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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wirtschaftsaufschwung - merkt ihr was?



Lenea
05.11.2010, 09:11
Hallo ihr lieben Unternehmerinnen - ob nun Klein - oder Groß .....

merkt ihr was vom Wirtschaftsaufschwung?

Ich muss sagen, so viel merke ich in meiner Branche grade noch nicht. Bin im Bereich Coaching/Beratung/Weiterbildung tätig, habe viel mit öffentlichen und sozialen Einrichtungen zu tun... Da kommt der "Schwung" wahrscheinlich erst später an. Auch im Privatklientengeschäft spüre ich keinen deutlichen Anstieg... Wahrscheinlich sind die Leute alle mit Arbeiten beschäftigt:smile:.

Erzählt mal... bin gespannt.


Schönen Tag euch
Lenea

Woodstock62
09.11.2010, 10:35
Aufschwung?? Was ist das??

Reicht Dir die Aussage?? :pfeifend:

Bissi frustriert
Woody

Opelius
09.11.2010, 10:56
Hallo ihr lieben Unternehmerinnen - ob nun Klein - oder Groß .....

merkt ihr was vom Wirtschaftsaufschwung?

Ich muss sagen, so viel merke ich in meiner Branche grade noch nicht. Bin im Bereich Coaching/Beratung/Weiterbildung tätig, habe viel mit öffentlichen und sozialen Einrichtungen zu tun... Da kommt der "Schwung" wahrscheinlich erst später an. Auch im Privatklientengeschäft spüre ich keinen deutlichen Anstieg... Wahrscheinlich sind die Leute alle mit Arbeiten beschäftigt:smile:.

Erzählt mal... bin gespannt.


Schönen Tag euch
Lenea

Im öffentlichen und sozialen Bereich kommt der Abschwung, der Industrie und Handel vor zwei Jahren so heftig erwischt hat, erst mit Zeitverzögerung an. Die öffentliche Hand ist definitiv pleite, also werden in allen Bereichen, aber vor allem im sozialen Bereich jetzt die Mittel hart gestrichen, ohne Kommentar und wenn nur - kein Geld!

Wer als "Zulieferer" der Branche tätig ist, den trifft es erst jetzt.

Und sind die Strukturen im sozialen Feld erst einmal zerschlagen, werden sie kaum bis nie wieder reaktiviert. "Es geht ja auch ohne" wird das Schlagwort der nächsten Jahre sein.
Öffentliche Bibliotheken werden verschwinden. Städtische Theater und Konzerthallen werden verschwinden, es sei, sie werden von Sponsoren erhalten.
Im sozialen und kulturellen Bereich beginnt es ein jammervolles Sterben. Nur gesetzliche Pflichtaufgaben werden notdürftig aufrecht erhalten.
Kirchen ziehen sich zunehmend aus dem Bereich zurück, ihre Finanzreserven sind aufgebraucht und werden zukünftig nur noch für die Pensionen eingesetzt. Die freien Wohlfahrtsverbände werden nur den Bereich aufrecht erhalten können, der refinanzierbar ist.

ganda55
09.11.2010, 11:12
Bin im Bereich Coaching/Beratung/Weiterbildung tätig, habe viel mit öffentlichen und sozialen Einrichtungen zu tun... Da kommt der "Schwung" wahrscheinlich erst später an. Auch im Privatklientengeschäft spüre ich keinen deutlichen Anstieg... Wahrscheinlich sind die Leute alle mit Arbeiten beschäftigt

Opelius hat, fürchte ich, recht. Der Abbau in öffentlichen/sozialen/kulutrellen Bereichen wird zur einzigen Konstante dieser Zeit werden. Bis der "Aufschwung", so es ihn auf breiter Ebene und nicht nur in einzelnen Branchen gibt, die leeren Kommunalkassen auffüllt, wird es dauern. Und wo dann die Prioritäten gesetzt werden, steht in den Sternen.

Bei den Krankenkassen sieht's nicht besser aus. Vielleicht kommt der Aufschwung bei Deinen Privatkunden schneller an. Auf diesen Bereich würde ich eher setzen, aber dazu brauchst Du sehr gute und pfiffige Angebote.

Inaktiver User
15.11.2010, 13:16
Im sozialen und kulturellen Bereich beginnt es ein jammervolles Sterben. Nur gesetzliche Pflichtaufgaben werden notdürftig aufrecht erhalten.
Kirchen ziehen sich zunehmend aus dem Bereich zurück, ihre Finanzreserven sind aufgebraucht und werden zukünftig nur noch für die Pensionen eingesetzt. Die freien Wohlfahrtsverbände werden nur den Bereich aufrecht erhalten können, der refinanzierbar ist. Es kommen zwei ungünstige Bedingungen zusammen: einerseits hat der Staat Milliarden in die Bankenrettung gesteckt und sich dabei enorm verschuldet, was hohe Ausgaben für Zinsen nach sich zieht, andererseits kommen die geburtenstarken Jahrgänge ins Rentenalter. Es ist nicht mehr viel zum Verteilen da.

Trotzdem gibt es in der Mittelschicht viele Menschen, die wirtschaftlich gut gestellt sind, und um diese konkurrieren viele Anbieter. Die Kunst liegt darin, sich inmitten dieser Konkurrenz zu etablieren.

In den Bereichen Coaching/Beratung besteht - ebenso wie im Kulturbereich - das Problem, dass viele Berufsbezeichnungen nicht geschützt sind. Zwar gibt es alle möglichen "Diplome" und Ausbildungen, aber für die Kunden ist es schwierig, abzuschätzen, wie seriös und hilfreich diese Angebote sind. Ausserdem steigt die Zahl der Anbieter laufend, weil sich gerade in Krisenzeiten viele Menschen selbständig machen (müssen).

ganda55
15.11.2010, 16:02
selbständig machen (müssen) und auf die Schnelle Diplome für Beratertätigkeiten erwerben, die nicht viel taugen, was sich inzwischen rumgesprochen hat und die Situation nicht verbessert. - So habe ich Deinen Satz zum Teufelskreis erweitert, i-dille, und hoffe, du hast nichst dagegen.

Egal wie gut oder schlecht die Zeiten, Qualität ist rel. konjunkturunabhängig. Am erfolgversprechendsten finde ich die Kombination 'Qualität und Nische/Spezialangebot'.

Inaktiver User
15.11.2010, 16:22
selbständig machen (müssen) und auf die Schnelle Diplome für Beratertätigkeiten erwerben, die nicht viel taugen, was sich inzwischen rumgesprochen hat und die Situation nicht verbessert. - So habe ich Deinen Satz zum Teufelskreis erweitert, i-dille, und hoffe, du hast nichst dagegen.

Egal wie gut oder schlecht die Zeiten, Qualität ist rel. konjunkturunabhängig. Am erfolgversprechendsten finde ich die Kombination 'Qualität und Nische/Spezialangebot'. Ich stimme dir vollinhaltlich zu, ganda :blumengabe:

Tabetha
16.11.2010, 09:21
selbständig machen (müssen) und auf die Schnelle Diplome für Beratertätigkeiten erwerben, die nicht viel taugen, was sich inzwischen rumgesprochen hat und die Situation nicht verbessert. - So habe ich Deinen Satz zum Teufelskreis erweitert, i-dille, und hoffe, du hast nichst dagegen.

Egal wie gut oder schlecht die Zeiten, Qualität ist rel. konjunkturunabhängig. Am erfolgversprechendsten finde ich die Kombination 'Qualität und Nische/Spezialangebot'.

Sich selbstständig machen müssen gibt es meiner Meinung nach nicht, eine Selbstständigkeit vor dem Hintergrund funktioniert nicht.

Es gibt so viele Möglichkeiten, Erfolg bringen können. Die Nische ist sehr speziell und oft sogar zeitlich begrenzt. Wobei ich dieser Möglichkeit nicht den Erfolg absprechen möchte. Ich sehe aber die engen Grenzen (Nische - eng, Zeit - beschränkt, Weiterentwicklung nach Nischenbefriedigung - oft nicht möglich) durchaus kritisch.

Seth Godin setzt auf die Geschichte, die ein Produkt erzählt. Das Gefühl, das ein Produkt hervorruft. Und das Erwecken des Gefühls, unbedingt dieses Produkt/diese Marke haben zu wollen. Ich habe es schon einmal woanders erwähnt. Das Bedürfnis erwecken, das über das Bedürfnis der Befriedigung unserer Grundbedürfnisse hinausgeht.

