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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Feiertagszuschläge bei Freiberuflern



Inaktiver User
20.12.2010, 19:25
Hallo Liebe Community!
Nachdem ich in der Welt des Netzes nichts konkretes finden konnte und hier auf dieses Forum stieß, möchte ich euch gerne folgende frage stellen: Wie werden Feiertagszuschläge für Freiberufler im Gastgewerbe geregelt? Bzw habe ich anspruch auf Feiertagszuschläge als Freelancer/Friberufler auf gewerblicher basis? und wenn ja wie werden diese in dem Fall verrechnet?
Leider ist es sehr dringlich und die behörden sind in den Weihnachstfeiertagen erschwert zu erreichen...
Darum danke ich schonmal für eure Beiträge!

Lg. Rene

jackpot
20.12.2010, 21:16
Lieber Rene,

da habe ich keine weihnachtlichen Nachrichten für Dich, denn genau aus diesem Grunde werden "Freiberufler" eingestellt, weil der Arbeitgeber keine Verpflichtungen und Zusatzkosten hat und der Freiberufler alle Sozialabgaben und Risiken trägt.
Du solltest noch prüfen, ob Du denn nicht doch " scheinselbständig" bist, das könnte einige Vorteile für Dich bringen.....

wünsche Dir zumindest gute Trinkgelder

Tabetha
20.12.2010, 21:26
Hallo Liebe Community!
Nachdem ich in der Welt des Netzes nichts konkretes finden konnte und hier auf dieses Forum stieß, möchte ich euch gerne folgende frage stellen: Wie werden Feiertagszuschläge für Freiberufler im Gastgewerbe geregelt? Bzw habe ich anspruch auf Feiertagszuschläge als Freelancer/Friberufler auf gewerblicher basis? und wenn ja wie werden diese in dem Fall verrechnet?
Leider ist es sehr dringlich und die behörden sind in den Weihnachstfeiertagen erschwert zu erreichen...
Darum danke ich schonmal für eure Beiträge!

Lg. Rene

Da muss ich mal herzlich lachen. "Geregelt" ist bei "Freiberuflern" (eventuell eher Gewerbetreibenden?) so etwas gar nicht. Wenn Du keine Ahnung hast, was selbstständig bedeutet - entschuldige bitte, dann bist Du fehl am Platz.
Du kalkulierst - der Kunde gibt den Auftrag. Oder eben nicht.
Und ich war wieder herzlich unverblümt. Da bleibt einer aber echt nichts mehr anderes übrig - "selbstständig" und Feiertagszuschläge vom Gesetzgeber geregelt ...
Es gibt zudem keine "Freiberufler" auf "gewerblicher Basis" - Du solltest Dich wirklich noch einmal mit den Grundbegriffen auseinandersetzen. Fang bei der Freien Marktwirtschaft an.

Inaktiver User
21.12.2010, 01:26
Da muss ich mal herzlich lachen. "Geregelt" ist bei "Freiberuflern" (eventuell eher Gewerbetreibenden?) so etwas gar nicht. Wenn Du keine Ahnung hast, was selbstständig bedeutet - entschuldige bitte, dann bist Du fehl am Platz.
Du kalkulierst - der Kunde gibt den Auftrag. Oder eben nicht.
Und ich war wieder herzlich unverblümt. Da bleibt einer aber echt nichts mehr anderes übrig - "selbstständig" und Feiertagszuschläge vom Gesetzgeber geregelt ...
Es gibt zudem keine "Freiberufler" auf "gewerblicher Basis" - Du solltest Dich wirklich noch einmal mit den Grundbegriffen auseinandersetzen. Fang bei der Freien Marktwirtschaft an.

meine liebe tabetha, so unverblühmt und realistisch deine aussage sein mag, fragen stellt man um sie beanwortet zu bekommen, weil man sich nicht nicht in jeder ecke eines dunklen zimmers auskennt. und da kommen solche leute wie du da her und schreiben so einen, entschuldigung, sch*** text. ohne darüber nachzudenken wie sie es schreiben und was das für konsequenzen haben könnte (egal in welcher hinsicht). deine überheblichkeit ist nicht zu überlesen. und scheinbar hast du es selbst nicht weit gebracht, sonst würdest du hier nicht rumgeistern. wenn du einen gutgemeinten rat hast dann bring ihn ordentlich an. sonst ist das in etwa so als würde man einen samen pflanzen und dann kein wasser mehr drauf geben. zum glück besitze ich eine bewässerungs anlage das der keim noch spriesst ;)
danke für den post und die Information.

