hat es uns somit leicht gemacht. Genauso soll es bei mir sein. Auch ich möchte, wie mein Vater in einen möglichst günstigen Sarg verbrannt werden und dann in einer Auflösbaren Urne auf See bestattet werden. Musik soll von meinen Lieblingssänger sein (ein nachdenklicher Song wird das, der mir schon ewig mind. seit 25 Jahren gefällt). Jetzt muss ich nur noch den Brief verfassen, dass schiebe ich nämlich auch schon vor mir rum, dabei ist das unheimlich wichtig denke ich!

LG von der miss die das die Tage mal machen wird.

Nathamel
03.12.2005, 23:31
die eigene beerdigung. hm. also ich weiß, dass ich verbrannt werden möchte. und ich habe geld zur seite gelegt, das die bestattungskosten abdecken sollte. anonym möchte ich nicht bestattet werden, denn vielleicht möchte irgendwann mal irgendein urenkel von mir die stelle sehen, an der meine reste begraben sind. vielleicht auch nicht. aber anonymität finde ich schon zu lebenzeiten doof, daher möchte ich so auch nicht enden.

was die trauerfeier angeht, da habe ich einen eigenen nachruf, den ich irgendwann mal geschrieben habe und immer mal wieder aktualisiere. ich bin nicht getauft, daher möchte ich nicht, dass irgendein teuer bezahlter freisprecher über mich redet, der mich nie gesehen hat. meine gedanken über mich und meine "rolle" habe ich daher selbst auf papier gebannt. bzw. auf der festplatte gespeichert, damit ich ihn jederzeit ändern kann. wenn sie meine überreste wohin auch immer verscharren, dann sollen die, die mein tod interessiert, meine worte vernehmen. denn ich bin es dann, die gegangen ist. und wenn sie sich von mir verabschieden müssen, sollen sie wissen, wie ich über den abschied denke bzw. gedacht habe. sie sollen wissen, wie gut es mir ging, wie glücklich und dankbar ich war. und sie sollen auch wissen, was mir weh getan hat, was ich nicht gut fand und was ich wünschte und hoffte. ich werde das alles nicht mehr mitbekommen. aber ich würde meinen angehörigen sehr gerne meine gedanken und meine liebe mit auf den weiteren weg geben. daher der selbst geschriebene nachruf.

und jeder der mich kennt, weiß, welche blumen ich liebe. und welche musik ich mag. aber letzlich spielt das keine rolle. wenn ich tot bin, dann müssen die, die von meinem tod betroffen sind, einen weg finden, damit fertig zu werden. so wie ich mit dem tod von menschen fertig werden muss, die mir etwas oder auch alles bedeutet haben.

mein wunsch: es möge weiter gehen. neue lieben, neue familien, neue kinder, neue probleme und neue lösungen. wenn auch nur irgendein gedanke, den ich mal gedacht habe, irgendeinem meiner nachfahren irgendwann mal hilft, dann habe ich alles richtig gemacht.

nathamel.

Inaktiver User
04.12.2005, 08:42
Hallo Valentine,

warum Probleme mit der Feuerbestattung? Viel mehr Probleme habe ich mit der Erdbestattung bzw. mit dem Gedanken, in einer dunklen engen Kiste zu liegen und mich anknabbern zu lassen......... :schild nein:

Das keltische Kreuz trage ich nun zu Lebzeiten lieber um den Hals und habe es in Dublin erstanden.

Für meine Bestattung habe ich eine Versicherung abgeschlossen. Da konnte man zwischen drei Alternativen wählen.

Da eine gute Freundin von mir im April verstarb bin ich mir nun ganz sicher, dass ich eine Seebestattung möchte. Das wollte ich schon in der Jugend, als ich noch in Süddeutschland wohnte, dachte dann nicht mehr weiter drüber nach und wurde jetzt wieder mit dem Thema konfrontiert.

Man wird verbrannt und die Urne geht dann mit den Angehörigen oder Freunden - wer eben mit möchte - auf einem kleinen Schiff seewärts. Irgendwann kommt der Kapitän, nimmt die Urne und lässt sie zu Wasser. Man wirft ein paar Blumen hinterher und gut!

Trauern kann man dann, wenn man z.B. an die Elbe geht und eine Welle sieht.... und die Beerdigung verläuft längst nicht so deprimierend wie auf einem Friedhof.

LG
Margaux

Valentine
04.12.2005, 09:39
hallo margaux,

ja feuerbestattung oder seebestattung, das wäre auch die vorstellung meiner tochter....
du mir macht der gedanke, dass ein körper verbrannt wird total viel probleme.ich weiss nicht, ob du dich schon mit allen einzelheiten der feuerbestattung auseinander gesetzt hast??
ehrlich gesagt gehen mir bei dem thema feuerbestattung immer dinge wie *hexenverbrennung, judenverbrennung* durch den kopf.
ich brauche kein kreuz und kein grab, das wäre nicht das thema....wobei ich sagen muss: obwohl ich zu den schwiegereltern keine wirklich innige beziehung hatte, habe ich immer wieder ganz stark das gefühl, sie sind da, wenn ich ihr grab pflege. wenn wir schwierige entscheidungen zu treffen haben, die z.b. das geerbte betreffen gehe ich ans grab und sag ihnen, dass sie sich keine gedanken machen muessen, dass wir alles gut regeln...hm thema verfehlt.....aber das fiel mir gerade ein

grüssle valentine

Inaktiver User
04.12.2005, 10:01
Hallo Valentine,

nein, ich habe mich noch nicht mit allen Einzelheiten der Feuerbestattung befasst. Während es ja in Süddeutschland - soweit mir bekannt - immer noch mehr Erdbestattungen gibt, so gibt es hier in Hamburg m.E. mehr Feuerbestattungen.

Man sagt immer so schön, dass man nichts mehr merkt, wenn man tot ist, aber wer kann das so konkret sagen? Vor vielen Jahren las ich einmal ein Buch (ich meine es hieß: Rückkehr von morgen), da ging es um Leute, die bereits klinisch tot waren. Angeblich sahen die dann noch die Menschen, die bei ihnen am Bett standen....

Und wenn ich mir nun vorstelle, dass ich noch irgend etwas mitbekommen sollte, dann ist alles erschreckend - trotzdem ziehe ich da dann das Feuer vor!

Mit den Gräbern hast Du nicht Unrecht. Auch ich habe stets das Gefühl, meinem Vater recht nahe zu sein, wenn ich sein Grab in der Nähe von Stuttgart besuche.

Na ja, nun haben wir aber ein Thema gehabt - und das am 2. Advent! Aber es nützt ja auch nichts, das Thema zu ignorieren.

Dir noch einen schönen Sonntag und

LG von Margaux :blumengabe:

Inaktiver User
04.12.2005, 15:54
Ich wußte schon als Teenager, wo ich einmal begraben werden möchte.
In meiner Heimatstadt gibt es einen wunderschönen Friedhof mitten im Wald , von dem aus man einen Überblick über die ganze Stadt hat. Rundherum sind die Elternhäuser vieler meiner Freunde und auch den Platz in dieser Stadt, an dem ich die glücklichsten und eigentlich einzigen unbeschwerten Jahre meines Lebens verbracht habe, kann man von diesem Friedhof aus sehen.
Irgendwie bin ich im " wahren Leben " nicht wirklich seßhaft, ziehe ständig um, kann aber in dieser Stadt meiner Kindheit leider auch bis auf weiteres nicht leben. Umso tröstlicher ist für mich dann der Gedanke, daß ich nach meinem Tod dann endlich 'heimkommen' darf. Normalerweise ist es wohl schwierig, in einer anderen Stadt als der, in der man zum Todeszeitpunkt gelebt hat, beerdigt zu werden, aber da ich dort auch geboren bin, geht es wohl.

Was die Beerdigung angeht : Keine dunkle Kleidung, keine Tränen, sondern das letzte große von mir organisierte Fest für die Menschen , die ich liebe. Ich habe das enorme Glück, meinen Lieblingsmusiker persönlich zu kennen und es ist verabredet, daß er bei den wichtigen Augenblicken meines Lebens ( Hochzeit, Ausfall des letzten eigenen Zahns :freches grinsen: etc pp ) dabei sein und mir mein Lieblingslied spielen wird.
Theoretisch gilt das natürlich auch für meine Beerdigung - allerdings ist die gesamte Band deutlich älter als ich und wenn nicht alle Stricke reissen, werden die Herren mich wohl eher im Himmel schon erwarten, als noch um mein Grab rumzustehen...
Na egal, feiern wir eben da oben Wiedersehen . Für mich ist der Tod nur das Abschütteln des greifbaren Körpers, ich glaube ganz fest an das Weiterleben der Seele und ich freue mich heute schon unsagbar auf das Wiedersehen mit einigen Menschen, die mir hier unten so unendlich fehlen.

Aber bitte, Lieber Gott: Laß mir noch ein bißle Zeit hier auf Erden, ja ?


Chapeau
heute adventssentimental

Inaktiver User
04.12.2005, 16:10
Wenn ich sterbe, möchte ich mich wirklich von allem Irdischen lösen. Meine Vorstellung ist, dass ich verbrannt werde (oder das neueste: vom Laserstrahl pulverisiert werde) und dann auf See bestattet werde. Dann bleibt keine leibliche Spur von mir mehr übrig, der man nachspüren könnte. Ich finde den Gedanken grausig, dass irgendwelche wildfremden Menschen Jahrzehnte später meine Knochen ausgraben und sie untersuchen oder im Beinhaus stapeln. Dies ist jedoch nur als Hilfestellung für meine Angehörigen gedacht, wenn sie nicht wissen, was sie machen sollen. Sie müssen mit meinem Tod weiterleben, während ich schon woanders weile. Deswegen soll mein Begräbnis zunächst so aussehen, wie meine Angehörigen es sich wünschen.

Geld habe ich noch keines dafür beiseite gelegt, da ich mich in der Illusion wiege, dass ich noch ewig lang auf diesem Planeten zugange sein werde.

Toyo
04.12.2005, 22:04
Ich möchte ganz normal beerdigt werden, allerdings mit meiner Lieblingsmusik (nicht Rosenkranz usw) und an meinem Grab sollen weiße Luftballons aufsteigen. Und alles soll sehr "harmonisch sein". Wenn man das von einer Beerdigung behaupten kann. Es sollte jeder, der mich gekannt hat, die Möglichkeit haben, Abschied zu nehmen. Aus eigenen Erfahrungen weiß ich, dass das wichtig ist.

Borealis
05.12.2005, 03:50
Mir ist es eigentlich völlig egal, was mit meinem Körper passiert, wenn ich tot bin. Die einzigen, die das interessieren könnte, wären wohl meine Angehörigen, und die sollen dann tun, was sie für richtig halten, bzw., was ihnen am meisten Trost gibt.