Wie Marketing funktioniert, beschreibt er in seinem Bestseller "All Marketers are Liars", in der Neuauflage zu "All Marketers tell Stories" umbenannt.
Absolut lesenswert.
Jede, die hier immer mal wieder Fragen zum Thema Marketing hat, sollte es lesen. Man wird natürlich nicht zum Experten, der dann Marketing umsetzen kann. Aber man versteht das System, das hinter funktionierenden Marken steckt. Was aber nicht verhindern wird, dass man weiterhin bestimmten Produkten und Marken den Vorzug geben wird.

Steve Jobs hat das, was darin beschrieben ist, für Apple perfektioniert. Kein Mensch braucht ein iPod. Und wieder - ganz viele Menschen meinen aber, es haben zu müssen. Steve Jobs ist der Geschichtenerzähler.
Und er kreiert Produkte, die Geschichten erzählen. Die zum Schmökern einladen.
Ich habe die Gelegenheit, öfter bei seinen Produktpräsentationen zu sein. Es ist unfassbar, wenn ein an sich pragmatisch denkender Mensch wie ich aus einer solchen Präsentation geht und das dringende Bedürfnis hat, sich exakt die soeben präsentierte Apple-Software kaufen zu müssen. Warum das unfassbar ist? Ich habe gar keinen Mac ... (!!!)
Wenn dann noch dazu kommt, dass man ernsthaft den Kauf eines Mac in Betracht zieht, nur um eben diese Software nutzen zu können ...
That´s how marketing works, sagt (nicht nur) Godin.

Das Buch ist soweit ich weiß nur in einer englischen Ausgabe auf dem Markt. Godin schreibt allerdings sehr klar und deutlich und ist auch mit Schulenglisch-Kenntnissen zu bewältigen.

Inaktiver User
16.11.2010, 10:19
Die Nische ist sehr speziell und oft sogar zeitlich begrenzt. Wobei ich dieser Möglichkeit nicht den Erfolg absprechen möchte. Ich sehe aber die engen Grenzen (Nische - eng, Zeit - beschränkt, Weiterentwicklung nach Nischenbefriedigung - oft nicht möglich) durchaus kritisch. Warum sollen Nischen zeitlich begrenzt sein?
Eine Nische ist für mich auch, wenn Leute sich gezielt am üblichen Marketinggelaber vorbei bewegen. Vielen Kunden gehen die üblichen anbiedernden und aalglatten Strategien bereits auf den Keks. Sie suchen Authentizität - und finden sie oft in Nischen.

Tabetha
16.11.2010, 11:51
Warum sollen Nischen zeitlich begrenzt sein?
Eine Nische ist für mich auch, wenn Leute sich gezielt am üblichen Marketinggelaber vorbei bewegen. Vielen Kunden gehen die üblichen anbiedernden und aalglatten Strategien bereits auf den Keks. Sie suchen Authentizität - und finden sie oft in Nischen.

Ich schrieb "oft". Nicht immer ;- )
Das ist aber wieder so ein ausuferndes Thema, daher nur ein paar Hinweise:

- eine Nische stellt oft nur eine Modeerscheinung dar bzw. geht einer solchen auf den Leim

- verglichen zu früher sind sogenannte "Subkulturen" kurzlebiger geworden (siehe Modeerscheinung, ihr Wesen hat sich erheblich geändert, gab es früher langlebige Subkulturen und gab es vor allen Dingen eine Subkultur für eine Generation, sind sie heute kurzlebig und in viele kleinere Subkulturen gespalten)

- Nischen oder Subkulturen werden, wenn sie Erfolg versprechen, von der aufmerksamen Marketingmaschinerie äußerst schnell und effektiv in einen Massenmarkt umgewandelt (Vereinnahmung einer Nische), sprich, die Nische kann zum Massenmarkt werden, siehe Walkman. Für den Nischenbesetzer heißt dies, sich unversehens einer riesigen Marketingmaschinerie deutlich potenterer Unternehmen gegenüberzusehen. Nische weg, wir befinden uns plötzlich im Massenmarkt mit ganz anderen Spielregeln.

- Technologischer Fortschritt o. ä. Fortschritt führt eine Nische ad absurdum, ist die entsprechende Entwicklung dauerhaft von einem Unternehmen zu besetzen? In der Technik gibt es übrigens zahlreiche Beispiele für Massenmärkte, die sich in Nischen zurückentwickelt haben. Auch spannend.

Wie es so schön heißt:
Nische - Garantiertes Erfolgsrezept oder doch eher Risiko?
So einfach ist nämlich auch dieses Rezept nicht.
Darüber könnte man aber auch wieder einen Roman schreiben ...

Ich weiß jetzt nicht, welche Marken Du mit "Gelaber" und "glatt" meinst. Das würde mich interessieren.
Unternehmen, die sich fern einer Authentizität bewegen, werden heute übrigens fast immer "abgestraft", Social Media verschärfen dieses Problem.

In meinem Bereich stelle ich fest, dass Marketing und Werbung in den letzten zwei Jahrzehnten Quantensprünge in der Qualität gemacht haben und teilweise nicht mehr mit damaligen Vorstellungen unter einen Hut zu bringen sind. Die Art und Weise, wie z. B. Technik heute mit Emotionen in Verbindung gebracht wird, wäre damals undenkbar gewesen und ist heute eines der erfolgversprechendsten Konzepte überhaupt.

Inaktiver User
16.11.2010, 12:23
Ich weiß jetzt nicht, welche Marken Du mit "Gelaber" und "glatt" meinst. Das würde mich interessieren. Ich meine keine Marken, sondern den Marketingsprech an sich. Bei XING, wo sich viele Marketing- und Werbeleute tummeln, lässt sich sehr gut verfolgen, wie "genormt" und unauthentisch diese Sprache ist.

In meinem Bereich stelle ich fest, dass Marketing und Werbung in den letzten zwei Jahrzehnten Quantensprünge in der Qualität gemacht haben und teilweise nicht mehr mit damaligen Vorstellungen unter einen Hut zu bringen sind. Die Art und Weise, wie z. B. Technik heute mit Emotionen in Verbindung gebracht wird, wäre damals undenkbar gewesen und ist heute eines der erfolgversprechendsten Konzepte überhaupt. In dem Maße, wie alle versuchen, Konsumgüter mit Emotionen in Verbindung zu bringen, wird diese Strategie unwirksamer, weil sie durchschaut wird. Die Werbung muss sich als solche immer mehr verstecken, um noch wirksam zu sein. Es wird zunehmend mit Empfehlungsmarketing, Product placement, social networks etc. operiert.

Natürlich gibt es Marken wie Apple, die sich über Werbung ein bestimmtes Image aufbauen konnten und eine Fangemeinde um sich scharen. Das funktioniert aber pro Branche nur für einen Marktführer; schon der zweitbeste Anbieter kommt mit der selben Strategie nicht mehr weit.

Tabetha
16.11.2010, 13:07
In dem Maße, wie alle versuchen, Konsumgüter mit Emotionen in Verbindung zu bringen, wird diese Strategie unwirksamer, weil sie durchschaut wird. Die Werbung muss sich als solche immer mehr verstecken, um noch wirksam zu sein.

Nein, sehe ich absolut nicht so. Hier gibt es immer noch den Unterschied zwischen wirklich genialer Werbung, die anspricht und unfähigen Nachahmern, ja. Aber in der Technologie-Emotion ist Platz für Mercedes, BMW, Jeep, Jaguar und wie sie alle heißen. Allesamt mit hervorragenden Werbekonzepten, die auf beiden Themen basieren. Ähnliches lässt sich gerade bei anderen technologischen Umbrüchen sehr gut verfolgen.



Natürlich gibt es Marken wie Apple, die sich über Werbung ein bestimmtes Image aufbauen konnten und eine Fangemeinde um sich scharen. Das funktioniert aber pro Branche nur für einen Marktführer; schon der zweitbeste Anbieter kommt mit der selben Strategie nicht mehr weit.

Nein, nicht zwingend. Siehe HTC-/Android-Entwicklung.

Inaktiver User
16.11.2010, 14:05
Aber in der Technologie-Emotion ist Platz für Mercedes, BMW, Jeep, Jaguar und wie sie alle heißen. Allesamt mit hervorragenden Werbekonzepten, die auf beiden Themen basieren. Das gilt für die großen Konzerne, deren Markenstrategien eine lange Tradition haben. Möglich, dass das auch mit anderen technischen Geräten funktioniert, die relativ austauschbar sind.

In anderen Branchen stößt das allzu glatte Auftreten der Werbung eher auf Misstrauen; beim eloquenten Staubsaugervertreter hat man ebenso wie bei der Sprecherin der Atomlobby das Gefühl, sie wollen einem etwas aufschwatzen. Gerade weil diese Leute immer wie aus dem Ei gepellt wirken und reden wie ein Wasserfall, sind sie vielen suspekt.

