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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit



MoinGemeinde
16.02.2011, 22:17
Wie ich dich liebe? Laß mich zählen wie.
Ich liebe dich so tief, so hoch, so weit,
als meine Seele blindlings reicht, wenn sie
ihr Dasein abfühlt und die Ewigkeit.

Ich liebe dich bis zu dem stillsten Stand,
den jeder Tag erreicht im Lampenschein
oder in Sonne. Frei, im Recht, und rein
wie jene, die vom Ruhm sich abgewandt.

Mit aller Leidenschaft der Leidenszeit
und mit der Kindheit Kraft, die fort war, seit
ich meine Heiligen nicht mehr geliebt.

Mit allem Lächeln, aller Tränennot
und allem Atem. Und wenn Gott es giebt,
will ich dich besser lieben nach dem Tod.

Rainer Maria Rilke, 1908 (Übersetzung)

Entweder man schreibt ^so über das Verlieben


oder


man schreibt den Artikel:

"Sich verlieben - Gesetze des Kennenlernens", der zur Zeit auf brigitte.de angezeigt wird.


Ich fand den Artikel unheimlich zynisch.
Allein der Titel: "Gesetze" des Kennenlernens.
Das Ganze liest sich wie ein Forschungsbericht über die Wahrscheinlichkeit von Geisteskrankheiten bei bestimmten Essgewohnheiten.
Oder die Bilanz, wie erfolgreich sich ein Duschgel verkauft und zu welchem Preis.

Ich finds gruselig.


Und ihr?


Moin

Inaktiver User
18.02.2011, 15:22
...

MoinGemeinde
18.02.2011, 15:49
Hallo Liebe,
.....

Nein danke.


Kann mal jemand auf meinen Beitrag antworten?



:knatsch:

Inaktiver User
18.02.2011, 16:04
Hallo MoinGemeinde,

da fühle ich mit dir!

Gruselig finde ich das auch, habe aber auch Verständnis.
Die rationale Herangehensweise scheint mir ein Zeichen der Zeit zu sein.
Ich würde auch "kennenlernen" und "sich verlieben" getrennt sehen.
Der erste kannst du planen, das zweite hat auch heute noch einem magischen Faktor, für mich zumindest. Wo die Liebe hinfällt...

Ausserdem mag ich Rilke! :blumengabe:

skirbifax
18.02.2011, 16:12
Ich habe den Artikel (http://www.brigitte.de/liebe-sex/singles/sich-verlieben-560563/8.html)verlinkt.

Wenn man das so liest, ist es natürlich gruselig, weil jede Romantik flöten geht. Grundsätzlich wird es so oder so ähnlich funktionieren. Unser Körper funktioniert auch nach bestimmten Gesetzmäßigkeiten.

Inaktiver User
18.02.2011, 16:14
Bei mir hat - zu Glück und Leid - auch immer etwas Irrationales mitgespielt bei der Liebe.
Ich wollte das nicht missen.

skirbifax
18.02.2011, 16:14
Ausserdem mag ich Rilke! :blumengabe:

Ich auch. Ich liebe auch hin und wieder Filme und Bücher mit einem gewissen Schmalzfaktor. Ich weiß allerdings, dass das nicht das wirkliche Leben ist; deshalb liest bzw. sieht man es doch auch gern. Reine Unterhaltung, hat mit der Realität nichts, aber auch gar nichts zu tun.

Inaktiver User
18.02.2011, 16:16
Hängt davon ab, wie du Realität definierst.
Es gibt für mich auch eine Realität der Gefühle, wenn sie nicht wissenschaftlich herleitbar ist.
Für mich der wirklich spannende Teil....

skirbifax
18.02.2011, 16:16
Bei mir hat - zu Glück und Leid - auch immer etwas Irrationales mitgespielt bei der Liebe.
Ich wollte das nicht missen.

Warum ich mich z. B. in meinen Mann verliebt habe (und umgekehrt) war natürlich unbewusst und "automatisch". Dennoch gibt es Faktoren, die auch in diesem Artikel stehen, die stimmen. Bloß wer analysiert schon seine Beziehung? Das macht man höchstens dann, wenns gescheitert ist.

Inaktiver User
18.02.2011, 16:22
Warum ich mich z. B. in meinen Mann verliebt habe (und umgekehrt) war natürlich unbewusst und "automatisch". Dennoch gibt es Faktoren, die auch in diesem Artikel stehen, die stimmen. Bloß wer analysiert schon seine Beziehung? Das macht man höchstens dann, wenns gescheitert ist.


