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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : An alle Erst-Mamis



Inaktiver User
03.02.2011, 20:45
Hallo Ihr Lieben!

Ich bin die letzte Zeit fleißig am Lesen des Schwanger-Forums und lese immer wieder über Zweifel von Erst-Mamis:
- werde ich eine gute Mutter sein?
- war es der richtige Zeitpunkt für ein Kind?
- werde ich alles richtig machen?

Ich kenne diese Fragen nur zu gut, bei unserer ersten Tochter ging es mir manchmal ähnlich. Im Sommer kommt unsere Nummer Zwei, die Große ist dann drei Jahre alt und ich frage mich eher, ob ich die Kraft für zwei Kinder habe. Aber die Antwort ist ganz klar Ja! Denn man wächst in die Aufgaben hinein.

Aber zurück zu den Erst-Mamis und die Antworten auf die Zweifel:

1. Ja, jeder, der sein Kind liebevoll versorgt, füttert, wickelt und beschützt ist eine gute Mutter. Es zählt nicht, wie teuer die Ausstattung ist oder ob man nach der neuesten pädagogischen Förderung vorgeht. Euer Baby will essen, schlafen, kuscheln (oder wie meine Tochter auch nicht) und die nötige Aufmerksamkeit.

2. Es ist nie der wirklich richtige Zeitpunkt für ein Kind. Man könnte immer noch eine Reise machen, ein Haus bauen, eine Fortbildung machen, noch ein Stück weiter auf der Karriereleiter machen oder einfach das Leben genießen. Aber es wird niemand zu Euch kommen und sagen: Jetzt ist es soweit ein Kind zu bekommen. Also nehmt den Zeitpunkt einfach als den richtigen an - auch wenn es vielleicht anders geplant war.

3. Nein, Ihr werdet nicht alles richtig machen. Jede Mutter und jeder Vater machen Fehler, keiner ist perfekt. Aber Eure Kinder werden nicht jeden Fehler bemerken oder deswegen ein schlechtes Leben führen müssen - ich rede hier natürlich von Nachgiebigkeit, Verwöhnen und ähnliches. Den schlimmsten Fehler, den man als Mutter eines Babys machen kann, ist nicht auf sein Gefühl hören. Den instinktiv weiss jede Mutter, was das Kind braucht. Ob es friert oder schwitzt, ob es Nähe braucht oder seine Ruhe haben will, ob es müde ist oder nicht. Wenn Euer Baby da ist, beobachtet es, probiert es aus was Ihr in der Situation brauchen würdet und lasst Euch Zeit. Keine Mutter kann das auf Kommando, aber jede kann es lernen.

Und wenn jetzt manche sagen, dass sich bei Babys doch ständig etwas ändert: Das stimmt. Aber mit der Zeit lernt man als Erwachsener, sich schneller an diese "Phasen" anzupassen und auf das Kind einzugehen. Und es ist auch keine Schande, sich zwischendurch eine kurze Auszeit zu nehmen, wenn alles zu viel wird.

Also, nur Mut und habt Selbstvertrauen! Und jetzt viel Spass beim diskutieren! ;-)

Grüßle, Barbara

Hornilla
04.02.2011, 08:18
Ich finde Dein Posting total schön, bpfeifenroth!:kuss:

Klar, man macht sich immer diese Gedanken!

Ich z.B. habe schon seit Jahren das Gefühl, dass für mich/uns der richtige Zeitpunkt für ein Kind da ist. Klar kann man immer noch sagen, jetzt könnte ich noch dies oder das tun - aber all das war mir immer nicht so wichtig wie mein Kinderwunsch.
Leider mussten wir vier Jahre warten, aber jetzt bin ich endlich schwanger und unsere Tochter soll im Mai zur Welt kommen.:liebe::liebe::liebe:

Obwohl es bei uns so lange gedauert hat, mache ich mir natürlich Gedanken um die Frage, ob ich eine gute Mutter sein werde, ob ich der Verantwortung gerecht werde etc.
Aber ich denke genau wie Du - natürlich! Ich glaube, dass man vieles instinktiv richtig macht und dass man auch mit seinen Aufgaben wächst und in sie hineinwächst.

