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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Abstillen aber wie???



LORE
19.01.2011, 14:41
hallo alle miteinander!
habe einen Sohn von nun fast 8 Monaten.
Nun ist es langsam an der Zeit mal abzustillen.
A) ich hab nun wirklich keine Lust mehr und will meinen Koerper wieder fuer mich.
B) Ich muss nun auch arbeiten, weil das Geld hinten und vorne nicht reicht.

Jasper war bis er sechs Monate alt war nicht wirklich fuer Brei zu begeistern, bis er mir dann ab ca. sechs Monaten das essen foermlich aus der Hand riss.
Ich gebe ihm nun dreimal am Tag, Toastbrot, Obst, Gemuese und er fuettert und entdeckt das essen fuer sich selbst.
Anhand seines Stuhls kann ich auch sehen, dass was reingeht.
Er trinkt mit Hilfe Wasser aus einem normalen Glas und manchmal auch aus einem Trinklernbecher.
Doch die Flasche nimmt er nicht wirklich an.
Seit einer Woche gebe ich ihm zu den Mahlzeiten aber auch Anruehrmilch, zuerst in dem trinklernbecher, doch er nimmt das nicht wirklich an. Seit gestern hab ich es mit einer normalen flasche von nuk probiert.
er hat auch ein bisschen daraus getrunken und heute wieder.
Dann hab ich heute versucht, ihm statt einer Stillmahlzeit eine Flasche zu geben. Zuerst hat es mein Mann probiert, der musste dann los, also hab ichs versucht aber nach 30 minuten aufgegeben und ihm die brust gegeben. er hat die flasche total verweigert.
stattdessen hatte er heute abend einiges an apfelmus mit couscous vom loeffel, frikadelle, gurke und toast. ein bad und dann noch eine gute nacht stillmahlzeit.
wir wissen nicht so recht wie wir uns verhalten sollen, irgendwie tut er uns leid, aber es hilft ja nun nichts - er kennt es nunmal nicht anders und neue sachen zu lernen tut manchmal auch weh.
doch wie lange dauert es, sollten wir hart durchgreifen nach der friss oder stirb methode oder ist es total falsch ihm zu frueh dann wieder die brust anzubieten? ich meine die brust ist ja nicht nur nahrung sondern auch nuckeln und einen schnulli nimmt er nicht und auch nicht wirklich seine finger, ausser er zahnt gerade.
wir braeuchten echt mal einen handfesten tip und hinweis, wie wir nun am besten weiter verfahren in dieser situation. womit koennen wir rechnen, was steht vor uns und wie um alles in der welt sollen wir damit umgehen?????????

und bitte keine diskussion darueber, dass stillen das beste ist und ich doch bitte das alles schoen geniessen soll, weil schoenste zeit und blabla....ich habs satt - stillen kommt mir gerade sowas von urzeitlich vor, wenn ich bedenke wie sehr es a) mich so abhaengig macht und in die konventionelle mutterrolle reinquetscht und b) den partner total rauspuscht, weil er nicht mal in der lage ist den kleinen 100% zu betreuen. also bitte erspart mir hier eine grundsatzdiskussion. danke! :)
vielen dank schonmal ...
herzliche gruesse
LORE

Solenne
19.01.2011, 16:21
Ein Tipp, den ich schon häufig gehört habe: lass deinen Mann die Flasche anbieten. Bei dir riecht er die Milch und versteht nicht, wieso du ihn nicht einfach da ranlässt.
Wie oft stillst du ihn denn noch? Hast du den Eindruck, dass ihm irgendeine Stillmahlzeit wichtiger ist, als die anderen? Du könntest versuchen, eine nach der anderen zu ersetzen. Das würde vermutlich auch deinem Körper helfen, denn dann würdest du langsam die benötigte (d.h. von deinem Körper bereitzustellende) Milchmenge runterfahren. Das geht vermutlich problemloser, als von jetzt auf gleich ganz aufzuhören.

Solenne
19.01.2011, 16:26
By the way: dein Sohn hat nicht wirklich viel davon, wenn du ihn stillst, obwohl du es nicht willst, denn er spürt die Ablehnung und bezieht sie auf sich. Ich halte Muttermilch zwar für besser und unkomplizierter, aber deshalb muss man in unseren Breiten (wo es u.a. sauberes Wasser gibt) niemanden dazu zwingen zu stillen, bzw. es sollte sich niemand zum Stillen gezwungen fühlen. Es gibt viele andere Arten, wie du deinem Sohn Liebe, Geborgenheit und Nähe geben kannst. Und das mit der Ernährung bekommt ihr schon hin. :blumengabe:
(sagt eine Still-Trage-Familienbett-Mutter mit 25 Monate altem Stillkind :smirksmile:)

Historia02
19.01.2011, 19:32
Hallo Lore,

ich kann dir nur sagen: Es gibt keine allgemeingültigen Tipps, so à la "Wenn du es so und so machst, dann klappt es ...".

Ich kann dir nur sagen, wie es bei uns war: Ich war auch zunehmend genervt, aber habe auf der anderen Seite das Stillen genossen. Ich kam mir fies vor, dem Kind das Stillen zu verweigern. Und mein Kleiner wollte auch nicht aus der Flasche trinken. Irgendwann hat mein Mann dann die Sache in die Hand genommen. Er hat dem Kind einfach immer und immer und immer wieder tagsüber die Flasche angeboten. Irgendwann hat der Kleine dann aus der Flasche getrunken.

Im nächsten Schritt habe ich ihm tagsüber die Flasche gegeben, aber weiterhin morgens und abends gestillt.

Durch Zufall hat sich dann das Abstillen ergeben: Mein Mann und ich waren auf einer Familienfeier in einem anderen Ort eingeladen, wohin wir den Kleinen nicht mitnehmen konnten. Meine Eltern haben dann ein Wochenende auf ihn aufgepasst. In der Zeit habe ich morgens und abends abgepumpt, um den Milchfluss aufrecht zu erhalten, aber als wir aus dem Wochenende zurückkamen, hatte der Kleine das Interesse an der Brust verloren.

Von da an haben wir ihm dann auch einfach nachts die Flasche gegeben. Da war er ungefähr 11 Monate alt.

Ich habe auch immer neidisch auf andere geschielt. Bei manchen hat sich das Kind selbst abgestillt, andere haben einfach mit 6 Monaten rigoros von jetzt auf gleich abgestillt. Aber das hilft dir nicht. Du musst deinen eigenen Weg finden (klingt blöd, ist aber so).

Viel Erfolg!