Natürlich kann auch ich Faktoren benennen, warum ich mich damals in meinen Mann verliebt habe.
Warum ich ihn heute noch liebe, scheint mir schon etwas irrationaler.... :freches grinsen:

Das mit dem analysieren stimmt wohl, dass man das meist im Nachhinein macht, wenn es nicht funktioniert hat. Doch auch da bekommt man nicht unbedingt eine 100% stimmige Antwort, es sei denn, man erklart das Ergebnis seiner Überlegungen zur Realität.
Damit wäre Realität dann so etwas wie eine Frage der individuellen Interpretation.

Inaktiver User
18.02.2011, 16:32
Es ist ja auch nicht so gruselig, was in dem Artikel steht, weil es nicht stimmt - sondern gerade weil manches eben leider wahr ist.

Das z.B.:


Wer sich verlieben möchte, sollte seine Dopamin-Ausschüttung aktivieren. Helen Fisher rät dazu, mit dem potenziellen Partner spannende, vielleicht sogar riskante Dinge zu unternehmen. Vor allem aber Sex erhöht den Dopamin-Spiegel. Also Vorsicht: niemals mit jemandem schlafen oder Fallschirm springen, in den man sich nicht auch verlieben möchte.

Demnach wäre Sex unter riskanten Bedingungen das beste (?) Mittel, sich zu verlieben.

:peinlich:

MoinGemeinde
18.02.2011, 16:56
Kann ja sein, dass das alles Gesetzmäßigkeiten gehorcht. Trotzdem!
Wenn man dann noch die Liebe zu den Kindern mit einer Hormonausschüttung bei der Geburt und dem Kindchenchema erklärt, Tierliebe als Ersatzbefriedigung definiert und Freundschaft als Zweckgemeinschaft..dann hat mans ja endlich.

Ich fand Liebe in unsere Konsumgesellschaft mal herrlich irrational, unvernünftig und zutiefst menschlich - so wie ich "menschlich" verstehe. Allein der Spruch "Ist nicht Deine Liga" ist ätzend berechnend. Aber dieser Artikel ist echt die Krönung.

Wir sind im Westen. Man kann eben alles kaufen und manipulieren. Es gibt keine menschliche Größe, keine Geheimnisse, keine Überraschungen, keine Romantik.

Lies Pick up artists, such Dir einen Mann mit guten Genen und stabiler Finanzlage und wenns "deine Liga" ist dann klappt das.

Und wenn diese lästigen sentimentalen Gefühle hochkommen, guck einen Sülzfilm, heul ein bischen und dann gehts wieder zurück ins echte Leben - das mit dem Marktwert.

Mist ist nur, wenn der Marktwert plötzlich sinkt, wenn die Haare ausfallen oder der Job weg ist - aber vielleicht kann man da vorher einen Gentest machen?

Moin - old school

Inaktiver User
18.02.2011, 17:03
Ich fand Liebe in unsere Konsumgesellschaft mal herrlich irrational, unvernünftig und zutiefst menschlich - so wie ich "menschlich" verstehe.

Das ist sie immer noch, für einige, es ist nur nicht mehr zeitgemäss!:blumengabe:


Wir sind im Westen. Man kann eben alles kaufen und manipulieren. Es gibt keine menschliche Größe, keine Geheimnisse, keine Überraschungen, keine Romantik.

Lies Pick up artists, such Dir einen Mann mit guten Genen und stabiler Finanzlage und wenns "deine Liga" ist dann klappt das.

Und wenn diese lästigen sentimentalen Gefühle hochkommen, guck einen Sülzfilm, heul ein bischen und dann gehts wieder zurück ins echte Leben - das mit dem Marktwert.

Mir genügt es zu wissen, dass ich es so nicht halte - und auch nicht halten könnte, selbst wenn ich es wollte. Es funktioniert nicht. Ich könnte deswegen frustriert sein, aber es macht mich im Gegenteil froh!


Mist ist nur, wenn der Marktwert plötzlich sinkt, wenn die Haare ausfallen oder der Job weg ist - aber vielleicht kann man da vorher einen Gentest machen?

