PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Vorteile bei Verkauf mit Makler?



orangenstein
18.03.2011, 11:58
Habt Ihr Erfahrungen beim Wohnungsverkauf durch einen Makler?

Welche Vorteile bringt das?

Wie hoch sind i. R. die Gebühren? Immer 3,5 % für Käufer und 3,5 % für Verkäufer?

Kann man auch hier potentielle Käufer aus bestimmten Gründen ablehnen bzw. von vornherein ausschließen, oder muss aufgrund Maklervertrag jeder genommen werden, der am meisten bietet?

Auf was ist bei der Maklerwahl zu achten?

Viele Fragen, hoffe Ihr habt Antworten.
Vielen Dank schon mal im Voraus.

SabineJo
20.03.2011, 17:03
Hallo Orangenstein,

mein Liebster hatte sein Haus (zusammen mit ExFrau) über einen Makler verkaufen wollen. Es kamen wenig Interessenten und oft ging es noch vor der ersten Besichtigung ans Verhandeln. Am Ende kam heraus, dass der Makler die pot. Käufer vorher beiseite nahm und etwas von 'Scheidungshaus, und die müssen verkaufen - Sie bekommen das Haus natürlich deutlich günstiger' faselte. Was natürlich ganz und gar nicht stimmte. Der Vertrag mit dem Makler lief zum Glück nur ein halbes Jahr, danach haben wir es in Eigenregie verkauf: Inserate in der gängigen Portalen und ein großes Schild an der Straße, welches dann bald den gewünschen Erfolg brachte. Der Verkauf lief dann natürlich über einen Notar.

Unser Haus haben wir über ein Makler-Angebot gefunden und gekauft, natürlich wieder mit Notar. Völlig problemlos. Beides geht also.

Der Aufwand des Verkaufens in Eigenregie war nicht höher. Dazu muss ich aber sagen, dass der Makler nie einen Schlüssel hatte und einer von uns immer bei den Terminen anwesend war. Die Kosten trägt soweit ich es weiß immer der Käufer.

Sollte ich noch einmal verkaufen würde ich es wohl zuerst ohne Makler versuchen.

Viel Erfolg!

Sabine

Opelius
20.03.2011, 19:01
die Frage nach der Courtage wird auf dieser Seite ganz gut erläutert:
immobilienmakler-beruf.de/immobilienmakler-provision-courtage (ich mache keinen Link, weil das sicherlich mit Werbung ist)
Daraus geht hervor, dass es zwei Möglichkeiten der Courtage gibt: Je zur Hälfte Käufer und Verkäufer oder eben nur Käufer allein. Das kann man vertraglich veinbaren, wenn man einen Makler beauftragt.

Und Zitat aus einem anderen Forum :

Da ich selbst Maklerin bin, kann ich dir wohl recht gut Auskunft geben.
Leider weiß ich nicht, wie euer Vertrag aussieht.
Habt ihr eine sogenannte Individualklausel in den Vertrag aufgenommen, die besagt, dass der Makler auch dann Provision erhält, wenn er den Käufer nicht vermittelt hat?

Diese Klausel MUSS aber eben individuell geschrieben sein, nicht in einem Vordruck. Sie darf auch nicht bei mehreren Kunden gleich vereinbart werden.

Grundsätzlich hat jeder Eigentümer das Recht, seine Immobilie auch durch einen privaten Kontakt zu verkaufen, ohne dass der Makler dann eine Provision erhält. Außer wenn eben eine RECHTSWIRKSAME Klausel vereinbart wurde.

Das steht zwar fast in keinem Vertrag, ist aber gesetzliches Recht.

Vertragsabhängig könnten jedoch die Auslagen auf Nachweis geltend gemacht werden. Aber auch dieser Betrag kann nicht irre hoch angesetzt werden. Es gibt da eine gesetzliche Höchstgrenze. Den Höchstbetrag weiß ich leider gerade nicht, denn ich hatte diesen Fall noch nicht.

Wer nicht ertragen kann, wenn Dutzende von Interessenten durch das Haus latschen und alles bemäkeln, was einem ja lieb und vor allem teuer ist, sollte einen Makler beauftragen und ihm einen Schlüssel geben. Wer das aushalten kann, braucht keinen und sollte viel Zeit für Besichtigungen investieren.
In anderen Forumbeiträgen ist das schon mehrfach erwähnt worden: das Hauptkriterium für einen erfolgreichen Hausverkauf ist ganz einfach: gute Lage, gute Lage, gute Lage. Die Dinge, die man vielleicht ganz toll an seinem Haus findet, interessieren den potientiellen Käufer kaum.

orangenstein
21.03.2011, 12:50
Vielen Dank für Eure Antworten.

Ich denke mal, dass die Wohnung schon viele Interessenten erst mal anziehen wird. Es steht aber eine Sanierung an, die noch nicht konkret beziffert ist, und hier wird es wahrscheinlich dann ziemlich anstrengend sein zu verhandeln.

