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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Selbständig, fast kein Verdienst, Krankenversicherung



Pia1976
10.01.2011, 19:39
Liebe Community,

ich stehe vor einem Problem, bei dem ich leider auch nicht weiter weiss und hoffe auf Eure Hilfe. Mit der Suchfunktion bin ich leider nicht auf Anhieb weitergekommen, wenn jemand einen Link zu einem Strang hat, in dem das Theman schon diskutiert wurde, wäre ich sehr dankbar.

Es geht um einen Bekannten. Dieser ist seit drei Jahren in Deutschland gemeldet, seit 1,5 Jahren geht er einer selbständigen Tätigkeit als Sprachlehrer nach, die er auch angemeldet hat, bei der er leider fast nichts verdient. Das wenige, was er verdient ,unterliegt auch noch Schwankungen. Er wird von Freunden über Wasser gehalten.

Das Problem ist, dass er, seit er nach Deutschland gekommen ist, keine Krankenversicherung mehr hat. Er ist jung und gesund hat aber zu Recht Angst davor, bei einem Unfall o.ä. in Existenznöte zu kommen. Ein Makler hat ihm nun eine sehr preiswerte PKV angeboten, mit sehr hohem Selbstbehalt, angeblich ohne Nachzahlungen für die vergangenen Jahre. Kann das sein?

Welche Lösungen gibt es für ihn, wenn er sich krankenversichern möchte? Eine sozialversicherungspflichtige Anstellung kommt leider nicht Frage, da er in D zwar selbständig tätig sein darf, nicht jedoch angestellt.

Er überlegt, seine Qualifikation durch ein Studium aufzubessern. Könnte er, wenn er sich jetzt privat krankenversichert, in einem Jahr noch in die gesetzliche studentische Krankenversicherung? Oder geht das dann nicht mehr?

Er hat Angst, dass man ihn wegen der Versicherungspflicht irgendwie belangen könnte. Strafe zahlen oder so muss man aber nicht, oder? (Außer den Nachzahlungen)

Inaktiver User
10.01.2011, 19:44
Die studentische KV ist vom alter abhängig. Ansonsten kann er sich auch in der gesetzlichen KV krankenversichern - was allerdings teuer ist, da die von einem gewissen Verdienst ausgehen. Für mich hätte es sich nciht gelohnt (ich hatte mal die Möglichkeit, einen Zeitraum als Honorardozentin zu überbrücken).
Soweit ich weiß, muss man für Lehrtätigkeiten auch Rentenabgaben zahlen - tut er das?

Pia1976
10.01.2011, 19:48
Die studentische KV ist vom alter abhängig. Ansonsten kann er sich auch in der gesetzlichen KV krankenversichern - was allerdings teuer ist, da die von einem gewissen Verdienst ausgehen. Für mich hätte es sich nciht gelohnt (ich hatte mal die Möglichkeit, einen Zeitraum als Honorardozentin zu überbrücken).
Soweit ich weiß, muss man für Lehrtätigkeiten auch Rentenabgaben zahlen - tut er das?
Für die studentische KV wäre er noch jung genug. Die freiwillige gesetzliche kann er sich definitv nicht leisten, das ist mehr als er verdient.
Ob er Rentenabgaben zahlt, weiss ich nicht.

frank60
11.01.2011, 12:05
Für die studentische KV wäre er noch jung genug. Die freiwillige gesetzliche kann er sich definitv nicht leisten, das ist mehr als er verdient.
Ob er Rentenabgaben zahlt, weiss ich nicht.
Ergänzendes H4 hilft weiter.
Allerdigs muss er da auch das "Schwarzgeld" angeben, sozusagen die Stunden, die er ohne eine Quittung zu verlangen, gibt.

Inaktiver User
11.01.2011, 12:50
Wieso geht er nicht zum Sozialamt und beantragt HarzIV?

Er wohnt doch auch irgendwo und zahlt Miete oder nicht?

