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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ungeplant schwanger-Verdacht auf ELS-Partner unsensibel...



Eismonster
19.01.2011, 20:17
...vielleicht bin ich hier falsch, dann verschiebt mich gern in ein anderes Unterforum.

Kurz zu mir, ich bin 36, nicht verheiratet aber bereits seit 10 Jahren mit meinem Partner zusammen.
Er ist 50 und hat zwei Kinder, 19 und 15.

Seit letzter Woche weiß ich, dass ich schwanger bin. Wir haben verhütet, allerdings hatte ich im Umzugsstress einmal Durchfall. Habe mir keine großen Gedanken gemacht. Nach 20 Jahren Pille und öfter mal Magendarm hab ich -dumm, wie ich nun weiß- nicht weiter drüber nachgedacht.
Seit drei Wochen hatte ich ständig leichte Schmerzen (nur links) und mir war übel usw.

Wie auch immer, Test Montag positiv, Dienstag FÄ. Sie hat berechnet, dass ich 5+3 sein müsste, sah eine hoch aufgebaute Schleimhaut und sonst leider nichts auf dem US. Sie äußerte Verdacht auf Eileiterschwangerschaft, Blut wurde abgenommen.
HCG 242

Donnerstag sah man noch immer nichts. HCG hatte sich verdreifacht.
Weiter steht die ELS im Raum, der Wert sei aber gut. Bei SChmerzen sofort in die Klinik.

Gestern wieder US. Theoretisch 7. Woche (6+3). Sie meinte, sie könnte etwas erahnen - allerdings würde sie zwei Schatten sehen.

Wieder Blut abgenommen.

Soviel zu den Schwangerschafts- und ELS-Fakten.

Mir gehts damit gar nicht gut.
Wir waren uns einig, keine Kinder zu bekommen. Er, weil er sich zu alt fühlt und nicht von vorn anfangen will. Ich aus Vernunftgründen, weil in meiner und seiner Familie mehrere Fälle von Trisomie (21 und 13) aufgetreten sind und ich natürlich auch seinen Wunsch respektiere.

Und nun das.

Seine erste Frage als ich ihm davon erzählte war "wo ist die RLV?" ok, das war wohl der Schock - ich konnte mir in der Praxis auch den ersten Termin nicht merken und musste zweimal anrufen.
Danach haben wir bisher kaum geredet.
Er meinte nur, dass wir doch eine zweipersonenfamilie wären und das er es gern dabei belassen wollte. Dass er aber nicht wüsste, wie es wäre, wenn wir tatsächlich über einen Abbruch reden müssten, moralisch wäre das ja verwerflich.
Ansonsten kommt von ihm nichts.
Er lebt weiter wie bisher und regt sich über Gott und die Welt auf. Über so unwichtige Dinge, dass ich platzen könnte.
Ok, ich wollte ihn nicht damit dauernd nerven.
Aber er macht sich Null Gedanken.
Vielleicht bin ich böse, aber ich glaube, ihm wäre am liebsten, es ist eine ELS und er muss nicht weiter drüber nachdenken.

Ich bin völlig durcheinander. Nein, ich wollte kein Kind, aber jetzt... mit einem Mal möchte alles in mir dieses kleine Wesen beschützen. Ok, die Hormone, ich weiß.

Ich hab gerade keine Ahnung, wie es weiter geht.
Bei ELS ist es klar, Bauchspiegelung und damit Ende der Schwangerschaft.
Keine Ahnung ,wie ich damit umgehen soll, vor allem da ich es niemandem erzählen kann, privat und bei der Arbeit.
Und mein Partner wäre nur froh, wenn es "weg" ist. Dann ist für ihn alles wieder gut. Trost kann ich da nicht erwarten.

Bei Zwillingen (zwei "Schatten") wäre es auch (fast) klar. Wir können uns weder finanziell noch von der räumlichen Situation zwei Kinder leisten. Das geht einfach nicht. Ich zahle Unterhalt für meinen Vater im Heim, wir haben ein winzig kleines Haus gekauft mit 2,5 Zimmern und da sind all unsere Ersparnisse drin, nochmal neu kaufen geht wirklich nicht, usw.