Es kann eine sehr erfolgreiche Nische sein, diese Werbestrategien gerade nicht zu benutzen. Die Kreativwirtschaft bringt beispielsweise ein hohes Maß an Authentizität mit, muss also viel weniger "künstliche" Emotionen aufbauen als der Bereich der Konsumgüterindustrie.

ganda55
16.11.2010, 15:05
Tabetha, zu deinem ersten post hier: so ganz kann ich nicht nachvollziehen, was dein link zum Marketing hier soll. Oder willst du nur ein Buch verkaufen?:smirksmile:
Das von dir erwähnte ist übrigens ein alter Hut mit neuer Feder. Genau wie dieser schwammige und aufgeblasene Begriff "Marketing". Letzteres gibt's, seit Leute in größerem Umfang Produkte unters Volk bringen wollen. Es war immer mehr oder minder erfolgreich - je nach Geschick.
(Deine Apple-Geschichte erinnert mich an eine Passage in Tom Sawyer, der einen "Wunderheiler" gefärbte Wässerchen an ungebildetes Volk verscherbeln sah. Marktschreier nannte man das mal, glaube ich. Es ist immer das gleiche; Werbung funktioniert eben nur unzureichend auf der Verstandesebene.)

Dass die Nische nicht kurzlebig sein darf, versteht sich von selbst. Siehe diese öden Läden mit den "magischen" Steinen, die es - bis auf ein paar Kuhstädtchen - heute nicht mehr gibt.

Und wenn's Patentrezepte gäbe, wäre niemand in der Klemme und würden wir hier alle nicht schreiben.

Tabetha
16.11.2010, 15:12
Tabetha, zu deinem ersten post hier: so ganz kann ich nicht nachvollziehen, was dein link zum Marketing hier soll. Oder willst du nur ein Buch verkaufen?:smirksmile:


Pardon Ganda, Deine Nische führte mich zum Marketing.

ganda55
16.11.2010, 15:22
Zuviel der Ehre für meine kleinen Nischen-Menschen.

Das führt mich zu einem mir bekannten Fass-Macher. Jahrelang - wenn's reicht - frettete der sich mit der Klein-Produktion von Gartentrögen herum, weil keiner mehr Fässer zu brauchen schien. Und plötzlich waren die wieder gefragt (Barrique-Ausbau läßt grüßen). Man kam auf ihn zu, ganz ohne Marketing, geschweige denn simpler HP. Heut stellt er wieder Leute ein. Der Vergleich hinkt ein bissel, Tabetha, weil die Nische schon recht extrem ist.

Tabetha
16.11.2010, 15:27
Und plötzlich waren die wieder gefragt (Barrique-Ausbau läßt grüßen).

Warum waren sie plötzlich wieder gefragt? Weil irgendwo jemand u. a. die Idee hatte, diese Fässer als Wassertonnen zu vermarkten ...
Du möchtest ja sicher nicht das Warten darauf, dass plötzlich einfach so Kunden kommen, als Nischenstrategie verkaufen ;- )

Tabetha
16.11.2010, 15:29
Zuviel der Ehre für meine kleinen Nischen-Menschen.



Ich zolle auch kleinen Menschen, Ideen und Projekten Aufmerksamkeit. Und auch Nischen.

Tabetha
16.11.2010, 15:31
In anderen Branchen stößt das allzu glatte Auftreten der Werbung eher auf Misstrauen; beim eloquenten Staubsaugervertreter hat man ebenso wie bei der Sprecherin der Atomlobby das Gefühl, sie wollen einem etwas aufschwatzen. Gerade weil diese Leute immer wie aus dem Ei gepellt wirken und reden wie ein Wasserfall, sind sie vielen suspekt.


Das Problem ist, dass ein Staubsauger unsexy ist. Und die Marketingmenschen es tatsächlich immer noch nicht geschafft haben, ihm Sex-Appeal zu verschaffen. Klingt lustig, ist aber eine ziemlich ernste Sache.

Tabetha
16.11.2010, 15:38
Das von dir erwähnte ist übrigens ein alter Hut mit neuer Feder. Genau wie dieser schwammige und aufgeblasene Begriff "Marketing". Letzteres gibt's, seit Leute in größerem Umfang Produkte unters Volk bringen wollen. Es war immer mehr oder minder erfolgreich - je nach Geschick.


Ich verstehe Deine Kritik nicht ganz. Weil es schon Marketingbücher gibt, dürfen keine mehr geschrieben werden? Oder man soll sie nicht lesen? Und weil es Marketing schon immer gab, soll es nicht mehr diskutiert werden? Wäre aber fatal, seit den Zeiten des ungebildeten Volkes und der Wunderwässerchen haben sich zumindest die Kommunikationswege erheblich geändert. Aber ganz passend an Mark Twain zu denken, wenn es um Kommunikation und Marketing* geht. Wenn auch "Wunderheiler" und "Jobs" arg hinkt.

*Er würde heute bloggen, twittern und facebooken, was das Zeug hält ;- )

ganda55
16.11.2010, 15:52
Du möchtest ja sicher nicht das Warten darauf, dass plötzlich einfach so Kunden kommen, als Nischenstrategie verkaufen ;- )
Ne, das hat sich jetzt verlesen. Mein Beispiel war ein Glücksfall. Barriques sind übrigens kleinere Eichenfässer zum Weinausbau (wiederverwendet für Whisky und Sherry-Produzenten), und er arbeitet selig erneut für Winzer.

Tabetha
16.11.2010, 15:57
Ne, das hat sich jetzt verlesen. Mein Beispiel war ein Glücksfall. Barriques sind übrigens kleinere Eichenfässer zum Weinausbau (wiederverwendet für Whisky und Sherry-Produzenten), und er arbeitet selig erneut für Winzer.

Ich weiß, und genau diese Fässer werden seit einigen Jahren extrem erfolgreich als hochwertige Regenwassertonnen vermarktet. Gut, er arbeitet aber für Winzer, die da wirklich Alkohol reinstecken ... ;- ) Wie Du schreibst, er verdankt seinen Erfolg der jetzt wieder vorhandenen Nachfrage. Die wiederum kommt auch irgendwo her ...

ganda55
16.11.2010, 15:59
Ich verstehe Deine Kritik nicht ganz. Weil es schon Marketingbücher gibt, dürfen keine mehr geschrieben werden? Oder man soll sie nicht lesen? Und weil es Marketing schon immer gab, soll es nicht mehr diskutiert werden?
Mir wäre schon gedient, wenn man sie nicht so verklärt sähe. Es ist Marktschreierei gestern wie heute. Auch modernisiert sind die Mechanismen immer die gleichen: das Hirn auszutricksen.


Wäre aber fatal, seit den Zeiten des ungebildeten Volkes und der Wunderwässerchen haben sich zumindest die Kommunikationswege erheblich geändert.
Aber das ist auch das einzige (abgesehen von ein paar schicken Ausdrücken).

Aber ganz passend an Mark Twain zu denken, wenn es um Kommunikation und Marketing* geht.
Zumal er mit seinen Projekten so auf die Schnauze gefallen ist, dass er mit Tourneen nur noch sich selbst vermarkten konnte. Schade.

*Er würde heute bloggen, twittern und facebooken, was das Zeug hält ;- )
Todsicher!:lachen:

ganda55
16.11.2010, 16:01
OT: Neue Fässer, Tabetha? Müssen ja ein Schweinegeld kosten. Die Weinfässer tun's jedenfalls. OT

Inaktiver User
16.11.2010, 16:07
frettete der sich mit der Klein-Produktion von Gartentrögen herum, Jau, fretten ist ein wunderbares Wort dafür. Wird es eigentlich in der ganzen Republik verstanden? :freches grinsen:

Warum waren sie plötzlich wieder gefragt? Weil irgendwo jemand u. a. die Idee hatte, diese Fässer als Wassertonnen zu vermarkten ... Nö, sondern weil man wieder auf die alten Strategien zurück griff, dem Wein ein Holzaroma zu verpassen. Diese Idee hat noch gar nichts mit Marketing zu tun, sondern mit Produktionsmethoden.
Das Problem ist, dass ein Staubsauger unsexy ist. Und die Marketingmenschen es tatsächlich immer noch nicht geschafft haben, ihm Sex-Appeal zu verschaffen. Klingt lustig, ist aber eine ziemlich ernste Sache. Ich glaube, die Marketingmenschen überschätzen sich manchmal ziemlich heftig. Zu allen Zeiten und in allen Kulturen trieben Menschen Handel. Und natürlich priesen sie auch ihre Waren an. Aber das Angebot war überschaubar und man kaufte Produkte, weil man sie brauchte oder weil sie einem gefielen.