Ist er offiziell hier mit Aufenthaltsgenehmigung?

Wieso darf er nur Selbständig tätig sein?

Pia1976
11.01.2011, 13:18
Wieso geht er nicht zum Sozialamt und beantragt HarzIV?

Er wohnt doch auch irgendwo und zahlt Miete oder nicht?

Ist er offiziell hier mit Aufenthaltsgenehmigung?

Wieso darf er nur Selbständig tätig sein?
Er kommt aus Osteuropa. Die Arbeitnehmerfreizügigkeit gilt für sein Land in Deutschland noch nicht. Er wohnt sehr preiswert zur Untermiete, ist offiziell gemeldet und gibt auch seine Stunden offiziell, also nichts mit Schwarzgeld oder so. Aber es ist halt nicht genug, um davon eine Krankenversicherung zu zahlen.

Wenn ab Mai 2011 dann auch für diese EU-Staaten die Arbeitnehmerfreizügigkeit gilt, könnte er sich auch eine Anstellung suchen und wäre dann darüber krankenversichert. Allerdings halte ich seine Chancen auf Anstellung für gering, da diese ganzen Dozententätigkeiten doch meist auf Basis einer Selbständigkeit laufen.

Inaktiver User
11.01.2011, 13:20
Wieso geht er dann nicht zum Sozialamt und läßt aufstocken?

Wie weit geht die Pflicht zur KV? Und vor allem was ist wenn er krank wird, einen Unfall hat oder operiert werden muß?

frank60
11.01.2011, 13:25
Er kommt aus Osteuropa. Die Arbeitnehmerfreizügigkeit gilt für sein Land in Deutschland noch nicht. Er wohnt sehr preiswert zur Untermiete, ist offiziell gemeldet und gibt auch seine Stunden offiziell, also nichts mit Schwarzgeld oder so. Aber es ist halt nicht genug, um davon eine Krankenversicherung zu zahlen.

Wenn ab Mai 2011 dann auch für diese EU-Staaten die Arbeitnehmerfreizügigkeit gilt, könnte er sich auch eine Anstellung suchen und wäre dann darüber krankenversichert. Allerdings halte ich seine Chancen auf Anstellung für gering, da diese ganzen Dozententätigkeiten doch meist auf Basis einer Selbständigkeit laufen.

Dann wird seine Situation nicht besser und er sollte in sein Heimatland zurück.
Ich bin nicht bereit, mit meinen Sozialbeiträgen die Folgen des finanziellen Risikos seiner Selbständigkeit zu tragen.
Es ist ferner davon auszugehen, dass er keine Haftpflichtversicherung hat.
Es gibt in D die Pflicht für eine KK und Haftpflicht.
Unverantwortlich.

Inaktiver User
11.01.2011, 13:30
Es gibt in D die Pflicht für eine KK und Haftpflicht.


Das wär mir neu, dass man sich haftpflichtversichern muss, als Sprachlehrer oder privat.

Hast du dafür einen Beleg?

frank60
11.01.2011, 13:40
Das wär mir neu, dass man sich haftpflichtversichern muss, als Sprachlehrer oder privat.

Hast du dafür einen Beleg?

Jeder der eine Firma betreibt oder selbständig tätig ist, sollte haftpflichtversichert sein.
Wenn er nämlich jemanden, während der Ausübung seiner beruflichen Tätigkeit fahrlässig einen Schaden zufügt, wie auch immer, muss er versichert sein, andernfalls bleibt der Geschädigte auf den Kosten sitzen.
Seine Privathaftpflicht, wenn er überhaupt eine hat, übernimmt die Kosten nicht, wenn es während der beruflichen Tätigkeit passiert.
Klar, von den Freunden zum Essen eingeladen, bei der Freundinnen nächtigen, da kann man günstige Stundensätze anbieten, während wir mit unseren Steuern die dt. Selbständigen beim Einstieg subventionieren müssen, weil der Markt keine Preise hergibt, von denen es sich leben lässt.
Diejenigen, die ihn mit ihrer Unterstützung den Aufenthalt in D ermöglichen, sollte man, im Schadensfalle, zur materiellen Verantwortung heranziehen.
Sich über hohe Beiträge beklagen und dann das.