Tabetha
21.12.2010, 06:31
und scheinbar hast du es selbst nicht weit gebracht, sonst würdest du hier nicht rumgeistern.

Oha, hier geistern nur Mitglieder herum, die es nicht weit gebracht haben ...
Darum stellst Du Deine Fragen auch hier - das zeugt natürlich von wahrem Durchblick, auch wichtig für den Job ;- )

Rene, wer sich selbstständig macht, sollte wenigstens - und das ist schon wenig genug - die elementarsten Dinge über die Selbstständigkeit wissen. Der Unterschied zwischen der Bezahlung/dem Lohn/dem Gehalt eines abhängig Beschäftigten und der Rechnungsstellung eines selbstständig Tätigen ist wohl das Minimum, was an Wissen vorhanden sein sollte.
Dann hättest Du auch gewusst, dass es pfiffige Selbstständige gibt, die für das Wochenende und Feiertage andere Stundensätze aufrufen. Das hat etwas mit Kalkulation zu tun. Die Dir freisteht - was man eigentlich, aber ich wiederhole mich, wissen sollte.

Die Behörden hätten sich über einen Anruf von Dir übrigens gefreut. "Freelancer im Gastgewerbe" - mal abgesehen davon, dass es sich wohl eher um einen gewerblichen Job handelt - da hätte man doch gleich einmal gefragt, wer denn Dein Arbeit-, pardon, "Auftraggeber" ist. Das klingt nämlich eher nach Scheinselbstständigkeit ("freiberuflicher" Kellner o. ä.?).

Für mich klingt Deine Frage so, als hättest Du keine große Ahnung von dem, was Du an Pflichten und Rechten hast. Und keine große Ahnung zu haben ist eine denkbar ungünstige Ausgangslage für die Selbstständigkeit.

coco13
21.12.2010, 10:54
Hallo Rene, auf welcher Basis rechnest Du Deine Leistungen denn ab? Arbeitest Du für mehrere Auftraggeber? Gibt es Verträge?

Inaktiver User
21.12.2010, 11:04
Was bitte ist ein Freiberufler im Gastgewerbe?

Du stellst dem Kunden eine Rechnung oder? Der Stundensatz ist vereinbart oder?

Steht in dem Vertrag etwas von Sonderzulagen?

ANSPRÜCHE wie es ein Arbeitnehmer hat hast du nur wenn du deinen Vertrag entsprechend ausgehandelt hast.

Inaktiver User
22.12.2010, 00:07
@Dharma: grob gesehen ist es Zeitarbeit oder Freelancing.

meine frage ist beantwortet danke dafür und eure zeit!

Inaktiver User
22.12.2010, 00:25
@Dharma: grob gesehen ist es Zeitarbeit oder Freelancing.

meine frage ist beantwortet danke dafür und eure zeit!

Auch wenn sie für dich beantwortet ist, aber das fällt mir schwer so stehen zu lassen.

Zeitarbeit und Freelancing sind doch 2 völlig unterschiedliche Dinge.

Wenn du über eine Zeitarbeit abgerechnet wirst, hängt es davon ab, ob diese Firma zu einem Tarifverbund gehört. Ansonsten hast du die gleichen Ansprüche wie angestellte Kellner nach dem Tarifvertrag fürs Hotel- und Gaststättengewerbe. Dann bist du aber in jedem Falle bei der Zeitarbeitsfirma angestellt.

Als Freelancer bist du selbstständig, musst Gewerbesteuer und Umsatzsteuer zahlen (wenn du über den Freigrenzen liegst) und bekommst auf den Cent genau das, was du vereinbart hast.

Inaktiver User
22.12.2010, 00:35
Als Freiberufler zahlst du keine Gewerbesteuern.

Inaktiver User
22.12.2010, 00:43
Als Freiberufler zahlst du keine Gewerbesteuern.

