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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Stammzellenspende vs. Nabelschnur auspulsieren lassen



beaver
25.02.2011, 18:44
Hallo,

ist zwar noch etwas früh, aber ich mach mir gerade so meine Gedanken zur Geburtsplanung.

Grundsätzlich besteht in unserem KH die Möglichkeit, das Nabelschnurblut zu spenden, so dass die darin enthaltenen Stammzellen z.B. zur Therapie für Leukämie verwendet wird. - Ich rede also jetzt nicht von der (umstrittenen) kostenpflichtigen Einlagerung für den potentiellen Eigenbedarf sondern wirklich von der Spende.

Andererseits habe ich von den Vorteilen gelesen, die es für das eigene Baby hat, wenn man die Nabelschnur auspulsieren lässt. Ich hab das noch nicht ganz durchblickt, aber UNICEF schreibt von besseren Eisenwerten auch langfristig, wenn man auspulsieren lässt.

Ich bin nicht ganz sicher, ob das eine das andere völlig ausschließt, vielleicht weiß das jemand von Euch? Aber falls ja, wie gewichtet Ihr beides gegeneinander?

(so in etwas hab ich schon eine Meinung, aber ich mag gern erst mal Eure hören - und natürlich auch gerne weitere Fakten zum Thema...)

Finchen73
25.02.2011, 21:44
Ich würde einfach mal bei der DKMS anfragen, ob das Auspulsieren gegen eine Nabelschnurblutspende spricht. Die sind online sehr auf zack, wenn Du da per Email nachfragst bekommst Du sicher schnell eine Antwort.

Da meine zwei jüngeren Jungs im Geburtshaus geboren sind, habe ich nicht spenden können (da war mir Geburtshaus doch bedeutend wichtiger), wäre aber aus irgendwelchen Gründen eine Klinikgeburt nötig gewesen hätte ich auf jeden Fall gespendet. Ich habe beruflich mit Knochenmarkstransplantationen zu tun und finde es immer toll, wenn ich sehe, wie gut die Nabelschnurblutspenden funktionieren.

berlinerin73
26.02.2011, 01:07
Ich hatte mich vor der Geburt für die Spende entschieden, da mir keiner so recht die Vorteile des Auspulsierens erklären konnte. Die Vorteile der Spende liegen auf der Hand, hier kann man womöglich Menschenleben retten... Letztendlich wäre bei der Geburt meiner Tochter das Auspulsieren sowieso nicht möglich gewesen. Sie kam mit Hilfe der Saugglocke zur Welt, wurde sofort abgenabelt und dem Kinderarzt übergeben, der sie gleich mit zur Untersuchung ins Nebenzimmer nahm. Erst danach wurde sie mir auf den Bauch gelegt. Ich habe später die Hebamme gefragt, ob man denn, obwohl alles so schnell gehen mußte, Blut für die Spende gewonnen hat, und sie sagte „ja“. Letztendlich bin ich froh, daß ich mich schon vorher schon für die Spende entschieden hatte.

beaver
26.02.2011, 20:30
Danke, Fienchen und Berlinerin!

Berlinerin, die Vorteile vom auspulsieren lassen seh ich schon und find sie einleuchtend (sanfter, nicht so abrupt, Eisenspeicher soll besser gewährleistet sein), aber ich bin mir unsicher, wie gravierend / relevant das ist. Vor allem eben im Vergleich zu dem, was du schreibst, wenn man mit ner Spende einem Kranken WIRKLICH helfen kann...

Find's grad ein bissel schade, dass sich sonst niemand äußert. Ist das Thema zu abgefahren oder mag sich da wirklich niemand Gedanken drüber machen?