Das, was wir heute kennen: die "Aufwertung" von Industrieartikeln mit Emotionen, die nicht direkt mit dem Produkt zusammen hängen, ist relativ neu und basiert auf einer Konsumgüterproduktion, bei der sich die Produkte technisch immer weniger von einander unterscheiden und man künstlich Bedürfnisse schaffen will.
Mein Eindruck ist, dass diese Strategien mit der Umstellung von der Konsum- bzw. Industriegesellschaft auf die Wissensgesellschaft immer mehr an Boden verlieren.

Gerade junge, gut ausgebildete Leute denken heute oft ganz anders; sie kaufen sich zwar auch ab und zu ein schickes Teilchen (von Apple beispielsweise), aber nicht noch zusätzlich einen Porsche, eine Yacht und Designerklamotten :freches grinsen: Das "Konsum-Vollprogramm", das vor Jahrzehnten noch in war nach dem Motto: mehr bringt mehr, gilt heute als unoriginell.

Es ist nicht mehr sexy, sich mit Massenprodukten aus der Industrie zu umgeben, nach dem Motto: mein Apple macht mich stylish, mein BMW dynamisch und meine Designerklamotten individuell. :smirksmile:
Heute steht wieder viel mehr das eigene Tun im Vordergrund: was macht jemand beruflich, wofür engagiert er sich, welchen Sport treibt er, in welchen Netzwerken bewegt er sich.
Natürlich kann man auch so Produkte verkaufen (beispielsweise Sportartikel), dabei zählen aber einerseits Nutzen und Design, andererseits die Nachahmung in den Peer-groups.

Ich denke, die Hoch-Zeit der "aufgeklebten" Emotionen für Industrieprodukte ist vorbei.

Und wenn wir schon beim Empfehlen sind: ich empfehle die Ideen von Wolf Lotter (http://www.wolflotter.de/185.html) :-)

Tabetha
16.11.2010, 16:19
Mir wäre schon gedient, wenn man sie nicht so verklärt sähe. Es ist Marktschreierei gestern wie heute. Auch modernisiert sind die Mechanismen immer die gleichen: das Hirn auszutricksen.

Entschuldige bitte Ganda, aber ich verkläre nicht. Ich habe ein Fachbuch empfohlen. Welches wahrlich nichts vom Austricksen eines Hirns beschreibt. Wo hast Du das gelesen? Es erklärt, wie Dinge funktionieren. Und wo Menschen mitziehen, und wo nicht.

Sich dem Marketing, der Werbung ganz zu verschließen, finde ich eigenartig. Zu denken, wir könnten darauf verzichten, und das gilt für Konsument ebenso wie für Anbieter, ist unrealistisch. "Marktschreierei" ist übrigens früher kein negativ besetzter Begriff gewesen.
Ich als Konsumentin brauche Werbung. Ich möchte über neue Artikel informiert werden. Und nein, ich habe keine Lust, eine in 8 Punkt geschriebene Liste lesen zu müssen, um mich über Neuigkeiten zu informieren. Ich möchte sehr wohl in Farbe, mit modernen Mitteln und ja, mit aufmerksamkeitsfördernden Bildern und Texten informiert werden. Und dann wäge ich ab und entscheide ich. Und ich sehe das Leben sehr wohl auch als etwas, in dem ich nicht nur kaufe, was ich zum Überleben benötige.



Aber das ist auch das einzige (abgesehen von ein paar schicken Ausdrücken).

Das soll das einzige sein, was sich geändert hat, seitdem die Menschen den ersten Tauschhandel betrieben?



Zumal er mit seinen Projekten so auf die Schnauze gefallen ist, dass er mit Tourneen nur noch sich selbst vermarkten konnte. Schade.


Schade wäre wahrlich nicht das, was er als Abschluss für sein Leben gewählt hätte. Er kam zudem erst am Ende seines Lebens in eine finanzielle Krise. Er hatte nach seiner Ansicht ein sehr erfülltes Leben.

Wir sollten vielleicht einen anderen Strang eröffnen. Warum bist Du so gegen Marketing, was hat Dir im Einzelnen am Buch von Seth Godin nicht gefallen und wie, da Du ja vermutlich selbstständig bist, bist Du denn erfolgreich ohne diesen "alten Hut"? Das wäre doch sicher für die ein oder andere interessant.

Tabetha
16.11.2010, 16:24
Und wenn wir schon beim Empfehlen sind: ich empfehle die Ideen von Wolf Lotter (http://www.wolflotter.de/185.html) :-)

Mir darfst Du gerne empfehlen. Ich lese gerne mehr als ein Buch.
Es mag sein, dass meine Empfehlung durch spezielle Fragen in einem anderen Thread geprägt ist. Für diesen Personenkreis ist Seth Godin empfehlenswert. Anderen wird es natürlich nichts sagen.

Tabetha
16.11.2010, 16:30
Das, was wir heute kennen: die "Aufwertung" von Industrieartikeln mit Emotionen, die nicht direkt mit dem Produkt zusammen hängen, ist relativ neu und basiert auf einer Konsumgüterproduktion, bei der sich die Produkte technisch immer weniger von einander unterscheiden und man künstlich Bedürfnisse schaffen will.


Hhm, ich habe da Produkte im Kopf, die anders funktionieren. Das hat auch nichts mit künstlich zu tun, sondern damit, dass tatsächlich immer mehr die Bedürfnisse des Menschen eine Rolle spielen. Sein Spieltrieb. Sein Informationsbedürfnis. Seine Freizeitgestaltung etc.

Ich halte die Versuche, seine Produkte abzusetzen, für vollkommen legitim. Das ist Business. Dass das so auf Widerstand stoßen könnte, hätte ich nicht gedacht.
Aber wehe, es gibt keine Auswahl mehr ...

Den Wandel der Gesellschaft, den Du beschreibst, sehe ich so nicht. Junge Leute, die damals BMW, Yacht und Designerklamotten hatten, kannte ich auch so nicht. BMW hatten wir, Designer war noch nicht so, die Yacht haben viele von uns heute noch nicht. Und nun ist sie out?

Tabetha
16.11.2010, 16:32
OT: Neue Fässer, Tabetha? Müssen ja ein Schweinegeld kosten. Die Weinfässer tun's jedenfalls. OT

OT: Meistens gebrauchte, das ist gewollt, dass sie innen z. B. rot gefärbt sind. Ja, diese Fässer sind teuer, aber sehr beliebt.

Tabetha
16.11.2010, 16:37
Nö, sondern weil man wieder auf die alten Strategien zurück griff, dem Wein ein Holzaroma zu verpassen. Diese Idee hat noch gar nichts mit Marketing zu tun, sondern mit Produktionsmethoden.

Mal abgesehen davon, dass ich schon korrigierte, da ich bei dem genannten Fasshersteller von einer Lieferung an Privatleute ausging - ich empfehle in diesem Zusamenhang das Kapitel über die Riedel-Gläser aus dem von mir empfohlenen Buch. Wobei ich nicht abstreiten will, dass die Aromen für einen Kenner spürbar sind. Der durchschnittliche deutsche Weintrinker schmeckt sie nicht. Aber er liest "Holzaromen". Hhm, klingt gut. Edel. Etwas Besonderes. Im Holzfass gereift. Gut. Dafür zahlt auch der mehr, der es gar nicht schmeckt.

Inaktiver User
16.11.2010, 16:50
Ich halte die Versuche, seine Produkte abzusetzen, für vollkommen legitim. Das ist Business. Natürlich ist es legitim, seine Produkte abzusetzen. Dagegen sagt auch keiner etwas.

Aber dieses Beispiel zeigt, worum es geht:
Der durchschnittliche deutsche Weintrinker schmeckt sie nicht. Aber er liest "Holzaromen". Hhm, klingt gut. Edel. Etwas Besonderes. Im Holzfass gereift. Gut. Dafür zahlt auch der mehr, der es gar nicht schmeckt. Das zeigt sehr schön, wie die Konsumenten von den Marketingleuten für Deppen gehalten werden, die alles kaufen, wenn man ihnen nur einen Distinktionsgewinn verspricht.

Über diese Distinktionsstrategien wird doch schon längst gelacht: Leute, die schlechten Wein in Riedelgläsern servieren und solche, die sich teure Küchengeräte kaufen, obwohl sie von Lebensmitteln und kochen keine Ahnung haben machen sich doch längst als (neureiche) Spießer zum Gespött.

Tabetha
16.11.2010, 16:58
Natürlich ist es legitim, seine Produkte abzusetzen. Dagegen sagt auch keiner etwas.

Aber dieses Beispiel zeigt, worum es geht: Das zeigt sehr schön, wie die Konsumenten von den Marketingleuten für Deppen gehalten werden, die alles kaufen, wenn man ihnen nur einen Distinktionsgewinn verspricht.