Ich weiss, daß mein Vater sich Gedanken darüber macht, wer sich um sein Grab kümmern wird, wenn er tod ist. Und ich finde das ausgesprochen grauenhaft! Daß ihm sein Körper so wichtig ist, oder daß er dieses 'immer perfekte Äussere' auch noch über seinen Tod hinaus gepflegt haben will (ich werde jedenfalls nicht wöchentlich auf den Friedhof gehen, um nachzusehen, ob die Blümchen noch nicht welk sind).

Ich hoffe schon, daß mit meiner Seele noch was anderes passiert - aber so ein toter Körper bedeutet, glaube ich, wirklich nur noch den Lebenden etwas - von daher denke ich, sollen sie auch entscheiden, was sie damit machen wollen. Und ihre Musik hören (die sie tröstet ... wenn sie's brauchen).
Im Moment könnte ich höchstens entscheiden, wer die Beerdigung organisieren dürfte ... und das wäre schon vermessen. Wer am meisten trauert? Mhh, ja, aber wer ist das?

amaruschka
05.12.2005, 14:36
Vielen Dank erst mal allen, die schon hier gepostet haben. Für mich ist es irgendwie tröstlich, das alles zu lesen. Der Tod hat so wenig Platz im Alltag - dabei kommt er auf jeden von uns zu. Mir geht es nicht darum, ständig in Angst zu erstarren und daran voll Sorgen zu denken. Ich habe eher das Gefühl, dass er seinen Schrecken ein Stück weit verliert, wenn wir ihm einen Platz in unserem Leben einräumen. Da die meisten Menschen lieber nicht darüber reden, fühle ich mich mit meinen Gedanken oft allein. Deshalb tut der Austausch hier gut.

Ich finde die Idee von Nathamel gut. So habe ich es mir auch vorgestellt. Selber etwas schreiben, dass die anderen dann auf dem letzten Weg mit mir begleitet. Und es macht mir bewusster, wo ich gerade in meinem Leben stehe, was ich noch verändern möchte, was gut ist.

Für mich ist im Moment eine Erdbestattung die richtige Idee. Ich möchte wieder in die Erde zurück - Fühlt sich für mich wie nach Hause kommen an. Und ich hätte gerne einen ganz einfachen, schlichten Sarg. So ganz rohes Holz. Wenn ich rechtzeitig weiß, dass ich sterbe, würde ich ihn gerne mit Freunden bemalen. Sonst nehme ich ihn auch so... Ich finde die Vorstellung furchtbar, in einem "Eiche rustikal" Sarg zu liegen. Das widerspricht völlig meinem Leben und meinem Geschmack. :schild nein:
Aber meist sieht man nur diese scheußlichen Dinger. Ich hoffe, dass es nicht so schwer wird, einen Bestatter zu finden, der so was anbietet. Die sind ja oft ganz schön eingefahren.

Bei meiner Beerdigung wünsche ich mir ein Lied von Van Morison: "Waiting Game". Es begleitet mich schon viele Jahre und ich glaube, ich würde es an diesem Tag auch gerne hören und die anderen damit trösten.

Bei meiner Mutter haben wir ganz viele Fotos von ihr kopiert und um den Sarg gelegt. Das hätte ich bei mir auch gerne. Damit alle sich an die vielen bunten Momente in meinem Leben erinnern können, die auch jetzt nicht verloren gehen.

Ich werde wohl auch eine Sterbeversicherung abschließen. Es hat mich geschockt, was da alles zusammen kommt. Da wird richtig abgezockt. Und wenn einer stirbt, will man ja nicht um den Preis feilschen. Ich denke mal, dass das teilweise ganz schön ausgenutzt wird.

Auf meinem Grab hätte ich gerne einen Grabstein, in dem ein Loch ist, in den mir Angehörige Briefe oder ein Mitbringsel stecken können. Das stelle ich mir schön vor.

Das Grab meiner Mutter ist leider 400 Kilometer weit weg von mir. Ich weiß noch nicht, wo ich sie in meinem Alltag treffen kann. Da bin ich noch auf der Suche. Es ist mir wichtig, einen Ort zu haben, an dem ich sie treffen kann. Auch wenn ich weiß, dass sie eigentlich immer bei mir ist.

:smile:LG Amaruschka

susi1961
05.12.2005, 18:22
Hallo,

ich möchte auf alle Fälle verbrannt werden falls möglich noch Organspende. Habe auch schon das Krematorium besichtigt, weiss also wie es abläuft. Was mit meiner Asche passiert kommt darauf an ob ich vor oder nach meinem Mann sterbe. Sollte ich nach meinem Mann sterben möchte ich auf alle Fälle ein Seebegräbnis. Ich liebe das Meer sehr und dort würde ich gerne sein. Sollte ich vor meinem Mann sterben überlasse ich ihm den letzten Ort. Entweder ein Platz unter einem Baum auf dem Friedhof, aber kein Grab, oder ein Seebegräbnis. Bei Gesprächen mit meinem Mann habe ich herausgehört, dass er evtl. einen Platz braucht, wo ich dann bin. Vielleicht macht er ja auch eine Kreuzfahrt und ich geh dann über Bord (weiss nicht ob das geht).Das Drumherum meiner Beerdigung ist mir egal, die die übrig bleiben müssen damit leben können und sie sollen es so machen wie es ihnen guttut, ich bemerke es eh nicht mehr.

Latona
09.12.2005, 01:23
Erdbestattung muss nicht sein, zumal ich nicht unbedingt im Familiengrab väterlicherseits beigesetzt werden möchte. Also denke ich eher an Kremation. Nur, wer soll das Urnengrab pflegen? Ich lebe weit weg von meiner restlichen Familie und habe keine Kinder, denen ich das aufdrücken könnte. Also eher anonymes Grab. Eigentlich ist es mir egal, wo sie meine leiblichen Überreste lassen. Und ob es nach meinem Tod Menschen geben wird, die mein Grab besuchen wollen, ist auch zweifelhaft. Die Zeitgenossen werden auch irgendwann sterben, und die Jüngeren können sich in anderer Weise an mich erinnern.

Für meine Bestattungsfeier hab ich jedoch auch Wünsche. So würde ich gerne im schwarzen Outfit bestattet werden, und als Lied wünsche ich mir "Silent Lucidity“ von Queensyrche. Es wäre schön, wenn noch jemand von meinen lieben Freunden da wäre, der die Totenrede halten könnte. Pfaffen kommen mir nicht ans Grab, bin eh aus der Kirche ausgetreten.

Inaktiver User
09.12.2005, 04:59
Hallo liebe Leute:

Ich moechte eine ganz einfache Beerdigung. Schlichter Holzsarg, weisses schlichtes Gewand und ein kleines Gebet.
Aber auf meinem Grab moechte ich, dass man einen Apfelbaum pflanzt, von dem jeder der vorbei kommt, sich einen Apfel pfluecken kann, wenn die Aepfel reif sind. Die Voegel, die ihre Nester im Baum bauen, werden mir den ganzen Tag etwas vorzwitschern. Ich stelle mir das lieblich vor.

Freundliche Gruesse, Amerle

:musiker:

Inaktiver User
09.12.2005, 05:08
Seebestattung zu Raiders on the Storm.

Inaktiver User
13.12.2005, 12:35
Ich habe das schon mit meinem Mann und den Kindern besprochen.
Ich will anonym beerdigt werden. Auf unserem Friedhof ist eine schöne große Rasenfläche mit hohen Bäumen drum rum.
Da wird die Asche der Verstorbenen verstreut.
Man kann sich ja vom Bestatter die ungefähre Stelle nennen lassen, wenn es einer möchte.

Ich denke so haben meine Angehörigen keine "Arbeit" mit mir.
Weiß ich ob sie noch in meiner Gegend wohnen?
Dann heißt es wohlmöglich: " Ach, wir m ü s s e n ja noch Mamas Grab pflegen."
Und einen Gärtner zu beauftragen finde ich persönlich zu kostspielig.
Und die Kinder fühlen sich wieder verpflichtet...

So bin ich keine Belastung und sie können mit Freude an mich denken.
(Hoffe ich :smirksmile: )

Liebe Grüße von Majolika

Inaktiver User
14.12.2005, 10:33

Morgana42
14.12.2005, 14:40
Ich kann mich nicht entscheiden zwischen Feuer- und Erdbestattung. Tendiere aber mehr zur Feuerbestattung. FALLS man nach dem Tod noch was mitkriegt, geht Feuerbestattung ja schneller als Erdbestattung.

Grab möchte ich auch keines, da ich niemanden habe, der es pflegen würde und meinem Mann möchte ich das nicht antun. Somit wäre eine anonyme Beerdigung für mich eine gute Variante. Da ich aus der Kirche ausgetreten bin habe ich keine Ahnung, ob da jemand "offizielles" am Grab was sagt. Lieber wäre mir, daß jemand, der mich gut kennt/kannte ein kleines "Schüß" verlauten läßt.

Bei der Trauerfeier hätte ich gerne "who wants to live forever" von Queen und
" Ich will Gesang, will Spiel und Tanz" von Klaus Hofmann.

Nachher möchte ich eine Fete. Schön wäre es, wenn man Bilder von mir aufhängen würde, auf denen ich glücklich und zufrieden zu sehen bin.

Ja, so stelle ich mir das alles vor.

Wie's letztendlich kommt ???? Who knows ?? :zwinker:

LG
Morgana

Inaktiver User
16.12.2005, 21:39
Hallo Valentine,

inzwischen habe ich mich mit den Einzelheiten der Feuerbestattung befasst! Und festgestellt, dass ich es gar nicht so genau wissen wollte. Der "Muffelofen", die zwei Etagen, die Dauer der ganzen Sache (bis zu 75 Minuten!). Die Temperatur! Natürlich, man ist dann ja tot...... Vorher in der Kühlkammer. Schön, dass vor der Verbrennung noch ein zweites Mal geprüft wird, ob man tatsächlich nicht mehr unter den Lebenden weilt.... Kleidung wird ausgezogen, aber auch verbrannt. Sollte man ein künstliches Hüftgelenk haben, das bleibt dann übrig, weil es nicht verbrennt. Die Gedanken daran bekam ich tagelang nicht aus dem Kopf!

Meine sterbende krebskranke Freundin hat mir einige Wochen vor ihrem Tod gesagt, dass sie weiß, dass der Tag immer näher rückt und die Angst davor immer größer wird. Angst habe auch ich, und das, schon seitdem ich 16 war. Ich war auf einer Klosterschule, und da wird die Angst davor dann noch richtig geschürt!

Ich besuchte meine Freundin am 30. April 2005 - ihrem Todestag - noch im Hospiz. Was mir auffiel, war ihre große Unruhe. Voll mit Morphium, mich nicht mehr erkennend und völlig neben sich. Mir wurde gesagt, dass sie dann kurz vor ihrem Tod am Abend ständig aus dem Bett und weg wollte, was ich gut verstehen kann. Der Schwager meiner Großmutter hat sich drei Tage vor seinem Tod unter dem Bett versteckt. Mein Opa mütterlicherseits soll tagelang vorher in seinem Bett regelrecht getobt haben.