Inaktiver User
11.01.2011, 13:50
Ja sicher, eine Betriebshaftpflicht und eine Rechtschutz gleich dazu - man weiß ja nie!

Wie ist das mit seiner Rente?

Wieso ist er hier her gekommen? Und wenn er jetzt ein weiteres Studium denkt: wie will er das finanzieren?


Er liegt uns nicht nur "auf der Tasche" wenn er HarzIV beantragt sondern auch wenn er krank wird - wer zahlt seine Arztbesuche?

Was wenn er einen Unfall hat - verschuldet?

Inaktiver User
11.01.2011, 14:00
Es gibt in D die Pflicht für eine KK und Haftpflicht.
Unverantwortlich.

Frank, du hast von Pflichtversicherung geschrieben, und es gibt inzwischen meines Wissens zwar die KV-Pflicht aber keine allgemeine Verpflichtung für die Haftpflicht.

Dass das wünschenswert wäre ist ein anderes Thema. Da bin ich ganz bei dir. :blumengabe:

Tabetha
11.01.2011, 19:13
Das, was hier beschrieben wird, kann ich nicht als Selbstständigkeit bezeichnen. Da lügt sich jemand selbst in die Tasche, und das eventuell auf Kosten der Gesellschaft.

Wie war der Business-Plan - hat hier jemand wirklich gedacht, auf genau ihn wartet man als Dozent? Kann er, aus Osteuropa kommend, überhaupt das unterrichten, was hier relevant ist? Wo liegen die Kenntnisse, die er einheimischen Dozenten voraus hat?
Von den Stundensätzen für "Dozenten" ganz zu schweigen.
Nach meinem Kenntnisstand steht ihm, da keine Arbeitserlaubnis, keine Unterstützung zu. Ansonsten wäre er glatt besser gestellt, als mancher Existenzgründer hier.

Durchaus kritisch die Frage - was hat er hier erwartet?

Pia1976
12.01.2011, 16:54
Wir kommen ein wenig vom ursprünglichen Thema ab.

Der Bekannte, um den es geht, ist kein Sozialschmarotzer. Ich weiß nicht, ob er Sozialleistungen beantragen könnte. Er würde es aber eh nicht tun, da er niemandem auf der Tasche liegen möchte. Nach Deutschland gekommen ist er der Liebe wegen, und ich kann gut verstehen, dass er alles tut, um bei seiner Freundin bleiben zu können. Wie schon geschrieben ist er ganz regulär angemeldet und selbständig tätig, d.h. er schreibt Rechnungen für seine Stunden usw.

Sein "Business-Plan" sieht vor, dass er ab Herbst studieren will, um seine Tätigkeit auf festere Füße zu stellen. Er dürfte dann ja auch angestellt arbeiten, da die Arbeitnehmerfreizügigkeit ab Mai 2011 gilt.

Es gilt also nur, die Zeit bis dahin zu überbrücken. Und gerade weil die von Euch geschilderten Bedenken bzgl. Unfall etc. teilt, will er sich ja krankenversichern. Nur dass nicht ganz klar ist, wie.

Meine ursprüngliche Frage war daher:

- Kann das mit der billigen PKV (mit hohem Selbstbehalt) wirklich sein? Und wie will der Makler bewirken, dass er keine Beiträge nachzahlen muss? Mit kommt das spanisch vor, ihm auch.

- kann er sich, wenn er sich jetzt privat versichert, später als Angestellter oder Student wieder gesetzlich versichern?

PS: Eine allgemeine Haftpflichtversicherungspflicht gibt es in D natürlich nicht. Er besetzt trotzdem eine Haftpflichtversicherung.