Und alles richtig machen kann man doch gar nicht! Ich finde, das kann und sollte auch nicht das Ziel sein (wäre es für ein Kind denn schön, Eltern zu haben, die wie Maschinen funktionieren?). Wichtig finde ich, dass man sich selbst und seine Handlungen hinterfragt, dass man auf sein Gefühl hört, aber dabei selbstkritisch und im Gespräch mit dem Kind bleibt. Ich denke, auch bei Babys, die sich noch nicht verbal äußern können, kann man schon Bedürfnisse erspüren und merken, ob man damit gut umgeht.

Ich finde dieses Mutmach-Posting sehr schön und würde mich über weitere Beiträge freuen!

Halbnomadin
04.02.2011, 09:11
Moin.

Babys sind zwar zart, aber sie sind auch erstaunlich zäh - sie halten es aus, dass ihre Eltern erst lernen müssen, welcher Geschreiton denn jetzt was bedeutet. Ich wollte mein Kind nicht weinen lassen. Söhnchen ist jetzt ein gutes halbes Jahr alt, und in den ersten Monaten hat er trotz aller Trostversuche immer wieder geweint. Er war dabei nie alleine und hat sich gut und fröhlich entwickelt.

Jetzt ist es oft so, dass er etwas Neues übt und dabei schimpft, weil es nicht so funktioniert, wie er sich das dachte. Wird er zu laut, nehme ich ihn hoch, tröste ihn und lege ihn wieder hin, wo er sofort schimpfend weiterübt. Ich lobe ihn auch ganz doll, wenn er etwas richtig hinbekommt, damit er sich merkt, wie das Ganze funktioniert. Aber den Frust kann ich ihm nicht ersparen. Von wegen nicht weinen lassen: die Kinder schreien trotzdem! Man kann ihnen helfen, über den Ärger hinwegzukommen, das Bauchweh herausstreicheln, sie füttern und wickeln, herumtragen und sie durch alle Mishelligkeiten liebevoll begleiten. Mehr muss echt nicht sein. Was das Baby dann noch schreit, fällt unter Meinungsfreiheit: mein Sohn darf Ärmel doof finden und das lauthals kundtun. Er wird trotzdem angezogen.

Und wenn mein Baby mich nachts um halb zwei anbrüllt, muss ich es nicht lieben. Es reicht, wenn ich es nachts zuverlässig versorge und tags liebe.

Also, liebe Erstmamis, bekommt bitte kein schlechtes Gewissen, wenn Euer Baby weint!

Lieben Gruß - Halbnomadin

Hornilla
04.02.2011, 10:01
Moin.

Babys sind zwar zart, aber sie sind auch erstaunlich zäh - sie halten es aus, dass ihre Eltern erst lernen müssen, welcher Geschreiton denn jetzt was bedeutet. Ich wollte mein Kind nicht weinen lassen. Söhnchen ist jetzt ein gutes halbes Jahr alt, und in den ersten Monaten hat er trotz aller Trostversuche immer wieder geweint. Er war dabei nie alleine und hat sich gut und fröhlich entwickelt.

Jetzt ist es oft so, dass er etwas Neues übt und dabei schimpft, weil es nicht so funktioniert, wie er sich das dachte. Wird er zu laut, nehme ich ihn hoch, tröste ihn und lege ihn wieder hin, wo er sofort schimpfend weiterübt. Ich lobe ihn auch ganz doll, wenn er etwas richtig hinbekommt, damit er sich merkt, wie das Ganze funktioniert. Aber den Frust kann ich ihm nicht ersparen. Von wegen nicht weinen lassen: die Kinder schreien trotzdem! Man kann ihnen helfen, über den Ärger hinwegzukommen, das Bauchweh herausstreicheln, sie füttern und wickeln, herumtragen und sie durch alle Mishelligkeiten liebevoll begleiten. Mehr muss echt nicht sein. Was das Baby dann noch schreit, fällt unter Meinungsfreiheit: mein Sohn darf Ärmel doof finden und das lauthals kundtun. Er wird trotzdem angezogen.

Und wenn mein Baby mich nachts um halb zwei anbrüllt, muss ich es nicht lieben. Es reicht, wenn ich es nachts zuverlässig versorge und tags liebe.

Also, liebe Erstmamis, bekommt bitte kein schlechtes Gewissen, wenn Euer Baby weint!

Lieben Gruß - Halbnomadin

Na ja, ich denke, lieben tust Du Dein Baby immer, oder? Du bist vielleicht genervt (und das darf man auch mal sein), aber das hat ja nichts mit Liebe zu tun!

Ansonsten auch ein sehr schönes Posting!