Hoppypoppy
26.02.2011, 20:40
Nein, deine Frage ist nicht absurd.
Allerdings habe und werde ich in einer Klinik entbinden, die nicht mit der DKMS zusammenarbeitet und daher ist es wohl erstmal nicht ohne weiteres möglich, das Blut zu spenden.
Dann kommt dazu, dass ich gesundheitlich nicht unvorbelastet bin und schon nicht typisiert werden durft oder Blut spenden darf.
Bei Alex war es letzendlich ein NotKS und ich bezweifle, dass da noch Zeit für die Spende gewesen wäre.
Wäre meine Klinik aber ein Klinik, die mit der DKMS zusammenarbeitet, hätte ich es angeboten, denn bei Alex habe ich gesehen, dass er keine Nachteile durch die nicht auspulsierte Nabelschnur hatte.

beaver
26.02.2011, 20:46
Danke, hoppypoppy! Da ist dir die Entscheidung sozusagen abgenommen worden...

Letzteres Argument, dass es unserer 'großen' tochter ja auch nicht geschadet hat, denk ich mir auch, andererseits hat man nun auch keinen Vergleich, wie es anders gewesen wäre...

Tasmanina
26.02.2011, 21:27
beaver, ich denke einfach, daß ist eine sehr persönliche entscheidung. wie groß ist der "gutmensch"- anteil in euch?

wie sehr "glaubt" ihr an einen vorteil des auspulsieren lassens?

wirklche fakten gibt es da glaube ich gar nicht, oder?

sprich,du müsstest da bauchgefühl gegenüber "moral" stellen.


ich würde wohl versuchen, mich richtig schlau zu machen, was die vorteile des auspulsieren- lassens angeht. und- ganz ehrlich- wäre für mich klar, daß es ein definitiver vorteil für mein baby ist, dann würde ich diesen weg gehen, ja. weil mein baby mir dann einfach näher ist.


wenn diese entscheidung allerdings zu sehr mit meine überzeugung, was die spende angeht, kollidieren würde, würde ich ein gespräch mit dem kh, wo du entbindest suchen, um rauszukriegen, ob es so eine art kompromiss gibt. damit wäre ich persönlich wohl am ehesten zufrieden. :freches grinsen:

also, ob man spenden kann, wenn man die nabelschnur noch etwas länger pulsieren lässt. (ich habe keine ahnung, ob das überhaupt geht, kriegt man aber vielleicht schon vorher durch herrn google raus.)


hmmm, schwierig. mir persönlich fehlen richtige fakten, um entscheiden zu können, ich lamentiere jetzt nur so vor mich hin, bringt dir auch nix, ich weiß. :peinlich::freches grinsen:

wohin tendierst du denn?

beaver
26.02.2011, 22:05
Doch, Tasmanina, hilft mir irgendwie schon! :blumengabe:

Also je nach Quelle gibt es einen Kompromiss oder eben nicht. Das hängt wohl vom Arzt / KH ab. Eine vorgeschlagenen Option, die ich ganz gut finde, ist, den Kompromiss zu wählen und aber mit Arzt eine Priorität vereinbaren, also falls beides nicht geht lieber auspulsieren lassen oder eben lieber die Spende. Aber ich muss eh erst mal sehen, was mein FA (Belegarzt) überhaupt dazu meint.

Klar ist das eine sehr persönliche Entscheidung, mich interessiert einfach, wie andere entscheiden würden oder entschieden haben und natürlich auf welchen Grundlagen.

Inaktiver User
26.02.2011, 22:15
Beaver, auch ich denke verstärkt über dieses Thema nach. Auch in meiner Klinik haben Sie mir angeboten, das Nabelschnurblut zu spenden.

An sich bin ich dafür, denn ich war auch jahrelang Blut spenden (wenn man das so vergleichen kann).
Meine einzige "Angst" ist bisher nur, ob durch den Vorgang der Abnahme des Blutes "unsere Geburt" irgendwie gestört werden könnte. Soweit ich aber gelesen habe, merken wir das im Grunde gar nicht und es geht alles recht schnell.

Wir werden also spenden. Es sei denn, ich entscheide mich spontan für eine Wassergeburt :smirksmile:, denn dann ist eine Spende nicht möglich.