Das ist so, aber ich dachte Freiberufler können nur wenige Berufsgruppen sein. Alle anderen bezeichnen sich in Neudeutsch zwar als Freelancer sind aber tatsächlich Gewerbetreibende. M. E. muss ein freiberuflicher Kellner Gewerbesteuer zahlen - wie er sich bezeichnet, ist dem Finanzamt egal.

Ich bin aber kein Steuerexperte, nur Freiberuflerin.:smirksmile:

Tabetha
22.12.2010, 08:33
Das ist so, aber ich dachte Freiberufler können nur wenige Berufsgruppen sein. Alle anderen bezeichnen sich in Neudeutsch zwar als Freelancer sind aber tatsächlich Gewerbetreibende. M. E. muss ein freiberuflicher Kellner Gewerbesteuer zahlen - wie er sich bezeichnet, ist dem Finanzamt egal.



Das ist auch so, der Begriff Freiberufler ist sehr eng gesteckt.
Nicht alle anderen bezeichnen sich als Freelancer, ich nicht. Da es falsch ist. Ich bezeichne mich als Selbstständige, da dies korrekt ist und treffend ist. Gewerbebetrieb ist mir zu sehr im Bereich des Produzierenden.
Kellner (war übrigens nur eine Vermutung) ist als Freiberufler nicht machbar. Als Gewerbe meiner Meinung nach auch nicht - als was gründet man dann ein Gewerbe? Als Kellner? Das ist doch Scheinselbstständigkeit, die zum Himmel schreit. Also eher Cateringservice - und dann immer nur stundenweise Rechnungen des Inhabers für das Kellnern, evtl. gar immer für einen Kunden? Wenn dem so ist, sollte der Steuerberater schon graue Haare bekommen haben.

Matratze
22.12.2010, 09:56
Wenn dem so ist, sollte der Steuerberater schon graue Haare bekommen haben.

Das ist das schöne an der Bri, die wird doch nie grau!


@Dharma: grob gesehen ist es Zeitarbeit oder Freelancing.

meine frage ist beantwortet danke dafür und eure zeit!

Rene, Du hast fachliche Bezeichnungen benutzt und vielleicht etwas anderes damit gemeint.

Es gibt wenige selbständig auszuübende Tätigkeiten, bei denen 'Entgelt' z. B. über Gebührenverordnungen geregelt ist.

Mir ist nach Deinen Angaben mittlerweile nicht einmal ganz klar, ob Du auf eigene Rechnung arbeitest oder über eine Zeitarbeitsfirma angestellt bist und nur wechselnde Arbeitsstandorte hast.

Was Du tun kannst ist, mit Deinem 'Auftraggeber' direkt zu verhandeln.

Das geht immer.

Liebe Grüße,

Matratze

Inaktiver User
22.12.2010, 10:34
Nicht alle anderen bezeichnen sich als Freelancer, ich nicht. Da es falsch ist. Ich bezeichne mich als Selbstständige, da dies korrekt ist und treffend ist. Gewerbebetrieb ist mir zu sehr im Bereich des Produzierenden.


Die Bezeichnung spielt aber nun mal keine Rolle, sondern dient eher dem Marketing. Ich bin selbständig und Freiberuflerin, habe aber Kollegen, die in dem gleichen Metier tätig sind und selbständig und Gewerbetreibende sind. Allerdings meiden auch die den Begriff Gewerbetreibende, da dieser vom Wortlaut her, in manchen Tätigkeiten eher "abschreckend" wirkt. Aber - dem Finanzamt ist es egal - alle die nicht unter den eng gesteckten Begriff der Freiberufler fallen, sind Gewerbetreibende.


Kellner (war übrigens nur eine Vermutung) ist als Freiberufler nicht machbar. Als Gewerbe meiner Meinung nach auch nicht - als was gründet man dann ein Gewerbe? Als Kellner? Das ist doch Scheinselbstständigkeit, die zum Himmel schreit. Also eher Cateringservice - und dann immer nur stundenweise Rechnungen des Inhabers für das Kellnern, evtl. gar immer für einen Kunden? Wenn dem so ist, sollte der Steuerberater schon graue Haare bekommen haben.

