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DieZerissene
28.10.2005, 15:32
Hallo,

hoffe das passt in dieses Forum!!

Ich suche Menschen, die auch davon betroffen sind oder waren!
Wie geht Ihr bzw. Eure Partner und/oder Familie damit um? Oder die Ehemaligen: Hat Euch eine Therapie geholfen.
Ich habe im Moment wieder einen ziemlichen Schub und habe einfach kein Bock mehr auf die Scheiße. Ich bin jetzt auch seit ca. 1 Jahr in Therapie, mal wird es besser, mal schlimmer.
Mein Therapeut sagt immer, ich müsse Geduld haben, das geht nicht von heute auf morgen. Aber wie lange dauert sowas denn?

Für Eure Antworten danke ich Euch im Voraus.
Antworten kann ich leider erst nächsten Montag wieder.

LG

AIDA
02.11.2005, 05:42
Hallo,

ich bin zwar nicht bulimisch, aber magersüchtig.
Habe schon etliche Therapien hinter mir, die mich zwar momentan stabilisieren, aber mit der ES muss ich wohl immer leben.Habe diese seit 22 Jahren!!

LG
Aida

DieZerissene
02.11.2005, 08:25
Hallo und Guten Morgen,

ach Gott, schon seit 22 Jahren? Wie alt bist Du denn, wenn ich fragen darf?
Hat den wirklich keine Therapie wirklich geholfen? Hattest Du auch schon mal nen Klinikaufenthalt?

LG

AIDA
02.11.2005, 22:43
ich bin 40 Jahre alt u. habe mehrere Klinikaufenthalte hinter mir, auch in den Spezialkliniken.
Doch, mir haben die Therapien geholfen, aber immer nur zeitl begrenzt-sobald ich nicht mehr kontrolliert wurde und meine Selbstkontolle verlor, fiel ich wieder in die alten Verhaltensmuster zurück.
Zuletzt war ich noch bis März diesen Jahres in einem Krankenhaus stationär, zur Zeit habe ich regelm. Gesprächstermine 2 mal wöchentl. und mir geht es so einigermaßen.

Ich würde Dir auf jeden Fall zu einer Therapie, ggf auch stationär raten!!


Grüße

Elch
03.11.2005, 10:56
"Magersüchtig werden Sie immer bleiben. Selbst, wenn Sie normales oder sogar Übergewicht haben."
Das sagte mir mal meine Therapeutin und ich fand und finde es noch verständlich. Wobei es doch ein wenig krass ausgedrückt ist - ich habe immer noch die Hoffnung, dass ich es eines Tages nicht mehr bin. Will heißen: dass ich irgendwann essen und trinken kann, ohne im Kopf die Kalorien mitzuzählen, ohne das Gericht mit dem wenigsten Fett zu bestellen, ohne mir die Pizza nur mit einer vorhergegangenen Sportstunde zu erlauben, ohne nach Uhrzeit zu essen etc.
Momentan hab ich normales Gewicht, niemand, der es nicht weiß, käme darauf, dass ich mal fast gestorben wäre an Magersucht, dass ich mal 37 kg wog, künstlich ernährt wurde, jahrelang in Therapie ging.
"Geheilt", wie gesagt, ist man irgendwie nie. Man lernt, damit umzugehen, normaler zu essen, aber ich kann dennoch lang nicht alles. Gerate immer noch in Panik, wenn von mir was erwartet wird zu essen (Kuchen, fette Speisen, etwas, das ICH NICHT will), will immer noch lieber abnehmen als Gewicht halten, wäre am liebsten dünner. Aber es nimmt nicht mehr den größten Teil meines Lebens ein, ich kann auch genießen, ich erlaube mir Sachen, ich HUNGERE nicht mehr. Lieber mache ich mehr Sport oder esse magere Sachen als zu hungern.

