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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : elterngeld und selbständig



u24y
31.01.2011, 21:38
hallo ihr berufstätien mütter,
bekomme jetzt seit einem halben jahr schon elterngeld und sehe nur einmal die woche in meinem laden nach dem rechten. Dank meiner Vertretung läuft es bis jetzt auch ganz gut, natürlich bleibt weniger übrig, aber wenn ich das Jahr ohne ein Minus rumgeht bin ich zufrieden. Dank einer guten Vertretung scheinen das die Kunden auch gut mitzumachen. Will als Selbständige im ersten Jahr mehr bei meinem 2. Kind bleiben als beim ersten, da war ich schon nach 2 Wochen fast vollzeit da. Von euch da draußen möchte ich wissen, ob jemand den Fall schon hatte, da es mir leicht unheimlich ist, meinen eigenen laden so lange allein zu lassen, auch wenn alles scheinbar gut klappt...
letztendlich denke ich, dass Frauen endlich dazu stehen sollten, dass sie trotz karriere auch was von ihren Kindern haben wollen. zu schnell sieht man sich selbst aus rabenmutter oder aber als hausmutti, anstatt für sich zu fordern, beides zu haben: Erfolg im Beruf UND viel zeit mit den kindern.
So rufe ich die selbstbewußten selbständigen Damen da draußen auf zu unserer eigenen Stärkung Erfahrungen auszutauschen.

Lenea
02.02.2011, 18:41
Liebe U24y, ich denke, es ist eine Frage der persönlichen Prioritäten und natürlich auch der finanziellen Ausstattung. Die Zeit mit den kleinen Kindern kommt nie wieder, das ist erstmal fakt. Und eine Mutter hat das Kind auch nur eine...

Der Laden muss natürlich trotzdem laufen, die Frage ist, wie deine Kunden langfristig reagieren. Lässt sich nicht so leicht abschätzen, oder? Wie sicher bist du dir bei deiner Aushilfe, arbeitet sie ganz und gar in deinem Sinne oder schleicht sich da doch still und heimlich etwas ein, das du hinterher mühsam ausbügeln musst?

Ich würde immer mit "einem Ohr" im Geschäft bleiben, die Verantwortung nimmt dir keiner ab. Und vielleicht in den Hauptstoßzeiten auch präsent sein, um den Kunden das Gefühl der Kontinuität zu gehen. Verkaufen hat halt doch auch immer mit Gefühl und Bindung zu tun.

Inaktiver User
02.02.2011, 21:37
Hallo U24y,

ich selbst hab mich gegen Kinder (und auch gegen eine Aushilfe) entschieden, weil ich als Perfektionist niemals das Geschäft in fremde Hände geben könnte. Ich hab sogar schon Probleme, wenn mein Partner Dinge macht. Ich würde genauso wie Lenea schreib immer mal reinschauen, ob alles in Deinem Sinne läuft. Eine Aushilfe hat nichts zu verlieren.

Es gibt ja auch noch einen Weg zwischen komplett abgeben und selbst wieder Vollzeit einsteigen.

u24y
02.02.2011, 22:07
Hallo Lenea und Ulla,
klar ist es mir sicherer selbst vor Ort zu sein. Doch schon vor den Kindern, als der Kundenstamm zu wachsen begann, mußte ich lernen abzugeben, da ich gemerkt habe, dass die Qualität leidet, wenn ich nur noch aus meinem Laden bestehe. Dass ich ein Jahr lang dann nur noch einen Vormittag die Woche da wäre, hätte ich mir vorher niemals träumen lassen. Ich könnte ja jederzeit meiner Vertretung sagen, ich komme schon früher vermehrt zurück. Doch mein Bauchgefühl ist hin-und hergerissen, tendiert aber in die Richtung, dass ich es später bereuen würde, mir diese Zeit nicht zu gönnen. Ich sehe es an meiner dreijährigen Tochter, der die Zeit in der Kita guttut und so automatisch wieder freie Zeit für den Laden entsteht.
Mit meinen Mitarbeitern kann ich glaube ich ziemlich zufrieden sein, wir sind, wenn auch mit einer Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Distanz so gut wie befreundet. Hin und wieder zweifle ich, ob ich als Chefin mit monatlichen Teamsitzungen gerecht werden kann. Dann überwiegt wieder das Gefühl dass es mir auch als Chefin zusteht mich zu vermehren und ich es meinen Mitarbeitern, wenn es soweit ist auch ermöglichen werde und muß und dann auch mehr Verständnis haben werde.
Ich finde es nicht traurig ohne Kinder zu bleiben, weil man es wirklich so möchte. Ich finde es aber furchtbar, wenn man sich - wenn auch unterbewußt - vor die Wahl gestellt sieht: entweder Laden oder Kinder. Im Nachhinein kann ich sagen, war das so bei mir, weil ich mich nie getraut hätte, mich bewußt für Kinder zu entscheiden. Ich finde allen müßte klar sein, dass eine erfolgreiche Frau zwischendrin aussetzt um sich fortzupflanzen, ohne dass sie "dann ja raus ist". Natürlich weiß eine erfolgreiche Frau dass sie sich zwischendrin fortbilden muß und einiges aufholen muß, aber der Grundtenor hier in Deutschland traut uns das offenbar nicht zu.
Wie seht ihr das, Ulla und Lenea?
Hat jemand da draußen denn schonmal mit eigenem Laden Elterngeld bezogen?