Halbnomadin
04.02.2011, 11:46
Moin.

Nur, damit kein falscher Eindruck entsteht:
Söhnchen lächelt, jauchzt, plaudert, quietscht, prustet und schnauft die meiste Zeit über. Nur weint er eben manchmal auch.

Hornilla, manchmal wünsche ich mir, niemand würde mich nachts anbrüllen. Ich wünsche mir dann auch, das Kind möge einfach mal nachts nicht da sein. Das ist nicht liebevoll von mir. Deswegen brauche ich aber kein schlechtes Gewissen zu haben! Und wenn er dann entdeckt, dass ich ihn und mich passend hinlege, damit er gestillt werden kann, er dann strahlend und mit lautem "Haaammmmm!" sein ganzes Gesicht an meine Brust rammt und zu trinken beginnt, dann liebe ich ihn wieder. :liebe:

Lieben Gruß -
Halbnomadin

Inaktiver User
04.02.2011, 13:40
Hallöle!

dein Sohn wird noch viel öfter weinen.. spätestens wenn der Trotz beginnt. So eine Phase haben wir gerade. Aber wenn sie weint, weil sie trotzig ist, sage ich nur: du brauchst nicht weinen! und gehe kurz aus dem Raum. Dann beruhigt sie sich schlagartig und alles ist vergessen. Manchmal weinen sie auch, wenn sie so müde sind, dass sie es kaum noch aushalten können und sich trotzdem gegen den Schlaf wehren.. doch irgendwann merken sie, dass es in ihrer Hand liegt zu schlafen.

Tränen gehören zum Lernprozess dazu, auch Zorn, Trotz, Schmerz und Kummer. Da müssen sie alle durch, man kann nur für sie da sein um ihnen zu helfen, es zu überstehen. Davor bewahren kann man sie nicht!

Grüßle, Barbara

kuscheltigerin84
04.02.2011, 14:25
Moin.

Nur, damit kein falscher Eindruck entsteht:
Söhnchen lächelt, jauchzt, plaudert, quietscht, prustet und schnauft die meiste Zeit über. Nur weint er eben manchmal auch.

Hornilla, manchmal wünsche ich mir, niemand würde mich nachts anbrüllen. Ich wünsche mir dann auch, das Kind möge einfach mal nachts nicht da sein. Das ist nicht liebevoll von mir. Deswegen brauche ich aber kein schlechtes Gewissen zu haben! Und wenn er dann entdeckt, dass ich ihn und mich passend hinlege, damit er gestillt werden kann, er dann strahlend und mit lautem "Haaammmmm!" sein ganzes Gesicht an meine Brust rammt und zu trinken beginnt, dann liebe ich ihn wieder. :liebe:

Lieben Gruß -
Halbnomadin

:liebe:
Danke Halbnomadin, das macht mir ein bißchen Mut!
Über solche Situationen denke ich in letzter Zeit schon häufig nach, was passiert, wenn ich von meinem Kind einfach mal total genervt bin!? Kriege ich das alles hin? Mutter sein ist eben ein 24/7 Job, vor allem in den ersten paar Monaten - da kann einem schon manchmal angst und bange werden!

Inaktiver User
04.02.2011, 15:37
Wenns Kind nervt - aus dem Zimmer gehen oder einfach mal den Papa/Oma was machen lassen und nicht reagieren, wenns Kind was will. Du bist immer noch Mensch und nicht Muttermaschine. Jeder darf genervt oder schlecht drauf sein und das müssen auch die Kinder lernen, die haben auch mal nen schlechten Tag.

Halbnomadin
04.02.2011, 22:10
Moin.

Kriege ich das alles hin? Mutter sein ist eben ein 24/7 Job, vor allem in den ersten paar Monaten - da kann einem schon manchmal angst und bange werden! Da musst Du nicht ängstlich werden. Für die ersten sechs bis acht Wochen solltest Du Dir Haushaltshilfen organisieren, so lange dauert nämlich die körperliche und seelische Umstellung nach der Geburt. Ansonsten gilt, dass jedes Kind seine eigene Lebenskraft mitbringt! Du brauchst nicht Kraft für zwei. Ich werde nächstes Jahr 40 und kann schon lange nicht mehr die Nächte durchfeiern, aber jede Nacht zweimal zu stillen finde ich nicht sonderlich schlimm, so lange mein Söhnchen beim Stillen wieder einschläft, was meistens der Fall ist.