Halte uns mal auf dem Laufenden, wie Du Dich letztendlich entscheidest.

bambu
26.02.2011, 22:19
Hallo beaver,
viele Erläuterungen kann ich Dir auch nicht dazu geben, aber ich fand es eine wunderbare Gelegenheit, Stammzellen zu spenden. Das mit dem Auspulsieren habe ich auch im Vorfeld gelesen, aber die Erklärungen haben mich nicht sooo sehr überzeugt. So habe ich die Chance, einem Menschen mit dem Nabelschnurblut vielleicht das Leben zu retten, vorgezogen. Ich habe es als nicht unangenehm empfunden, dass meine erste Tochter recht schnell abgenabelt wurde, so mit einem Auge habe ich auch gesehen, wie sie das Blut entnommen haben, fand ich nicht schlimm und es war auch überhaupt nicht hektisch oder so. Hatte die Kleine sehr schnell auf dem Bauch liegen und es hat ihr glaube ich nicht geschadet :smirksmile:
Werde das, wenn möglich, bei der in Kürze anstehenden zweiten Geburt auch wieder machen.

Du hast Dich ja schon recht kundig gemacht. Würde auch noch mit dem Belegarzt sprechen. Aber such auch nicht zu viele Fakten oder Meinungen, das bringt einen irgendwann ja nur noch durcheinander.

Gute Entscheidungsfindung :smile:,
lg bambu

beaver
26.02.2011, 22:26
Es sei denn, ich entscheide mich spontan für eine Wassergeburt :smirksmile:, denn dann ist eine Spende nicht möglich.


OHHH, guter Punkt, danke, das ist nämlich durchaus auch im Gespräch... Das wusste ich nun nicht, dass dann die Spende nicht möglich ist.


Und klar halt ich euch auf dem Laufenden :smirksmile:

Nijntje74
26.02.2011, 22:43
Ich habe die Nabelschnurblutspende für eine gute Idee gehalten (zumal ein Bekannter über eine Ecke mit den Zellen arbeitet/forscht und ich weiss, wie sehr sie auf Spenden angewiesen sind). Ich habe mich auch mit dem Auspulsieren beschäftigt, aber mir schienen die Vorteile nicht so klar. Aber für wie überzeugend man das findet, kann einem natürlich niemand anders sagen, insofern ist das müssig zu erwähnen.

Letztendlich gab es bei mir weder das eine noch das andere - wegen Saugglockengeburt etc. wäre wie bei einer meiner Vorschreiberinnen (sorry, habe vergessen wer's war) das Auspulsieren sowieso nicht gegangen. Spenden ging dann auch nicht, denn just am Tag zuvor, als ich die Papiere bei meinem letzten Arztermin ausfüllen wollte, bekam ich auch den positiven Strep B - Befund. In dem Fall geht (zumindest an meinem KKH) das Spenden nicht...

So viele Gedanken für nix :smirksmile:

Ich hoffe aber, dass du einen Kompromiss findest (der Arzt/Hebamme dir eine entsprechende Lösung anbieten) oder eine klare Entscheidung mit der du happy bist :smile:

EllaBleu
26.02.2011, 23:35
Hallo Beaver,

wir haben uns von Anfang an für die Nabelschnurblutspende entschieden. Mir konnte auch keiner überzeugende Argumente für das Auspulsieren liefern. Nabelschnurblut einlagern wollte ich nicht, weil sehr teuer und geringe Wahrscheinlichkeit, es eines Tages zu nutzen. Für Klinikmüll war es mir aber zu wertvoll - also lag die Spende nahe.

Letztlich war ich von der Geburt so geflasht, dass ich die Abnabelung überhaupt nicht mitbekommen habe. Mir wurde das Baby sofort auf den Bauch gelegt, daran erinnere ich mich. Auch dunkel daran, dass mein Freund die Nabelschnur durchgeschnitten hat. Alles andere war in dem Moment unwichtig :liebe:. Die frühe Abnabelung und Blutentnahme hat den innigen Moment nach der Geburt überhaupt nicht gestört. Wesentlich störender fand ich, als die Ärztin meinen Dammriss genäht hat... :pfeifend::knatsch:

Ich hab unsere Entscheidung zur Spende keinen Moment bereut, und sollte es eine Nr. 2 geben, würde ich es wieder spenden.