Eine Therapie - ich hatte vor 11 Jahre ein halbes Jahr stationäre Therapie und danach viele Jahre ambulante Therapien - hilft, Stellen zu finden, in denen es (z.B. in der Kindheit und Jugend) nicht gut lief, in denen Eltern was falsch gemacht haben (sowas hab ich gedanklich früher nie zugelassen), hilft herauszufinden, was man selbst will und woher es kommt, dass man glaubt, am Dünnsein hinge das Lebensglück.
Dennoch ist es einfach harte Arbeit, die nie aufhört. Denn auch heute, wie gesagt, einige Jahre älter (34), mit Lebensgefährten und Job und einigen schönen und weniger schönen Erfahrungen hinter mir, ja, mit Selbstbewusstsein!, ist mein Gewicht nicht egal, im Gegenteil.
Wenn du mal so weit bist, dass du normal leben kannst, dass dich dein Essverhalten nicht am regelmäßigen Leben mit allem, was dazu gehört, hindert, versuche, einen Ersatz für deine Leistung des Hungerns zu finden: ein Hobby oder einen Sport oder so, um nicht nur aus der Leistung, nichts gegessen zu haben, Befriedigung zu erlangen.
Und wenn du dahintergekommen bist, was mitverantwortlich an dieser Krankheit ist (also wohl etwas aus der Kindheit, Jugend, Verhaltensmuster, Beziehungen, Ereignisse, Emotionen) - dann versuche, damit abschließen zu können.
Was war, lässt sich nicht mehr ändern. Nach vorne schauen ist das einzige, was weiterbringt.

Lieben Gruß,
Elch

AIDA
03.11.2005, 19:35
Hallo Elch, genauso, aber wirklich genauso geht es mir auch.

Ich denke oft, besser moppeliger sein, als in einem solchen Zustand zu leben.
War noch bis März in einer Klinik, die mich 1 Jahr kostete...ok., aber anders wäre es auch nicht mehr mögl. gewesen.

Lg
Aida

Inaktiver User
11.11.2005, 17:22
Hallo Zerissene,

ich möchte Dir Mut machen!

Ich hatte 10 Jahre Bulimie, machte eine stationäre Therapie und anschließend ambulant einige Jahre weiter. Die Symptomatik legte sich nach ca. 2 Jahren. Heute kann ich ganz normal essen. :)
Bleib dran, gib nicht auf! Es lohnt sich!

LG Ghost

USA
17.02.2006, 00:32
Hallo Zerissene,
der Strang ist schon etwas älter ich weiß gar nicht ob du ihn noch liest ?! Aber ich wollte dir noch sagen ich habs auch rausgeschafft!
Mir hat z.B auch Theaterspielen geholfen , da mein 1. Problem nicht das dünnsein war sondern Gefühle in mich reinzufressen.
Konnte durch die Rollen Gefühle ausleben die im wirklichen Leben erstmal Tabu für mich waren wie Wut oder Trauer. Hat gut getan!
lg USA

Inaktiver User
24.03.2006, 12:18
Liebe Zerissene,

Auch ich war jahrelang bulimisch, vom zwölften bis zum neunzehnten Lebensjahr.

Meine Eltern und alle haben weggeguckt, meine Mutter hat nicht einmal reagiert, als ich Sie gebeten habe, mich bei der Suche nach einem Therapeuten zu unterstützen. Und so wurde bei mir die Bulimie nie therapiert. Konnte auch nie mit jemandem darüber reden und war eine Künsterlin darin, diese Sucht vor meinen Freunden zu verbergen.

Und dennoch habe ich es geschafft. Während der oben genannten Jahren war die Bulimie immer mehr oder weniger existent. Mit meinem Auszug aus dem Elternhaus hörte sie beinahe schlagartig auf. Im Nachhinein betrachtet werden mir hier sehr viele Zusammenhänge klar. Mit dem Auszug in ein eigenes kleines Zimmer und dem seelischen Abnabeln von den Eltern und vor allem von deren Problemen fiel eine schwere Last von mir. Erst diese ermöglichte die Besserung.