Auch meine Freundin wollte die Seebestattung, aber ich glaube, hätte sie sich mit dem Procedere der Verbrennung vertraut gemacht - vielleicht hätte sie sich anders entschieden. Jedoch sind ja auch die Alternativen mehr als unschön.

Eigentlich möchte ich mich nach diesem Einblick in die Einzelheiten der Verbrennung oder Bestattung bzw. wie diese ablaufen, gar nicht mehr mit dem Gedanken befassen und hoffe nur noch auf einen gnädigen Tod. Mein Vater fiel mit 64 einfach um, bei meiner Großmutter war es genauso - aber dieses bewusste dem Tod ins Gesicht sehen - ich hoffe, ich werde davon verschont!

Im Hinblick auf den Tod habe ich schon ein Leben lang gedacht, dass an sich alles, was man auf die Beine stellt oder nicht, völlig umsonst ist!

LG Margaux :niedergeschmettert:

Valentine
17.12.2005, 12:50
hallo margaux,

welch ein *zufall* ich habe einen ehemaligen klosterschueler zum mann.......jaja die kirche:(((
komischerweise hatte ich nie angst vor dem tod, sondern immer angst davor, dass ein nahe stehender mensch sterben könnte. z.b. meine eltern, hatte mir aber schon als kind möglichkeiten ausgedacht, wie ich danach leben könnte und mir personen aus- gedacht, die meine eltern vertreten könnten. gott sei dank, es war nie nötig zu sehen, wie die realität sein wird, meine eltern leben noch beide und der gedanke gibt mir sehr viel kraft.
das mit der feuerbestattung: ich arbeite im altenheim und unsere chefin hat uns neulich die feuerbestattung in allen einzelheiten erklärt.....aber auch früher wäre mir nie der gedanke gekommen, dass ich nicht wie all meine vorfahren und ahnen in einem schlichten holzsarg in der erde ruhe werde.
mein opa hat sich das leben genommen, ich war damals noch nicht geboren.
das thema war nie ein tabu. mein oma hatte seit ich mir denken kann die sehnsucht danach, dort hin zu können, wo auch ihr mann ist. es hat mir nie angst gemacht, dass sie gehen wollte, war eher sauer, dass sie nicht bei mir bleiben will.....
als kind hatte ich eine sehr schöne vorstellung, die ich mir heute auch noch immer wieder *hervor hole*
der *himmel* in den alle menschen kommen wenn sie gestorben sind sieht bei mir so aus:
der himmel ist ein sehr sehr langer raum. alle wände, decken und fussböden sind aus wolken. an den seiten sehen endlos lange holzbänke auf denen die gestorben sitzen und auf ihr angehörigen warten. ist ein mensch gestorben, dann wird ihm neben seinen liebsten platz gemacht und sie können sich in die reihe verstorbenen einreihen.
über den bänken schweben engel und am ende der bänke sitzt auf einem wolkenthron gott und passt auf uns auf.

liebe grüsse valentine

Margali62
19.12.2005, 09:10
Göga und ich sind Freunde des Regelns. So kommen keine Mißverständnisse auf. Wir waren noch nicht verheiratet, da hatten wir bereits ein Testament.

Auch das Bestattungsthema haben wir geregelt und wichtig - es unserer Umwelt und den Familien auch mitgeteilt, so kann keiner aus den Wolken fallen.

Wir haben uns dazu entschieden, die Leichen zu medizinischen Zwecken zur Verfügung zu stellen. Eine sogenannte Körperspende -schließt Oraganspende übrigens aus.

Da wir keine Kinder haben und der Trend sowieso dahin geht, dass schon allein aus Jobgründen man dahin geht, wo es Arbeit gibt - also auch ins Ausland usw., möchten wir unseren Lieben eine Grabpflege nicht aufhalsen.

Selbst meine Großmutter hat ihre Listen, wer benachrichtigt werden soll etc. längst fertig und hat sich für ein anonymes Begräbnis entschieden.

Wir sind Mitte 40 und unsere Eltern haben unsere Entscheidung akzeptiert.

windrose
19.12.2005, 09:47
Wir haben uns dazu entschieden, die Leichen zu medizinischen Zwecken zur Verfügung zu stellen. Eine sogenannte Körperspende -schließt Oraganspende übrigens aus.

Da wir keine Kinder haben und der Trend sowieso dahin geht, dass schon allein aus Jobgründen man dahin geht, wo es Arbeit gibt - also auch ins Ausland usw., möchten wir unseren Lieben eine Grabpflege nicht aufhalsen.



hallo margali - dahin tendiere ich auch *gg* kannst du mir einen ansprechpartner nennen? habe mich noch nicht daum gekümmert, weil ich noch nicht weiß, wo ich ansetzen kann.

vielen danke :blumengabe:

Margali62
19.12.2005, 09:58
@ windrose:

klar.

habe den kram zuhause, also dauert es ein tag oder so. :smile:

windrose
19.12.2005, 10:18
@ windrose:

klar.

habe den kram zuhause, also dauert es ein tag oder so. :smile:



oh prima :wangenkuss: :smile: ich warte :smirksmile:

Susele
20.12.2005, 20:40
Da ich zweimal verwitwet bin, ist es etwas kompliziert.
Ich habe meinen Kindern gesagt, daß sie freie Hand haben. Sie sollen das so machen, wie sie es für richtig halten. Ich habe ein Todesfall-Sparbuch mit 10.000 Euro drauf.
Soviel ist sicher ich wünsche mir eine kirchliche Trauerfeier, wann und wie sie das machen ist mir egal.

Valentine
21.12.2005, 07:29
hallo ihr lieben,

angeregt durch diesen thread habe ich entschieden, meine wünsche und vorstellungen über *meinen letzten auftritt* schriftlich festzulegen, ohne angst, ohne druck und ohne ein *komisches gefühl* danke euch für eure gedanken!

liebe grüsse valentine

Margali62
21.12.2005, 09:18
@ windrose:


habe dir ein pn geschickt :smile:

windrose
21.12.2005, 11:23
@ windrose:


habe dir ein pn geschickt :smile:



danke margali,

da werd ich dann mal nach weihnachten hinschreiben :smirksmile: wirds ja dann hoffentlich nicht zu spät sein .

danke dir recht herzlich.

lg windyyyyyyyyyyyyy :blumengabe:

Margali62
21.12.2005, 14:42
:knicks:

:smile:

Donna3
21.12.2005, 14:46
ich möchte am liebsten eine seebestattung.

meine schwiegermutter hat eine anonyme urnenbestattung gewählt.
meine mutter möchte konventionell beerdigt werden.


aber wenn ich ganz ehrlich bin, ist es mir eigentlich egal.

Nanina81
22.12.2005, 10:52
http://www.algordanza.com/


der gedanke, so bestattet zu werden, finde ich persönlich toll. auch meine mutter hat schon gesagt dass sie einmal ein diamant sein möchte den ich ständig bei mir trage...

Susele
22.12.2005, 11:41
Die Idee ist eigentlich schön, aber stell dir vor das Schmuckstück wird geklaut oder verloren. Dann hat man gar nichts mehr.
Erinnerungen an schöne Erlebnisse sind unvergängliche und unverwüstliche Diamanten.
Das Geld ist für einen schönen gemeinsamen Urlaub besser eingesetzt.

Donna3
22.12.2005, 11:42
den diamanten hätte ich lieber jetzt *g*.
aber im ernst, das finde ich okay, wenn es erben (kinder) gibt. habe ich aber nicht und deshalb wäre das viel zu aufwendig.

Monschum
31.12.2005, 17:52
Hallo,
da ich meine eigene Beerdigung, oder was auch immer, nicht mitbekomme, überlasse ich alles meiner Lebensgefährtin und meinen Kindern.

Sie sind diejenigen die um mich trauern und ihnen soll es möglich sein, sich diese Trauer so erträglich zu machen wie eben möglich.

Ich finde es grausam, den Hinterbliebenen meine Wünsche, hätte ich denn welche, aufzudrängen.

Ich möchte nur, dass sie mich in ihrem Herzen tragen und mich nicht vergessen.

Alles Gute zum Neuen Jahr
mon

amaruschka
01.01.2006, 11:07
Ich wäre froh gewesen, wenn ich die Wünsche meiner Mutter gekannt hätte. Wenn man jemanden verliert, ist man so unter Schock, dass man kaum eine Entscheidung treffen kann. Alles kostet unglaublich viel Kraft. Ich fand es grausam, dass ich all diese Entscheidungen ohne Klarheit darüber, was ihr wichtig gewesen wäre, treffen musste.
Amaruschka

Sternenstaub34
04.01.2006, 08:30
das mit dem diamanten habe ich neulich auch in der zeitung gelesen und den artikel gleich zur seite gelegt. die idee finde ich schön. allerdings nicht für mich - kann ja niemanden zwingen, mich als diamanten an seinem finger oder um den hals zu tragen.....

ich möchte auch gerne verbrannt werden.

und dann...? hm - vielleicht wie in goodbye lenin....wurde da nicht die asche der mutter in feuerwerkskörper getan und mit diesen wurde ein feuerwerk anstatt einer beerdigung gemacht? mag sein, das es kitschig ist - aber auch die idee hat mir gefallen.....

mx5
08.01.2006, 19:10
liebe amaruschka ....

immer wieder stelle ich fest, daß die menschen sich mit dem tod nicht auseinander setzen wollen. wenn man mitten im leben steht, trifft es eh immer nur die anderen,
nicht einen selbst ... aber das ist nicht so ...

ich wohne neben der leichenhalle eines kleinen ortes. oft habe ich von meinem
kapellenfenster beobachtet, wie der sarg in die kleine kapelle geschoben wurde,
der leichenbestatter ging raus auf die straße, putze sich noch mal die schuhe
mit einem alten tuch, wartete auf jemanden, mit dem er einen plausch halten
konnte .... ich dachte: also von diesem mann möchtest du nicht bestattet werden ...

ein gespräch mit meiner schwester ergab, daß wir verbrannt werden möchten. ich
mache eine einschränkung: sollte ich bei bester gesundheit durch einen unfall
versterben, möchte ich, daß man das, was noch zu gebrauchen ist, an menschen
weitergibt, die auf organe warten, um weiter leben zu können ...

wenn ich aus altersgründen mit über hundert sanft einschlafe, dann möchte ich
verbrannt werden. die asche soll verstreut werden ... ich möchte kein grab, keine
musik, keine trauerkleidung ... und ich möchte keine weinenden menschen sehen, weil nach mir das leben weitergeht ... wenn mir jemand zuzwinkert und sagt *ingridchen, du
warst ein altes aas* ... dann wäre das für mich okay ....

ja, so sollte es sein .... am liebsten ohne große umstände ...

lieben gruß
mx :fg engel:

Kurvenfieber
05.08.2006, 22:47
Das find ich in diesem Thread ein sehr schönes Thema, weil wir hier ja alle uns mehr oder weniger aktuell mit dem Tod eines lieben Menschen beschäftigen. Deshalb "lupfe" ich den Strang mal wieder nach oben.

