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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Euer Steuerberater



Lenea
02.02.2011, 18:18
Bin grade ein wenig irritiert, was die Arbeit meines Steuerberaters betrifft. Er hat seit vergangenem Jahr eine neue Mitarbeiterin und scheinbar klappt das mit der Kommunikation zwischen ihm und ihr nicht so wirklich. Dinge, die ich mit dem SB am Anfang meiner Selbständigkeit vor ca. 3 Jahren vereinbart habe, funktionieren jetzt nicht mehr. Habe das Gefühl, alles noch mal von neuem erklären und ständig hinterherkontrollieren zu müssen...

Meine Frage an euch - was leistet euer Steuerberater für euch, wie fühlt ihr euch beraten, worauf weist er euch hin, was macht er "über das Normale hinaus" usw.

Mir fehlen da einfach die Vergleiche, ist mein Erster:peinlich:...

Will auch nicht ständig meckern, nachfragen, rumbohren... und bin irgendwie genervt von dieser Veränderung, die mir für mich nicht positiv zu sein scheint.

Muss allerdings auch dazu sagen - vielleicht bin ich auch nicht wirklich unvoreingenommen, die Dame hat sich bei mir noch keinen guten Stand erarbeitet und wirkt wenig kompetent. Blöd, oder?

Freu mich auf eure Erfahrungen
Lenea

Woodstock62
03.02.2011, 19:45
Wenn Du Dich unwohl fühlst mit der Neuen, würde ich das so sagen, entweder bleibt für Dich alles beim Alten und die Neue übernimmt nur neue Mandanten oder Du suchst Dir einen neuen Steuerberater, so einfach ist das. DU bist der Kunde!! Feddisch... ich mache meine Steuer übrigens noch selbst...

Lenea
06.02.2011, 12:17
Das Problem ist - mit dem Steuerberater selbst komme ich schon klar und wir kennen uns auch privat - nur bisher nicht so recht mit seiner Angestellten.

Hatten jetzt noch mal ein Telefonat und ich werde in Zunkunft selbst vorher noch genauer hinsehen (mache ich eh schon) und noch klarer notieren, wie und wofür was gedacht ist. Hoffe, das hilft.

Mir ging es aber schon auch nochmal um eure konkreten Erfahrungen mit Steuerberatern - was kann man da über die normalen "Buchungsvorgänge" hinaus erwarten? Wird automatisch eine Art betriebswirtschaftliche Auswertung am Jahresende im Blick auf die Unternehmensentwicklung geliefert (die nackten Zahlen bekomme ich schon, muss mir dann aber meinen eigenen Reim drauf machen)? Muss ich diese Leistung extra einkaufen, was bekommt ihr an zusätzlichen Tipps und Hinweisen von eurem SB?

Ich höre manchmal, dass SB raten, da zu sparen oder dort zu investieren usw....

Wie ist das bei euch?

HasiII
06.02.2011, 12:49
Ich kenne nur die "andere" Seite, nämlich die des Steuerberaters, aus meinem private Umfeld und beruflicher Erfahrung, dort allerdings nur am Rande. Bei mir selbst ist nur wenig zu machen, und da zahle ich auch nichts, deswegen sieht das alles ganz anders aus.

Tatsächlich ist es so, dass der Steuerberater nur das schuldet, was vereinbart ist - Buchführung, Jahresabschluss. Wenn Auswertungen vereinbart sind, dann muss er sie auch machen. Ich habe immer gehört, dass es "Abschlussbesprechungen" gibt, denke mal, dass da dann die Zahlen erläutert werden.

Manche Steuerberater machen dann - quasi als Service - auch Dinge, zu denen sie eigentlich nicht verpflichtet sind. Das ist dann ein bisschen wie das Parfümpröbchen beim Douglas. Das bekommt man üblicherweise, aber wenn es nicht kommt, kann man es nicht einfordern.
Die Steuerberaterin, die ich kenne, ist noch im Aufbau ihrer Kanzlei und macht deswegen relativ viel für die Mandanten, was sie nicht abrechnet. Das geht aber auch, weil sie noch Zeit hat.

In Deiner Situation ist es vielleicht am besten, Du sprichst mal mit Deinem Steuerberater, dass seine Mitarbeiterin dieses und jenes nicht mehr macht, was Du von ihm aber immer bekommen hast. Vielleicht ist das ja nur ein Versehen von der Mitarbeiterin. Wenn nicht, dann wäre es ja auch einmal interessant, zu erfahren, warum er das nicht mehr macht bzw. warum es jetzt anders läuft.

