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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kleinkind (2) entwickelt plötzlich Ängste



Inaktiver User
10.01.2011, 21:35
Hallo! :blumengabe:

Ich schreibe sonst fast nur in "meinem" Mami-Strang, aber es hat sich seit einiger Zeit ein Problem bei uns entwickelt, zu dem ich gern ein paar Meinungen von anderen - vielleicht auch mit älteren Kindern - hören würde.

Mein Sohn entwickelt seit ein paar Monaten Ängste vor Hexen, Monstern, Räubern, Gespenstern und anderen Ungeheuern. Angefangen hat das Ganze nach unserem allerersten Puppentheaterbesuch, da war er völlig fasziniert von der Hexe und erzählt seither (ca. 3 Monate her!!) davon. :ooooh: :knatsch:
Und dann kam Halloween, wo hier 3-4 mal komplett gruselig verkleidete und geschminkte Kinder vor der Tür standen und sich der Kleine völlig verschreckte. :grmpf: Seitdem ging es richtig los.

Ich fand es zunächst normal und dachte, dass es sich wieder legt, aber es wird im Gegenteil immer heftiger. Er traut sich nicht mehr, sich - auch nur für Sekunden! - außer Sichtweite von mir oder in einem anderen Raum /Stockwerk aufzuhalten, kommt sofort laut weinend angerannt und erzählt mir, dass die "Monster" und "Hexen" hinter ihm her sind. Außerdem hat er massiv Angst vor wehenden Vorhängen beim Lüften, rennt sofort aus dem Raum. :heul: Auch sonst erzählt er ständig, dass er vor den verschiedensten Ungeheuern Angst hat usw.

Wie geht man denn jetzt bloß mit sowas um? Ich bin dankbar für jeden Tipp, werde auch nochmal die Erzieherinnen im Kindergarten drauf ansprechen. Die hatten bisher nichts von Ängsten berichtet, er ist eigentlich vom Wesen her auch kein "ängstlicher Typ", keiner der sich schnell erschreckt oder so. Dachte ich zumindest, es scheint sich zu ändern. Bisher nehme ich seine Phantasien ernst und erzähle ihm, dass ich auf ihn aufpasse und den Monstern auf die Nase haue, wenn sie kommen. Aber das hilft nur für den Moment. :knatsch:

bk
10.01.2011, 21:40
Oh Man, das klingt fies... :knatsch:
Halloween war hier auch nicht so toll, aber vielleicht hat meine Tochter es mit gut 2 1/2 schon besser weggesteckt. Mir ist nur eben gerade das Monsterspray eingefallen. Das bei einem Gute-Nacht Kartenspiel dabei war. eine ausgediente Haarsprayflasche oder besser ne kleinere Sprayflasche mit Wasser oder vielleicht Wasser mit Lavendelduft füllen. Deinem Sohn geben und zeigen wie man damit sprühen kann und wenn ein Monster vorbeikommt, soll er damit sprühen, dann sind sie alle wieder weg.
Ich schätze mal, dass man in einem solchen Alter nicht mit "Monster gibt es gar nicht" kommen kann.
Ich hoffe, dass es besser wird und würde auch auf jeden Fall die Erzieher im Kiga fragen. :blumengabe:

lg
bk

xanidae
10.01.2011, 22:39
das monsterspray ist super.
monster vertreiben geht auch mit einem extra dafür gekauften staubwedel (http://www.hauswart24.ch/shop/images/Staubwedel.jpg). eine bekannte hat ihren sohn 'wachen' in jedes stockwerk stellen lassen (die wachen waren playmobilmännchen und vor dem bett wachte ein dino).

solche ängste sind normal und gehören zur entwicklung dazu. bei dem einen kind sind sie stärker, beim anderen etwas schwächer ausgeprägt. in der magischen phase ist alles möglich.

gleichzeitig würde ich nach bilderbüchern suchen, wo kinder angst haben und eine lösung finden, bzw. sich das 'monster' als friedlich herausstellt. z. b. timotarzan traut sich was oder der große klong (kinderbuchcouch sagt ab 4, viel text, kann man vielleicht nacherzählen, die bilder und die geschichte ist so spannend.).
wir hatten früher 'rudis taschenlampe' als pixibuch, das gibt es wohl leider nicht mehr. da war sehr schön dargestellt, wie ein monster sich in einen kran, bagger, u.ä. verwandelte, dank der taschenlampe.

bei kindercouch.de wird 'kleine helden - großer mut' empfohlen, altersangabe 4j. vielleicht zu früh, klingt aber gut.
außerdem wird 'schatten' empfohlen, das ist kein direktes buch über die angst, aber es zeigt mit schönen bildern, wenn schatten mit fantasie geschichten erzählen. ich finde es fantastisch und meine jungs auch.