Sprachlos
13.01.2011, 16:56
Wenn er angestellt ist - und sei es nur ein 400 Euro-Job - kann er wieder in die Gesetzliche wechseln (muss dann allerdings 1 Jahr lang am Stück sozialversich.pflichtig beschäftigt sein).

Ich weiß ja nicht, was du unter "billige" PKV verstehst, aber da er noch relativ jung zu sein scheint ist die PKV schon vergleichsweise günstig.

Wg. Nachzahlungen weiß ich nicht Bescheid, aber das Thema ist natürlich sehr heikel. Ihr müsstet euch das von dem Makler sehr genau erklären lassen und dann abwägen ob der Makler mitsamt der Erklärung vertrauenswürdig ist. Wenn er schon 3 Jahre in D ist, wäre das fast die einzige Chance, denn eine Nachzahlung dürfte fast nicht mögl. sein.

Inaktiver User
13.01.2011, 20:37
Wenn er angestellt ist - und sei es nur ein 400 Euro-Job - kann er wieder in die Gesetzliche wechseln (muss dann allerdings 1 Jahr lang am Stück sozialversich.pflichtig beschäftigt sein).

Echt? Ist das so? Ich dachte bisher immer, sobald ich einen sozialversicherungspflichtigen Job finde, kann ich den für ein paar Monate ausüben und so in die Gesetzliche kommen. Dann nach ein paar Monaten kündigen und als Freiberufler in der Gesetzlichen bleiben (mit den entsprechenden Beiträgen). Geht das gar nicht?

Inaktiver User
13.01.2011, 20:47
Wenn er so wenig Geld hat, bringt doch eine PKV mit hohem Selbstbehalt überhaupt nichts. Das bedeutet doch im Klartext, dass er alle Arztrechnungen erstmal selbst bezahlen muss und erst bei Überschreiten der Grenze Geld von der KV bekommt.

Tabetha
13.01.2011, 22:43
Er rechnet vermutlich damit, nicht ernsthaft krank zu werden.

Aber ganz ehrlich - ich finde die Pflicht zur Krankenversicherung ja sinnvoll. Aber ca. 550 EUR (über 1000 DM!) Beitrag für eine gesetzliche Krankenkasse (wenn eine Bedarfsgemeinschaft angenommen wird) ist Wahnsinn.
Wir brauchen dringend auch in der Gesetzlichen einen Minibeitrag, wie im Ausland (230 EUR z. B.), der alle wirklich notwendigen Dinge abdeckt und das war es. Aber da sträuben sich unter anderem die, die meinen, Gesundheit hat gefälligst nichts zu kosten bzw. die meinen, wenn sie in D geboren sind, ein Grundrecht auf schwachsinnige (pardon) "Behandlungen" wegen selbst verschuldeten Übergewichts und diverser sonstiger Problemchen zu haben.
Dinge, die in anderen Ländern mit bezahlbaren Beiträgen schon lange nicht mehr enthalten sind. Grundsicherung. Die fehlt hier.
Also durchaus zweischneidig, das Schwert.

Sariana
13.01.2011, 23:43
Der Mindestbeitrag bei freiwillig gesetzlich Krankenversicherten liegt bei knapp 300 Euro.
Wenn es irgendwie geht würde ich in der Lage deines Bekannten eher diese Lösung wählen - auch wenn die PKV noch so verlockend klingt, wie schlamperl schon ausführte, mit zu hohem Selbstbehalt rechnet sich die PKV im Krankheitsfalle nicht.

Tabetha, die KK-Beiträge können einem Selbstständigen besonders in der Anfangsphase das "Genick" brechen, denn schließlich bezahlt man die vom versteuerten Geld und nicht von den Bruttoeinnahmen.
Man zahlt "freiwillig" einen ziemlich hohen Betrag und bekommt auch nichts außer den Regelleistungen der "normal" Versicherten.