Aber wenn es doch eine intakte Schwangerschaft ist?
Ich weiß nicht, wie ich einen Abbruch verkraften würde. Zumal er nicht verstehen würde, und sich fragen würde, was ich mich so anstelle.

Ja, ich bin durcheinander und ja, ich hab erst gedacht "ok, positiv, da kann man etwas gegen tun, du willst nicht, dass sich dein Leben ändert." aber anders muss ja nicht schlechter sein.
Und mit einem Mal ist die Theorie "klar würde ich abbrechen" lange nicht mehr so einfach und die Vernuft kämpft mit dem Herz.

Oh wei, das ist so lang geworden...

Josi25
19.01.2011, 21:05
Hallo Eismonster,

Mensch, das klingt ja alles wirklich sehr verzwickt und kompliziert. Laß Dich mal erst mal drücken!!! :in den arm nehmen:
Und das alles auch noch, wo Du schwanger bist und die Emotionen so auch schon Achterbahn fahren.

Also die Reaktion von Deinem Partner ist meiner Meinung nach unverschämt. Auch wenn ihr Euch beide vorher einig wart keine Kinder gemeinsam zu bekommen, Du trägst gerade ein neues Leben in Dir, und das ist wirklich keine Art damit umzugehen. ER KANN DAS DOCH NICHT EINFACH IGNOIRIEREN!?!

Man muß doch immer damit rechnen, daß die Pille evtl. auch versagt. Ich finde, daß man dann auch die Konsequenzen tragen muß. Ich bin eh kein großer Freund von Abtreibungen, und heiße das nur in extremen Ausnahmefällen gut. Aber Abtreibung, nur weil es gerade nicht so in das Lebenskonzept passt, finde ich geradezu unmöglich, immerhin geht es um Menschenleben!!! Aber die Meinungen sind da ja sehr unterschiedlich. Das will nicht heißen, daß ich es auf jeden Fall bei Dir verurteilen würde, ich stecke ja nicht in Deiner Haut und weiß nicht, wie schwierig Deine Situation tatsächlich ist. Aber ich finde, daß man es sich mit dieser Entscheidung nicht zu einfach machen sollte.

Vielleicht ist Dein Partner geschockt, weil es so unerwartet kommt. Außerdem, merkt MANN ja oft erst, daß er Vater wird, wenn das Baby geboren wird.
Er hat schon 2 Kinder. Ich finde Du hast auf jeden Fall das Recht Deine Meinung zu ändern. Lebenspläne können sich ändern, und erst Recht, wenn es um das Leben eines anderen Menschen geht, oder vielleicht sogar 2.

Was das Finanzielle betrifft, glaube ich, daß es immer einen Ausweg gibt, wenn man will. Meine Eltern sind vor 30 Jahren mit einem Koffer und sonst gar nichts nach Deutschland gekommen. Meine Mutter saß damals im Flüchtlinglager, als sie erfuhr, daß sie im 3. Monat schwanger mit mir ist. Meine Eltern hatten noch nicht mal eine Wohnung. Es hat alles funktioniert, es war zwar hart für meine Eltern, aber es ging, und ich war ein glückliches Kind. Heute haben meine Eltern auch ein schönes Haus und leben sehr gut.

Bei einer evtl. Abtreibung geht es um eine Entscheidung fürs Leben, das tut man nicht einfach so ab. Tu bitte nichts, was Du Dir nicht sehr reiflich überlegt hast. Versuche in Dich zu gehen, und herrauszufinden, was DU DIR JETZT wünschst, auch wenn Du und Dein Partner ursprünglich einen anderen Plan hattet.

Und wie gesagt, Dein Partner hatte schon das Privileg 2 Kinder großziehen zu dürfen. Du bist nicht mehr die jüngste, was Kinder bekommen betrifft, vielleicht ist das jetzt die letzte Chance.

Ansonsten hoffe ich natürlich sehr für Dich, daß es sich nicht um eine Eileiterschwangerschaft handelt.