Ok, da ist ja jetzt eine Menge Unterstellung drin. Auch als Kellner kann man theoretisch selbständig sein, und z. B. für verschiedene Restaurants, Kneipen, Bars verschiedene Schichten abdecken. Das kann ich mir schon gut vorstellen. Abgesehen davon kann man ja auch über bestimmte Hoch-Zeiten nur für einen Kunden arbeiten. M. E. kommt es auf das grundsätzliche Erscheinungsbild an. Ich hatte auch schon Jahre, in denen ich nur für einen Kunden gearbeitet habe, aber dadurch alleine werde ich noch nicht Scheinselbständig.

Inaktiver User
22.12.2010, 10:36
Was Du tun kannst ist, mit Deinem 'Auftraggeber' direkt zu verhandeln.

Das geht immer.



Das bezweifele ich aber sehr stark. Wenn ich einmal einen Vertrag unterschrieben/akzeptiert habe, wird sich mein Kunde, Auftraggeber, Arbeitgeber kurzfristig kaum auf neue Verhandlungen einlassen.

Tabetha
22.12.2010, 10:38
Die Bezeichnung spielt aber nun mal keine Rolle,

Das sehe ich nicht so - da diese Frage hier immer wieder auftaucht (Matratze als Fachfrau wird das bestätigen können ;- )) und die falsche Verwendung der Begriffe zu Irritationen führt.
Mal abgesehen davon, dass man schon wissen sollte, was man ist ;- )

Mandelbluete
22.12.2010, 10:40
Hallo,

auch wenn Deine eigentliche Frage beantwortet ist:

Ich rate Dir dringend, Dich zu den Fragen "Scheinselbständigkeit" und "arbeitnehmerähnlicher Selbständiger" beraten zu lassen.

Im letzten Fall wärst Du rentenversicherungspflichtig, wobei Du den kompletten Beitrag von knapp 20 % selbst zu tragen hättest. Und das ggf. vier Jahre zurück.

Mandelblüte

Tabetha
22.12.2010, 10:45
Ok, da ist ja jetzt eine Menge Unterstellung drin. Auch als Kellner kann man theoretisch selbständig sein,

Ich sehe das u. a. aus Sicht der Rentenversicherungskasse eher kritisch.
Siehe hier:

Abhängige Beschäftigung:
* Keine Verfügungsmöglichkeit über die eigene Arbeitskraft
* Kein Unternehmerrisiko
* Vereinbarung von Lohnabzug
* Vereinbarung von Urlaub
* Keine eigene Betriebsstätte
* Keine Eingliederung in den Betrieb
* Berichtspflicht u.a.

Von einer selbständigen Tätigkeit spricht man:
* Eigene Betriebsstätte
* Freie Entscheidung über Betriebsmittel
* Unternehmerisches Risiko
* Freie Preiskalkulation
* Einsatz eigenen Betriebskapitals
* Eigene Werbung
* Freie Entscheidung über Arbeitszeit
* u.a.

Es soll aber keine Unterstellung sein, das mit dem Kellnern war nur eine Vermutung. Da er nach Feiertagszuschlägen fragt, liegt die Vermutung aber nahe, dass er zeitlich eingeteilt wird. Das ist regelmäßig ein K.-o.-Kriterium für Möchtegern-Selbstständige.

Tabetha
22.12.2010, 10:45
Hallo,

auch wenn Deine eigentliche Frage beantwortet ist:

Ich rate Dir dringend, Dich zu den Fragen "Scheinselbständigkeit" und "arbeitnehmerähnlicher Selbständiger" beraten zu lassen.

Im letzten Fall wärst Du rentenversicherungspflichtig, wobei Du den kompletten Beitrag von knapp 20 % selbst zu tragen hättest. Und das ggf. vier Jahre zurück.

Mandelblüte

Zwei Intelligente, ein Gedanke :freches grinsen:

Tabetha
22.12.2010, 10:47
M. E. kommt es auf das grundsätzliche Erscheinungsbild an. Ich hatte auch schon Jahre, in denen ich nur für einen Kunden gearbeitet habe, aber dadurch alleine werde ich noch nicht Scheinselbständig.