Nö, ganz einfach: dann ist es eben vorbei mit Paarungsverhalten... :freches grinsen:

MoinGemeinde
18.02.2011, 17:11
Nö, ganz einfach: dann ist es eben vorbei mit Paarungsverhalten... :freches grinsen:

Genau! Dann kommt eben die Scheidung - außer der finanzielle Kosten-/Nutzenfaktor ist durch Alimente, Haus etc. zu schlecht, dann tuts auch eine Geliebte oder ein Geliebter.

also bei Arbeitslosigkeit: Scheidung

bei Bierbauch oder fehlender sexfrequenz: Geliebter

:freches grinsen::freches grinsen::freches grinsen:

Das Leben kann so einfach sein im Kapitalismus.

Moin :smirksmile:

Rowellan
18.02.2011, 17:14
Demnach wäre Sex unter riskanten Bedingungen das beste (?) Mittel, sich zu verlieben.

:peinlich:



Das hat doch schon jeder Hollywood-Regisseur erkannt :smirksmile:

Held und Heldin kommen sich gerne mal nach geglückter Flucht vor irgendwelchen Schurken näher, landen gemeinsam in der Kiste und am Ende ist es die große Liebe :liebe:

MoinGemeinde
18.02.2011, 17:19
Mir genügt es zu wissen, dass ich es so nicht halte - und auch nicht halten könnte, selbst wenn ich es wollte. Es funktioniert nicht. Ich könnte deswegen frustriert sein, aber es macht mich im Gegenteil froh!



War ich bis jetzt auch. Bis ich das letzte Kapitel gelesen habe - jede Liebe braucht eine romantische Geschichte oder so ähnlich.

Die machen einem aber auch jeden Spaß kaputt. :freches grinsen::knatsch:

Den Artikel sollten frustrierte Singels lesen - damit sie wissen, dass ne Pizza bestellen genauso nett ist.

Ok, ich hebe mir den Artikel auf, falls ich mal meinen Marktwert verliere oder dieser sich reduziert und mein Mann natürlich eine Partnerwertanpassung vornimmt - äh mich verläßt meine ich.

Ich werde den Artikel dann lesen und mir ne Pizza bestellen.

Moin

Inaktiver User
18.02.2011, 17:23
Und was wäre das, wenn du in einer glücklichen, langen, aber etwas langweiligen Beziehung lebtest und einen arbeitslosen Geliebten mit Bierbauch hättest?

Romantik pur, sage ich! :freches grinsen::freches grinsen::freches grinsen:

MoinGemeinde
18.02.2011, 17:57
Und was wäre das, wenn du in einer glücklichen, langen, aber etwas langweiligen Beziehung lebtest und einen arbeitslosen Geliebten mit Bierbauch hättest?

Romantik pur, sage ich! :freches grinsen::freches grinsen::freches grinsen:

Pöh! Es kommt nur auf den Blickwinkel an. :freches grinsen::pfeifend:

Inaktiver User
18.02.2011, 18:43
Meine Rede.... :smirksmile:

Inaktiver User
18.02.2011, 18:46
Das hat doch schon jeder Hollywood-Regisseur erkannt :smirksmile:

Held und Heldin kommen sich gerne mal nach geglückter Flucht vor irgendwelchen Schurken näher, landen gemeinsam in der Kiste und am Ende ist es die große Liebe :liebe:


Stimmt! Nur: was war zuerst, das Hollywoodklischee oder die Biochemie?

Steigern wir uns in romantische Affären rein, weil unser Unterbewusstsein abgefüttert ist mir romantischen Vorlagen, oder treiben uns die Hormone zu Handlungen, die unsere Bindungen verstärken (auch wenn das gar nicht so beabsichtigt war)?

Beides, vermute ich.

MoinGemeinde
18.02.2011, 19:37
Stimmt! Nur: was war zuerst, das Hollywoodklischee oder die Biochemie?

Steigern wir uns in romantische Affären rein, weil unser Unterbewusstsein abgefüttert ist mir romantischen Vorlagen, oder treiben uns die Hormone zu Handlungen, die unsere Bindungen verstärken (auch wenn das gar nicht so beabsichtigt war)?

Beides, vermute ich.

Gräßliche Idee, dass meine Hormone mich in meine Beziehungen getrieben haben. :freches grinsen:
Ich geh jetzt zum Sport, damit nicht noch mehr Unglück passiert.

Aber, ach du Schande...