Ich hoffe ich konnte Dir mit meiner Meinung überhaupt irgendwie helfen. Aber manchmal hilft es ja schon, wenn man sich mit jemandem austauscht, um für sich selber Klarheit in das Gefühlschaos zu bekommen.

Ich wünsche Dir von Herzen alles Gute!!!:blumengabe:

Liebe Grüße,

Josi

angie2
19.01.2011, 21:34
Liebes Eismonster,

lass Dich erst einmal drücken. :in den arm nehmen::in den arm nehmen::in den arm nehmen:

Wie schlimm, wenn der Partner nicht für Überlegungen zur Verfügung steht.

Du kannst doch dem Schicksal überlassen, was passiert.

Unterhalt für Deinen Vater wirst Du nicht mehr leisten müssen mit Kind. Weil Du dann zu wenig verdienst.

Und auch in 2,5 Zimmern kann man zusammenrücken.

Klar, nicht ideal. Aber machbar ist vieles.

Zumal ein kleiner Garten für Kinder ideal ist.

Einfach abwarten, was das Schicksal mit Dir vor hat.

Viel Kraft und alles Liebe für Dich :blumengabe:

angie

P.S. Mein Vater war auch 50, als meine Mutter ein weiteres Kind durchgesetzt hatte.

Als meine Schwester auf der Welt war, hat er sie ganz und gar vereinnahmt. Papi, Papi über alles.

Sammy96
20.01.2011, 10:12
Ach Mensch, das ist ja doof :in den arm nehmen:
Eine blöde Situation für Dich: ungeplant schwanger und dann so eine Reaktion vom Partner. Als wenn du nicht schon genug Sorgen hättest mit dem Verdacht auf eine ELS! Ich bin immer der Meinung: wenn man Sex hat, auch wenn man verhütet, ist trotzdem die "Gefahr" für eine Schwangerschaft da. Wenn man, wie Dein Partner, partout kein Kind mehr möchte, muss man sich halt sterilisieren lassen! Es ist immer einfach, den schwarzen Peter der Frau zuzuschieben, wenn die dann doch schwanger wird, weil ein Mann nunmal nicht schwanger werden KANN.
Ich bin auch vorletztes Jahr ungeplant schwanger geworden mit unserem 3. Kind. Mein Mann war anfangs wenig begeistert und war für eine Abtreibung. Ich hätte das Kind niemals abtreiben können! Es ist doch in/mit Liebe (wenn auch nicht geplant) entstanden und hat zu uns gewollt und sich uns ausgesucht. Mein Mann hat dann meine Entscheidung akzeptiert, auch wenn es lange gedauert hat. Aber was soll ich Dir sagen: seit der Kleine da ist, wird er von allen, inkl seinem Vater (und von dem besonders) vergöttert und heiss geliebt :liebe: Wir hätten ihn sehr vermisst, wenn er nicht da wäre.
Bei Dir wird es bestimmt auch so sein! Wenn Dein Partner nicht damit leben kann, muss er halt gehen, so sehe ich das, sorry!DU musst im Endeffekt mit den psychischen Belastungen einer Abtreibung umgehen und stell Dir mal vor, Eure Beziehung geht dann doch irgendwann auseinander und du hast Dein Baby trotzdem weggegeben, könntest du Dir das verzeihen?
Geh vielleicht wirklich zu einer Beratungsstelle, um die finanziellen Seiten abklären zu lassen. Ich glaube im übrigen auch nicht, dass du weiterhin Unterhalt für Deinen Vater zahlen müsstest, wenn du dann selbst am Existenzminimum leben würdest.

Alles Liebe für Dich! :in den arm nehmen:
Sammy

Solenne
20.01.2011, 11:37
Er meinte nur, dass wir doch eine zweipersonenfamilie wären und das er es gern dabei belassen wollte. Dass er aber nicht wüsste, wie es wäre, wenn wir tatsächlich über einen Abbruch reden müssten, moralisch wäre das ja verwerflich.
Ansonsten kommt von ihm nichts.
Er lebt weiter wie bisher und regt sich über Gott und die Welt auf. Über so unwichtige Dinge, dass ich platzen könnte.
Ok, ich wollte ihn nicht damit dauernd nerven.
Aber er macht sich Null Gedanken.