Lenea
03.02.2011, 21:20
Liebe Ulla, als ich in die Selbständigkeit ging, waren meine Kinder schon lange aus dem Kleinkindalter raus und grade mitten in der Pubertät. Und auch das ist eine Phase, in der sie einfach viel Begleitung brauchen - natürlich ganz anders als in der Kleinkindzeit und mit viel mehr Freiheit im beruflichen Feld aber doch mit viel "Entwicklungsbegleitung" in Form von Gesprächen, Konfliktlösungen, Präsenz. Ich finde es ziemlich cool, mein Büro und die Praxis hier im Haus zu haben und nur teilweise unterwegs zu sein. Heißt nicht, dass ich ständig um meine Kinder "rumglucke" aber ich bin halt im Notfall Ansprechpartner und fast immer auch da, wenn sie nachmittags heimkommen und einen kleinen Schwatz brauchen.

Ich denke, dass es nicht um eine "entweder-oder" Entscheidung zu gehen braucht, meine, dass sich Mutter-sein und einen eigenen Laden haben gut vereinbaren lässt, wenn man sich innerliche Prioritäten setzt. Soundsoviele Tage/Stunden Laden, soviele Tage/Stunden zu Hause. In den meisten Fällen haben die Kinder ja auch noch einen Vater und der darf sich erziehungs-und präsenztechnisch ja ruhig auch engagieren.. Oder wie siehst du das, Ulla?

Ich kenne viele Familien mit kleinen und mittleren Unternehmen (und stamme selbst aus so einer Familie), in denen die Frauen im Geschäft mitarbeiten und die Kinder dann auch mit groß werden. Solange sie noch ganz klein sind, brauchen sie natürlich viel Aufmerksamkeit aber das wird ja mit dem Älterwerden auch besser.

Es gibt Krippen, Kindertagesstätten, Tagesmütter,... die man doch ruhig punktuell nutzen darf. Heißt ja nicht, dass man eine Rundumfremdbetreuung favorisiert aber ein paar Stunden am Tag sind doch durchaus drin und auch entlastend für beide Seiten.

Ich denke, je klarer du deiner Mitarbeiterin gegenüber bist, umso leichter findet sie sich rein und arbeitet auch in deinem Sinne. Wenn du ihr die Freiheit lässt, vielleicht auch ein bisschen "unternehmerisch" zu denken und Eigeninititative zu zeigen, wird sie es dir danken und dich dann auch entlasten. Kontraproduktiv wäre glaub ich eine Chefin, die zwar sagt, sie macht Auszeit aber kreuzt dann doch jeden Tag auf und vermittelt das Gefühl, dass es nicht gut läuft ohne sie...

Wie planst du es denn Ulla, mit dem Wiedereinstieg?

u24y
05.02.2011, 13:37
hallo lenea,
meinst du mit ulla eigentlich doch mich?
lg,
u24y

Lenea
06.02.2011, 11:50
Ohr sorry, u24y, natürlich meine ich dich...:smile:, habe mal wieder zu schnell geantwortet und nicht richtig hingeschaut... so kanns einem gehen.

Hoffe, du hast dich trotzdem angesprochen gefühlt ...:smirksmile:

Schönen Sonntag dir und der ganzen Familie
Lenea

Lenea
11.02.2011, 21:27
Hallo u24y, liest du noch mit?

u24y
19.02.2011, 14:05
Da ich vorzeitig wegen ungewöhnlich schlechten Winterzahlen etwas mehr auf Arbeit bin, finde ich jetzt erst Zeit zu antworten. So kann ich aber gleich was zum Wiedereinstieg berichten. Hatte vorher nämlich Angst, einen ganzen Tag von morgens bis abends weg zu sein. Zum einen ob ich körperlich bei so vielen angesammelten nichtgeschlafenen Stunden das überhaupt schaffen würde, und zum anderen konnte ich es mir gar nicht vorstellen, den kleinsten einen ganzen Tag lang nicht zu sehen, wo wir in den letzten Monaten nur zusammen waren. Beides ist erstaunlicher Weise nicht ganz so schlimm, da ein anderer Teil in mir aufatmete. Endlich wieder mehr die Fäden in der Hand haben! Außer wenn sehr streßig wird, dann würde ich gern lieber wie früher als Single nach Hause kommen um nur noch die Füße hochzulegen. Selbst wenn mein Mann an den jetzt 3 Tagen in der Woche, an denen ich arbeite, mir alles abnimmt, läßt es mich nicht kalt, wenn der kleinste weint.
Trotz schlechter Zahlen haben wir vor Ablauf des Elterngeldjahres eine sechswöchige Reise eingeplant. Das wird also neu spannend: Wie kontrolliere ich den Geschäftskontostand von Italien aus. Was passiert mit unaufschiebbaren Angelegenheiten, die nur ich als Inhaberin erledigen kann. Andrerseits könnte ich mal sechs Wochen aus anderen Gründen ausfallen und es müßte irgendwie gehen, oder? Ich finde eine längere Reise in dieser anstrengenden Zeit wichtig.
Was sagt ihr dazu?
Lg,
u24y