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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Angehender Freiberufler: Was kassiert der Staat



toom_
02.02.2011, 15:50
Ich werde demnächst wahrscheinlich für einen Freiberufler als Freiberufler arbeiten. Das sieht dann so aus, dass ich ihm dann eine Rechnung für meine Tätigkeit schreiben werde. Nun habe ich im Internet ein wenig recherchiert um herauszufinden wieviele Abgaben ich an den Staat abdrücken muss.

1. Umsatzsteuer
2. Einkommenssteuer

Wenn ich zB 20€/Stunde bekomme, und ich dann zB 10 Stunden im Monat gearbeitet habe, dann muss ich also 20€*10*0.19 = 200€ * 0.19 = 38€ Umsatzsteuer zahlen?

Zusätzlich muss ich dann auf das was übrig bleibt (ist alles mein Gewinn) ganz normal Einkommenssteuer zahlen, was man mit jedem beliebigen Abgabenrechner ja nachrechnen kann (zB hier: https://www.abgabenrechner.de/ekst/ekst.jsp?in_einkommen=15552&in_verheiratet=0&in_jahr=2010&berechnen= )

Beispiel-Rechnung:
80 Stunden / Monat bei 20€ / Stunde, macht dann 1600€ brutto im Monat, davon muss ich dann Umsatzsteuer abziehen, sind 304€, also blieben noch 1296€ übrig.

1296€ monatlich sind auf das Jahr hochgerechnet 15552€, worauf ich dann Einkommenssteuer zahlen müsste, und das sind dann laut Gehaltsrechner 1632,08€ Einkommenssteuer. Bleiben also netto für das Jahr 13920€ übrig.

Ob das hier jetzt eine realistische Darstellung meiner Einkünfte ist, ist erstmal egal, es geht mir nur darum, ob ich korrekt gerechnet habe, oder habe ich noch irgendwelche Abgaben ans Finanzamt vergessen?

Matratze
02.02.2011, 17:16
Und jetzt möchtest Du, dass ein User Wissen abdrückt?

Lenea
02.02.2011, 18:33
Wenn du selbst Freiberufler bist, dann musst du natürlich auch noch die anteiligen Kosten für dein "Geschäft" anrechnen wie Material, Bürobedarf, Werbung usw. Hinzu kommt die Krankenversicherung, andere Versicherungen, Kosten vom Fahrzeug, Fahrtkosten usw. All das musst du prozentual abziehen, um dann auf den tatsächlichen Gewinn zu kommen.

So würde ich jedenfalls rangehen....

toom_
02.02.2011, 18:53
Danke für die Antwort. Es geht mir erstmal nur um die Steuern. Krankenversicherung etc und Materialien, die ich von der Steuer absetzen kann, interessieren in dieser Rechnung erstmal nicht. Es geht nur um meine konkrete Frage.

Muss ich zunächst erstmal diesen beiden Steuern zahlen? Ja/Nein oder es kommt noch was dazu.

Matratze
02.02.2011, 18:57
Du solltest einen Steuerberater aufsuchen, der wird Dir genau erklären, ob Du am Umsatzsteuerverfahren teilnehmen kannst, musst, solltest.

Diese Frage lässt sich so nicht abschließend beantworten.

jackpot
02.02.2011, 18:59
...Gewerbesteuer wurde vergessen...

toom_
02.02.2011, 19:22
Nein, Gewerbesteuer muss ich nicht zahlen.

Ich möchte erstmal keinen Steuerberater befragen, sondern eine Orientierung.

Matratze
02.02.2011, 20:19
Die Orientierung bekommst Du dort, gönn sie Dir.

Die ist nämlich abgestimmt auf Deinen persönlichen Einzelfall.

Inaktiver User
02.02.2011, 20:48
Wenn ich zB 20€/Stunde bekomme, und ich dann zB 10 Stunden im Monat gearbeitet habe, dann muss ich also 20€*10*0.19 = 200€ * 0.19 = 38€ Umsatzsteuer zahlen?

Die Rechnung kapiere ich nicht. Wenn Du 20,-EUR inkl. MwSt. bekommst, sind das Netto: 16,81EUR, 3,19EUR MwSt.

Bei 2.000,-EUR führst Du also 319,00EUR ab, bleiben 1681,00EUR. Und den Steuersatz kannst Du in der aktuellen Tabelle nachschlagen.

Ich glaube die IHK bietet auch Existenzgründerinformationen an.