Der Aufwand, die Fotos zu machen und einen Text ins Immoscout zu stellen, finde ich nicht schlimm.

Ich habe eher Bedenken, wenn ein Interessent zusagt, wie man dann vorgeht, z. B. wie man feststellt, ob er auch wirklich zahlungsfähig ist. Was nimmt man in den Vorvertrag/Vereinbarung, bevor man zum Notar geht. Wie werden Schäden formuliert, so dass hinterher keine Klagen mehr kommen können usw. Das wäre das eigentlich Interressante für mich, was ein Makler zu tätigen hätte.

Also was geschieht, wenn Käufer Kaufabsicht bekundet.

Inaktiver User
21.03.2011, 23:17
Ich habe eher Bedenken, wenn ein Interessent zusagt, wie man dann vorgeht, z. B. wie man feststellt, ob er auch wirklich zahlungsfähig ist. Was nimmt man in den Vorvertrag/Vereinbarung, bevor man zum Notar geht. Wie werden Schäden formuliert, so dass hinterher keine Klagen mehr kommen können usw. Das wäre das eigentlich Interressante für mich, was ein Makler zu tätigen hätte.

Also was geschieht, wenn Käufer Kaufabsicht bekundet.

Also was die Vertragsdinge angeht hatten wir die Erfahrung von unserem eigenen Hauskauf (ohne Makler) und einen verlässlichen Notar an der Hand, so dass wir uns da sicher waren, dass wir das auch ohne Makler hinkriegen (ob das vielleicht etwas naiv war kann ich so im Nachhinein natürlich nicht sagen :freches grinsen:).

Allerdings haben wir schließlich doch mit Makler verkauft. Ein Vorteil war, dass der Makler letztendlich einen höheren Preis erzielt hat. Da zeigte sich wohl einfach die Erfahrung. Zudem konnte er recht gut mit den zum Teil etwas schwierigen Käufern umgehen, die ganz viele Fragen hatten.

Ich denke, bei einem nicht so begehrten Objekt kann ein Verkauf ohne Makler einfach ein entscheidender Wettbewerbsvorteil sein.
Aber wenn du vermutest, dass es viele Interessenten gibt, aber die Preisverhandlungen schwierig werden, ist vielleicht ein Makler die angenehmere Variante. Gerade wenn irgendetwas nicht so richtig klappt oder Schwierigkeiten auftreten ist ein guter Makler eine ganz angenehme Unterstützung.

Die Courtage zahlt hier in Hamburg üblicherweise der Käufer.

Fender
22.03.2011, 14:26
Da ich (als Immobiliensuchender) persönlich noch keinen einzigen Makler getroffen habe, der sein Geld, vornehm mit Courtage umschrieben, wert gewesen wäre, bin ich dazu übergegangen, bei der Immobiliensuche Angebote von Maklern unbeachtet zu lassen.
Unsere Immobilie haben wir auch so gefunden.

Inaktiver User
23.03.2011, 10:22
Da ich (als Immobiliensuchender) persönlich noch keinen einzigen Makler getroffen habe, der sein Geld, vornehm mit Courtage umschrieben, wert gewesen wäre, bin ich dazu übergegangen, bei der Immobiliensuche Angebote von Maklern unbeachtet zu lassen.
Unsere Immobilie haben wir auch so gefunden.

Dito.
Die machen nämlich - nichts. Makler suchen nicht etwa "aktiv" nach Käufern/ Immobilien, sondern reagieren auch nur auf Anzeigen bzw. Anrufe, die bei ihnen eingehen. Allenfalls geben sie mal ne Verkaufsanzeige auf.
(jedenfalls in Deutschland, in anderen Ländern läuft das oft anders)

Kyoto
23.03.2011, 10:35
unser Haus haben wir im Internet (ohne Makler-Courtage) gefunden.

Vorher waren meine negativen Erfahrungen massig.
Nur ein Beispiel (damals kam noch wine Wohnung in Frage)
ich: ruhig,Garten,Garage
Maklerin: 5. Stock extreme Hauptverkehrsstraße mitten in der Großstadt, (kein Garten,keine Garage)

Ätzend!
Eingehen auf unsere Wünsche: Nope!
Mal von den Hinterhofmaklern abgesehen.

Allerdings haben wir auch mit privaten Verkäufern so einiges erlebt: Ungeteilte Grundstücke, kein Zugang zu Haus (außer durch Eigner-Grundstück) nur mit Schubkarre u.Ä.
Aber dies ist OT!

Meine Schwägerin macht in Dänemark mit ihrer Maklerin auch nur negative Erfahrungen (Nur keinen Exklusiv-Vertrag!!!)
Nochwas: Unser Nachbarhaus in einer ruhigen Strasse ohne Durchgangsverkehr ging ohne Anzeige nur mit Schild innerhalb von 2 Wochen weg!