auch schön 'trepp auf, trepp ab, dem drachen nach'. wird bei kinderbuchcouch ab 3j empfohlen. das buch ist auch sehr schön und auch lustig am schluss.

ich finde es oft schwierig einzuschätzen, welche bücher für welches alter sind, da meine kinder meine bilderbücher (ich habe schon bilderbücher gesammelt vor meinen kindern) zur freien verfügung hatten und ich relativ früh viel vorlesen konnte. deshalb habe ich bei kinderbuchcouch nachgeschaut wie da die altersempfehlungen sind.

nahele
11.01.2011, 08:43
hallo!:smile:
hab leider nicht do viel zeit
vieleicht wäre das ja was für deinen kleinen.

[bitte keine direktlinks zu shops, ebay, u.ä.]

hatte ich mal für unsere maus entdeckt und es hat im zusammenhang mit dem buch super geklappt und sie ist ihre ängste losgeworden!
sie konnte damals noch nicht so gut malen weil sie auch noch so klein war ...aber ich hab das dann einfach mit ihr zusammen gemacht und somit konnte ich dann auch immer besser ihre ängste verstehen und sie aus der welt räumen!
bei uns waren es immer wilde tiere wie wölfe und tieger die ihr angst machten!


muß leider los
liebe grüße

Inaktiver User
11.01.2011, 21:34
Xanidae, bk, danke für Eure Tipps. Auf Sprays und Staubwedel wäre ich jetzt echt nicht gekommen. :erleuchtung: Danke auch für die Buchtipps, ich habe schon nach dem einen oder anderen Titel geforscht, sind aber oft vergriffen. Auch bei zvab und tauschticket nicht zu kriegen. Vielleicht frage ich mal in der Buchhandlung meines Vertrauens nach aktuellen Titeln zu dem Thema.

Die Erzieherinnen habe ich leider noch nicht zu fassen bekommen, es war einfach zu viel los.

Diese "magische Phase" fängt aber früh an bei meinem, da war ich noch garnicht drauf vorbereitet. Ich kenne auch niemanden mit gleichaltrigen Kindern, der mir Ähnliches berichtet hat, das ist doch komisch? Vielleicht auch einfach nur Zufall. Ich hoffe, wir bekommen die Flut an "Ungeheuern" irgendwie in den Griff, heute war es wieder ganz schlimm. :knatsch: Ich probier´s mal mit Euren Vorschlägen.
Ich frage mich nur - hören solche Ängste irgendwann wieder auf oder verlagern sie sich nur?! Habe ich jetzt schlagartig ein total ängstliches Kind? Vor einem Jahr hat er noch große Schäferhunde angelacht und war durch nix zu schrecken. :heul:

Pfefferminzia
11.01.2011, 23:32
Hallo Hermeline,

mein Sohn hat etwa im gleichen Alter auch erstaunliche, und leider erstaunlich starke Ängste entwickelt. Ungeheuer, Monster und Hexen haben ihn zwar kalt gelassen, dafür hatte er jedoch Angst vor Kirchen, Hunden, Feuer und Brunnen. Das ging soweit, dass wir um Kirchen (und Burgen, und Häuser mit Türmchen :niedergeschmettert:) grosse Bögen laufen mussten und an Häusern mit Hund nicht mehr vorbeigehen durften. Wenn in einem Haus ein Feuer im Kamin gebrannt hat, wollte er sofort wieder gehen. Eine Zeitlang haben die Ängste wirklich erschreckende Ausmasse angenommen, und ich war nahe dran, zum Arzt zu gehen.
Geholfen hat wie auch in den anderen Beispielen, ihm eine Strategie zur Angstbewältigung zu zeigen. In unserem Fall, Ohren zu halten. Zum Glück macht das auch der kleine Maulwurf in einer Episode mit Feuerwerk. Lustigerweise hat er sich dann gegen alle Ängste die Ohren zu gehalten - auch gegen Kaminfeuer.
"Magisch" war diese Phase bei uns also eher nicht - die Ängste waren irgendwo alle sehr real. Mit der Zeit haben sich die Ängste dann wieder gelegt. Der Höhepunkt war zwischen 2 und 2,5 Jahren, jetzt, mit 3 gibt es zumindest keine grossen Krisen mehr.

Ich wünsche dir viel Geduld und Einfallsreichtum beim Erfinden von Hexenabwehrstrategien :blumengabe: es wird sicher bald besser.

leandra28
07.10.2011, 23:51
Ich möchte diesen Strang mal wieder aus der Versenkung holen - inzwischen haben wir hier nämlich auch das Thema Ängste.