Lieben Gruß - Halbnomadin

Inaktiver User
05.02.2011, 09:36
Huhu

Ja es ist ein 24 Stunden Job aber glaube mir- der schönste der Welt :liebe: Man bekommt so viel zurück von den Mäusen, dass kann man wenn man es nicht selber am eigenen Kind erlebt hat sich nicht vorstellen.
Ich hab die ersten 6 Wochen hier echt ein anstrengendes Baby gehabt, sie hat viel geweint und war nur auf dem Arm, wenn man geschaukelt hat, ruhig. ich habe die ersten 2-3 Wochen teils echt geschimpft auf die, die mir doch immer unter die Nase gerieben haben, dass Babys, wenn sie klein sind doch eh nur schlafen. Haha, meine nicht! Ich war deprimiert, desillusioniert und fertig. aaaaber man wächst rein, wird ruhiger, kriegt mehr Rutine und auch meine Kleine wurde ruhiger und ist seitdem, bis auf wenige Tage die anstrengender sind, ein Engel und schenkt mir so viel Kraft, Freude, gute Laune und Liebe :liebe: Und es ist wirklich so wie Hambnomadin schreibt: Ein Lächeln und du vergisst alles! Lass es auf die Zukommen und du wirst sicher, nach einiger Zeit, wenn ihr beide angekommen sind, nicht enttäuscht:blumengabe:

Wenn mich jetzt jemand fragt oder seine Bedenken äussert, sage ich immer: es ist viel anstrengender als man sich vorstellen kann vorher aber auch viel viel schöner als ich gedacht hätte !: Ich wollte früher nie Kinder, konnte mit ihnen wenig anfangen, dann als der Kinderwunsch doch noch aufflammte, hat es nicht lange gedauert und es hat geklappt. IUnd wir basteln sicher bald an Nr.2 :liebe: Trotz der anstrengenden Zeiten ist es einfach das Schönste so einen kleinen Erdenbürger auf seiner Reise in die Welt zu begleiten.

Alles Liebe

Hornilla
05.02.2011, 10:19
Yassie82 - :liebe:

Für mich ist es jetzt in der Schwangerschaft schon so, dass ich einfach so unendlich dankbar bin. Wir waren schon dabei, uns zu fragen, wie wir ein Leben ohne Kinder gestalten, und jetzt ist dieses kleine, große Wunder in meinem Bauch...:liebe::liebe::liebe:Da nimmt man Wehwehchen gerne in Kauf. Ich freue mich über jeden Stups von meinem Baby!:liebe::liebe::liebe:

Mausy
05.02.2011, 17:23
bpfeifenroth, danke für das Eröffnen dieses Strangs, ich finde die Idee klasse und deine Postings wirklich schön!

Ich kann aus allen Beiträgen was für mich mitnehmen und hoffe, ich kann mich wieder dran erinnern, wenn es bei uns so weit ist.:smirksmile:
Halbnomadin, das mit der Meinungsfreiheit finde ich klasse :freches grinsen:

Hornilla, du sprichst mir aus der Seele. Ich freue mich auch immer noch über jede Bewegung, die ich spüre und bin sehr dankbar, dass ich das erleben darf. Hin und wieder kullern deshalb auch mal ein paar Tränen - meistens dann, wenn ich meine, die Behandlungszeit abgehakt zu haben :knatsch:

Ich freue mich schon auf weitere Tipps und Erfahrungen - und darauf, in nicht allzu langer Zeit auch mal aus Erfahrung schreiben zu können.

LG
:Sonne:

Inaktiver User
05.02.2011, 17:39
Hallöle,

Yassie hat da was Gutes geschrieben: Wenn man selbst ruhig und gelassen an die Aufgabe Mama herangeht, dann wird auch Euer Baby gelassener sein. Je weniger man sich selbst verrückt macht, umso besser klappt alles. Und wehe, man hat was vor und ist hibbelig - da macht so ein kleines Monster einem garanitert einen Strich durch die Rechnung! ;-)

Also, cool bleiben Mädels!


Ach ja, apropos, wir hatten heute beim Einkaufen wieder einen Tobsuchtsanfall mit Schreien und auf dem Boden wälzen.. alle waren entsetzt und ich hab meinen Mann gezwungen, sie zu ignorieren. Und als ich sagt, ich gehe jetzt und zur Tür bin war schlagartig Ruhe und ich hatte das brävste Mädchen der Welt neben mir. *g*