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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : "Was passiert mit unserem Baby...



Consuella
26.01.2011, 17:41
...wenn uns etwas zustößt?"

Diese Frage beschäftigt mich sehr seit mir eine Bekannte erzählt hat, dass sie zur Zeit ein Pflegekind betreut. Die Mutter des Jungen liegt im Sterben und es gibt niemanden in der Familie, der den Kleinen aufnehmen könnte...:niedergeschmettert:

Habt ihr euch schon mal Gedanken darüber gemacht, wer eure Kinder in einem solchen Fall aufnehmen soll? Wenn ja, nach welchen Kriterien habt ihr diese Person(en) ausgewählt? Habt ihr das auch schriftlich festgehalten? In welcher Form?

Lg,
Consuella

Hoppypoppy
26.01.2011, 19:28
Consuella, ja, wir haben uns diese Gedanken gemacht. Meine Schwester wäre unser Favorit. Leider hat sie gerade erst angefangen zu arbeiten und wäre vermutlich erst in einigen Jahren in der Lage, unsen Sohn neben ihrem Job zu betreuen.
Meine Eltern oder die Schwiegers halten wir nicht für die ideale Besetzung.
Allerdings würde das alles ja auch nur für den Fall eintreten, dass Hoppymann und ich bei einem Unfall zeitgleich sterben, denn im Falle einer Krankheit, wäre eben der anderer Partner noch da.
Wichtig war uns vor allem, dass unsere Kinder wirtschaftlch abgesichert sind. Damit Geld keine Rolle spielt, wenn es um die Betreuung geht.

lara1803
26.01.2011, 19:32
...
Habt ihr euch schon mal Gedanken darüber gemacht, wer eure Kinder in einem solchen Fall aufnehmen soll? Wenn ja, nach welchen Kriterien habt ihr diese Person(en) ausgewählt? Habt ihr das auch schriftlich festgehalten? In welcher Form?

Lg,
Consuella

unser sohn wäre zu seinem paten gegangen, wir haben das schriftlich festgehalten. das kriterium war dass er unseren sohn in unserem sinne gross zieht, das hätte er sicherlich getan.

die familie kam nicht in frage.

lara

crazy79
26.01.2011, 20:46
Bisher hab ich da nicht so genau nachgedacht - und wenn, habe ich in Gedanken einfach beschlossen, dass der Mini dann bei meinem Bruder, meinen Eltern oder meinen Schwiegereltern unterkommen wird. Genauso wie es andersrum (sollte mein Bruder und seine Frau sterben) wahrscheinlich eher "zu viele" Möglichkeiten für seine Kinder geben würde. Dafür ist das Verhältnis in unserer Familie zu gut, als dass man da die Kinder im Stich lassen könnte. Und bei allen Möglichkeiten wüsste ich den Kleinen gut aufgehoben. (Ist wahrscheinlich eine absolute Luxusposition, in der wir uns da befinden...)

Talea1982
26.01.2011, 22:44
Das ist eine sehr gute Frage!

Am liebsten wäre mir meine Zwillingsschwester. Sie würde am Besten wissen WIE ich den Kleinen erzogen hättte. Da sie aber psychisch krank ist, könnte ich ihr so eine Last nicht aufbürden. Sie kommt kaum mit sich selbst klar.

Die zweite Option wäre meine 10 Jahre ältere Schwester. Sie ist in allem übergenau, achtet viel auf Erziehung und ist finanziell sehr gut begütert:smirksmile:. Widerum komme ich mit ihrer Genauigkeit auch oft nicht klar und frage mich, ob das mein Sohn bekommen würde....................... Achso, sie hat selbst zwei Jungs 10,und 4 Jahre alt.

Zu der Schwiegerfamilie würde ich ihn definitv NICHT geben. Schmutti zu alt und zu unbeholfen (hartz4 und keine Besserung in Sicht, 1 Zimmer verqualmte Wohnung). Teils total verpeilt............... ich denke auch das Alter.

Schwiegervater zwar superlieb, aber eben auch zu alt.

Der Schwager hat ne Drogenvergangenheit und es ist nicht klar, ob er immer noch was nimmt. Bzw. ist das meine Einschätzung und das muss nix heissen. Er kann nicht mit Geld umgehen, verbrasst gleich alles, ist in gewissen Kreisen unterwegs (rechts) und das will ich ÜBERHAUPT NICHT. Von Kopf bis Fuß mit bestimmten Symbolen tätowiert (Gewalt) und er hat einen Pitbull, der nicht ganz dicht ist.

Also von der Schwiegerfamilie würde ich KEINEN nehmen.

Würde also nur noch die Option 2 bleiben. Aber ob das das richtige wäre? Geld ist ja nicht alles. Sie liebt ihre Jungs, ganz klar, aber würde sie auch meinen lieben können?