Wenns jetzt richtig aufregend wird für meine Mädelsmannschaft, aufregend, knapp, gefährlich..werde ich dann lesbisch und verliebe mich? :knatsch:
Wenn es schon sein muss, dann bitte die Dunkelhaarige mit der Stupsnase und nicht die Trainerin. *zitter*

Moin

Inaktiver User
18.02.2011, 19:39
:freches grinsen::freches grinsen::freches grinsen:

Immerhin bist du gewarnt & vorbereitet!

Take care!

HansDampf
21.02.2011, 08:24
oder


man schreibt den Artikel:

"Sich verlieben - Gesetze des Kennenlernens", der zur Zeit auf brigitte.de angezeigt wird.


Ich fand den Artikel unheimlich zynisch.
Allein der Titel: "Gesetze" des Kennenlernens.
Das Ganze liest sich wie ein Forschungsbericht über die Wahrscheinlichkeit von Geisteskrankheiten bei bestimmten Essgewohnheiten.
Oder die Bilanz, wie erfolgreich sich ein Duschgel verkauft und zu welchem Preis.

Ich finds gruselig.


Und ihr?


Moin
Guten Morgen:smirksmile:

ich finde den Artikel erfrischend unromantisch. Vor allem solche Aussagen:

Würden Frauen auf Scheidungsforscher hören, legten sie bei Männern mehr Wert auf Bildung als aufs Gehalt: Je gebildeter der Mann, desto geringer das Scheidungsrisiko. Aber: Je besser er verdient, desto wahrscheinlicher, dass er eines Tages mit einer anderen verduftet. Ehefrauen sind nicht die Einzigen, die Geld sexy finden.

sind es durchaus wert, einmal ausgesprochen zu werden.

Natürlich sollte Kennenlernen, Verlieben und Lieben nicht reflexiv stattfinden. Das wäre der Tod jeder Romantik. Und die gehört (man lese das letzte Kapitel) dazu zur großen Liebe.

Roamntik nicht als Dinner im Kerzenschein, sondern die emotionale Überhöhung von gemeinsamer Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Als Selbstvergewisserung und Re-Animation "angestaubter" Gefühle.

All das hilft nicht beim Kennenlernen und Verlieben. Aber vielleicht beim (lebenslangen) Lieben und Verstehen.

Gruß

Hans

skirbifax
21.02.2011, 16:24
Guten Morgen:smirksmile:

ich finde den Artikel erfrischend unromantisch. Vor allem solche Aussagen:

Würden Frauen auf Scheidungsforscher hören, legten sie bei Männern mehr Wert auf Bildung als aufs Gehalt: Je gebildeter der Mann, desto geringer das Scheidungsrisiko. Aber: Je besser er verdient, desto wahrscheinlicher, dass er eines Tages mit einer anderen verduftet. Ehefrauen sind nicht die Einzigen, die Geld sexy finden.

Das widerspricht sich doch. Je gebildeter, desto höher das Einkommen. Wenn man jetz von denen absieht, die von Beruf Sohn sind oder die paar die für das Treten gegen einen :fussball: ein Vermögen bekommen.

HansDampf
22.02.2011, 16:05
Das widerspricht sich doch. Je gebildeter, desto höher das Einkommen. Wenn man jetz von denen absieht, die von Beruf Sohn sind oder die paar die für das Treten gegen einen :fussball: ein Vermögen bekommen.

Ich habe es so verstanden: je gebildeter ein Mann, umso geringer das Scheidungsrisiko. Dem arbeitet aber eine andere Tendenz entgegen: je höher das Einkommen des Mannes ist, umso wahscheinlicher Untreue und Trennung für eine andere Frau. D.h. der gebildete, aber nicht ehrgeizige Mann ist treu, der gebildete, ehrgeizige und erfolgreiche Mann ist untreu (in der Tendenz und im Mittel).

Ob das etwas mit der Tatsache zu tun haben könnte, daß Ehrgeiz in vielen Fällen mit einem gewissen Egoismus verbunden ist (der partnerschaftsfeindlich sein könnte).

Zugegeben: alles wilde Spekulation:freches grinsen:

Hans

skirbifax
22.02.2011, 16:56
I D.h. der gebildete, aber nicht ehrgeizige Mann ist treu, der gebildete, ehrgeizige und erfolgreiche Mann ist untreu (in der Tendenz und im Mittel).