Nein, es ist aber ein Baustein. Am Anfang wird es akzeptiert und ohne Frage auch, wenn man mittendrin eine solche Phase hat. Wenn ein einzelner Kunde aber in Kombination mit fehlendem unternehmerischen Auftreten auftaucht, wird es kritisch.

Inaktiver User
22.12.2010, 10:47
Das sehe ich nicht so - da diese Frage hier immer wieder auftaucht (Matratze als Fachfrau wird das bestätigen können ;- )) und die falsche Verwendung der Begriffe zu Irritationen führt.
Mal abgesehen davon, dass man schon wissen sollte, was man ist ;- )

Aber wenn du , bzw. deine Tätigkeit nicht in § 18 EStG aufgeführt ist, bist du Gewerbetriebende, egal, wie du dich nennst. Das Finanzamt wird sich davon nicht irritieren lassen.

Aber wenn Matratze da Fachfrau ist, kann sie das ja vielleicht erläutern. Ich bin da auch nur Halbwissende. :smirksmile:

Tabetha
22.12.2010, 10:49
Aber wenn Matratze da Fachfrau ist, kann sie das ja vielleicht erläutern.

Das hat sie schon ein paar Dutzend Mal gemacht ;- )
Ich hoffe, ich verwechsel gerade nicht die eine Fachfrau mit der anderen ...

Inaktiver User
22.12.2010, 10:56
Aber wenn du , bzw. deine Tätigkeit nicht in § 18 EStG aufgeführt ist, bist du Gewerbetriebende, egal, wie du dich nennst. Das Finanzamt wird sich davon nicht irritieren lassen.
Es hat ja nicht wirklich etwas mit der Eingangsfrage zu tun, deshalb nur kurz:
In §18 sind die sog. Katalogberufe abschließend aufgezählt. Alle, die nicht darunter fallen, sind keine Freiberufler im steuerrechtlichen Sinne. Konsequenzen hat das in erster Linie für die Gewerbesteuerpflicht, aber das ist ja hier nun wirklich kein Thema. :smirksmile:

Matratze
22.12.2010, 11:39
Matratze ist da tatsächlich vom Fach.

Aber wie immer betone ich gerne, dass Kommentare in der Bri nie eine rechtsverbindliche Auskunft darstellen oder diese gar ersetzen.

Mit der Anerkennung einer freiberuflichen Tätigkeit seitens der Steuerbehörden ist es so eine Sache.

Sowas kann letztendlich nur nach Einsicht der entsprechenden Unterlagen gewürdigt werden.

Ein Arzt kann sehr wohl eine gewerbliche Tätigkeit ausüben, dann nämlich, wenn er beispielsweise Laborleistungen erbringt.

Ein Fotograf - hatten wir gerade in einem anderen Strang - kann freiberuflich tätig sein oder gewerblich.

Eine freiberufliche Tätigkeit kann sich in Richtung gewerblich verlagern.

Ein Netzwerkadministrator ist eher gewerblich tätig, kann aber u. U. freiberuflich tätig sein, dann wenn er im wesentlichen mit der Planung beschäftigt ist.

Es ist also nicht immer ganz klar und einfach und es wird sich auch mal seitens der Fachleute drum gestritten.

Liebe Grüße,

Matratze

Tabetha
22.12.2010, 11:56
Ein Fotograf - hatten wir gerade in einem anderen Strang - kann freiberuflich tätig sein oder gewerblich.

Eine freiberufliche Tätigkeit kann sich in Richtung gewerblich verlagern.



Ja, ist nicht so einfach. So arbeitet der Journalist, der PR für ein Unternehmen macht, gewerblich. Entsprechend muss er 19 % USt. berechnen und nicht 7 %.