Über diese Distinktionsstrategien wird doch schon längst gelacht: Leute, die schlechten Wein in Riedelgläsern servieren und solche, die sich teure Küchengeräte kaufen, obwohl sie von Lebensmitteln und kochen keine Ahnung haben machen sich doch längst als (neureiche) Spießer zum Gespött.

Ja aber warum schiebst Du den Marketingleuten den schwarzen Petern zu? Die suchen ihre Möglichkeiten für den Absatz. Du siehst keine Verantwortung beim Verbraucher? Du bist doch auch im "...% der Verbraucher wollen nur billig kaufen"-Thread. Wir leben in einer Gesellschaft der freien Information. Ich werte Werbung in erster Linie als Information über Produkte. Die mir Ideen liefert. Auch durchaus mal eine Idee für ein Produkt, das ich bisher nicht vermisst habe, bei dem ich nun aber denke, dass es mir gefallen könnte, den Alltag einfacher gestalten könnte, Abläufe vereinfachen könnte - halt so ein Produkt, bei dem ich denke "Meine Güte, warum ist da noch keiner drauf gekommen ...". Ich bin mündig genug, nachzuforschen und mündige Entscheidungen zu treffen.
Du kannst doch nicht Marketingleute dafür verantwortlich machen, wenn neureiche Kulturbanausen meinen, plötzlich über Nacht zu Weinkennern geworden zu sein.

Die Thematik der Riedel-Gläser behandelt übrigens gar nicht den "gemeinen" Verbraucher. Ganda wird das wissen, da sie das Buch gelesen hat. Es behandelt die Reaktion von Wein- und Champagner-Fachleuten - und ist sehr bezeichnend. Godin entlarvt hier durchaus - mich wundert, wenn das nicht erkannt wird und als Lobhudelei auf Marketing gewertet wird.

ganda55
16.11.2010, 19:13
Entschuldige bitte Ganda, aber ich verkläre nicht. Ich habe ein Fachbuch empfohlen. Welches wahrlich nichts vom Austricksen eines Hirns beschreibt. Wo hast Du das gelesen?
Nirgends, dazu reichen gesunder Menschenverstand und Beobachtung: Was du mit dem apple-Beispiel beschrieben hast funktioniert doch in homeshopping-Runden genauso. Das Produkt adelt nicht die Verkaufsstrategen und schon gar nicht ein uraltes Prinzip.
(Du musst dich nicht entschuldigen, Tabetha. Wir diskutieren doch bloß, und ich schätze deine Meinung!)


Sich dem Marketing, der Werbung ganz zu verschließen, finde ich eigenartig. Zu denken, wir könnten darauf verzichten, und das gilt für Konsument ebenso wie für Anbieter, ist unrealistisch.
Ich "persönlich" meine das auch nicht. Im Gegenteil, ich bekenne mich dazu, im TV Werbung zu gucken, und manche finde ich richtig clever und witzig.[/QUOTE]

"Marktschreierei" ist übrigens früher kein negativ besetzter Begriff gewesen.
Das hab' ich anders gelesen und gelernt.


Wir sollten vielleicht einen anderen Strang eröffnen. Warum bist Du so gegen Marketing
Mach ruhig, Tabetha, aber ohne mich. Außerdem gibt's da sicher ein Fachforum, wo deine Kenntnisse besser aufgehoben wären. - Ich hab' nix gegen Marketing, nur dass man auch diese Kuh noch mit Gold bepinselt. Des Kaisers neue Kleider, denn Werbung und Marketing funktionieren halt oft auch bei Schrott. Dagegen habe ich dann was.

ganda55
16.11.2010, 19:16
Lotter werde ich auch lesen; das klingt mal anders und zeitgemäß. Ist mir außerdem ganz neu - danke für den Tipp. Seit ich aus der Branche raus bin, hab' ich wenig in dieser Richtung auf dem Schírm.

Zur Zeit gibt's ohnehin viel Gutes, das lesenswert wäre.*seufzeinbissel*

Tabetha
16.11.2010, 19:22
denn Werbung und Marketing funktionieren halt oft auch bei Schrott. Dagegen habe ich dann was.

Wo ist hier die Rede von der Eigenverantwortung der Verbraucher? Denen eine frei zugängliche Informationswelt zu Füßen liegt?

Tabetha
16.11.2010, 19:28
Lotter werde ich auch lesen; das klingt mal anders und zeitgemäß.

Geht doch nicht. Ist doch ein uraltes Prinzip ;- )

ganda55
16.11.2010, 19:30
Jau, fretten ist ein wunderbares Wort dafür. Wird es eigentlich in der ganzen Republik verstanden? :freches grinsen:
Gefühlt verstanden, i-dille. Wie bei der Lautmalerei.


Gerade junge, gut ausgebildete Leute denken heute oft ganz anders
Kann ich nicht mehr mitreden :lachen:, aber es würde mich echt freuen. Konsumkritik kann Produkten enorm nützen.


Ich denke, die Hoch-Zeit der "aufgeklebten" Emotionen für Industrieprodukte ist vorbei.
Das will aber sehr aufgeklärte Verbraucher. Denk an das viele Geld, das mit Kindern gemacht wird und das Eltern locker machen, obwohl sie eigentlich dagegen sind.
Verkauft werden muss aber auch anderswo und weiterhin; die Strategien verfeinern sich unter Mithilfe ausgebildeter Psychologen. Da hinkt doch auch mündigster Konsument immer hinterher. (Und manche Sachen sind so schön, dass schwach werden weder Sünde noch Verblödung bedeuten. ist.:smirksmile:)

Inaktiver User
16.11.2010, 19:37
Wo ist hier die Rede von der Eigenverantwortung der Verbraucher? Denen eine frei zugängliche Informationswelt zu Füßen liegt?
Das zäumt das Pferd von hinten auf. Ich habe nichts gegen Werbung, so lange sie sich darauf beschränkt, mir die Produkte einfach vorzustellen. Aber mich nervt diese Überhöhung, dieses Brimborium, bei dem der Verbraucher erst mal unter einem dicken falschen Zuckerguss den Kern heraus schälen muss.

Die Eigenverantwortung der Verbraucher? Das ist so, als ob einem einer permanent ins Ohr brüllt und dann scheinheilig fragt:wieso hörst du nicht einfach auf die leisten Töne? Ist schließlich dein Ohr :ooooh::freches grinsen:

Dieser Overkill führt bei mir inzwischen dazu, dass ich ganz auf Durchzug schalte und mich mental ausklinke. Als ich das letzte mal im KaDeWe war, verging mir jegliche Lust, auch nur eine Kleinigkeit zu kaufen. Ich guckte mir das Ganze an wie einen bunten Jahrmarkt und ging wieder.

Tabetha
16.11.2010, 19:38
Mach ruhig, Tabetha, aber ohne mich. Außerdem gibt's da sicher ein Fachforum, wo deine Kenntnisse besser aufgehoben wären.

Nun ja, wir haben halt kein "Fachforum", da wir uns in der Bri befinden. In einem gemischten Forum. Und dort investieren ab und an Fachleute ein wenig Zeit, neben ihrem beruflichen Kram, um weiterzuhelfen und Denkanstöße zu geben. Vielleicht, weil sie ihren Job lieben. Vielleicht, weil es ihrer eigenen Entspannung dient (und sie diese tatsächlich noch in ihrem Job-Thema finden). Ob ihre Beiträge woanders besser aufgehoben wären, liegt sicher nicht nur in der Hand einer Leserin. Wenn mir die gesamte Besetzung des Selbstständigenforum schreibt, dass ich die Klappe halten soll, denke ich mal darüber nach :freches grinsen:

ganda55
16.11.2010, 19:38
Geht doch nicht. Ist doch ein uraltes Prinzip ;- )
:lachen: Fast touché, bei Godin finde ich nix Neues, hier vielleicht schon. :freches grinsen:

Tabetha
16.11.2010, 19:43
Dieser Overkill führt bei mir inzwischen dazu, dass ich ganz auf Durchzug schalte und mich mental ausklinke.

Das ist aber ein anderes Thema. So geht es mir auch - bei lauten Lautsprechern, Nerverei, Frauenfeindlichkeit, am Produkt vorbei werben etc.
Ich rede davon, wie das Prinzip funktioniert. Und habe im Moment das Gefühl, gänzlich missverstanden zu werden ;- ) Das mag daran liegen, dass ich in den letzten zwei Wochen lediglich alle drei Tage mal zum Schlafen kam (Marketingkampagne mit hohem Aufmerksamkeitsfaktor :freches grinsen:).
In erster Linie versuche ich aber tatsächlich eher Selbstständigen zu erklären, wie es funktioniert, als Konsumenten, wie sie dem entgehen. Ich bin aber beides, jede Selbstständige ist eine Konsumentin. D. h. ich weiß auch, was nervt und kontraproduktiv für mich ist.