Ob das etwas mit der Tatsache zu tun haben könnte, daß Ehrgeiz in vielen Fällen mit einem gewissen Egoismus verbunden ist (der partnerschaftsfeindlich sein könnte).

Könnte sein. :erleuchtung:

MoinGemeinde
25.02.2011, 23:25
Roamntik nicht als Dinner im Kerzenschein, sondern die emotionale Überhöhung von gemeinsamer Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Als Selbstvergewisserung und Re-Animation "angestaubter" Gefühle.

All das hilft nicht beim Kennenlernen und Verlieben. Aber vielleicht beim (lebenslangen) Lieben und Verstehen.


Tja und wenn man dann weiß, dass das 99,56 % aller Paare machen ist das irgendwie hmmm...ernüchternd.

Ich will sowas nicht wissen.

Meine Oma hat noch nach Jahrzehnten erzählt, wie sie meinen Opa kennengelernt hat und hatte dabei glänzende Augen.
Hätte sie die auch gehabt, wenn sie gewußt hätte, dass 78 % aller Paare sich so kennenlernen, ihre Beziehungswahrscheinlichkeit aufgrund von Herkunft und Verdienst bei 89 % lag und nur 20 % mit gleichen Vorraussetzungen sich trennen, wobei die Statistik stark von Opas Beruf beeinflusst wurde und davon, dass er in der Dorfschule immer ganz vorn saß?

Nicht zu vergessen, dass solche Storys 99,9 % der Paare Stabilität und glänzende Augen bescheren.

Nö!:knatsch:

FeuerPhoenix
24.04.2011, 12:57
Warum ich mich z. B. in meinen Mann verliebt habe (und umgekehrt) war natürlich unbewusst und "automatisch". Dennoch gibt es Faktoren, die auch in diesem Artikel stehen, die stimmen. Bloß wer analysiert schon seine Beziehung? Das macht man höchstens dann, wenns gescheitert ist.

Hm, also ich reflektiere auch in guten Zeiten viel, hinterfrage mich selbst und mein Gegenüber, stelle sogar immer wieder fest, dass ich glücklicher bin, als ich annahm. Umgekehrt ist es aber auch faszinierend, wie ich mich verlieben kann um des Gefühls willen; bin ich also mit jemandem verbunden, den ich sehr anziehend finde, der mir jedoch nicht entspricht, mich nicht ergänzt, mich aber dennoch mit leisem oder lautem Glück erfüllt, vermag ich nicht daran zu glauben, dass es beginnende Liebe ist, die ich fühle, sondern bin mir meiner eigenen Mechanismen bewusst. Ich halte nichts davon, sich damit zu beschäftigen, was ein Gegenüber tat, um einen zu erobern - zumindest in den meisten Fällen nicht, sondern gehe in mich und suche nach dem, was mich antrieb. Aufgrund der Wissenschaften, mit denen ich mich so gerne auseinandersetze, und vieler Erfahrungen aus erster wie auch zweiter Hand weiß ich um meine Selbstfalle. Wenn ich mich verlieben will, sogar aktiv darauf zugehe, übersehe ich bewusst Aspekte, die mich davon abhielten, mich auf die jeweilige Person einzulassen. Natürlich verhält sich das nicht immer so, aber es kam nicht nur einmal vor.

Aufgrund meiner Gedankenwelten, die sich nicht auf mich beschränken, kommen regelmäßig Gedankenwellen herangeflogen, die mich traurig stimmen. Das Weltgeschehen, die Frage nach dem Sinn des Lebens, das Hadern mit dem, was den Menschen negativ abhebt - solche Aspekte. Und die okupieren ab und an auch mein Inneres, wenn ich glücklich verliebt bin. also wieder reflexion.:smile: Was ist Glück? Ich weiß es, und dann wieder nicht. Ist man glücklich, wenn man sich oft am Tag richtig gut fühlt? Ist man glücklich, wenn man ohne die Liebe das Leben zu genießen vermag? Ich weiß es nicht, aber ich fühle täglich, dass ich mich glücklich fühle, ohne dessen andauernd bewusst zu sein. Aber gleichzeitig spüre ich auch, dass es da Dinge gibt, welche auf mich warten oder auf die ich zugehen muss. Selbstentfaltung und -entwicklung, oder bin ich auf dem Holzweg? ; ) Liebe meine ich auf jeden Fall nicht, denn ich bin der Überzeugung, dass der erste Schritt ins echte Liebesglück in der unerschütterbaren und bedingungslosen Liebe zu sich selbst liegt.