Inaktiver User
22.12.2010, 11:58
Ja, ist nicht so einfach. So arbeitet der Journalist, der PR für ein Unternehmen macht, gewerblich. Entsprechend muss er 19 % USt. berechnen und nicht 7 %.
Die einkommensteuerrechtliche Wertung hat absolut nichts mit der Umsatzsteuer zu tun. :smirksmile:

Tabetha
22.12.2010, 12:02
Die einkommensteuerrechtliche Wertung hat absolut nichts mit der Umsatzsteuer zu tun. :smirksmile:

Mir ging es gerade um gewerbliche und freie Arbeit, die nämlich im von Matratze aufgeführten Beispiel von Belang war. Das war einfach nur als Beispiel eingeworfen, wie komplex die Sache ist. Beim Journalisten ist das so - hat aber nichts direkt mit dem Thema hier zu tun - 19 % gewerbliche Arbeit, 7 % journalistische Arbeit. Aber ich sehe jetzt, wieso Du das missverstanden hast, pardon.

Abendstille
27.12.2010, 17:12
Da muss ich mal herzlich lachen. "Geregelt" ist bei "Freiberuflern" (eventuell eher Gewerbetreibenden?) so etwas gar nicht. Wenn Du keine Ahnung hast, was selbstständig bedeutet - entschuldige bitte, dann bist Du fehl am Platz.
Du kalkulierst - der Kunde gibt den Auftrag. Oder eben nicht.
Und ich war wieder herzlich unverblümt. Da bleibt einer aber echt nichts mehr anderes übrig - "selbstständig" und Feiertagszuschläge vom Gesetzgeber geregelt ...
Es gibt zudem keine "Freiberufler" auf "gewerblicher Basis" - Du solltest Dich wirklich noch einmal mit den Grundbegriffen auseinandersetzen. Fang bei der Freien Marktwirtschaft an.

Liebe Tabetha,

man kann wohl davon ausgehen, dass es einige windige Arbeitgeber gibt, die versuchen, unbedarfte Arbeitskräfte für dumm zu verkaufen,
indem sie was von "Freiberufler" faseln und erklären, sie als Arbeitgeber wären also von allen weiteren Verpflichtungen befreit.

Es ist nicht nötig, dass man jemanden, der dann hier anfragt, sich also kundig machen will, dermaßen herablassend abkanzelt.

Diejenigen haben's glaube ich schon schwer genug.

Tabetha
28.12.2010, 07:20
Diejenigen haben's glaube ich schon schwer genug.

Lieber ein Ende mit Schrecken ...
Es ist dann wohl besser, am Anfang mal heftig auf den Hosenboden zu fallen. Die Folgen, die diejenigen verursachen, die sich mal eben wild selbstständig machen, haben in erster Linie die zu tragen, die etwas auf dem Kasten haben, gründen und etwas erreichen könnten. Wenn sie von den Kunden auch ernstgenommen werden würden. Was häufig wegen schlechter Erfahrungen mit anderen Gründern nicht mehr der Fall ist. Als ich anfing, waren diese Probleme noch nicht so ausgeprägt, da sich Gründer anders zusammensetzten. Durch diese Ich-AG und weitere hochtrabende "Unternehmensgründungsideen" wurde die Situation verschärft. Sehr zu Lasten der Gründer, die gute Konzepte haben, unternehmerisches Denken und wirklich Besseres verdient hätten. Oder der jüngeren Unternehmer und Freiberufler.

Du vermutest im TE einen "Unbedarften". Das wiederum habe sogar ich nicht unterstellt ;- )
Wie auch immer, die Feiertage sind vorbei und wenn er nicht allzu unbedarft ist, sollte er für seine Selbstständigkeit etwas gelernt haben und hat die Chance, nächstes Jahr anders zu kalkulieren. Oder er hat verstanden, was er in Wirklichkeit ist. Hoffentlich auch die Folgen erkannt, die daraus resultieren.

amazonetr
05.01.2011, 04:03
Es ist nicht nötig, dass man jemanden, der dann hier anfragt, sich also kundig machen will, dermaßen herablassend abkanzelt.

Diejenigen haben's glaube ich schon schwer genug.

Liebe Abendstille,

die Freiberuflichkeit beim Finanzamt durchzusetzen ist nicht wirklich schwierig. Schwierig ist diesen Freiberuflichkeitstatus beim Finanzamt zu behalten.

Ob jemand freiberuflich oder scheinselbständig ist entscheiden letztlich die Rentenversicherungsträger (BfA). In den ersten drei Jahren der Gründung kann man sich von der Überprüfung freistellen lassen; da reicht ein einfacher Antrag bei der BfA.