Ich wünsche Dir eine schöne, komplikationslose Geburt :blumengabe:

Solenne
27.02.2011, 08:38
Dann oute ich mich jetzt mal :smirksmile: Ich würde mich für das Auspulsieren lassen entscheiden. Soweit ich gelesen habe, wird das Baby mit dem Durchtrennen der Nabelschnur gezwungen, von jetzt auf gleich zu atmen, bekommt ganz plötzlich keinen Sauerstoff mehr. Wenn man die Nabelschnur auspulsieren lässt, ist der Übergang sanfter, das Baby kann langsam anfangen zu atmen.
Wie einleuchtend man das nun finden mag, oder ob es für einen in die Kategorie "überbemuttern" fällt, muss wohl jeder selber wissen.
Ich bin allgemein für eine möglichst natürliche Geburt, werde wenn ich darf im Geburtshaus entbinden (beim 1. Mal wurde aus der geplanten Hausgeburt ein Kaiserschnitt, deshalb entscheidet sich erst kurz vorher, ob es vermutlich spontan klappt und ich ins Geburtshaus kann - ich will auch kein unnötiges Risiko eingehen, bevor mir das hier jemand vorhalten will :smirksmile:). Und da gehört für mich neben gedämpftem Licht, möglichst wenigen Anwesenden und einer gemütlichen Umgebung eben auch das Auspulsieren dazu. Eben eine möglichst natürliche, sanfte Geburt.
Blutspenden gehe ich übrigens auch (wenn ich nicht gerade schwanger bin oder stille), ich denke über einen Organspendeausweis nach (bzw. ich muss mal meinen Arsch hoch kriegen und mir einen ausstellen lassen).. aber mein Baby geht für mich vor, und mich überzeugen die Argumente für die sanfte Geburt. Aber wie gesagt: das ist, wie vieles andere auch, Geschmacksache!

Stella_76
28.02.2011, 10:32
öhm...

*Hebammen-Modus an*
Das Auspulsieren der Nabelschnur ist so eine Sache.
Persönlich habe ich nie so lange gewartet - auch in der Ausbildung war die Meinung eher "nein danke". Auch von meinen Kolleginnen (allerdings: Krankenhaus-Hebammen) wurde das nicht praktiziert.

Punkt ist, daß es bis zum Auspulsieren verdammt lange dauert. Das Argument mit dem "das Kind ist nicht gezwungen, selbst zu atmen, solange die Nabelschnur noch pulst" ist schon korrekt, ja. Aber wir reden hier doch von bis zu 10 Minuten. So lange schaut niemand dem Kind entspannt zu, ob es nicht vieleicht doch mal anfangen will, nach Luft zu schnappen.
Ok, manche Kinder überlegen es sich bis zu (ca.) 30 Sekunden, atmen dann aber spontan (mit oder ohne "Urschrei"). Wenn das Kind nach ner Minute noch nicht geatmet hat, wird es normalerweise sanft "überredet" (durch vorsichtiges Trockenrubbeln, das reicht meist).
Da pulst die Nabelschnur noch fröhlich.

Die Nachteile des Auspulsieren-Lassens hängen davon ab, wie das Kind liegt (klingt blöd, aber die Schwerkraft tut ihr Ding):
Oberhalb des Plazenta-Niveaus (Sprich: Kind liegt auf dem Bauch der Mutter) wird im Rahmen des Auspulsierens die kindliche Blutmenge potentiell reduziert (was früher bei Zwillingen mit fetofetalem Transfusionssyndrom durchaus positiv sein konnte). Damit will ich nicht sagen, daß das Kind innerhalb von Minuten "leer läuft", sondern nur daß die Zahl der Blutzellen im kindlichen Organismus aufgrund der Plazentalösung (die das Ende des Pulsierens der Nabelschnur bedeutet) reduziert wird.
Liegt das Kind unterhalb des Plazenta-Niveaus, kann dies bewirken, daß im kindlichen Organismus mehr Blutzellen vorhanden sind, da ein Teil der kindlichen Blutmenge, die in Nabelschnur und Plazenta zirkulieren, ins Kind reinlaufen. Das kann (wieder die Zwillinge - diesmal der Donator) positiv sein, aber auch gravierende Nachteile haben, da nach der Geburt der kindliche Organismus anfängt, die roten Blutkörperchen komplett auszutauschen. Und je mehr davon da sind, desto mehr Abbauprodukte derselben sammeln sich im Kind an (Stichwort: Neugeborenengelbsucht).