Einen schönen Sonntag noch! :blumengabe:

Promethea71
11.02.2011, 10:57
Hallo,

wenn ich es richtig verstanden habe, ist er weiterhin dein Steuerberater und seine Mitarbeiterin macht die laufende Buchhaltung für dich.
Was genau lief denn vorher anders ?

Wenn er es nicht schriftlich fixiert hat und sie entsprechend informiert kann sie natürlich nicht wissen, was ihr "zusätzlich" vereinbart habt, da ist in erster Linie er dein Ansprechpartner.

Habt ihr einen schriftlichen Steuerberatungsvertrag ?
In welcher Form zahlst du ? Monatlich für die laufende Buchhaltung dann dann den Jahresabschluss und die Steuererklärungen extra ? Pauschale Sätze, Steuerberatergebührenverordnung oder Zeithonorar ?

Liebe Grüße

promethea

Inaktiver User
11.02.2011, 11:02
na ja - buchen kann ja nun auch eine Buchhalterin - dazu braucht keiner einen Steuerberater - da geht es schließlich um "Beratung".

uns ging es vor Jahren genauso - neuer Mitarbeiter, nichts als Fehler, und ich musste ihm die Dinge erklären - mehrere Runden - in der Zeit hätte ich die Steuer selbst gemacht gehabt.

die Folge - ich mache die Steuer selbst, wir treffen ab und zu den Steuerberater, wenn wir Beratungsbedarf haben - und zahlen dann die "Beratung".

ungewöhnlich, ich weiß - aber genau das, was wir brauchen.

Inaktiver User
11.02.2011, 14:06
Als erstes könntest Du überprüfen, ob Du nur das Gefühl hast, dass es nicht richtig läuft und Du alles kontrollieren musst.
Oder ob das tatsächlich so ist.

Wenn es tatsächlich so ist, oder Du diese Reflektion nicht leisten kannst oder magst (was OK wäre, ein Kunde muss das nicht - es ist m.E. der Job des Beraters oder Dienstleisters, Beschwerdemanagement zu betreiben), solltest Du das in angemessener Form, am besten mit Beispielen vortragen.
Denn ich sehe es auch so, dass es die Aufgabe Deines StB gewesen wäre, seine neue Mitarbeiterin auf dem Mandat einzuarbeiten.

Ich arbeite allerdings selbst als Berater udn Dinestleister und muss sagen:
So sehr ich ich auch bemühe, letztlich kann ich den Kunden nicht in den Kopf oder ins Herz schauen.
Manchmal frage ich nach, wenn ich unsicher bin.
Manchmal vergesse ich das aber auch oder sehe schlicht nicht, das dem Kunden etwas nicht gefällt.
Besser also, sie sagen mir, was ihnen missfällt.
Dann kann ich es abstellen oder ihnen erklären, was wir aus meiner Sicht anders machen können.

Ich habe mal temporär die Geschäftsführung eines Unternehmens übernommen.
Mit dem StB und der buchhaltenden Sachbearbeiterin dort kam ich nicht gut klar.
Sie waren mir im Vergleich zu meiner eigenen Steuerberatung zu langsam, zu wenig initiativ bzw. kreativ und vor allem zu unkommunikativ.
Ich bin diesbezüglich grundsätzlich anspruchsvoll, zudem handelte es sich um eine Krisensituation.
So habe ich mir teilweise Auskünfte bei meinen eigenen StB besorgt, weil der StB der Firma "nicht geliefert" hat.
Wäre ich dort GF geblieben, hätte ich den StB ausgewechselt.

Wie auch immer:
Man muss seinen Dienstleistern schon sagen, was einen stört und wie man es haben möchte.

Hoffe, geholfen zu haben.

NM

Lenea
11.02.2011, 21:27
Vielen Dank für eure Antworten, vor allem auch dir NM für deine ausführlichen Beitrag.
Als Freiberuflerin brauche ich ja nur eine EÜ machen, die buche ich zunächst selbst hier mit meinen Unterlagen und Belegen, um die Übersicht zu haben über die Ein-und Ausgänge. Dann gebe ich Belege samt EÜ an den Steuerberater und der bzw. seine Mitarbeiterin sieht dann nochmal alles durch und bucht es für`s Finanzamt. Da aber meine und seine Berechnungen nicht immer übereinstimmen, fragte ich halt nach... und siehe da, es waren tatsächlich Fehler auf Seiten des SB unterlaufen.... Jetzt ist es geklärt und ich hoffe, dass es in Zukunft besser läuft.