Natürlich schaffte ich es nicht von einem Moment auf den anderen, die Gedanken an Essen, Kalorien und Zunehmen zu verdrängen. Diese waren noch sehr lange in meinem Kopf präsent. Da hilft wirklich nur Geduld und liebevoller Umgang mit Dir selbst. So etwas lässt sich nicht einfach abstellen.

Inzwischen bin ich 32, mag meinen Körper, und habe ein gesundes Verhältnis zum Essen, kann mir auch ohne ein unglaublich schlechtes Gewissen zu haben, Süßigkeiten und Knabberzeug gönnen. Kann genießen, ohne dass der Zähler im Kopf tickt.

Aber wie gesagt, es ist ein langer Weg. Aber er ist zu schaffen und es lohnt sich, ihn zu gehen!

Liebe Grüße und ein festes Drücken vom Mausezahn!

Dasbinich
28.05.2006, 14:39
Hallo DieZerissene,

es gibt Heilung. Selbst durchlebt, anvertraut, genährt, erreicht, und weiter und weiter durchlebt, anvertraut, genährt.

Der Grund auf dem diese schwer wiegende Erkrankung steht besteht aus vielfältigen, sehr individuellen Facetten, die immer ein Grundgefühl von Mangel erzeugen. Herauszufinden, was wahrhaftig im eigenen Leben und Erleben fehlt, und wie es für mich ganz persönlich zu stillen ist, das ist die Reise. Die Reise, die die Vorstellung hinter sich läßt und zutiefst ins Selbst-Empfinden und möglichen Genuss geführt hat. Wer lernt das denn heute noch?

Am schwersten war und ist immer wieder den schützenden Perfektionismus in allen Bereichen zu verabschieden, und das ohne Aufzugeben.
Wichtig war Begleitung zu finden, die deutlich Schritte weiter geht, nach den klassischen therapeutischen Maßnahmen. Körper-Geist Therapien, ohne Leistung. Meditation. Spirituell-konkrete Schulen.
Mir hat u.a. geholfen: Body-Mind Centering, Hoffmann-Quadrinity-Prozess, persönliche Begleitung, selbst ständig weiter gehen.

Ich wünsche gute Reise. Wisse, es gibt Deinen Weg! Und nur Du kannst ihn finden, mit aller Hilfe die da ist.

Jetzt bin ich da, ganz konkret und endlich mit beiden Beinen mitten im Leben, statt immer daneben. Und ich kann Leere begrüßen und aushalten, warten was kommen mag um sie zu füllen. Mehr braucht es gar nicht.

Vilyaer
15.09.2006, 13:36
hm mein erster beitrag hier im Forum und dann gleich so ein "negativer" ...

ich bin seit 3 Jahren Bulimikerin, arbeite dran, aber weiß an manchen Tagen nicht einmal ob ich das beenden WILL.
Ich geh seit 1 Jahr in Therapie wg SVV, habs aber noch nicht über mich gebracht die ES anzusprechen, obwohl es Zeit dafür wäre.

Es amcht mir Angst, dass man, obwohl der Kopf WEIß, dass es falsch ist, dass es eine Störung ist, trotzdem nicht die Hilfe ergreift die man zur Verfügung hätte

Idanana
17.10.2006, 12:09
Hi Vilyaer,

ich stimme Dir voll zu. Bin auch ca. 2 Jahre Bulimikerin und es macht mich mit der Zeit ziemlich fertig.
Aber, obwohl ich genau weis, dass das nicht in Ordnung ist und das es andere wichtigere Dinge im Leben gibt, als nur an Essen und Gewicht zu denken, kann nicht aufhoeren, oder es will einfach nicht aufhoeren.
Es ist ein Teufelskreis, und bin manchmal der Meinung es gibt keinen Weg daraus.

Wie ist Eure Meinung dazu? Kann man sich heilen?

Schreibt darueber.