Ist also wirklich ne super schwierige Frage. Zu Fremden würde ich ihn aber genauso wenig geben:blumengabe:

Die Frage ist demnach mal genaueren Überlegungen wert:blumengabe:

colina99
26.01.2011, 22:54
Hallo,

das ist eine Frage, über die man am liebsten gar nicht nachdenken würde, durchaus aber sollte - denn so einfach, dass man sich mal eben überlegen kann, bei wem die Kinder am besten aufgehoben wären, ist es leider nicht.

Ich hoffe, ich gebe das juristisch korrekt wieder: Mein Mann und ich haben eine Generallvollmacht unterzeichnet, in der wir natürlich uns gegenseitig an erste Stelle gesetzt haben, aber auch für den Fall, dass uns beiden etwas zustößt, eine weitere Person bevollmächtigt, unsere Interessen zu vertreten. Ist bei mir meine Mutter, bei ihm seine Schwester.

Wenn uns nun etwas zustößt und wir beide nicht mehr für unsere (3) Kinder da sein können, können unsere Bevollmächtigten beeinflussen, wo unsere Kinder künftig aufwachsen werden. Hat man eine solche Vollmacht nicht, setzt automatisch das Jugendamt einen Vormund ein, der dann diese Entscheidung übernimmt. Und nur, weil man selber die Kinder gern zu diesem oder jenem Verwandten oder Freund gegeben hätte, muss dieser sich dem nicht anschließen und kann bestimmen, das Kind beispielsweise in eine Pflegefamilie zu geben.

Vielleicht kann mich jemand mit mehr juristischem Fachwissen berichtigen, wenn das so nicht stimmen sollte, aber das ist das, was mir in Erinnerung geblieben ist - das waren sehr viele Informationen im Zusammenhang mit dieser Vollmacht.

Liebe Grüße

Colina

Tigerente
26.01.2011, 23:06
Als mein Mann und ich einen Ehevertrag gemacht haben, wies uns die Notarin darauf hin, dass wir zum gleichen Preis auch noch einen Erbvertrag mitmachen können und sollen (ich war damals schon sehr sichtbar schwanger). In diesem Erbvertrag ist z. B. geregelt, wer das Erbe verwaltet, bis das Kind 25 Jahre alt ist, da ist festgeschrieben, dass der Betreffende für eine ordentliche Ausbildung für das Kind zu sorgen hat, aber ich glaube, nicht ganz explizit, das der/die Betreffende auch außerhalb des Finanziellen für das Kind sorgen soll.
Bei uns sind das die Schwester meines Mannes und ihr Mann, zum Entsetzen meiner Mutter, da das meiste Geld von meiner Seite der Familie kommt - aber ich setze doch nicht jemanden ein, der 24 Jahre älter ist als ich (meine Mutter), wenn ich meiner Schwägerin und ihrem Mann vollkommen vertraue...
Die Notarin riet sehr dazu, gerade das Finanzielle zu regeln, vor allen Dingen dafür zu sorgen, dass das Kind nicht in vollem Umfang sofort mit Volljährigkeit über das Erbe verfügen kann, da die meisten 18jährigen doch noch nicht so verantwortungsbewusst seien, damit vernünftig umzugehen.

Symphonie
26.01.2011, 23:11
colina
wo habt ihr diese Vollmacht gemacht und weißt du,wie teuer sowas in etwa ist? Wo habt ihr sie hinterlegt?

colina99
26.01.2011, 23:16
Symphonie, die Generallvollmacht kann man nur vom Notar beurkunden lassen. Wir haben das gleichzeitig mit Patientenverfügungen geregelt (die man im Gegensatz zur Generallvollmacht nicht zwingend beim Notar beurkunden lassen müsste) und haben, wenn ich das richtig im Kopf habe, pro Person knapp 100 Euro gezahlt.

Symphonie
26.01.2011, 23:22
wir waren ja nun sehr oft beim Notar wegen Hauskauf, mensch,da habe ich nicht dran gedacht.werd ich aber nochmal,das ist ein cooler Kerl

patientenvollmacht geht doch auch einfach so oder?

Schattenkatlchen
27.01.2011, 09:07
Da hab ich mir auch noch nie so wirklich Gedanken drüber gemacht, weil ich mal nicht davon ausgehe, dass wir beide gleichzeitig das zeitliche segnen. Aber für den Fall der Fälle wäre mir am liebsten die Patentante der Kleinen. Denke, aus genau dem Grund legt man ja auch Paten fest. Bei den Großeltern wäre die Kleine aber genauso gut aufgehoben und versorgt. Hhhhmmm. Schwierig. Aber die Patentante würde die Kleine wohl so erziehen und versorgen, wie ich es mir vorstellen würde.
Schriftlich festgelegt ist das noch nirgends, aber ein guter Denkanstoß. Werd ich mich mal drum kümmern.