=> Schlussendlich ist es eine persönliche Entscheidung, dennoch wird im seltensten Fall mit dem Abnabeln tatsächlich bis zum Auspulsieren der Nabelschnur gewartet...


*Hebammenmodus aus*


VG,


Stella

Hoppypoppy
28.02.2011, 12:18
Solenne, einen Organspendeausweis mußt du dir nicht ausstellen lassen, den kannst du im Inet selbst ausdrucken und dann ausfüllen.
Und am besten deinen nahen Angehörigen sagen, dass du Organspender bist und sie das bitte auch so für den Fall der Fälle weitergeben sollen.

Link zum Organspendeausweis (http://www.organspendeausweis.org/)

Ich hoffe, die Verlinkung geht klar?

Inaktiver User
28.02.2011, 12:33
Spenden finde ich auf jeden Fall sinnvoller!

Früher wurde da auch nie so ein Aufstand gemacht - Nabelschnur durch und gut ist. Ich hatte nie Probleme mit meinem Eisenhaushalt.

Und im Krankenhaus - ich bin eine Hausgeburt - ist doch nie viel Zeit um "in Ruhe" etwas zu machen.

Mit der Spende kannst du Leben retten - das hätte für mich Priorität!

Laborschnecke
28.02.2011, 12:35
Also, ich hatte da auch nie die Wahl, da ich beide Kinder im Geburtshaus bekommen habe. Mein großer Sohn hing dann auch recht lange an mir dran, weil er zwar atmete, aber eben recht angestrengt, er hatte unter der Wassergeburt wohl auch ein bißchen Wasser eingeatmet. Er war erst einmal blitzeblau, was sich aber vor dem Abnabeln ohne Probleme gegeben hat. Den ersten richtigen Schrei hat er erst von sich gegeben, als die Nabelschnur kurz vor dem Auspulsieren war.
Die zweite Geburt war insgesamt sehr schnell und der Kleine fing auch sofort an, laut zu schreien. Bis zum Abnabeln hat es bei ihm deutlich weniger lang gedauert.

beaver
Zu Deiner eigentlichen Frage:
Eine Freundin hat nach der Geburt des zweiten Kindes auch Stammzellen einlagern lassen wollen. Die Nabelschnur hat man auspulsieren lassen. Im Vergleich zur Menge des Blutes, das nach der Geburt ihres ersten Kindes eingelagert werden konnte, war die Sache wohl nicht gar so ergiebig.
Aber es ging!
Das ist vielleicht ein bißchen Glückssache.

Warum geht das Spenden nicht nach Wassergeburt?

beaver
28.02.2011, 20:42
Vielen Dank erst mal an alle, die ihre Einschätzung und ihre Erfahrungen eingebracht haben!

Stella, deine Erfahrung hat mein Gyn gerade eben beim Termin bestätigt. Er hat wohl jahrelang auspulsieren lassen (laut seiner Erfahrung allerdings 5 Minuten nur, was ich so von anderen lese ist das wohl eher 15-40 Minuten, oder?) und hat dann aber von der Kinderärztin die Rückmeldung bekommen, dass von ihm entbundene Kinder eher an Gelbsucht leiden als die von Kollegen entbundenen (die direkt abnabelten).

Nun ja, das ist der Erfahrungswert eines Arztes, dem mag man Glauben schenken oder nicht. Ich hab zwar schon etwas Zweifel, aber so ganz unlogisch erscheint mir das nicht mit der Blutmenge und dem Vorgehen wie Stella es beschrieben hat. Ich lese zwar öfter, dass das mit der Gelbsucht veraltet sei und neuere Studien zeigen, dass es eben keinen Zusammenhang gibt, aber diese Studien scheinen mir auch eher aus nem bestimmten Eck zu kommen... Also steht da mal wieder eines gegen's andere.