Ich hab mir schon sehr früh, mit Mitte 20, darüber Gedanken gemacht, was nach meinem Tod passieren soll. Einiges hat sich durch verschiedene Erlebnisse etwas verändert, einiges hat sich vertieft.

Ich habe z.B. ein Testament geschrieben, mittlerweile in der dritten Version. Nicht nur, weil ich ja mittlerweile doch ein paar Besitztümer habe, sondern vor allem, um u.a. meine Beerdigung zu "regeln" und den Hinterbliebenen auch ein paar Worte und Gedanken zu hinterlassen.

Es hängt vor allem davon ab, ob ich vor meinen Eltern sterbe. Wenn dem so sein sollte, dann werden die mich sicher "normal" im Grab meines Bruders beerdigen wollen, u.a. auch um eine "Anlaufstelle" zu haben. Wenn ich meine Eltern aber überlebe, dann habe ich mit meinem anderen Bruder vereinbart, dass ich eine Feuerbestattung bekomme und - sollte es denn möglich sein - meine Asche im Meer verstreut wird. Oder er geht auf einen Berg und lässt sie dort verwehen. Allerdings derzeit in Deutschland wohl noch verboten. Wenn es gar nicht anders geht, dann soll halt auch meine Asche ins Grab meines Bruders.

Die "Feierlichkeit" selbst wird sich schon allein wegen meines Kirchenaustritts im Rahmen halten. Und auch das hängt davon ab, ob es meine Eltern oder mein Bruder organisieren. Im Idealfall werden ein, zwei passende Lieder von den Toten Hosen gespielt.

Ich habe in meinem "Testament" aufgeschrieben, was ich gerne hätte, auch bzgl. Todesanzeige, überlasse die Entscheidung aber meiner Familie, da ich selbst ja nix mehr davon habe.

Viel wichtiger finde ich deshalb eigentlich auch, was vor der Beerdigung passiert: Patientenverfügung, was will ich bzw. wer darf was entscheiden und auch Organspende. Außerdem habe ich z.B. eine Liste, die immer wieder aktualisiert wird, welche Menschen (auch aus meiner Vergangenheit) informiert und eingeladen werden sollen.
Und auch (deshalb Testament) was mit meinen Sachen passieren soll. Es gibt ja doch einiges, worüber sich die Hinterbliebenen dann streiten können, weil sie es einfach nicht besser wissen.

Ich habe z.B. explizit ein Sparkonto benannt, mit dem meine Patenschaft in Südamerika weiter geführt werden soll. Und auch festgelegt, was mit meinen zig Tagebücher passieren soll (verbrennen!!!).

Viele in meinem Bekanntenkreis finden all diese Gedanken und "Pläne" blöd, klar, wir sind ja noch so jung. Aber mein Bruder war auch erst 30 ... und er hatte gar nichts geregelt, nur seinen Organspendeausweis. Sich um all diese Dinge zu kümmern und sich Gedanken darüber zu machen "Was wäre in seinem/ihrem Sinne?" ist eine zusätzliche Belastung für die Angehörigen - neben all dem Kram, den man leider nicht vorwegnehmen kann -, die ich soweit wie möglich verhindern möchte.

Ich hoffe ja auch, dass mir noch ein ganz langes Leben gegeben ist und sich vielleicht irgendwann der Bürgermeister (wer kümmert sich eigentlich, wenn man keine Angehörigen mehr hat???) mit mir rumschlagen muss. Aber drauf verlassen kann ich mich auch nicht :-)

In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein schönes und bewusstes Leben!

Kurvenfieber

Katzenbein
22.08.2006, 11:38
Hallo,

bin froh, dass ich diesen Thread gefunden habe!

Mich beschäftigt im Moment die Frage, ob man wirklich seine "Wunschmusik" während der Trauerfeier spielen lassen darf?

Es wäre auf jeden Fall nichts klassisches und auch nichts kirchliches... Vielleicht kennt jemand noch das Lied "Vogel der Nacht" Mit dem Lied verbinde ich viele Erinnerungen, es sagt zudem so viel über eine Beziehung aus....

Habt Ihr schon einmal auf einer Beerdigung erlebt, dass "besondere" Musik gespielt wurde, auf den ausdrücklichen Wunsch des Verstorbenen hin?

Grüße vom

Katzenbein

Bloodyzicke
22.08.2006, 17:21
Ja das habe ich erlebt. Habe für meinen Freund vor drei Monaten seine Musik spielen lassen, ich mein es sollte kein House, Rock oder generell krasses sein (ich kenne dein Lied leider nicht) aber es ist durchaus normal eigene Lieder zu spielen.

Ich finde auch dass das sehr wichtig ist weil gerade Musik, die nicht zu dem Menschen passt, alles sehr unschön werden lassen kann. Also wenn ich mir vorstelle, bei meinem Freund wäre nur Orgelmuusik und Kirchenlieder gespielt worden, dass hätte ich sehr schlimm gefunden. Unerträglicher Gedanke wie ich finde.

Liebe Grüße

Bloody

Lorolli
22.08.2006, 17:37
Ich habe das auch erlebt. Auf der Beerdigung einer jungen Frau,
sie hat mit 34 Jahren Suzid begangen, wurde auf ihren Wunsch
ein Lied von Rio Reiser gespielt und zwar, " es ist vorbei"

Dieses Lied kann ich bis heute nicht hören, ohne in Tränen auszubrechen. Die junge Frau war 7 Jahre die Lebenspartnerin meines Sohnes.

Monkele
22.08.2006, 18:50
Auch ich kenne es, dass "persönliche" Musik gespielt wurde.
Bei der Beerdigung eines jungen Mannes, der im Schullandheim tödlich verunglückt ist, wurde von seinen Eltern und seiner Schwester Aerosmith mit "I don' t miss a thing" ausgesucht. Wenn ich dieses Lied heute höre, muss ich immer daran denken...-

Monkele

Inaktiver User
23.08.2006, 21:09
Also, ich möchte eine Trauerfeier nicht in so einem Bestattungshaus am Friedhof, sondern an einem Ort, den ich kenne. Dort soll dann direkt auch eine Fete stattfinden können, ich stand noch nie auf Streuselkuchen und von daher ist mir irgendwas lieber mit Buffet, wo jeder was mitbringt.

Ein Freund von mir hat seiner Frau so eine Trauerfeier ausgerichtet, es gab einen "Andachtsraum" mit dem Sarg, dort hatte er ihre Bilder (sie malte) aufgehängt, und auch ein Tischchen mit einem Foto von ihr und ihren Kindern aufgestellt.

Ich möchte, dass andere etwas über mich sagen. Und zwar etwas Ehrliches, auch etwas Witziges, es dürfen alle meine Schwächen drin vorkommen, ich würde mich sehr, sehr freuen, wenn gelacht wird bei solchen Reden.

Am schönsten fände ich, wenn nicht einer alleine redet, sondern wenn sechs oder acht Personen etwas sagen, vielleicht nur kurze Statements (so ein Ritual gibt es in Amerika). Das finde ich super - verschiedene Blickwinkel.

Ich möchte, dass nach einem besinnlichen Teil ein Fest gefeiert wird, sagen wir: dass mein Leben gefeiert wird. Weil es ja einmalig war. Ich möchte Musik, gerne selbst gespielt und ich möchte, dass getanzt wird. Wenn sich die Leute sinnlos betrinken, ist mir das auch recht.

Und dann möchte ich, dass folgender Satz in meinem Namen verlesen wird: "Hier liegt sie, wie sie lebte, nur dass sie, solange sie noch lebte, stets den Arsch dazu bewegte". Ist geklaut von irgendeinem Popstar, passt aber super zu meiner Lebenseinstellung.

Im besinnlichen Teil soll auch Musik gespielt werden, ich vermute, ich würde "One" nehmen, gesungen von Johnny Cash, aber vielleicht auch etwas ganz anderes... da bin ich noch unausgegoren.

Ich möchte einen Abschiedsbrief parat haben für meine Liebsten, hoffentlich kriege ich das geregelt... überhaupt wünsche ich mir Zeit für meinen Abschied.

Und mein Sohn weiß auch schon Bescheid: Am liebsten hätte ich, dass meine Asche ins Meer geschmissen wird - von jemandem, dem ich was bedeute. Mein Sohn sagte: "Ich weiß schon, ich muss dich in Holland verbrennen lassen, dann illegal mit der Asche über die Grenze und dann ans Meer. Ich habe einen Film gesehen, wo jemand die Asche seiner Mutter ins Meer kippt, es kommt eine Böe, und die Asche fliegt ihm zurück ins Gesicht." (Soviel dazu)

Ist das Leben nicht herrlich?
Ich liebe es.

Hillie
23.08.2006, 21:19
Hallo,


Habt Ihr schon einmal auf einer Beerdigung erlebt, dass "besondere" Musik gespielt wurde, auf den ausdrücklichen Wunsch des Verstorbenen hin?

Grüße vom

Katzenbein

Ja, als meine Mutter vor über drei Jahren mit 90 Jahren starb, hatte sie den Wunsch, zum Schluss das Ave Maria spielen zu lassen. Wir haben eine moderne Form gefunden, die allen gefallen hat. Zum Auftakt gab es ein Stück aus der Osterkantate von Bach und dazwischen ein elegisches Stück von Bartok. Obwohl die Trauernden fast alle 75+ Jahre alt waren, hat allen die Musik sehr gut gefallen. Der Pfarrer schaute zwar etwas, als wir ihm bei der Vorbesprechung die Titel nannte, aber er hat in der Eingangsrede auf die eher fröhliche Kantate Bezug genommen und gesagt, dass sie genau dem Leben meiner Mutter entsprach: ein fröhlicher Mensch, der das Leben gelebt hat.
Hillie

Inaktiver User
24.08.2006, 00:39
Hallo,

als der Großvater meines Mannes in diesem Jahr starb, haben sie auf der Beerdigung die "Moonlight Serenade" von Glenn Miller gespielt. Er konnte es zwar nicht mehr "bestellen", da er in den letzten Wochen seines Lebens nicht mehr viel sprechen konnte, aber ich wußte, daß er dieses Lied über alles liebte und es über Jahre hinweg jeden Nachmittag gehört hatte.

Die Pfarrerin hat im ersten Moment zwar auch etwas seltsam geguckt, aber sie hat sich dann doch drauf eingelassen, aber es "mußte" dann noch ein christliches Lied hinterherkommen. Die Wahl haben wir dann ihr überlassen.