Teuer kann es werden, wenn die BfA nach den Freistellungszeitraum die Überprüfung vornimmt und zum Ergebnis scheinselbständig kommt.
Dann zahlst du mindestens 3 und maximal 5 Jahre rückwirkend alle Sozialversicherungen und zwar sowohl den AG-Anteil als auch den AN-Anteil und das auf einen Schlag!

Mit dem Ergebnis "scheinselbständig laut BfA-Prüfung" setzt das Finanzamt Dich auch automatisch auf Gewerbetreibenden um. Ob Du die Gewerbesteuer auch rückwirkend zahlen musst, da bin ich überfragt. Jedoch sind die Gewerbesteuerbeträge im Vergleich zu den Sozialversicherungsbeiträgen vernachlässigbar.

Gerade in dem Bereich wo es "einige windige Arbeitgeber gibt, die versuchen, unbedarfte Arbeitskräfte für dumm zu verkaufen" - schätze ich die Reserven nicht so hoch ein um 3-5 Jahre doppelte Sozialversicherungsbeiträge nachzuzahlen; d.h. hier geht es dann wirklich um deren finanzielle Existenz.

Ich finde Tabetha Beiträge in diesem Tread durch ausangemessen. Der TE musste wachgerüttelt werden, damit er halt nicht "für dumm verkauft" wird.

Inaktiver User
05.01.2011, 07:41
Das ist so, aber ich dachte Freiberufler können nur wenige Berufsgruppen sein. Alle anderen bezeichnen sich in Neudeutsch zwar als Freelancer sind aber tatsächlich Gewerbetreibende. M. E. muss ein freiberuflicher Kellner Gewerbesteuer zahlen - wie er sich bezeichnet, ist dem Finanzamt egal.

Ich bin aber kein Steuerexperte, nur Freiberuflerin.:smirksmile:

Eine gesetzliche Definition hat, obwohl der Begriff des Freiberuflers an verschiedenen Stellen verwendet wird, bisher nicht stattgefunden. Einen Anhaltspunkt für die Begriffsbestimmung bietet § 18 Abs. 1 EStG, der u. a. Rechtsanwälte, Ärzte, Steuerberater, Ingenieure, Architekten und Journalisten zu den Freiberuflern zählt. Jedoch bleibt auch § 18 Abs. 1 EStG von einer abschließenden Aufzählung weit entfernt. Maßgebend kann daher nur sein, ob der Beruf dem Leitbild der freien Berufe entspricht, ob also die in den Katalogberufen des § 18 Abs. 1 EStG enthaltenen typischen, wichtigen oder wesentlichen Merkmalen vorhanden sind.


§ 18 EStG [Selbständige Arbeit]
(1) Einkünfte aus selbständiger Arbeit sind
1.Einkünfte aus freiberuflicher Tätigkeit. Zu der freiberuflichen Tätigkeit gehören die selbständig ausgeübte wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende oder erzieherische Tätigkeit, die selbständige Berufstätigkeit der Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Rechtsanwälte, Notare, Patentanwälte, Vermessungsingenieure, Ingenieure, Architekten, Handelschemiker, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, beratenden Volks- und Betriebswirte, vereidigten Buchprüfer, Steuerbevollmächtigten, Heilpraktiker, Dentisten, Krankengymnasten, Journalisten, Bildberichterstatter, Dolmetscher, Übersetzer, Lotsen und ähnlicher Berufe. Ein Angehöriger eines freien Berufs im Sinne der Sätze 1 und 2 ist auch dann freiberuflich tätig, wenn er sich der Mithilfe fachlich vorgebildeter Arbeitskräfte bedient; Voraussetzung ist, dass er auf Grund eigener Fachkenntnisse leitend und eigenverantwortlich tätig wird. Eine Vertretung im Fall vorübergehender Verhinderung steht der Annahme einer leitenden und eigenverantwortlichen Tätigkeit nicht entgegen;
...

Freiberuflich im Gastgewerbe: Kaum vorstellbar!

Matratze
05.01.2011, 08:48
die Freiberuflichkeit beim Finanzamt durchzusetzen ist nicht wirklich schwierig. Schwierig ist diesen Freiberuflichkeitstatus beim Finanzamt zu behalten.