Nellly
18.10.2006, 16:24
Hallo Ihr,

ich war auch 6 Jahre magersüchtig. Mit 18 habe ich ein halbes Jahr stationäre Therapie gemacht, danach war ich noch ca. 2 Jahre in ambulanter Therapie

Jetzt nach über 15 Jahren kann ich aus Erfahrung sagen, dass es eine Heilung gibt.

Ich habe meine eigene Heilung als Prozess erlebt, in dem es natürlich auch Rückfälle gab.

Mein Erfolgsrezept: Ich habe erkannt, dass ich krank war und irgendwas mit mir nicht stimmt. Danach wollte ich unbedingt gesund werden und wieder so sein, wie alle anderen. Ich habe mich auf eine Therapie eingelassen, versucht so gut es geht mit zu arbeiten. Ein großer Schritt innerhalb der Therapie war der Auszug aus dem Elternhaus. Im nachhinein ist mein Zustand von da an kontinuierlich besser geworden.

Ich will Euch Mut machen!!! Mein neues Leben ist so schön...das Essen spielt darin so gut wie gar keine Rolle mehr, Kalorien zähle ich überhaupt nicht mehr. Ich esse, das was und wann ich möchte, ohne Schuldgefühle dabei zu haben. Mir geht es sogar richtig gut dabei!!

LG, Nellly

Inaktiver User
22.10.2006, 21:13
Bulimie kann sich ganz sicher heilen. Bei mir waren es 8 Jahre. Fing in der Schwangerschaft mit meiner Tochter an. Ich bin auch in Therapie gewesen, hat vieles in Bewegung gebracht, vieles verbessert, nur an der Bulimie nicht viel geändert.

"Gesund" bin ich seit ca. Anfang des Jahres. Keine Essanfälle. Kein Erbrechen mehr. ABER: Für meinen Körper ein völlig neues Lebensgefühl. Dieser möchte sich nun gerne gegen die seit 8 Jahren erlebte Notzeit wappnen. Nur so kann ich mir erklären, dass ich seit Januar 14 Kilo zugenommen habe. Bei normalem Essen (endlich normal!!!!!!).

Schlimm und wirklich ganz schlimm finde ich nun die Kommentare meines Umfeldes, die sich immer wieder darauf beziehen, dass ich ja so schrecklich zugelegt hätte etc. etc. Mein Freund kennt die Vorgeschichte und sagt, lieber speckig, als krank.

Meine Eltern und Familie wussten lange nichts von meinen Problemen, erst im Sommer dieses Jahres habe ich mich geoutet. Im just diesem Sommer war ich mit Eltern und Schwester und meinen Kindern im Urlaub in einer Ferienwohnung . Abends habe ich mir einen Tomatenteller (!) gemacht. Kommentar meiner Mutter "na, schon wieder am Futtern? Denk mal an Deine Figur!" Jeder, der mich mager kannte (und das sah - gem. Fotos - nicht schön aus....) und heute sieht, spricht mich auf meine Gewichtszunahme an. Ich möchte nicht jedem auf die Nase binden, dass ich Bulimie hatte, jetzt gottseidank "gesund" bin und deswegen erstmal Probleme mit dem Stoffwechsel habe. Es fällt mir selbst schwer, zu akzeptieren, dass mir meine mühsam durch Erbrechen gehaltene Kleidergrösse nicht mehr passt. Die Reaktionen machen es noch schwerer.

Ich möchte noch erwähnen, dass ich mit 183 cm und mittlerweile 90 kg zwar eine extrem "weibliche" Figur habe, aber nicht fett bin. Ausserdem bin ich vierzig und hab zwei Kinder.

Andererseits.... vielleicht auch ein gutes Zeichen, trotzdem meine Finger nur noch für andere Dinge zu verwenden.....

sadbat
13.09.2008, 20:13
Hallo,

ich habe langer hin und her überlegt und mir auch schon viele Beiträge durchgelesen und möchte nun auch meine Geschichte schildern.