Marketing ist ein Fakt. Mit dem ich tagtäglich konfrontiert werde. Den ich als Selbstständige irgendwie greifen muss und für meine Zwecke einsetzen muss. Und ich kann das sehr wohl auch elegant und geschickt machen. Was hier an Beispielen kam, wurde dafür herangezogen, plump und nervend zu dokumentieren.

Tabetha
16.11.2010, 19:49
:lachen: Fast touché, bei Godin finde ich nix Neues, hier vielleicht schon. :freches grinsen:

Ganz touché ;- ) Was für Dich nicht neu ist, ist es für die ein oder andere Selbstständige hier allemal. Hier sind nicht nur Marketingexpertinnen. Hier sind Selbstständige, die ihre Produkte kennen und lieben. Aber die Marketingregeln, die sie nutzen könnten und die wir im Schlaf aufsagen können, eben nicht kennen. Und aus irgendeinem mir selbst unerfindlichen Grund, da ich eigentlich genug zu tun habe und mir hier aufgrund der Anonymität sowieso keine Aufträge erwachsen und ich für diese auch gar keine Kapazität mehr hätte, habe ich es mir irgendwann zur "Aufgabe" (zum Hobby?) gemacht, hier ein wenig aus dem Nähkästchen zu plaudern. Zum Glück freut die ein oder andere sich sogar darüber ... ;- )

ganda55
16.11.2010, 19:53
Nun ja, wir haben halt kein "Fachforum", da wir uns in der Bri befinden. In einem gemischten Forum. Und dort investieren ab und an Fachleute ein wenig Zeit, neben ihrem beruflichen Kram, um weiterzuhelfen und Denkanstöße zu geben.
So siehst du deine Beiträge? Dann sollte ich mich wohl jetzt bedanken und aus diesem Thread verabschieden.


Ob ihre Beiträge woanders besser aufgehoben wären, liegt sicher nicht nur in der Hand einer Leserin. Wenn mir die gesamte Besetzung des Selbstständigenforum schreibt, dass ich die Klappe halten soll, denke ich mal darüber nach :freches grinsen:
Sei mir nicht bös, Tabetha, aber wenn du es so verstehen willst, kann ich dir auch nicht helfen.

Tabetha
16.11.2010, 19:57
So siehst du deine Beiträge? Dann sollte ich mich wohl jetzt bedanken und aus diesem Thread verabschieden.


Sei mir nicht bös, Tabetha, aber wenn du es so verstehen willst, kann ich dir auch nicht helfen.

Ich frage ja auch nicht nach Hilfe. Als was soll ich sie sonst sehen, denn als Denkanstöße? Als fachliche Beratung? Die wäre wohl weit fundierter und ist i. d. R. auch nicht kostenlos. Ganz ehrlich Ganda, ich verstehe Dich nicht.

ganda55
16.11.2010, 20:00
Seit gefühlten 50 posts schreiben doch lediglich wir drei. - Und nur darauf beziehe ich mich, Realistin ohne missionarische Hintergedanken, die ich bin.
Was war nochmal das Thema?

Inaktiver User
16.11.2010, 20:01
Und manche Sachen sind so schön, dass schwach werden weder Sünde noch Verblödung bedeuten. ist.:smirksmile:) Wenn ich Dinge schön finde und sie kaufe, weil sie MIR gefallen ist das etwas anderes als wenn sie mir jemand schön reden will bzw. ich sie kaufe, weil ich mir einen Distinktionsgewinn davon erhoffe.

Marketing ist oft deswegen so problematisch, weil es die "normale" menschliche Wunschproduktion korrumpiert. Menschen zu allen Zeiten und in allen Kulturen fanden bestimmte Artefakte schön und wollten sie haben (Schmuck zB.) Aber diese Wünsche standen weder permanent im Mittelpunkt noch wurden sie dauernd befriedigt.

Das änderte sich erst in den letzten Jahrzehnten und mit einem Wirtschaftskonzept, das nur bei einem dauernden Wachstum funktioniert. Kurz nach dem zweiten Weltkrieg war das kein Problem, der Nachholbedarf war riesig. Aber irgendwann waren die Märkte gesättigt - und seit dieser Zeit muss die Wunschproduktion der Menschen permanent getriggert werden, damit sie kaufen, kaufen, kaufen.

Das entspricht zwar der Logik des Wirtschaftswachstums, aber keineswegs der menschlichen Psyche. Die pendelt permanent zwischen Wunsch und Erfüllung - gibt es keine Erfüllung, werden die Menschen frustriert; dasselbe passiert aber auch bei Dauererfüllung. Bei Dauerkonsum wird der Genuss sehr schnell schal.

Das dauernde Triggern der Wunschproduktion setzt dieses außer Gefecht, die Freude über die Wunscherfüllung wird immer kürzer. Ich glaube nicht, dass man diesen natürliche Mechanismus auf Dauer austricksen kann - auch nicht durch noch so raffinierte neue Strategien.
Die beste Strategie, um die Wunschproduktion anzukurbeln und die Genussfähigkeit zu erhalten, sind Konsumpausen :smirksmile: Die muss man sich in diesem Werbe-Dauerbombardement zwar schwer erkämpfen, aber es lohnt sich, aus der Überfülle eine kleine persönliche Auswahl zu treffen.

Inaktiver User
16.11.2010, 20:07
Und aus irgendeinem mir selbst unerfindlichen Grund, da ich eigentlich genug zu tun habe und mir hier aufgrund der Anonymität sowieso keine Aufträge erwachsen und ich für diese auch gar keine Kapazität mehr hätte, habe ich es mir irgendwann zur "Aufgabe" (zum Hobby?) gemacht, hier ein wenig aus dem Nähkästchen zu plaudern. Zum Glück freut die ein oder andere sich sogar darüber ... ;- ) Klingt aber sehr brav und systemtreu :smirksmile: Über die üblichen Marketingregeln gibt es unzählige Bücher. Ich finde es interessanter, sie zu hinterfragen :smirksmile:

Tabetha
16.11.2010, 20:13
Klingt aber sehr brav und systemtreu :smirksmile: Über die üblichen Marketingregeln gibt es unzählige Bücher. Ich finde es interessanter, sie zu hinterfragen :smirksmile:

Wenn Du alle Beiträge von mir gelesen hättest, wüsstest Du, dass ich weder brav, noch "systemtreu", noch fern vom Hinterfragen bin.

Tabetha
16.11.2010, 20:15
Seit gefühlten 50 posts schreiben doch lediglich wir drei. - Und nur darauf beziehe ich mich, Realistin ohne missionarische Hintergedanken, die ich bin.
Was war nochmal das Thema?

Du müsstest aber wissen, dass weit mehr mitlesen. Und ich sehe wohl immer eher die Gesamtheit. Berufskrankheit.

Tabetha
16.11.2010, 20:17
Die muss man sich in diesem Werbe-Dauerbombardement zwar schwer erkämpfen, aber es lohnt sich, aus der Überfülle eine kleine persönliche Auswahl zu treffen.

Genau. Und Marketingleute arbeiten daran, bei Dir in der persönlichen Auswahl zu landen ... Deine persönliche Auswahl wird von all dem geprägt sein, was Du unbewusst oder bewusst mitbekommen hast. Ich rede nicht davon, ob ich das gut finde. Ich rede davon, dass es genutzt wird.

ganda55
16.11.2010, 20:24
Wenn ich Dinge schön finde und sie kaufe, weil sie MIR gefallen ist das etwas anderes als wenn sie mir jemand schön reden will bzw. ich sie kaufe, weil ich mir einen Distinktionsgewinn davon erhoffe.
Das leg ich mir als Entschuldigung in die Geldbörse.:wangenkuss:

Marketing ist oft deswegen so problematisch, weil es die "normale" menschliche Wunschproduktion korrumpiert.
Von der anderen Seite der Werbung gesehen: Bei der letzten Agentur sollte ein Produkt lanciert werden, das ich nicht mochte und zu dem mir folglich bloß Schund einfiel. Da kam ich auf MaMa (Marketing=Manipulation), worauf ich nicht stolz bin und was Textern halt automatisch auf die Zunge kommt. Zumindest hat es die Kollegen einschließlich CD erheitert und geriet zum running gag, sobald wieder ein unbeliebtes Projekt hereinkam. - Für mich war es ein Symbol der fragwürdigen Seite des Berufs.