Ich möchte verbrannt werden. Mein Mann weiß das. Meine Eltern finden das nicht soooo gut. Ich habe eine panische Angst davor, im Sarg aufzuwachen und festzustellen, daß ich doch lebendig begraben worden bin. Mit der Asche können sie dann machen, was sie wollen. Mein Mann möchte auch verbrannt werden. Ich habe ihm schon gesagt, daß ich mir aus seiner Asche einen Diamanten machen lassen werde, den kann ich dann immer bei mir tragen. Die Idee findet er gut. Wahrscheinlich "ende" ich auch als Diamant. Was kann es Schöneres geben, als einen funkelnden Diamanten?

Pianoforte

Bobbys
24.08.2006, 12:09
Hallo,

als ein Schulkamerad gestorben war wurde das Lied "Tears in Heaven" von Eric Clapton gespielt. Auch heute noch viele Jahre später breche ich immer noch in Tränen aus, wenn ich dieses Lied höre, wobei ich finde, daß es ein sehr schönes Lied ist.

Den einzigsten Wunsch den ich für meine eigene Beerdigung habe ist, daß keine Trauerkleidung in schwarz getragen werden soll, sondern alle in ganz normalen Alltags-Klamotten kommen sollen.

Bloodyzicke
24.08.2006, 19:06
Hallo ihr lieben,

ich habe mir viel Gedanken über diese Dinge gemacht, auch bevor mich mein Schicksal überfallen hat.
Dadurch ist ein Wunsch zu meiner Beerdigung hinfällig geworden. Ich wollte immer mit meinem Freund gemeinsam beerdigt werden. Natürlich wollten nicht nur ich das sondern wir beide.
Nachdem er starb ging alles so wahnsinnig schnell. Einzelgrab in seiner Heimatstadt. Das war dder Wunsch seiner Eltern, da hatte ich ja eh nichts zu entscheiden. Ich sag nicht dass ichs nicht verstehen kann, aber es war halt schon irgendwie n Schlag für mich. Nachdem ich überhaupt mal klar denken konnte.

Ansonsten will ich auch keine schwarze Kleidung, ich möchte, dass die Menschen sich so verabschieden, wie sie sich vor einem Umzug auch verabshiedet hätten. In gewisser Weise ist es ja nichts anderes.

Und ich möchte nicht dass irgendein fremder über mich spricht, entweder jemand der mir nahe stand oder es gibt keine Rede.

Verbrannt werden möchte ich nicht, und meine Organe werde ich auch spenden. Außerdem schreibe ich seit Stefans Tod Briefe an die Menschen die mir wichtig sind, quasi mit meinen Letzten Worten, die werde ich jedes Jahr an seinem Todestag aktualisieren, diese sollen dann an meiner Beerdigung verteilt werden. Und ich möchte "don't answer me" von alan Parson projekt oder "caravan of love" von den Housemartins gespielt wissen, und auf gar keinen fall Orgelmusik und kirchliche Traditionen.

Ansonsten kann entscheiden wer will, so wie es am besten machbar ist.

Liebe Grüße

Bloody

Inaktiver User
25.08.2006, 16:18
Was meine Beerdigung angeht, so habe ich eigentlich nur einen Wunsch, der mir sehr wichtig ist. Ich möchte, dass nur Leute kommen, denen wirklich etwas an mir liegt. Ich möchte auf keinen Fall, dass jemand aus Pflichtgefühl kommt, sondern dass jeder, der kommt, von Herzen "gerne" (sofern man das anlässlich einer Beerdigung überhaupt behaupten kann) kommt.

Und ein Musikwunsch fällt mir ein: "Angel" von Sarah McLachlan. Ansonsten hätte ich gerne was von Xavier Naidoo, weil ich seine Musik so sehr mag.

netter-Michael
25.08.2006, 17:45
Hey,

man kann auf einer Beerdigung die Lieder abspielen lassen die man möchte (muß vorher nur mit Bestatter u Kirche abgesprochen werden)

Als mein jüngerer Bruder mal eben so verstarb (ohne Krankheit ohne Vorahnung, Unfall usw) spielten wir Udo Lindenbergs "Ich schwöre"

Lieder / Musik sind sogar "WICHTIG" Denn Musik berührt die seele u. viele der gespielten Lieder geben ein Teil Deiner Psersönlichkeit preis!

Daher ist es mir nur wichtig-wenn ich den Schritt in die nächste dimension mache - das MEINE Musik gespielt wird! Die restliche Trauerfeier sollte so sein, wie die Hinterbliebenden es sich wünschen! Denn DIE haben nachher die trauer, den Streß u. später die arbeit damit!

Ich glaube an ein Weiterleben, darum ist mir meine Beerdigung egal! Eben nur die Musik nicht!

Ein wunderschöns Leben wünsche ich Euch
Michael

Oma_Berta
25.08.2006, 20:13
Wenn ich sterbe, möchte ich verbrannt werden und meine Urne soll in einem Friedwald in die Erde gesetzt werden! Unter einem Baum, den ich mir aussuchen werde. Mit behagt der Gedanke überhaupt nicht, in einem Sarg in der Erde beigesetzt zu werden...und dann...naja....

Und meine Familie stirbt aus. Ich habe keine Geschwister, meinem Sohn werde ich so etwas wie Grabpflege nicht aufbürden. Gräber, um die sich niemand kümmert, finde ich sehr traurig!

Ich mag Friedhöfe- sie strahlen Ruhe aus -, ich schau mir gern Grabmale an mit den Engelsfiguren (besonders im Herbst), lese die Grabsteininschriften, aber für mich selbst wünsch ich mir etwas anderes.

S.

funtasie
27.08.2006, 11:17
Detailliert habe ich noch nicht darüber nachgedacht. Nur, dass ich eine Erdbestattung will, ist mir klar. "Erde zu Erde" klingt heimelig und plausibel. Und ich bin mir sicher, dass der Mensch nicht nur einen körperlichen Aspekt hat. Nicht ICH verwese und werde von Würmern und Bakterien zu Erde verwandelt, sondern mein Körper.

Die Sache mit dem Diamanten finde ich ziemlich grauslich. Ich will mir nicht "die Oma um den Hals hängen".

Auch die Sache mit der "Urne auf dem Kaminsims" behagt mir nicht. So viele Leute sterben irgendwann ohne Nachkommen. Bei anderen hat keiner der Erben Interesse, sich geebte Urnen mit der Asche eines Toten in die Wohnung zu stellen. Wenn der Verstorbene "Glück" hat, wird er nachträglich bestattet. Ich frage mich allerdings, wieviele Urnen letztendlich irgendwann unerkannt oder bedenkenlos auf dem Müll landen.

Ok, es kann einem auch egal sein, was mit den Resten passiert, wenn man tot ist. Ich persönlich habe aber das Gefühl, dass irgendwie Tote zu den Toten und Lebende zu den Lebenden gehören. Es gibt so viele Möglichkeiten, seiner geliebten Toten zu gedenken, dazu ist nicht einmal ein Grab nötig. Wenn ich mich aber nicht von seinen körperlichen Überresten ganz trennen kann - wofür steht das? Welche Dynamik steckt darin?

Ich habe Bedenken gegen diese Trends.

Inaktiver User
09.09.2006, 11:23
Habt Ihr schon einmal auf einer Beerdigung erlebt, dass "besondere" Musik gespielt wurde, auf den ausdrücklichen Wunsch des Verstorbenen hin?
Das gerade nicht.
Als mein Bruder mit 22 tödlich verunglückte (Motorrad), spielten wir "Time" von APP. Das hat er selbst vor seinem Tod oft gehört, es ist eine Art Abschiedslied.
Ich hätte gern noch "Judgment Day" von Whitesnake drangehängt - die Whitesnake-CD mit diesem Titel drauf war sein letztes Geschenk an mich, ich bekam sie zu meinem Geburtstag im April, er verunglückte im Juli. Ein kraftvolles Stück. Leider war's meinen Eltern zu hart.
Der Text von "Judgment Day" hat mich oft getröstet.

The night is gone,
the time has come to find: a new day has begun
and it promises to stay.
...
no more shadows of the past
your spirit free to fly at last
shining in the sun...

:heul: :zauberer: :Sonne:

Anemone
09.09.2006, 12:13
Anlässlich des Todes meiner Mutter vor 3 Jahren habe ich mich das erste Mal mit diesen Themen beschäftigt. Ich hab mich bei der Beerdigung meiner Mutter davon leiten lassen, was ihr gefallen hätte, solange sie noch klar denken konnte. Und so haben wir alles von einem etwas unkonventionellen hier recht bekannten Beerdigungsunternehmen machen lassen. So hatten wir die Möglichkeit, einen einfachen billigen Sarg zu nehmen und diesen nach eigenen Entwürfen zu bemalen. Meine große Tochter, damals knapp unter 20 und ich haben, den letzten Interessen meiner Mutter gemäß, den Sargdeckel blau bemalt, in Himmelsfarbe und mit Silber astrologische Symbole daraufgemalt. Und Sterne. Hatte den Bezug, weil meine Mutter lange Jahre als Astrologin gearbeitet hatte. Es ist wunderschön geworden, und auch das Erlebnis des Malens, in einem herrlichen Garten des Instituts, hat uns viel gegeben. (natürlich war der Sarg leer beim Bemalen!)
Bei der Feier waren alle sehr angetan von der Gestaltung und keiner fand es unpassend. Musik konnte ich natürlich auch aussuchen, und da meine Mutter nicht in der Kirche war, habe ich vom Institut einen wirklich guten Trauerredner vermittelt bekommen, der nach einem langen Gespräch mit mir eine wunderschöne persönliche Rede verfasst hat. Alles in allem eine schöne ergreifende Feier.
Für mich ist aus alledem als Essenz geblieben, dass ich keine Feuerbestattung möchte. Ich bin ein ziemlich naturverbundener Mensch, und die Vorstellung, dass ich wieder zur Erde werde, bzw. mein Körper, und daher irgendwie ja meine "Bestandteile" weiter existieren, gefällt mir. Würmer oder was auch immer machen mir keine Angst. Wie ich eigentlich auch annehme, davon nichts mehr zu spüren...:ooooh: :smirksmile:
Es gibt doch irgendwo diesen Park, wo Wissenschaftler Leichen einfach offen hinlegen und den Zerfallsprozess ganz von selbst geschehen lassen. Bis nichts mehr übrig ist. Mag jetzt viele gruseln, aber das fände ich gut.
Na, und wenns denn eine normale Beerdigung sein sollte, dann will ich nie und nimmer so einen grässlich polierten schwarzen STein, sondern einen ganz natürlichen schönen.
Und wenn von mir noch irgendwas zu verwenden sein sollte, nur raus damit!
Was die anonyme Bestattung angeht, bzw. diese Möglichkeit, sich als Studienobjekt für die Anatomie zur Verfügung zu stellen: Eine Tante von mir hat dies vor vielen Jahren mal machen lassen, auch in der Hoffnung, die nicht vorhandenen Nachkommen sollten sich dann die Grabpflege ersparen. Aber natürlich werden die "Reste" auch beerdigt! Zwar später, aber dennoch! Also ein Grab gibts immer. Das dann wahrscheinlich anonym, wenn nichts anderes verfügt wird.