Schönes Wochenende, ich muss (bzw. darf:pfeifend:) morgen noch arbeiten.

Lenea

Inaktiver User
11.02.2011, 21:34
und was ist seine Dienstleistung?

für das Finanzamt kannst Du doch die EÜ auch selbst machen.

Inaktiver User
12.02.2011, 11:38
die Folge - ich mache die Steuer selbst, wir treffen ab und zu den Steuerberater, wenn wir Beratungsbedarf haben - und zahlen dann die "Beratung". Das ist eine gute Idee.

Ich war mit meinem Steuerberater total unzufrieden und mache die Steuer inzwischen auch wieder selbst. Wenn ich eine Frage habe, kontaktiere ich direkt meinen Sachbearbeiter beim Finanzamt.

Mein Eindruck war: der Steuerberater verursachte mir nur hohe Kosten, mit "Beratung" war gar nichts. Den Abschluss machte ohnehin ein Mitarbeiter und nicht er selbst.
Der Steuerberater bot zwar zu jedem Jahresabschluss einen Gesprächstermin an, aber dabei leierte er nur seine Fachbegriffe runter. Wenn ich ihn darum bat, etwas genauer zu erklären, wurde er ungeduldig und schlug einen Ton an, als rede er mit einem doofen Kind. Insgesamt war mein Eindruck, dass ich ihm als Kundin eher lästig war: Einpersonenfirma, noch dazu in einer Branche mit Sonderbestimmungen, die er erst recherchieren musste.
Er war eindeutig der Falsche für mich.

Promethea71
12.02.2011, 12:11
Dann gebe ich Belege samt EÜ an den Steuerberater und der bzw. seine Mitarbeiterin sieht dann nochmal alles durch und bucht es für`s Finanzamt.

Was heißt er bucht es fürs Finanzamt ?

Wie buchst du denn ? Exceltabelle ? Buchhaltungsprogramm ? Machst du deine USt-VA selbst ?

Ich halte das bei meinen Mandanten ganz unterschiedlich ja nach deren Wünschen und Möglichkeiten.

Es gibt welche, die machen die gesamte Buchhaltung selbst mit ihm Programm und ich übernehme am Ende des Jahres die Zahlen in mein Programm (schließt Zahlendreher beim Buchungsbetrag aus) und kontrolliere die Zuordnung zu den Buchhaltungskonten und mache die Abschlussbuchungen und die Steuererklärungen. Das gleiche geht auch, wenn der Mandant in Excel bucht, wenn auch mit etwas mehr Aufwand.

Ich habe aber auch welche, die machen nix außer ihre Belege sortieren und bringen die dann jeden Monat zum buchen. Und dann gibt es noch verschiedene Möglichkeiten dazwischen.

Bei dir habe ich das Gefühl, dass an irgendeiner Stelle doppelter Aufwand entsteht, der dann auch fehleranfällig ist.

Liebe Grüße

promethea

Lenea
12.02.2011, 18:32
Ich tippe alle meine Ein-und Ausgaben in eine EÜ-Exel-Tabelle ein. Die Belege liefere ich samt dieser ausgedruckten Tabelle ab.

Wo könnte ein doppelter Aufwand entstehen, was meinst du?

Ich selbst möchte den Überblick behalten über meine Ein-und Ausgaben, schreibe deshalb alles auf. Und der Steuerberater hat dann halt nochmal sein ganz eigenes System, weist dann auch die Sachkonten nochmal anders zu usw. Im Grunde ist es schon "doppeltgemoppelt" aber es scheint nicht wirklich miteinander kompatibel.

Eteterfon
19.02.2011, 16:48
Wo könnte ein doppelter Aufwand entstehen, was meinst du?
z. B. damit, dass Du ihnen einen Ausdruck von Deinem Excel lieferst und sie nochmal alles eintippen, was Du ja schon gemacht hast. Da kannst genauso gut es die komplett machen lassen - und Dir die Buchungsvorgänge für Deinen Überblick dann hinterher zusenden lassen. Der Aufwand beim SB sollte nahezu derselbe sein. Du würdest aber Deine Zeit einsparen.

Utetiki
19.02.2011, 17:03
Lenea, womit arbeitet denn Dein Steuerberater?

Ich habe z.B. das "kleinste" Programm der Datev installiert und buche selbst. Die monatlichen Ust-VA werden damit erstellt und vor allem die BWAs.

Einmal im Jahr geht dann der Buchführungsbestand zum Steuerberater, der dann die Bilanz erstellt.

Zwischendurch brauche ich ihn dann wirklich nur zur Beratung.