Die beste Strategie, um die Wunschproduktion anzukurbeln und die Genussfähigkeit zu erhalten, sind Konsumpausen :smirksmile: Die muss man sich in diesem Werbe-Dauerbombardement zwar schwer erkämpfen, aber es lohnt sich, aus der Überfülle eine kleine persönliche Auswahl zu treffen.
Wenn du die immer noch steigenden Privatinsolvenzen anschaust, gelingt das nicht allen.

Inaktiver User
16.11.2010, 23:50
Genau. Und Marketingleute arbeiten daran, bei Dir in der persönlichen Auswahl zu landen ... Deine persönliche Auswahl wird von all dem geprägt sein, was Du unbewusst oder bewusst mitbekommen hast. Ich rede nicht davon, ob ich das gut finde. Ich rede davon, dass es genutzt wird.
Natürlich ist meine persönliche Haltung immer von dem geprägt, was ich bewusst oder unbewusst mitbekommen habe. Da die Marketingleute aber nicht wissen können, was das ist, können sie auch nur schlecht bei mir landen. :smirksmile:

Ich staune manchmal wirklich über den Größenwahn dieser Branche, die sich die Kunden bestenfalls als Konsumtrottel vorstellen kann. Mag auch daran liegen, dass sie zwar permanent bei den Geisteswissenschaften klauen, aber nicht deren realistische Selbsteinschätzung haben.

Inaktiver User
17.11.2010, 00:00
Wenn du die immer noch steigenden Privatinsolvenzen anschaust, gelingt das nicht allen. Ich bin nicht sicher, ob die steigende Zahl der Privatinsolvenzen tatsächlich dem Konsumwahn geschuldet ist.
Vor einiger Zeit stieß ich auf eine Website der Justiz, bei der alle Namen der Leute (in meiner Gegend) aufgeführt sind, die Insolvenz angemeldet haben. Was mich schockierte: ca. drei Viertel davon waren Leute mit ausländischen Namen, die entweder einen schlecht bezahlten Job hatten oder arbeitslos waren. Der Rest waren kleine Selbständige, oft aus der Gastronomie.
Bei der überwiegenden Zahl sah es so aus, dass sie entweder mit ihrer Selbständigkeit gescheitert sind, arbeitslos wurden oder nicht von ihrem Job leben konnten.

Tabetha
17.11.2010, 06:28
Natürlich ist meine persönliche Haltung immer von dem geprägt, was ich bewusst oder unbewusst mitbekommen habe. Da die Marketingleute aber nicht wissen können, was das ist,

Na Idille, das glaubst aber jetzt wirklich nur Du. Surfst Du wirklich immer anonym, hast Du kein Handy, hast Du keine E-Mail-Adresse, bezahlst Du nie mit Karte, liegt Dein Geld unter der Matratze, schreibst Du nie im Forum welche Produkte Du bevorzugst, Du hast wirklich noch nie etwas bei Google eingegeben usw. usw. usw.?



Ich staune manchmal wirklich über den Größenwahn dieser Branche, die sich die Kunden bestenfalls als Konsumtrottel vorstellen kann.

Was für Marketingleute nimmst Du denn als Maßstab für eine Riesenbranche? Ich kenne keinen einzigen, der Verbraucher als Konsumtrottel sieht oder bezeichnet. Das wäre wohl auch ein Luftei mit recht wenig Ahnung von der Materie (davon gibt es natürlich durchaus genügend, die sind aber hoffentlich genausowenig der Maßstab für eine gesamte Branche - bzw. die Absatzwirtschaft an sich - wie die Figuren im Nachmittagsprogramm für eine gesamte Gesellschaft. So hoffe ich im letzteren Fall zumindest immer).

Auch bei Ganda - schade, sie hat anscheinend den für sie falschen Beruf gelernt und musste dann wohl jahrelang darin arbeiten. Das muss frustrierend sein. Oder man hat nicht erreicht was man wollte und ist am Ende frustriert. Oder die Agentur war nicht das Wahre, aber dann kann man ja wechseln. Ich finde auf jeden Fall schade, wenn jemand einen Job, für den er jahrelang gelernt und gearbeitet hat, im Nachhinein nur negativ sieht (sehen kann). Das kommt mir persönlich wie vergeudete Zeit vor und ich hätte vor einem solchen Symptom die Schiene gewechselt. Es kann ja nicht nur an einem Produkt gelegen haben, das man "nicht mochte".

Inaktiver User
17.11.2010, 09:36
Na Idille, das glaubst aber jetzt wirklich nur Du. Surfst Du wirklich immer anonym, hast Du kein Handy, hast Du keine E-Mail-Adresse, bezahlst Du nie mit Karte, liegt Dein Geld unter der Matratze, schreibst Du nie im Forum welche Produkte Du bevorzugst, Du hast wirklich noch nie etwas bei Google eingegeben usw. usw. usw.? Wie ungenau die Profile sind, die daraus abgeleitet werden, merke ich immer dann, wenn ich auf Grund meines Geburtsjahres wieder mal Prospekte von Modeherstellern mit "Mode für die Dame" bekomme, deren Größen erst bei 38 beginnen :freches grinsen:

Wäre die Marketingbranche wirklich so allmächtig, wie sie glaubt, gäbe es nicht seit Jahren das Problem, dass die Binnennachfrage lahmt und gleichzeitig die Sparguthaben in Rekordhöhe klettern.
Es wird immer schwieriger, die Leute zum Konsumieren zu bewegen. Die alten Methoden greifen weniger, und die neuen sind noch nicht ausgereift. Zwar werden verschiedene Möglichkeiten versucht, Werbung in den neuen Medien unterzubringen, aber wie schwierig das ist, zeigte sich im Hype um "second life". Kaum waren die Firmen mit viel Aufwand in das Spiel eingestiegen, war es schon wieder out. :smirksmile:

Auch die Versuche, in social networks Werbung für sich zu machen, sind nicht unproblematisch. Viele User fühlen sich davon abgestoßen, wenn Anbieter die virtuellen Gespräche dazu nutzen, die anderen als potentielle Kunden zu angeln.

ganda55
17.11.2010, 15:06
Ich bin nicht sicher, ob die steigende Zahl der Privatinsolvenzen tatsächlich dem Konsumwahn geschuldet ist.
Wird wohl nur ein Teil sein; mir fiel bei deinem post vorhin ein junger Typ ein, den ich kannte und der wirklich von einem Ratenkauf in den nächsten fiel und dann die Übersicht verlor. Was ich gut verstand und wieder wußte, warum ich nur kaufe, was ich mir wirklich z.Z. leisten kann.

Vor einiger Zeit stieß ich auf eine Website der Justiz, bei der alle Namen der Leute (in meiner Gegend) aufgeführt sind

Das kann jede/r nachlesen?!

ganda55
17.11.2010, 15:11
Aber wißt ihr, wir reden (schon lange nicht mehr:freches grinsen:) über den Aufschwung, den ich hiermit wieder ins Boot hole.
Bzw. gleich darauf beerdige: Irland (wo D mit 130 bis 170 Mrd. mit drin hängen soll), Portugal, Spanien... Ich fürchte, da dräut was sehr Ungutes herauf.:knatsch:

Hallo lenea, guckst du auch noch ab und zu hier rein?

ganda55
17.11.2010, 15:23
Auch bei Ganda - schade, sie hat anscheinend den für sie falschen Beruf gelernt und musste dann wohl jahrelang darin arbeiten. Das muss frustrierend sein. Oder man hat nicht erreicht was man wollte und ist am Ende frustriert. Oder die Agentur war nicht das Wahre, aber dann kann man ja wechseln. Ich finde auf jeden Fall schade, wenn jemand einen Job, für den er jahrelang gelernt und gearbeitet hat, im Nachhinein nur negativ sieht (sehen kann). Das kommt mir persönlich wie vergeudete Zeit vor und ich hätte vor einem solchen Symptom die Schiene gewechselt. Es kann ja nicht nur an einem Produkt gelegen haben, das man "nicht mochte".
Dafür, dass du so vor lauter Arbeit so wenig zum schlafen kommst, machst du dir aber ne Menge überflüssiger Gedanken über mich, die vom Frust so weit entfernt ist, wie du es - fürchte ich - nie schaffen wirst. Und nimm nicht pars pro toto: Wenn ich einen Teilaspekt negativ sehe, meine ich nicht 100 Prozent!

Ich habe Ad nie gelernt, war wg. etwas ganz anderem "Quereinsteiger", kam ganz gut an und blieb ein paar Jahre. Mein Beruf ist ein anderer und immer noch geliebt; inzwischen ist ein weiteres Standbein dazugekommen, das mich zur Zeit recht glücklich macht. Verzeih also, wenn ich das, was du so anlöckst, weniger ernst nehme. Schad um die Zeit und alles andere als in diesem Fred das Thema.