Fatpipe
27.01.2011, 12:00
hallo,

ich bin exakt der gleichen meinung wie collina. ich meine, es genau so gelesen zu haben.

es läßt sich nicht genau regeln, wo das kind dann verbleiben soll. aber diese generalvollmacht regelt zunächst erstmal, wer dabei ein mitsprache recht hat. gibt es diese vollmacht nicht, dann entscheidet das jugendamt wo das kind verbleibt. und diese person/en müssen keinesfalls die sein, die man selbst ausgesucht hätte. das heißt, das kind käme z.b. nicht automatisch zu verwandten, selbst, wenn diese sich bereiterklären würden und man selbst das auch so gewollt hätte.

und dieser thread erinnert mich sehr daran, dass wir das schon lange mal regeln wollten.

viele grüße

Hoppypoppy
27.01.2011, 13:35
Nur noch eine kleine Erinnerung...

Man sollte solche Sachen wie Testament und Vollmachten gelegentlich überdenken, denn was da steht, ist bindend. Gerade, wenn die Kinder älter werden, macht es manchmal Sinn, Alltagsmfeld über Familie zu stellen. Wir wohnen zB so weit weg von all unseren Familien, dass ich pubertierende Kinder nicht zu einer bekannten Verwandtschaft schicken würde, nur weil sie Verwandte sind, und nicht eventuell eine Lösung vor Ort bevorzugen würde.

Entchen
29.01.2011, 07:15
Über diese frage denke ich recht oft nach - aber mit will bisher noch nicht so recht jemand einfallen, den ich auswählen würde.

Am ehesten, von einstellung und verhalten, noch meine allerliebste freundin, die aber leider in amerika wohnt und marlene noch gar nicht persönlich kennt. Mal abgesehen davon, daß das technisch wohl schwierig wäre, würde marlene der anfang auch sehr sehr schwerfallen.

Meine mutter? Falscher lebensgefährte. Wenn der mal nicht mehr da ist, sofort. Aber sie ist auch schon etwas älter und nicht mehr die gesündeste.

Die paten? Ja, aber nur, so lange sie keine eigenen kinder haben. Wenn da mal eigene kinder kommen, dann sehe ich die große gefahr, daß marlene stiefkind wäre.

Entenmanns familie? Auch nicht wirklich. Sein vater ist krank, seine mutter geht gar nicht. Die schwestern sind auch nicht die zuverlässigsten.

Die menschen, von denen ich denke, daß marlene es dort gut haben würde, stehen uns leider nicht so nahe, als daß ich mich trauen würde, mit so einem großen wunsch an sie heranzutreten.

Bis wir zu einer vernünftigen lösung gekommen sind, wird wohl noch viel zeit vergehen. Und ich hoffe sehr, daß wir uns nur gedanken über "ungelegte eier" machen und der ernstfall niemals eintreten wird.

AnnaK
29.01.2011, 14:31
Hallo zusammen!



Wenn uns nun etwas zustößt und wir beide nicht mehr für unsere (3) Kinder da sein können, können unsere Bevollmächtigten beeinflussen, wo unsere Kinder künftig aufwachsen werden. Hat man eine solche Vollmacht nicht, setzt automatisch das Jugendamt einen Vormund ein, der dann diese Entscheidung übernimmt. Und nur, weil man selber die Kinder gern zu diesem oder jenem Verwandten oder Freund gegeben hätte, muss dieser sich dem nicht anschließen und kann bestimmen, das Kind beispielsweise in eine Pflegefamilie zu geben.
Nicht das Jugendamt alleine entscheidet, sondern das Familiengericht in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt. Dieser kleine Unterschied wird gerne vergessen; das Jugendamt hat keine judikativen Befugnisse. Nennt mich Korinthenkaxxerin... :smirksmile:

In der aktuellen "Eltern family" (1/2011) ist genau zu dem Thema ein Artikel: "Ich ziehe das Kind meiner Schwester auf". Darin wird empfohlen, "mit einer Sorgerechtsverfügung den Vormund für ihre Kinder zu bestimmen. Das Schriftstück muss handschriftlich aufgesetzt sein und kann zu Hause deponiert werden. In einer Verfügung sollten die Namen der Kinder aufgezählt, der Vormund genannt und eventuell noch eine Ersatzperson bestimmt werden. Ort, Datum und Unterschrift dürfen wie bei einem Testament nicht fehlen." Liegt so eine Sorgerechtsverfügung nicht vor, entscheidet eben der Richter über die Vormundschaft, wobei dort i.d.R. nahe Verwandte, Lebensgefährten oder Freunde der Familie mit engem Kontakt zum Kind ausgewählt werden. Das Familiengericht hat die gesetzliche Aufgabe, zum Wohle des Kindes zu entscheiden.

LG, Anna