Und manchmal liebt man sich wahrscheinlich noch nicht genug, obgleich man es anders wahrnimmt. Cogito ergo sum.:liebe::smirksmile:

Den Artikel empfinde ich als gelungen; er ist überaus erheiternd, weil brutal ehrlich und herrlich zynisch, und durchaus realistisch. Zumal man schon vorher bei näherem Begutachten zahlloser menschlicher Verbindungen von selbst darauf kommen kann. Erich Fromms "Die Kunst des Liebens" enthält ähnliche Herleitungen, allerdings zeigt Erich Fromm auch auf, wie man durch echte Selbstliebe bereit für echte Liebe wird. Vereinfacht und pauschalisiert, das möge man mir verzeihen.

Meine Freunde, Bekannten und ich pflegen sehr offene Verhältnisse, dadurch weiß ich viel über deren Beweggründe, Sehnsüchte und Beziehungsgeflechte. Einige Frauen sind mir bekannt, die sehr reflektiert sind, aber nichts daran ändern können, auf Arschlöcher zu stehen. Diese Frauen widerlegen einen Teil der These mit der weichen Physiognomie. Interessant finde ich die Zeilen bezüglich der männlichen Physiognomie dennoch - weiche Züge fungieren als Garant für Treue, wenn man es überspitzt formuliert. Köstlich! Ob da tatsächlich was dran ist, und was bedeutet es dann, dass nicht wenige Männer, welche sehr empathisch und emotional sind, eher Schwierigkeiten damit haben, eine Partnerin zu halten?

"Die entscheidenden Partnerverteilungskämpfe" - herrliche Formulierung!

Viele Details dieses Artikels stimmen mich nicht nachdenklich, sondern werfen die Frage in den Raum, worauf manche Zahlen gründen...Ja, ich glaube, dass das Internet, wenn man denn tatsächlich uneingeschränkt aufrichtig ist und das Gegenüber auch, eine gute Basis zu schaffen vermag, gehe jedoch davon aus, dass im Netz ebenso viel gelogen wird wie im realen Leben. Vielleicht sogar mehr, zumindest in Bezug auf die lieben Eckdaten.

Viel häufiger höre und lese ich, dass Leute sich eben nicht aufrichtig darstellen im Netz, was dann zu blöden Überraschungen führt. Viele Menschen machen dies vielleicht nicht einmal bewusst, sondern leiden unter ... ähm... extrem selektiver Wahrnehmung und Selbstüberschätzung. Kleines Beispiel(meine letzte virtuelle Suche): Vor 2003 Jahren gab ich eine Kontaktanzeige auf, die sehr klar formuliert war und viele Frauen ausschloss. Unter anderem wies ich darauf hin, dass ich sehr feminin anmute und das auch an anderen Frauen schätze. Zudem erwähnte ich (damals war ich noch sehr naiv), dass sie einen Hang zu Geisteswissenschaften mitbringen solle und unbedingt einen schlanken Körperbau. Ich erhielt ungefähr 15 Antworten, deren Verfasserinnen ausnahmslos androgyn bis maskulin aussahen. Keine der Frauen wusste etwas mit Geisteswissenschaften anzufangen, und nur 3 davon waren wirklich schlank.:freches grinsen:

Sehr viele Menschen fürchten sich davor, einsam zu sein und fühlen sich alleine nicht wohl. Daraus kann vielleicht eine tolle Beziehung entstehen, aber ich bezweifle das! Andererseits: Ich bin gerne alleine, mag mich sehr, weiß viel mit meiner Zeit anzufangen, bin jedoch auch gerne einfach ruhig und entspannt, finde mich schön, erhalte meistens überaus positive Resonanz und bin dennoch alleinstehend. Wäre höchstwahrscheinlich anders, stünde ich nicht auf Frauen. ; )

Zu Seite 7
Ja, da ist gewiss was dran. Je länger und intensiver der Austausch, desto tiefer der Fall, wenn es nicht sofort funkt beim Anblick des virtuellen Flirts. Klingt plausibel. Natürlich bauen sich Erwartungen auf, wenn man den Eindruck gewonnen hat, jemand sei wie für einen gemacht. Ginge es um Dates, Beziehung, ließe ich mir auch nicht zu viel Zeit. Außerdem halte ich es für Zeitverschwendung, zahlreiche Stunden zu investieren, ohne zu wissen, wie die Chemie ist. Zeitverschwendung im Hinblick auf Partnersuche, meine ich!