Ich habe Bulimie und das wird mir immer bewusster. Ich muss ein bisschen weiter ausholen. Ich habe früher eigentlich immer eine sehr sportliche und schlanke Figur gehabt (so um die 52/53kg bei 167cm), habe mich aber kurz vor meiner Matura raufgefressen auf 64kg innerhalb von ca. 7 Monaten. Lag vermutlich daran, dass ich einfach keine Zeit mehr gehabt habe um gesund zu essen und einfach alles in mich hineingestopft habe was ich so finden konnte. Bin auch ein absoluter Stress- und Frustesser. Dann als mir das bewusst wurde, habe ich begonnen abzunehmen. Eigentlich auf normalen Wege: Ich habe begonnen Sport zu treiben und nur mehr selten Süßes zu essen und mehr Obst und Gemüse... Hat eigentlich super geklappt, habe innerhalb von 3 Monaten 13kg abgenommen. Ich habe mich eigentlich sehr wohl gefühlt und auch am Radfahren gefallen gefunden, daher habe ich weitergemacht und auch weiter abgenommen, obwohl ich eigentlich nicht mehr weite abnehmen wollte. Aber aufgrund der Kompimente von außen, hat mir das natürlich auch gefallen, auch dann als ander sagten, dass ich jetzt langsam schon zu dünn sei. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich so ca. 46/47kg. Aber in meinen Augen war ich nicht zu dünn, sondern schön und ich habe zu diesem Zeitpunkt auch sehr penibel darauf geachtet was ich esse und wieviel Kalorien es hat und auch das ich mir das Abendessen öfters eingespart habe. Ich würde mich zu diesen Zeitpunkt nicht als Magersüchtig bezeichnen, da ich nie nichts gegessen habe, aber ich habe sehr bewusst gelebt und es manchmal auch ein bisschen übertrieben. Ich habe auch irrsinnig viel Sport gemacht, bin jeden Rad gefahren, was ich auch jetzt noch immer tue und das manchmal 2 Stunden.

So dann ist vor einem Jahr mein Papa gestorben und es ist eine Welt für mich zusammen gebrochen. Ich bin bis heute noch nicht wirklich drüber hinweg, ich habe den Halt in meinem Leben verloren. Seitdem versuche ich mich krampfhaft an meine Mama zu klammern und auch das ihr nichts passiert. Und seit heuer Februar leide ich an Bulimie. Am Anfang war es nicht so schlimm, da kam es 2x in der Woche vor und dann wieder 4 Wochen nichts. Aber in letzter Zeit passiert es auch öfters das ich bis zu 3x am Tag Fressanfälle bekomme und dann wieder alles erbreche und mich dann anschließend aufs Rad setze und eine Stunde darauf fahre.

Ich habe mir auch schon ein Selbsthilfebuch für Bulimie gekauft, aber irgendwie klappt es nicht so wirklich mit der Selbstheilung. Ich weiß, dass ich krank bin, aber ich will nicht das es andere erfahren und ich will es auch nicht meiner Mama erzählen. Sie hat schon im letzten Jahr so viel mitgemacht, sie würde es nicht verkraften.

Bitte gebt mir einen Rat und entschuldigt meinen langen Bericht.

Elch
15.09.2008, 10:08
Liebe sadbat,
du musst dich nicht für deinen Bericht entschuldigen! Erst mal noch mein aufrichtiges Beileid zum Verlust deines Vaters. Meine Mutter ist vor 10 Jahren gestorben, da war ich 27. Wäre ich jünger gewesen, hätte es mich bestimmt auch völlig aus der Bahn geworfen. Auch so war es schon schlimm genug.
In einem Alter und in einer Situation, in der man ohnehin nicht ganz einige ist mit seinem Körper, nicht weiß, wohin das Leben führt, was man beruflich machen wird und wer man eigentlich ist - eine so nahe Bezugsperson zu verlieren ist sehr sehr schlimm. Und kein Wunder, dass du seelisch krank wurdest und in die Bulimie gerutscht bist.