Hallo! Ich muss sagen, ich lese das gar nicht soo negativ, wie es bei dir angekommen ist. Er sagt, sein Plan, euer Plan!, war eigentlich ein anderer, er wäre lieber dabei geblieben. Aber er sagt nicht, wenn du schwanger bist, sollst du abtreiben.
Er hat schon zwei Kinder, er hat das alles erlebt und hatte für sich damit abgeschlossen (im Gegensatz zu dir). Bis jetzt merkt er noch nichts von deiner Schwangerschaft (im Gegensatz zu dir). Ich glaube, Männer sind da am Anfang viel rationaler, vermutlich auch weil sich eben hormonell noch nichts verändert bei ihnen. So ist vielleicht auch zu erklären, dass er erstmal abwarten will, ob es denn nun eine ELS ist oder nicht. Vermutlich wird die Schwangerschaft für ihn erst real, wenn die Möglichkeit nicht mehr im Raum steht.
Natürlich könnte er auch einfühlsamer reagieren, das will ich auf keinen Fall bestreiten! Ich kann verstehen, dass dich sein Verhalten verletzt.
Hast du denn keine gute Freundin, der du davon erzählen kannst und die mit dir hoffen und bangen kann?
Alles Liebe :blumengabe:

Wiesenkraut
20.01.2011, 11:45
ich schließ mich Sammy an. Ich wurde auch im September 2009 ungeplant schwanger. Ich selbst hatte schon zwei große Kinder, war 40 Jahre und mein Freund wollte nie welche. Wir lebten nicht zusammen und Kinder standen nicht zur Debatte.
Als ich von der Schwangerschaft erfuhr freute ich mich wider Erwarten einfach nur. Eine Abtreibung kam für mich nicht in Frage. Zum einen weil ich mich erstaunlicherweise echt freute zum anderen aus den von Sammy genannten Gründen ich hätte damit klar kommen müssen und wie ich mich einschätze wäre ich das nicht. Wenn dann die Beziehung noch zu Bruch gegangen wäre hätte ich mir die Abtreibung erst recht nie verziehen.

Ich bin also zu meinem Freund hin und hab gesagt "ich bin schwanger und ich werde das Kind bekommen, es ist nun deine Entscheidung ob es mit Vater aufwächst oder nicht"

Herr Wiese war definitiv alles andere als begeistert und zu meinem ersten Schock kam auch nicht die erwartete Reaktion "naja das bekommen wir schon hin" sondern ein "da muss ich drüber nachdenken", dann war er für 4 Tage verschollen.

Inzwischen ist die Kleinen ein halbes Jahr alt, schon in der Schwangerschaft kippte das ganze. Wir sind zusammen gezogen, Herr Wiese hat während es Umzugs permanent hinter mir gestanden, "heb das nicht" und seit die Kleine da ist, ist er begeisterter Papa. Wenn er nach der ARbeit wirklich müde nach Hause kommt, gibts eine Zigarette (draussen) eine Tasse Kaffee und dann spielt er eine gute 3/4h mit der Kleinen oder kocht und speilt nach dem Essen mit der Kleinen bis sie ins Bett geht.
Die Kleine hängt genau so an ihrem Papa wie umgekehrt. Gehen wir in die Stadt schiebt Herr Wiese ganz stolz den KiWa. Lange Zeit hatte ich den Eindruck er hat was gegen mein Tragetuch, seit gestern weiss ich er hat nichts gegen das Tragen an sich er findets nur schade weil er sie dann nicht fahren kann :freches grinsen:

Im moment würd ich sagen stehtn für dich persönlich dein Freund gar nicht im Vordergrund sondern du.

Du musst überlegen ob du das Kind willst, ob du mit einer Abtreibung klar kämst und so wie sich das liest wag ich das zu bezweifeln.