Und Du bist Dir ganz sicher, Du meinst 'Freiberuflichkeit'?

Inaktiver User
05.01.2011, 09:01
Liebe Abendstille,

die Freiberuflichkeit beim Finanzamt durchzusetzen ist nicht wirklich schwierig. Schwierig ist diesen Freiberuflichkeitstatus beim Finanzamt zu behalten.

Ob jemand freiberuflich oder scheinselbständig ist entscheiden letztlich die Rentenversicherungsträger (BfA). In den ersten drei Jahren der Gründung kann man sich von der Überprüfung freistellen lassen; da reicht ein einfacher Antrag bei der BfA.

...

Du meinst "Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit". Und Freiberuflichkeit: Daran hängt die Gewerbesteuerpflicht. Und auch da ist das Finanzamt knallhart. Beispielsweise sind heute Fachanwälte für Insolvenzrecht gewerbesteuerpflichtig, da bei ihrer Tätigkeit die Vermögensverwaltung im Vordergrund steht, zumindest aber von erheblicher Bedeutung ist. Abfärbetheorie des Bundesfinanzhofes. Und gleiches kann Ärzten passieren, wenn sie in ihrer Praxis etwa noch Nahrungsergänzungsmittel anbieten und die Umsätze hieraus bestimmte Anteile an ihrem Gesamtumsatz übersteigen.

Matratze
05.01.2011, 10:04
Teuer kann es werden, wenn die BfA nach den Freistellungszeitraum die Überprüfung vornimmt und zum Ergebnis scheinselbständig kommt.
Dann zahlst du mindestens 3 und maximal 5 Jahre rückwirkend alle Sozialversicherungen und zwar sowohl den AG-Anteil als auch den AN-Anteil und das auf einen Schlag!

Das geht meines Wissens zu Lasten des AG, allerdings kann er in begrenztem Umfang (3 Mon.) Gehaltsanteile einbehalten.


Mit dem Ergebnis "scheinselbständig laut BfA-Prüfung" setzt das Finanzamt Dich auch automatisch auf Gewerbetreibenden um. Ob Du die Gewerbesteuer auch rückwirkend zahlen musst, da bin ich überfragt. Jedoch sind die Gewerbesteuerbeträge im Vergleich zu den Sozialversicherungsbeiträgen vernachlässigbar.

Scheinselbständigkeit wird nicht ersatzweise zum Gewerbebetrieb.
Wär ja dann doch ein bissi unlogisch.

Einkommensteuerrechtliche und so weiter Konsequenzen kann man auch hier nachlesen:

http://www.ihk-berlin.de/linkableblob/816422/data/Scheinselbstaendigkeit-data.pdf

amazonetr
05.01.2011, 15:29
@Matratze, danke für den Link.

Ich hab doch glatt "Scheinselbständiger" und "arbeitnehmerähnlicher Selbständiger" verwechselt. Ich hoffe Ihr verzeiht mir nochmal :blumengabe:

Beim "Scheinselbständigkeit" endet die unternehmerische Tätigkeit und daher wird er auch nicht zum Gewerbebetrieb beim Finanzamt.
Womit das "wär ja auch unlogisch" von Matratze nachvollziehbarer ist.

Der "arbeitnehmerähnliche Selbständige" wird finanzamtstechnisch vom Freiberufler zum Gewerbetreibenden nach der BfA-Überprüfung.

Der "arbeitnehmerähnliche Selbständige" muss auch nicht alle Sozialversicherungsbeiträge (Arbeitlosen-, Kranken- und Rentenversicherung) nachzahlen (wie ich behauptet hab), sondern es geht "nur" um die Rentenversicherungsbeiträge.

Matratze
05.01.2011, 17:15
Der "arbeitnehmerähnliche Selbständige" wird finanzamtstechnisch vom Freiberufler zum Gewerbetreibenden nach der BfA-Überprüfung.

Finanzbehörden haben nicht unbedingt etwas mit der sozialversicherungsrechtlichen Seite zu tun.

Wo siehst Du dafür die gesetzliche Grundlage?