Einen Sockelbetrag fände ich von daher auch angebrachter - zumal ohnehin recht viele Zuzahlungen bzw. Eigenleistungen zu tragen sind.

Sprachlos
14.01.2011, 08:04
Echt? Ist das so? Ich dachte bisher immer, sobald ich einen sozialversicherungspflichtigen Job finde, kann ich den für ein paar Monate ausüben und so in die Gesetzliche kommen. Dann nach ein paar Monaten kündigen und als Freiberufler in der Gesetzlichen bleiben (mit den entsprechenden Beiträgen). Geht das gar nicht?

Ja, das ist so, wir hatten das Thema dieses Jahr auch mal im Familienkreis und es wurde diese Auskunft gegeben vom Mitarbeiter der GKV.

Im hier diskutierten Fall sehe ich eigtl. die Selbständigkeit als Problem, denn sonst könnte er sich möglicherweise in der GKV preiswert versichern (weiß nicht inwiefern das als Ausländer greift, müsste aber wohl):

Während die gesetzliche Krankenversicherung bei Selbstständigen immer einen Krankenversicherungsbeitrag zwischen 285 und 294 Euro (ohne/mit Krankengeld) erhebt, können sich alle übrigen freiwillig versicherten Mitglieder bereits ab etwa 129,79 Euro pro Monat versichern. Ihnen wird ein fiktives Mindest-Monatsentgelt von 851,67 EUR zugrunde gelegt.Quelle: GKV-Mindestbeiträge für Selbständige sind zu hoch | news.private-krankenversicherung.de (http://news.private-krankenversicherung.de/hohe-gkv-mindestbeitrage-fuer-selbstaendige/333655.html)

Vllt. kann er sich ja nebenberuflich selbständig anmelden, wenn er sowieso nicht die Butter aufs Brot verdient ?

Sprachlos
14.01.2011, 08:18
Tabetha, die KK-Beiträge können einem Selbstständigen besonders in der Anfangsphase das "Genick" brechen, denn schließlich bezahlt man die vom versteuerten Geld und nicht von den Bruttoeinnahmen.
Man zahlt "freiwillig" einen ziemlich hohen Betrag und bekommt auch nichts außer den Regelleistungen der "normal" Versicherten.

Diese Sache finde ich auch übel. Immerhin bezahlt der Selbständige dadurch grundsätzlich mal eben ca. 20 % mehr, als Angestellte, von der hier diskutierten Anfangshürde mal ganz abgesehen. Dass sich viele Selbständige - besonders wenn sie jung sind und Krankheit ganz weit weg, sowie die Beiträge attraktiv - für die Private entscheiden, kann man da doch sofort nachvollziehen.

Noch schlimmer: Wer als Selbständiger freiwillig in der GKV versichert ist zahlt Beiträge nicht nur auf das Einkommen aus Arbeit (z.B. Geschäftsführer-Gehalt) sondern auch auf Mieteinnahmen etc. und - das ist der größte Hammer - kann die Kosten für die Mietsache nicht absetzen. Es wird also nicht die Zahl aus der Eink.steuererklärung zugrunde gelegt, sondern eine fiktive, die nur aus Einnahmen besteht!

Obwohl es diese Ungerechtigkeiten in der GKV für Selbständige gibt sind sie trotzdem erstmal von Haus aus die Buhmänner+frauen der Nation, weil sie sich "aus der Solidargemeinschaft der Krankenversicherten ausklinken". War jetzt OT aber regt mich einfach auf.

Tabetha
14.01.2011, 09:55
Noch schlimmer: Wer als Selbständiger freiwillig in der GKV versichert ist zahlt Beiträge nicht nur auf das Einkommen aus Arbeit (z.B. Geschäftsführer-Gehalt) sondern auch auf Mieteinnahmen etc. und - das ist der größte Hammer - kann die Kosten für die Mietsache nicht absetzen. Es wird also nicht die Zahl aus der Eink.steuererklärung zugrunde gelegt, sondern eine fiktive, die nur aus Einnahmen besteht!