Wenn der Vater dann nicht mitzieht ists halt so, eine Abtreibung ist für uns Frauen eine hohe Belastung, nicht selten geht die Beziehung kaputt wenn Frau das Kind eigentlich wollte und nur der Beziehung zu liebe abgetrieben hat.

Ich sehs daher wie Sammy wennd u das Kind willst oder glaubst mit einer Abtreibung nicht klar zu kommen, dann würd ich das Kind (übrigens auch 2) bekommen und wenn dien Freund meint dann gehen zu müssen soll er halt gehen. (was ich aber auch immer noch nicht sehe, er sagt ja schon selbst eine Abtreibung wäre nicht ok)

Eismonster
23.01.2011, 19:33
Hallo ihr,

danke für eure Meinungen.

Leider gibt es nichts wirklich neues. Mein HCG steigt, aber im Grenzbereich. Morgen ist wieder US.

Mein Partner hat Donnerstag nur kurz gefragt, ob ich schon einen Termin bei Pro Familia hätte, ich wolle ja sicher die Frist nicht versäumen. Leider war ich gerade auf dem Sprung zur Arbeit und konnte nicht reagieren.

Ich bin so hin und hergerissen.

Ich hab ja auch aus dem Grund verhütet, dass ich eigentlich keine Kinder wollte. Aus den o.g. Gründen, aber auch, weil es in meiner Familie Behinderungen gibt, die erblich sind (Muskeldystrophie) und auch zwei Kinder mit Trisomie 21. Und auch wenn ich meine Cousins liebe, so sehe ich doch, was das für die Eltern heißt. Eine unglaubliche Aufgabe, die ich mir nicht zutrauen würde.

In der Familie meines Partners gab es vorletztes Jahr leider auch ein schlimmes Erlebnis, seine Schwägerin musste ihr Kind im 6. Monat mit Trisomie 18 tot auf die Welt bringen.

All das hat natürlich auch dazu beigetragen, dass ich jetzt noch verwirrter bin.

Logisch wäre, das Kind nicht zu bekommen. Mein Partner möchte es nicht, ich bin nicht mal jetzt, da es noch so klein ist, in der Lage, es zu schützen - was für eine Mutter wäre ich?!

Komischerweise macht mich aber der Gedanke an einen Abbruch so unglaublich traurig, zumal ich als KS auch weiß, was da vor sich geht.

Ich danke euch für eure Anregungen. Und ich muss auf jeden Fall noch mit meinem Partner reden, das fällt mir nur so schwer. Ich bin einfach nicht der Typ, der gut über emotionale Dinge reden kann, ich gebe nicht mal vor ihm gern Schwäche zu - und ich fühle mich gerade wirklich klein und schwach.

Liebe Grüße

Solenne
23.01.2011, 19:44
Mein Partner hat Donnerstag nur kurz gefragt, ob ich schon einen Termin bei Pro Familia hätte, ich wolle ja sicher die Frist nicht versäumen. Leider war ich gerade auf dem Sprung zur Arbeit und konnte nicht reagieren.

Ok, das klingt für mich schon ganz anders als vorher.. :knatsch:
Seine Meinung scheint ja sehr festzustehen. Aber ehrlich gesagt: wenn dich der Gedanke an einen Abbruch so traurig macht.. wie schon andere schrieben: es ist dein Körper und auch dein Baby!

Vielleicht solltest du dich wirklich beraten lassen. Aber nicht, weil das Vorraussetzung ist, um einen Abbruch zu machen (!!!), sondern, um herauszufinden, was du möchtest. Erbliche Behinderungen in der Familie sind ja nochmal ein ganz anderes Thema als "der Plan war ein anderer und mein Partner will das Kind nicht". Wenn du Zweifel hast, ob du damit zurechtkommen würdest, solltest du dich auf jeden Fall ausführlich damit auseinandersetzen, und da kann eine Beratung meiner Meinung nach nicht schaden.