Ich war viele Jahre magersüchtig und kenne andere Geschichten und natürlich auch die von Bulimie-Kranken. Meiner festen Überzeugung nach führt gar kein Weg an einer (Gesprächs)Therapie vorbei. Ich war damals sowohl im Krankenhaus als auch in einer psychosomatischen Fachklinik für einige Monate (was vielleicht nicht unbedingt nötig sein muss bei dir) und ging auch danach noch jahrelang zur ambulanten Therapie. Das hat mir gut getan! Ich bin - mit Pausen - auch noch im Alter von Ende 20 zu meiner Therapeutin gegangen, denn natürlich ist Anorexie oder Bulimie nichts, was einfach so "weggeht".
In deinem Fall hängt es noch dazu auch eng mit einem Ereignis zusammen, das du noch nicht verarbeitet hast und auch nicht verarbeiten kannst, wenn du dich niemandem anvertraust.

Ein solcher Schmerz ist zu groß, um ihn mit sich alleine auszumachen. Dann noch gepaart mit Bulimie, über die du auch mit niemandem sprichst -d as ist eine riesengroße Last und Bürde, unter der du zusammenbrichst.

Geh zu einem Arzt und frage nach Therapeuten. Oder wende dich (in deiner Stadt oder übers Internet) an ein Zentrum für Essstörungen, auch die können dir sagen, wie man an eine Therapeutin gelangt.

Unternimm etwas. Alleine wirst du da nicht rausfinden. Und alleine wirst du auch den Tod deines Vaters nicht verarbeiten können. Hol dir Hilfe!

Alles Gute!

sadbat
15.09.2008, 19:55
Liebe sadbat,
du musst dich nicht für deinen Bericht entschuldigen! Erst mal noch mein aufrichtiges Beileid zum Verlust deines Vaters. Meine Mutter ist vor 10 Jahren gestorben, da war ich 27. Wäre ich jünger gewesen, hätte es mich bestimmt auch völlig aus der Bahn geworfen. Auch so war es schon schlimm genug.
In einem Alter und in einer Situation, in der man ohnehin nicht ganz einige ist mit seinem Körper, nicht weiß, wohin das Leben führt, was man beruflich machen wird und wer man eigentlich ist - eine so nahe Bezugsperson zu verlieren ist sehr sehr schlimm. Und kein Wunder, dass du seelisch krank wurdest und in die Bulimie gerutscht bist.

Ich war viele Jahre magersüchtig und kenne andere Geschichten und natürlich auch die von Bulimie-Kranken. Meiner festen Überzeugung nach führt gar kein Weg an einer (Gesprächs)Therapie vorbei. Ich war damals sowohl im Krankenhaus als auch in einer psychosomatischen Fachklinik für einige Monate (was vielleicht nicht unbedingt nötig sein muss bei dir) und ging auch danach noch jahrelang zur ambulanten Therapie. Das hat mir gut getan! Ich bin - mit Pausen - auch noch im Alter von Ende 20 zu meiner Therapeutin gegangen, denn natürlich ist Anorexie oder Bulimie nichts, was einfach so "weggeht".
In deinem Fall hängt es noch dazu auch eng mit einem Ereignis zusammen, das du noch nicht verarbeitet hast und auch nicht verarbeiten kannst, wenn du dich niemandem anvertraust.

Ein solcher Schmerz ist zu groß, um ihn mit sich alleine auszumachen. Dann noch gepaart mit Bulimie, über die du auch mit niemandem sprichst -d as ist eine riesengroße Last und Bürde, unter der du zusammenbrichst.

Geh zu einem Arzt und frage nach Therapeuten. Oder wende dich (in deiner Stadt oder übers Internet) an ein Zentrum für Essstörungen, auch die können dir sagen, wie man an eine Therapeutin gelangt.

Unternimm etwas. Alleine wirst du da nicht rausfinden. Und alleine wirst du auch den Tod deines Vaters nicht verarbeiten können. Hol dir Hilfe!

Alles Gute!

Liebe/r Elch,

ich danke dir sehr für deine Antwort. Es tut gut wenn man merkt, dass man sich jemanden anvertrauen kann und das man darüber schreiben kann.

Es ist nicht immer so schlimm, nur an manchen Tagen muss ich mich einfach öfters übergeben und manche Tage laufen wieder ganz super. Da esse ich das auf was ich Lust habe und ich habe dann auch kein Bedürfnis mich zu übergeben. Ich denke auch, dass es bei mir oft auch aus Langeweile ist wenn niemand Zeit hat etwas zu unternehmen oder ich nicht weiß was ich mit mir selbst anfangen soll.

Ich möchte es einfach alleine in den Griff bekommen, da ich niemanden zur Last fallen möchte und mich auch nicht anvertrauen will. Ich will meiner Mama keinen Kummer bereiten. Außerdem habe ich mich auch für eine neue Ausbildung beworben die im Feber nächsten Jahres beginnt und das will ich nicht aufs Spiel setzen oder glaubst du das die Therapie auch nebenbei funktioniert? Ich möchte nicht in eine Klinik gehen. Regelmäßig zu einem Therapeuten oder Therapeutin zu gehen das würde ich schon machen, aber in eine Klinik möchte ich nicht.

Inaktiver User
15.09.2008, 20:24
Eine ehemalige Mitbewohnerin von mir hatte das und sie hat's in Griff bekommen - durch teure Privatklinik, Hilfe von Freunden, Familie. Kurzum: Sie hat jede Hilfe in Anspruch genommen, die sie kriegen konnte. Das solltest Du auch tun. Gerade weil Du soviel in Dich "hineinfrisst" - im übertragenen wie wörtlichen Sinn, könnte Dir das sehr, sehr helfen.
Trotz Ausbildung sollte es Dir möglich sein, regelmäßig Therapiebesuche wahrzunehmen. Deine Therapeutin wird Dir sowieso sagen, was sie als für Dich sinnvoll erachtet. Vielleicht empfiehlt sie Dir auch gar keine Klinik - das Problem ist ja häufig die Rückfallquote nach diesen aus dem Alltag herausgelösten Klinikaufenthalten. Vielleicht findest Du in Deiner Stadt auch eine Selbsthilfegruppe?
Viel Glück bei der Wahl der für Dich richtigen Therapeutin und eine erfolgreiche Therapie wünscht Dir
Ehrenpreis

Elch
16.09.2008, 10:21
Ich glaube auch, dass du nicht unbedingt in einen stationären Aufenthalt musst (bei mir war das damals nötig, weil ich nur noch 38 kg wog und auch aus dem familiären Umfeld raussollte, um mich auf mich zu besinnen). Aber dennoch wird eine Therapie nötig und auch ganz richtig und wichtig für dich sein!
Du hast ja nicht nur die Bulimie zu verarbeiten und zu bekämpfen, sondern auch den Tod deines Vaters zu verarbeiten. Du musst mit jemandem darüber sprechen, sonst gehst du daran kaputt - emotional und körperlich.
Wie auch Ehrenpreis sagt: du frisst deine Probleme und alles Unausgesprochene in dich rein. Und Hilfe anzunehmen bedeutet nicht, jemandem zur Last zu fallen.
Du solltest, wenn du auch an deine Mama denkst, eher so denken, dass es garantiert schlimm für sie wäre, wenn du krank und kränker wirst und sie sich auch noch um dich und dein Leben sorgen müsste.
Nimm aktiv Hilfe in Anspruch, damit es dir und eben auch deiner Mama besser geht. Du bist krank - und es zu ignorieren, mit niemandem darüber zu sprechen und nichts wirklcih zu unternehmen, wird dich nicht gesund machen.
Dazu sind Essstörungen und -süchte zu massiv - man bekommt sie ohne Hilfe eigentlich nicht in den Griff.