Dharma, naja, das 'früher wurde auch kein Zirkus darum gemacht'- Argument ist halt ein Totschlag-Argument. FRÜHER gab's auch mal ne Tracht Prügel, die ja angeblich auch keinem geschadet hat, brauchte man keine Kindersitze und keine Gurte im Auto und trotzdem haben wir das überlebt, wurde Kindern schon mal Wein oder Bier in's Fläschchen gemischt und achteten schwangere Frauen nicht besonders auf Ernährung und kippten auch mal ein Gläschen Alk... Die Zeiten ändern sich nun mal, die Informationen auch, und ich möchte schon informierte Entscheidungen treffen, die dem heutigen Stand halbwegs entsprechen.

Laborschnecke, mein Dok meinte heute, dass die Spende meist sogar besser klappt bei ner Wassergeburt. Scheint also auch von KH zu KH verschieden gehandhabt werden....

Also im Moment sieht es für mich so aus, dass ich wohl eher zur Spende tendiere. Wäre ich mir 100% über den Nutzen und die Vorteile des Auspulsieren Lassens sicher, dann müsste ich abwägen zwischen dem Wohl meines Kindes und dem Wohl eines Patienten, dem mit ner Spende evtl. geholfen werden könnte. Selbst dann fände ich es schwierig, dem Kranken zu sagen, dass dafür aber mein Kind nen viel schöneren Start in's Leben hatte und keine Probleme mit Eisenwerten haben wird, während er an seiner Krankheit dann halt sterben wird. Ist jetzt etwas plakativ und billig gegenüber gestellt, denn klar kann jeder auch nach der Geburt Stammzellen spenden / sich typisieren lassen usw....
Jedenfalls kann ich aber im Moment noch nicht mal sicher sagen, ob es für das Kind tatsächlich so toll ist und so von Vorteil ist, so dass das Argument evtl. einem Kranken entscheidend helfen zu können, IM MOMENT für mich schwerer wiegt...

beaver
10.06.2011, 20:39
Update:

Kind ist nun geboren, wir hatten eine tolle Wassergeburt und haben trotzdem Nabelstrangblut gespendet. Allerdings kam diese Woche bereits ein Brief, dass nicht genug Blut gewonnen wurde für eine Weiterverwendung... Tja, das ist natürlich etwas enttäuschend. Da wollten wir bereits zum zweiten Mal etwas Gutes tun und nie klappt's so richtig. Aber das kann man ja leider vorher nicht wissen.

Halina
10.06.2011, 20:50
Herzlichen Glückwunsch! Ich hoffe, Euch geht es gut?!



Kind ist nun geboren, wir hatten eine tolle Wassergeburt und haben trotzdem Nabelstrangblut gespendet. Allerdings kam diese Woche bereits ein Brief, dass nicht genug Blut gewonnen wurde für eine Weiterverwendung... Tja, das ist natürlich etwas enttäuschend. Da wollten wir bereits zum zweiten Mal etwas Gutes tun und nie klappt's so richtig. Aber das kann man ja leider vorher nicht wissen.
Das ist ja blöd. Uns haben sie noch im Kreißsaal gesagt, dass 10 ml zu wenig zusammengekommen sind. :knatsch: Ich fands trotzdem gut - Ärztin und Hebamme waren nämlich so mit der Spende beschäftigt, dass ich meine Tochter sofort erst mal ganz für mich allein hatte - noch bevor irgendjemand anderes sie angerührt hat. :smile:

beaver
10.06.2011, 22:16
Dankeschön, Halina!

Babylein hatten wir sowieso für uns, sie wurde tatsächlich sogar erst nach dem ersten Besuch gewogen und gemessen! Geburtsplan sei Dank ;)

Ich bereue unsere Entscheidung trotzdem nicht, würde es wieder so machen, auch wenn es letztlich nicht gereicht hat und faktisch keinem Menschen geholfen werden konnte...