Inaktiver User
02.02.2011, 20:52
Nein, Gewerbesteuer muss ich nicht zahlen.

Ich möchte erstmal keinen Steuerberater befragen, sondern eine Orientierung.

Die beste Orientierung bieten dir im Moment die gelben Seiten, dort sind Steuerberater aufgeführt.
Ein Besuch bei einem Steuerberater ist in meinen Augen für dich unerläßlich.

Ebenso solltest du dringend ein Existenzgründerseminar besuchen. Das sehe ich wie Ullatrulla.

Deine Rechnung ist in der Tat vollkommen falsch.

u24y
02.02.2011, 23:15
Da ich eine Steuerberaterin habe, die das für mich macht, bin ich mir nicht sicher, aber gibts nicht noch irgendwelche Soli-Zuschläge auch für Freiberufler? Ist zwar nicht der Staat, aber welche Keule ich auch hasse (da sie immer erst nach über einem Jahr nach der Einkommenssteuererklärung kommt): die schöne Rente, die uns später eh nix bringt, haut dann nochmal mit ca. 19,9 % zu und führt bei einem erfolgreichem Jahr oder erfolgreicherem Jahr als das zuvor zu satten Schocknachzahlungen.

u24y
02.02.2011, 23:22
Die Rechnung wäre nicht falsch, wenn mit 20 Euro der Nettoverdienst gemeint ist. Ich kenne sehr viele Selbständige, die für mich arbeiten, die immer automatisch den Nettolohn meinen, wenn sie eine Zahl unkommentiert von sich geben. Natürlich ist es dann immer netto gemeint gewesen, und somit für mich teurer.
Somit wäre die Rechnung richtig. Aber wie gesagt, ich glaube das Finanzamt hat noch andere schöne Abgaben auf Lager. Dafür würde ich auch einen Steuerberater fragen - oder das Finanzamt selbst. Manchmal sind da ganz hilfreiche Beamte, wenn auch selten!

Matratze
03.02.2011, 11:34
Da ich eine Steuerberaterin habe, die das für mich macht, bin ich mir nicht sicher, aber gibts nicht noch irgendwelche Soli-Zuschläge auch für Freiberufler?

Solidaritätszuschlag zur Einkommensteuer ja, ist ein Wisch.


Die Rechnung wäre nicht falsch, wenn mit 20 Euro der Nettoverdienst gemeint ist.

So hat er aber nicht gerechnet.



Beispiel-Rechnung:
80 Stunden / Monat bei 20€ / Stunde, macht dann 1600€ brutto im Monat, davon muss ich dann Umsatzsteuer abziehen, sind 304€, also blieben noch 1296€ übrig.

Im www wird es viele Aussagen und Infos geben für ihn - aber welche sind zutreffend und aktuell?

Wenn man so wenig Einblick hat, sollte man sich vor Ort an Fachleute wenden.
Da bekommt man rechtsverbindliche Auskünfte und eine angemessene, fallbezogene Beratung.

Salima
04.02.2011, 17:21
Nicht böse sein Toom_ aber Du scheinst nicht wirklich viel Ahnung von Steuern zu haben. Das ist kein Problem, denn es geht vielen Leuten so. Du solltest Dich auf jeden Fall vom Steuerberater beraten lassen und ein Existenzgründungsseminar besuchen. Dieses wird oft kostenlos bei der IHK angeboten.

Normalerweise berechnest Du Deinem Kunden einen Stundensatz, z.B. Euro 20,-, auf die Gesamtrechnung berechnest Du 19% Umsatzsteuer. Die Umsatzsteuer muss monatlich oder pro Quartal an das Finanzamt abgeführt werden. Mit der eingenommenen Umsatzsteuer kannst Du die gezahlte Umsatzsteuer (natürlich nur für Ausgaben die mit Deiner Freiberuflichkeit zusammenhängen) verrechnen. Der so errechnete Betrag ist an das Finanzamt abzuführen.

Im Folgejahr machst Du für das vergangene Jahr die Steuererklärung. Auf Basis Deiner Einnahmen aus Gewerbebetrieb wird die Einkommenssteuer berechnet. Solltest Du gewerbesteuerpflichtig sein, so wird die Einkommenssteuer aufgeteilt. 2/3 sind Einkommenssteuer und an das Finanzamt abzuführen, 1/3 ist Gewerbesteuer und an die Gemeinde in der Du wohnst abzuführen.