Pummel
09.09.2006, 23:16
Anemone, von so einem Park habe ich noch nie gehört. Wo gibts den? Finde den Gedanken gar nicht gruselig. Verbrannt zu werden od. in ein Erdloch verbuddelt zu werden dagegen schon. Da liege ich lieber in Tüchern gehüllt auf einer Wiese u. sollte man doch scheintot sein, erstickt man nicht - eine Horrorvision meiner Tochter. Sie will mir unbedingt noch eine Ampulle Gift 'mitgeben', damit das nicht passiert. So gruselige Geschichten hat ihr die Oma erzählt.
Ich glaube, dass die Seele schon noch 'ne zeitlang in der Nähe verweilt u. deswegen denke ich, wäre eine richtig schöne Zeremonie schon wichtig. So 'ne schöne Rede hat was für sich. Als Lied gefällt mir 'Mille cherubini in coro' von Katja Ricciarelli, da fühlt man sich halb im Himmel. Es gibt aber auch schöne Kirchenlieder. Und wer dabei ist, ob das wichtig ist? Die Seele ist doch frei. Ob die sich denkt 'was tut der blöde Typ da auf meiner Beerdigung?', kann ich mir nicht vorstellen. Vorallem auf dem Land ist es üblich, dass die Nachbarn, Vereine etc. dabei sind.
Wahrscheinlich heisst es deswegen manchmal in den Traueranzeigen 'er wurde im engsten Fam.kreis beigesetzt'. Ob es ihm 'danach' noch wichtig war?
Wir haben ein Fam.grab seit 'ewigen' Zeiten u. das wird wohl auch mein letzter Wohnort werden. Meine Familie soll eine Anlaufstelle haben, wo sie mal ein paar Blümchen hinlegen können u. sich mir räuml. verbunden fühlen. Was dann wirklich ist werden wir noch früh genug erfahren.
Ich habe auch 'nen Spendeausweis, aber ab 'nem gewissen Alter dürfte der wohl nutzlos werden, oder?

Ich bete/bitte immer noch um ein langesu. erträgliches Leben. Ich bin immer noch in Urlaubslaune u. somit läßt es sich sehr gut ertragen.

Inaktiver User
10.09.2006, 11:50
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no more shadows of the past
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:heul: :zauberer: :Sonne:

glaubst du wirklich, dass es so ist?

schöne vorstellung - ich hoffe, sie trifft zu.
ich hoffe es wirklich sehr.

Leo32
10.09.2006, 19:38
[QUOTE=Oma_Berta]Wenn ich sterbe, möchte ich verbrannt werden und meine Urne soll in einem Friedwald in die Erde gesetzt werden! Unter einem Baum, den ich mir aussuchen werde. Mit behagt der Gedanke überhaupt nicht, in einem Sarg in der Erde beigesetzt zu werden...und dann...naja....

Und meine Familie stirbt aus. Ich habe keine Geschwister, meinem Sohn werde ich so etwas wie Grabpflege nicht aufbürden. Gräber, um die sich niemand kümmert, finde ich sehr traurig!

Ich mag Friedhöfe- sie strahlen Ruhe aus -, ich schau mir gern Grabmale an mit den Engelsfiguren (besonders im Herbst), lese die Grabsteininschriften, aber für mich selbst wünsch ich mir etwas anderes.


Hallo! Da stimme ich Dir zu. Ich möchte auch verbrannt werden. Meine Omi ist vor ca. 6 Wochen gestorben und nach der Verbrennung anonym beigesetzt worden. Es war ihr ausdrücklicher Wunsch und die Stelle, wo sie beigesetzt wurde, kann man sich gut merken. Da gibt es mehrere solcher Urnenbegräbnisse, die anonym beigesetzt werden. Es ist eine Art Rondel auf einer großen Wiese und in der Mitte ist ein Stein mit einem Spruch eingemeißelt, wo man dann auch Blumen oder Kerzen aufstellen kann. Meine Omi wollte auch nicht, daß jemand ihr Grab pflegen muß. So möchte ich auch beerdigt werden.

Leo32
10.09.2006, 19:43
@Pummel: Bei der anonymen Beerdigung meiner Omi fand auch ein kleine Messe in der Friedhofskapelle statt. Es war alles sehr warm gestaltet. Viele Kerzen und Blumen, in der Mitte die Urne. Ich habe ein Gesicht für meine Omi geschrieben und es den Pfarrer gegeben. Er hat es mit in die Predigt eingebaut und alle (sogar der Pfarrer selbst) waren sehr gerührt. Es wurde das Lied: So nimm denn meine Hände gespielt und er hat dann noch über die Entstehung des Liedes gesprochen, was den Lebensinhalt meiner Omi und meinem Opa wiedergab. Kennst Du die Geschichte?

Pummel
10.09.2006, 21:16
Es wurde das Lied: So nimm denn meine Hände gespielt und er hat dann noch über die Entstehung des Liedes gesprochen, was den Lebensinhalt meiner Omi und meinem Opa wiedergab. Kennst Du die Geschichte?Nein. Wo kann man das nachlesen?
Kann dich schon verstehen. Zudem müßte wohl eher die Schwieto dein Grab pflegen u. da fehlt vll diese 'Nähe'.
Die Seele sucht sich ihren eigenen Weg. Was mit dem Körper passiert muss jeder selber entscheiden. Der Friedwald hört sich jedenfalls gut an.
Für mich wäre es wichtig eine 'Anlaufstelle' zu haben u. da ist so ein Grab nicht schlecht. Allerdings denke ich, dass sich immer mehr für Urne u. Anonym entscheiden werden, da die Fam. tatsächlich kleiner werden u. oft weit entfernt wohnen.
Unser Friedhof soll vergrößert werden, da der Ort sich auch ausweitet, Neubaugebiete etc., aber inzwischen werden eher immer mehr Grabstellen frei. Der 'Trend' ist offensichtlich.
Ich schaue mir auch gerne uralte Grabsteine an u. finde Friedhöfe auch friedlich. 'Ruhe in Frieden '- schön dass es solche Plätze gibt.

Aber jetzt leben wir erst noch friedlich weiter.:lachen:

Liebe Grüße - Pummel

Fussl
13.09.2006, 20:39
Hallo,

ich habe schon genaue Vorstellungen, was auf meinem Grabstein mal stehen soll, in welcher Reihenfolge und auch welche Musik an meiner Beedigung gespielt werden soll (Bette Mittler "The Rose").

Wenn ich meinen Liebsten das in der Vergangenheit schon gesagt habe bin ich oft auf Ablehnung und Unverständnis gestossen. Ich sei ja noch so jung und mit was für Gedanken ich mich denn beschäftige....ich kenne es aber auch anders rum, dass man sich nämlich keine Gedanken (auch im Alter) gemacht hat. Rums - eines Tages war es dann zu spät. Das möchte ich nicht. Mich hat zwar keiner gefragt, ob ich auf diese Welt möchte. Wenn ich abtrete dann aber bitte auch so mit meinen Vorstellungen wie ich es mir wünsche...

Viele Grüsse
Fussl

muggl
16.09.2006, 12:06
Hallo,

bisher habe ich meiner Familie mitgeteilt, auf welchem Friedhof ich beerdigt werden möchte. Das ist der im Ort meiner Oma bzw. dem Heimatort meiner Mutter. Ich war dort als Kind schon immer mit, wenn die Gräber gepflegt wurden, und habe meinerseits Gänseblümchen und Löwenzahn gesammelt und ein Sträußchen für die verstorbenen Kinder auf den kleinen Engel gelegt.

Diesen Friedhof mag ich gerne. Inzwischen liegen dort leider auch mein Vater und meine Oma. - Auf dem Friedhof meines eigentlichen Heimatorts war ich sogar noch nie, und möchte deshalb dort auch nicht beerdigt werden, obwohl das wohl der normale Weg wäre.
Im kleinen Ort meiner Oma haben die Menschen noch eine sehr schöne, altmodische Trauerkultur. Deswegen ist der Friedhof dort eigentlich keine besonders trauriger Ort, sondern ein - im Rahmen seiner Möglichkeiten, ähäm - 'lebendiger' Ort des aktiven Gedenkens, wo alle immer wieder hin zurückkehren und sich treffen.
Deshalb ist ein Friedhof für mich auch sehr ok und genau das Richtige. Ich möchte nicht in einen Park, einen Wald oder im Meer oder der Luft verstreut werden. Ich möchte schon an *einem* Ort sein. Auch von dort aus werde ich ja wohl in den Naturkreislauf übergehen.

Dass ich nicht verbrannt werden möchte, müsste meine Familie auch schon wissen. Auch, dass ich nich in ein Massengrab möchte, sondern in mein eigenes.
Über Grabsteine bzw. Grabgestaltung mache ich mir schon Gedanken und schaue mir sehr gerne welche an, weil es das sichtbare, abschaubare 'Gedenkmal' ist, das erstmal von einem bleibt. Da sollte es schon zu einem passen.
Seit ich den Sarg für meinen Vater und meine Oma mit aussuchen musste, diverse andere auf Beerdigungen gesehen habe und so etwas Einblick in das Angebot habe, denke ich auch, dass ich mir mal selber Gedanken über meinen machen sollte... *räusper*. Dieser rustikalen Schnitzoptik gehe ich ja im Leben schon aus dem Weg!

Andererseits gehe ich aber davon aus, dass ich Blumen und Musik nicht mehr erleben werde.

Wichtiger ist mir deshalb eher der Gedanke, wie ich *sterben* möchte (falls es nicht sehr schnell gehen sollte, was eigentlich der größere Segen wäre), wenn ich den Weg (halbwegs) bei Bewusstsein erlebe. - Nämlich nicht alleine und nicht durstig oder mit Schmerzen. Aber am wichtigsten, nicht alleine. Das muss sehr schlimm sein.
Wenn man noch spritzig und lebendig ist und andere Dinge unterhaltsamer sind, kommt man nicht auf den Gedanken, dass diese Fragen einmal die allerwichtigsten sein könnten, die alles andere irrelevant machen. Und wie furchtbar es ist, wenn man nicht vorbereitet ist und nicht weiß, was man tun soll und niemand Hilfe bietet.
Aber danach war hier ja nicht gefragt.