Tabetha
17.11.2010, 15:31
Dafür, dass du so vor lauter Arbeit so wenig zum schlafen kommst, machst du dir aber ne Menge überflüssiger Gedanken über mich, die vom Frust so weit entfernt ist, wie du es - fürchte ich - nie schaffen wirst. Und nimm nicht pars pro toto: Wenn ich einen Teilaspekt negativ sehe, meine ich nicht 100 Prozent!

Ich habe Ad nie gelernt, war wg. etwas ganz anderem "Quereinsteiger", kam ganz gut an und blieb ein paar Jahre. Mein Beruf ist ein anderer und immer noch geliebt; inzwischen ist ein weiteres Standbein dazugekommen, das mich zur Zeit recht glücklich macht. Verzeih also, wenn ich das, was du so anlöckst, weniger ernst nehme. Schad um die Zeit und alles andere als in diesem Fred das Thema.

Du brauchst nicht um mich zu fürchten oder Dir Gedanken über einen eventuellen Frustrationsgrad meinerseits zu machen. Hierfür gebe ich wohl recht wenig Anlass. Ich klinke mich aus der Diskussion mit Dir aus, da ich in persönlichen Angriffen nicht den Level sehe, auf dem ich diskutiere.

ganda55
17.11.2010, 18:51
Du brauchst nicht um mich zu fürchten oder Dir Gedanken über einen eventuellen Frustrationsgrad meinerseits zu machen. Hierfür gebe ich wohl recht wenig Anlass. Ich klinke mich aus der Diskussion mit Dir aus, da ich in persönlichen Angriffen nicht den Level sehe, auf dem ich diskutiere.

Persönlich bist du geworden und sogar soweit gegangen, mir eine Biografie anzudichten. Tschö denn, mir ist das Thema lieber.:schlaf gut:

Inaktiver User
17.11.2010, 23:18
Das kann jede/r nachlesen?! Ja, das kann jeder nachlesen. Ich war anfangs auch ein wenig geschockt, dass die Justiz diese Daten öffentlich zugänglich macht. Kann sein, dass es für Firmen praktisch ist, wenn sie dubiose Kunden gleich im Vorfeld identifizieren können. Gerade Leute, die nicht liquide sind, kaufen ja gern im Versandhandel.

frank60
18.11.2010, 06:58
Aber wißt ihr, wir reden (schon lange nicht mehr:freches grinsen:) über den Aufschwung, den ich hiermit wieder ins Boot hole.
Bzw. gleich darauf beerdige: Irland (wo D mit 130 bis 170 Mrd. mit drin hängen soll), Portugal, Spanien... Ich fürchte, da dräut was sehr Ungutes herauf.:knatsch:

Hallo lenea, guckst du auch noch ab und zu hier rein?

Die Banken der PIGS Staaten schulden den deutschen und französischen Banken insgesamt 1,8 Billionen Euro.
Irland schulden den dt. Banken etwa 300 Milliarden.
Für die Geschäftsbanken der PIGS Staaten haften die jeweiligen Staaten.
Das Ende dieses Löcherstopfens, rechte Tasche, linke Tasche, kannst du selbst ausrechnen.

frank60
18.11.2010, 07:09
Hallo ihr lieben Unternehmerinnen - ob nun Klein - oder Groß .....

merkt ihr was vom Wirtschaftsaufschwung?

Ich muss sagen, so viel merke ich in meiner Branche grade noch nicht. Bin im Bereich Coaching/Beratung/Weiterbildung tätig, habe viel mit öffentlichen und sozialen Einrichtungen zu tun... Da kommt der "Schwung" wahrscheinlich erst später an. Auch im Privatklientengeschäft spüre ich keinen deutlichen Anstieg... Wahrscheinlich sind die Leute alle mit Arbeiten beschäftigt:smile:.

Erzählt mal... bin gespannt.


Schönen Tag euch
LeneaDie Regierung hat vor 2 Jahren ohne Theater und Tam Tam Konjunkturpakete verabschiedet. Diese kamen ausschließlich den Zuliefereren der öffentlichen Hand zugute.
Man muss wissen, die öffentlichen Hand ist der größte indirekte Arbeitgeber in D.

Da muss wohl etwas bei deiner Angebotsstruktur bzw. Akquise nicht stimmen.

Alle Kollegen die ebenfalls, wie mein Unternehmen, fast ausschließlich für die öffentliche Hand arbeiten haben bis heute anhaltend 2-stellige Zuwachsraten.

Richtig ist, die Unternehmen habe gespart.
Schau dir mal die Bilanzen an, die Rücklagen sind enorm gestiegen, viele haben auf Eigenkapital umgestellt.

ganda55
18.11.2010, 13:11
Trotzdem kopfschüttel, i-dille. Wobei machen die Datenschützer denn noch mit?

ganda55
18.11.2010, 13:28
Das Ende dieses Löcherstopfens, rechte Tasche, linke Tasche, kannst du selbst ausrechnen.
Unmöglich, frank, weil ich kein Ende sehe, bis dieses komplette System bankrott ist.
Die Chancen zu sanieren und das ganze künstlich aufgeblasene und nur für Insider profitable Geflecht in überschaubarere und natürlichere Bahnen zu lenken, wird ja nie ergriffen, ist inzwischen vielleicht mit seinen Abhängigkeiten auch längst nicht mehr möglich.

Daher mein Zweifel am dauerhaften "Aufschwung". Mir mißfällt schon seit langem der Zwang zum tradtionellen Wachstum, dem man "systemimmanent" nachhängt. Ist nicht weniger, dafür solider zeitgemäßer und nachhaltiger?

Lenea
22.11.2010, 21:43
Upppppsss... letztens schaute ich hier rein und es waren glaub ich ein oder zwei Kommentare. Hier hat sich ja einiges abgespielt. Muss mich erst mal durchwühlen/- lesen.

Schönen Abend in die Runde
Lenea

latina42
25.11.2010, 08:07
Ich merke auch gar nichts von dem Aufschwung. Ich habe mich im August mit einer Marketing-Agentur selbständig gemacht. Die Firmen stöhnen schon bei 200,- Euro für ein Mailing. Es ist total frustrierend. Ich bin so voller Schwung und Motivation in die Selbständigkeit gegangen. Und jetzt überlege ich schon, ob ich einen 20 StundenJob im Büro annehmen soll, weil die Kohle hinten und vorne nicht reicht.

Eine völlig frustrierte Latina

Tabetha
25.11.2010, 09:48
Latina, ich denke, dass zuerst die sowieso schon eingebundenen Dienstleister immer etwas merken, z. B. durch Ausweitung ihrer Verträge.
Ich frage mich aber aufgrund eines anderen Threads ("Werden Arbeitnehmer genügend am Aufschwang beteiligt") auch, wie man sich das vorstellt. In der Zeitung steht etwas von Aufschwung und prompt sollen bei allen Unternehmen die Bestelldrähte heißlaufen? Man sollte nicht vergessen, dass den Unternehmen zwei Jahre Wirtschaftsmisere auf den Schultern lasten. Da sind wahnsinnige Summen aufgelaufen, da wurde rumgehampelt, damit man überhaupt überlebt - da ist doch nicht von heute auf morgen Friede, Freude, Eierkuchen.
Teilweise sind Produktionen auf Eis gelegt worden, die jetzt erst wieder angefahren werden. Vor einer Produktion und der Auslieferung muss das Unternehmen jeweils in Vorleistung gehen. Diese Summen müssen jetzt erst einmal wieder aufgebracht werden. So einfach ist das alles nicht.

Am schnellsten sieht man Aufschwung an der Konsumfreude der Verbraucher. Insgesamt sagen aber die mir bekannten Unternehmen alle, dass sich dieses Einkaufsverhalten immer mehr in den späten Dezember verschiebt.
Handwerker sollen aktuell ausgebucht sein.

ganda55
30.11.2010, 16:35
Latina, bist du sicher, dass das Gestöhne mit mangelndem Aufschwung zu tun hat und nicht viel mehr deinen Preis drücken will? Lass es nicht zu und dir den Schwung nicht nehmen.

Wenn du von deinem Konzept überzeugt bist und momentan nicht weiter kommst, tu dich um, hol dir Beratung, schau im web bei Kolleginnen und Netzwerken vorbei. August ist zu kurz, um sich jetzt schon in einem "Nebenjob" zu verzetteln. Bau an deinem System.:blumengabe:

Sola
09.12.2010, 16:07
Ganz klar - NEIN!!!

Lenea
09.12.2010, 16:16
Hallo Sola - in welcher Branche bist du tätig? Falls du das verraten magst...