Mein Sohn (gerade 3) fragt mich abends immer "Kommt auch keiner, wenn ich schlafe?", manchmal auch konkret "Ich hab Angst dass einer kommt" oder "Ich hab Angst dass ein Elefant kommt" o.ä.

Das hat sicherlich noch nicht die Ausmaße, die du, Hermeline, oder auch du, Pfefferminzia, schilderst; er weigert sich nicht, sich hinzulegen, und er schläft auch ein.

Dennoch frage ich mich nach der richtigen Strategie. Bisher versuche ich es noch auf die Vernunft-Tour (die Tür ist zu und abgeschlossen, da kann keiner reinkommen, und ein Elefant passt nicht durch die Tür, etc.).

Da es aber doch jeden Abend immer wieder kommt, dass er diese Ängste äußert, frage ich mich, ob es eine andere, bessere Strategie gibt.

Hat jemand noch eine Idee?

Und Hermeline, wie ist es bei euch eigentlich weitergegangen? Das Ganze ist ja nun schon lange her.

nana04
08.10.2011, 08:26
leandra: bin grad zufällig über deinen beitrag gestolpert. ich kenne das thema kinderängste aus meiner eigenen kindheit und aus meiner ausbildung........
meine eltern haben mir immer erklärt, dass es keine gespenster gibt und ich keinen grund habe angst zu haben. das hat meine ängste nicht besser gemacht - im gegenteil.
tausend jahre später in meiner ausbildung, habe ich mich sehr gut zurück erinnert.......
einige gute tipps wurden ja im strang bereits notiert. die idee mit dem monsterspray gefällt mir zum beispiel gut. dieser ist ja gut zur verteidigung, falls den ein monster kommen würde.........
evt. kann man ja mit dem kind bereits präventiv zum beispiel zauberstaub im ganzen kinderzimmer verbreiten, dass schon gar nicht erst wer kommen kann, weil die sofort weggezaubert werden oder was auch immer........ da ist der phantasie ja keine grenzen gesetzt. schlechte träume und ängste können auch abends in eine eigens dafür gekaufte oder gebastelte kiste gelegt werden, damit sie das kind nicht im schlaf stören...... positiv formuliert könnte man es auch umgekehrt machen - das kind wünscht sich, was es für eine gute nacht benötigt und man legt die wünsche symbolisch in die kiste.
Dafür muss das kind aber evt. bereits realisieren, dass es angst hat und diese auch formulieren können.
ich habe auch schon gelesen, dass es viel bringt, wenn man die Monster, Gespenster oder ebend Elefanten aus dem Zimmer jagt......... also vorallem wenn das Kind benennt, dass es davon geträumt hat, oder behauptet, dass sie da sind - zum Beispiel unter dem Bett.
Dein Kleiner scheint sich aber 'erst' davor zu fürchten, dass sie kommen könnten. Hier ist es vielleicht ein Weg ihm zu versichern, dass er dann ein Zeichen geben kann....... und Du dann sofort kommst um alle wegzujagen........ vielleicht kannst du ihm so sicherheit geben.....

ängste sind wohl in dem alter normal...... und kinder haben eine total andere realtität. für sie ist noch sehr sehr vieles möglich..........

hmmm - aus eigener erfahrung mit meinem kind kann ich noch nicht mitreden, da es noch kein thema ist........

liebe grüsse
nana

TajMahal
08.10.2011, 09:23
Jedes Kind ist anders. Als Töchting so vier war, haben wir vorm Zubettgehen Gespenster gejagt :smile:

Mutter vorraus, Kind hinterher sind wir laut brüllend ins Kinderzimmer gestürmt. Auf "Hast du gesehen wie schnell dieses Gespenst gerannt ist" hat sie es natürlich gesehen :smirksmile: Das Gespenst war dermaßen erschreckt dass es diese Nacht bestimmt nicht wieder gekommen ist :freches grinsen:

Dazu hatte sie noch ihren Beschütztiger, eine Decke mit Tigerdruck. An so einen großen, gefährlichen Tiger traut sich kein Gespenst und kein Monster :freches grinsen:

Als sie mal bei Freunden geschlafen hat, ist das allerdings in die Hose gegangen. Sie hat die Gespenster verjagt und die Kids der Freunde hatten dann erst recht Angst, die sind vorher gar nicht auf die Idee gekommen da könnten Gespenster sein :ooooh:
Töchting habe ich wieder mit nach Hause genommen und Kumpel hatte in der Nacht zwei Kinder im Bett :zwinker:

Wiesenkraut
08.10.2011, 09:37
ich kann Nana nur zustimmen. Meine Mutter konnte mit meinen Ängsten auch gar nichts anfangen und ging die auch immer mit Vernunft an, mit dem Erfolg dass sie im Grundsatz blieben sich nur verschoben. Von magischen Wesen zu z.b Angst vor der RAF so mit 3 oder 4 - ohne wirklich zu wissen wer das ist.