Ok, das war lang, also höre ich an dieser Stelle auf.:pfeifend:

Inaktiver User
24.04.2011, 13:40
Hm, also ich reflektiere auch in guten Zeiten viel, hinterfrage mich selbst und mein Gegenüber, stelle sogar immer wieder fest, dass ich glücklicher bin, als ich annahm.


Ja. Ich denke unaufhörlich, weil es mir Spaß macht - und nicht nur im Krisenfall. :engel:



Ich bin gerne alleine, mag mich sehr, weiß viel mit meiner Zeit anzufangen, bin jedoch auch gerne einfach ruhig und entspannt, finde mich schön, erhalte meistens überaus positive Resonanz und bin dennoch alleinstehend. Wäre höchstwahrscheinlich anders, stünde ich nicht auf Frauen. ; )


Nein, höchstwahrscheinlich nicht. :blumengabe:

schnarchstop
25.04.2011, 10:35
Tja und wenn man dann weiß, dass das 99,56 % aller Paare machen ist das irgendwie hmmm...ernüchternd.

Ich will sowas nicht wissen.

Meine Oma hat noch nach Jahrzehnten erzählt, wie sie meinen Opa kennengelernt hat und hatte dabei glänzende Augen.
Hätte sie die auch gehabt, wenn sie gewußt hätte, dass 78 % aller Paare sich so kennenlernen, ihre Beziehungswahrscheinlichkeit aufgrund von Herkunft und Verdienst bei 89 % lag und nur 20 % mit gleichen Vorraussetzungen sich trennen, wobei die Statistik stark von Opas Beruf beeinflusst wurde und davon, dass er in der Dorfschule immer ganz vorn saß?

Nicht zu vergessen, dass solche Storys 99,9 % der Paare Stabilität und glänzende Augen bescheren.

Nö!:knatsch:


Unter der Voraussetzung, deinen Beitrag richtig verstanden zu haben, möchte ich zustimmen. Die meisten Menschen überschätzen die Bedeutung ihrer Existenz und ihres Lebensweges. Natürlich sind diese für sie persönlich sehr wichtig, aber für die Gesellschaft nicht besonders auffällig. Sie schwimmen im Strom mit und folgen den wenigen wegweisenden Persönlichkeiten, deren Gedankengut erst ein oder zwei Generationen später gelebt und verstanden werden.

FeuerPhoenix
26.04.2011, 10:47
@einewiekeine

Zu 1
Sympathisch, was nicht heißt, dass Menschen, die deutlich weniger nachsinnen, unsympathisch sind.:smile:

Bist Du in der Lage, Deinem Kopf Einhalt zu gebieten, wenn Du nach Geistesruhe verlangst?

Zu 2
Doch, ich gehe davon aus. Erklärung ist einfach: Es gibt deutlich mehr Männer, die auf Frauen stehen, als Frauen, welche auf Frauen stehen.:lachen: Unter jenen Frauen befinden sich nur ganz wenige, die für mich in Frage kommen und noch dazu auf mich anziehend wirken, diese Auswahl wird noch einmal dezimiert dadurch, dass ich nicht für alle in Frage komme, die meine Aufmerksamkeit erregen. Davon ist auszugehen, auch wenn ich mich sehr schätze und liebe.:pfeifend: Ergo hätte ich als Hete:Sonne: eine größere Auswahl zu mir passender Partner.

Lasse mich zu gerne vom Gegenteil überzeugen. :blumengabe:

FeuerPhoenix
26.04.2011, 11:02
Unter der Voraussetzung, deinen Beitrag richtig verstanden zu haben, möchte ich zustimmen. Die meisten Menschen überschätzen die Bedeutung ihrer Existenz und ihres Lebensweges. Natürlich sind diese für sie persönlich sehr wichtig, aber für die Gesellschaft nicht besonders auffällig. Sie schwimmen im Strom mit und folgen den wenigen wegweisenden Persönlichkeiten, deren Gedankengut erst ein oder zwei Generationen später gelebt und verstanden werden.