Auf Basis Deiner Einnahmen aus Gewerbebetrieb berechnet das Finanzamt eine Einkommenssteuervorauszahlung, die Du pro Quartal an das Finanzamt abführen mußt.

Wahrscheinlich habe ich Dich jetzt noch mehr verwirrt, aber wie gesagt, der Gang zum Steuerberater hilft.

Lucii
05.02.2011, 09:56
Und jetzt möchtest Du, dass ein User Wissen abdrückt?

Qualifiziert man sich mit solchen Beiträgen zum Moderator? Und lebt ein Forum nicht davon, dass Meinungen geäußert werden und, ja, auch Wissen abgedrückt wird? Ich denke zwar auch, dass für Existenzgründer der Gang zu einem Steuerberater unerlässlich ist, aber es spricht ja nichts dagegen, sich vorab schon mal was anzulesen. Wer bist Du denn, dass Du einem TE schon in der ersten Antwort, welche überhaupt zu dem Thema abgegeben wird, so eine Unverschämtheit hinrotzt?

Sariana
05.02.2011, 10:19
Lucii,
ich kann deine Verärgerung nachvollziehen.

Dennoch bekomme ich Bauchgrummeln, wenn so blauäugig an die Selbstständigkeit herangegangen wird und, wie bereits mehrfach erlebt, vom Forum erwartet wird mit einem Crash-Kurs für Existenzgründer aufzuwarten.

Der/die TE bezeichnet sich als angehenden Freiberufler, der/die für einen weiteren Freiberufler arbeiten wird.
Nur weil er/sie für einen Freiberufler arbeitet bedeutet das noch lange nicht, dass er/sie selbst freiberuflich tätig ist.

Ist der Auftraggeber sein einziger, eine Frage der Scheinselbstständigkeit.

Und das ist erst der Anfang des Fragenkatalogs - für dessen gemeinsame Abarbeitung andere Existenzgründer freiwillig Geld bezahlen.

Inaktiver User
05.02.2011, 10:24
Ich würde einen Steuerberater aufsuchen, die beraten auch bei der Existenzgründung.

Ansonsten gern auch mal im TV gucken - bei den Auswanderen zum Beispiel. Schief gehen kann es nämlich schnell.

Die Kosten sind erstmal sehr hoch - Krankenkasse, private Rente, etcpp und dann ein Büro und die Ausstattung, wenn es nicht von zuhause aus geht.

Und die Frage : ist es sicher Freiberuflich oder einfach nur Gewerbetreibend? Es gibt strenge Regeln dafür.

Ein Steuerberater löst alle diese Fragen auf!

Sariana
05.02.2011, 10:26
Und die Frage : ist es sicher Freiberuflich oder einfach nur Gewerbetreibend? Es gibt strenge Regeln dafür.

Ein Steuerberater löst alle diese Fragen auf!

Wenn es nur so einfach wäre :smirksmile: :pfeifend:

Matratze
05.02.2011, 12:55
@Lucii:

Ich habe die Wortwahl des TE aufgegriffen.

Gerade in Steuerfragen wird sehr viel Halbwissen weitergegeben.
Das ist hier genauso wie im RL.

Das Wissen, das hier gepostet wird, ist nicht rechtsverbindlich, jeder kann hier schreiben.

Es ist nicht so, dass der TE hier in ein Fachbuch schaut, um sich etwas anzulesen.
Er kann ncht beurteilen, was er zu lesen bekommt.

Rechtsverbindliche Beratung gibt ein Steuerberater.
Dessen Ausbildung hat viel Zeit und Geld gekostet.

u24y
05.02.2011, 13:31
ich muß lucii recht geben, die moderation ist unverschämt, kein wunder dass sich der/die fragende nicht mehr äußert. bin neu im forum und werde es mir überlegen bei solch moderatoren frei zu fragen, was mir auf den nägeln brennt!!! oder ist so ein moderator hoffentlich nur ein einzelfall?!!

Lucii
05.02.2011, 14:45
@Lucii:

Ich habe die Wortwahl des TE aufgegriffen.

Das finde ich falsch dargestellt, denn dieser vergriff sich nicht im Ton, und das Wort abdrücken, falls Du dieses meinen solltest, wurde in einem anderen Zusammenhang und auch nicht gegenüber einer Einzelperson genannt.