Auch ich hab mich in meinem Studium zurückerinnert, als meine Dozentin sagte "magisches muss mit magischem bekämpft werden". Es ist nun mal das magische Alter da richtet die Vernunft nichts aus. Meine Kindheit war was Ängste betrifft für mich so prägend, das ich immer gesagt habe, DAS mach ich bei meinen Kindern anders. Inklusive dem, dass ich selbst nie zu meiner Mutter ins Bett flüchten durfte.

Mein erstes Kind hatte dann so halbmagische Ängste...also er wollte z.b nicht mehr aus Klo weil er Angst hatte ins Kloloch gezogen zu werden und abziehen in seiner Gegenwart ging gar nicht.

Da half dann das Zauberpapier (Klopapier), dass das "Monsterloch" sicher verschloss.

Dann hatte er auch Angst vor Hunden. Diese nahm er allerdings mit nach Hause und im dunkeln wandelten sich alle möglichen Schatten in Hunde...für kurze Zeit zog er wieder ins Gitterbett um, die wir in eine sichere Kuschelhöhle durch ein dünnes Tuch verwandelten.

Bei der großen haben wir es allerdings übertrieben, die hatte die klassische Monsterangst, in Kleiderschränken unterm Bett usw. Da hab ich mich von meinem Mann auf eine Rolle Tapete zeichnen lassen (also die Umrisse) und wir haben daraus einen Ritter gemacht mit einem Schwert in der Hand. Den auf stabile Pappe geklebt aufgestellt, als Wache.

Mit dem sehr zweifelhaften Erfolg dass der Schatten des Ritters sich immer etwas bewegte durchdie Luftzirkulation und für Panik sorgte.

Hier halfen dann diese Wunderkerzen (dünne Stangen mit Magnesium überzogen die nach dem Anzünden funken sprühen) seeeeehr magisch. Die haben das ganze Zimmer in eine sichere Burg verwandelt. Staubwedel wäre sicher genau so gegangen auf die Idee bin ich gar nicht gekommen.

Wir haben in der Zeit übrigens viel Rolf Zuckowskis Tip Tap gehört. Bilderbücher waren bei uns eher phantasieanregend, aber das Lied hat (denke ich) geholfen, das wollten auch beide in der Zeit immer und immer wieder hören.

Da wird auch ein Kind wach und sieht ein Gespenst. Es traut sich immer näher ran und beobachtet wie das Gespenst in die Küche verschwindet und den Kühlschrank öffnet. Da wird klar, das "Gespenst" heißt Papa und das Kind geht wieder ruhig schlafen.

Die Musik bringt die wachsende Angst das Kindes rüber, dass sich dieser dann mutig stellt.

skirbifax
08.10.2011, 11:37
Mein Sohn entwickelt seit ein paar Monaten Ängste vor Hexen, Monstern, Räubern, Gespenstern und anderen Ungeheuern. Angefangen hat das Ganze nach unserem allerersten Puppentheaterbesuch, da war er völlig fasziniert von der Hexe und erzählt seither (ca. 3 Monate her!!) davon. :ooooh: :knatsch:

Solche Ängste hat mein Sohn unabhängig von Halloween und Puppen-, Hexentheater auch entwickelt. Ich habe es auch so gemacht:


eine bekannte hat ihren sohn 'wachen' in jedes stockwerk stellen lassen (die wachen waren playmobilmännchen und vor dem bett wachte ein dino).

Bei ihm waren es "starke" Kuscheltiere wie Löwe, Tiger, Elefant, und auch Dinos. Nach dem üblichen Abendritual (Geschichte vorlesen, Lied singen) haben wir noch einmal überprüft, dass die Wächter alle auf Position sind.

TajMahal
08.10.2011, 13:34
Da wird auch ein Kind wach und sieht ein Gespenst. Es traut sich immer näher ran und beobachtet wie das Gespenst in die Küche verschwindet und den Kühlschrank öffnet. Da wird klar, das "Gespenst" heißt Papa und das Kind geht wieder ruhig schlafen.



Das hatten wir live. Das Gespenst hieß Lukas, war ein Meerschweinchen und knabberte nachts am trockenen Brot :freches grinsen:

Nix mit Schweinchen sind tagaktiv :unterwerf: