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Inaktiver User
10.11.2010, 13:49
... an alle, die sich ein wenig mit Erdgeschichte auskennen.

Wie kam der Mensch auf den amerikanischen Kontinent?

Bei dem meisten Reportagen, die man zur menschlichen Entwicklung sieht und liest, steht die Theorie, dass der Mensch sich in der Nähe von Äthiopien entwickelt hat. Er hat sich dann innerhalb der nächsten 50.000 Jahre bis nach Zentral-Europa und zur Iberischen Halbinsel hin verbreitet.

Da hört es dann auch meist auf (oft mit der Erkläerung, warum Europäer hellhäutig sind).

Ich frage mich aber: Waren die tektonischen Platten Eurasien + Amerika zu diesem Zeitpunkt noch vereint, so dass Mensch und Tier sich auch hierhin ausbreiten konnten? Denn auch Amerika hat seine Ureinwohner, und viele Tiere ähneln den unsrigen (Bären z.B.). Müsste ja eigentlich so sein; kaum denkbar, dass sich hier etwas Wesentliches parallel und zufällig gleich entwickelt haben sollte. :lachen:

Bei Wiki finde ich nur eine menschliche Ausbreitung nach Australien (was evtl. durch die dazwischenliegenden Inseln möglich war). Amerika wird nicht erwähnt, oder ich hab´s überlesen.

Wobei Australien wiederum größtenteils seine eigene Tierwelt hat.

Ich bin verwirrt. Wer hat Ahnung? :blumengabe:

_tarasjugina_
10.11.2010, 14:19
Laut Knaur's Historischem Weltatlas war die Bering-Straße aufgrund der Tatsache, dass Wasser in der Eiszeit vor 50- 30.000 Jahren als Eis gebunden war, trocken.
Ich meine auch, gelesen zu haben, dass die Volksgruppen in Alaska und Nordostsibirien gemeinsame Ursprünge haben.

(Nur ganz grob als Anhalt zum Weitersuchen, habe gerade wenig Zeit :blumengabe:)

Inaktiver User
10.11.2010, 15:33
Aha, möglicherweise sind sie also einfach rübergehopst. Von hinten durch die Brust ins Auge sozusagen... :lachen: (Afrika -> Südamerika)

3146
10.11.2010, 17:46
Aus der Reihe "Geo kompakt" ist vor kurzem Heft Nr. 24 erschienen mit dem Titel:
"Wie der Mensch die Erde eroberte."

Ich zitiere daraus:

Die Besiedlung Amerikas verlief komplizierter, als Forscher es sich vorgestellt haben.
Zusammenfassung:

1. Nach der Beringstraßen-These stammen alle amerikanischen Ureinwohner von Menschen ab, die vor 13.000 Jahren aus Sibirien über eine Landbrücke nach Alaska gelangten und später immer weiter nach Süden vordrangen.

2. Der - sehr umstrittenen - Europa-These zufolge fuhren die ersten Siedler vor rund 20.000 Jahren vermutlich von Spanien aus in Booten an den weit in den Süden reichenden Eisschilden entlang über den Atlantik.

3. Die Vertreter der Sibirien-These mutmaßen, dass sich Homo sapiens vor 15.000 Jahren in Booten über den nördlichen Pazifik nach Amerika vorkämpfte und dort entlang der Küste immer weiter nach Süden fuhr.
Diese Theorie gilt vielen Forschern als die plausibelste.

4. Die - ebenfalls sehr strittige - Ozeanien-These besagt: Der Mensch besiedelte vor mehr als 11.000 Jahren von der südpazifischen Inselwelt aus den amerikanischen Doppelkontinent - über den Stillen Ozean im Süden.

5. Nach der Nordostasien-These könnten Menschen, die den heutigen Aborigenes ähneln, vor mehr als 11.000 Jahren von Nordostasien aus quer über den Nordpazifik Amerika erreicht haben.

Wenn du genauer wissen willst, was für und gegen jede dieser Thesen spricht, kannst du dir das Heft ja kaufen.
Liefert auch interessante Information über die Wanderungen "out of Africa".

Oder willst du das so genau eh nicht wissen? :smile:

Inaktiver User
11.11.2010, 08:51
:ooooh:

Wow! Super, vielen Dank für die ausführliche Information. Die reicht mir, war im Grunde nur so ein Gedanke, der mir zwischendurch mal kam (also nichts Wissenschaftliches o.ä.).

Aber nun bin ich erhellt. Wobei ich mich wie gesagt wundere, dass die amerikanische Tierwelt mit der unsrigen doch viel gemein hat (Bären, Hirsche...). Die sind bestimmt nicht mit dem Ruderboot rübergefahren... :pfeifend:

3146
11.11.2010, 08:59
Zur Tierwelt:


Im Pliozän entsteht eine neue Landbrücke zwischen Asien und Nordamerika bei der heutigen Beringstraße. Viele Tierarten nutzen sie für ihre Ausbreitung. Noch 14.000 Jahre vor der Gegenwart existiert diese Landbrücke und ermöglicht es auch den modernen Menschen, nach Amerika vorzudringen.

Quelle: "Zeitpfad"

Inaktiver User
11.11.2010, 09:32
Aha. Noch ´ne These. :smile:

Danke dir! :blumengabe:

Inaktiver User
11.11.2010, 10:44
keine These - geologische Fakten

Inaktiver User
11.11.2010, 10:53
Ich meinte das in Bezug auf den Menschen und die fünf Thesen, die 3146 dargestellt hat. Richtig, These ist hier das falsche Wort, hätte dann im Bezug aber nicht gepasst.

Inaktiver User
12.11.2010, 02:40
Aus der Reihe "Geo kompakt" ist vor kurzem Heft Nr. 24 erschienen mit dem Titel:
"Wie der Mensch die Erde eroberte."

Ich zitiere daraus:

Die Besiedlung Amerikas verlief komplizierter, als Forscher es sich vorgestellt haben.
Zusammenfassung:

1. Nach der Beringstraßen-These stammen alle amerikanischen Ureinwohner von Menschen ab, die vor 13.000 Jahren aus Sibirien über eine Landbrücke nach Alaska gelangten und später immer weiter nach Süden vordrangen.

2. Der - sehr umstrittenen - Europa-These zufolge fuhren die ersten Siedler vor rund 20.000 Jahren vermutlich von Spanien aus in Booten an den weit in den Süden reichenden Eisschilden entlang über den Atlantik.

3. Die Vertreter der Sibirien-These mutmaßen, dass sich Homo sapiens vor 15.000 Jahren in Booten über den nördlichen Pazifik nach Amerika vorkämpfte und dort entlang der Küste immer weiter nach Süden fuhr.
Diese Theorie gilt vielen Forschern als die plausibelste.

4. Die - ebenfalls sehr strittige - Ozeanien-These besagt: Der Mensch besiedelte vor mehr als 11.000 Jahren von der südpazifischen Inselwelt aus den amerikanischen Doppelkontinent - über den Stillen Ozean im Süden.

5. Nach der Nordostasien-These könnten Menschen, die den heutigen Aborigenes ähneln, vor mehr als 11.000 Jahren von Nordostasien aus quer über den Nordpazifik Amerika erreicht haben.

Oder willst du das so genau eh nicht wissen? :smile:
Ich habe noch nie jemaden getroffen der die Europa Hypothese ernst nimmt :S . Das wurde mal aufgeworfen aber es gibt 0 Hinweise das da was dran ist (eine Ähnlichkeit in fruehen Steinwerkzeugen etc). Auch die Ozeanien Hypothese ist ehr unwahrscheindlich fuer eine Erstbesiedlung (auch wenn es Funde in Suedamerika gibt die jünger zu sein scheinen als die in Nordamerika..allerdings werden die angezweifelt von der Datierung aus)
Die derzeitig glaubwuerdigste ist die 3 und 1 (ehr die dritte anscheindend) Man muss allerdings dazu sagen das es mehr als eine Einwanderungswelle gab.

Zum Zeitpunk der Besiedlung Amerikas waren die Tektonischen Platten grob da wo sie heute sind. Die Beringstrasse war nur begehbar weil die Eiszeit zu einem niedrigeren Wasserspiegel führte. Diese begehbaren Pfade sind also heute unter Wasser.