Oh, ich habe das anders verstanden; im Hinblick auf den Artikel brachte der von Dir zitierte Text Ernüchterung zum Ausdruck, so jedenfalls mein Eindruck. Ernüchterung ob des Wissens um die pragmatische und hormonelle Seite des Liebesprozesses. :smile:

Was die Überschätzung betrifft, stimme ich Dir bedingt zu, dennoch habe ich den Eindruck, dass Du da etwas vermischst; dass der 'gemeine Mensch' dazu neigt, mit dem Strom zu schwimmen, ist zweifelsohne richtig, aber inwiefern die "wenigen wegweisenden Persönlichkeiten" mit den Mustern der Partnerfindung in Verbindung stehen erschließt sich mir nicht. :smirksmile:

Zu meinem ersten Absatz
Ginge ich von meiner romantischen Facette aus, empfände ich den Inhalt des Artikels, der ja die Liebe zu verschiedenen Tauschgeschäften degradiert (wieder eine Brücke zu Erich Fromm), als desillusionierend. Da ich aber ohnehin nicht glaube, dass alles, was Liebe genannt wird, auch Liebe ist, nehme ich den Artikel als interessant, erheiternd, zauberhaft zynisch und durchaus zutreffend wahr.

schnarchstop
26.04.2011, 12:11
Oh, ich habe das anders verstanden; im Hinblick auf den Artikel brachte der von Dir zitierte Text Ernüchterung zum Ausdruck, so jedenfalls mein Eindruck. Ernüchterung ob des Wissens um die pragmatische und hormonelle Seite des Liebesprozesses. :smile:

Was die Überschätzung betrifft, stimme ich Dir bedingt zu, dennoch habe ich den Eindruck, dass Du da etwas vermischst; dass der 'gemeine Mensch' dazu neigt, mit dem Strom zu schwimmen, ist zweifelsohne richtig, aber inwiefern die "wenigen wegweisenden Persönlichkeiten" mit den Mustern der Partnerfindung in Verbindung stehen erschließt sich mir nicht. :smirksmile:

Man spricht da auch von "Liebeswahn", das heisst, es ist eine kleine Ver-rücktheit dabei, wenn ein Mensch sich verliebt. Er befindet sich in einem besonderen Zustand und ist höchst exklusiv auf sich selbst bezogen.

Gleichzeitig handelt sich um einen allgemein gültigen Vorgang, der sich also millionenfach wiederholt, aber vom Einzelmenschen als etwas Besonderes erlebt wird.

Das trifft auf das Thema "Liebe" zu und auf andere Lebensinhalte.

Inaktiver User
26.04.2011, 15:45
Bist Du in der Lage, Deinem Kopf Einhalt zu gebieten, wenn Du nach Geistesruhe verlangst?

Nein, dann denk ich einfach: was geht es mir grad gut... :smirksmile:


Ergo hätte ich als Hete:Sonne: eine größere Auswahl zu mir passender Partner.


Rein quantitativ sicherlich. Nur was hülfe das? Die denkende und unabhängige Frau wird ja als Partnerin von der Männerwelt eher nicht so nachgefragt - und da ich Frauen tendenziell für vielschichtiger und interessanter halte als Männer ist das vielleicht ein gewisser Ausgleich für die Vielzahl an Kerlen, die für mich als Heterofrau auch nur rein rechnerisch potentielle Partner wären.:engel:

schnarchstop
26.04.2011, 23:53
... Die denkende und unabhängige Frau wird ja als Partnerin von der Männerwelt eher nicht so nachgefragt ...


Die Wahrheit liegt vielleicht eine Nuance daneben: Männer haben nicht unbedingt Probleme mit denkenden Frauen, aber sie haben auch keine Ambitionen, sie dafür zu bewundern und sich mit diesen Fähigkeiten ihrer Partnerin intensiver zu beschäftigen.

Kuhle
27.04.2011, 09:29
Na ja,
ich sage
Geschmacksache
:pfeifend:

schnarchstop
27.04.2011, 12:44
Na ja,
ich sage
Geschmacksache
:pfeifend:


und mit einem bisschen Koriander schmeckt es sogar seifig :lachen:


Frauen sind erst seit 30-40 Jahren so frei, ihr Leben unabhängig zu gestalten und sie lassen diese neue Gestaltungsmöglichkeit auch dauernd raushängen. Soweit so gut, so nachvollziehbar. Das blöde ist bloss, wenn sie ihrem Partner gegenüber ständig betont, wie unabhängig sie doch ist. Auf diese Bestätigung sollte sie logischerweise dann verzichten.