Nicht nur das. Da werden bei einem Unternehmer als Grundlage für die Berechnung der KK-Beiträge die privaten Belange herzugezogen. Das Einkommen des Partners und die Mieteinnahmen, wie schon erwähnt. D. h. wieder besonders für Frauen, dass sie bei gut verdienenden Männern bestraft werden - bei der Existenzgründung müssen sie schon - Beispiel AOK - ca. 580 EUR für die KK berappen. Bei eventuellen Umsätzen von unter 2.000 EUR (wenn nicht sogar weniger). Auch hier wird meiner Meinung nach bewusst das Arbeiten für Frauen schwer gemacht. Die Selbstständigkeit sowieso.

Pia1976
14.01.2011, 17:11
Wenn er so wenig Geld hat, bringt doch eine PKV mit hohem Selbstbehalt überhaupt nichts. Das bedeutet doch im Klartext, dass er alle Arztrechnungen erstmal selbst bezahlen muss und erst bei Überschreiten der Grenze Geld von der KV bekommt.
Wie Tabetha richtig schreibt, rechnet er damit, nicht ernsthaft krank zu werden. 200 Euro für den Zahnarzt würden mit Sicherheit im Notfall auch Freunde aufbringen. Ihm geht es darum den Ernstfall abzusichern, also wenn er vor den Bus läuft, sich ein Bein bricht, einen Fahrradunfall auf dem Glatteis hat. Das können schnell etliche Tausend € werden, die dann auch von niemandem aufgefangen werden können.

Inaktiver User
14.01.2011, 19:10
Wie Tabetha richtig schreibt, rechnet er damit, nicht ernsthaft krank zu werden. 200 Euro für den Zahnarzt würden mit Sicherheit im Notfall auch Freunde aufbringen. Ihm geht es darum den Ernstfall abzusichern, also wenn er vor den Bus läuft, sich ein Bein bricht, einen Fahrradunfall auf dem Glatteis hat. Das können schnell etliche Tausend € werden, die dann auch von niemandem aufgefangen werden können.

Aber auch da muss er ja dann die ersten Tausend(e) Euros wegen der Selbstbeteiligung selbst zahlen. Oder auch da springen die Freunde ein.

Ich weiß nicht, was ich von Jemandem halten soll die ihr (Über-)Lebenskonzept auf dem Geld der Freunde aufbaut. Was macht er, wenn die Freunde irgendwann nicht mehr können oder wollen?

Sprachlos
15.01.2011, 09:56
Wenn er angestellt ist - und sei es nur ein 400 Euro-Job - kann er wieder in die Gesetzliche wechseln
Hier muss ich mich nochmal korrigieren: es war natürlich kein 400-Euro-Job gemeint, sondern einer, der mind. 401 Euro einbringt und damit versicherungspflichtig ist !

Kitty1670
17.01.2011, 02:45
200 Euro für den Zahnarzt würden mit Sicherheit im Notfall auch Freunde aufbringen.

Diese Einstellung finde ich horrend. Natürlich würde ich jemanden aus meinem Freundeskreis gerne unterstützen, falls es zu einem Ernstfall gekommen ist, aber dies im Vorfeld mit einzukalkulieren, finde ich als Einstellung nicht okay, zumal er ja schon seit drei Jahren in Deutschland lebt und nicht erst neu hier ist.

Ich habe selbst eine Zeitlang ohne Krankenversicherung gelebt (nicht in D), auf die Idee, Freunde anzupumpen, bin ich nicht gekommen. Die Risiken einer solchen Entscheidung sollten schon von jedem selbst getragen werden.

Einer polnischen Bekannten meiner Mutter (auch ohne KV) wurde übrigens, als sie sich den Knöchel brach, in einer karitativen Einrichtung kostenlos geholfen (Arbeiter-Samariter?), unter der Einkommensgrenze liegt dein Bekannter ja bestimmt.

Kitty