Wiesenkraut
23.01.2011, 20:04
hm ich denke auch hier steht eine Beratung an, da sind zuviele Baustellen.
- deine finanzielle Lage
- die nicht gerade hilfreiche Reaktion deines Freundes
(zwischen Tür und Angel fragen ob ein Beratungstermin vorliegt zeugt von großer Unsicherheit oder wirklich extremen Mangel an Empathie)
- die Behinderungen mit einer gewissen genetischen Disposion.

Ich hab einen Freund der 2 Brüder mit Muskeldystrophie hat. War das nicht so dass das von der Mutter ausschließlich an Söhne vererbt werden kann, weil das Gen auf dem X Chromosom ist und rezesiv?
Sprich du musst erstmal Genträger sein UND das Kind muss ein Junge sein.

Downsyndrom find ich nun persönlich nicht wirklich schlimm, aber da hat wohl jeder andere Hemmschwellen.

alle genetischen Defekte lassen sich frühzeitig feststellen, dann kannst du immer noch schauen was du machst.

Ich würde an deiner Stellen folgendes tun:
wenn der US morgen anzeigt das keine ELS vorliegt, lass dich zu einer genetischen Beratung überweisen, bei deiner Vorgeschichte sollte das kein Problem sein.
In der 8-10 woche kannst du eine Chorionbiopsie machen lassen, das ist die laut meiner Info die frühestmögliche Untersuchung die Gendefekte aufdeckt.
Sollte auch hier alles ok sein, geh zu einer Schwangerschaftsberatungsstelle deiner Wahl, dort kannst du die finanzielle Situation klären und oft arbeiten die mit Psychologen zusammen die dir sowohl bei der Entscheidungsfindung helfen wie auch dabei mit der Entscheidung klar zu kommen.


Logisch wäre, das Kind nicht zu bekommen. Mein Partner möchte es nicht, ich bin nicht mal jetzt, da es noch so klein ist, in der Lage, es zu schützen - was für eine Mutter wäre ich?!

Gefühle sind nicht logisch :smirksmile:und kein Mensch kann dir sagen was für eine Mutter du wirst. Auf mich macht es jedoch durchaus den Eindruck als bekämst du das gebacken, so wie du deine Situation reflektierst.

Es wäre superschön wenn du uns auf dem laufenden hälst, würde mich ehrlich interessieren wie es weitergeht und wie du dich entscheidest.

Tu dir nur selbst einen Gefallen (auch wenn ich nicht glaube dass die Gefahr besteht) treff keine Entscheidung übereilt.

skirbifax
23.01.2011, 20:07
Ich bin einfach nicht der Typ, der gut über emotionale Dinge reden kann, ich gebe nicht mal vor ihm gern Schwäche zu - und ich fühle mich gerade wirklich klein und schwach.

Das hat die Natur nicht gerecht eingerichtet. In dem Moment, in dem wir schwanger sind, sind wir schwach. Wir brauchen Unterstützung für uns selbst und wenn das Kind dann da ist, brauchen wir sie zusätzlich für den kleinen Wurm. Stärke können wir erst danach wieder entwickeln.

Ich sehe es wie Solenne. Lass dich beraten, damit du klarer siehst. Bei dir kommen neben den "normalen" Schwierigkeiten ja auch noch die erbliche Belastung dazu. Da brauchst du unbedingt fachmännischen Rat.

Du klingst sehr besonnen und reflektiert. Vertrau auf diese Stärken und du wirst für dich und dein ungeborenes Kind die richtige Entscheidung treffen. Ich drück dir die Daumen! :in den arm nehmen:

Inaktiver User
23.01.2011, 20:11
Gefühle sind nicht logisch und kein Mensch kann dir sagen was für eine Mutter du wirst. Auf mich macht es jedoch durchaus den Eindruck als bekämst du das gebacken, so wie du deine Situation reflektierst.

Es wäre superschön wenn du uns auf dem laufenden hälst, würde mich ehrlich interessieren wie es weitergeht und wie du dich entscheidest.

Tu dir nur selbst einen Gefallen (auch wenn ich nicht glaube dass die Gefahr besteht) treff keine Entscheidung übereilt.

Dem kann ich nur zustimmen. Schön gesagt.