Liebe Grüße
von
Muggl

amaruschka
19.09.2006, 21:45
Liebe Muggl, ich finde, dass deine Frage, die du ja in einem extra Strang ausführlicher gestellt hast, auch hierher passt. Gerade in den letzten zwei Wochen habe ich darüber auch nachgedacht. Mehr allgemein, aber schon in der gleichen Richtung. Der Vater einer sehr lieben Freundin hat Parkinson. Ihre Mutter hat sie vor vier Jahren durch einen Darmkrebs verloren. Sie sah ihre Mutter leiden und hat das Gleiche mit ihrem Papa vor sich. Das tut mir so leid und ich dachte, wie schön es wäre, wenn alle Menschen erst so mit 80 ode 90 (wenn sie das wollen) ganz friedlich im Kreise ihrer Lieben einschlafen könnten. Es ist schon sehr beängstigend, dass niemand weiß, wann und wie der Tod auf ihn zukommt.
Wichtig wäre mir auch, dass ich nicht alleine bin. Meine Mutter ist nachts alleine im Pflegeheim gestorben. Vielleicht wollte sie es so. Aber ich hätte gerne ihre Hand gehalten und ihr noch mal gesagt, dass ich sie liebe. Es ist kein schöner Gedanke, dass sie so einsam gestorben ist. Das musste sie so oft in ihrem Leben sein.

Ich würde gerne noch schöne Musik hören, schöne Geschichten vorgelesen bekommen und Kinderlachen hören. Und ich möchte nicht gleich zu irgendeiner Pietät gebracht werden. Wenn es geht, zwei drei Tage dort bleiben dürfen, wo ich gestorben bin, damit meine Seele in Ruhe gehen kann. Alle lieben Menschen verabschieden, ihnen ein bisschen Energie schicken, gewaschen, eingeölt und mit meinen Lieblingskleidern angezogen werden (Jeans, T-Shirt und schwarze Strickjacke...). Und dann von vier wichtigen Männern in meinem Leben im rohen, angemalten Holzsarg aus dem Haus getragen werden.
Manche Wünsche werden ja Wirklichkeit...
Liebe Grüße Amaruschka

Inaktiver User
04.10.2006, 16:20
.......kurz und schmerzlos.

Ich wünsche mir in der Trauerhalle das Lied ´Ave Maria´, auf lateinisch gesungen von einem hellblonden Jungen, am allerliebsten von einem Sängerknaben, der noch nicht im Stimmbruch ist. Eine CD abgespielt reicht allemal. Anschließend Morgenstimmung, Suite Nr. 1 op. 46

Danach mach´ ich das ich wegkomme :-)

Meine Urne (also Feuerbestattung) soll dunkelgrün sein mit einem goldfarbenen Ring um den Verschlussdeckel.

Alles andere (Deko, Grabstein, Sonstiges) überlasse ich den Hinterbliebenen.

Wie es nicht sein soll? Der Redner brauch mich nicht schöner reden als ich war. Jedoch das Wort "Abgezockte" wäre nicht passend.

Sterben möchte ich wie ich gelebt habe. So bewusst wie möglich.

Inaktiver User
04.10.2006, 16:48
Hallo

Ich möchte auch verbrannt werden
Ich möchte eigentlich nicht in das Familiengrab meines
Mannes. *sfg (zu ihm schon, aber jaa nicht zu seinen
Verwandten da *grusel*) Ich denke ich muss das
testamentarisch aufsetzen, sonst wird das nichts
und mich um ein eigenes Grab kümmern, im Vorfeld.
*makaber*

Die allergrösste Angst hab ich das ich nicht richtig
tot wäre und keiner merkts! Also alle anderen hielten
mich für tot. Ich hab Megapanik vor totaler Dunkelheit
(ein Kindheitstrauma)
Sollte ich noch nicht tot sein und die mich trotzdem
einsargen , werde ich ja spätestens wenn die mich
verbrennen tot sein.

L.G:

*grusel irgendwie ein nicht so behagliches Thema grusel*

Karli
05.10.2006, 10:12
Es ist mir egal wo ich begraben werde und ich wünsche mir, dass es eine ganz schlichte Sache wird. Verbrannt und auf der Urnenwiese unbekannt begraben.
Genau wie mein Mann es wollte und bekommen hat, so möchte ich es auch.
Der 1. Jahrestag nähert sich und ich war erst einmal an seiner Grabstelle und weiß, dass ich da nie wieder hingehen werde. Für mich ist er da nicht, ich brauche keine festen Ort, um mit ihm zu reden. Er ist überall wo ich auch bin und ich "rede" mit ihm überall, wenn ich es brauch.
Ich war eher geschockt von der Triebsamkeit auf dem Friedhof, keiner um mich rum, saß da und war vertieft in Gedanken. Alle haben nur gearbeitet an den Gräbern. Das fand ich ganz schrecklich.
Und ich weiß, dass es für meine Familie und Freunde auch so sein wird, wenn ich mal nicht mehr auf Erden bin.
Karli

"Die Liebe ist etwas, was du hinterlassen kannst, wenn du stirbst. So mächtig ist sie"! (aus dem Programm Weltalllied)

Inaktiver User
05.10.2006, 20:45
Hallo

Ich möchte auch verbrannt werden
Ich möchte eigentlich nicht in das Familiengrab meines
Mannes. *sfg (zu ihm schon, aber jaa nicht zu seinen
Verwandten da *grusel*) Ich denke ich muss das
testamentarisch aufsetzen, sonst wird das nichts
und mich um ein eigenes Grab kümmern, im Vorfeld.
*makaber*

Die allergrösste Angst hab ich das ich nicht richtig
tot wäre und keiner merkts! Also alle anderen hielten
mich für tot. Ich hab Megapanik vor totaler Dunkelheit
(ein Kindheitstrauma)
Sollte ich noch nicht tot sein und die mich trotzdem
einsargen , werde ich ja spätestens wenn die mich
verbrennen tot sein.

L.G:

*grusel irgendwie ein nicht so behagliches Thema grusel*

Liebe Strelia,

man sagt, dass Bücher zu einem finden. Heute bekam ich allerdings eines geschenkt mit dem Titel: Wer wird meine Tränen trocknen? Autor: Gerry Velema-Drent. Ich habe die Angewohnheit, in einem Buch erst vorne eine paar Seiten, dann die letzten Seiten zu lesen. Danach entscheide ich ob es lohnenswert ist sich darin zu vertiefen.

Ich zündete mir eine Kugelkerze an und las. Es wurde ein rotes Seil beschrieben, dass für das Volk Israel einen geschichtlichen Hintergrund hat. In einem meiner bisherigen Beiträge erzählte ich ebenfalls von einem Seil das über mehrere Bäume/Äste hing. Es war HELL; eher beigefarbig. Bis heute Abend kannte ich zu einem Seil keinen geschichtlich bedeutenden Hintergrund. Während ich las hörte ich sowas wie einen Luftzug und sah vom Buch auf. Eine Eintagsfliege flog direkt in den heißen Kerzenwachs, zuckte noch einmal und war tot.

Sofort dachte ich an Deinen Beitrag, Strelia. Fürchte Dich also nicht wenn Du Dir wünscht verbrannt zu werden. Du bist dann ruckzuck richtig tot.

Für mich war das ein Zeichen nicht mehr weiterzulesen. Das Buch war einfach nicht das richtige für mich. Ich finde MEINEN Weg in MEINEM Glauben. So schnell geht das.

Liebe Grüße,
Karamia


PS: Eine Eintagsfliege ist keine Biene

Inaktiver User
06.10.2006, 15:05
Ich hab jetzt Gänsehaut @Karamia

L.G.

quurck
20.01.2007, 17:19
Ich möchte Psalm 23

Der herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln,er weidet mich auf einer grünen Aue.....
und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück .....


- von meinen Kindern gesprochen

Ricarda44
24.01.2007, 17:17
Ja, kurz und schmerzlos für meine Lieben das Ganze. Wenn ich eines Tages tod sein werde, dann bitte die kostengünstigste Beerdigung mit der Musik, die meine Kids zu dem Zeitpunkt mögen. Kein Heulen und Gejammer. Keine Leute, die man jahrelang nicht gesehen hat und die nun noch meinen "Ach so ein Blumenstrauss war sie uns schon wert".
Ein kurzes Zusammensitzen danach mit dem Wissen "Alles was Mutti war ist in uns - weitermachen!!!"
Sie sollen sich erinnern an unsere tollen Zeiten, sie sollen nicht weinen. Denn gehen muss jeder irgendwann mal. Sie sollen sich der Kraft bewusst sein, die ich für sie immer aufgewendet habe und sie sollen fühlen, dass alles von mir in ihnen steckt.

Ich hab das von meiner Mutti so übernommen und ich bin ihr ewig dankbar dafür, dass sie immer gesagt hat: "Du sollst mit warmer Hand geben, und zwar alles!!!"

Diese ganzen Zeremonien und langen Reden - wem nützt das?
Der, der gestorben ist, kümmert sich da herzlich wenig drum.
Der Tod ist Realität wie das Leben auch.

Ich habe zum Ableben meines Mannes unter anderem Beileidsbekundungen erhalten wie "Wir trauern um unseren lieben Freund" - ja was soll ich dazu sagen? Soll ich mein Beileid zum Ausdruck bringen oder wie? Ich finde sowas geschmacklos, das eigene Selbstmitleid dann auch noch einer Familie, die ihren Mann und Vater verloren hat mitzuteilen.

Es muss jeder selber wissen, wie er sich unter die Erde bringen lassen will. Leider ist es nicht möglich, sich im eigenen Garten einbuddeln zu lassen. Denn dort wär's mir am liebsten.

Wichtig ist mir, was zu Lebzeiten passiert und wie sich meine Kinder in ihrem Leben bewähren werden. Hab ich ihnen das Zeug mitgegeben, um alles zu packen?

Bestattet wird eh nur die körperliche Hülle. Alles reine Materie. Weiterleben kann man nur in den Köpfen und Herzen der anderen. Und das werde ich bei denen, die mir viel bedeuten mit Sicherheit tun. Der Rest ist mir egal.

Hart aber wahr.

Utetiki
26.01.2007, 00:19
Also,

ich hab jetzt mal eine Frage dazu, wie man seine Bestattungswünsche durchsetzt. Ich habe jetzt in diesem Strang gelesen, dass im Testament diese Wünsche festgelegt wurden.

Ich dachte immer, die Testamentseröffnung wäre erst nach der Beerdigung (dann also zu spät).

Ich würde gern in einem Friedwald bestattet werden. Mein Mann kann sich damit gar nicht anfreunden.
Also einzige Möglichkeit: nach ihm sterben.
Nein, mir ist das Thema wirklich wichtig.

Bitte, wer weiß Rat?

LG
Ute

Ricarda44
26.01.2007, 08:36
Ich denke über so eine Vorsorgevollmacht kann man viele Dinge regeln. Google mal, ich denke da wirste was finden.

Inaktiver User
26.01.2007, 09:23
Hallo,

mit dem Thema habe ich mich auch schon beschäftigt, obwohl ja wahrscheinlich noch etwas Zeit ist. Ich möchte eine einfache Beerdigung, die kostengünstigte Variante und kein "eigenes" Grab. Ich möchte damit vermeiden, dass mein Sohn sich später in irgendeiner Form verpflichtet fühlt, sich um die Grabpflege kümmern muss, etc.

Allerdings weiß er noch nicht über meine Wünsche Bescheid, irgendwann sollte ich das Thema wirklich mal ansprechen, auch wenn man das gerne verdrängt.