Und Deine Erklärungen dazu, dass die Ausbildung eines Steuerberaters Geld kostet, sind in dem Zusammenhang gar nicht von Bedeutung. Ich spreche schließlich keinem Steuerberater ab, dass er mit seinen rechtsverbindlichen Aussagen Geld verdient. Ich habe mich lediglich gegen Dein unverschämtes Ein-Satz-Posting, welches Du dem TE in #2 hingerotzt hast (anders kann man es leider nicht nennen), ausgesprochen.

Ich bin ganz dafür, dass Jemand, der unternehmerisch tätig werden will, sich fachkundigen und damit halt auch normalerweise kostenpflichtigen Rat holt. Hat aber nichts, wirklich gar nichts mit meinem Einwand zu tun, da es mir ja um etwas Anderes ging. Am Forumseingang steht übrigens "Hinweis: Tipps von UserInnen haben keine rechtliche Verbindlichkeit und ersetzen keinen Rechtsbeistand.". So wie vor den Gesundheitsforen halt eben auch darauf hingewiesen wird, dass ein User keinen Arzt ersetzen kann. Trotzdem werden auch dort Fragen gestellt und beantwortet. So ist das eben in einem Forum. Wofür sind wir denn sonst hier, wenn nicht für einen Austausch miteinander? Doch sicher nicht zum Beleidigen oder zum Posten von Erfahrungen mit darmverträglichem Joghurt, oder?

Lucii
05.02.2011, 14:52
Lucii,
ich kann deine Verärgerung nachvollziehen.

Dennoch bekomme ich Bauchgrummeln, wenn so blauäugig an die Selbstständigkeit herangegangen wird und, wie bereits mehrfach erlebt, vom Forum erwartet wird mit einem Crash-Kurs für Existenzgründer aufzuwarten.

So hatte ich das nicht empfunden, ehrlich gesagt. Muss aber nicht heißen, dass ich nicht vll falsch liege. Ist ja nur meine eigene subjektive Einschätzung :smirksmile:. Wobei es mir auch darum gar nicht ging, wie der TE seine berufliche Laufbahn plant, aber das möchte ich eigentlich gar nicht ausweiten. Ist hier sicher nicht der richtige Platz dafür. Ich wollte nur auf den einen genannten Satz aufmerksam machen und der kam ja auch gar nicht von Dir. Nicht mehr, nicht weniger. Thematisch finde ich das schon ganz richtig, dem TE zu sagen, dass er bei einem Fachmann bzw einer Fachfrau besser aufgehoben wäre :blumengabe:

coco13
05.02.2011, 14:53
ich muß lucii recht geben, die moderation ist unverschämt, kein wunder dass sich der/die fragende nicht mehr äußert. bin neu im forum und werde es mir überlegen bei solch moderatoren frei zu fragen, was mir auf den nägeln brennt!!! oder ist so ein moderator hoffentlich nur ein einzelfall?!!

Anmerkung der Moderation:

Die Moderatoren dieses Forums sind Malina70 und ich. Alle anderen, die hier schreiben, tun das als normale User. Für die, die neu hier sind, gibt es in den FAQs diesen Abschnitt, dort wird auch erklärt, wie man sieht, welcher Moderator zuständig ist: BRIGITTE.de-Community - Hilfe / FAQ: <b>Registrierung, Moderation und Generelles</b> (http://bfriends.brigitte.de/foren/faq.html?faq=vb_user_maintain#faq_vb_moderator_exp lain)

Es wäre schön, wenn wir wieder zum Ausgangsthema zurückkommen könnten.

Danke!
Coco13

Inaktiver User
08.02.2011, 11:16
Ansonsten gern auch mal im TV gucken - bei den Auswanderen zum Beispiel.

Ich empfehle, andere Formate anzusehen. Dann hätte man für eine so wichtige Sache wie eine Unternehmensgründung auch zumindest das notwendige elementare Wissen. Hier empfiehlt sich auch, solche Teufelswerke wie Zeitungen und andere Druckerzeugnisse in die Hand zu nehmen.
Ich nenne die Frage auch blauäugig und vor allen Dingen bequem.
Ein Forum ist für individuelle Ratschläge und Erfahrungsaustausch da. Aber doch nicht für die simple Beantwortung von Fragen, die dank Google innerhalb von Sekunden gelöst werden können. Das ist Faulheit. Und von einem Gründer erwarte ich auch, dass er Google zu bedienen weiß. Ansonsten sollte er im Jahr 2011 das Gründen besser lassen und weiter den Rechenschieber benutzen.