LG, Pusteblume

ariscona
26.01.2007, 20:20
Hallo!

Ich möchte das meine Kinder irgendwo hin gehen können, wo sie sich mir nahe fühlen. Daher möchte gerne ein Grab haben. Ob ich dann in einer Urne oder im Sarg liege ist mir egal hauptsache dort ist ein Stein mit meinem Namen drauf.
Mir fehlt etwas wo ich hin gehen kann seit dem mein Vater verstorben ist. Er wurde auf der See bestattet. Das Meer ist für mich aber kein Ort wo ich mich zurück ziehen kann um ihn Nahe zu sein. Das möchte ich meinen Kindern gerne ersparen. Ich finde man braucht einen Ort zum trauern.

Ariscona

Elbenstern
26.01.2007, 20:41
Ich kann mir nur anschließen:

Ich möchte auch auf jeden Fall verbrannt werden. Vielleicht danach auch verstreut irgendwo auf einer hübschen schweizer Bergwiese oder an der holländischen Küste.
Ich bin kein Freund von Friedhofskult.
Der Mensch, der gestorben ist, hat einen Platz in meinem Herzen. Da brauche ich keinen extra Ort für, wo ich immer wieder hingehen kann. Vielleicht sehen das meine Nachfahren ähnlich.

Alles Liebe

Inaktiver User
07.02.2007, 16:41
Elbenstern, da kann ich mich Dir auch anschliessen......der Mensch, der nicht mehr da ist, lebt in meinem Herz, in meinen Erinnerungen weiter.

Auch ich möchte verbrannt und z.B. in den Atlantik verstreut werden. Nur kein Friedhof und kein Grab.....

Mein Opi meinte damals, auf diesselbe Frage angesprochen, dass er verbrannt werden und danach in eine Eieruhr gefüllt werden wolle....dann könne er wenigstens nochwas tun......nun ist er schon seit 28 Jahren nicht mehr da. Er hatte natürlich ein Urnengrab....das half meiner Omi ein wenig bei der Trauer....sie war oft dort und sprach mit ihm.

Liebe Grüsse Schnurpsel

PS: Nehmt mir die Anekdote nicht böse....sie stimmt.

Inaktiver User
07.02.2007, 18:20
dein Opi hatte Humor, das gefällt mir!

aber trotzdem gut, dass seinem "Wunsch" nicht entsprochen wurde ;-)

Monkele
30.12.2007, 11:06
Im Zusammenhang mit dem Tod meines Onkels, seiner anonymen Beerdigung auf Mallorca und einem Gespräch mit meiner Schwägerin, aber auch mit Claudias Thread (http://www.brigitte.de/foren/showthread.html?t=75974), musste ich an diesen Strang denken. Deshalb ein Schubs.

Meine Schwägerin meinte, dass es ihr egal sei, wie sie beerdigt wird. Ihr wäre am wichtigsten, dass es den verbliebenen Lieben mit der Art ihrer Beerdigung "gut geht". Auf das Thema gekommen sind wir, weil es mir so seltsam vorkommt, wie es bei meinem Onkel ablief. Ein Anruf meiner Tante bei meiner Mutter, die dann wiederum mich informiert hat, später eine Anzeige in der örtlichen Zeitung und ansonsten nichts. Meine Mama meinte, ihr käme es vor, wie wenn er sich in Luft aufgelöst hätte und in gewisser Weise empfinde ich ähnlich und ganz ehrlich, es ist ein ziemlich komisches Gefühl. :knatsch:

Ich für mich bin mittlerweile so weit, dass ich gerne in einem Friedwald begraben werden würde. Vielleicht habe ich ja die Möglichkeit mir den Baum noch selbst auszusuchen, aber auf jeden Fall hätte ich gerne ein Namensschild an einem Baum. Mein Mann, der aus sehr rationalen Gründen (Umwelt und Co) immer verbrannt werden wollte, ist mit seiner Meinung etwas ins schwanken geraten. Was genau der Auslöser dafür war, hat er nicht gesagt.

Schön fände ich, wenn Musik gespielt würde, die für mich eine besondere Bedeutung hatte (meine Tochter wüsste da sicher das Richtige). Bei meiner Oma, die immerhin stolze 97 Jahre alt wurde, kam vom Band Musik von Enya. Eigentlich sehr schön, aber meinem Empfinden nach unpassend für die Oma. Nur zum Schluss spielten sie noch "So nimm denn meine Hände", ihr Lieblingslied, was meine Mama, meine Schwester und ich ihr noch beim letzten Besuch im Altenheim vorgesungen haben, als sie schon nicht mehr gesprochen hat. :heul:

Monkele, derzeit ziemlich nachdenklich

Inaktiver User
30.12.2007, 21:41
Ich werde mal verbrannt und gemeinsam mit Blütenblättern in der Nordsee dem Wind und den Wellen übergeben. Und ich hoffe, dass meine Lieben und meine Freunde dann Champagner trinken und fühlen, dass es mir gut geht. :liebe:

Das habe ich mit meinem ersten Testament im Alter von 37 Jahren so festgelegt, und finde es auch heute - ein paar Testamentversionen später - immer noch wohltuend.

Inaktiver User
31.12.2007, 00:15
ich habe heute - wie eigentlcih alle Jahre wieder - mal wieder das Testament aktualisiert, die Patientenverfügung neu unterschrieben... den ganzen Kram halt. Abergläubischerweise habe ich das alles bei mir, auch wenn ich auf Reisen bin.

Die Art der Bestattung ist mir eigentlich egal, aber ihc möchte schön sein. In meinem Lieblingskleid (schwarz mit Pailetten), mit schönem Make-up, Händen, Haaren udn meinen Tanzschuhen. Ich möchte nicht auf dem Rücken liegen, sondern eingerollt, wie ein Baby, weil das die einzige Art ist, wie ich schlafen kann udn mich geborgen fühle, wenn ich allein bin.

Ansonsten keine Kirche, keine Redner - jeder meiner Freunde soll etwas sagen dürfen, wenn er möchte. Und Tango will ich hören. Danach möchte ich eine richtige lange Tanzveranstaltung, wild und ausgelassen und lebendig.



Ich find's beruhigend zu wissen, was mal sein wird mit mir... umso mehr Sorge macht mir, wie's bei meinen Lieben sein wird.
Die Beerdigung meines Vaters habe ich/haben wir (meine Stiefmutter) damals beide nicht planen können, das wurde von der weiteren Verwandtschaft übernommen. Irgendwie hab ich heute nohc das Gefühl, ich hätte keinen Abschied nehmen dürfen... auch das Grab sagt mir nichts (sie hat sich offensichtlich zumindest damit arrangiert, und pflegt es liebevoll).

AIDA
31.12.2007, 06:21
Dieses Jahr verstarb meine Mutter eigentlich plötzlich und ganz schnell in meinen Armen.Zu Lebzeiten sprach sie auch von Verbrennen, da sie auch panische Angst hatte, lebendig begraben zu werden.Auf der anderen Seite hatte sie benfalls panische Angst vor Feuer und war z.Bsp.bei der Beerdigung meines Vaters eher traditionell.Neben dem derben Verlust ,unter dem ich heute noch leide, leide ich aber ebenfalls unter der Unwissenheit, ob es nun richtig war, sie verbrennen zu lassen.Ein Bruder bestätigte auf jeden Fall den Wunsch meiner Mutter zur Verbrennung.Es wurde ein Hickhack, wenn ich es so bezeichnen darf.Erst Vorbereitung zur Erdbestattung, dann doch die andere Form der Bestattung.Sie wurde neben meinem Vater beigesetzt, das war auf jeden Fall ihr Wunsch.Beruhigend war aber, dass noch einmal eine ärztliche Untersuchung vor der Verbrennung stattfand.Heute gehe ich im Gegensatz zu früher gerne zum Grab meiner Eltern und pflege es auch gerne.Zu dem Grab vor dem Tod meiner Mutter hatte ich gar keine Beziehung, aber meine Mutter legte sehr viel Wert auf den Ort.Ich habe keine Vorstellung von meiner <Bestattung, tendiere aber auch eher zur Verbrennung.Eigentlich ist es mir egal, aber meinen Angehörigen zu Liebe, erwähnte ich den Wunsch zur Verbrennung.Ich bin nicht besonders gläubig,sodaß ich auch nicht an ein weires Leben glaube.Aber die Vorstellung, dass dann gar nichts mehr ist, beruhigt mich im Gegensatz zu anderen.Keine Sorgen mehr und einDasein oder Nichtdasein wie vor der Geburt empfinde ich nicht als schlimm..

wolfsmond
31.12.2007, 08:48
Ich möchte auf alle Fälle verbrannt werden. Meine Urne soll neben der meines Mannes beerdigt werden.
Eine genaue Vorstellung wegen der Trauerfeier habe ich nicht. Meine Tochter kennt mich und meinem Musikgeschmack allerdings gut genug, um alles in meinem Sinn zu gestalten.

Eine anschließende "Feier" mit Kaffee, Kuchen und Schnittchen wird auf alle Fälle nicht stattfinden. Das finde ich sowas von daneben und einfach nur schrecklich für die nahen Angehörigen.

Zur Urnenbeisetzung sollen nur die engsten Freunde und die Familie (mit der zu Lebzeiten Kontakt bestand) dabei sein.

wolfsmond

Ajana
29.01.2008, 21:28
Hallo,

ich würde am liebsten verbrannt und dann am Nordsee-Strand in den Wind gestreut werden. Da das in Deutschland nicht möglich ist, wünsche ich mir eine Seebestattung. Als Musik hätte ich gerne "Westerland" in der Queenbee-Version.:freches grinsen:

Keine Beerdigung, kein Leichenschmaus und kein armer Verwandter, der sich um ein Grab kümmern muß!!!

Haferflocke
30.01.2008, 07:22
Ich möchte verbrannt werden und dass meine Urne in einen Friedwald kommt.
Ich mag die Vorstellung von Friedhof nicht. Friedhof, das ist so eng, unfrei.
Wald, das gefällt mir. Man kann einfach darin herumlaufen, lachen, weinen. Ist so ein Grab mit dem eingravierten Namen im Grabstein nicht auch irgendwie eine schreckliche Bürde für die, die noch zurückbleiben müssen? Nicht wegen des Pflegens....
Es muss kein Grabstein an mich erinnern, ich bin so in der Erinnerung der Menschen, oder eben nicht.
Und für die Trauerfeier? Keine Ahnung. Es soll mir nur keiner einen Gott andichten, den ich nicht habe....

petcemetary
30.01.2008, 13:04
auf die frage kann es nur eine antwort geben: spät!

amaruschka
30.01.2008, 18:03
Das bezieht sich dann aber eher auf die Frage: Wann...
Das Wie zieht doch etwas andere Überlegungen nach sich. Und in der Regel gibt es auf die meisten Fragen im Leben nicht nur eine Antwort.
Gruß
Amaruschka